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Fluch der Karibik Story

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13 Kapitel - 9.422 Wörter - Erstellt von: Luisa - Aktualisiert am: 2016-03-24 - Entwickelt am: - 1.538 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Diese Geschichte spielt nach dem dritten Teil der Fluch der Karibik Reihe. Na los! Lese los!

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    > 1. AUF DIE ANDERE SEITE <

    Das Klappern der nassen Bretter riss mich aus den Gedanken und ich tauchte wieder in die Wirklichkeit ein.
    -Inder die milde Gischt auf meiner Haut brannte und das ewige Geschaukel des Schiffes, Einen in den Wahnsinn trieb.
    -Inder das Essen rar wurde und der Rum Alltag.
    -Inder die Männer schweißgebadet in ihren Hängematten lagen und ich nur immerzu, den Horizont anblickte.
    "Schneller! So holen wir die Zeit nie ein!" Hallte die nun bekannte Stimme durch die Luft, bis sie im salzigen Winde erlisch. Die Crue beeilte sich, dass Segel zu hissen und weiter zu rudern.
    "Ich habe dich nicht mitgenommen, damit du doof in der Gegend rum stehst! Sortiere das Lager!" Rief mir streng Mr. Bencen, der Captain des Handelsschiffes zu.
    Ohne ein Wort ging ich ganz nach unten und sortierte die Rumkisten zu einem Stapel. Es war anscheinend nur ein Mythos, dass ausschließlich Piraten, Rum tranken, überlegte ich. Doch dann erinnerte ich mich daran, dass ich nicht über Piraten sprechen durfte. Es brachte wohl Unglück. Wobei ich mir nicht vorstellen konnte, dass Geschwätz, das Schicksal beeinflussen könne.
    Unwillkürlich musste ich an meine Abfahrt denken. Ich hatte in England gelebt und mit meinen Eltern am Hafen von Port Royal gearbeitet, als das Schiff abreiste. Meine Eltern sagten mir, ich solle mit, um in der Karibik ein besseres Leben anzufangen. Ich weiß nicht, wie sie Mr. Bencen überreden konnten, aber froh war ich alle male.
    "Schwarze Segel!"
    Der Ruf ließ mich abrupt hochschrecken und ich rannte nach oben, bis ich im Freien war und der Wind mein Haar zerzauste.
    "Piraten!"
    Jetzt erblickte auch ich das Schiff. Eine wahrliche Schönheit aus dunklem Holz. Die Crue johlte und sie kamen erstaunlich schnell näher.
    "Es ist die Black Pearl!" Erkannte Jemand.
    Schon der Name ließ mich erschaudern. Schwarz stand immer für Piraten und Piraten standen für Mord.
    "An die Kanonen! Wir können nicht mehr entkommen!" Rief Mr. Bencen und die Besatzung befolgte seinem Befehl.
    Die Black Peal rückte immer näher herbei und wurde immer größer. Immer beeindruckender.
    Als sie genau neben des unseren Schiffes stand, ertönten ohrenbetäubende Schüsse und die Piraten schwangen sich an Seilen, auf unsere Seite. Ich war wie gelähmt.
    "Na, wen haben wir denn da?" Einer der Bösen des Meeres kam direkt auf mich zu. Schnell kam ich wieder zu Sinnen und rannte über das Schiff. Wollte ihm entkommen. Ihnen allen. Doch das war unmöglich. Wo sollte ich hin?
    Schließlich wurde ich zum Schiffs Rand gedrängt und ich sah schon, wie ich ins Wasser fiel. Da schnappte ich mir ein Seil und schwang auf die Black Peal. Hier waren zwar deutlich mehr Piraten, aber es war besser als in den tödlichen Wellen unter zugehen.
    Ich rannte neben eine kleine Treppe, die auf eine Erhöhung mit dem Steuerrad führte und versteckte mich dort. Ich hockte mich hin und machte mich so klein wie nur irgendwie möglich. Alles um mich herum, schwankte plötzlich und die lauten Geräusche des Kampfes verwandelten sich in ein lang gestrecktes Piepen, dass mein Gehör belagerte. Ich schloss die Augen, um dem Schwindel-Karussell nicht mehr zusehen zu müssen. Da verlor ich das Bewusstsein und alles wurde in einen schwarzen Nebel getränkt.

    Ich öffnete langsam meine Augen und sah den hellblauen Himmel, der von Wolken durch schnitten wurde, über mir. Schnell setzte ich mich auf und wieder wurde mir schwindelig. Doch zu meinem Entsetzen, war ich nicht auf dem Schiff, des Lord Becket's. Ich war am Deck der Black Pearl.
    Ich war auf einem Piratenschiff!
    Mit Piraten!
    "Captain! Sie ist wach!" Hörte ich eine Stimme und drehte mich zu ihr um. Ein blonder Mann, dessen eines Auge nicht echt und viel zu groß war, stand dort. Daneben, der der mich verfolgt hatte.
    "Sollen wir sie über Bord schmeißen?" rief er,
    "Wozu?" Eine dritte Stimme kam dazu. Aus der anderen Richtung und reflexartig drehte ich mich um. Ein Mann, dessen Haare in Dreadlocks zusammengedreht waren, mit Perlen und was auch immer.
    "Ich meine, was soll uns das bringen?" Fragte er die Zwei und wandte sich dann an mich.
    "Wie war dein Name gleich?"
    Ich überlegte kurz, ob ich einen falschen Namen nennen sollte. Aber was würde mir das bringen? Das taten schließlich nur Adlige, die sonst etwas zu befürchten hatten. Ich konnte mich nicht zu ihnen zählen.
    "Keyla Banson".
    Ich stand auf und ein Tuten machte sich in meinem Ohr breit. Na toll!
    "Mhh...kommt mir nicht bekannt vor", antwortete er,
    "Sicher. Ich lebe in London. Eigentlich", murmelte ich, während der Captain, auf den Einäugigen und seinem Freund zuging.
    Was tat ich hier eigentlich?
    Warum hatte ich keine Angst?
    "Jack!" Ein älterer Mann erschien, "dies fanden wir im Wasser".
    Der Captain drehte sich zu ihm um.
    Er hieß Jack!
    War er vielleicht DER Jack!
    Ich lief zu ihnen und erkannte, dass der Andere ihm eine Flasche mit einem Zettel darin, zeigte.
    "Seid ihr etwa Jack Sparrow?" Fragte ich, "der der sich von der Insel befreite? Der mit dem großen Geheimnis?"
    "Captain, ich bin Captain Jack Sparrow" antwortete er leicht genervt, als ob er diese Verbesserung schon oft hatte sagen müssen.
    Aber ich war fasziniert. Ich stand dem großen Piraten gegenüber! Der der es geschafft hatte, sich mit seinen Rückenhaaren, Schildkröten an die Füße zu binden und somit von der einsamen Insel geflohen war.
    Währenddessen schlug er die Flasche auf und las den Brief. Schließlich warf er einen Blick auf einen Kompass und steckte ihn dann wieder weg.
    "Gibbs," begann er und seine Stimme klang plötzlich sehr verschwörerisch.
    "Tortuga," fuhr er fort und ging wieder zu der kleinen Treppe, um zum Steuerrad zu gehen.
    Was war wohl los?
    Was stand in dem Brief?
    Schließlich drehte ich mich wieder um und sah die Anderen an.
    "Ragetti, Pintel, ihr habt ihn gehört. Tortuga", wiederholte der, der Gibbs genannt wurde zu den Zwei, die daraufhin zu dem Rest der Crue gingen und das Segel hissten.
    Ich hatte noch nie von einem Ort namens Tortuga gehört. Ob es eine Insel war?
    Ich löste meine Starre und ging auf die Erhöhung zu.
    Jede Spur von Angst war verschwunden. Diese Piraten schienen nicht wirklich gefährlich zu sein. Sie wirkten eher verrückt. Und außerdem machten sie nicht den Anschein, mich zu töten oder über Bord zu schmeißen.
    Ich ging die kleine Treppe hinauf und auf das Lenkrad zu, hinter dem Jack stand.
    "Wo liegt Tortuga?" fragte ich,
    "Gehörst du zu meiner Crue?" kam eine Gegenfrage.
    "N...nein. Ich war doch auf dem Schiff, das ihr überfallen habt", antwortete ich. Hatte er das etwa vergessen? Der Gedanke, dass zu viel Rum, dem Gedächtnis schadete, kam mir in den Sinn.
    "Dann hat dich das nicht zu interessieren," meinte Jack und ein Mann mit einem Papageien auf der Schulter kam herbei.
    War das nicht das Klischee eines Piraten? Er bräuchte nur noch eine Augenklappe, Holzbein und Harkenhand.
    "Mr. Cotton, übernimm das Steuer", Jack trat zur Seite und der Mann übernahm seinen Platz.
    "Du spionierst nicht etwa für die?" Wandte Jack sich an mich,
    "Mr. Bencen? Nein. Ich war nur auf der Überfahrt", antwortete ich schnell,
    "Und das ist auch die Wahrheit?"
    "Natürlich. Ich lüge nicht",
    "Das mag schon sein...Keyla. Aber die Ehrlichen sind die, vor den man sich fürchten muss", sprach Jack und entfernte sich. Verwirrt blieb ich stehen.

