Springe zu den Kommentaren

Snapes Lebensgeschichte

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
5 Kapitel - 4.555 Wörter - Erstellt von: Findus15 - Aktualisiert am: 2016-08-13 - Entwickelt am: - 1.159 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Hi Leute, ich finde den Charakter von Severus Snape faszinierend und hab mich entschlossen einfach mal seine Biografie zu verfassen. Verbesserungen wegen Rechtschreibung, Grammatik oder Inhalt bitte in die Kommentare. Ich schreib dann weiter, je nachdem ob euch die Geschichte gefällt oder nicht.

    1
    Meine Kindheit

    Meine frühste Erinnerung an meine Kindheit war als ich 3 Jahre alt war. Meine Mutter stand am Herd und ich malte mit Buntstiften ein Bild. Es war ein sehr dunkles Bild, was daran liegen könnte, dass wir nur schwarze Buntstifte hatten. Eigentlich stellte es unser Haus dar. Man sah eine große, heruntergekommene Villa, die, wie mein Vater jedem stolz mitteilte, schon seit 300 Jahren im Besitz der Familie Snape war. Meine Mutter stand also am Herd und kochte unser Abendessen, Kartoffelsuppe. Unser Hauself Gibbler war vorherige Woche gestorben und er hatte keine Kinder besessen. Mein Vater hatte meiner Mutter eigentlich versprochen einen neuen zu beschaffen, war aber noch nicht dazu gekommen. Als meine Mutter dann endlich die Tür öffnen hörte, drehte sie sich um und lief auf meinen Vater zu. Er hängte gerade seine Jacke auf. Ich hörte meine Mutter leise flüstern,:" Du hattest doch versprochen bis morgen einen neuen Hauselfen zu beschaffen!". "Dann hab ich ja noch einen ganzen Tag Zeit", meinte mein Vater kalt, lief an ihr vorbei und setzte sich an den Tisch. Man konnte viel über die Ehe meiner Eltern sagen, nur nicht das sie eine glückliche war. Meine Eltern wurden von ihren Eltern zwangsverheiratet und mein Vater erinnerte meine Mutter jeden Tag aufs Neue daran, dass er sie nicht als seine Frau ausgesucht hatte und sie daher als Frau in der Ehe nicht viel zu sagen hatte. Mein Vater ignorierte mich wie immer geflissentlich während meine Mutter ihm eine Schüssel mit noch warmer Kartoffelsuppe auf den Tisch stellte. Den Rest des Abends herrschte eiserne Stille. Irgendwann schickte meine Mutter mich ins Bett. Ich lag noch mindestens 2 Stunden wach und hörte meine Eltern streiten bis man ein lautes Klatschen, gefolgt von dem Weinen meiner Mutter hörte. So sah fast jeder Tag in meiner Kindheit aus. Bis zu jenem schicksalshaften Tag an dem wir umziehen mussten. Mein Vater hatte einen Tag zuvor aus lauter Zorn bei einem besonders heftigem Streit eine Flasche mit hochbrennbarem Tannenharz umgestoßen. Es verteilte sich über den ganzen Fußboden. Später am Abend zündete mein Vater sich eine Zigarre an und ließ sie danach achtlos auf den Boden fallen und bevor er's sich versah, stand das ganze Haus in Flammen. Meine Mutter bemerkte das Feuer zu spät um es mit einem Löschzauber zu stoppen, dafür hatte es sich durch das Tannenharz schon viel zu weit ausgebreitet. Mein Vater rannte Hals über Kopf aus dem Haus, ohne auch nur im Entferntesten daran zu denken meine Mutter oder gar mich zu retten. Wenn meine Mutter nicht einen so leichten Schlaf und eine so feine Nase gehabt hätte, wären wir damals wohl beide verbrannt. So aber weckte sie mich und wir konnten uns gerade noch retten bevor es zu spät gewesen wäre. Als das Feuer gelöscht war suchte meine Mutter meinen Vater, konnte ihn jedoch nirgendwo finden. Später am Tag erfuhr sie, dass mein Vater wie gewöhnlich zur Arbeit gegangen war. Da unser Haus nun zerstört war mussten wir umziehen. Wir waren nicht unbedingt das, was man wohlhabend nannte. Unser Haus war unser einziger Besitz gewesen und da dieses nun zerstört war mussten wir sparen wo wir konnten. Dementsprechend gab es nur ein Haus das wir uns leisten konnten. Und das war in einer Muggelsiedlung. Mein Vater war alles andere als begeistert gewesen zu erfahren, dass meine Mum eine Hexe war und wollte dementsprechend nicht, dass es jemand erfährt, aber wir hatten finanziell keine andere Wahl.

