Warrior Cats - Das Tier in mir

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14 Kapitel - 21.155 Wörter - Erstellt von: Tüpfelfell - Aktualisiert am: 2016-08-08 - Entwickelt am: - 4.048 mal aufgerufen - User-Bewertung: 5 von 5.0 - 8 Stimmen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Kylie und ihre Familie ziehen an einen See mitten im Wald, wobei sie nicht wissen können, dass er schon von vier Katzen Clans bewohnt ist. Als sie eines Nachts im Mondsee baden geht, ist nichts mehr wie zuvor. Kylie erwacht mit vier Pfoten, einem Schnurrbart und Fell statt Haut. Sie wird vom Wind-Clan aufgenommen und verliebt sich in einen jungen Krieger. Doch Kylies Verschwinden versetzt ihre Eltern in Panik, welche die Polizei rufen. Nun muss sie einen Weg finden, sich wieder zurück zu verwandeln, bevor es zu spät ist. Kann sie verhindern, dass die Clans wegen ihr ein zweites Mal aus ihrem Zuhause vertrieben werden?

( Diese Geschichte wurde von Mondpfote erstellt, aber da diese nicht mehr seit zwei Jahren weiterschreibt, habe ich diese Geschichte übernommen)

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    ((bold))Hallo Leute:)((ebold)) Das Tier in mir ist eine FanFiction, die von mir, Tüpfelfell übernommen wurde und nun weitergeschrieben wird. Sie set

    Hallo Leute:)
    Das Tier in mir ist eine FanFiction, die von mir, Tüpfelfell übernommen wurde und nun weitergeschrieben wird. Sie setzt ungefähr in der zweiten Staffel von Warrior Cats an, als die Katzen sich gerade an ihr neues Territorium am See gewöhnt haben.
    Ich würde mich sehr über Rückmeldung freuen, sei es Kritik, Verbesserungsvorschläge oder einfach nur eure Meinung zum derzeitigen Kapitel. Was fandet ihr gut, was schlecht. Schließlich möchte man wissen wie die Geschichte ankommt:)
    Lg Tüpfelfell♥

    Charaktere
    Hauptcharaktere


    - Kylie
    - Krähenfeder
    - Rennpfote
    - Nachtwolke

    Nebencharaktere

    - Rindengesicht
    - Kurzstern
    - Blattsee (später)

    Natürlich kommen auch andere Katzen vor, aber ich denke das waren so die wichtigsten. Es kann sich im Laufe der Geschichte auch noch etwas daran verändern.

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    DIE HIERARCHIE DER CLANS

    WINDCLAN
    Anführer:
    □ Riesenstern - schwarz-weißer Kater mit sehr langem Schwanz
    Zweiter Anführer:
    □ Aschenfuß - graue Kätzin
    Heiler:
    □ Rindengesicht - brauner Kater mit kurzem Schwanz
    Krieger:
    □ Fetzohr - getigerter Kater; Mentor von Eulenpfote
    □ Kurzbart - braun gescheckter Kater
    □ Spinnenfuß - dunkelgrau getigerter Kater; Mentor von Rennpfote
    □ Krähenfeder - dunkelrauchgrauer, fast schwarzer Kater mit blauen Augen; Mentor von Mond
    □ Nachtwolke - schwarze Kätzin
    Schüler:
    □ Mond - Kätzin mit grünen Augen
    □ Rennpfote - rotbrauner Kater mit weißen Pfoten
    □ Eulenpfote - hellbraun getigerter Kater
    Königin:
    □ Aschenfuß – graue Kätzin
    □ Hellschweif – kleine, weiße Kätzin (bis Kapitel 15)
    Älteste:
    □ Morgenblüte - schildpattfarbene Kätzin
    □ Haferbart - cremefarben-braun gestreifter Kater


    DONNERCLAN
    Anführer:
    □ Feuerstern - attraktiver Kater mit feuerfarbenem Fell
    Zweiter Anführer:
    □ Graustreif - langhaariger, grauer Kater
    Heilerin:
    □ Rußpelz - dunkelgraue Kätzin; Mentorin von
    □ Blattsee - hellbraun gestreifte Kätzin mit bernsteinfarbenen Augen und weißen Pfoten
    Krieger:
    □ Borkenpelz - dunkelbraun getigerter Kater
    □ Sandsturm - kleine, gelbbraune Kätzin
    □ Wolkenschweif - langhaariger, weißer Kater
    □ Farnpelz - goldbraun getigerter Kater; Mentor von Weißpfote
    □ Dornenkralle - goldbraun getigerter Kater
    □ Lichtherz - weiße Kätzin mit goldbraunen Flecken und vernarbtem Gesicht
    □ Brombeerkralle - dunkelbraun getigerter Kater mit bernsteinfarbenen Augen
    □ Aschenpelz - hellgrauer Kater mit dunkleren Flecken und dunkelblauen Augen
    □ Regenpelz - dunkelgrauer Kater mit blauen Augen
    □ Schlammfell - hellgrauer Kater mit bernsteinfarbenen Augen
    □ Eichhornschweif - dunkelrote Kätzin mit grünen Augen
    □ Spinnenbein - langgliedriger, schwarzer Kater mit braunem Bauch und bernsteinfarbenen Augen
    Schüler:
    □ Weißpfote - weiße Kätzin mit grünen Augen
    □ Birkenpfote - hellbraun gestreifter Kater
    Königinnen:
    □ Rauchfell - hellgraue Kätzin mit dunkleren Flecken und grünen Augen
    □ Ampferschweif - schildpattfarbene Kätzin mit bernsteinfarbenen Augen
    Älteste:
    □ Goldblüte - helle Kätzin mit goldbraunem Fell
    □ Langschweif - Kater mit hellem Fell und schwarzen Streifen; früh im Ruhestand, weil fast blind
    □ Mausefell - kleine, schwarzbraune Kätzin


    FLUSSCLAN
    Anführerin:
    □ Leopardenstern - ungewöhnlich getupfte, goldfarbene Kätzin
    Zweite Anführerin:
    □ Nebelfuß - dunkelgraue Kätzin mit blauen Augen
    Heilerin:
    □ Mottenflügel - schöne, golden gestreifte Kätzin mit bernsteinfarbenen Augen; Mentorin von Maulbeerpfote
    Krieger:
    □ Schwarzkralle - rauchschwarzer Kater, Mentor von Buchenpfote
    □ Habichtfrost - breitschultriger, dunkelbrauner Kater
    □ Feldzahn - kleiner, braun gestreifter Kater
    □ Schwalbenschweif - dunkelbraun gestreifte Kätzin mit grünen Augen
    □ Kieselbach - grauer Kater
    □ Schilfbart - schwarzer Kater; Mentor von Kräuselpfote
    Schüler:
    □ Maulbeerpfote – hellgrau getigerte Kätzin mit grünen Augen
    □ Buchenpfote – hellbrauner Kater
    □ Kräuselpfote - dunkelgrau getigerter Kater
    Königinnen:
    □ Moospelz - schildpattfarbene Kätzin
    □ Morgenblume - hellgraue Kätzin
    Älteste:
    □ Bleifuß - stämmiger, gestreifter Kater


    SCHATTENCLAN
    Anführer:
    □ Schwarzstern - großer, weißer Kater mit riesigen pechschwarzen Pfoten
    Zweiter Anführer:
    □ Rostfell - dunkle, goldbraune Kätzin
    Heiler:
    □ Kleinwolke - sehr kleiner, getigerter Kater
    Krieger:
    □ Eichenfell - kleiner, brauner Kater
    □ Zedernherz - dunkelgrauer Kater
    □ Eschenkralle - rotbrauner Kater; Mentor von Krallenpfote
    □ Bernsteinpelz - schildpattfarbene Kätzin mit grünen Augen
    □ Nachtflügel - schwarze Kätzin
    Schüler:
    □ Krallenpfote – unbekanntes Aussehen
    Königin:
    □ Mohnblüte - langbeinige, hellbraun gescheckte Kätzin
    Älteste:
    □ Triefnase - kleiner, grau-weißer Kater; ehemaliger Heiler
    □ Kieselstein - magerer, grauer Kater

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    ((unli))((bold))Prolog((ebold))((eunli)) Es war ein regnerischer und kalter Morgen, als ein kleines blaues Auto von einem menschenvollen Parkplatz fuh

    Prolog

    Es war ein regnerischer und kalter Morgen, als ein kleines blaues Auto von einem menschenvollen Parkplatz fuhr. Alle schauten traurig dem Auto nach, das schneller wurde und schließlich um eine Ecke verschwand. Auf dem Rücksitz des Autos saß ein 15jähriges Mädchen, dessen Stimmung wortwörtlich mit dem Wetter zu vergleichen war. "Ach, komm schon, Kylie. Wir werden unsere alte Heimat alle vermissen, aber anstatt allem nachzutrauern solltest du dir mal überlegen, was für Möglichkeiten sich für uns öffnen!", sagte eine schwarzhaarige Frau, die auf dem Beifahrersitz saß. "Ach ja? Und welche wären das? Ich sehe nur den Vorteil für Vater, nämlich, dass er bei seinem neuen Job einen Haufen Kohle verdient, aber Geld kann meine Freunde ganz bestimmt nicht ersetzen!", stieß Kylie wütend hervor und schenkte ihre Aufmerksamkeit wieder den Regentropfen, die gegen das Fenster prasselten. Die Frau seufzte und schaute den Mann an, der vor dem Steuer saß. "Denkst du wirklich, dass es gut wird? Wir haben so überstürzt gehandelt und wenn es Kylie doch so unglücklich macht? Ich weiß, dass der Job was ganz Großes ist, aber war es wirklich richtig?" "Ich bin mir sicher, dass sie sich daran gewöhnen wird, Liebling. Es ist wirklich wunderschön dort", antwortete der Mann, der demnach Kylies Vater war. Wie konnten ihre Eltern glauben, dass sie dort glücklich werden könnte? Zum Glück musste Kylie nicht gleich in die Schule gehen, da ja noch Sommerferien waren. Bis auf den Regen und die Musik, die leise aus dem Radio kam, war es wieder ruhig im Auto. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach. Kylie war wirklich zum Heulen zumute. Alles hatte sie zurücklassen müssen: Ihre ganzen Freunde, die beste Klasse der Welt, ihr schönes Zimmer, den Rest ihrer Familie und sogar ihr kleines Kätzchen Nelly hatte da bleiben müssen. Aber vor allem würde sie Nelly und ihre beste Freundin Lilly vermissen. Ja, Lilly war etwas Besonderes. Sie war zwar etwas verrückt, aber die beste Freundin, die man sich wünschen konnte, sie hörte immer zu, wenn Kylie Probleme hatte. Jetzt hatte sie niemanden und mit ihren Eltern würde sie ganz bestimmt nicht sprechen, die nahmen sie ja nicht ernst. Vorsichtig strich sie über Lillys Abschiedsgeschenk, das sie in ihrem Schoß gebettet hatte. Es war ein Buch. Sein Name war Sternenglanz. Lilly war süchtig nach diesen Büchern, in denen die Katzen in Clans lebten, doch Sternenglanz war ihr Lieblingsbuch, weil die Katzen da das See-Territorium erreichten und weil da schon erste Anzeichen für die Liebe ihrer Lieblingskatze, Blattsee, zu erkennen waren. Das wusste Kylie, weil Lilly sie gezwungen hatte, die zweite Staffel von Warrior Cats zu lesen und Sternenglanz der vierte Band davon war. Kylies Lieblingskatze war Krähenfeder. Sie vermutete, das Lilly ihr das Buch geschenkt hatte, weil es auf ihre jetzige Situation zutraf. Sie würde nämlich auch bald ihre neue Heimat erkunden und alles würde sich ändern. Nur hätte sie nie gedacht, das sich alles so sehr ändern würde.

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    ((unli))((bold))1.Enttäuschung((eunli))((ebold)) Kylie schaute staunend aus dem Fenster, als sie auf eine Art Bauernhof vorfuhren. Insgesamt standen

    1.Enttäuschung

    Kylie schaute staunend aus dem Fenster, als sie auf eine Art Bauernhof vorfuhren. Insgesamt standen auf dem Gelände zwei Häuser und eine Scheune. Vor der Scheune waren Koppeln, auf denen Pferde standen und in der warmen Sonne, die inzwischen wieder hinter den Wolken hervorgekommen war, grasten. Ein Weg führte vom Haus weg zu einem großen See und endete an einem verfallen Steg. Auf der rechten Seite des Sees erstreckte sich hügeliges Moorland und wenn sie nach links schaute, konnte Kylie eine Insel erkennen, die über einen umgestürzten Baumstamm mit dem Festland verbunden war. Am gegenüberliegenden Ufer konnte sie einen Laubwald ausmachen, der, wenn man weiter nach links blickte, in einen Nadelwald überging. Warum kam ihr der Ort so bekannt vor? War sie schon mal hier gewesen? Nein, daran hätte sie sich doch erinnert, oder? Ein Klicken riss Kylie aus ihren Gedanken. Ihre Mutter hatte ihre Türe geöffnet und streckte ihr die Hand entgegen. „Soll ich dir den Rucksack abnehmen?“, fragte sie. Demonstrativ schloss Kylie die Hand um den Rucksack, welcher neben ihr lag, stieg aus und marschierte, ohne ihre Mutter noch eines Blickes zu würdigen, in Richtung Haus. Langsam öffnete sie die Eingangstür und trat ein. Sofort schlug ihr der Geruch von Farbe entgegen. Der Flur war weiß gestrichen und noch nicht eingerichtet, so wie der Rest des Hauses. Als Kylie die Tür hinter sich zuzog fuhr gerade der letzte Möbelwagen vor. Vom Flur aus konnte man in drei verschiedene Räume gehen, deren Türen geschlossen waren und an der linken Seite stand eine helle Holztreppe, für die Kylie sich kurzerhand entschied. Bei jedem Schritt knarzten die Stufen laut. Oben angekommen stand sie in einem weiteren Flur, der in einem hellen Gelb gestrichen war. Die Pinsel und der Farbeimer standen noch unter einem Fenster am Ende des Flures. Bei vier Räumen war die Tür verschlossen doch beim letzten Raum auf der linken Seite stand die Tür einen Spaltbreit offen. Als Kylie den Raum betrat, konnte man die Fussel durch die Luft fliegen sehen, die von der Sonne angestrahlt wurden. Die Wände in diesem Zimmer waren in einem zarten Hellgrün gestrichen und der Holzboden hatte noch ein paar Farbflecken, die nicht weggewaschen worden waren. Kylie trat zum Fenster und öffnete es. Von hier aus konnte sie über den ganzen See blicken. Von der Insel über den Wald bis zum Moorland. Kylie atmete tief durch die Nase ein. Das würde wohl jetzt ihr neues Zuhause sein. Ihr Blick fiel auf die Menschen vor dem Haus. Die Möbelpacker trugen die Möbel ins Haus, wobei Kylies Mutter genau darauf achtete, dass sie nicht auf den falschen Platz postiert wurden. Ihr Vater redete mit einem großen Mann, der ein Klemmbrett in der Hand hielt, wahrscheinlich der Chef des Ganzen. „Kylie?“, rief ihre Mutter plötzlich von unten. „Was ist?“, fragte sie genervt. „Dieses Zimmer, in dem du stehst, möchtest du, dass es dein Zimmer wird?“ „Ja. Ja das möchte ich“, antwortete Kylie. Sie wollte sich gar nicht erst die Mühe machen, die anderen Zimmer zu besichtigen. Dieses Zimmer war in ihrer Lieblingsfarbe gestrichen und besaß außerdem die wahrscheinlich beste Aussicht. Da ging auch schon die Tür auf und ein paar Männer stellten Kartons in ihrem Zimmer ab. Zwei fingen an, ihr neues Bett für sie aufzubauen, während die anderen ihre restlichen Sachen holten. Nach kurzer Zeit war sie wieder alleine. Langsam öffnete Kylie den ersten Karton und schaute hinein. Obenauf lag ein Foto. Der Bilderahmen war mit kleinen Katzenköpfen verziert. Das Foto war an ihrem 13. Geburtstag gemacht worden und darauf waren alle Menschen, die ihr wirklich wichtig waren. Den Bilderrahmen hatte sie von Lilly bekommen. Er war etwas Besonderes, weshalb nur besondere Fotos dort hinein durften. Als Kylies Handy vibrierte, klappte sie den Karton wieder zu. Es war eine Nachricht von Lilly: Und wie ist es da so? Gibt es wenigstens ein Kino und ein Einkaufszentrum in eurem Wohnort? Kylie musste leicht lächeln. Weder noch wir sind am A*** der Welt! schrieb sie zurück und schickte ihrer Freundin ein Bild des Sees. Da ging die Tür auf und Kylies Mutter streckte den Kopf herein. „Hey Mäuschen! Die Nachbarin hat uns zum Abendessen eingeladen. Mach dich bitte fertig und komm dann runter!“

    Wie sich herausstellte, war die Nachbarin eine alte Dame mit Kopftuch und einer Bauernschürze. Sie hatte viele Falten im Gesicht, doch ihre Augen strahlten eine lebhafte Lebendigkeit aus. Ihre Mutter und ihr Vater redeten viel mit ihr über den Umzug und die Arbeit, doch Kylie hörte nur mit halbem Ohr zu. Als jedoch ihr Name fiel, war ihre gesamte Aufmerksamkeit auf das Gespräch gerichtet, auch wenn sie dabei auf ihren halbleeren Nudelteller sah. „Für Kylie war der Umzug am schwersten. Sie musste alles zurücklassen, aber ich bin mir sicher, dass es ihr hier gefallen wird.“, sagte ihre Mutter. „Ab morgen wird sie auf ein Internat gehen und…“ Kylies Kopf schoss ruckartig in die Höhe und sie starrte ihre Mutter entsetzt an. „Was?“ Drei Augenpaare richteten sich auf sie, vier wenn man den Hund der Bäuerin mitzählte, der vor der Türe herumlag. „Ein Internat? Morgen? Ich hab gerade Sommerferien!“ Ihre Mutter blinzelte überrascht und schaute dann ihren Mann an. „Hast du es ihr nicht gesagt?“ Doch bevor er antworten konnte, sprang Kylie mit einer solchen Wucht auf, dass ihr Stuhl umkippte und brüllte ihre Eltern an: „Erst zwingt ihr mich dazu, hierher zu ziehen und alles zurückzulassen, was mir wichtig ist, dann schickt ihr mich auf ein Internat, damit ihr mich los werdet und jetzt habt ihr mich auch noch meiner Ferien beraubt! Ich hasse euch!“ Dann drehte sie sich um und stürzte aus dem Haus heraus. Ihre Wangen waren tränenüberströmt, als sie die verfallene Halbbrücke am Ufer des Sees erreichte. Die Sonne war bereits untergegangen, weshalb sich jetzt tausende kleiner Sterne auf der Wasseroberfläche spiegelten. Nach einer Weile hörte Kylie Schritte hinter sich. Sie hatte sich schon ein wenig abreagiert, war aber immer noch total wütend. „Kylie, es tut mir so furchtbar leid! Ich dachte, dein Vater hätte mit dir alles abgeklärt! Es ist nicht so, wie du denkst! Du wirst nur für zwei Monate dieses Internat besuchen, weil dein Vater und ich in der Zeit viel zu erledigen haben und wir nie zuhause sein werden. Du wärst ganz allein. Aber ich verspreche dir, danach wird alles so wie früher“, sagte ihre Mutter vorsichtig. „Wie weit ist das Internat von hier entfernt?“ unterbrach Kylie sie monoton, ohne auf die Entschuldigung ihrer Mutter einzugehen. „Etwa zwei Stunden.“ „Gut. Ich möchte nicht, dass einer von euch Morgen aufsteht, um mich dort hinzufahren. Ich werde meine Sachen packen und den Bus nehmen. Dafür werde ich morgen sehr früh aufstehen und in das nächstgelegene Dorf laufen. Wenn ich angekommen bin, werde ich nicht anrufen und ich möchte auch nicht, dass einer von euch es tut, um sich nach mir zu erkundigen! Ich werde mich melden, sobald ich dazu bereit bin. Kannst du mir das versprechen?“ Kylie drehte sich zu ihrer Mutter um und sah sie kalt an. Ihre Mutter erwiderte den Blick flehend. „Aber …“ „Ihr habt mir alles genommen. Da werdet ihr es wohl hoffentlich zustande bekommen, mir diesen kleinen Wunsch zu erfüllen!“ „Also gut, versprochen! Aber wir holen dich nach zwei Monaten vom Internat ab, ok?“ Kylie nickte nur und ging an ihrer Mutter vorbei ins Haus, um ihre Sachen für morgen zu packen. Es war wirklich das letzte Mal für zwei Monate, dass ihre Eltern sie gesehen hatten.

