In silence, I found you

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1 Kapitel - 1.706 Wörter - Erstellt von: BeingHuman - Aktualisiert am: 2016-04-07 - Entwickelt am: - 197 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Momoko ist taub. Schon seit sie denken kann. Sie kennt nichts anderes als die Stille, jedoch versucht sie ein „normales“ Leben an der Cross Academy zu führen. Denn manchmal kann die Stille lauter sein als jedes Geräusch.

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    Stille. Stille war das was mich schon mein ganzes Leben umgab. Ich kannte nichts anderes als die Stille und würde nie etwas anderes kennenlernen. Ich wusste wie Regen aussah, wie er sich anfühlte, wie er roch oder wie er schmeckte. Ich wusste aber nicht wie er sich anhörte wenn er auf Asphalt aufschlug oder gegen eine Fensterscheibe tropfte. Ich wusste wie sich ein kalter Wind anfühlte, wenn man sich immer enger in seinen Mantel einmummen musste, aber ich wusste nicht wie das scharfe Pfeifen des Windes in den Ohren klang oder das Rauschen der Äste. Ich kannte die Stimmen meiner Eltern nicht, nicht die meiner Nachbarn, Lehrer oder Klassenkameraden. Ich wusste nicht wie sich das Rascheln von Papier anhörte, wenn alle eifrig zu ihren Heften griffen. Ich konnte nicht einmal das Umschlagen der Seite meines Buches hören das ich gerade las. Denn ich war von Geburt an taub. Meine Welt war von Anfang an still gewesen.

    Plötzlich holte eine leichte Berührung meiner Schulter mich aus meinen Gedanken. Etwas erschrocken blickte ich auf und sah in die großen, braunen Augen meiner Freundin und Begleiterin Hitomi. Hitomi war schon seit geraumer Zeit meine beste und eine meiner einzigen Freunde. Es lag nicht so daran das ich schüchtern oder gar unfreundlich war. Meine Taubheit gab den meisten jedoch ein Gefühl der Beklemmung, sie wussten nicht wie sie damit umgehen sollten oder eher wie sie mit mir kommunizieren sollten. Aber ich hatte mich schon lange mit dem Gedanken abgefunden, nicht viele Freunde zu haben. Solange ich meine Familie und Hitomi hatte, reichte mir das! „Wollen wir uns an den See setzen? Heute ist das Wetter so schön.“ lächelte sie. Hitomi redete meistens mit mir. Ich hatte schon in frühen Jahren das Lippenlesen gelernt, was es mir auch ermöglichte auf die Cross Academy zu gehen. So konnte ich zumindest teilweise ein in Anführungszeichen normales Leben führen.

    Ich nickte und erhob mich von meinem Platz. Es musste wohl gerade die Glocke zum Mittag geläutet haben, den viele meiner Mitschüler waren dabei in Scharen nach draußen gegangen. Lachend, quatschend einfach sorgenlos. Wie Akteure in ihrer eigenen kleinen Welt. Ich saß fast ganz hinten in unserem erhöhten Klassenzimmer, sodass ich einen guten Überblick über die Klasse und den Lehrer hatte um diesen überhaupt verstehen zu können. Gerade als ich einen Schritt aus meiner Reihe herausmachen wollte, stieß ich mit jemandem zusammen. Ich schaute nach oben und sah in die wütend blitzenden Augen von Zero Kiryuu. Tiefe Schatten waren unter seinen violetten Augen zu erkennen. Müde war das einzige Wort das mir in den Sinn kam. Er war der Adoptivsohn des Direktors und ein sogenannter Guardian (Bodyguard der Night-Class traf es wohl eher). Als ich auf seine Lippen sah murmelte er etwas wie „Pass doch auf!“ und ging dann einfach weiter der Masse hinterher. Ich seufzte, manche Menschen fassten mich mit „Samthandschuhen“ an, da war ich doch froh um jede „normale“ Behandlung. Selbst wenn es eine unfreundliche war. Ich begab mich als Letze in Richtung Tür. Im langen Gang vor unserem Klassenzimmer spürte ich wie jemand vorsichtig an meinem Ärmel zog. Als ich mich umdrehte sah ich meine Klassenkameradinnen Yuki und Sayori. Yuki Cross, war die Adoptivtochter des Rektors und ebenfalls Guardian. „Ich möchte mich wegen Zero’s Verhalten vorhin entschuldigen, es war heute eine lange Nacht für uns. Normalerweise ist er nicht so.“ las ich von Yukis Lippen. Sie musste den Vorfall wohl beobachtet haben. Wir wussten beide, dass das nicht stimmte, aber ich tat alles mit einer Handbewegung ab und lächelte. Die beiden winkten und gingen dann Richtung Kantine. Hitomi (die vorhin vorausgegangen war) stand gegen die Wand gelehnt und schien aufgeregt mit unserem Sensei zu diskutieren. Das erkannte ich an ihrer Haltung und ihrer Gestik und Mimik. Ich war über die Jahre sehr gut im Menschen „lesen“ geworden und besonders gut darin sie zu lesen.