    2
    Lily Evans

    Es war Samstag der 16.04.1969 als ich sie das erste Mal sah. Sie schaukelte gerade mit ihrer Schwester und als sie von der Schaukel sprang flog sie wortwörtlich sanft zu Boden. Ihre Schwester schrie was von wegen "Mutter hat dir verboten sowas zu machen!" aber das Mädchen hörte nicht auf sie und fing eine herunterfallende Blume auf und ließ sie in ihrer Hand aufblühen. "Du bist ein Freak, Lily! Ein elendiger Freak!" schrie ihre Schwester voller Abscheu und stürmte ins Haus. Lily. Was für ein schöner Name. Ich kam hinter dem Busch hervor hinter dem ich gekauert hatte und ging auf Lily zu. Als sie mich bemerkte weiteten sich ihre Augen und sie ließ die Blume schnell hinter ihrem Rücken verschwinden. "Du musst sie nicht verstecken. Ich kann das auch." sagte ich und fing ebenfalls eine Blume auf und ließ sie aufblühen. Sie nahm ihre Hand hinter ihrem Rücken hervor und gemeinsam blühten die Blumen ein letztes Mal bevor sie langsam wieder zu Boden glitten. "Ich bin Severus. Und du heißt Lily, oder?" "Du hast uns beobachtet, oder? Ich hab dich hinter dem Busch hervorkommen sehen. " sagte sie ernst. "Ja, aber ich bin kein Spanner, oder so." Versicherte ich ihr. "Ich hätte dich auch nicht für einen gehalten." meinte sie ohne zu lächeln. "Wieso können wir sowas?" "Weil ich ein Zauberer und du eine Hexe bin." Sie beäugte mich aufmerksam, aber nicht misstrauisch. "Ich dachte hexen gäbe es nur in Märchen." "Naja in der Zaubererwelt haben wir auch ein bisschen mehr zu tun als unschuldige Kinder in einen Käfig zu sperren." meinte ich ein wenig sarkastisch. "Was macht ihr denn in der Zaubererwelt?" "So ziemlich dasselbe wie ihr in der Muggelwelt, nur eben mit Zauberei." antwortete ich. "Aber warum bin ich eine Hexe und Petunia nicht?" "Sowas kann man sich nicht aussuchen. Selbst in den ältesten Reinblüterfamilien kommen manchmal Squibs zur Welt." "Was sind Squibs?" "Muggel die in Zaubererfamilien zur Welt kommen. Sie können dann nicht zaubern." "Sind deine Eltern Zauberer?" "Nur meine Mutter, mein Vater ist ein gewöhnlicher Muggel und ich glaube er hat ein wenig Angst vor Mum, auch wenn er sich eher die Hand abhacken würde als das zuzugeben." "So schlimm?" "Schlimmer." Wir schwiegen eine Weile, bis Lily aufstand. "Ich muss wieder nach Hause. Bis bald mal Severus." Dann ging sie ins Haus. Sie hatte sich meinen Namen gemerkt. Ich ging gut gelaunt nach Hause, aber schon auf der Türschwelle verflog mein Enthusiasmus so schnell wie er gekommen war. Meine Eltern stritten sich schon wieder.

