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Wellensittiche als Haustiere: Zutraulich, gesellig und talentiert

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6 Kapitel - 2.011 Wörter - Erstellt von: Michael - Aktualisiert am: 2016-03-15 - Entwickelt am: - 3.375 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Denkt ihr vielleicht über die Anschaffung eines Haustieres nach und wisst noch nicht, welches es sein soll? Falls ihr euch für die geselligen und verspielten Wellensittiche begeistern könnt, habe ich hier einige Infos zu den Wellis und wie ihr sie am besten haltet zusammengestellt.

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    Viele Menschen halten Haustiere und ein großer Teil hat in dieser Hinsicht einen Vogel – manche sogar gleich mehrere. Zu den beliebtesten Arten, di
    Viele Menschen halten Haustiere und ein großer Teil hat in dieser Hinsicht einen Vogel – manche sogar gleich mehrere. Zu den beliebtesten Arten, die sich auch als Haustiere eignen, zählen immer noch die Wellensittiche Das ist im Grunde keine große Überraschung, denn sie verfügen über viele tolle Eigenschaften – zu denen unter anderem ihr Sprachtalent gehört –, sehen mit ihren verschiedenen Federfärbungen einfach toll aus und sind zumindest in der Anschaffung vergleichsweise günstig. Weil sie dazu recht zahm werden können, sind sie auch als Haustiere für Kinder denkbar. Allerdings gibt es, wie bei allen Tieren mit einer ursprünglich eher exotischen Herkunft, einiges zu beachten, damit die Wellis ein langes und gesundes Leben haben.

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    Wo wie wilden Wellis leben

    So ganz exotisch ist die ursprüngliche Heimat der Wellensittiche zwar eigentlich nicht, trotzdem liegt sie ein beachtliches Stück von unseren Breitengraden entfernt: Sie stammen aus Down Under, wo sie in der freien Natur im Landesinneren leben. Dort ist es halbtrocken bis trocken und es gibt genügend Bewaldung, damit die kleinen Vögel in den Baumkronen, vorzugsweise von Eukalyptusbäumen, Schutz finden. Entdeckt wurden sie dort vor über 200 Jahren von britischen Forschern. Die wurden auch als erste auf das Talent der Wellis aufmerksam, Wörter und Sätze imitieren zu können.

    Der wissenschaftliche Name, den sie ebenfalls von einem englischen Forscher erhielten, lautet „Melopsittacus undulatus“, das bedeutet „gewellter Singpapagei“. Die „Wellen“ im Namen beziehen sich auf die schwarzen Wellenlinien, die das Gefieder besonders im Kopfbereich mustern. Obwohl sie Sittiche genannt werden, sind die Wellis übrigens tatsächlich mit den Papageien verwandt. Die Unterfamilie ist aber die der Plattschweifsittiche. Und singen können die Kleinen in der Tat von Natur aus. Sie beherrschen für die Unterhaltung mit ihren Artgenossen elf verschiedene Laute, aber die Anzahl an Tönen, die sie imitieren können, ist nach oben offen. Der verbriefte Weltrekord liegt bei einem Wortschatz von insgesamt 1.728 Worten, was dem Sittich Puck im Jahr 1995 posthum einen Eintrag in das Guinnessbuch der Rekorde einbrachte.

    Die natürliche Färbung des Gefieders besteht übrigens geschlechterübergreifend aus dem Gelb des Kopfes und dem Grün des restlichen Körpers. Männliche und weibliche Vögel lassen sich deshalb nicht anhand der Farbe der Federn unterscheiden. Das ist nur an der Wachshaut der Nase zu erkennen: Die ist bei den Männchen nach der Jugendmauser blau, bei den Weibchen bleibt sie hingegen beige oder bräunlich. In der langen Geschichte der Wellensittichzucht – die wird seit mehr als 150 Jahren betrieben – sind aber auch Mutationen der Federfarbe keine Seltenheit mehr. Am bekanntesten ist wahrscheinlich die Kombination aus Blau und Weiß, aber es gibt inzwischen einige verschiedene Gefiederfärbungen. Bei manchen ist sogar das so typische Wellenmuster kaum bis gar nicht mehr zu erkennen.

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    ((bold))Wellensittiche sind Schwarmtiere((ebold)) Die Beliebtheit der Wellis als Haustiere ist zwar seit anderthalb Jahrhunderten ungebrochen, aber eb
    Wellensittiche sind Schwarmtiere

    Die Beliebtheit der Wellis als Haustiere ist zwar seit anderthalb Jahrhunderten ungebrochen, aber ebenso lange gelten auch die Bedingungen für die Haltung eines gesunden Sittichs. Dabei ist das eigentlich schon der erste Fehler, denn ein einzelner Wellensittich wird niemals lange gesund bleiben und vor allem seelischen Schaden durch die Einzelhaltung nehmen. Denn von Natur aus sind die Wellis Schwarmtiere, in ihrer australischen Heimat leben daher nicht selten 20 bis 100 oder sogar wesentlich mehr Vögel zusammen.