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    > 2. TORTUGA <

    Ein Sack voll Klamotten, der auf dem Boden lag, stellte mein Bett da. Das stürmische Schaukeln des Schiffes und die unangenehmen Gerüche, der schnarchenden Crue, würden mich noch in den Wahnsinn treiben. Ich schloss die Augen und versuchte die heutigen Ergebnisse zu verarbeiten. Meine Eltern hatten Recht. Hier erlebte man etwas.
    Als ich die Augen wieder öffnete, war es bereits hell. Also stand ich auf und lief nach oben und blickte in einen wunderschönen Sonnenaufgang. Gelb mischte sich mit pink. Gold mit blau. Und die Wolken schwebten leuchtend davor...
    ..."Na los, ihr faulen Hunde! Macht mal schneller!" wurde dieser schöne Moment unterbrochen. Ich blickte zu Jack, der am Steuerrad stand. Dann blickte ich um mich und verstand seine Eile. Am Horizont zeichnete sich Land ab.
    Tortuga!
    Aufgeregt betrachtete ich, wie die Insel immer größer wurde und wir immer näher.
    Schließlich erreichten wir endlich den Hafen und konnten auf festen Boden. Überall liefen Piraten umher und beförderten Kisten und Tiere auf ihre Schiffe. Ganz in der Nähe erkannte ich eine Art Kneipe, auf die Jack mit seiner Crue zuging. Schnell folgte ich ihnen, eh sie vom Getümmel verschluckt wurden.
    Als wir drinnen ankamen, wünschte ich auf dem Schiff geblieben zu sein. Überall prügelten sich Menschen oder lagen besoffen in der Gegend herum.
    Ich blickte zu der Crue, die sich sofort mit prügelten und in den Menschenmassen verschwanden. Nur Jack und Gibbs blieben stehen. Sie gingen schließlich eine Treppe hinauf und ich folgte ihnen. Jack tauschte beim Vorbeigehen, mit einigen den Hut, bis wir vor einer morschen Tür standen.
    "Keine Sorge...Leyssi und ich sind wie beste Freunde," meinte Jack und betrachtete argwöhnisch die Tür, "jedenfalls...bis ich ohne sie losgesegelt bin," fuhr er fort.
    "Ich bin immer hinter dir", antwortete Gibbs,
    "Ich hab mehr Angst, vor dem, was vor mir ist", sagte Jack und öffnete die Tür. Ein kahler Raum tat sich auf, indem nichts stand, außer ein hölzerner Tisch, auf dem eine Schlage lag. Ich, als letzte der Reihe, schloss die Tür wieder und betrachtete, wie Jack zu der Schlange ging.
    "Verwandle dich, Leyssi!"
    Ein Nebelschwaden brach aus und eh ich mich versah, war die Schlange fort und eine blonde Frau da.
    "Jack Sparrow!" rief sie überrascht und gab ihm eine Backpfeife.
    "Die hab ich nicht verdient", sagte er, als der Schwung ihn zu mich und Gibbs drehte.
    "Oh doch!" widersprach Leyssi, "du bist einfach ohne mich losgefahren!"
    "Und du hast es geschafft mich wieder zurück zu locken", meinte Jack und ich war mir sicher, dass er ihr denselben verschwörerischen Blick zu warf, wie er es auch bei Gibbs getan hatte.
    "Stimmt", antwortete Leyssi.
    Also hatte sie die Flaschenpost geschrieben!
    "Also...bringst du mich zur Flying Dutch-man?" fragte sie und ich verstand gar nichts mehr.
    "Woher sollte ich wissen, wo die Dutchman ist?" fragte Jack zurück und Leyssi packte den Kompass, der an seinem Gürtel baumelte. Sie klappte ihn auf und sah reflexartig nach links.
    "Du nicht. Aber ich nehme nicht an, dass du mir deinen Kompass schenkst" antwortete sie,
    "Und was habe ich davon, wenn ich dich mitnehme?" wollte Jack wissen und ich war gespannt auf ihre Antwort.
    "Ho la capacità che apre porte, che te la puoi solo sognare. Captain Jack Sparrow," sagte sie und enttäuschte mich. Wieso konnte ich bloß kein italienisch!
    Jack drehte sich zu mir und Gibbs um, und mir war klar, dass alle in diesem Raum wussten, warum Leyssi eine 'Geheimsprache' verwendet hatte.
    "Na dann. Besuchen wir unseren William," beschloss er und ich wurde immer verwirrter.
    Flying Dutchman?
    William?
    Kompass?
    Verwandlungen?
    -Aber ich war mir sicher, dass ich all diese Dinge noch herausfinden würde.

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    > 3. VERGANGENE GESCHICHTEN <