    3
    Hogwarts

    An dem Tag an dem mein Brief ankam war mein Vater noch mieser gelaunt als sonst. Er hatte mir schon als Kind verboten im Haus zu zaubern und hatte wohl gehofft, dass ich dadurch nicht so wurde wie Mum, obwohl ich es von Geburt an war. Lily kam mir an dem Tag aufgeregt entgegen gerannt. "Ich hab meinen Brief bekommen!" schrie sie aufgeregt. "Ich weiß." Ich musste grinsen. "Erzählst du mir was von Hogwarts?" Ich wusste auch nicht viel, nur das was mir meine Mutter im Vertrauen gesagt hatte. "Nun es gibt vier Häuser: Huffelpuf, Ravenclaw, Slytherin und," ich schnaubte kurz, "Gryffindor. In Ravenclaw sind die Streber, in Gryffindor die arroganten Egoisten und Huffelpuff kannst du vergessen. Das einzige sinnvolle Haus ist Slytherin. Der Schulleiter ist Dumbeldore, ein alter Knacker, und es gibt Hauslehrer für jedes Haus, die entscheiden über die Strafen." Lily überlegte kurz und meinte dann "In welchem Haus war deine Mutter denn?" "Sie spricht nicht gerne über Hogwarts, vor allem wenn mein Vater dabei ist." antwortete ich resigniert. Sie überlegte wieder "Was glaubst du in welches Haus ich kommen werde?" Ich wusste die ehrliche Antwort, aber ich wollte sie nicht ermutigen nach Gryffindor zu gehen, also sagte ich "Ich denke in Slytherin würdest du dich ganz gut machen." "Vielleicht."
    Am Tag der Abreise brachte mich meine Mutter zum Bahnhof. Mein Vater hatte sich geweigert auch nur einen Fuß aus dem Haus zu setzen. Manchmal fragte ich mich warum meine Mutter sich das Gefallen lies wo sie ihn doch leicht hätte besiegen können. Ich glaube sie hatte das Zaubern verlernt, weil sie ihren, inzwischen eingestaubten, Zauberstab so lange nicht mehr benutzt hatte. Ich traf Lily im Zug und wir suchten uns ein Abteil. Lily macht halt vor einem, in dem vier Jungs saßen. Sie lachten und tobten und besonders der schwarzhaarige war mir von Anfang an unsympathisch. Lily stieß die Tür auf und lächelte breit in die Runde. "Habt ihr was dagegen?" "Nein." antwortete der schwarzhaarige mit einem seltsamen Glitzern in den Augen. Ich drängte mich an Lily vorbei und ließ mich ihm gegenüber fallen. Leicht verärgert richtete er sich an Lily, die sich neben seinen Freund gesetzt hatte. "Ich bin James Potter. Wie heißt du?" "Lily Evans" strahlte sie ihn an. "Severus Snape" antwortete ich ebenfalls und er schaute mich wieder ärgerlich an. "Ich bin Sirius Black und das sind Remus Lupin und Peter Pettigrew." fügte der freund neben den sich Lily gesetzt hatte hinzu. "In welches Haus willst du?" fragte Potter Lily neugierig. "Ich weiß noch nicht. In welches willst du denn?" "Gryffindor!" antwortete er stolz. "Das Haus des mutigen Löwen!" Ich verdrehte die Augen. Black schien das gesehen zu haben und er fragte mich argwöhnisch "Und in welches Haus willst du?" "Slytherin." antwortete ich ruhig. Potter und Black kniffen die Augen zusammen. Der, den Black als Petigrew vorgestellt hatte, verfolgte das Geschehen neugierig. Nur Lupin tat unbeteiligt. "Das Haus der hinterlistigen Schlange." "Genau." knurrte ich. Lily schaute uns mit leicht geweiteten Augen an. "Was ist denn so schlecht an Slytherin?" fragte sie erstaunt. "Es gibt keinen böse Zauberer in der Geschichte der nicht in Slytherin war. Und ich wette der hier," er deutete mit dem Kopf auf mich "ist keine Ausnahme." "Das ist nicht gerade nett." meinte sie mich verärgertem Gesicht. Er schaute sie erstaunt an. "Sag bloß du willst auch nach Slytherin!" fragte er überrascht. "Nun, es wäre eine Möglichkeit." meinte sie schnippisch, holte ein Buch aus ihrer Tasche und begann zu lesen.
