Das Zeitalter der Fünf - Traumweber

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3 Kapitel - 1.527 Wörter - Erstellt von: Me - Aktualisiert am: 2016-04-13 - Entwickelt am: - 343 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Das Zeitalter der Fünf ist vergangen. Die Götter sind tot und die Menschen müssen sich nun ohne ihre Hilfe zurechtfinden. Emerahl eröffnet eine Schule für Heilkunst und Magie, Auraya lebt wieder in Si, Mirar reist durch ganz Ithania und nimmt sich eines besonderen Schülers an.

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    "Auraya?", rief jemand vom Laubeneingang. "Ich komme gleich, Sprecherin Siri.", rief die Gerufene zurück. Die Frau ging zu der kleinen Wasserschüssel hinüber, die auf dem kleinen Tisch in der Ecke stand. Das Wasser war kalt, als sie es sich ins Gesicht spritzte. Dann nahm sie das Handtuch, dass neben der Schüssel stand und rieb sich das Gesicht damit trocken. Immer noch über die Waschschüssel gebeugt, beobachtete die ehemalige Weiße ihr Spiegelbild, wie es vom zur Ruhe kommenden Wasser verzehrt wurde. Das Gesicht einer Mörderin! Sie versuchte den Gedanken zu verscheuchen so wie immer. Aber er wollte nicht! Er war ja auch wahr! Sie hatte erst in der Schlacht hunderten das Leben genommen oder war für ihren Tod mitverantwortlich. Die Albträume ließen sie immer noch nicht in Ruhe schlafen. Wenn sie nachts schlief, kam das Leichenfeld zurück. Wenn sie nachts wach lag, kam Chaia zurück. Das liebevolle Gesicht seiner Erscheinung, die intimen Erinnerungen mit ihm. All das machte ihr nur noch mehr Schuldgefühle, denn sie war für seinen Tod verantwortlich gewesen. Wäre sie nicht gekommen, wäre er noch am Leben! Für ihr Gewissen machte es keinen Unterschied, ob sie damit einen weiteren Krieg verhindert die schlechten Götter wie Huan vernichtet und damit tausende Menschenleben gerettet hatte. Warum hätte Chaia nicht an einem anderen Ort seien können! Oder vielleicht fliehen können, als sie kam! Warum hatte sie ihn falsch verstanden und gewollt ihn zu töten, hatte gedacht, er wäre genauso schlecht und grausam wie die anderen Götter! Warum hatte er Selbstmord begangen! Warum hatte das alles passieren müssen! Auraya wandte sich von ihrem Spiegelbild ab. Sie konnte es nicht mehr ertragen. Sie durfte jetzt nicht weinen! Sie war zu einer Besprechung eingeladen worden. Sprecherin Siri wartete draußen auf sie. Sie musste sich einfach zusammenreißen. Wie jeden Tag. Sie raffte sich zusammen, setzte ein selbstbewusstes Lächeln auf und trat aus der Laube ins strahlende Licht der Morgensonne, wo Siri sie bereits fröhlich wie immer erwartete.