    Wir waren wieder auf der Black Pearl und entfernten uns von Tortuga.
    Ich, die Crue, Jack und Leyssi.
    Ich stand an dem Rande des Schiffes und starrte auf den Horizont, als ich Schritte hinter mir hörte. Leyssi tauchte neben mir auf und lehnte sich ebenfalls an den Rand.
    "Schön nicht die einzige Frau zu sein," begann sie das Gespräch,
    "Ich bin Keyla Banson," stellte ich mich vor,
    "Leyssi Davenport, wie du vielleicht schon mitbekommen haben solltest," antwortete sie, "und was schuldet Jack dir?"
    Sie lächelte und mir wurde klar, dass sie wohl viele Leute getroffen hatte, die Jack ausgenutzt hatte.
    "Gar nichts. Ich war auf der Überfahrt und bin bei einem Kampf auf dieses Schiff geflüchtet," sagte ich und war mir bewusst, wie sich das angehört haben musste. Dem entsprechend war ich nicht überrascht, als Leyssi lachte.
    "Du flüchtest also auf das Schiff der Piraten, die dich angreifen! Das ist mal was neues,"
    "Und du?" fragte ich, auf der Hoffnung nach Antworten, "was willst du auf der Flying Dutchman, oder wie sie hieß?"
    "Was weißt du über sie?" fragte Leyssi,
    "ähm...eigentlich...also..."
    "das dacht ich mir", unterbrach sie mich, "also gut. Ich erzähl dir, ihre Geschichte."
    Obwohl sie mir wohl nicht verraten wollte, was sie dort wollte, weckte sie meine Neugierde.
    "Die Flying Dutchman war ein Schiff dessen Crue aus untoten Meeresfichern bestand. Ihr Captain, Davy Jones, verliebte sich einst in eine Frau, die ihm das Herz brach. Daraufhin schnitt er sich sein Herz raus und steckte es in eine Truhe."
    Ich erschauderte bei dem Gedanken, sich das Herz raus zu schneiden. Wer tat denn so etwas, allein auf Grund Liebeskummers?
    "Unser guter alter Jack, besiegte ihn mit Hilfe von William Turner, in dem er mit Wills Hand, das Herz durch stieß. Seit dem ist William der neue Captain. Gebunden an das Schiff darf er nur einem Tag, alle zehn Jahre an Land gehen. Sein Herz musste er übrigens auch raus schneiden", berichtete Leyssi und ich war endtäuscht. Ich hatte erwartet eine echte Geschichte zu hören und kein Märchen.
    "Du willst mich doch veräppeln!" meinte ich und hörte eine Stimme hinter mir.
    "Es ist wahr."
    Leyssi und ich drehten uns gleichzeitig um und erkannten Jack. Hatte er etwa die ganze Zeit dort gestanden?
    "Obwohl du ein paar wichtige Details ausgelassen hast. Zum Beispiel wie ich von seinem Ungeheuer umgebracht oder Calypso frei gelassen wurde", zählte er auf.
    Konnte das wirklich sein?
    Konnte es wahr sein?
    Das würde bedeuten, dass ich schon mein ganzes Leben in einer Welt gelebt hatte, wo Magie herrscht, - und ich wusste es noch nicht einmal.
    "Ich wollte nicht dein ganzes Leben erzählen", antwortete Leyssi leicht genervt.
    "Aber ich muss zugeben, mich interessiert auch, was du denn von unserem Will willst" meinte er und ich spitze die Ohren.
    Einen Moment überlegte sie. Erkannte aber wohl, dass sie in der Klemme war. Entweder müsste sie ihre Antwort Preis geben (und das wollte sie ja anscheinend auf gar keinen Fall), oder man würde wissen, dass sie ein vielleicht sehr wichtiges Geheimnis zu verbergen hatte.
    "Corvo," sagte sie im wütenden Ton und eine kleine Rauchwolke bildete sich. Daraus flog ein Rabe, der sich auf den Mast setzte.
    Vielleicht war doch etwas an der Geschichte dran. Wenn sich Menschen verwandeln konnten, warum dann nicht auch, ohne Herz leben?

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    > 4. DIE FLYING DUTCHMAN <

    Ich hatte die ganze Zeit darüber nachgedacht, aber weil ich keine Klarheit in meinem Kopf bekam, nahm ich mir das nächste Thema zum vor. Leyssi. Wenn sie sich verwandeln konnte, in welches Tier auch immer, dann hätte sie schon längst bei der Flying Dutchman sein können. Sie brauchte wohl den Kompass von Jack, den sie in Tortuga geöffnet hatte. Und da Jack ihn nicht hergeben wollte, war sie an die Pearl gebunden.
    Dann blieben nur noch die Fragen, was so besonders an dem Kompass war.
    Und was sie von diesem William Turner wollte.
    "Captain! Dort ist ein Schiff!"
    Ich erschrak. Der Ruf hatte mich völlig aus den Gedanken gerissen. Ich drehte mich in die Richtung aus der er gekommen war und erkannte den ziemlich klein gewachsenen Mann, der Marty hieß und neben dem Jack stand.
    "Die Flying Dutchman," meinte er und ich lief zu ihnen. Am Horizont war ein etwas größeres Schiff zu erkennen, dass stetig näher kam.
    Schließlich stand es neben der Pearl und wirkte richtig einschüchternd. Außerdem erkannte ich Algen und Muscheln an dem Holz, als wäre es schon seit Monaten gesunken und langsam ein Teil des Meeres geworden.
    "Captain Jack Sparrow?" ein junger Mann war vorgetreten. Seine fast schulter langen Haare waren mit einem Tuch vom Gesicht getrennt.
    "William!" antwortete Jack.
    Das war also Will Turner, der Mann ohne Herz.
    Er nahm sich ein Seil und schwang herüber auf die Pearl.
    "Diese entzückende Frau wollte dich unbedingt sehn", fuhr Jack fort und deutete auf Leyssi, die urplötzlich neben mir stand.
    "Ich muss mit dir reden", meinte sie und hatte wohl nicht vor, es hier zu tun, denn sie schritt auf die Kammer unter der Erhöhung zu. Will folgte ihr, und überraschender Weise auch Jack.
    "Nein, du hältst dich daraus!" befahl Leyssi im beinahe barschen Ton und Jack blieb stehen.
    Als die Zwei verschwunden waren, drehte er sich zu mir um.
    "Unfassbar, oder!" rief er übertrieben skeptisch und ging dann davon.

    Nach einiger Zeit, flog ein Rabe aus der Kammer und landete auf dem Mast der Dutchman. Ich fragte mich, wieso sie sich verwandelt hatte und was die Zwei besprochen hatten.
    Nun kam auch Will aus der Kammer, aber er sah merkwürdiger Weise, ziemlich aufgewühlt aus. Was war denn los?
    Er nahm sich ohne ein Wort, ein Seil und schwang auf die Flying Dutchman. Und schon entfernte sich das große Schiff.
    Ich sah zu Jack, der hinterm Steuerrad stand. Er lenkte die Pearl aus dieser windigen Bucht.
    So einen kalten Abschied hatte ich nicht erwartet. Aber vielleicht war das einfach so, bei Piraten.
    "Heilige See, das gibt's doch nicht!" hörte ich Gibbs rufen und drehte mich um. Plötzlich lag ein großer Haufen Goldmünzen auf dem Deck. Fragend guckte ich zu Jack hoch.
    "Unser Lohn. Dafür dass wir sie zur Flying Dutchman gebracht haben," sagte er kalt,
    "also hat Leyssi das Geld erschaffen?" fragte ich verblüfft,
    "Nein. Sie erschafft niemals etwas," antwortete Gibbs, "sie zaubert nur die Dinge an andere Orte. Man munkelt, dass das mit dem Verwandeln, ihre einzigen Zauberkräfte sein."