    Es war ein paar Minuten lang still, bis Potter irgendwann kleinlaut "Sorry." hervorbrachte. "Bei mir musst du dich nicht entschuldigen." meinte Lily nur und nickte zu mir rüber. Potter sah mich feindselig an und knurrte dann irgendwas, was wie "Entschuldigung, Schlange." klang. Lily schien das zweite Wort nicht bemerkt zu haben und nickte zufrieden. "Na also, geht doch." Dann fing sie an Fragen über Hogwarts zu stellen. Dieselben Fragen hatte sie mich auch schon gefragt, aber ich hatte es selber nicht gewusst. Potter und Black dagegen konnte alle Fragen mühelos beantworten. Petigrew war immer noch gefesselt von uns und Lupin hatte angefangen ein Buch zu lesen. Lily, Potter und Black unterhielten sich die ganze Zugfahrt über noch über Hogwarts und ich saß daneben wie ein anhängliches Schoßhündchen. Als wir endlich ankamen war ich schon fast froh drüber, als die vier dann aber mit in das Boot wollten platzte mir fast der Kragen, aber Hagrid meinte, dass immer nur drei in ein Boot dürften und ich wollte schon triumphierend grinsen, als Lily meinte "Super. Dann gehe ich mit James und Sirius in ein Boot und du gehst mit Remus und Peter in das andere." Ich versuchte krampfhaft mir nichts anmerken zu lassen, im Boot dann aber saß ich mit verschränkten Armen da und knurrte Petigrew an als der Anstalten machte mich was zu fragen. In Hogwarts angekommen verlor ich Lily aus den Augen. Erst als sie zum Sprechenden Hut trat sah ich sie wieder. Ich hatte die Hoffnung, dass sie nach Slytherin kam inzwischen aufgegeben, als der Hut aber "Gryffindor!" ausrief, war ich trotzdem enttäuscht. Sie setze sich strahlend an den Gryffindortisch neben Black und als Potter kam, setzte er sich freudestrahlend neben sie. "Snape, Severus!" rief Mcgonagall aus und ich trat nach vorne. "Hm, Snape sagt mir nichts aber deine Mutter müsste Eileen Prince sein. Ich erkenne ihre Leidenschaft in dir." Ich schnaubte. "Doch, glaub mir. Hinter der ängstlichen Frau, wie du sie kennst, steckt eine richtige Romantikerin. Allerdings hast du wohl auch etwas Hinterhalt und List deines Vaters geerbt. Ich finde du gehörst nach SLYTHERIN!" Alle fingen an zu klatschen und ich setzte mich neben einen weißhaarigen Jungen, der sich mir als Lucius Malfoy vorstellte und Schulsprecher war.
    In den ersten vier Jahren kamen Lily und ich, trotz der Feindschaft unserer Häuser, gut zurecht und blieben Freunde. Ich war der beste in Zaubertränke aus der Jahrgangsstufe. Ich weiß nicht woran genau es lag, aber ich entwickelte ein gutes Gefühl für die Menge der Zutaten und die Zubereitungsweise. Ich legte mir einen Spitznamen zu: Der Halbblut Prinz.
    Er war besser als der, den ich von den Rumtreibern, wie sich Potter, Black, Lupin und Petigrew inzwischen nannten, bekommen hatte. Sniefelus. Sie machten sich dauernd über meine Haare und meine etwas zu groß geratene Nase lustig. Noch ein Grund warum ich sie hasste. Lily allerdings hatte mich noch nie so genannt und regte sich immer auf wenn die anderen es taten. Leider waren meine Chancen bei ihr immer noch nicht viel besser. Und was noch schlimmer war: Potter hatte sich auch in Lily verliebt! Sie ließ ihn zu Glück immer abblitzen, aber ich hasste ihn deswegen.
    Ich hatte mich einer Gruppe angeschlossen, die sich 'Die Todesser' nennt. Alle anderen Mitglieder gehörten Todesserfamilien an. Ich nicht und ich teilte auch ganz bestimmt nicht ihre Ansichten was "Schlammblüter" betrifft. Wie denn auch wo ich Lily doch liebte. Aber ich interessierte mich für die Dunklen Künste und an der Macht ihrer Zauber. Nicht dass ich sonderlich machtgierig war, aber sie faszinierten mich einfach.