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    ((unli))((bold))2.Der Mondsee((ebold))((eunli)) Kylie lag in ihrem Bett und starrte Löcher in die Wand. Sie hatte sich nach dem Streit mit ihren Elte

    2.Der Mondsee

    Kylie lag in ihrem Bett und starrte Löcher in die Wand.
    Sie hatte sich nach dem Streit mit ihren Eltern in ihrem Zimmer eingeschlossen und war nicht mehr herausgekommen.
    Lustlos hatte Kylie das Nötigste in einen Koffer geworfen und ihn dann unters Bett geschoben, damit sie nicht drüber stolperte.
    Doch jetzt konnte sie nicht einschlafen. Immer und Immer wieder wurde ihr bewusst, was ihre Eltern ihr angetan hatten.
    Als Kylie auch noch die Tränen in die Augen stiegen, befreite sie sich von ihrer Bettdecke und beschloss nach draußen zu gehen um einen freien Kopf zu bekommen.
    Ihr Blick glitt aus dem Fenster zum See. Er schimmerte so einladend, dass sie schließlich ihre Badesachen unter ihre Klamotten anzog.
    Vorsichtig öffnete sie die Tür und lauschte.
    Aus dem Zimmer gegenüber konnte sie ihren Vater schnarchen hören. Leise schlich sie auf die Treppe zu. Als Kylie den Fuß auf die erste Treppenstufe setzte knarrte es laut. Erschrocken hielt sie inne und lauschte wieder, doch außer dem Schnarchen ihres Vaters war nichts zu hören.
    So ging das die ganze Treppe lang. Sie machte einen Schritt nach unten, es knarzte und sie horchte.
    Schließlich kam sie ohne besondere Zwischenfälle im unteren Flur an. Kylie atmete erleichtert auf.
    Sie öffnete die Haustür uns trat ins Freie. Die warme Nachtluft schlug ihr entgegen.
    Kylie lief los in Richtung See und ohne sich noch einmal umzusehen, ob einer ihrer Eltern sie verfolgte.
    Als sie den See erreichte, wand sie sich nach rechts und lief auf das Moorland zu. Aber anstatt die Hügel hochzulaufen hielt sie sich am Wasser.
    Kylie hätte gerne von den Hügeln aus die Aussicht genossen, doch irgendetwas hielt sie zurück. Sie schaute immer wieder auf den See und überlegte, ob sie überhaupt eine schöne Stelle finden würde an der sie schwimmen konnte.
    Irgendwie hatte sie das Gefühl beobachtet zu werden, was albern war, da in dieser Gegend sonst niemand mehr wohnte.
    Nach einer Weile erreichte Kylie einen Bach. Dunkel floss das Wasser dahin. Die Sterne die sich im Wasser spiegelten, sorgten dafür dass es aussah als würde sich eine kleine Leiter den Bach hochwinden.
    Kylies Neugier war geweckt. Woher kam der Bach, der wie die Milchstraße zu leuchten schien?
    Nach kurzem Zögern machte sie sich auf, dem Wasserlauf bis zu seiner Quelle nachzulaufen. Wie in Trance folgte sie dem Bach aus dem Wald hinaus und den Berg hinauf. Kylie lief immer weiter.
    Noch konnte man normal laufen doch schon bald musste sie anfangen zu klettern. In Kylies Ohren gurgelte der Bach und es hörte sich an als würde es mit jedem Schritt ein wenig lauter werden.
    Sie wusste nicht wie lange sie schon lief und es war ihr egal. Sie kam an eine Schlucht, die wie ein Loch aussah, mit steilen Hängen zu beiden Seiten, an denen Ginster und vertrocknete Farnbüschel wuchsen.
    Überall lagen Felsbrocken weshalb Kylie aufpassen musste das sie nicht hinfiel.
    Als sie schließlich am Ende des Tals angekommen war, versperrte ein kahler Steilhang Kylie den Weg.
    Kylie sah nach oben in den Himmel und seufzte: „Ich bin wirklich verrückt!“, bevor sie anfing sich aufwärts zu hangeln.
    Es fühlte sich an, als wäre die Quelle zu finden das Wichtigste was es auf der Welt gab.
    Sie konnte an nichts anderes mehr denken.
    Kylie kletterte das immer steiler werdende Gelände entlang bis der glitzernde Bach hinter einer Barriere aus Dornengestrüpp verschwand.
    Kylie blieb stehen und zögerte. Sie war sich sicher, dass das, was sie so magisch angezogen hatte, hinter dieser Barriere war.
    Wenn sie durch das Dornengestrüpp an der Seite des Baches weiterlaufen würde, würde sich Kylie die Haut zerfetzen.
    Schließlich sprang Kylie in den Bach, wild entschlossen unter der Barriere durch zu tauchen. Mit kräftigen Zügen schwamm sie gegen die Strömung an, bewegte sich aber kaum vorwärts.
    Schließlich rammte sie ihre Füße in den Kies des Baches und stemmte sich mit aller Kraft dagegen. Sie hielt die Luft an und tauchte mit dem Kopf unter.
    Mit einem Fuß fand sie Halt an einem großen Stein und stieß sich ab. Um sie herum rauschte das Wasser und Kylie streckte die Hände nach vorne aus um an irgendetwas Halt zu finden. Sie bekam eine Dornenrake zu fassen und ohne weiter darüber nach zu denken schloss sie die Hände darum und zog sich auf der anderen Seite über Wasser.
    Wie durch ein Wunder war die Strömung verschwunden.
    Gierig zog Kylie die Luft ein.
    Und da erreichte sie der Schmerz in ihrer Hand. Schnell zog sie sich ans Ufer und ließ die Dornenranke los.
    Erschöpft legte Kylie sich auf den Rücken und starrte in den Sternenhimmel. Ein paar Wolken verdeckten den Mond, den sie heute noch nicht zu Gesicht bekommen hatte.
    Als ihre Hand wie wild zu pochen begann, hielt Kylie sie sich vors Gesicht. Sie hatte die Hand zur Faust geballt, aus der rotes Blut bis zu ihren Handgelenken floss.
    Vorsichtig öffnete Kylie ihre Hand. Ihre gesamte Handfläche war von Dornen zerstochen. Stöhnend ließ sie ihre Hand wieder sinken und fragte sich warum um alles in der Welt sie so etwas getan hatte.
    Und da fiel es ihr wieder ein. Die Quelle!
    Vorsichtig setzte Kylie sich auf und sah sich um.
    Sie befand sich in einem kleinen Tal mit seichten Hängen, an denen moosbedeckte Felsbrocken verstreut waren. Nur am äußeren Ende erhob sich eine schroffe, zerklüftete Felswand, die mit Moos und Farn überwuchert war.
    Auf halber Höhe sprudelte eine Quelle aus einem Spalt und plätscherte in einen Teich in der Mitte der Senke.
    Am Rande führte ein kleiner Pfad steil nach oben und endete in Dornengestrüpp. Kylie hatte noch nie so einen wunderschönen Ort gesehen.
    Mit beiden Händen stützte sie sich ab und wollte sich hochstemmen, als sich ihre schmerzende Hand, die sie völlig vergessen hatte, wieder meldete.
    Kylie spürte wie eine Vertiefung im Boden ihr in die schmerzende Handfläche stach.
    Schnell zog sie die Hand weg. Die Vertiefung hatte sich jetzt komplett mit ihrem Blut gefüllt und Kylie zog überrascht die Luft ein als sie die Pfotenspur einer Katze erkannte.
    Aber bevor sich Kylie weiter Gedanken darüber machen konnte, leuchtete der Teich plötzlich blutrot auf.
    Sie hob den Kopf und sah in den Himmel, wo gerade ein roter Mond hinter den Wolken hervorgekommen war.
    Es war Vollmond und mit dem roten Schimmer wirkte er auf Kylie wie eine unbelegte Pizza. Es sah furchteinflößend und wunderschön zugleich aus.
    In der Mitte des Teiches war der runde Vollmond zu sehen der es aussehen ließ als sei der Teich voll Blut und nicht voll Wasser. In dem Blut schwammen um den Mond herum die Sterne.
    Langsam watete Kylie in den Teich hinein, auf das Spiegelbild des Mondes zu, bis sie schließlich darin stand. Sie hob wieder den Blick und sah auf die helle rote Scheibe, die direkt über ihr schwebte. Es war als wäre sie zwischen dem rotem Mond und seinem Spiegelbild gefangen.
    Plötzlich fing es an in Kylies Kopf zu kribbeln. Dieses Kribbeln breitete sich bald in ihrem ganzen Körper aus.
    Als sie den Blick wieder senkte hielt sie die Luft an. Um den Teich herum saßen Katzen, in deren Fell sich das Licht der Sterne zu spiegeln schien.
    Eine wunderschöne silbergraue Kätzin trat hervor. „Sei gegrüßt Kylie, wir haben dich erwartet. Mein Name ist Federschweif. Du bist aus einem bestimmten Grund hier. Es wird etwas schlimmes mit den Clans passieren, dass wir nicht verhindern können. Wir können ihnen nur so viel Unterstützung schicken wie sie brauchen und diese Unterstützung bist du. Aber bevor du ihnen helfen kannst, müssen sie dir helfen. Du musst das Geheimnis um deine Verwandlung lüften, nur durch dieses Wissen kannst du dafür sorgen, dass alles wieder zum Alten wird.
    Es ist deine Wahl in welchen Clan du gehst, aber ich bitte dich nach einem Freund von mir zu schauen. Sag ihm er soll sein Leben weiterleben und aufhören zu trauern. Ich bin mir sicher, dass du weißt wen ich meine, denn ich beobachte dich schon eine Weile.“
    Die Stimme der Kätzin war gegen Ende zu einem traurigen Flüstern geworden.
    Kylies Mund stand offen und ihr war gerade nach Schreien zumute.
    Okay, sie musste Träumen! Nur in Träumen gab es sprechende Katzen, oder?
    Wovon redete sie da überhaupt?
    Doch bevor sie noch mehr darüber nachdenken konnte sprach Federschweif weiter: „ Die Gabe, die dir zuteil wird Kylie, ist etwas ganz Besonderes! Du musst versprechen, dass du sie nicht missbrauchst und nur zum Wohle aller einsetzten wirst! Ich habe in dir ein gutes Herz gesehen und wusste sofort, dass du die Richtige bist. Versprichst du uns nicht zu enttäuschen?“
    Kylie starrte die Katze an. Ihre Gedanken rasten.
    Der Name Federschweif kam ihr bekannt vor, aber im Moment wollte ihr überhaupt nichts einfallen.
    Es war ja eh nur ein Traum, es war nur ein Traum!
    Aber vielleicht waren das ja Killerkatzen und sie würden sie, natürlich nur im Traum, umbringen, wenn sie ihnen nicht versprach gut mit der Was-Auch-Immer-Gabe zu sein. Deshalb nickte Kylie lahm, denn zu mehr war sie nicht imstande.
    Federschweifs Augen blitzen auf, wahrscheinlich vor Freude, bevor sie wieder zurück trat. Federschweif ging zu einem spitzen Stein und ritzte sich daran ihre Pfote auf, sodass diese blutete.
    Dann humpelte sie damit zu dem Pfotenabdruck, der mit Kylies Blut gefüllt war und drückte ihre Pfote hinein.
    Das Kribbeln in Kylies Körper verstärkte sich und wurde von Mal zu Mal unangenehmer.
    Alles begann sich um Kylie zu drehen, der Mond, Katzengesichter, Wasser und blutrotes Licht.
    Als sie das Gefühl hatte, ihre Haut werde ihr vom Leib gerissen, schrie sie entsetzt auf. Es tat nicht weh, es war nur sehr unangenehm. Kylie hatte das Gefühl, als würde sie in einer Waschmaschine stecken. Alles drehte sich, immer schneller und schneller bis ihr schließlich schwarz vor Augen wurde.


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    ((unli))((bold))3.Alles nur ein Traum?((ebold))((eunli)) Kylies Kopf summte so laut, als würde ein ganzer Schwarm Bienen um ihn herumfliegen. Sie ver

    3.Alles nur ein Traum?