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    > 5. DIE INSEL <

    Langsam konnte ich kein Wasser mehr sehen. So weit wir auch kamen, ich sah keine Veränderung. Nur das salzige, windige Meer und die tosenden Wellen, die das Schiff hin und her schaukelten, als wäre es nicht stärker, als ein Blatt.
    Ich wusste nicht einmal, ob wir überhaupt einen Kurs hatten. Jack schien in den letzten Tagen, etwas sauer zu sein. Aber keiner der Crue, wusste wieso.
    Ich verbrachte die Zeit, die so langsam verging, mit Pintel und Ragetti. Die hatten wenigstens immer die dämlichsten Ideen, weswegen es nicht ganz so langweilig war, Tag für Tag auf der Black Pearl. Ich hatte aufgehört, die Wochen zu zählen.
    Doch dann, eines Tages, als die Sonne auf das Schiff knallte und der Wind den Salz Geruch verbreitete, hörte ich den Ruf:
    "Land in Sicht!"
    Ich war aufgesprungen und zum Schiffs Rand gelaufen. Ich hatte auf den Horizont gestarrt, wo sich die Silhouette einer Insel abzeichneten. Einer unbekannten Insel.
    Schnell, wie die Pearl nun mal war, kam sie dem Land näher und kam schließlich in der Nähe vom Ufer zum stehen. Jack, Gibbs, Marty, Ragetti, Pintel und ich kletterten an Seilen ins Nasse und gingen durch das Bauch hohe Wasser.
    "Ich glaube nicht, dass hier jemand lebt" meinte Gibbs, als wir am Ufer angekommen waren und auf den Strand Boden sprangen.
    "Und das heißt, dass kein Essen zu stehlen gibt!" sagte Pintel etwas sauer, während wir den Strand hinauf gingen.
    "Herrschaften!" rief Jack und alle blieben stehen, "habt ihr etwa vergessen, zu wissen, dass ihr wissen solltet...und nicht vergessen...dass es in jeder Insel...also auch Dieser...Essen gibt?" fuhr er fort und sein Finger zeigte auf eine Kokosnuss, die an einer Palme baumelte.
    "Ei! Sammeln wir Früchte!" beschloss Gibbs und da niemand mehr etwas hinzu zufügen hatte, gingen wir in den Wald hinein, der direkt nach dem Strand folgte.
    Im Augenwinkel sah ich, wie Pintel und Ragetti versuchten, auf eine Palme mit reichlich vielen Früchten zu klettern, dann ging ich weiter gerade aus und sah vor mir eine steile Böschung die schlammig nach oben führte. Ich erkannte dort einen kleinen Strauch mit Brombeeren und lief schnell auf ihn zu. Ich fing gerade an, die Beeren zu pflücken, als sich auf einmal etwas Braunes am Steilhang bewegte. Ich drehte mich in die Richtung und erkannte einen dunkelhäutigen Mann, der sich mit Farbe bemalt hatte und einen gefährlich spitzen Stock in den Händen hielt.
    "Ahhh!" schrie ich erschrocken und drehte mich um. Schnell rannte ich weg und hörte hinter mir Schritte. Doch dann spießte sich etwas in meinen Hals und eine Woge aus Schwindel schwappte durch meinen Körper. Meine Sicht verdunkelte sich und ich kippte um.

    Langsam kam ich wieder zu Bewusstsein und merkte nur, dass meine Arme taub waren. Ich öffnete die Augen und sah eine ganze Horde von diesen angemalten Menschen, um ein Feuer tanzen. Ich schaute um mich und sah die Jack, Gibbs, Marty und eine blonde, fremde Frau gefässelt an Palmen. Ihre Arme waren, genau wie meine, nach hinten, um den Stamm gebunden. Doch wo waren Pintel und Ragetti? Zuletzt hatte ich sie auf der Palme gesehen. Hatten sie sich vielleicht verstecken können?
    "Ich hasse diese Eingeborenen," murmelte Gibbs, als hätten sie das alles schon einmal erlebt.
    "Hey!" hörte ich Jack rufen und die Bewohner der Insel hörten auf, zu tanzen. Was hatte er vor?
    "Ma Fivilie. Tutu...schnipp schnipp!" rief er ihnen zu. Ich schaute zu ihnen und fragte mich, ob sie das verstanden hatten, doch alle hatten verständnislose Gesichter.
    "Loko!" schrie Einer von ihnen aufge-bracht und alle erhoben schreiend die Waffen
    "Hopla," hörte ich Jack sagen, dann wurde das Seil, dass meine Arme um den Stamm band, auf einmal lockerer. Ich drehte mich um und sah, dass Ragetti und Pintel dabei waren, unsere Fesseln durch zuschneiden. Schließlich konnte ich aufstehen und rannte mit den Anderen, die leichte Senke herunter. Hinter mir hörte ich geschreie und schnelle Schritte. So schnell ich konnte, lief ich den Anderen hinterher.
    "Sie sind zu schnell! Wir schaffen es nicht!" rief Marty und wir rannten über eine Hängebrücke, die zwischen zwei Schluchten hing.
    "Doch! Denn ihr vergesst eine Sache!" meinte Jack und wir erreichten wieder festen Boden. Jack blieb stehen und signalisierte uns, ebenfalls stehen zu bleiben.
    "Ich bin Captain Jack Sparrow!" fuhr er fort während er nach dem Schwert von Ragetti griff (ich nahm an, dass die Eingeborenen seine Waffen genommen hatten) und ein Seil der Hängebrücke durchschlug. Das brachte alles zum Einsturz und einige Ureinwohner fiehlen mit, den Abhang hinunter. Die Anderen blieben wie angewurzelt vor der Schlucht stehen und brüllten irgendetwas.
    "Ihr werdet diesen Tag nie vergessen, an dem ihr Captain Jack Sparrow beinahe-"
    begann Jack seine Abschieds Rede, doch in diesem Moment begannen die Eingeborenen, Pfeil und Bogen heraus zuholen. Schnell rannten wir weiter und erreichten schließlich irgendwann den Strand. Ich keuchte ein paar mal nach Luft, dann beruhigte ich mich wieder. Ich sah zu den Anderen und erkannte, dass auch die fremde Frau dabei war. Bei der ganzen Aufregung hatte ich sie anscheinend gar nicht wahrgenommen. Ob Jack und die Crue sie kannten?
    Geschreie riss ich aus den Gedanken und ich fuhr herum. Die Ureinwohner kamen hinter einer Senke im Strand hervor. Schnell rannten wir auf die Black Pearl zu, die friedlich im Wasser stand. Ich sah noch, wie Jack sich nach einer Kokos-nuss bückte, dann hatte ich ihn auch schon überholt. Wir erreichten das Wasser und liefen durch die Wellen. Die Eingeborenen kamen immer näher. Schnell packten wir die Seile, die die Crue uns hinunter warfen und hangelten uns hinauf.