    4
    Mein Untergang

    Im fünften Jahrgang dann passierte es. Wir hatten gerade die Prüfung für Verteidigung gegen die Dunklen Künste abgelegt. Ich hatte meiner Meinung nach ganz gut abgeschnitten und schaute mir auf dem Weg nach draußen das Fragenblatt noch einmal an. Die Rumtreiber waren ein paar Schritten vor mir, aber ich beachtete sie nicht. Dann setzte ich mich unter meinen Lieblingsbaum und schaute im Buch nach den richtigen Antworten. Ich hatte nicht bemerkt, dass sich die Gang genährt hatte und dann war es auch schon zu spät. Ich hörte nur noch "Levicorpus!" und da hing ich auch schon in der Luft. Es war mir immer noch ein Rätsel wie der Zauberspruch sich ausgebreitet hatte, wo ich doch derjenige war der ihn erfunden hatte. Es hatte Woche gedauert ihn zu erfinden, Monate um ihn zu perfektionieren. Und jetzt benutzte ihn einfach jeder ganz selbstverständlich. Er war praktisch, nur nicht wenn er gegen einen verwendet wurde. Ich hing also kopfüber da und verfluchte innerlich meinen Erfindergeist. Potter und Black lachten mich aus und die umstehende Menge lachte. Zorn kochte in mir auf und als ich Lilys Stimme hörte würde ich noch wütender auf mich selbst, weil sie mich so gesehen hatte. "James! Lass ihn sofort runter!" schrie sie wutentbrannt und ich hörte ihn irgendwas antworten. Dann spürte ich wie der Zauber nachließ und ich fiel kopfüber auf den Boden. Lily eilte zu mir um mir aufzuhelfen, aber ich war immer noch sauer und so schrie ich sie an "Fass mich nicht an du kleines Schlammblut!" Ich konnte es selbst nicht glauben. Ich hatte Lily, LILY, gerade ernsthaft Schlammblut genannt! Sie schaute mich mit großen Augen erschrocken an, bis sie sich gefassten hatte und meinte dann wütend "Ich wollte dir nur helfen!" Dann wendete sie sich an Potter und meinte nur "Du wirkst nicht mal halb so cool wie du denkst." Dann ging sie erhobenen Hauptes zurück zu ihren Freundinnen und schaute nicht einmal mehr rüber zu uns.
    Später an dem Tag fing ich sie vor der Großen Halle ab. "Ich würde mich gerne entschuldigen." "Ach ja. Als ob du es nicht so gemeint hättest!" schnaubte sie sauer. "Hab ich nicht!" erwiderte ich entsetzt darüber dass sie sowas glaubte. "Ach ich bitte dich. Du und deine Todesserfreunde seid doch alle der gleichen Meinung!" "Ich aber nicht. Ich war nur wütend auf James und du warst einfach zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort." "Ach ja! Und das nächste Mal wenn ich zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort bin beschimpfst du mich wieder und entschuldigst dich dann damit, dass du wütend warst. Wahrscheinlich soll ich dir dann auch noch jedes Mal einfach so vergeben. Kann ja mal passieren! Weißt du was, nicht mit mir!" Und dann stiefelte sie an mir vorbei in die Große Halle und setzte sich zu ihren Freundinnen. Ich war einerseits verzweifelt, weil sie mir nicht verziehen hatte und andererseits aber baff, dass sie so einen dramatischen Abgang gemacht hatte.
    Das restliche Jahr lang ging sie mir aus dem Weg. Auch im Unterricht ignorierte sie jede versuchte Kontaktaufnahme, das brachte mir zwar eine Strafarbeit von Professor McGonagall ein, aber ich gab dennoch nicht auf. Außerdem war sie dauernd mit ihren Freundinnen, oder, und das schmerzte mich, mit Potter unterwegs war.
    In der siebten Klasse war es auch nicht besser. Als mir ein Slytherin eines Tages dann höhnisch von einem perfekten Pärchen aus Blutsverräter und Schlammblut erzählte, hörte ich alarmiert auf. "Wen meinst du?" Mein Herz raste. "Na Potter und diese Evans." höhnte er lachend.