    Kylies Kopf summte so laut, als würde ein ganzer Schwarm Bienen um ihn herumfliegen. Sie versuchte sich an irgendetwas zu erinnern, doch ihr Kopf war so leer wie ihr Magen.
    Langsam öffnete Kylie die Augen.
    Sie lag am Ufer eines Teiches. Wie war sie hier her gekommen?
    Kylie gähnte ausgiebig und streckte alle vier Pfoten genüsslich in der Wärme der aufgehenden Sonne.
    Moment Mal! Ihre vier Pfoten?
    Mit einem Satz war Kylie auf den Beinen oder besser gesagt Pfoten. Entsetzt starrte sie an sich herunter. Überall sah sie nur Fell, weiß-braunes Fell.
    Vorsichtig hob sie eine Pfote um sie genauer zu betrachten und verlor dabei das Gleichgewicht.
    Sie taumelte und fing sich am Rande des Sees wieder, bevor sie hineinfallen konnte. Dabei fiel ihr Blick auf ihr Spiegelbild und sie zog scharf die Luft ein. Ihr schaute eine weiß-braune Kätzin mit schönen grünen Augen entgegen.
    Das konnte nicht wahr sein! Sie musste träumen!
    Langsam wich Kylie vor dem Wasser zurück und spürte unter ihren Pfoten etwas Feuchtes und Klebriges. Blut!
    Da fiel ihr alles wieder ein. Der Streit mit ihren Eltern, ihre nächtliche Wanderung, die Katzen, die um den See herum gesessen hatten und Federschweif. Sie hatte doch von einer Verwandlung gesprochen, oder? Von einer Verwandlung und den Clans.
    Verwirrt ließ Kylie sich auf ihren Katzenhintern plumpsen und versuchte ihre Gedanken zu ordnen. Das war einfach zu viel des Guten. Sie musste es irgendwie schaffen wieder ein Mensch zu werden, sonst würden ihre Eltern… Ihre Eltern!
    Sie dachten Kylie wäre in diesem Internat und obwohl Kylies Mutter ihr versprochen hatte sich nicht bei ihr zu melden, wusste sie dass ihre Mutter sich nicht an dieses Versprechen halten würde. Und wenn sie das nicht tat, würde sie herausfinden, dass Kylie nicht im Internat angekommen war und vor Sorge bestimmt umkommen!
    Sie musste zu ihrer Mutter und versuchen alles zu erklären. Schnell rappelte Kylie sich auf und sah sich um.
    Sie könnte dem Pfad zu einer Öffnung folgen. Doch irgendwie hatte sie das Gefühl, sie würde hier schneller wegkommen, wenn sie auf demselben Weg ging, auf dem sie gekommen war.
    Langsam ließ sie sich ins Wasser gleiten und paddelte leicht auf die Dornenbarriere zu. Kylie spürte die warmen Strahlen der Morgensonne auf ihrem Rücken.
    Wie lange war sie bewusstlos gewesen? Nur von der Nacht bis zum Morgen oder waren schon Tage vergangen? Sie konnte es nicht sagen. Ein letztes Mal rang Kylie nach Luft und tauchte dann unter der Dornenbarriere durch. Sofort wurde sie von einer Strömung ergriffen und in den Fluss hinausgespült.
    Strampelnd versuchte sie an die Oberfläche zu kommen, um nach Luft zu schnappen. Doch der eisige Griff des Wassers setzte sich in ihrem Fell fest und zog sie noch weiter hinunter. Kylies Pfoten schrammten an Steinen entlang und rutschten über den Kiesboden.
    Der Sauerstoffmangel sorgte dafür, dass ihr wieder schwindelig wurde. Als sie von einer besonders starken Strömung auf den Grund des Flusses gedrückt wurde, stieß sie sich mit aller Kraft, die sie aufbringen konnte vom Boden ab und durchbrach schließlich mit dem Kopf die Wasseroberfläche.
    Gierig zog Kylie die Luft in ihre Lunge und strampelte weiter mit ihren Pfoten um über Wasser zu bleiben. Plötzlich streifte ihre rechte Pfote an einem Ast entlang, der ins Wasser hing. Reflexartig fuhr sie die Krallen aus.
    Das Wasser zerrte jedoch so heftig an ihr, dass sie sich nur mit Mühe halten konnte. Schließlich schaffte sie es, sich auch mit der anderen Pfote an dem Ast festzuklammern.
    Mit letzter Kraft hangelte sie sich daran in Richtung Ufer und bald darauf hatte sie wieder trockenen Boden unter den Füßen.
    Erschöpft ließ Kylie sich auf die Seite fallen. Sie hörte wie das Blut in ihren Ohren rauschte und atmete rasselnd ein.
    Die Strahlen der Sonne trockneten ihr Fell und schon bald war Kylie wieder in der Lage aufzustehen.
    Sie sah sich um und bemerkte, dass sie den See schon schimmern sehen konnte.
    Zum Glück war sie an der richtigen Seite des Flusses an Land geklettert, so dass sie das Wasser nicht noch einmal durchqueren musste.
    Kylie lief noch eine kurze Weile am Fluss entlang, bevor sie auf das offene Moorland rannte. Der Wind peitschte ihr nur so ins Gesicht, als sie über das Gras preschte.
    Panik machte sich in ihr breit, als sie sich ausmalte wie ihre Mutter reagieren würde, wenn sie ihr erklärte, dass ihre Tochter über Nacht zur Katze geworden war.
    Sofort verlangsamte Kylie ihre Schritte. Andererseits wäre eine zu Tode geschockte Mutter besser als eine mausetote Mutter.
    Eigentlich blieb ihr keine andere Wahl. Was sollte sie sonst tun? Im Wald leben und nur noch Mäuse essen?
    Nicht sehr praktisch, da Kylie ja eigentlich beschlossen hatte Vegetarierin zu sein. Inzwischen hatte sie das Ende des Moorlandes erreicht und stand an der verfallenen Halbbrücke, an der sie gestern Abend noch auf den See geschaut und geweint hatte.
    Sie war jetzt sogar der Meinung, dass es im Internat ganz schön sein konnte. Zumindest war es besser zwei Monate in einem Internat zu verbringen, als den Rest seines Lebens in einem Katzenkörper.
    Was war eigentlich mit ihrem menschlichen Körper passiert? Doch Kylie hatte keine Zeit mehr weiter darüber nachzudenken, denn inzwischen hatte sie ihr neues Zuhause erreicht und hörte Stimmen aus dem offenen Küchenfenster.
    Eindeutig ihre Eltern, die sich stritten.
    „Aber was ist, wenn sie nicht angekommen ist?“ fragte ihre Mutter gerade.
    „Wenn sie nicht angekommen wäre, hätte jemand aus dem Internat angerufen und sich nach ihr erkundigt. Schatz, wenn du jetzt anrufst wird sie uns wahrscheinlich nie wieder verzeihen. Mich hat ja alleine schon der Gedanke gestört sie in ein Internat zu stecken, aber wenn wir jetzt auch noch die Versprechen brechen, die wir ihr geben…“.
    Ihre Mutter seufzte hörbar.
    „Du hast ja recht, aber ich würde so gerne wissen wie es ihr geht und ob sie uns verzeihen kann!“
    Kylie holte noch einmal tief Luft und sprang dann auf die Fensterbank.
    Ihre Mutter und ihr Vater saßen zusammen am Frühstückstisch und aßen Brötchen.
    „Hey Mom, hey Dad“ fing sie an. „ Ich weiß, dass ist jetzt ein bisschen verrückt, ich meine eine sprechende Katze sieht man auch nicht alle Tage. Aber ich bin auch nicht irgendeine sprechende Katze sondern Kylie, eure Tochter.“
    Angespannt wartete Kylie ob jemand in Ohnmacht fallen würde, doch stattdessen stand ihr Vater auf und ging mit einem Lächeln auf Kylie zu.
    „Na, du süßes Kätzchen, hast du kein Zuhause?“ fragte er mit zuckersüßer Stimme.
    „Ähm, Dad ICH bin es doch!“
    „Willst du etwas Milch oder ein bisschen Wurst haben?“
    Entgeistert starrte Kylie ihren Vater an, der leicht gebückt vor ihr stand um mit ihr auf Augenhöhe zu sein.
    „Schatz, gib der Katze bloß nichts zum Fressen, sonst kommt sie wieder und wer weiß wie viele Flöhe ihr im Fell sitzen!“, rief ihre Mutter. Seufzend erhob sich ihr Vater wieder und sah sie mitleidig an.
    „Tja du hast es gehört. Die Chefin hat gesprochen. Es tut mir wirklich leid, aber vielleicht kann ich dir bis zu unserer nächsten Begegnung etwas Schinken aufheben.“ Er zwinkerte ihr zu, strich ihr kurz über den Kopf und schloss dann das Fenster vor ihrer Nase.
    Perplex beobachtete Kylie wie ihre Eltern den Küchentisch aufräumten, sich fertig machten und dann zur Arbeit fuhren.
    Erst nachdem sie das Brummen des Motors nicht mehr hören konnte, war sie wieder einigermaßen in der Lage klar zu denken und sprang von der Fensterbank.
    Hatten ihre Eltern nicht zugehört? Oder noch schlimmer, konnten sie überhaupt etwas anderes als ein Miau verstehen? Darüber hatte Kylie bis jetzt noch gar nicht nachgedacht.
    Wenn sie ihren Eltern nicht sagen konnte was mit ihr passiert war, dann würden sie erst spätestens in zwei Monaten herausfinden, dass sie das Internat nie erreicht hatte und dann würde ihre Mutter bestimmt einen Herzinfarkt bekommen und sie konnte es nicht einmal verhindern.
    Außer sie fand innerhalb der zwei Monate heraus, wie sie sich zurückverwandeln konnte. Dann gab es noch die Möglichkeit, die ihr am besten gefiel: Alles war nur ein Traum!
    Kylie schlug wieder den Weg zur verfallenen Halbbrücke ein und ließ sich auf die übriggebliebenen Holzbalken sinken.
    Sie legte sich hin und schloss die Augen, in der Hoffnung, wenn sie sie wieder öffnete alles wie zuvor war.
    Kylie atmete tief ein und wieder aus und versuchte einzuschlafen.
    Sie konzentrierte sich auf das Rauschen des Windes und das leise Plätschern des Wassers, welches ihr lauter als normalerweise vorkam. Plötzlich viel ihr auf das alles lauter war.
    Kylie setzte sich kerzengerade hin und spitzte die Ohren.
    Sie konnte das Rascheln von Mäusen hören, die nach etwas zum Essen suchten, das Bellen vom Hund ihrer Nachbarin, das Zwitschern der Vögel und das Summen der Insekten die überall herumflogen. Alles klang lauter als sonst. Das war noch nicht alles.
    Sie konnte weiter und schärfer sehen. Ihr stachen Kleinigkeiten ins Auge, auf die sie früher nie geachtet hätte.
    Kylie konnte den See riechen, sie roch den Gestank des Autos, mit dem ihre Eltern vor ein paar Minuten weggefahren waren und die frisch gewaschene Wäsche, die die Bäuerin gerade auf eine Wäscheleine hängte.
    Sie konnte die Splitter des morschen Holzes unter ihren Pfoten spüren und wie es ihr in die sanften Ballen stach.
    Langsam erhob Kylie sich. Plötzlich überkam sie das Verlangen an allem zu riechen was ihren Weg kreuzte, alles zu fühlen, zu hören und genau anzusehen.
    Sie lief wieder auf das Moorland, warf sich in ein Moosbüschel und wälzte sich darin herum. Dann lief sie am Rand des Sees entlang und sah auf die andere Seite hinüber, wollte jede Kleinigkeit genau ins Auge fassen.
    Kylie war so begeistert über ihre geschärften Sinne, dass sie die vier Katzen die auf sie zu schlichen erst bemerkte, als diese direkt hinter ihr standen.
    Erschrocken und verängstig kauerte sie sich auf den Boden und sah jeden der Reihe nach an. Sie waren nicht sehr groß und wirkten auch nicht gerade freundlich.
    Ein schlanker dunkelgrauer Kater trat vor und musterte sie aus blauen Augen.
    „Was hast du hier zu suchen? Das ist unser Territorium!“
    Obwohl sie diesem Kater noch nie zuvor begegnet war, konnte sie ihm sofort einen Namen zuordnen. Krähenfeder, ihre Lieblingskatze aus Warrior Cats.

    7
    ((bold))((unli))4.Der WindClan((ebold))((eunli)) Kylie wurde von den vier Katzen über das Moorland geführt. Sie war eigentlich schon immer gut im im

    4.Der WindClan

    Kylie wurde von den vier Katzen über das Moorland geführt.
    Sie war eigentlich schon immer gut im improvisieren gewesen, weshalb ihr auch sofort eine Antwort auf Krähenfeder ´s Frage eingefallen war. Sie hatte ihm erzählt, dass sie gekommen war um sich dem Wind Clan anzuschließen und gerne mit dem Anführer sprechen würde.
    Krähenfeder hatte sie misstrauisch angeschaut aber kein weiteres Wort gesagt.
    Nun waren sie auf dem Weg ins Wind Clan Lager.
    Vorne weg lief Krähenfeder. Neben ihm trabte eine schwarze Kätzin, die er, soweit Kylie sich erinnern konnte, vorhin mit Nachtwolke angeredet hatte.
    Ständig versuchte sie ihn in ein Gespräch zu verwickeln, doch er antwortete immer nur knapp, wenn überhaupt.
    Kylie konnte an der Art wie sie ihn anschaute und mit ihm redete genau erkennen, das sie total auf ihn stand.
    Aber genauso gut konnte man erkennen, dass er nicht an ihr interessiert war.
    Schließlich stand in den Büchern auch, dass er mit Blattsee zusammenkommen würde und erst danach mit dieser Nachtwolke.
    Kylie hatte sie schon vom ersten Moment an nicht leiden können.
    Rechts von ihr lief ein großer getigerter Kater und links von ihr ein kleinerer hellbraun getigerter Kater. Der Kleine warf ihr immer wieder neugierige Blicke zu, während der große Kater sie ignorierte.
    Keiner sagte ein Wort.
    Sie liefen nun einen kleinen Hügel hoch.
    Oben angekommen konnte sie eine Kuhle ausmachen, die von Steinen, Sträuchern und Büschen geschützt wurde.
    Ein fremder Geruch schlug ihr entgegen und sie konnte vereinzelt ein leises Miauen hören. Krähenfeder führte sie den Hügel hinab und in die Kuhle hinein.
    Sie krabbelten unter einem Busch hindurch und blieben in der Mitte der Kuhle stehen. Krähenfeder drehte sich zu ihr um und sagte: „ Warte hier, ich werde Kurzstern holen.“
    Mit diesen Worten verschwand er, gefolgt von Nachtwolke, unter einem kleinen Baum, der von Büschen umringt wurde.
    Direkt daneben stand ein Stein, wahrscheinlich hielt der Anführer darauf seine Reden. Neugierig sah Kylie sich weiter um.
    Am Rand der Kuhle sah sie zwei Katzen, die sich gegenseitig abschleckten. In den Büchern wurde das glaube ich Zunge geben genannt, überlegte sie. Sie hörten nun aber damit auf und beobachteten Kylie.
    Schnell wand sie wieder den Blick ab.
    Aus einem der Büsche funkelte ihr ein Augenpaar entgegen. Wie sich herausstellte gehörten die Augen zu einer kleinen weißen Kätzin, die aus dem Busch hervortrat und sie neugierig musterte.
    Ihr Bauch war dick, was bedeuten konnte, dass sie zu viel aß oder dass sie Junge erwartete.
    Kylie glaubte eher letzteres.
    Denn alle Katzen hier wirkten ziemlich schlank.
    In dem Moment kam Krähenfeder wieder, mit Nachtwolke im Schlepptau.
    „Ich soll dich zu ihm bringen“, sagte er knapp, drehte sich dann wieder um und marschierte ein zweites Mal auf den Baum zu.
    Langsam folgte Kylie ihm und versuchte die neugierigen Blicke die sich in ihren Pelz brannten zu ignorieren.
    Sie duckte sich leicht unter dem Baum hindurch und stand dann in einem kleinen Hohlraum. Über ihr breitete der kleine Baum seine Zweige aus durch die nur vereinzelte Lichtstrahlen vielen.
    Kylie musste blinzeln um sich an die plötzliche Dunkelheit zu gewöhnen.
    Auf einem kleinen Haufen Moos saß ein braun gescheckter Kater, höchstwahrscheinlich Kurzstern.
    Eine Weile sahen sie sich schweigend an und musterten einander.
    Dann neigte Kylie höflich den Kopf. Kurzstern nickte kurz und wand sich dann an Krähenfeder.
    „Du kannst uns nun alleine lassen.“
    Krähenfeder warf einen letzten abschätzigen Blick auf Kylie und verschwand dann nach draußen.
    Warum war er noch einmal meine Lieblingskatze gewesen?, dachte Kylie.
    „Setz dich doch!“, ertönte die freundliche Stimme von Kurzstern.
    Sie warf ihm einen dankbaren Blick zu und setzte sich ihm gegenüber.
    Er war der Erste, seit ihrer Verwandlung, der nett zu ihr gewesen war. Naja, ihr Vater hatte ihr Milch angeboten, was in gewisser Weise auch nett war, aber Kylie zählte das nicht dazu. Andererseits war sie seitdem auch noch nicht sehr vielen Leuten, besser gesagt, Katzen begegnet.
    „Du möchtest dich uns also anschließen?“ fragte Kurzstern. Kylie nickte langsam.
    Sie hatte sich auf dem Weg hierher überlegt was sie sagen sollte.
    „Wie kommt es also, dass du von uns weißt?“ Auf diese Frage war sie vorbereitet gewesen.
    „Meine Freundin Lilly hat mir von euch erzählt.“ Das war sogar die Wahrheit.
    „Ich komme von sehr weit her, aus einem Ort namens Marasland“, das entsprach auch noch der Wahrheit.
    „Dort habe ich als Hauskätzchen bei einem sehr netten Mann und einer sehr netten Frau gelebt. Lilly war die Nachbarskatze und sie hat mir von den Clans erzählt. Ihr Urgroßvater war angeblich Krieger im Wind Clan. Da bin ich neugierig geworden und habe mich auf die Suche nach euch begeben, um zu schauen wie ihr lebt.“ Das entsprach zumindest zum Teil der Wahrheit.
    Nachdenklich sah er sie an.
    „Wenn du dich bemühst unsere Gesetze und...“
    „Das werde ich!“ viel Kylie ihm ins Wort. „Ich werde mein Bestes geben!“
    „Nun ja, ich wüsste nicht, warum ich es dir verbieten sollte ein Mitglied unseres Clans zu werden. Wir können einen weiteren Krieger gut gebrauchen. Aber eine Frage hätte ich noch. Wie hast du uns gefunden?“
    Kylie zögerte. Was sollte sie darauf antworten?
    „Der Sternen Clan hat mir den Weg gezeigt“, sagte sie schließlich.
    Kurzstern machte große Augen.
    „Der Sternen Clan hat mit dir gesprochen!“
    „Ja. Die Kätzin mit der ich geredet habe hieß Federschweif.“
    Eine Weile herrschte unangenehmes Schweigen.
    Dann sagte Kurzstern: „ Ich werde einen Mentor für dich aussuchen, der dich unterrichtet und in alles einweist. In einem Mond werden wir sehen, wie du dich anstellst und wenn du bereit bist, wirst du dann deinen Kriegernamen erhalten. Solange ich überlege, soll Krähenfeder dir deinen Schlafplatz und den Rest des Lagers zeigen. Bevor du gehst würde ich aber gerne noch erfahren wie du heißt.“
    Kylie erstarrte. Das war das Einzige worüber sie sich noch keine Gedanken gemacht hatte. Plötzlich sah sie vor ihrem inneren Auge wieder den blutroten Mond vor sich.
    „Ehm, ich heiße Mond“, sagte sie.
    „ Willkommen im Wind Clan, Mond.“
    Kylie neigte den Kopf, machte kehrt und schlüpfte aus dem Anführerbau hinaus.
    Nachdem sich ihre Augen wieder an das helle Licht gewöhnt hatten, suchte sie die Senke nach Krähenfeder ab.
    Er unterhielt sich am anderen Ende des Lagers gerade mit einer grauen Kätzin.
    Als Kylie auf ihn zu ging spürte sie wieder die Blicke der anderen auf sich. Sie stachen ihr wie heiße Nadeln in den Pelz.
    Kurz bevor sie ihn erreicht hatte, drehte er den Kopf zu ihr und musterte sie von oben bis unten.
    Die graue Kätzin stand auf und sagte: „Hallo, mein Name ist Aschenfuß. Ich bin die zweite Anführerin des Wind Clans. Darf ich annehmen, dass wir nun ein neues Clan Mitglied haben?“
    „Ja, so ist es. Mein Name ist Mond. Kurzstern hat mir gesagt ich soll zu Krähenfeder gehen, damit er mir das Lager zeigt.“
    „Wenn das so ist, dann hole ich mir jetzt erst einmal ein Kaninchen. Mein Magen knurrt lauter als ein Grizzlybär.“
    Aschenfuß fuhr Krähenfeder mit der Zunge über die Stirn und ging dann zu einem kleinen Haufen toter Tiere, wahrscheinlich der Frischbeute Haufen, wo sie sich ein Kaninchen runternahm und sich damit an ein sonniges Plätzchen setzte, wovon es hier ja genügend gab.
    Kylie blickte ihr nach und fragte dann neugierig: „ Ist das deine Gefährtin?“
    Sie wusste zwar, dass das im Buch nie erwähnt wurde, aber andererseits stand da auch nirgendwo etwas von einer Katze namens Mond, die eigentlich ein Mensch war.
    Entsetzt riss Krähenfeder die Augen auf und starrte Kylie an. „Das war meine Mutter!“ Wenn Katzen rot werden könnten, sähe Kylie jetzt wahrscheinlich aus wie eine Tomate. Stattdessen fühlte sie wie ihr Pelz heiß wurde und anfing zu kribbeln.
    „O mein Gott! Das wusste ich nicht, tut mir Leid!“
    Verwirrt sah Krähenfeder sie an. „O mein Gott?“
    Mist! Die Clan Katzen kennen ja gar keinen Gott!
    „Ehm, was ist jetzt, zeigst du mir das Lager?“, fragte sie schnell um das Thema zu wechseln.
    Er musterte sie durch zusammengekniffene Augen, erhob sich aber schließlich.
    Als erstes zeigte er ihr den Kriegerbau. Dieser befand sich unter einem größeren Busch.
    Der Schülerbau, in dem Kylie die Nächte verbringen sollte, war gut mit Gras und Zweigen geschützt und sah recht gemütlich aus.
    Außer ihr schliefen da noch Eulenpfote und Rennpfote.
    Nebeneinander und geschützt unter Büschen befinden sich Heilerbau, Kinderstube und Ältestenbau.
    Die Kinderstube war leer und der Heiler, Rindengesicht, war nicht da.
    Im Ältestenbau trafen sie auf eine schildpattfarbene Kätzin namens Morgenblüte und auf einen cremefarben-braun gestreiften Kater namens Haferbart.
    Die beiden schienen sich zu freuen, dass der Wind Clan endlich wieder Nachschub an jungen Kriegern bekam.
    Morgenblüte fing jedoch an abzuschweifen und Geschichten aus ihrer Kindheit zu erzählen, während Krähenfeder, sichtlich genervt versuchte einen Grund zu finden warum sie wieder gehen mussten.
    Kylie störte es nicht der alten Kätzin zuzuhören. Sie selbst hatte ihre Großeltern nie kennengelernt und sich immer einen Oma oder einen Opa zum Geschichtenerzählen gewünscht.
    Ihr gingen eher Krähenfeders Kommentare auf die Nerven.
    Gerade als sie ihn anfahren wollte doch Mal die Schnauze zu halten hörte sie Kurzsterns Stimme durch das Lager hallen: „Alle Katzen, die alt genug sind, ihre eigene Frischbeute zu fangen, versammeln sich bitte unter dem Stein!“
    „Er hat wohl einen Mentor für dich gefunden“, vermutete Krähenfeder.
    Alle vier begaben sich auf den Weg nach draußen, wo sich die anderen Katzen schon zum Großteil versammelt hatten.
    „Wie ihr sicher schon bemerkt habt, gibt es eine neue Katze hier im Wind Clan. Ihr Name ist Mond und sie ist den weiten Weg von Marsland hergekommen um sich unserem Clan anzuschließen.“
    Marasland, aber nah dran, dachte Kylie, sagte aber nichts.
    „Da sie schon zu alt für eine Schülerzeremonie ist werden wir darauf verzichten. Ihr wird ein Mentor zur Seite gestellt, jedoch bekommt sie, wenn sie sich sehr bemüht, schon nach einem Mond ihren Kriegernamen .“
    Krähenfeder beugte sich zu Kylie rüber und murmelte: „ Auch wenn das keine richtige Zeremonie ist, musst du zu deinem Mentor gehen und ihr müsst euch an der Nase berühren.“
    Kylie nickte leicht um zu zeigen, dass sie ihn verstanden hatte.
    „Also gut, dein Mentor für den nächsten Mond wird Krähenfeder sein. Ich hatte dir ja versprochen, dass du als nächstes einen Schüler bekommst.“
    Krähenfeder war anzusehen, dass er das überhaupt nicht erwartet hatte.
    Er starrte seinen Anführer mit großen Augen an, gab sich dann aber einen Ruck und wandte sich an Kylie.
    Sie zögerte, berührte dann kurz seine Nase und blickte wieder zu Kurzstern.
    „Willkommen im Wind Clan Mond!“
    Die anderen Katzen stimmten ein und hießen sie Willkommen.
    Ab und zu spürte sie einen freundschaftlichen Stups an der Schulter, aber das nahm sie nur am Rande wahr.
    Krähenfeder, ihr Mentor? Na, das konnte ja lustig werden!