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    > 6. DUNKLER TRAUM <

    "Ist das alles?" fragte Einer der Crue und deutete auf die Kokosnuss in Jacks Hand. Alle sahen ihn fragend an.
    "Wenn ihr wüsstet," meinte Jack und drehte sich dann zu Ragetti und Pintel um, "und was euch betrifft, ihr sollt euch doch an den Kodex halten."
    Ich fragte mich welchen er meinte. Gab es etwa einen für Piraten? Das Einzige wovon ich gehört hatte, war Paleé. Ein Opfer wurde dann zum Captain gebracht und konnte mit ihm verhandeln.
    "Wir dachten, das wären doch eher Richtlinien," antwortete Pintel,
    "Jack Sparrow!" rief auf einmal die fremde Frau,
    "Elizabeth, warum muss ich dich bloß immer aus der Gefahr retten?" fragte Jack,
    "Wills Herz ist weg," sagte die Frau, die dann wohl Elizabeth hieß.
    Sie kannte also Will.
    "Was!" rief Jack erschrocken, "das darf nicht sein!"
    "Es ist aber wahr. Ich versuchte sofort, ihn zu finden. Ein Schiff brachte mich bis Tortuga. Dort fand ich jemanden, der behauptete, dass Will bei dieser Insel sei, aber er treibt bloß Handel mit den Ureinwohnern. Dieser Schuft!"
    "Tja, Will's Schicksal ist bedauernswert. Ich kann leider nichts machen," meinte Jack schnell im ziemlich unglaubwürdigen Ton und drehte sich um, um zu verschwinden.
    "Jack! Ich bin schwanger!" rief Elizabeth ihm nach und er blieb stehen, "Will wird Vater!"
    Soweit ich das richtig verstand, war sie dann, Will's Frau oder Freundin, die er nur einmal alle zehn Jahre besuchen durfte und sie hatte das Herz, dass ihm rausgeschnitten worden war. Doch jetzt war es fort und deshalb konnte ihn jeder töten! Wie konnte denn ein Herz einfach so verschwinden?
    Schließlich drehte sich Jack wieder um und holte seinen Kompass heraus. Er gab ihm Elizabeth und rief dann: "hisst die Segel! Auf nach westen!"
    Sofort lief die Crue los und die Pearl wurde schneller. Die Insel immer kleiner.
    Ich stellte mich an den Rand des Schiffes und betrachtete die Eingeborenen, die wie kleine Ameisen am Strand standen.
    "Ich bin Elizabeth Turner und du...?"
    Ich drehte mich um, wo die blonde Frau stand,
    "Keyla Banson. Ich war auf der Überfahrt, als die Piraten angegriffen haben und ich bin auf ihr Schiff geflüchtet, auch wenn das seltsam klingt," erzählte ich.
    Wir redeten noch ein bisschen, dann brach die Nacht an und ich legte mich wiedermal auf den Sack voller Klamotten. Das Schiff schaukelte stärker denn je und ich fiehl mitten in einen finsteren Traum. Ich war allein auf einem Beiboot, in mitten der schwarzen Wellen. Regen prasselte auf mich hinab und ließ meine Haare und Klamotten am Körper kleben. Ganz in der Nähe hörte ich dumpfes Lachen. Ich fuhr herum und erkannte ein Schiff. Zögernd kletterte ich aufs Deck.
    "Keyla!" rief die dumpfe Stimme aus dem Nirgendwo. Angst durchströmte mich. Das Schiff war in Nebel gehüllt und im-mer wieder prasselte der Regen auf das Holz.
    "Keyla!" da war sie schon wieder. Ich versuchte der unheimlichen Srimme zu folgen und lie auf die Kammer unter der Erhöhung zu. Ich zog die Tür auf und verschwand in der Kammer. Hier war weder Nebel, noch Regen. Dafür war es noch finsterer. Auf einmal näherte sich ein Schatten, von dem ich geglaubt hatte, er gehörte zur Wand. Wieder hörte ich dieses dumpfe Lachen und wich zurück. Der Schatten kam immer näher und stand schließlich genau vor mir.
    "Nichts ist wie es scheint. Der Nebel umhüllt dich, wie ein Gegner. Das Schwert erhoben, als das nicht Begreifbare. Bald wendet sich das Blatt," hauchte mir der Schatten entgegen und verpuffte dann zu Luft. Das einzige, was von ihm da blieb, war das dumpfe Lachen.
    Keuchend wachte ich auf und fand mich auf der Plack Pearl wieder. Die Crue lag friedlich schnarrchend inden Hängematten. Was hatte dieser Traum bloß zu bedeuten?

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    > 7. DER KAMPF <

    Ich wachte auf und öffnete meine Augen. Anscheinend war ich wieder eingeschlafen. Nun war es jedoch sehr viel heller. Kurz dachte ich über meinen Traum nach. War es eine Voraussagung oder nur ein einfacher Traum? Die Summe meiner Fantasie und den ganzen Erlebnissen?
    Schließlich stand ich auf und ging nach oben. Die Sonne strahlte hell und leichte Briesen zogen durch die Luft. Dieser Tag wirkte so friedlich, dass mich der Ruf noch mehr überraschte.
    "Da ist ein Schiff! Das sind die Schotten!"
    "Macht die Kanonen bereit!" antwortete Jack darauf hin und sofort liefen alle an mir vorbei, nach unten. Ich folgte ihnen und sah, wie sie die Kanonen zu den Löchern schoben. Ich lief wieder hoch und sah, wie der Rest der Crue mit erhobenen Schwertern da stand. Darunter auch Elizabeth. Ich blickte auf den Horizont und bemerkte, dass das Schiff der Schotten immer näher kam. Eh ich michs versah, stand es genau vor der Black Pearl.
    "Feuer!" rief Jack,
    "Feuer!" schrie Einer der Schotten,
    "Feuer!" erwiederte Elizabeth.
    Und dann hörte ich einen Knall nach dem Anderen. Holz flog durch die Gegend, sowie Männer.
    Als der Sprengstoff endlich aufgebraucht war, schwangen sich die ersten Schotten auf die Pearl. Sie hatten zum Glück keine Röcke an, wie es immer erzählt wurde, sondern blau weiße Uniformen, passend zu ihrer Flagge.
    Direkt vor mir landete Einer, wurde aber sofort von Gibbs abgestochen. Geschockt stand ich einen Moment starr. Dann bückte ich mich schnell und nahm das Schwert des toten Schotten. Ich fragte mich warum sie uns angriffen. Doch dann erinnerte ich mich daran, dass dies nicht der passende Zeitpunkt war, zum Nach-denken war und schlug das Schwert gegen das eines Gegners, der gerade herüber geschwungen kam. Ich versuchte einfach, nicht zu sterben. Mehr schaffte ich auch gar nicht, dank meiner lausigen Kampfkünste. Denn ich hatte noch nie ein Schwert in der Hand gehabt.
    Plötzlich fiehl mein Gegner mit einem Schwert im Bauch zu Boden. Schnell rannte ich zum anderen Ende der Pearl und sah gerade, wie Elizabeth zwei Gegner aufspießte, da griff mich schon wieder Einer der Schotten an. Eine ganze Weile, die mir wahrscheinlich länger vorkam, als sie eigentlich war, kämpften wie schon gegen einander. Da schleuderte er mein Schwert weg und ich stand völlig hilflos vor ihm. Ich ging einige Schritte zurück und wäre fast wegen eines Rumglases, das auf dem Boden lag, umgefallen. Schnell griff ich nach der Flasche und schlug sie unüberlegt, meinem Gegner auf dem Kopf. Dieser fiehl darauf hin sofort um. Ich packte sein Schwert und kämpfte gleich gegen den Nächsten.
    Doch irgendwie waren die Schotten stärker und mehr und schließlich blieb uns nichts anderes mehr übrig, als uns zu ergeben.
    So kam es dann, dass wir gefässelt an dem Mast der Black Pearl standen, während die Schotten sich auf beide Schiffe aufteilten.
    "Palée," sagte Pintel. Ich hatte davon gehört. Es hieß, wenn man dies sagte, durfte man mit dem Captain verhandeln und wurde nicht getötet.
    Schließlich trat der Captain vor und musterte uns. Bei Jack blieb er stehen.
    "Jack Sparrow, der ganze Bereich um England bietet einen schönen Preis für deinen Kopf," sagte er und mir war klar, wohin das führen würde. Wir würden alle ins Gefängnis kommen und Jack an den Galgen.
    "Das will ich doch hoffen," erwiderte er,
    "und außerdem hast du mein Gold gestohlen!" rief der Captain sauer, als hätte er Jack überhört.
    "Wann soll ich das getan haben?" fragte Jack,
    "Wir haben euer Schiff verfolgt, um die Belohnung zu kriegen und waren ziemlich nah dran. Da schaue ich am nächsten Morgen in meine Truhe und das gesammte Gold ist weg!" erzählte er,
    "Captain, hier ist es!" rief einer seiner Männer und ich wusste, dass er das Gold meinte. Aber wie war es hier her gekommen? Wir hatten doch nichts gestohlen.
    "Verdammt!" hörte ich Jack rufen und versuchte mich weiter nach rechts zu drehen, doch die Seile gaben nicht nach.
    "Es war Leyssi!"
    Und da wurde es mir klar. Gibbs hatte mir doch erzählt, dass Leyssi die Dinge von einem Ort zum Anderen zauberte. Das hieß, sie hatte unseren Lohn, dass wir sie zur Flying Dutchman gebracht haben, von den Schotten her gezaubert.