    Irgendwas in mir starb. Der Großteil meines Herzens schien einfach weggebrochen, stattdessen war da jetzt ein riesiges Loch, das alles verschluckte. "Passen die beiden nicht perfekt zusammen? Wir sollten sie in "Mudblood couple" umtaufen." Er brüllte jetzt vor Lachen, die anderen Slytherins um uns herum lachten mit und nur ich stand da ganz steif vor Schreck. Er hatte es geschafft. Er hatte gewonnen. Potter hatte gewonnen. Und ich wette er feierte seinen Sieg gerade mit seinen Freunden und schilderte ihnen ganz genau warum es von Anfang an klar gewesen war, dass er gewinnen würde.
    Ich stand auf und ging in mein Bett. Kein anderer war da, die waren alle noch unten und belachten den hirnlosen Einfall des Slytherins, dem es innerhalb von wenigen Minuten gelang mir mein Herz zu brechen.
    Ich schlief schlecht in dieser Nacht und am nächsten Tag blieb ich einfach im Bett. Ich sagte ich wäre krank und versprach später zu Madame Pomfrey zu gehen, aber sobald meine Zimmergenossen gegangen waren, legte ich mich wieder hin und versuchte die Bilder von Lily und, und... Potter aus meinem Kopf zu kriegen.
    Irgendwann schaute ich auf die Uhr. 14:48 Uhr. Ach was soll's. Ich stand auf und schaute aus dem Fenster. An jedem anderen Morgen hätte ich den Tag als schön bezeichnet. Die Sonne schien, es waren fast keine Wolken am Himmel und der Krake plantschte im See. Aber in meinem Zustand sah ich nur wie die Sonne mit ihren Stahlen alles brutal niederbrennen wollte, die Wolken etwas Besseres zu tun hatten als sich anzuschauen was wir gerade Nutzloses taten und der Krake Zufriedenheit vortäuschte und in Wahrheit nur auf sein nächstes Opfer wartete. Ich stand seufzend auf, zog mich an und ging zum Essen in die Große Halle. Keiner beachtete mich groß und als ich mich an den Slytherintisch setzte konnte ich nicht umhin zu Lily rüber zu schauen. Da saß sie, er neben ihr und wenn mich meine Augen nicht trügten, hielten sie unter dem Tisch Händchen. Dann lehnte sie ihren Kopf an seine Schulter und er legte seinen Kopf auf ihren. Es war zum Kotzen. Ich schaute weg und fing an zu essen, aber der Appetit war mir vergangen. Ich stand auf und ging in die Bibliothek um den Stoff für die nächsten Wochen vorzulernen. Das war das grundliegende Geheimnis hinter meinen guten Noten. Ich nahm mir ein Buch über Kräuterkunde und begann zu lesen. Doch ich konnte mich nicht konzentrieren. Es schien als würde mir das Buch zuflüstern "Sie liebt dich nicht. Sie liebt Potter, aber dich liebt sie nicht. Sie liebt dich nicht..." Ich schlug das Buch mit Wucht zu und ließ dann den Kopf in die Hände sinken. Zum Glück war nächste Woche Abschlussprüfung und ich hätte so viel Abstand und Zeit wie ich wollte um das alles zu verarbeiten. Und so wütend wie Lily war würde sie von sich aus keinen Kontakt mit mir aufnehmen.
    In der letzten Schulwoche quälte ich mich förmlich durch den Unterricht. Jeden Abend ging ich mit der Hoffnung ins Bett, dass morgen alles anders sein würde, nur um am nächsten Morgen zu bemerken, dass sich rein gar nichts geändert hatte. Ich hatte am Abend vor der Abreise längst alle Koffer gepackt und am nächsten Tag war ich der erste, der in eine der Kutschen stieg. Am Bahnsteig dann aber passierte es doch. Lily und Potter waren keine 5 Meter entfernt und dann küssten sie sich. Ich hätte es nicht für möglich gehalten aber in mir zerbrach noch etwas. Der kleine Teil, der nur dadurch überlebt hatte, dass ich Lily gemieden hatte, aber die Mühe war umsonst gewesen. Ein Kuss und alles war wieder kaputt. Ich stieg in den Zug und suchte mir ein leeres Abteil. "Hi ich bin Jones und ich wollte fragen ob ich vielleicht..." Jemand hatte die Tür aufgemacht und stand mit 4 weiteren Freunden breit grinsend im Türrahmen. Ich ließ ihn nicht ausreden und knallte die Tür wieder zu. Jones, oder so, konnte gerade noch so aus dem Weg hüpfen. Er und die 4 anderen Vollpfosten standen noch 5 Sekunden verblüfft herum und gingen dann endlich weiter. Es war mir egal ob sie mich für unhöflich hielten, ich wollte und brauchte keine Gesellschaft.