    8
    ((bold))((unli))5.Krähenfeder((ebold))((eunli)) Die Sonne schien durch die Zweige des Schülerbaus. Kylie lag zusammengerollt in einem Mooshaufen und
    5.Krähenfeder

    Die Sonne schien durch die Zweige des Schülerbaus.
    Kylie lag zusammengerollt in einem Mooshaufen und versuchte ihren knurrenden Magen zu überhören.
    Seit dem Abendessen mit der Bäuerin hatte sie nichts mehr gegessen.
    Den restlichen gestrigen Tag hatte sie einen Bogen um den Frischbeutehaufen gemacht.
    Sie konnte sich einfach nicht mit dem Gedanken anfreunden arme kleine Tiere zu essen und erst recht nicht roh!
    Lieber lief sie solange mit einem knurrenden Magen durch die Gegend, bis sie einen leckeren Beerenstrauch oder so etwas gefunden hatte.
    Plötzlich wurde sie von einer weißen Pfote an gestupst. „Mond, wenn das dein Magen ist solltest du dringend Mal etwas essen!“, sagte Rennpfote, der rotbraune Kater, der neben ihr schlief.
    Krähenfeder sagte ihr gestern, sie hätte den Rest des Tages frei und ließ sie dann einfach stehen. Da war Rennpfote zu ihr gekommen und hatte angeboten ihr zu helfen ihren Schlafplatz einzurichten.
    Dankbar hatte Kylie das Angebot angenommen. Rennpfote war wirklich nett.
    Sie war die restliche Zeit bei ihm geblieben und hatte ihm geholfen Schüleraufgaben zu erledigen, auch wenn sie frei gehabt hätte.
    Kylie hätte es nicht ertragen können einfach nur rumzusitzen und wieder über all das nachdenken zu müssen was passiert war.
    „Nein, das war nicht mein Magen. Nur ein Albtraum in dem ich angegriffen wurde, aber lieb das du dich um mich sorgst!“, erwiderte Kylie.
    Sie konnte ihm seine Zweifel ansehen, aber ihm blieb nichts anderes übrig als ihr zu glauben.
    Er seufzte kurz und streckte sich dann ausgiebig.
    „Ich bin für die Morgenpatrouille eingeteilt und muss jetzt los. Du hast heute auch einen anstrengenden Tag vor dir. Krähenfeder will dir das Territorium zeigen, aber danach können wir vielleicht etwas zusammen unternehmen“, schlug Rennpfote vor.
    „Klingt gut“, schnurrte Kylie. Überrascht hielt sie inne. Hatte sie gerade geschnurrt?
    Das hatte sich gut angefühlt, weshalb sie es gleich noch einmal machte.
    Belustigt beobachtete Rennpfote sie. Verlegen sah Kylie auf den Boden.
    „Wolltest du nicht zur Morgenpatrouille?“, fragte sie.
    „Stimmt. Na, dann bis nachher!“
    Mit diesen Worten sprang er aus dem Schülerbau.
    Kylie sah sich kurz um und bemerkte, dass Eulenpfote noch schlief.
    Sie ging ebenfalls aus dem Bau heraus um ihn nicht zu wecken.
    Als sie aus dem Bau hinaustrat, konnte sie gerade noch sehen wie Rennpfote mit seinem Mentor Spinnenfuß und der zweiten Anführerin die Kuhle verließen.
    Kylie streckte sich ausgiebig und hielt dann nach Krähenfeder Ausschau.
    Er war noch nicht da, also nahm sie an, dass er schlief.
    Das war gut, denn dann konnte Kylie anfangen etwas über ihre Verwandlung herauszufinden und wie man diese wieder rückgängig macht.
    Als erstes wollte sie zu Rindengesicht, dem Heiler, und ihn etwas über den SternenClan fragen.
    Mit hocherhobenem Schwanz machte sie sich auf den Weg zu seinem Bau, als sie eine, inzwischen vertraute, Stimme hinter sich hörte.
    „Wo willst du denn hin?“, fragte Krähenfeder.
    Enttäuscht lies Kylie den Schwanz hängen und warf noch einen letzten Blick in Richtung Heilerbau, bevor sie sich zu ihm umdrehte.
    „Hast du schon etwas gegessen?“, fragte er sie. „Ich möchte dir jetzt nämlich die Grenzen unseres Territoriums zeigen.“
    „Meinetwegen können wir los“, erwiderte Kylie und gab damit keine direkte Antwort auf seine Frage.
    Sie würde jetzt ganz bestimmt kein totes Kaninchen essen!
    Er führte sie aus dem Lager hinaus und dann auf die Stelle zu, an der sie sich gestern zum ersten Mal begegnet waren.
    „Hast du schon Mal etwas vom Gesetz der Krieger gehört?“ fragte er plötzlich.
    Kylie wollte gerade mit Ja antworten als ihr einfiel, dass sie ja angeblich nur ein gewöhnliches Hauskätzchen gewesen war und somit nichts vom Gesetz der Krieger wissen konnte.
    Deshalb schüttelte sie den Kopf.
    „Das Gesetz der Krieger sind fünfzehn Regeln, die von allen Clan-Katzen befolgt werden müssen. Diese Regeln werden jeder Katze von dem Augenblick ihrer Geburt an beigebracht. Es heißt, dass kein Schaden über den Wald kommen wird, solange die Clans das Gesetz der Krieger befolgen. Ein Regelbruch wird bestraft, die Strafe kann bis hin zur Verbannung reichen. Jedoch kommt es immer auf die jeweilige Regel an. Natürlich gibt es auch immer einige Ausnahmen. Das erste Gesetz lautet Verteidige deinen Clan, selbst wenn es dein Leben kostet. Du darfst dich mit Katzen anderer Clans anfreunden, aber deine Loyalität gilt stets deinem eigenen Clan.“
    Sie hatten nun die verfallene Holzbrücke erreicht. Krähenfeder blieb stehen.
    „Der Donnerweg, den du hier siehst, ist die Grenze zwischen dem Fluss Clan und dem Wind Clan. Hier endet unser Territorium.
    Dann hab` ich also die ganze Zeit über im Territorium des Fluss Clan gelebt, überlegte Kylie.
    Krähenfeder drehte um und lief in die entgegengesetzte Richtung. Kylie warf noch einen Blick zurück auf ihr Haus, das sie von hier aus sehen konnte.
    Was ihre Eltern wohl gerade machten?
    In dem Moment öffnete sich die Haustür und ihre Mutter kam heraus.
    Sofort versteifte Kylie sich.
    Ihre Mutter trug eine rote Bluse und Jeans und unter dem Arm hatte sie einen Korb über dem ein Tuch lag.
    Sie lief damit auf das Haus der alten Dame zu, wahrscheinlich brachte sie ihr frische Brötchen. Kylie musste schlucken.
    Unendliche Trauer machte sich in ihr breit.
    Was, wenn sie es nicht schaffen würde sich zurück zu verwandeln? Was, wenn ihre Mutter sie nie wieder sehen würde? Es würde ihr das Herz brechen.
    Das werde ich nicht zulassen! Ich werde alles tun um wieder ein Mensch zu werden!, dachte sie entschlossen.
    Kylie wirbelte herum um Krähenfeder hinterherzugehen und erstarrte.
    Er stand eine Schwanzlänge von ihr entfernt und beobachtete sie wachsam.
    Hatte er bemerkt wie sie ihre Mutter angestarrt hatte? Dachte er sie konnte keine loyale Wind Clan Katze werden, weil sie ihrem Hauskätzchen Leben nachtrauerte?
    Eigentlich konnte es ihr egal sein was er dachte, aber das war es nicht.
    Sie straffte sich und machte sich auf eine komische Bemerkung gefasst, doch stattdessen fragte er nur: „Können wir?“ Kylie nickte.
    Seite an Seite liefen sie über das Moorland in Richtung des Baches, der zum Mondsee führte. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach.
    Doch plötzlich fing Kylies Magen wieder an zu knurren.
    Krähenfeder machte einen Satz nach vorne, wirbelte herum und suchte mit den Augen nach einem möglichen Angreifer.
    Kylie konnte sich ein leises Lachen gerade noch verkneifen. Seine klaren blauen Augen hefteten sich auf sie und musterten sie, wie schon so oft in letzter Zeit.
    „Warst du das?“
    „Tut mir Leid, das war mein Magen“, erwiderte Kylie kleinlaut.
    Er blinzelte überrascht.
    „Wir sind gleich am Bach, da können wir etwas jagen“, sagte er und lief weiter.
    Alles nur das nicht!, dachte Kylie entsetzt.
    Als sie beim Bach angekommen waren erklärte er: „Das ist die Grenze zum Donner Clan Territorium. Man darf die Grenzen nicht überschreiten, es sei denn man ist auf dem Weg zur großen Versammlung, zum Mondsee, es gibt einen Notfall oder man hat irgendetwas sehr Wichtiges zu überbringen.“
    Er sah sich um.
    „Gut, mal schauen ob wir hier ein bisschen Beute machen können. Sieh` gut zu und lerne.“ Krähenfeder kauerte sich auf den Boden und schlich sich mit gespitzten Ohren vorwärts. Kylie beobachtete, wie er an einem Strauch vorbeischlich.
    Als sie jedoch den Strauch genauer betrachtete galt ihre Aufmerksamkeit nicht länger ihrem Mentor.
    Die leuchtend roten Beeren an diesem Strauch ließen ihr das Wasser im Mund zusammen laufen.
    Sie trat darauf zu und ihr Magen grummelte erneut.
    Kylie schnupperte an einer Beere.
    Sie rochen nicht gerade köstlich, aber vielleicht schmeckten sie ja himmlisch. So sahen sie zumindest aus.
    Langsam streckte sie den Kopf nach vorne und öffnete den Mund um vorsichtig eine Beere vom Strauch zu pflücken.
    Plötzlich wurde sie jedoch so hart von dem Strauch weggestoßen, dass sie auf dem Boden aufschlug, einen aufgebrachten Krähenfeder über sich.
    Erst dachte Kylie er sei so wütend, weil sie nicht aufgepasst hatte, doch dann fuhr er sie an: „ Sag Mal bist du blind! Das sind Todesbeeren, Mäusehirn! Isst du auch nur eine davon bist du innerhalb weniger Minuten tot!“
    Geschockt sah sie in seine wütend funkelnden Augen und für einen Moment glaubte sie auch etwas wie Erleichterung zu sehen.
    Krähenfeder ließ sie wieder los. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass er sie mit seinen Krallen an den Boden genagelt hatte.
    Kylie erhob sich auf ihre Pfoten. Ihre Beine zitterten noch leicht von dem Schock den sie gerade erlitten hatte.
    Krähenfeder musste die leichte Panik in ihrem Blick bemerkt haben, denn er sprach jetzt wesentlich ruhiger mit ihr.
    „ Tut mir leid, dass ich dich umgehauen habe, aber für einen Moment habe ich geglaubt du hättest diese Beere schon gegessen.“
    Unfähig irgendetwas zu sagen nickte sie nur stumm.
    Krähenfeder schob ihr eine Maus hin, die er wahrscheinlich gefangen hatte, als sie gerade dabei gewesen war Selbstmord zu begehen.
    Kylie spürte zwei Sachen, als sie die Maus erblickte.
    Als erstes merkte sie wie ihr Magen wieder anfing zu knurren und diesmal tat es schon fast weh. Und zweitens spürte sie wie ihr die Galle hochkam.
    Sie sah von der Maus zu Krähenfeder und wieder zurück.
    „Ich hatte schon etwas. Du kannst sie ruhig essen“, ermutigte er sie.
    „Ich soll diese Maus essen?“ fragte Kylie geschockt.
    Er starrte sie verdattert an.
    Dann erwiderte er trocken: „Nein, du sollst ihr beibringen zu fliegen.“
    Kylie schluckte und plapperte in ihrer Panik einfach drauf los.
    „Das geht nicht. Ich bin Vegetarier!“
    „Du bist was?“
    „Vegetarier. Ich esse eigentlich keine Mäuse. Dafür aber umso lieber Nudeln und Pizza! Außerdem hatte diese Maus bestimmt Familie, die sie jetzt nie wieder sieht!“, rief Kylie verzweifelt.
    Eine Welle des Mitgefühls für die kleine Maus überrollte sie.
    Krähenfeder starrte sie an, als hätte sie ihm gerade offenbart einen Bären zu heiraten und Kylie wünschte sich am liebsten im Boden zu versinken.

    9
    ((bold))((unli))6.Jede Menge Fragen...((ebold))((eunli)) Nach diesem peinlichen Ereignis waren sie schweigend zurück zum Lager gegangen und Kylie hat
    6.Jede Menge Fragen...