    Als sie sah wie ich auf sie zukam hielt sie einen Moment inne und teilte mir in Gebärdensprache mit: „Momo, der Sensei will das ich kurz mit ins Lehrerzimmer komme. Anscheinend stimmt etwas mit meinem Aufsatz nicht den wir letzte Woche schreiben mussten. Themaverfehlung. Ist es für dich okay wenn du schon mal vorgehst und ich nachkomme?“ Die Braunhaarige sah mich entschuldigen an, auch der Sensei blickte irgendwie betroffen zur Seite. „Klar kein Problem ich habe ja mein Essen und mein Buch dabei. Wir sehen uns später.“ formte ich das letzte Zeichen mit meinen Händen und machte eine ausladende Geste zu meiner Schultasche. Hitomi warf mir noch einmal einen letzten schuldigen Blick über die Schulter zu und folgte dann unserem Lehrer. Ich ging in die andere Richtung. Richtung Ausgang. Meine Begleiterin ließ mich nicht gerne allein, sie hatte wohl Angst, dass ich einsam werden würde. Doch Einsamkeit war mein ständiger Begleiter und gelegentlich auch mein bester Freund. Mir machte es nichts aus alleine zu sein. Denn am Ende des Tages war man es doch wieder.

    Als ich aus der Pforte trat, blinzelte ich gegen die Sonne. Es war warm heute, nur eine leichte Brise war zu spüren. Die Äste der Bäume wiegten hin und her. Heute war ein guter Tag für die Bank am See, beschloss ich. Hitomi und ich hatten die Bank bei einem unserer Spaziergänge entdeckt und verbrachten dort gelegentlich unsere Mittagspausen. Im Sommer las ich dort auch ab und zu. Den Kies unter meinen Füßen spürend machte ich mich auf den Weg. Heute waren viele Day-Class Schüler draußen unterwegs, sie standen in Grüppchen am Wegrand oder saßen auf der Wiese und genossen das schöne Wetter. Ich spürte ihre Blicke auf mir ruhen, als ich an ihnen vorbei ging. Was sie wohl dachten? Oder gar über mich sagten? Ob sich der ein oder andere schuldig fühlte das ich alleine unterwegs war? Oder dachte sie einfach nur das arme, taube Mädchen? Ich wusste es nicht. Schnell hatte ich den Waldrand erreicht, die Bäume warfen angenehme Schatten über den Weg. Der See glitzerte und spiegelte den blauen Himmel über ihm wieder. Irgendwann auf dem Weg hatte ich einen Apfel aus meiner Tasche geholt und begann zu essen.