    5
    Todesser

    Ich war schon an meinem 17. Geburtstag von zuhause ausgezogen. Ich wollte mir nicht mein Leben lang das Gestreite meiner Eltern anhören. Wenn es bei Zauberern so etwas wie Scheidung gegeben hätte, wäre mein Vater wohl nicht so lange mit meiner Mutter verheiratet gewesen. Aber in der Zaubererwelt sind Scheidungen ohne ausschlaggebenden Grund nicht erlaubt. Meine Mutter hätte sich ohne weiteres von meinem Vater scheiden lassen können, aber sie schien das Arschloch echt zu lieben. Ich war in meiner eigenen Wohnung jedenfalls ganz allein, ich hatte mir nicht die Mühe gemacht mir ein Haustier zu besorgen. Die machten nur Lärm, Dreck und Arbeit, nein danke. Was mein Liebesleben anging war es wie mit meinen Freunden: nicht existent. Nach Lily wird es nie wieder eine Frau geben, das weiß ich, also mach ich mir gar nicht erst die Mühe jemanden kennenzulernen. Und mit Freunden meine ich wahre Freunde, wie Lily einer war. Dafür bin ich jetzt ein Todesser. Ich würde nicht sagen, dass das jetzt mein Beruf ist, es ist einfach die Quelle meiner Einnahmen. Ein Hobby würde ich es aber auch nicht nennen, es ist mehr eine Beschäftigung, eine Ablenkung, etwas zu tun, der Grund nicht den ganzen Tag im Haus zu hocken. Ich bin nicht stolz auf meine Taten, aber jetzt ist es zu spät. Ich hab die Wahl zwischen Todesser oder Tod. Eine leichte Wahl. Viele würden jetzt schnaubend den Kopf schütteln und mich einen Feigling nennen, aber es gab ja einen Grund warum der Sprechende Hut mich nach Slytherin und nicht Gryffindor geschickt hatte. Ich war also an einem Tag wieder im Auftrag des Dunklen Lords unterwegs. Meine Aufgabe bestand darin einen Spion aus Polen im Eberkopf zu treffen und Informationen und Befehle zu verteilen. Das Problem war nur dass ich Hausverbot hatte als ich mich mal mit einem Griechen gestritten hatte und es beinahe in einem Duell endete. Das sagte ich dem dunklen Lord auch, den interessierte das aber nicht und er sagte wortwörtlich "Dann finde einen weg nicht aufzufallen. Ich wartete also in dem schäbigen Wirtshaus mit meiner Kapuze so tief wie möglich ins Gesicht gezogen auf meine Verabredung und schaute mich vorsichtig gelangweilt um. In einer Ecke des Raumes entdeckte ich... Nein, es konnte nicht sein! Und trotzdem war es so.
    Dumbledore! Das konnte einfach nicht sein! Ich hatte ihn seit meiner Schulzeit nicht mehr gesehen und ich glaube auch nicht das er sich über meine Anwesenheit freuen würde. Ich versuchte mich noch weiter in meinen Umhang zu verkriechen, damit er mich nicht erkennen würde. Während ich da kauerte überhörte ich die Konversation. Es war allem Anschein nach ein Bewerbungsgespräch und ich wollte schon erleichtert aufatmen als Dumbledore der Dame absagt und gehen wollte, als sie plötzlich anfing röchelnd ein und aus zu atmen.