    Nach diesem peinlichen Ereignis waren sie schweigend zurück zum Lager gegangen und Kylie hatte den Rest des Tages wieder frei bekommen.
    Nun lag sie im Schülerbau, den Schwanz über die Augen gelegt und verwünschte jedes dumme Wort, das ihr aus dem Mund gesprungen war.
    Krähenfeder hielt sie jetzt wahrscheinlich für krank oder total verrückt.
    Sie lag da und verwünschte alles vom Umzug bis zu ihrer Verwandlung.
    Konnte denn nicht einmal etwas gut gehen?
    Jedoch sprang sie nach einer Weile wieder auf die Füße und ermahnte sich nicht in Selbstmitleid zu ertrinken.
    Nun galt es herauszufinden wie sie sich wieder zurückverwandeln konnte.
    Kylie schlüpfte aus dem Bau und machte sich ein zweites Mal an diesem Tag auf den Weg zum Heilerbau.
    Als sie ihn gerade betreten wollte, kam ihr Rindengesicht schon entgegen.
    „Ah, hallo Mond. Ich wollte gerade auf Kräutersuche gehen. Was kann ich für dich tun?“ Kylie überlegte kurz und fragte dann: „ Ich habe den Rest des Tages frei. Darf ich dir helfen Kräuter zu suchen?“
    „Ich freue mich über jede helfende Pfote“, erwiderte er schnurrend.
    Er lief an ihr vorbei und bedeutete ihr mit dem Schwanz ihm zu folgen.
    Als sie über das offene Moor liefen, hielt Kylie sich immer ein Stück hinter dem Heiler.
    „Ich bezweifle, dass du mir aus reiner Gutmütigkeit helfen möchtest Kräuter zu sammeln, Mond. Also, was liegt dir auf dem Herzen?“, brach Rindengesicht das Schweigen, als sie den Bach erreichten der zum Mondsee führte.
    „Ich bin ziemlich neugierig und hätte auf ein paar meiner Fragen gerne eine Antwort“, sagte Kylie vorsichtig.
    „Aha. Und wieso fragst du nicht deinen Mentor?“
    „Nun ja, ich denke er hält mich für völlig durchgeknallt. Außerdem glaube ich das ein Heiler mir zu diesem Thema die besten Antworten geben kann.“
    Rindengesicht seufzte.
    „Ich kann mir vorstellen, dass es mit Krähenfeder als Mentor etwas kompliziert ist, aber du darfst nicht zu streng mit ihm sein. Du musst wissen Mond, er war sehr verliebt in eine Katze namens Federschweif. Sie ist gestorben um ihm und dem Stamm des eilenden Wassers das Leben zu retten. Es hat ihn bis heute nicht losgelassen.“
    Rindengesicht erzählte ihr eine Kurzfassung davon, wie die Clans an diesen Ort gekommen waren. Das weiß ich alles schon, dachte Kylie.
    Als er geendet hatte fragte er sie: „ Weißt du wie Brennnesseln aussehen?“
    Kylie nickte.
    „Sammle davon so viel du kannst!“
    „Wofür sind die gut?“, wollte Kylie wissen.
    „ Brennnesseln helfen bei Schwellungen. Du legst ihre Blätter darauf und die Schwellung geht zurück. Die kleinen, stacheligen, grünen Samen der Pflanze können Katzen gegeben werden, die durch Krähenfraß, Zweibeinerabfälle oder andere giftige Gegenstände vergiftet worden sind. Aber ich denke Mal, diese Frage hat nichts mit dem zu tun was du eigentlich wissen wolltest, oder?“
    Kylie schwieg und hielt nach Brennesseln Ausschau.
    Als sie ein paar Brennesseln entdeckt hatte machte sie sich daran sie zu pflücken.
    „Was weißt du über den Sternen Clan, Rindengesicht?“
    Rindengesicht überlegte kurz und sagte dann: „Der Sternen Clan besteht aus den Seelen der verstorben Clan Katzen. Nach dem Tod kommt eine Katze in den Sternen Clan, wo sie Frieden findet. Katzen die Böses getan oder das Gesetz der Krieger schwer gebrochen haben kommen in den Wald der Finsternis. Heiler und Anführer haben die Fähigkeit sich mit dem Sternen Clan in Verbindung zu setzen. Nur wenige Krieger können im Traum mit Katzen aus dem Sternen Clan sprechen und es kommt auch nur sehr selten vor. Der Sternen Clan wacht über uns und durch ihn erhalten wir Prophezeiungen. Natürlich kann er nicht alles verhindern, aber er gibt sein Bestes um uns zu schützen und würde uns jede erdenkliche Hilfe schicken, wenn wir sie brauchen.“
    Kylie schluckte und musste wieder an Federschweifs Worte denken.
    Es wird etwas mit den Clans passieren, das wir nicht verhindern können. Wir können ihnen nur so viel Unterstützung schicken wie sie brauchen und diese Unterstützung bist du. Aber bevor du ihnen helfen kannst, müssen sie dir helfen. Du musst das Geheimnis um deine Verwandlung lüften, nur durch dieses Wissen kannst du dafür sorgen, dass alles wieder zum Alten wird.
    Kylie holte tief Luft und fragte dann: „ Was ist mit den Menschen? Können Menschen mit dem Sternen Clan kommunizieren?“
    Rindengesicht, der gerade dabei gewesen war eine Brennessel abzupflücken, erstarrte. „Beim Sternen Clan, wie kommst du denn auf so einen absurden Gedanken!“, rief er. „Natürlich nicht! Wieso um Himmels willen sollte der Sternen Clan mit den Monstern sprechen die unsere Heimat zerstört haben?“
    Kylie zuckte verletzt zusammen. Rindengesicht hatte sie gerade als Monster bezeichnet, natürlich ohne es zu wissen.
    „Es sind bestimmt nicht alle so. Meine Hausleute waren immer nett zu mir!“, protestierte Kylie.
    „Vielleicht nett zu dir. Sie sind aber auch dumm. Sie benutzen Ungeheuer um sich fortzubewegen.“
    Jetzt war Kylie richtig wütend.
    Zwischen zusammengepressten Zähnen stieß sie hervor: „Ihr Clan Katzen habt nicht das Recht über etwas zu Urteilen was ihr nicht versteht. Eure Verachtung schöpft ihr doch nur aus der Angst vor der Unwissenheit. Ihr kennt die Zweibeiner nicht und beschimpft sie als dumm. Ihr versteht nicht was sie tun und doch nennt ihr es sinnlos oder verachtet es einfach. Nur weil nicht alles und jeder nach dem Gesetz der Krieger lebt, so wie ihr, heißt das noch lange nicht, dass es schlecht ist! Wie könnt ihr euch eine eigene Meinung zu etwas bilden, was ihr nicht ansatzweise begriffen habt?“
    Lange sah Rindengesicht sie nachdenklich und überrascht an.
    Dann fragte er: „ Wie kommt es dann das du dir in deiner Meinung so sicher bist, dass die Zweibeiner eben genau das Gegenteil davon sind, was wir Clan Katzen immer behaupten?“ Kylie wollte gerade etwas erwidern, hielt sich dann aber zurück.
    Sie konnte als Katze nicht die Seite der Menschen verteidigen.
    Deshalb sagte sie nur: „Wir sollten zurück zum Lager. Die anderen machen sich bestimmt Sorgen wo wir bleiben“.
    Kylie nahm einen Haufen Brennesseln ins Maul und lief in Richtung Lager. An den leisen Pfotenschritten konnte sie hören, dass Rindengesicht ihr folgte, doch sie drehte sich nicht um.

    Die Sonne ging schon unter als sie das Lager erreichten. Kylie legte die Brennesseln zu vielen anderen Beeren und Kräutern, die sie nicht kannte, in den Heilerbau und machte sich dann auf den Weg zu ihrem eigenen Schlafplatz.
    Erschöpft ließ sie ihren Schwanz hinter sich her schleifen.
    Plötzlich spürte sie ein Kribbeln in ihrem Nacken und drehte sich um.
    Krähenfeder saß vor einem Busch, vor sich ein Kaninchen, und verfolgte jeden ihrer Bewegungen mit seinen Augen.
    Na toll. Heute habe ich wirklich so gut wie jeden dazu gebracht mich für verrückt zu halten. Eigentlich waren es ja nur zwei Kater gewesen und trotzdem hatte Kylie das Gefühl, dass keiner in diesem Clan sie voll und ganz akzeptierte, weil sie anders war.
    Keiner außer Rennpfote.
    Eigentlich hatten sie heute noch etwas zusammen unternehmen wollen, aber daraus wurde jetzt wohl nichts mehr.
    Als Kylie den Schülerbau betrat schliefen Eulenpfote und Rennpfote schon.
    Mit einem Seufzer ließ sie sich neben Rennpfote nieder und schloss die Augen.
    Der erste Tag im Wind Clan war ja wirklich super gelaufen. Und anstatt etwas über ihre Verwandlung herauszufinden, waren nur immer mehr Fragen aufgetaucht auf die sie
    gerne eine Antwort hätte.
    Wenn der Sternen Clan nicht mit Menschen sprach, warum dann mit ihr? Hatte Rindengesicht etwas gemerkt und würde es Kurzstern erzählen? Wieso ausgerechnet sie? Und warum konnte sie nicht ein stinknormales Leben führen wie jedes andere fünfzehnjährige Mädchen auch?
    Mit diesen Fragen fiel Kylie schließlich in einen unruhigen Schlaf.

    10
    ((bold))((unli))7.Streit um Streit((eunli))((ebold)) Am nächsten Tag wurde sie durch einen Pfotenstups geweckt. Erst dachte Kylie es wäre Rennpfote,
    7.Streit um Streit

    Am nächsten Tag wurde sie durch einen Pfotenstups geweckt.
    Erst dachte Kylie es wäre Rennpfote, aber als sie die Augen aufschlug stand Krähenfeder vor ihr.
    Müde sah sie sich um. Rennpfote und Eulenpfote lagen beide nicht mehr in ihren Moosbetten.
    „Los, steh auf! Du hast lange genug geschlafen!“
    Unsanft fuhr er ihr mit seinem Schwanz übers Gesicht. Kylie musste niesen und stand kurz darauf auf den Beinen.
    Ohne sich noch einmal zu vergewissern, ob sie ihm auch folgen würde marschierte er nach draußen. Grummelnd folgte sie ihm.
    Die Sonne stand schon höher am Himmel, als sie erwartet hatte.
    Krähenfeder führte sie mal wieder an den Bach, der die Grenze zum Donner Clan darstellte. „Heute werden wir das Jagen üben. Ich denke, dass du viel länger als einen Mond brauchen wirst um dir deinen Kriegernamen zu verdienen. Bei der Show die du gestern abgezogen hast!“
    „Du bist mir ja ein toller Mentor. Normalerweise sollten sie ihre Schüler ermutigen und nicht runter machen!“, knurrte Kylie wütend.
    Seine hochnäsige Art ging ihr langsam wirklich auf die Nerven.
    „Wenn ich dir sage, dass du das in einem Mond hinbekommst, dann würde ich lügen. Und ich lüge normalerweise keine Schüler an! Selbst nicht wenn sie von Hauskätzchen abstammen“, konterte er.
    „Wenn du Hauskätzchen nicht leiden kannst, dann ist das nicht mein Problem! Du wirst dich wohl damit abfinden müssen mit einem deine Zeit zu vergeuden“, schnaubte sie. „Aber ich bezweifle, dass das der einzige Grund ist warum du dich so verhältst. Ich wette Federschweif ist der andere Grund! Nur weil du dich nicht damit abfinden kannst, dass sie gestorben ist musst du deinen Frust nicht an anderen auslassen!“
    Die letzten Worte hatte sie ihm schon fast ins Gesicht gespien. Und kaum hatten sie ihren Mund verlassen bereute sie schon, was sie gesagt hatte.
    Krähenfeder sah sie geschockt an. In seinen Augen spiegelten sich Trauer und Schmerz. Doch dann fingen sie vor Wut förmlich an zu glühen.
    „Wenn du mir bis zum Ende des Tages nicht mindestens ein Kaninchen gefangen hast, werde ich zu Kurzstern gehen und ihm sagen, dass du Vegarier bist, oder wie das heißt. Und ich werde ihm erzählen, dass du dich weigerst Frischbeute zu essen! Dann wird er dich aus dem Clan werfen und du kannst schauen wo du bleibst!“
    Er fauchte sie noch einmal an, dann wirbelte er herum und sauste den Bach entlang.
    Kylie fühlte sich schrecklich. Was sollte sie denn jetzt machen? Sie wollte nicht, dass er traurig war.
    Sie blieb einen Moment wie erstarrt stehen und folgte dann seinem Geruch.
    Es gab bisher nur zwei Katzen aus dem Wind Clan die sie am bloßen Geruch erkennen konnte: Rennpfote und Krähenfeder.
    Sie lief eine ganze Weile bis sie ihn endlich an einer Bachbiegung erkennen konnte. Er saß mit dem Rücken zu ihr, den Schwanz um seine Pfoten gelegt und starrte auf das Wasser. Unsicher blieb Kylie stehen und betrachtete ihn.
    Schließlich nahm sie all ihren Mut zusammen und ging zu ihm.
    „Krähenfeder…“, überrascht hielt Kylie inne. Ihre Stimme klang ziemlich hoch und piepsig. Sie räusperte sich leicht und fing dann noch einmal an.
    „Ich … es tut mir leid! Ich wollte nicht so gemein sein. Ich weiß wie viel sie dir bedeutet hat!“
    Kylie hielt inne.
    Krähenfeder hatte keine Regung gezeigt und starrte immer noch auf das Wasser. Sie setzte sich neben ihn und fuhr nervös die Krallen aus und ein.
    „Weißt du, ich hab` sie gesehen. Sie hat mir gesagt, dass ich dir etwas ausrichten soll“, flüsterte Kylie.
    Ruckartig wand er ihr den Kopf zu. Doch Kylie konnte ihm nicht in die Augen sehen.
    „Sag ihm, er soll sein Leben weiterleben und aufhören zu trauern. Das hat sie gesagt.“ Kylie schwieg und schaute auf ihre Pfoten.
    Sie hielt die Luft an und wartete ab. Würde er jetzt weglaufen, wie in den Büchern als Blattsee ihm fast dieselbe Nachricht überbracht hatte?
    Aber er blieb sitzen, sah sie noch eine Weile an, bevor er wieder aufs Wasser starrte.
    Kylie wusste nicht wie lange sie da schon Seite an Seite gesessen hatten, als er plötzlich murmelte: „Das ist gar nicht so einfach.“
    Sie konnte deutlich den Schmerz aus seiner Stimme hören.
    „Ich weiß“, flüsterte sie.
    Sie wollte ihm tröstend eine Hand auflegen, als ihr auffiel, dass sie ja gar keine Hände mehr hatte. Deshalb strich sie ihm vorsichtig mit dem Schwanz über die Schulter.
    Er wandte ihr wieder den Kopf zu. Diesmal sah sie ihm in die Augen.
    Dazu musste sie leicht den Kopf heben, da er ein bisschen größer war als sie.
    Seine Augen erinnerten sie an die Tiefen der See. Man konnte sich darin ganz leicht verlieren.
    Plötzlich fing ihr Herz schneller an zu schlagen. Sie hörte das Plätschern des Baches nur aus weiter Ferne.
    Das Einzige was es in diesem Moment noch gab, waren die diese wunderschönen blauen Augen.
    Nach einer halben Ewigkeit fragte er schließlich: „Was ist eigentlich ein Vegarier?“
    Kylie brauchte einen Moment bis die Frage zu ihr durchgedrungen war.
    Sie wand den Blick ab und schnurrte belustigt.
    „Es heißt Vegetarier.“
    „Und was ist das nun?“
    „Wolltest du mir nicht zeigen wie man jagt?“, wich sie seiner Frage aus.
    Je weniger sie über Menschen redete umso weniger konnte er ihr nachsagen ein Hauskätzchen zu sein.
    „Also gut, ich kann es ja Mal versuchen“, neckte er sie.
    Er drehte sich um und ließ sich in Kauerstellung fallen. Dann schob er sich, seinen Bauch an den Boden gedrückt, langsam und leise vorwärts.
    „Du musst dich gegen den Wind an sie heran anschleichen, dann kann uns unsere Beute nicht riechen und umso leichter ist es sie zu fangen“, erklärte er.
    Kylie tat es ihm gleich und schlich sich geduckt am Boden entlang.
    „Sehr gut“, sagte er. Das war das erste Lob, das sie von ihm bekommen hatte.
    „Jetzt versuche Witterung aufzunehmen. Du musst dich unbemerkt an deine Beute anschleichen und den richtigen Moment abwarten um dich auf sie zu stürzen. Versuch es Mal!“
    Kylie hielt die Nase in den Wind und schnupperte.
    Da konnte sie den Geruch einer Maus ausmachen. Langsam schlich sie vorwärts. Sie konnte sie spüren und bald darauf auch sehen.
    Die Maus kauerte vor einer Nuss und nagte daran herum. Kylie schlich sich langsam von hinten an.
    Sie streckte ihr Hinterteil leicht in die Höhe und machte dann einen Sprung in die Luft.
    Die Maus bemerkte sie zu spät und kurz darauf war sie unter Kylies Pfoten gefangen. Verängstigt quickte die Maus auf.
    Kylie sah zu ihr herab. Sie spürte das kleine Herz unter ihren Pfoten schlagen und konnte sich einfach nicht dazu durchringen es für immer zum Stillstand zu bringen.
    Schnell nahm sie die Pfote weg und sofort verschwand die Maus im Unterholz.
    „Was war das denn? Erst fängst du die Maus und dann lässt du sie wieder laufen?“, Krähenfeder hatte seinen üblichen Ton zurückerlangt.
    „Ich kann sie doch nicht einfach umbringen! Sie hat Familie!“, rief Kylie aus.
    Wenn ihre Eltern sie schon nicht mehr sehen konnten, dann sollten wenigstens die Mäuseeltern ihr Kind zurückbekommen.
    „Beim Sternen Clan! Wir haben auch Familie und wenn wir ihr nichts zu Essen bringen dann verhungert sie!“
    „Nein“, gab Kylie trotzig zurück. „Es gibt nämlich noch andere Katzen die jagen und somit Essen nach Hause bringen!“
    „In der Blattleere kommt es auf jedes Tier an, dass wir fangen!“
    „Es ist aber nicht Blattleere!“
    „ Du kannst nicht einfach eine Maus entwischen lassen mit der Ausrede sie hat Familie. Wir müssen uns zuerst um unsere Familie sorgen! Ist dir eine Maus ernsthaft wichtiger als dein Clan? Dann kannst du gleich wieder gehen!“
    Ok, diese Runde ging an Krähenfeder. Seufzend gab Kylie nach.
    „Du hast ja Recht, es tut mir leid! Aber in diesem Moment konnte ich einfach nur daran denken, dass es jemanden gibt, der diese Maus liebt und sie nie wieder sehen sollte.“
    „Glaubst du etwa Mäuse können denken?“
    „Warum sollten sie nicht denken können?“
    „Wenn Mäuse schlau wären, dann würde keine von ihnen als Frischbeute enden!“
    „Genauso gut könnte man behaupten, dass Katzen dumm sind, weil sie sich aus ihrem Zuhause haben vertreiben lassen ohne sich zu wehren.“
    „Das ist was anderes. Wir hatten keine Chance! Die Menschen hatten Monster und waren viel stärker als wir!“
    „Das ist dasselbe! Wir sind viel stärker als die Mäuse, sie haben nicht den Hauch einer Chance gegen uns!“
    Krähenfeder schwieg.
    „Ha! Zwei zu eins für mich!“ rief Kylie triumphierend.
    „Zwei zu eins für dich? Wenn dann schon eins zu eins!“
    „ Nein, wenn man das von vorhin mitzählt, als du weggelaufen bist dann zwei zu eins.“ „Das zählt nicht!“
    „Doch!“
    „Nein!“
    „Doch!“
    „Nein!“
    „Was ist denn hier los?“, fragte auf einmal eine dritte Stimme.
    Krähenfeder und Kylie wirbelten herum. Vor ihnen stand Spinnenfuß mit seinem Schüler Rennpfote und Nachtwolke.
    Er starrte die beiden verständnislos an.
    Krähenfeder winkte ab und sagte: „Nur eine kleine Meinungsverschiedenheit.“
    Kylie machte den Mund auf um etwas zu erwidern, doch er fuhr ihr mit dem Schwanz darüber um ihr zu bedeuten ruhig zu sein. Sie klappte den Mund wieder zu.
    „Und was macht ihr hier?“, fuhr Krähenfeder fort.
    „Nun ja, wir sind für die Abendpatrouille eingeteilt und dann haben wir eure Stimmen gehört. Ihr wart ziemlich laut und wir dachten, dass wir angegriffen werden oder so. Aber wie ich sehe habt ihr euch nur gegenseitig angegriffen“, stellte Spinnenfuß fest.
    Es ist schon Abend? Verrückt wie schnell die Zeit vergeht!, überlegte Kylie.
    „Wir sind jetzt aber fertig“, erklärte Krähenfeder.
    „Wir sind auch fertig, ihr könnt ja mit uns zum Lager zurück kommen“, bot Nachtwolke, mit einem Blick auf Krähenfeder, an.
    Er willigte ein und im Schein der untergehenden Sonne machten sich die fünf Katzen auf den Weg zurück ins Lager.