    8
    > 8. DIE FLUCHT <

    In dem eigenen Schiff gefangen zu sein, das ist schon echt doof. Die Black Pearl besaß zwei kleine, gegenüber liegende Gefängnisse, in denen jetzt ihr Captain mit der Crue saß.
    Langsam wurde es immer dunkler und die Schotten waren bereits herunter gekommen um schnarrchend in der Traumwelt zu versinken.
    Ich saß gegen die Eisenstäbe gelehnt und fragte mich, wie es nur so weit kommen konnte. Ich war ein ganz normales Mädchen und jetzt saß ich im Gefängnis eines Schiffes, weil eine Magierin uns das Gold von den falschen Leuten her gezaubert hatte.
    Doch weiter konnte ich nicht denken, denn eh ich mich versah, war ich auch schon eingeschlafen.

    Als ich wieder aufwachte, war es wesentlich heller und kein Schotte war mehr zu sehen. Ich blickte in die andere Richtung, wo sich Pintel und Ragetti stritten und Gibbs aus einer kleinen Flasche Rum trank. Jack starrte die ganze Zeit auf einen Punkt, hinter mir. Ich drehte mich um und erkannte, dass dort ein Harken war, wo dran die Schlüssel hingen.
    "Der Papagei!" rief er plötzlich und ich drehte mich wieder um. Alle starrten auf den Vogel, der auf Mr. Cottons Schulter saß. Er nahm ihn runter und setzte ihn ib die Lücke der Gitter Stäbe.
    "Ich liebe die See, du fauler Hund," piepste er und flog auf die Schlüssel zu. Schließlich packte er sie mit dem Schnabel und kam wieder zurück geflogen. Er krabelte durch die Gitter Stäbe und Jack nahm ihn den Ring mit den Schlüsseln ab.
    Kurz darauf waren wir alle frei. Doch was jetzt? Die Schotten hatten Waffen, - wir nicht. Und außerdem fuhr ihr eigenes Schiff vorraus. Wir konnten nur hoffen, dass wir es mit den Männern, die auf der Pearl waren, aufnehmen konnten und die auf dem anderen Schiff nichts mitbekommen würden.
    Also liefen wir aufs Deck.
    "Die Gefangenen sind frei!" bemerkte der Eine und dann starrten uns alle an.
    "Attacke!" rief Jack und nahm sich einen Holzbalken, der auf dem Boden lag. Sofort zückten alle Schotten die Schwerter und griffen an. Schnell lief ich die kleine Treppe hinauf und kam beim Steuerrad an. Der der dort vor gestanden hatte, um das Schiff zu lenken, kam nun auf mich zu. Ich drehte mich, sodass er sich auch drehen musste und dann zog ich gleichzeitig sein Schwert aus der Gürtel Tasche und schupste ihn über die Kante, sodass er in den seichten Wellen unterging. Dann lief ich wieder die Treppe hinab und schlug mein Schwert gegen das, des nächsten Gegners. Entsetzt sah ich mit an, wie einer aus Jack's Crue, sein Schwert im Bauch meines Gegners versenkte und dann wieder heraus zog, als er zu Boden fiehl.
    Müsste ich auch töten, wenn ich weiterhin auf der Black Pearl bleiben wollte? Jemanden bewusstlos schlagen oder über Bord schuppsen war etwas anderes, als das Schwert durch den Körper jemand anderes zu jagen und dann dabei zu zusehen, wie das Leben aus seinen Augen wich.
    Nein, das könnte ich nie.
    Ich sah mich um und erkannte, dass nur noch sehr wenige Schotten am kämpfen waren. Die Anderen lagen auf dem Boden oder in den Wellen.
    Schließlich hörte ich, wie Schwertklingen auf Bretter fiehlen. Sie hatten sich ergeben.

    Fünf Schotten saßen nun in dem kleinen Gefängnis der Pearl und nachdem wir den Toten, die Waffen abgenommen hatten, hatten wir sie in die Wellen geworfen. Die auf dem vorderen Schiff hatten anscheinend nichts mitbekommen, denn sie segelten friedlich und mit einem großen Vorsprung voraus.
    "Was machen wir jetzt?" brach Gibbs das Schweigen und fragte die Frage, die alle dachten.
    "Wir segeln zur Flying Dutchman," antwortete Jack, als wäre es sonnenklar.
    "und was ist mit den Schotten?" fragte Ragetti,
    "die holen uns nicht im Traum ein!" Jack ging zum Steuerrad und drehte es einmal im 180 Grad Winkel.
    "Nalos, ihr Land Ratten! Hisst die Segel!"
    Sofort rannte die Crue los und ich behielt die ganze Zeit, das Schiff der Schotten im Auge. Sie bemerkten gar nicht, dass wir uns entfernten. Erst als sie fast am Horizint verschwunden war.
    Ich ging die kleine Treppe hinauf, wo Jack noch immer am Steuerrad stand.
    "Was hat es mit dem Kompass auf sich?" fragte ich, auf der Hoffnung, endlich Antworten zu bekommen, "warum ist er so besonders?"
    "Er zeigt nicht nach Norden, denn wir wollen ja auch nicht den Norden finden," antwortete Jack,
    "wohin zeigt er dann?" fragte ich weiter nach,
    "sagen wir's so," begann Jack, "wenn ich den Kompass öffne, zeigt er nur auf den Rum. Wenn aber Elizabeth ihn öffnet, dann zeigt er auf die Flyinig Dutchman."
    Plötzlich wurde es mir klar. Deshalb hatte ihn Elizabeth öffnen müssen. Genauso wie Leyssi.
    "Er zeigt also dort hin, wo wir hin wollen?" meinte ich,
    "ei, das was wir am meisten begehren oder haben wollen, auf dieser Welt," antwortete Jack und alles ergab einen Sinn.

    9
    > 9. DER FUND <

    Die nächsten Tage waren so spannend, wie der Sand in der Wüste. Peitschender Wind, salzige Luft, schaukeldes Schiff. -Immer das selbe. Ich wusste nicht einmal mehr, wie viele Tage oder Wochen es waren, bis wir endlich ein Schiff erkennen konnten. Es stand friedlich (neben einer großen Insel aus Felsen Brocken) im Wasser. Als wir näher dran waren, erkannte ich welches es war. Die Flying Dutchman. Wir hatten also unser Ziel erreicht. Aber warum stand sie neben einer Insel, wenn Will doch ohne hin nicht an Land konnte?
    Wir segelten näher, bis sich zwischen den beiden Seiten der Schiffe nur noch drei Meter befanden.
    Ich schaute zur der Dutchman und erkannte Will aus der Kammer unter der Erhöhung, hervortreten. Er blickte uns überrascht an. Doch da war auch eine Spur von Hoffnugslosigkeit. Was war denn bloß geschehen?
    "Will!" rief eine Stimme hinter mir. In ihr steckte nichts als Liebe. Und dann lief Elizabeth an den Rand des Schiffes. Ich fragte mich, wie lange es her war, dass sie sich zum Letzten mal gesehen hatten. Es konnten nur ein paar Monate sein, wenn Elizabeth schwanger war. Aber egal wie lange es hr war, - es war zulange her.
    Sie schnappte sich ein Seil und schwang, wie die Piraten bei Kämpfen und Rauben, auf das andere Schiff. Sie umarmte Will und dann küssten sie sich.
    "Was macht ihr hier?" hörte ich Will besorgt fragen,
    "Ich habe dich gesucht. Dein Herz...es ist spurlos verschwunden," erklärte Elizabeth.
    Will blickte sie an, dann schweifte sein Blick über die Pearl. Als ob er sich vergewissern wollte, dass wir alle da waren. Dass niemand auf See verstorben war.
    "Ganz so spurlos doch nicht. Leyssi hat es!"