    Deshalb solltet ihr niemals nur einen Wellensittich halten. Besser ist mindestens die Paarhaltung, denn in ihrer natürlichen Umgebung bleiben die Sittiche in der Regel ihr Leben lang mit einem Partner zusammen. Einen wirklichen Ersatz zu einem oder mehreren Artgenossen gibt es deshalb nicht, denn nicht mal ihr selbst könnt das leisten. Um Vereinsamung und daraus entstehende Verhaltensstörungen – die Vögel beginnen zum Beispiel damit, sich selbst zu verletzen oder die Federn auszurupfen – von vorneherein zu vermeiden, ist eine Haltung im Schwarm also optimal. Ansonsten verstehen sich aber auch Pärchen gut, wenn es nicht gerade zwei Weibchen sind.

    Obwohl ihr kein adäquater Ersatz für andere Wellensittiche seid, ist es trotzdem wichtig, eine Vertrauensbasis zu den Vögeln aufzubauen. Das ist vor allem deshalb von Bedeutung, weil die Wellis regelmäßige Freiflugzeit brauchen und es daher wenig hilfreich ist, wenn sie Angst vor euch haben. Eingewöhnung und Zähmung werden allerdings einige Zeit brauchen. Gerade wenn ein Wellensittich in eine neue Umgebung kommt, braucht er mindestens ein paar Tage, vielleicht sogar zwei bis drei Wochen, bis er sich daran gewöhnt hat und wieder zur Ruhe gekommen ist. In dieser Zeit empfiehlt es sich, bei der Käfighaltung zu bleiben. Erst danach solltet ihr mit dem Zähmen beginnen.

    Weil Wellensittiche grundsätzlich aktiv und zutraulich sind, eignen sie sich auch als Haustiere für Kinder. Die sollten aber schon ein gewisses Alter erreicht haben, damit sie zum einen die Bedürfnisse der Vögel wirklich einschätzen können (also kein Lärm, keine plötzlichen Bewegungen, um die Wellis nicht zu erschrecken) und sich zum anderen auch ihrer Verantwortung bei der Pflege bewusst sind.

    Umgekehrt müssen auch die Wellensittiche für den Umgang mit den Menschen sensibilisiert werden, was besonders bei solchen Vögeln, die ihr in einer Zoohandlung kauft, ein langwieriges Unterfangen sein kann – die haben oft genug vor allem schlechte Erfahrungen gemacht und lassen sich daher viel schneller von Menschenhänden ängstigen. Zur vorsichtigen Annäherung könnt ihr zunächst einige Male am Tag eure Hand in den Käfig halten. Sobald die Reaktion nicht mehr aus wildem Herumflattern besteht, kann dem Welli auch Futter aus der Hand angeboten werden. Dass ein Wellensittich handzahm wird, kann übrigens nicht garantiert werden. Mit ausreichender Geduld und intensiver Zuwendung ist es zwar absolut möglich, allerdings lassen sich längst nicht alle Vögel dazu erweichen.

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    ((bold))Die richtige Pflege der Wellensittiche((ebold)) Auch wenn die Wellis sehr klein sind, macht das ihre Haltung nicht weniger pflegeintensiv. Im
    Die richtige Pflege der Wellensittiche

    Auch wenn die Wellis sehr klein sind, macht das ihre Haltung nicht weniger pflegeintensiv. Im Gegenteil wird die Pflege besonders durch die Notwendigkeit, gleich mehrere Tiere zu halten, zu einer Herausforderung. Zu den Pflichten von Wellensittichhaltern gehört Folgendes:

    Täglich
    • füttern
    • kontrollieren, ob die Wellensittiche Fressen und einen gesunden Eindruck machen
    • neues Trink- und Badewasser bereitstellen
    • Obst- und Gemüsereste entfernen
    • Freiflug geben

    Alle 2 bis 3 Tage
    • Vogelsand erneuern
    • Obst und Grünzeug als Ergänzung zum Körnerfutter anbieten

    Wöchentlich
    • Käfig und Bodenschale reinigen
    • Futter- und Trinkgefäße, Sitzstangen und Spielzeug ebenfalls gründlich reinigen
    • neuen Einstreu einfüllen

    Monatlich
    • Käfig gründlich reinigen und alle Gegenstände desinfizieren
    • Äste und Zweige erneuern

    Eigentlich erledigen Wellensittiche ihre Körperpflege weitgehend alleine, es muss ihnen nur das richtige „Werkzeug“ zur Verfügung gestellt werden. Zur Pflege des Gefieders ist zum Beispiel ein Badehäuschen eine willkommene Abwechslung für die Wellis, für die Schnabelpflege wird ein Schnabelwetzstein oder „Pickstein“ gebraucht. Auch die Krallen nutzen sich normalerweise von allein ab, wobei besonders Zweige von Obstbäumen als Sitzstangen beitragen. Werden sie trotzdem einmal zu lang, müssen sie geschnitten werden – ansonsten sind Verletzungen nicht auszuschließen. Dazu kann es allerdings auch beim Schneiden kommen, weswegen besonders auf einen ausreichenden Abstand zu den Blutgefäßen geachtet werden muss. Im Zweifelsfall sucht ihr den Tierarzt auf.