    11
    ((bold))((unli))8.Einbruch((ebold))((eunli)) Kylie saß vor ihrem Bau und starrte auf den Frischbeutehaufen. Sie hatte seit zwei Tagen nichts gegessen
    8.Einbruch

    Kylie saß vor ihrem Bau und starrte auf den Frischbeutehaufen.
    Sie hatte seit zwei Tagen nichts gegessen und ihr war vor Hunger schon richtig schlecht. Und doch konnte sie sich noch nicht dazu durchringen ein Kaninchen zu essen.
    Am Himmel funkelten die Sterne und es war noch stockdunkel.
    Kylies Magen hatte so laut gegrummelt, dass sie Angst gehabt hatte ihre beiden Mitbewohner aufzuwecken, weshalb sie schließlich nach draußen gegangen war.
    Kylie seufzte und legte den Kopf in den Nacken. Eine kühle Brise fuhr ihr durch das Fell und ließ sie erschauern. Der Himmel war wolkenlos.
    Kylie stellte stumm die Frage an den Himmel, was sie hier eigentlich sollte, in der Hoffnung der Sternen Clan würde ihr endlich antworten.
    Da grummelte ihr Magen wieder. Das war jetzt wirklich nicht mehr zum Aushalten.
    Wenn Krähenfeder heute wieder mit mir auf die Jagd geht, werde ich allein durch meinen knurrenden Magen, die Beute im Umkreis von einer Meile verscheuchen.
    Plötzlich viel Kylie etwas ein. Die Bäuerin hatte bestimmt irgendwo eine Öffnung durch die sie in ihr Haus gelangen konnte. Welche Bäuerin hatte denn keine Katzenklappe? Andererseits wusste Kylie nicht Mal ob sie eine Katze hatte.
    Sie könnte hineinschleichen und sich etwas Leckeres zum Essen holen. Sofort sprang Kylie auf die Pfoten. Einen Versuch war es wert.
    Leise schlich sie aus dem Lager und rannte über das Moorland.
    Die Sterne leuchteten ihr den Weg und Dank des hellen Licht des Mondes konnte sie sehen, dass ein Fenster der Bäuerin offen stand.
    Wer war denn so dumm mitten in der Nacht sein Fenster offen stehen zu lassen? Wahrscheinlich fürchtete sie keine Einbrecher, da sie keine wertvollen Gegenstände besaß.
    Aber da hatte sie die Rechnung ohne Kylie gemacht.
    Kylie saß nun vor dem offenen Fenster und lauschte. Außer dem Plätschern des Wassers konnte sie nichts hören.
    Da war nur so ein widerlich stinkender Geruch. Kylie war sich sicher ihn zu kennen, konnte ihn aber nicht zuordnen.
    Leichtfüßig sprang sie auf das Fensterbrett und landete zwischen zwei Blumentöpfen.
    Sie streckte den Kopf durch das Fenster und sah sich um.
    Unter ihr stand der Tisch und zog sich etwa zwei Meter weiter nach vorne, bevor er endete. Hinter dem Tisch stand ein weißer Kühlschrank mit Bildern von einem jungen Mann beim Skifahren. Wahrscheinlich der Sohn der Bäuerin.
    Den Kühlschrank konnte sie auf jeden Fall vergessen, außer ihr würden wie von Zauberhand wieder Hände wachsen, womit sie dann die Kühlschranktür öffnen konnte.
    Ihr Blick fiel auf einen Gasherd, auf dem ein Handtuch lag. Rechts davon war eine Anrichte auf der ein Karton stand. Aus diesem Karton ging ein köstlicher Geruch hervor.
    Eindeutig Pizza!
    Kylies Magen knurrte wieder. Sie sprang auf den Tisch, von da aus auf einen Stuhl und dann auf den Boden.
    Sie betrachtete die Anrichte und bemerkte, dass sie um einiges Höher als alle anderen Möbel in diesem Raum war. Da würde sie niemals hochkommen.
    Also wand sich Kylie dem Gasherd zu und sprang. Diesmal unterschätzte sie jedoch die Entfernung und konnte sich gerade noch mit den Vorderpfoten am Gitter festhalten, das über dem Herd lag.
    Sie strampelte mit den Hinterpfoten und konnte auf den Herdknöpfen Halt finden.
    Als sie sich hochstemmte drehte sie aus Versehen an den Knöpfen, nahm dies aber nur am Rande war. Für sie galt nur noch ihren knurrenden Magen zu beruhigen und zur Pizza zu gelangen.
    Kylie sprang vom Gasherd auf die Anrichte und lunzte in den Karton. Eine halbe Pizza mit Pilzen lag darin. Ihre Lieblingspizza!
    Gierig verschlang Kylie ein Stück nach dem anderen bis nichts mehr übrig war.
    Endlich hatte ihr Magen aufgehört zu knurren und das erste Mal fühlte sie sich in ihrer Katzenhaut wirklich wohl.
    Doch dieses Gefühl hielt nicht lange an, denn plötzlich fing es wie aus heiterem Himmel an zu regnen!
    Kylie fauchte überrascht auf und versuchte dem Nassen zu entkommen, doch in der ganzen Küche schüttete es wie aus Eimern.
    Sie blickte an die Decke und sah die Sprinkleranlage.
    So etwas hatte sie schon Mal in einem Film gesehen, als das Haus angefangen hatte zu brennen. Aber wie sollte auf einmal das Haus anfangen zu… Der Herd!
    Kylie wirbelte herum und noch bevor sie sah, was sie angerichtet hatte konnte sie es riechen.
    Es roch sehr verbrannt und nach Rauch. Das Tuch hatte wohl Feuer gefangen, als Kylie aus Versehen den Herd aufgedreht hatte.
    Jetzt war der komplette Herd kohlrabenschwarz und das Tuch, zumindest das was davon noch übrig war, qualmte wie eine Nebelmaschine.
    Kylie fluchte leise und wollte gerade auf den Boden springen um sich aus dem Staub zu machen, als der Gestank von vorhin zurückkam.
    Diesmal roch es schlimmer und diesmal konnte ihn Kylie zuordnen.
    Der Geruch von nassem Hund!
    Als Kylie ein Knurren hörte, sah sie von der Anrichte herunter und erblickte einen völlig durchnässten, wütenden Hund unter sich.
    Das mit dem auf den Boden springen konnte sie schon Mal abhaken.
    Wie um Himmels willen sollte sie jetzt hier rauskommen?
    Ihr Blick fiel auf den nassen Tisch und dann auf das offene Fenster. Das war ihre einzige Chance. Sie atmete tief durch, schüttelte ihr Fell und sprang.
    Während sie durch die Luft flog, schickte Kylie ein Stoßgebet an den Sternen Clan.
    Hart landete sie an der Kante des Tisches und ihr wurden durch dass nasse Holz die Pfoten weg gerissen. Schnell rappelte sie sich auf und sah sich um.
    Der Hund schien aus seiner Überraschung zu erwachen und sprang mit wütendem Gebell auf einen Stuhl, um sie zu verfolgen.
    Mit einem entsetzten Jaulen schlitterte Kylie über den Tisch auf das Fenster zu. Sie hörte noch wie jemand die Treppe runter kam und das Licht anschaltete, bevor sie mit einem großen Satz aus dem Fenster sprang.
    Kylie blieb nach den ersten paar Metern stehen und schüttelte sich das Wasser aus dem Fell. Drinnen regnete es nämlich immer noch.
    Geschafft.
    Im nächsten Moment bemerkte sie, dass sie sich zu früh gefreut hatte.
    Denn sie sah den Hund, wie in Zeitlupe aus dem Fenster springen. Das braun-schwarze Fell fest an seinem Körper klebend.
    „Keks, Stooop!“ Das war die Bäuerin gewesen.
    Im Bruchteil einer Sekunde bemerkte Kylie das der Name gut zu ihm passte. Sein braunes Fell mit den schwarzen Flecken ähnelte wirklich einem Schokokeks.
    Dann wirbelte sie blitzschnell herum und sauste, gefolgt von einem wütend bellenden Hund, zurück in Richtung Lager.
    Sie bemerkte, dass sie dringend etwas für ihre Ausdauer tun sollte, denn lange konnte sie dieses Tempo nicht mehr halten.
    Zu allem Überfluss fing ihr Bauch wieder an zu grummeln, diesmal jedoch nicht wegen Hunger.
    Sie waren nicht mehr weit vom Lager entfernt, als Kylie plötzlich einfiel, dass sie den Hund genau dort hinführen würde und das war wirklich keine gute Idee.
    Also wirbelte sie herum, um sich dem Hund zu stellen und ihre neuen Kameraden zu verteidigen.
    Auch der Hund machte kurz Halt, verwirrt darüber, dass sein Opfer gerade die Richtung geändert hatte.
    Nur war Kylie nicht wirklich nach kämpfen zumute, weshalb sie erstmal versuchte zu verhandeln.
    „Hallo erstmal, mein Name ist Kylie, aber du kannst mich auch Mond nennen. Ich bin eigentlich keine Katze, sondern ein Mensch, der in eine verwandelt wurde weshalb du mir gehorchen solltest anstatt mich zu jagen. Ich bin in Frieden gekommen, nicht um deinem Herrchen etwas anzutun, sondern nur um etwas Pizza zu essen und…“
    Der Hund ließ sie nicht ausreden, wahrscheinlich verstand er sie nicht ein Mal, sondern stürzte sich gleich auf sie.
    Instinktiv zog Kylie den Kopf ein und duckte sich unter seiner Pfote weg, die sie am Kopf treffen sollte. Kylie sprang auf den Hund und grub ihre Krallen in sein Fell.
    Der Hund warf sich herum und schüttelte sich, um sie abzuwerfen. Das ist ja wie Rodeo reiten,überlegte sie leicht belustigt.
    Plötzlich warf er sich nach hinten, sodass Kylie auf dem Boden landete und er auf ihr.
    Der Aufprall presste ihr die Luft aus der Lunge. Der Hund drehte sich um und schaute ihr ins Gesicht.
    Seine Augen leuchteten triumphierend und Speichel tropfte ihm aus dem offenen Maul. Doch Kylie wollte nicht aufgeben und fuhr ihm mit den Hinterpfoten über den offenen Bauch. Jaulend sprang der Hund zurück.
    Schnell rappelte sie sich auf und ging wieder auf ihn los. Kylie machte Wing Tsun (ein Kampfsport), aber das an einem Hund auszuprobieren wäre seltsam, vor allem da sie im Kampfunterricht immer Hände oder Füße benutzt hatte, was sie ja jetzt nicht mehr tun konnte.
    Also improvisierte sie, sauste um ihn herum und biss ihm in den Schwanz. Unter sein Jaulen mischte sich das von anderen Katzen.
    Kylie drehte sich überrascht um und sah Aschenfuß, Spinnenfuß und Krähenfeder auf sie zu jagen.
    Ihren kleinen Moment der Unachtsamkeit nutzte der Hund aus und fuhr ihr mit seinen Krallen über den Kopf.
    Kylie heulte vor Schmerz auf und wirbelte wieder zu ihm herum. Sie biss sich in seinem Fell fest und zerfetzte ihm die Flanke.
    Doch plötzlich spürte sie einen so heftigen Stich im Magen, dass sie zurücktaumelte.
    Die drei Katzen hatten es inzwischen geschafft den Hund zu vertreiben.
    Während Aschenfuß und Spinnenfuß dem Hund hinterherjagten, drehte Krähenfeder sich zu ihr um und musterte sie besorgt.
    „Ist alles in Ordnung?“
    Kylie wollte gerade ja sagen, als sie einen noch heftigeren Stich im Magen spürte und sich mit einem unterdrückten Jaulen zusammenkrampfte.
    Keuchend starrte sie auf den Boden und sah kleine Punkte vor ihren Augen tanzen.
    Sie spürte, wie Krähenfeder sich gegen ihre Schulter drückte um ihr beim Laufen zu helfen
    „Ich bring dich zu Rindengesicht. Du bist ja total nass. Wie ist das passiert? Außerdem riechst du komisch!“
    Kylie schüttelte nur den Kopf. Sie hatte gerade keine Kraft irgendetwas zu erklären.
    Inzwischen färbte sich der Himmel rot und die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne waren zu sehen.
    Krähenfeder brachte sie auf dem direkten Weg zu Rindengesicht. Dieser dirigierte sie zu einem Moosbett in der hinteren Ecke seines Baues.
    Erschöpft und am Ende ihrer Kräfte ließ Kylie sich darauf sinken. Krähenfeder setzte sich neben sie und beobachtete sie besorgt.
    „Was ist mit ihr?“ wandte er sich an Rindengesicht.
    Rindengesicht begann sie zu untersuchen. Als er zu Kylies Bauch kam und sie dort berührte, heulte sie laut auf und sprang mit einem Ruck auf die Pfoten.
    Sie war schweißgebadet und konnte sich nur mit Mühe auf den Beinen halten.
    Ihre Knie, falls sie so etwas als Katze überhaupt besaß, waren weich wie Wackelpudding. Ihre Pupillen waren so groß, dass man das Blaue darum nur noch erahnen konnte.
    Sanft drückte Rindengesicht sie wieder zurück.
    „Ich werde Scharfgarbe holen. Sie hat wahrscheinlich eine Vergiftung.“
    Eine Vergiftung? Ich werd` nie wieder Pizza essen! Scheiß Katzenkörper, ich will nach Hause! Warum habt ihr mir das angetan. Warum? Bitte Federschweif antworte mir!, flehte Kylie verzweifelt.
    Sie bekam noch mit, wie Rindengesicht ihr etwas Ekliges in den Mund steckte und sie sich kurz darauf übergeben musste.
    Das letzte woran sie sich erinnern konnte, bevor sie von Dunkelheit umfangen wurde, waren Krähenfeders besorgte große Augen.

    12
    ((bold))((unli))9. Begegnung mit Federschweif((ebold))((eunli)) Als Kylie die Augen aufschlug, befand sie sich in einem hellen Wald. Die Bäume schien
    9. Begegnung mit Federschweif

    Als Kylie die Augen aufschlug, befand sie sich in einem hellen Wald. Die Bäume schienen schon fast unnatürlich zu leuchten.
    Alles war hell und freundlich. Vögel zwitscherten und der Geruch von süßen Beeren und frischer Beute ließ Kylies Magen wieder knurren.
    Wie war sie hier her gekommen? Wo war sie?
    Langsam rappelte sie sich auf und hielt inne. Ihr Bauch tat nicht mehr weh.
    Auf einmal kam ihr ein schrecklicher Gedanke. Hatte der Wind Clan sie ausgesetzt, weil sie den Hund in Richtung Lager gelenkt hatte? Ging das überhaupt? Wäre sie dann nicht aufgewacht, während sie weggeschleppt wurde und wie hatten die Katzen sie überhaupt transportieren können?
    Im nächsten Moment wurde ihr aber klar, dass das ziemlich lächerlich war.
    Vielleicht war das nur ein Traum.
    Plötzlich raschelte es in einem der Büsche und Kylie fuhr eschrocken herum, die Krallen ausgefahren, bereit sich zu verteidigen. Doch als sie sah wer da aus dem Busch heraustrat, beruhigte sie sich wieder.
    Federschweif kam auf sie zu und blieb vor ihr stehen.
    „Ist das ein Traum?“, wollte Kylie wissen.
    „Ja. Das ist das Territorium des Sternen Clans.“
    „Werde ich hier her kommen wenn ich Tod bin?“
    „Das ist eine Frage, die ich dir nicht beantworten kann, aber ich denke es wird bei dir genauso sein wie bei mir. Ich bin in den Clans geboren, aber beim Stamm des eilenden Wassers gestorben. Jetzt wandle ich beim Sternen Clan und beim Stamm der Ewigen Jagd.“ Panik machte sich in Kylie breit.
    „Heißt das ich werde hier sterben? Ohne meine Eltern noch einmal umarmen zu können?“
    Sie hatte sich im Streit von ihren Eltern getrennt und wünschte sich auf einmal nichts sehnlicher, als sich bei ihnen zu entschuldigen und ihnen zu sagen, dass sie sie lieb hatte. Vor lauter Heimweh wurde ihr ganz flau im Magen.
    „Nein! Natürlich nicht. Ich meinte damit, dass du wahrscheinlich auch zwischen dem Sternen Clan und deinen eigenen Kriegerahnen wandeln kannst. Vorausgesetzt ihr Menschen habt Kriegerahnen. Aber sicher bin ich mir dessen nicht, weil der Unterschied zwischen uns ist, dass du ein Mensch bist.“
    „Der ungewollt in eine Katze verwandelt wurde!“ Kylie wurde sauer. „Ich habe nie darum gebeten eine Katze zu werden! Ich möchte einfach nur wieder nach Hause!“
    Federschweif sah sie mitleidig an.
    „Ich weiß. Das, was du durchmachen musst, ist wirklich nicht einfach! Du bist sehr tapfer, aber sosehr ich dir auch helfen möchte, ich kann dir nicht sagen wie du dich zurückverwandelst.“
    Das wäre ja auch zu einfach gewesen!, dachte Kylie frustriert.
    „Wieso nicht?“
    „Hier im Sternen Clan haben wir auch Regeln, die befolgt werden müssen. Es tut mir wirklich Leid, aber ich bin mir sicher, dass du das schaffst!“
    „Und wenn nicht?“
    Federschweif zögerte kurz. Was hatte dieses Zögern zu bedeuten? Hieß das, dass sie den Rest ihres Lebens bei den Clans verbringen müsste? Mit rohen Tieren als Nahrung?
    „Das wird nicht passieren!“, versicherte sie schließlich. Kylies Magen knurrte leise. Federschweif horchte auf.
    „Ich habe gesehen, dass du ein Problem damit hast, Frischbeute zu essen. Wenn du nicht bald damit anfängst, wirst du verhungern. Komm mal mit, wir üben das jetzt gemeinsam.“
    „Was? Das essen von toten Tieren?“
    „Ja und das töten von ihnen.“
    Kylie lief allein bei dem Gedanken daran ein eisiger Schauer über den Rücken. Federschweif lief auf den Busch zu, aus dem sie gekommen war und Kylie folgte ihr widerwillig. Die Zweige zerrten an ihrem Fell und Blätter schlugen ihr ins Gesicht. Kylie kniff die Augen zusammen.
    Als sie auf der anderen Seite des Busches wieder heraustrat, blickte sie auf weite Hügel mit saftigem grünem Gras. Der Wind trug einen süßlichen Geruch zu ihr, fast so wie… Erdbeeren. Die Sonne verschwand langsam hinter einen der Hügel und tauchte den Himmel in ein unglaubliches Spiel aus Farben. Genauso wie Kylie es liebte.