    "Der Eine mit der Macht, den Dunklen Lord zu besiegen, naht heran.
    Jenen geboren, die ihm drei Mal die Stirn geboten haben, geboren, wenn der siebte Monat stirbt."


    Vor lauter Neugier hatte ich mich zu weit vorgebeugt und meine Kapuze fiel zurück und enthüllte meine Gesicht. Der Wirt rannte schneller als ich ihm zugetraut hätte auf mich zu und schrie und plärrte. "Wie kannst du es wagen dich nach allem hierher zu trauen! Raus! RAUS!" und gemeinsam mit zwei anderen Schmiss er mich wortwörtlich aus dem Gasthaus. Wütend rappelte ich mich wieder auf. Das Treffen mit dem Polen konnte ich vergessen und durch das Geschrei des Wirtes hatte ich auch nichts weiter verstanden, aber ich musste diese Neuigkeiten so schnell wie möglich dem dunklen Lord erzählen!

Kommentare (12)

autorenew

Moritzias (68954)
vor 344 Tagen
Findus! Es macht mir richtig Spaß deine neuen Kapitel durchzulesen, wie ich ja schon sagte kann man sich wirklich bei dieser Geschichte in Snape hineinversetzen, zumindest geht mir es so, bitte werde mal Autorin den deine Geschichte ist wirklich gut und faszinierend! Mach weiter so!
P.s.: Ich warte auf das nächste Kapitel :D !!!
Findus15 (48700)
vor 345 Tagen
Danke Amsel, das ist voll lieb von dir😊
Amsel (14873)
vor 346 Tagen
Wirklich toll geschrieben, so eine FF findet man selten, auch die Idee es über Snape zu schreiben finde ich klasse!👍🏻
Findus15 (27462)
vor 349 Tagen
So, das 5. Kapitel ist da, ich hoffe es gefällt euch. Verbesserungen wie gesagt gerne in den Kommentaren gesehen.
Findus15 (69002)
vor 381 Tagen
Danke für die lieben Kommentare. Ich schreibe gerade an der Fortsetzung.
Lisa :) (62754)
vor 487 Tagen
Wow! Das hast du echt prima geschrieben! Als ich den Text gesehen hab hätte ich nicht gedacht das ich ihn bis zum ende durch lesen würde.. (Vorallem weil ich ja jetzt nicht soo der Harry Potter Fan bin) aber es hat irgendwie schon echt spaß gemacht es zu lesen :)
DieMudda (21277)
vor 487 Tagen
Schön! Sehr flüssig zu lesen! Ein bisschen mehr wörtliche Rede würde es lebendiger machen ;0)
Weiter so!
Findus15 (21277)
vor 488 Tagen
Mach ich gerne wenn ihr das wollt😊
Moritzias (17122)
vor 488 Tagen
Wow!
Ich finde man kann sich sehr gut in Snape hineinversetzen, außerdem finde ich es sehr gut geschrieben (Fast so gut wie in den Büchern von Game of thrones :D). Ich habe auch keine Rechtschreibfehler gefunden und würde mich freuen wenn du bald noch eine Geschichte oder Kapitel veröffentlichst! :-)
Findus15 (21277)
vor 488 Tagen
Danke für dein Feedback Lilli. Welche Rechtschreibfehler meinst du?
Lilli M. (26293)
vor 488 Tagen
Hi Findus15,
schöne Geschichte. Ich habe mich wirklich in seine Rolle reinversetzt, und du hast auch gut vormuliert und erzählt.
Ich finde es passt so (abgesehen von den Rechtschreibfehlern😉)
Liebe Grüße Lilli😊
Findus15 (26293)
vor 488 Tagen
Ich würde mich freuen wenn ihr mir Verbesserungsvorschläge in die Kommentare schreibt