    Ich sah ihn schon von weitem, er saß auf der Bank versteckt im Schatten der Bäume am Rande des Sees und hatte ein Buch in der Hand. Seine blonden Haare schienen zu leuchten und seine Haltung war konzentriert, so als wäre seine ganze Aufmerksamkeit auf das Buch gerichtet. Schluckend kam ich näher. Als ich die Bank erreicht hatte, blickte der Fremde auf. Seine Haut war ungesund weiß und seine Augen waren so grün wie das Moos das die Steine am Wegrand bedeckte, sein leuchtendes Haar war etwas länger und fiel ihm leicht über die Stirn. Seine Lippen zierte ein freundliches Lächeln. Ich stelle fest, dass der Fremde gut aussah. Irgendwie zugut. Einfach zu perfekt, aber er kam mir bekannt vor. „Willst du dich setzen?“ fragte er freundlich und deutete auf den Platz neben sich. Seine Lippen enthüllten eine Reihe perlenweißer Zähne. Ich blinzelte nur. „Oder soll ich gehen?“ suchten seine grünen Augen meinen Blick. Ich schüttelte den Kopf. Den Rest meines Apfels legte ich vorsichtig auf den Boden und kramte in meiner Schultasche nach Stift und Block. Aus dem Augenwinkel sah ich wie der Fremde mich scharf beobachtete. „Nein ist schon in Ordnung, ich gehe einfach wieder zurück.“ schrieb ich schnell und drehte anschließend den Block zu ihm so dass er es lesen konnte. Neben Gebärdensprache war das Schreiben eines meiner Hauptkommunikationsmittel, so dass ich immer ein Stück Papier bei mir trug. Langsam schien es ihm zu dämmern. „Du bist das taube Mädchen aus der Day-Class, nicht wahr?“ las ich von seinen Lippen.

    Jetzt fiel mir auch wieder ein woher er mir so bekannt vorkam, obwohl ich dem Klassenwechsel nur ein oder zwei Mal beigewohnt hatte, erkannte ich dennoch einen Night-Class Schüler. In seinen legeren Kleidern hätte ich ihn beinahe nicht erkannt. Nur fiel mir sein Name nicht ein. Aber das man das taube Mädchen der Day-Class auch in der Night-Class kannte, fand ich doch etwas suspekt. Ich nickte auf seine Antwort. „Ich kann es mir schwer vorstellen wie das ist nichts zuhören.“ legte er sein Buch beiseite. Kurz schrieb ich auf meinen Block: „Ich versichere dir, es ist sehr still.“ Das zauberte ein Lachen auf das Gesicht des Blondhaarigen. „Du kannst also Lippenlesen?“. Schnell kritzelte ich ein „Ja“ als Antwort auf das Papier. „Du bist nicht sehr gesprächig, oder?“ legte er den Kopf schief. Meine Antwort kam prompt: „Guter Witz.“ Er hatte nur ein mitleidiges Lächeln für mich übrig. „Ist es okay wenn ich mich zu dir setze und lese?“ schrieb ich meine Frage zögerlich auf meinen Block. Sein Blick war undefinierbar, doch machte er mit seiner Hand eine Bewegung in Richtung meines Blocks. Vorsichtig reichte ich ihm diesen und meinen Stift. Er schrieb einen Moment und drehte dann den Block um dort stand in geschwungenen Buchstaben „JA!“.

    Wie findet ihr eine taube Hauptdarstellerin? Ich hoffe ich bringe Momoko richtig rüber. Es ist ein schwieriges Thema, aber eine sehr gute Freundin hat mich dazu inspiriert. Es wird wahrscheinlich eine Takuma x OC Story. Über Kommentare und Anregungen würde ich mich freuen!
    Liebe Grüße,

    Sophie

Kommentare Seite 1 von 1
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Eisblatt ( von: Eisblatt )
Abgeschickt vor 117 Tagen
Ich finde die Geschichte sehr gut! Ich bin selber hochgradig schwerhörig und auf meiner Schule sind auch taube Menschen. LG, Eisblatt!