    Federschweif stand mit leuchtenden Augen neben ihr.
    „Es ist wunderschön!“, flüsterte Kylie.
    „Konzentriere dich, Kylie. Kannst du sie riechen, deine Beute?“, sagte Federschweif nach einer Weile. Kylie schloss die Augen und hielt ihre Nase in den Wind. Tatsächlich konnte sie eine Maus riechen. Sie kauerte sich hin und schlich, die Nase auf den Boden gedrückt, dem Geruch nach. Schon bald konnte sie die Maus unter Grashalmen ausmachen und erstarrte. Die Maus hatte sie nicht bemerkt. Kylie blieb reglos sitzen und drückte sich noch enger an den Boden.
    Langsam hob sie ihr Hinterteil, balancierte sich mit dem Schwanz aus und machte dann einen großen Satz nach vorne.
    Sie presste die Maus auf den Boden und hielt inne. Ihr fielen die ängstlich zuckenden Schnurrhaare auf und sie hörte wieder das leise Quieken.
    Kylie hob den Kopf und sah Federschweif an, die sich zu ihr gesellt hatte.
    „Ich kann nicht“, hauchte sie. Federschweif legte den Kopf schief.
    „Irgendwann wirst du es schaffen. Du musst sie nicht umbringen, wenn du noch nicht bereit dazu bist. Aber du wirst es mit der Zeit lernen müssen.“
    Kylie ließ die Maus los, die sich darauf hin schnell aus dem Staub machte. Dankbar sah sie Federschweif an.
    „Wenn du jedoch nicht lernst Mäuse zu essen wirst du irgendwann verhungern und das werde ich nicht zulassen! Hier ich habe eine Maus für dich gefangen.“
    Kylie schluckte, wusste aber, dass sie Recht hatte. Ihr blieb keine andere Wahl. Federschweif schob ihr eine Maus vor die Nase.
    „Beiß einfach rein. Du kannst die Augen auch zumachen.“
    Kylie sah auf die braune tote Maus. Sie ist tot daran kann ich nichts mehr ändern. Entweder ich esse sie oder Würmer und andere Krabbelviecher übernehmen das für mich.
    Letzteres wollte sie der Maus auf keinen Fall antun, weshalb Kylie die Augen schloss, ein letztes Mal tief durchatmete und dann zaghaft in das weiche Fleisch hinein biss. Es war noch warm und das Fell kratzte ein bisschen in ihrem Hals, doch es schmeckte auch überraschend gut.
    Gierig schlang Kylie auch den Rest der Maus hinunter. Langsam schaute sie zu Federschweif.
    „Entschuldige, wolltest du auch etwas?“ Federschweif schnurrte.
    „Nein, ich hatte schon. Es hat dir geschmeckt, nicht war?“
    Kylie nickte beschämt.
    „Du musst dich nicht schämen. So ist der Lauf des Lebens.“
    Kylie nickte und murmelte „Fressen oder gefressen werden.“
    Federschweif führte sie zu einem kleinen Bach. Kylie bemerkte wie durstig sie war und hielt ihre Schnauze ins kühle Nass.
    „Danke!“ Federschweif sah sie überrascht an. Damit hatte sie wohl nicht gerechnet.
    „Wofür?“
    „Das du mich hierher gebracht hast!“ Sie neigte den Kopf.
    „Ich wünschte, ich könnte noch etwas für dich tun.“ Kylie überlegte kurz.
    „Vielleicht kannst du das ja wirklich.“ Federschweif spitzte die Ohren.
    „Du hast gesagt, du darfst mir nicht erzählen wie ich mich zurückverwandle. Kannst du mir denn dann erzählen wie ich mich verwandelt habe? Ich bin mir sicher, dass mich das weiterbringen könnte!“ Die Schöne Kätzin überlegte kurz.
    „Ja, es wird dich sogar sehr wahrscheinlich weiter bringen.“
    „Und erzählst du es mir?“ Federschweif seufzte.
    „Den genauen Vorgang kann ich dir nicht erklären, denn vieles ist durch Magie geschehen. Außerdem spielen noch Geheimnisse des Sternen Clans eine Rolle, welche ich selbstverständlich nicht preisgeben darf. Was ich dir erzählen kann, ist, dass wir dir von unserem Blut gegeben haben. In dir ist mehr Katzen als Menschen DNS weshalb du dich in eine Katze verwandelt hast. Deine menschliche DNS ist immer noch in dir, du musst nur erreichen, dass sie wieder überwiegt.“
    „Und das soll mir jetzt helfen?“ Federschweif sah Kylie erwartungsvoll an, als erwarte sie, dass jeden Moment der Groschen fiel. Aber das tat er nicht. Sie seufzte.
    „Es wird dir ganz sicher helfen! Du brauchst nur Zeit, um es zu verstehen.“ Kylie war enttäuscht. Sie hatte sich mehr erhofft.
    „Ich habe dich gestern beobachtet“, sagte Federschweif plötzlich. „Von deinem Essenstrip ins Zweibeinerhaus, bis hin zum Kampf mit dem Hund.“ Kylies Pelz fing an zu kribbeln und sie wand den Blick ab. War sie der Meinung sie sei nicht loyal?
    „Dein Kampf mit dem Hund, das war sehr mutig. Du magst zwar eine miserable Jägerin sein, dafür bist du aber umso besser im Kämpfen. Und das meine ich ernst. Dein Mentor hat mit dir noch kein einziges Mal das Kämpfen geübt und doch konntest du dich hervorragend gegen den Hund wehren. Du bist ein richtiges Naturtalent im Kämpfen!“
    „Das kommt daher das ich in der Menschen Welt Kampfkunst mache. Ich habe einfach die Regeln befolgt die mein Meister bzw. Mentor mir beigebracht hat.“ Federschweif nickte, als würde das alles erklären.
    „Was du wissen solltest und wahrscheinlich auch schon bemerkt hast, ist, dass wir keine Zweibeinernahrung vertragen. Zumindest das meiste nicht. Rindengesicht hat dir Scharfgabe gegeben, wovon du dich übergeben hast. Alles was du dort gegessen hattest, ist jetzt wieder draußen. Wenn du aufwachst wirst du keine Krämpfe mehr haben, du wirst aber umso erschöpfter sein. Ich wollte dir nur sagen was gleich auf dich zukommt.“ Federschweif trat nach vorne, berührte sie kurz an der Nase, drehte sich um und verschwand dann. Kylie blieb irritiert sitzen und schaute ihr hinterher.
    Die Sonne war inzwischen untergegangen und sie sah den Sternenhimmel so hell wie noch nie leuchten. Plötzlich drehte sich alles und Kylie schreckte hoch.
    Sie lag in dem Moosbett in Rindengesichts Bau und fühlte sich völlig ausgelaugt. Die Sonnenstrahlen, die durch die Zweige hereinfielen, sagten ihr, dass es Tag war. Nicht Nacht, so wie in ihrem Traum. Als sie sich umschaute war niemand zu sehen. Sie konnte nur Miauen von draußen hören. Ihr Pelz war inzwischen wieder getrocknet.
    Erschöpft legte Kylie den Kopf auf ihre Pfoten und fiel, mit dem Geruch unbekannter Kräuter in der Nase, in einen traumlosen Schlaf.

    13
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    10. Der Wettkampf (Teil 1)

    Als Kylie erwachte fielen Sonnenstrahlen auf ihr Fell. Sie ließ die Augen geschlossen und genoss die Wärme, die ihren ganzen Körper durchströmte.
    War sie vielleicht wieder zu Hause und alles war doch nur ein schräger Traum gewesen?
    Doch im nächsten Moment wusste sie, dass dem nicht so war. Sie roch wieder die Kräuter des Heilers, konnte das Moos unter ihr spüren und hörte wie Rennpfote und Eulenpfote sich draußen stritten.
    Sie besaß auch noch ihre geschärften Sinne.
    Und in diesem Moment akzeptierte sie ihr Schicksal. Es war kein Traum. All dies passierte wirklich.
    Sie legte den Schwanz über die Schnauze und versuchte wieder einzuschlafen. Sei es auch nur, um der verwirrenden Realität noch eine Weile zu entfliehen.
    „Mond, bist du wach?“, fragte da eine vertraute Stimme.
    Kylie blinzelte irritiert. Ihr wollte nicht einfallen zu wem diese Stimme gehörte.
    Vielleicht zu Krähenfeder? Sofort schlug sie die Augen auf und blickte in das besorgte Gesicht von Rennpfote.
    Enttäuschung machte sich in ihr breit. Aber warum? Sie hatte doch nicht ernsthaft gehofft, dass dieser arrogante Kater nach ihr sehen würde, oder?
    Doch genau das hatte Kylie gehofft, was sie nur noch mehr verwirrte.
    „Ja“, murmelte sie.
    „Wie geht es dir?“ Rennpfote setzte sich neben sie.
    Erst da fiel ihr die Maus auf, die er neben ihrem Moosbett abgelegt hatte. Kylie versuchte sich auf zu rappeln, aber sie fühlte sich noch zu schwach und gab es deshalb auf.
    „Soweit so gut. Ich fühle mich als hätte mich ein Zug überfahren!“
    „Ein Zúg?“Rennpfote wirkte ziemlich verwirrt.
    „Ach, nicht so wichtig. Warum hast du dich mit Eulenpfote gestritten?“
    „Er hat gesagt, dass er der bessere Jäger von uns zweien sei und ich habe dagegen gehalten. Apropos Jäger, wie läuft es mit deinem Training?“
    „Mh… Super…“, antwortete Kylie eher wenig überzeugend.
    „Wir können ja Mal einen Wettkampf im Jagen machen. Wer am meisten Beute fängt hat gewonnen“, schlug er mit leuchtenden Augen vor.
    Du magst zwar eine miserable Jägerin sein, dafür bist du aber umso besser im Kämpfen, erinnerte sich Kylie an Federschweifs Worte.
    „Ähm wie wäre es, wenn wir statt einem Wettkampf im Jagen einen Kampfwettbewerb machen?“
    Er sah sie überrascht an, aber dann sprang er auf und rief begeistert: „ Ich werde gleich unseren Mentoren Bescheid sagen.“ Und schon war er aus dem Heilerbau verschwunden.
    Kylie sah ihm eine Weile nach und beäugte dann die Maus, die er ihr mitgebracht hatte. Ob sie auch so lecker schmeckte wie die, die Federschweif ihr gefangen hatte? Sie würde es gleich erfahren.
    Kylie beugte sich nach vorne und biss hinein. Sie war zwar nicht ganz so lecker wie die Beute aus dem Sternen Clan oder die Pilz Pizza von Zuhause (welche sie nie wieder essen würde!) aber es war okay.
    „Also, muss ich jetzt Rennpfote beauftragen dir Frischbeute zu bringen, damit du sie überhaupt anrührst?“, fragte eine belustigte Stimme hinter ihr.
    Kylies Herz machte einen Satz. Langsam drehte sie den Kopf zu ihrem Mentor und blickte ihm in die meerblauen Augen.
    „Ich esse die Frischbeute nicht, weil Rennpfote sie mir gebracht hat.“
    „Sondern? Hast du etwa beschlossen, dass sie doch keine Familien haben?“
    Wäre er ein Mensch, hätte er bestimmt jetzt die Augenbrauen hochgezogen.
    „Nein, ich…“, sie zögerte. Immer wenn sie das Thema Federschweif ansprach, wurde er so traurig. Kylie mochte es nicht, wenn er traurig war.
    Omg Kylie! Was ist denn mit dir los? Bist du jetzt seine Mutter, die sich um ihn sorgt oder was. Kann dir doch egal sein, ob er traurig ist oder nicht! War es aber nicht.
    „Ich erzähle es dir vielleicht später!“ Er legte den Kopf schief und musterte sie misstrauisch.
    Er sah einfach total gut aus.
    Kylie! Er ist ein Kater kein Mensch!, rief ihr inneres Teufelchen.
    Aber ein verdammt gutaussehender Kater. Außerdem ist er nett und freundlich und so… Hach!, flüsterte ihr Engelchen.
    Wie bitte? Er ist das größte Arschloch das es gibt!, hielt das Teufelchen dagegen.
    Oh Gott, sie war bereit für die Psychiatrie! Demnächst würde sie sich noch einbilden, dass ein Teufelchen auf ihrer rechten und ein Engelchen auf ihrer linken Schulter saß. Schnell schüttelte sie den Kopf um diese seltsamen Gedanken zu verdrängen und versuchte sich auf das zu konzentrieren, was Krähenfeder zu ihr sagte.
    „Rennpfote kam zu mir und hat gesagt, ihr wollt einen Kampfwettbewerb machen. Bist du dafür überhaupt in der Lage?“, er klang besorgt.
    „Ich werde das schon hinbekommen. Und dann mach ich ihn fertig!“
    Er räusperte sich und sah sie ernst an.
    „Ich will ja nicht deine Einstellung: Normalerweise sollten man seinen Schüler ermutigen und nicht runter machen! zunichte machen, aber wir haben noch kein einziges Mal kämpfen geübt! Du hast nicht die geringste Chance gegen einen Schüler, der kurz vor seiner Kriegerzeremonie steht!"
    Du bist ein richtiges Naturtalent im Kämpfen!, hatte Federschweif gesagt. Wenn sie es geschafft hatte gegen einen Hund anzukommen, wieso sollte sie es dann nicht auch schaffen einen Schüler zu besiegen?
    „Wir werden sehen!“, erwiderte sie trotzig. Er starrte sie an, sagte aber nichts.
    Eine Weile saßen sie sich nur gegenüber und sahen sich in die Augen.
    „Wir müssen reden!“ Oo, das hört sich nicht gut an!
    „Was ist gestern passiert?“ Was sollte sie darauf antworten?
    „Wie meinst du das?“, fragte Kylie und stellte sich dumm. Er kniff die Augen zusammen.
    „Du weißt ganz genau, was ich meine!“, knurrte er. Schnell wich sie seinem Blick aus.
    „Also ich…“
    „Wir können los! Spinnenfuß ist damit einverstanden und Eulenpfote möchte auch mitmachen!“, rief Rennpfote und stürzte in den Heilerbau.
    „Hey, mein Bau ist kein Platz für Große Versammlungen!“, fauchte da ein sichtlich aufgebrachter Rindengesicht, der seinen Kopf in den, jetzt überfüllten, Heilerbau gesteckt hatte.
    „Wir reden später!“, zischte Krähenfeder bevor er sich an Rindengesicht und Rennpfote hinaus ins Freie quetschte. Kylie wollte Rennpfote folgen, der ebenfalls den Bau verließ, doch Rindengesicht hielt sie zurück.
    „Wo willst du hin?“
    „Naja, wir machen jetzt einen Kampfwettbewerb mit allen Schülern und…“ „… du wirst nicht mitmachen!“ Empört sah sie ihn an.
    „Werd ich wohl!“
    „Nein. Du bist meine Patientin und hattest gestern noch eine schwere Vergiftung. Da kannst du doch nicht ernsthaft glauben, dass ich dich heute auf ein Kämpfchen mit den anderen Schülern gehen lasse!“
    „Aber genau das werde ich tun und du kannst mich nicht aufhalten!“
    Mit erhobenem Schwanz stolzierte sie an ihm vorbei aus dem Heilerbau. Draußen warteten schon Spinnenfuß mit Rennpfote, Fetzohr mit Eulenpfote und Krähenfeder auf sie.
    Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum „Kampfplatz“. Der Trainingsort war eine kleine Kuhle, in der ein paar Steine lagen und außen herum ein paar Büsche wuchsen.
    Sie war nicht so geschützt wie das Lager, aber zum trainieren reichte es. Sie lag in der entgegengesetzten Richtung zum See, also in Richtung Berge.
    Der Sonne nach zu urteilen, war es um die Mittagszeit. Kylie wusste, dass es töricht war jetzt schon einen Wettkampf auszuführen.
    Nicht, weil sie noch nicht so viel mit Krähenfeder geübt hatte, sondern, weil sie noch geschwächt war. Und den besorgten Blicken ihres Mentors zufolge, die sie öfters spüren konnte, sah er es genau so. Aber sie wollte ihm beweisen dass sie gut war.
    Als sie angekommen waren, diskutierten die drei Mentoren wie der Wettkampf ablaufen sollte und wer gegen wen kämpft.
    Währenddessen unterhielt Kylie sich mit Rennpfote und Eulenpfote übte noch einmal ein paar Kampftechniken.
    Unauffällig beobachtete sie ihn dabei und versuchte sich einige Kampftechniken einzuprägen. Da hörte sie Pfoten Getrappel und als sie sich umdrehte kam Rindengesicht angesaust.
    Er hatte Kräuterzeugs und ein Moosbüschel im Maul. Okay?
    Als er bei ihnen ankam ließ er es vor Kylie fallen und funkelte sie böse an.
    „Du bist genauso ein Dickschädel wie dein Mentor! Aber gut, wenn ich dich nicht davon abhalten kann, wirst du wenigstens diese Kräuter essen und etwas trinken, bevor du dich in eine Schlacht stürzt, verstanden?“
    Kylie gab sich geschlagen und schluckte die Kräuter herunter, die er ihr mitgebracht hatte. Sie waren ziemlich bitter, aber sie beschwerte sich nicht. Dann schob Rindengesicht ihr einen, in Wasser, getränkten Moosbüschel vor die Schnauze, aus welchem Kylie brav das Wasser trank.
    Sie warf ihm einen dankbaren Blick zu. Auch wenn sie es nicht zugeben würde, jetzt fühlte sie sich eindeutig besser und gestärkter.
    Mit einem letzten wütenden Blick auf Kylie, drehte Rindengesicht sich wieder um und marschierte zurück zum Lager.