    10
    > 10. DER HÖHLEN-EINGANG <

    Nun waren wir alle auf der Flying Dutchman und hatten uns angehört, was Will zu sagen hatte.
    Offenbar hatte Will mit seiner Crue, eine Fels Höhle gefunden, in der das Elixier von Animo Potere gefunden. Leyssi hatte wohl auf Tortuga davon gehört und wollte unbedingt dieses Elixier haben. Denn wenn man nur einen Tropfen davon trank, hatte man die Macht, Menschen zu manipolieren und hypnotisieren.
    Also zauberte sie sich, wie damals mit dem Gold, das Herz von Will her. Sie brauchte es anscheinend als Druckmittel, damit Will sie auch tatsächlich zu der Felsen Insel führte. Das hieß, sie hätte ihn jeder Zeit töten können! Ich konnte es immer noch nicht fassen. Die ganze Zeit hatte ich gedacht, dass Leyssi meine Freundin wäre und eine von den Guten.
    Was hatte ich mich da bloß geirrt!
    "Die Crue ist mit Leyssi in der Höhle," beendete Will seinen langen Bericht.
    Schweigen folgte. Nur die leichten Winde über den Wellen waren zu hören und das Geklatsche des Wassers an den Felsen. Ich war mir zu hundert Prozent sicher, man hätte eine fallende Stecknadel hören können. Schließlich brach Jack das Schweigen,
    "Na da ist doch klar was wir machen...Wir gehen auch in die Höhle."
    Schon wieder nur Schweigen. Doch dann jubelten alle auf, als hätte er weine dieser Reden gesagt, bevor man in den Kampf zieht. Eine, die alle umstimmte.
    Also gingen wir an den Rand der Flying Dutchman, die an dem Ufer grenzte und sprangen auf den steinernen Boden. Ich drehte mich noch einmal um und sah, dass Elizabeth zurück geblieben war. Ich drehte mich wieder nach vorne und schritt hinter den Anderen her. Der Eingang verschluckte uns, wie ein mächtiger Wal, seine Beute. Von der Decke sickerten einzellne Lichtpunkte in die Höhle, die jetzt nur ein Gang war. Offenbar waren dort oben, kleine Löcher. Sie ließen nicht besonders viel Licht herein, aber genug, um zu erkennen, dass die Crue und Leyssi nicht hier waren. Gerade hatte ich den Gedanken zuende gedacht, da hörte ich auch schon Stimmen. Nun wurden die Löcher in der Decke größer und mehr Licht fiehl herein. Leise schlichen wir vor-ran und konnten die Anderen schließlich sehen. Schnell pressten wir uns an die Wände und ich sah zu, wie Jack langsam näher schlich.
    Plötzlich erhallte ein lauter Ruf von Hinten und ich fuhr herum. Die Schotten standen dort. Allerdings waren es auf einmal mehr, als damals, wo ich sie zum letzten mal gesehen hatte. Hatten sie sich etwa Verstärkung gesucht und uns gefolgt?
    Doch eh ich weiter darüber nachdenken konnte, begann auch schon der Kampf. Ich zückte mein Schwert und schlug es gegen das, eines meiner Gegner.
    Wie sollten wir da bloß wieder heraus kommen? Von der einen Seite, wütende Feinde. Von der Anderen, eine Crue die nicht wusste, dass wir auf der Seite ihres Captain kämpften. Und dann noch eine Magierin, die vielleicht schon das Elixier getrunken hatte und uns alle manipolieren könnte.

    11
    > 11. DER KAMPF <

    Mir war klar, dass ich hier nicht lebend heraus kommen würde, wenn ich nicht töten wollte. Ich musste mich überwinden. Aber dann dachte wieder die andere Seite aus mir: immerhin war es kein Sprung von einer Klippe, oder ein Vorsingen beim König, - es ging um das Leben eines Menschen. Konnte ich wirklich diejenige sein, die es beendet hatte?
    Ich brauchte mir diese Frage nicht zu beantworten. Ich wusste schon welches Wort kommen würde. Also konzentrierte ich mich auf das Kämpfen und Schwerter aus den Händen schleudern. Vielleicht flüchteten sie dann ja.
    Ich erhaschte einen kurzen Blick nach hinten. Die Crue von Will war nirgends zu sehen. Waren sie tiefer in die Höhle gegangen?
    Ich drehte mich wieder zu meinem Gegner und schnitt ihm in die Hand, in der sein Schwert lag. Mit einem Schrei ließ er es fallen. Da hatte ich meine Methode, nicht zu kämpfen.
    Ich blickte wieder um mich und erkannte, dass Jack nirgendwo zu sehen war. War er etwa bei Leyssi und der Crue? - Ich wollte auch dort sein und mich vorm Kampf drücken. Außerdem war ich zu neugierig, wie das Elixier aussah.
    Also rannte ich durch die Menschen Mengen und drengelte mich durch. Bis ich das Getümmel hinter mir gelassen hatte und nur den leeren Gang vor mir hatte. Doch dann hörte ich schnelle Schritte und drehte mich um. Ein Schotte lief mir mit erhobenem Schwerte hinterher. Schnell zückte ich mein Schwert und ziehlte auf seine Hand, wie ich es bei dem Letzten auch getan hatte. Doch im nächsten Moment lag sie abgetrennt auf dem Fels Boden. Ich blickte zu dem Schotten, der sich mit Schmerz verzogenem Gesicht, sein blutiges Handgelenk hielt.
    "Tut mir Leid!" rief ich noch, dann drehte ich mich um und lief den Gang entlang, der eine eine scharfe Kurve nach rechts machte und immer dunkler wurde. Er führte ziemlich steil nach unten und ich war mir sicher, unter der Meeres Oberfläche zu sein. Als ich fast nichts mehr sehen konnte, brannte in der Nähe ein Licht. Ich erkannte, dass es eine Fackel war und nachdem sich meine Augen daran gewöhnt hatten, durchstrahlte sie den gesammten Gang, der zu einer Sackgasse geworden war. Ich erkannte die Crue und Jack.
    "Na, wen haben wir denn da!" die Menge teilte sich und Leyssi war zu sehen. In der Hand hielt sie ein Tuch, auf dem ein immer noch pochendes Herz lag.
    "Du hättest besser nicht kommen sollen, Keyla."