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    Mirar kletterte den Hang hinauf und sah sich um. Es war ein schönes Gefühl, wieder in Nordithania zu sein. Die sperrlichen Bäume gaben den Blick auf eine atemberaubende Landschaft frei: schroffe Felsen und Berge, von Moosen und kleineren graugrünen Büschen bewachsen, vor dem blauen Himmel it seinen weißen weichen Wolken. Der Traumweber hatte Emerahl versprochen, sie in Genria besuchen zu kommen, wo diese eine Schule für Heilkunde und Magie eröffnet hatte, um ihr dabei ein wenig zu helfen. Zuerst wollte er aber Auraya besuchen. Er machte sich Sorgen um sie. Er wusste, dass die ehemalige Weiße sich Vorwürfe machte, da sie ihren ehemaligen Geliebten, den Gott Chaia, ermordet hatte - wenn man überhaupt von ermorden sprechen kann bei einem Wesen ohne körperliche Masse. Außerdem hatte er gehofft, dass sie beide sich nun vielleicht wieder näher kommen würden, wenn sie Mirar besser kennenlernte. Er riss sich von dem Ausblick los und machte sich weiter auf den Weg. Er war schon seit mehreren Wochen durch Si unterwegs und bis jetzt noch keinem Siyee begegnet. Die anstrengenden Märsche durch das unwegsame Gelände zwangen ihn immer wieder zu kleinen Pausen. Dazu kamen noch das ständige Auf- und Abklettern sowie Abhänge und endende Täler, die ihn zur Umkehr und der Suche nach einem anderen Weg zwangen. Eben noch war er an einer solchen Stelle stehen geblieben und hatte eine ganze Stunde gebraucht, um einen anderen Ort zum Abstieg zu finden, und hatte sich schließlich für einen Umweg über den Berg entschieden. Nun schlitterte er langsam ins Tal hinab und versuchte dabei, seine Geschwindigkeit mit Händen und ein wenig Magie zu drosseln, um nicht hinzufallen und sich eventuell noch etwas zu brechen. Er hätte einen Bruch zwar mit Magie heilen können, aber das kostete ihn Kraft und Zeit, die er nicht unbedingt opfern wollte, wenn er es nicht brauchte. Als er noch schwankend im Tal zum Stehen kam, sah er noch einmal hoch zur Sonne, um sich zu vergewissern, dass es noch Zeit hatte, sich einen geeigneten Schlafplatz zu suchen. Überrascht stellte er fest, dass es erst Mittag war und er besser vorankam, als erwartet. Wenn der Traumweber sich jetzt beeilte, konnte er bis zum Sonnenuntergang an der Höhle sein, in der er vor ein paar Jahren mit Emerahl gelebt hatte. Es schien so lange her zu sein! In dieser Zeit hatte sich so viel verändert: die Götter waren gestorben, Nord- und Südithania hatten Frieden geschlossen, die Traumweber wurden jetzt auch auf dem großen Kontinent fast vollständig akzeptiert. Außerdem hatten, soweit Mirar wusste, alle anderen Wilden ihre Zukunftspläne wahr machen können. Er schob seine Tasche von der linken auf die rechte Schulter, da diese langsam begann, zu schmerzen. Er hatte versucht, nur das nötigste mitzunehmen, aber ohne einen kleinen Vorrat an Heilmitteln konnte er einfach nicht losgehen. Mirar wusste, dass auch hier Heilpflanzen wuchsen und hatte sich deshalb nur das Wichtigste eingepackt. Außerdem trug er noch den noch halbvollen Wasserschlauch mit sich und ein paar Essensvorräte. Es war insgesamt nicht viel, aber trotzdem wog es nach stundenlangem Wandern eine ganze Menge. Eine Bewegung riss ihn aus seinen Gedanken. Er spürte die Gedanken einer Gruppe Siyee. War er schon so nah an ihrem Dorf? Das konnte nicht sein! Der Traumweber blieb stehen und suchte den Himmel ab. Wahrscheinlicher war, dass er einen kleinen Jagd- oder Spähtrupp entdeckt hatte, der sich in seine Richtung bewegte. Er spürte Neugier bei den Siyee, doch die schien sich nicht auf ihn zu beziehen, weshalb sie ihn noch nicht entdeckt haben konnten. Endlich erblickte er die Gruppe auch am Himmel. Sie bestand - soweit er erkennen konnte - aus mindestens vier Siyee. Die stetig näher kamen und in die Richtung flogen, in der er ihr Dorf vermutete. Sie würden direkt über ihn hinweg fliegen. Mirar versuchte gar nicht erst, sich zu verstecken, denn er hatte nichts zu verbergen. Außerdem hatte er sowieso vor, das Dorf so bald wie möglich zu besuchen, um zu sehen, wie es den Leuten dort ging, mit denen er vor einigen Jahren, bevor er aus Nordithania fliehen musste, Freundschaft geschlossen hatte. Mirar hoffte insgeheim, dass die Siyee nicht wütend auf ihn waren und verstehen würden, dass er sie damals verlassen musste, als die Herzzehre sie nieder gerafft hatte. Einer der Späher hatte ihn nun entdeckt. Der Traumweber fühlte bei ihm Überraschung und Neugier. Mirar hörte einen schrillen Pfiff, über die die Siyee sich verständigten. Nun hatten auch die anderen Gruppenmitglieder ihn entdeckt, allerdings spürte er bei ihnen Angst. Anscheinend war ihr Vertrauen zu den Landläufern immer noch nicht stark genug, dass sie sie nicht mehr fürchteten. Oder aber sie waren nicht darauf vorbereitet, dass einer nach Si kam. Statt herunter zu kommen, hielt die Angst sie in der Luft. Trotzdem spürte er, wie sie überlegten, ob ihre Neugier nicht doch stärker war, wodurch sie unentschlossen über ihm kreisten. Der Traumweber hörte, dass sie sich unterhielten, konnte jedoch nichts verstehen. Schließlich spürte er Enttäuschung bei dem Siyee, der ihn entdeckt hatte und dieser verließ daraufhin die Gruppe und flog in Richtung Dorf. Anscheinend hätte er gerne herausgefunden, wer der Fremde war, der zu ihnen kam. Die übrigen Geflügelten flogen zu einem Felsvorsprung auf der anderen Seite des Tals und ließen sich dort nieder. Die Leute wussten nun also, dass er hier war und schickten sofort einen Boten, um die Nachricht zu verbreiten. Mirar glaubte nicht, dass die Gruppe ihn aus den Augen ließ, aber das war ihm egal. Wenn der Siyee wirklich ein Bote gewesen war, dann würde er bald Besuch bekommen und es war sehr wahrscheinlich, dass dieser jemand Auraya war. Mit einem Seufzen und einem Blick gen Himmel drehte sich der Traumweber um und zwang seine Beine zum Laufen. Wenn er heute noch an der Höhle ankommen wollte, musste er sich beeilen.

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    Schreibt bitte einen Kommentar und sagt mir, ob euch die Geschichte gefällt und / oder was ich verändern sollte, worauf ich achten muss.

    Danke schonmal im voraus für jede Kritik!:)

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