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    ((bold))Freiflieger((ebold)) In ihrer natürlichen Umgebung sind Wellensittiche regelrechte ‚Wandervögel‘, die täglich einige Kilometer zurückl
    Freiflieger

    In ihrer natürlichen Umgebung sind Wellensittiche regelrechte ‚Wandervögel‘, die täglich einige Kilometer zurücklegen können. Deshalb brauchen sie selbstverständlich auch bei einer Haltung als Haustier eine entsprechend große Portion Freiheit. Werden die Wellis in der Wohnung gehalten, ist besonders der erste Freiflug ein wichtiges Ereignis, das schon ein gewisses Vertrauensverhältnis zwischen Halter und Vogel braucht. Es ist aber nicht zwingend notwendig, dass die Wellensittiche handzahm sind.

    Wichtiger ist hingegen, dass die Wellensittiche ihren Käfig freiwillig verlassen. Auch hierbei ist möglicherweise etwas Geduld gefragt, bis die Neugier die Überhand gewinnt. Der erste Freiflug sollte daher mit einem ausreichend großen Zeitpolster geplant werden. Die Reaktion der Vögel lässt sich leider nicht planen, weshalb das Angebot unter Umständen mehrmals wiederholt werden muss, bis die Wellis es auch wahrnehmen.

    Bei einer Haltung in einer Außenvoliere erledigt sich das Freiflugproblem gewissermaßen umgehend. Sie erfordert allerdings einen beachtlichen Mehraufwand, nicht nur hinsichtlich der Anschaffungskosten, sondern auch bezüglich der Arbeit, die ihr in ein solches Projekt hineinstecken müsstet. Das liegt zuallererst daran, dass eine fertige Gartenvoliere, die den Anforderungen für die ganzjährige Haltung im Freien gerecht wird, kaum zu finden sein wird. Hier ist unter anderem Kreativität gefragt und wer nicht über die notwendigen handwerklichen Fähigkeiten verfügt, wird wohl oder übel Fachleute hinzuziehen müssen.

    Für die Planung ist die Größe der Voliere ein entscheidender Faktor, da keine alternativen Freiflugmöglichkeiten vorgesehen werden. Ebenfalls wichtig ist der Standort, der einen Windschutz und genügend Tageslicht gewährleisten sollte. Daneben ist gerade im Hinblick auf widrige Wetterverhältnisse ein Schutzraum zu überdenken, in den sich die Wellis vor allem vor allzu frostigen Temperaturen in den kälteren Monaten bei Bedarf zurückziehen können. Die Überwinterung in der Außenvoliere ist im Übrigen für (gesunde) Wellensittiche kein Problem, es bedarf lediglich einiger notwendiger Vorbereitungen. Dazu zählt eventuell das Anbringen von Wärmestrahlern oder einer Heizlampe, Bade- und Trinkwasser sollten am besten im Inneren aufgestellt werden, damit sie nicht ständig zufrieren. Auch das Futter muss an den höheren Energiebedarf angepasst werden, damit die Körpertemperatur der Vögel nicht zu stark absinkt.

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    ((bold))Sprachförderung bei Wellensittichen((ebold)) Der oben schon erwähnte Puck mit seinem riesigen Wortschatz war sicherlich ein Ausnahmetalent,
    Sprachförderung bei Wellensittichen

    Der oben schon erwähnte Puck mit seinem riesigen Wortschatz war sicherlich ein Ausnahmetalent, aber mit seiner Veranlagung zum Sprechen gewiss kein Einzelfall. Einem Wellensittich das Sprechen beizubringen hängt aber in erster Linie vom individuellen Talent der Vögel ab – manche lernen sehr schnell, manche hingegen nie. Je früher ihr das Training beginnt, desto wahrscheinlicher ist ein Erfolg, denn schon ab einem Alter von 9 Monaten wird die Förderung schwierig.

    Hilfreich ist in jedem Fall eine regelmäßige Wiederholung, am besten in ähnlichen Situationen. Fühlt sich ein Wellensittich bei seinem Halter wohl und ist mit der ihm gestellten Aufgabe – die Sätze, die der Vogel lernen soll, dürfen dabei nicht zu lang sein – nicht überfordert, kann er im günstigsten Fall schon nach einigen Wochen die ersten Worte wiederholen.

    Zuwendung und Ansprache sind übrigens auch ganz unabhängig davon, ob der Welli das Sprechen lernen soll oder nicht, ein wichtiger Bestandteil der Haltung. Deshalb könnt ihr durchaus auch mit Wellensittichen spielen. Es kann allerdings sein, dass das Apportieren in diesem Fall unter umgekehrten Vorzeichen stattfindet. Spaß macht die Beschäftigung mit den Wellis aber allemal.

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Wellensittiche als Haustiere: Zutraulich, gesel...
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2016-03-15
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