    12
    > 12. DAS ELIXIER <

    Das Blut gefror mir in den Adern, als ich Leyssi's kalten Gesichtsausdruck sah. Was hatte ich mich bloß in ihr geirrt. Sie war durch und durch böse. Darin bestand kein Zweifel mehr. Auf einmal packte mich Angst. Was würde sie wohl tun, wenn sie das Elixier getrunken hatte? Wen würde sie manipulieren? - Auf jeden Fall war sie dann unbesiegbar.
    "Leyssi, willst du nicht noch einmal darüber nachdenken? Du könntest für ein größeres Schicksal bestimmt sein," meinte Jack und war vor getreten.
    "Halt die Klappe Jack! Du wirst der Erste sein, den ich in den Selbstmord treiben werde!" rief Leyssi,
    "na das hört sich doch gar nicht so schlecht an," antwortete er, doch als Leyssi sich wieder weg drehte, bildeten sich Sorgen in seinen Augen.
    Leyssi trat an den Rand der Felsen Wand. Mitten im Gestein war etwas verankert. Ich schaute genauer hin und erkannte ich ein kleines, rundliches Fläschchen, dass unten spitz verlief. Darin befand sich eine silbrige Flüssigkeit. Das Elixier von Animo Potere.
    Mein Herz schlug immer schneller. Gleich war alles vorbei. Gleich würde Leyssi die Macht haben.
    "Endlich ist der Tag gekommen. Der Tag, an dem ich die Macht bekomme, die mir zusteht!" rief sie und das Echo verhallte in der Felswand.
    Ich blickte zu Jack. Hatte er einen Plan? Doch er blickte nur auf Leyssi, die ihre Hand bereits ausgestreckt hatte. Das konnte ich doch nicht zulassen!
    "Halt!" rief ich und zückte mein Schwert. Leyssi drehte sich abbrubt um. Der Zorn stand ihr ins Gesicht geschrieben.
    "Glaubst du wirklich, du kannst es mit einer ganzen Crue aufnehmen!" rief sie, "Stiefel-Riemen, halt sie fest oder dein Sohn muss sterben!"
    Ein älterer Mann riss mir das Schwert aus der Hand.
    "Tut mir leid," sagte er und hielt mich fest.
    Schließlich widmete sich Leyssi wieder dem Elixier. Sie streckte die Hand aus und berührte das Fläschchen. Mein Puls wurde immer schneller. Sie umgriff es und zog es aus dem Felsen. Mit einer zufriedenen Miene drehte sie sich zu uns um. Doch auf einmal bebete der Boden und kleine Felsbrocken fielen von der Decke. Ich schaute zu der Stelle, an dem das Elixier gesteckt hatte und erkannte tausende von Risse. Wasser sprudelte von allen Seiten in die Höhle. Ich spürte wie der so genannte Stiefel-Riemen mich los ließ und wie Wasser gegen meine Beine schwappte. Die Höhle würde überfluten. Ich blickte zu Leyssi, doch dort war nur eine Staubwolke und ein Fisch, der ins Wasser fiehl. Unmittelbar da neben, schwamm das Herz und das Fläschchen.
    "Raus hier!" hörte ich Jack rufen und im nächsten Moment rannte ich. Doch weit kam ich nicht, eh die mächtige Welle mich packte und mit sich schleuderte.

    13
    > 13. ÜBERLEBT <

    Ich wurde gegen Felsen und Menschen geschleudert. Schluckte Salzwasser und konnte nicht atmen.Ich dachte schon, dass ich hier und jetzt mein Leben beenden müsste. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, bis ich meine Lungen endlich wieder mit Luft füllen konnte. Ich spürte den Fels Boden unter mir und wurde plötzlich von einem mächtigen Husten gepackt, in dem bestimmt drei Fässer Wasser aus mir heraus kamen. Schließlich öffnete ich meine Augen und sah durch das Ende des Tunnels, die Flying Dutchman auf dem Meer ruhen. Ich war also bis ganz ans Ende gespült worden.
    Ich setzte mich auf und erkannte Jacks Crue, die verwundert da stand, ein paar Leichen (hauptsächlich Schotten) und noch einige keuchende Leute. Meine gesamte rechte Seite und meine Knie brannten. Als ich dort hinschaute erkannte ich Blut. Anscheinend war ich heftiger als gedacht, gegen die Fels Wände geschleudert worden.
    Ich stand erschöpft auf. Fragen kreisten in meinem Kopf.
    Wo war Jack?
    Wo war Leyssi?
    Wo war Will's Herz?
    Und wo war das Elixier?
    "Was ist passiert?" hörte ich Gibbs fragen. Ich wollte antworten, doch nur Gehuste kam aus meiner Kehle. Als ich mich beruhigt hatte versuchte ich es noch einmal.
    "Als Leyssi das Elixier nahm....begann sich die Höhle auf zulösen."
    Ich ging ein paar wackelige Schritte vorwärts und sah, dass sich immer mehr Leute aufsetzten.
    "Sind alle Schotten tot?" fragte ich,
    "Nein. Die meisten sind geflüchtet," antwortete Gibbs.
    Auf einmal taute eine Person von weiter hinten auf. Dort wo das Wasser einen Meter tief war und nicht wie hier, nur den Boden bedeckte. Die Person richtete sich auf und ich erkannte, dass es Jack war. In seiner Hand hielt er das Fläschchen mit dem Elixier. Es war völlig unversehrt.
    "Haben das auch alle gesehen, weil ich das nicht noch einmal machen werde!" rief er und immer mehr Leute standen hustend auf. Einer von ihnen war Stiefel-Riemen. In seiner Hand, war das Herz. Es war ebenfalls unversehrt. - So ein Glück.
    Jetzt blieb nur noch die Frage, wo war Leyssi. War sie als Fisch entkommen oder im Wasser gestorben? - Nun, das würde ich wohl nie erfahren. Es würde auf immer ein Rätsel bleiben.

    Wenig später segelte die Black Pearl fort von der Insel. Dicht gefolgt von der Flying Dutchman, auf dessen Bord sich nun auf Elizabeth befand. Sie würden sie, zusammen mit dem Herz, auf Tortuga an Land lassen.
    Ich hingegen wollte nicht an Land. Ich hatte meinen Platz auf dieser Welt gefunden. Und er befand sich genau hier. Auf dem Bord der Black Pearl. Auch wenn sie eine verrückte Crue, einen noch verrückteren Captain, einen sprechenden Papageien und einen untoten Affen beherbergte. Das hier war nun mein zu Hause.
    Ich blickte mich um, den kühlen Wind im Gesicht und erkannte, dass am anderen Ende des Schiffes ein kleines Feuer brannte. Schnell ging ich dort hin, um nichts zu verpassen. Pintel und Ragetti standen diskutierend neben dem kleinen Feuer, das in einer Eisenschüssel loderte.
    "Das Elixier, Master Gibbs," befahl Jack, der vor der Flamme stand. Wollte er es etwa tatsächlich verbrennen? Dann war es doch für immer fort.
    Gibbs gab ihm das Fläschchen und er drehte den gläsernen Deckel auf. Dann schüttete er die silbrige Flüssigkeit in das Feuer, dass größer und ebenfalls silbern wurde, eh es erlisch.
    "Du hättest es doch trinken und seine Macht für das Gute gebrauchen können," meinte ich bedauernd, dass es fort war.
    "Manche Dinge sind besser wenn sie nur in Legenden existieren, Liebes," antwortete Jack und schaute auf den Horizont hinaus. Ich folgte seinem Blick und sah einen wunderschönen Sonnenaufgang. Die Wolken glühten und der Himmel färbte sich rosig. Doch auf einmal huschte ein grüner Lichtstrahl über die Wellen und dann war er auch schon verschwunden. Was wartete noch für Rätsel und Geheimnisse auf mich?

Kommentare (3)

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Jojo Midnight (93247)
vor 376 Tagen
Ich finde die Geschichte richtig cool und kreativ! (Mir hat aber noch ne lovestory mit Jack gefehlt ;-) )
LG
Sombra (10247)
vor 447 Tagen
(Schick, Schick... Super Geschichte und dann auchnoch über meinen Lieblings Film... finde ich gut weiter so^^)
luisa (86653)
vor 482 Tagen
hey Leute. ich wäre euch sehr dankbar über krittick. Egal ob Negativ oder Positiv ;)