    14
    ((bold))((unli))11. Der Wettkampf (Teil 2)((ebold))((eunli)) „Also, seid ihr bereit?“, fragte Spinnenfuß seinen Schüler Rennpfote und Eulenpfote
    11. Der Wettkampf (Teil 2)

    „Also, seid ihr bereit?“, fragte Spinnenfuß seinen Schüler Rennpfote und Eulenpfote. Die Mentoren hatten entschieden, dass zuerst die beiden Kater gegeneinander kämpfen sollten. Sie hatten Kylie erstmal außen vor gelassen, weil sie bisher noch nie mit ihrem Mentor trainiert hatte und aufgrund ihrer „Schwäche“.
    Als Krähenfeder ihr das gesagt hatte, war sie wütend geworden und sie hatten sich, mal wieder, gestritten.
    „Also, als erstes werden Rennpfote und Eulenpfote gegeneinander kämpfen. Der Verlierer tritt gegen dich an und wer von euch beiden gewinnt, tritt gegen den Gewinner der ersten Runde an. Wer diese dritte Runde gewinnt, ist der Sieger. Okay?“
    „Warum darf ich nicht in der ersten Runde mitkämpfen?“, hatte Kylie gefragt.
    „Ich habe vorgeschlagen, dass du dich erst noch einmal ausruhst und da du relativ schwach bist…“
    „Wie bitte? Willst du damit etwa sagen, dass ich es nicht schaffe gegen einen Jungen zu gewinnen, weil sie ja generell viel stärker sind als Mädchen? Ich glaub` es hackt! Du hast mich doch noch nicht richtig kämpfen sehen und „nur“ weil ich ein Mädchen bin, heißt das noch lange nicht, dass ich schwächer bin als Rennpfote oder Eulenpfote!“, hatte sie ihn angefaucht.
    Krähenfeder war ziemlich überrascht gewesen, bevor er ebenfalls wütend geworden war.
    „Ich habe nie gesagt, dass du schwächer bist als Rennpfote oder Eulenpfote! Ich wollte dir nur noch ein wenig Ruhe gönnen, damit du dich nach deiner Vergiftung wieder daran gewöhnen kannst auf den Beinen zu sein. Und was um des Sternen Clans willen ist ein Mädchen?“, hatte er knurrend erwidert.
    „Ha, wer`s glaubt wird selig! Du hättest es doch nur nicht ertragen, dass deine Schülerin schon gleich in der ersten Runde verliert und du dann als totaler Trottel da stehst. Du traust es mir doch überhaupt nicht zu, dass ich gegen einen von den beiden gewinne.“ Kylies Fell hatte sich bei diesen Worten wütend gesträubt.
    Er hatte sie mit glühenden Augen angesehen und kalt erwidert: „ Würde ich es dir nicht zutrauen, dass du gegen einen der beiden gewinnst, dann würdest du nicht hier stehen. Ich wollte wissen, wer der Schwächere der beiden ist, damit du zuerst gegen ihn antreten kannst um in Form zu kommen. Es ist wirklich traurig, wie wenig du deinem Mentor vertraust, Mond!“
    Mit diesen Worten hatte er sich umgedreht und war auf die andere Seite gelaufen, von wo aus die anderen sie schon neugierig beobachtet hatten.
    Nun standen Eulenpfote und Rennpfote sich gegenüber und warteten auf das Zeichen, um den Kampf zu beginnen. Fetzohr nickte ihnen zu und schon stürzten sich die beiden Kater auf einander. Kylie sah immer wieder zu Krähenfeder, welcher jeglichen Blickkontakt zu ihr mied. Okay, sie hatte sich aufgeführt wie eine Zicke! Wenn sie im nach hinein darüber nachdachte, hatte er es wahrscheinlich wirklich nur gut gemeint.
    Kylie fühlte sich auf gut deutsch Scheiße.
    Nichts funktionierte. Sie war eine Katze, konnte nicht mehr mit ihrer Familie reden und jetzt war auch noch ihr Mentor sauer auf sie.
    Nach einer Weile konzentrierte sie sich wieder auf die fauchenden Fellknäule vor ihr. Eulenpfote gab sich wirklich tapfer, aber am Ende siegte Rennpfote. Also musste Kylie jetzt gegen Eulenpfote kämpfen.
    Eulenpfote war der Schwächere der beiden Kater und verletzt, weshalb es ein Leichtes sein sollte ihn zu besiegen. Hatte Krähenfeder das damit gemeint, als er sagte, dass sie erst gegen den Verliere kämpfen würde um in Form zu kommen?
    Sie sah wieder zu ihrem Mentor, doch er mied ihren Blick immer noch.
    Rennpfote jaulte triumphierend auf und drehte sich stolz zu seinem Mentor um. Spinnenfuß strich ihm anerkennend über die Schulter und sagte etwas zu ihm.
    Kylie nutzte die Gelegenheit und lief zu ihrem Mentor.
    „Tut mir Leid!“, flüsterte sie. Er drehte den Kopf zu ihr und nickte kurz, aber sie konnte deutlich sehen, dass er immer noch sauer war.
    Kylie konnte es ihm nicht verübeln.
    Eulenpfote kam zu ihr gehüpft.
    „Und, bist du bereit Mond? Ich will dich ja nicht beunruhigen oder so, aber ich mach dich fertig!“
    Sie wollte gerade etwas erwidern, als das Krähenfeder zu ihrer Überraschung übernahm.
    „Wir werden sehen“, sagte er ruhig.
    Kylie stellte sich vor Eulenpfote und wartete geduldig. Sie beobachtete ihr Gegenüber ganz genau und versuchte eine Schwäche auszumachen, so wie ihr Sifu* es ihr gezeigt hatte.
    Vielleicht konnte sie nicht dieselben Kampftechniken anwenden die sie als Mensch gelernt hatte, aber sie könnte versuchen sie auf einen Katzenkörper abzustimmen.
    Plötzlich tauchten in Kylies Kopf Katzen mit Trainingsanzügen auf, die gegeneinander kämpften.

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    Die Idee war so lächerlich, dass sie nur mit Mühe einen Lachanfall unterdrücken konnte. Eulenpfote sah sie mit leuchtenden Augen an und wartete darauf sich endlich auf sie zu stürzen.
    Sein ganzer Körper stand unter Spannung.
    „Hey, Kleiner, du musst dich nicht so verkrampfen, ich tu dir schon nicht weh!“, stichelte Kylie. Eulenpfote kniff die Augen zusammen und knurrte. Er warf einen kurzen Blick auf seinen Mentor und als dieser nickte, stürzte er sich sofort auf Kylie.
    Sie bemerkte bei dieser Bewegung, dass er die rechte Hinterpfote mit zog und erkannte, dass er dort verletzt war. Schnell machte sie einen Satz zurück und seine Pfote verfehlte sie um Haaresbreite.
    Kylie stieß gegen die Schulter von der Pfote, die noch in der Luft war und sie verfehlt hatte.
    Durch diesen Stoß drückte sie ihm seine andere Vorderpfote weg und da er auf seinem verletzten Hinterbein nicht so gut stehen konnte, verlor er das Gleichgewicht und landete auf dem Boden.
    Sofort sprang Kylie auf ihn, bearbeitete seinen Bauch mit den Hinterpfoten, während Eulenpfote verzweifelt versuchte, sich aus ihrem Griff zu befreien. Schließlich vergrub sie ihre Zähne an seiner Kehle und hätte sie fest zugebissen, dann hätte sie ihn umbringen können.
    Doch stattdessen ging sie von ihm herunter und beobachtete wie er mühsam wieder auf die Pfoten kam.
    „Das war nur Glück! Außerdem habe ich die meiste Kraft schon eingesetzt, als ich gegen Rennpfote gekämpft habe!“, fauchte er.
    „Ja, natürlich und zusätzlich hat dich noch die Sonne geblendet“, schnaubte Kylie.
    Fetzohr sah nicht besonders begeistert aus, aber er schnippte mit dem Schwanz in Richtung seines Schüler und sagte: „Los, wir gehen zurück zum Lager, damit Rindengesicht sich den Kratzer an deiner hinteren Pfote ansehen kann!“
    Murrend folgte er ihm, ohne sich noch einmal zu den anderen umzudrehen. Plötzlich sprang Rennpfote vor sie, Kopf und Vorderpfoten auf den Boden gepresst und das Hinterteil in die Höhe gestreckt.
    Sein Schwanz peitschte angriffslustig hin und er.
    Spielerisch funkelte er sie an und miaute: „Na, dann wollen wir Mal sehen, ob du mich auch so schnell von den Pfoten hauen kannst!“
    Kylie ließ sich in dieselbe Stellung fallen und erwiderte: „Schneller als dir lieb ist auf jeden Fall, Kätzchen!“ Er schnurrte und sah sie belustigt an.
    Ein warmes Gefühl machte sich in Kylie breit. Sie hatte hier Freunde gefunden und dass, obwohl sie Welten von den Katzen trennte.
    „Seid ihr zwei bereit?“, fragte Krähenfeder. Beide nickten, ohne sich dabei aus den Augen zu lassen.
    „Na, dann los!“
    Keiner bewegte sich.
    Jeder wartete darauf, dass sein Gegenüber zuerst angriff. Schließlich machte Kylie einen Satz nach vorne, um ihm die Pfoten unter dem Körper weg zu ziehen, doch Rennpfote stellte sich blitzschnell auf die Hinterpfoten und fuhr ihr mit seiner Vorderpfote über die Ohren.
    Kylie wollte sich unter dem Schlag wegducken, wurde aber dennoch leicht gestreift. Sie machte einen Satz nach vorne, direkt in den Bauch von Rennpfote und fegte ihn somit von den Füßen.
    Bevor sie sich jedoch in seinem Fell festbeißen konnte, rollte er sich unter ihr weg und sprang mit einem Satz wieder auf die Pfoten.
    Sie wollte sich zu ihm umdrehen, um ihn erneut anzugreifen, doch da war er schon auf ihren Rücken gesprungen und schlug die Krallen in ihr Fell.
    Kylie fauchte auf und warf sich auf die Seite. Seine eine Pfote war zwischen ihrem Körper und dem Boden eingequetscht. Er ließ sie los, um seine Pfote zu befreien, doch bevor er wieder auf den Beinen stand, hatte sie sich auf ihn gestürzt.
    Rennpfote rollte mit ihr über den Boden und versuchte sich über sie zu schieben. Gemeinsam rollten sie gegen einen Stein.
    Rennpfote lag unter ihr und wollte seine Hinterbeine in ihren Bauch treten, doch Kylie erkannte was er vorhatte und reagierte zuerst. Sie stemmte ihm die Beine in den Bauch und drückte ihn dabei so fest zu Boden, wie sie nur konnte.
    Keuchend versuchte er sich unter ihr wegzudrehen, was ihm jedoch nicht gelang. Nach einer Weile schnaufte er schließlich:„ Lass mich los, du hast gewonnen!“
    Gesagt getan. Schwer atmend stieg sie von dem Kater runter und setzte sich mit zerzaustem Fell neben ihn.
    „Nicht schlecht!“, sagte er.
    Kylie sah ich an und schnurrte: „ Ich habe doch länger gebraucht als gedacht, um dich fertig zu machen.“
    Nun kamen auch ihre Mentoren dazu.
    „Gut gekämpft, alle beide!“ miaute Spinnenfuß.

    Auf dem Rückweg ins Lager ließ Kylie sich bis zu Krähenfeder zurückfallen, der ganz am Ende ihrer kleinen Truppe lief.
    „Warum hast du zuerst gesagt, dass du es mir nicht zutraust gegen Eulenpfote und Rennpfote zu gewinnen, aber dann vollkommen davon überzeugt warst, dass ich es doch schaffe?“
    „Ich habe nicht gesagt, dass du es nicht schaffst.“
    „ Doch. Du sagtest: Du hast nicht die geringste Chance gegen einen Schüler, der kurz vor seiner Kriegerzeremonie steht.“
    „Dann habe ich mich wohl geirrt.“
    „Nein, du hast gelogen. Denn in Wirklichkeit hast du gewusst, dass ich es schaffe. Warum also hast du mir das Gegenteil erzählt und warum warst du dir dabei so sicher, dass ich doch gewinne?“ Er schwieg eine Weile bevor er antwortete.
    „Ich wollte nicht, dass du dich gleich nach deiner Vergiftung überanstrengst. Es hätte dir gutgetan, wenn du dich noch weiter ausgeruht hättest. Außerdem habe ich gesehen, wie du mit dem Hund gekämpft hast. Es brauchte keinen Profi um zu sehen, dass das nicht dein erster Kampf war. Um ehrlich zu sein hat es mich überrascht, denn normalerweise sind Hauskätzchen nicht so gut im Kämpfen“, er warf ihr einen Seitenblick zu und verlangsamte seine Schritte noch Mal.
    Spinnenfuß und Rennpfote waren ihnen schon um einiges voraus.
    Kylie erwiderte darauf nichts.
    Nicht, weil sie die Frage in seinem letzten Satz nicht herausgehört hatte, sondern weil sie nicht wusste, was sie darauf hätte antworten sollen.
    Hey, Krähenfeder, eigentlich bin ich ja ein Mensch und ob du es glaubst oder nicht, ich habe als Mensch das Kämpfen gelernt! oder Bitte halt mich jetzt nicht für verrückt, aber ich habe als Mensch einen Kampfsport namens Wing Tsun gemacht und ob du es glaubst oder nicht, es ist gar nicht schwer die ganzen Übungen für Katzen anzupassen! Ist das nicht genial?
    Nein, so auf jeden Fall nicht.
    „Apropos, Hund. Was genau ist da eigentlich passiert? Ich meine, warum warst du so nass und warum war der Hund hinter dir her? Was hattest du mitten in der Nacht außerhalb des Lagers zu suchen und warum isst du auf einmal Frischbeute?“
    Kylie schwieg erneut eine Weile, doch Krähenfeder drängte sie nicht und ließ ihr alle Zeit der Welt um zu antworten. Inzwischen hatten sie das Lager schon fast erreicht.
    Aber bei diesem Tempo wäre wahrscheinlich sogar eine Schnecke schneller da gewesen.
    „Erstens war es nicht mitten in der Nacht, sondern schon fast Morgen und zweitens möchte ich darüber jetzt nicht mit dir sprechen. Ich verspreche dir, dass ich es dir erklären werde, aber nicht jetzt sondern morgen!“
    Krähenfeder war zwar sichtlich nicht zufrieden mit dieser Antwort, aber er nickte knapp. Es sah so aus, als wollte er noch etwas erwidern, doch in dem Moment erreichten sie das Lager.
    Kylie konnte schon Rennpfote hören, der allen Katzen voller Elan berichtete, was genau beim Wettkampf passiert war.
    Sie dagegen konnte ein Gähnen gerade noch unterdrücken und freute sich auf ihren wohlverdienten Schlaf.



    * Der Sifu-Titel ist ein besonderer Ehrentitel. Es heißt übersetzt "väterlicher Lehrer" und liegt in der chinesischen Familientradition des Dynamic VingTshun begründet. Sifu zu sein bedeutet eine besondere Verantwortung zu übernehmen.

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1457876287
Warrior Cats - Das Tier in mir
Warrior Cats - Das Tier in mir
Kylie und ihre Familie ziehen an einen See mitten im Wald, wobei sie nicht wissen können, dass er schon von vier Katzen Clans bewohnt ist. Als sie eines Nachts im Mondsee baden geht, ist nichts mehr wie zuvor. Kylie erwacht mit vier Pfoten, einem Schnur...
http://www.testedich.de/quiz40/quiz/1457876287/Warrior-Cats-Pfotenspuren
http://www.testedich.de/quiz40/picture/pic_1457876287_1.jpg
2016-03-13
406A
Warrior Cats

Kommentare Seite 4 von 4
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Lichtertanz ( von: Blütenpfote )
Abgeschickt vor 83 Tagen
Ja, genau ❕❕❕❕❕
Ascona ( von: Ascona )
Abgeschickt vor 83 Tagen
Bitte bitte schreib weiter
Blauherz ( von: Blauherz )
Abgeschickt vor 84 Tagen
Gut gemacht!😀😊😊
Bitte mach mehr 💙💙
Lichtertanz ( von: Blütenpfote )
Abgeschickt vor 105 Tagen
Schreibst du überhaupt noch ?
Goldpfote 😸 ( von: Blütenpfote )
Abgeschickt vor 127 Tagen
Cool. Finde ich toll
Tüpfelfell ( von: Tüpfelfell )
Abgeschickt vor 129 Tagen
Hab ich mal^^
Blütenpfote ( von: Blütenpfote )
Abgeschickt vor 133 Tagen
@Tüpfi, woher weißt du eigentlich so viel über diesen Kampfsport ?
Übst du ihn selber aus ?
Birkenherz ( 4.218 )
Abgeschickt vor 153 Tagen
Diese Geschichte ist so was von der Hammer! Du musst ganz ganz ganz schnell weiterschreiben! Bitte schreib weiter! Ich bin schon so sehr gespannt!
LG Birkenherz
Goldpfote 😸 ( von: Blütenpfote )
Abgeschickt vor 155 Tagen
Echt ! Ohne Worte ! Mach unbedingt weiter !
*Silberherz* ( 5.174 )
Abgeschickt vor 156 Tagen
Richtig gut! Schreib unbedingt weiter!!!!!!!!!
Tüpfelfell ( von: Tüpfelfell )
Abgeschickt vor 168 Tagen
Danke für eure Feedbacks:) Ich habe es endlich geschafft ein neues Kapitel hochzuladen, ich hoffe es passt😊
Silbermond ( 7.160 )
Abgeschickt vor 205 Tagen
Die geschichte ist richtig schön! Und das beste ist: ich habe mir selber (bevor Ich diese hier gelesen habe) fast genau dieselbe geschichte ausgedacht! Ein Mädchen wird in eine Katze verwandelt und geht immer zwischen der menschen und der katzenwelt hin und her. Doch irgendwann muss sie sich entscheiden ...
Aber nochmal:die geschichte ist richtig gut! Du kannst super schreiben und es ist alles logisch. Kylie wechselt nur ziemlich oft das Thema! Aber krähenfeder ist soo süß! Ich wäre dann wohl eher das engelchen ;)! Wo gibt es die fortsetzung? Ich bin süchtig!
Farnherz ( 14.51 )
Abgeschickt vor 228 Tagen
Gaaaaanz großes Lob!!!! Das hast du echt cool gemacht!
Tüpfi ( 3.238 )
Abgeschickt vor 240 Tagen
Okay danke für dein Feedback Jata Arion;)
Jata Arion ( 46.98 )
Abgeschickt vor 241 Tagen
Ich bin echt gespannt, ob Kylie den Kampf gewinnen wird! Aber ein bisschen hat Funkelndes Meer Recht: Es war ein bisschen lang gezogen. Trotzdem ein großes Lob und schreib ganz bald weiter! ;)
Tüpfilein ( 3.238 )
Abgeschickt vor 243 Tagen
Sie ist ja noch nicht vorbei, Funkelndes Meer;) Und an die anderen Danke♥
Funkelndes Meer ( 5.161 )
Abgeschickt vor 243 Tagen
Super Geschichte ! Aber ich fand sie am Schluss etwas langweilig .
Goldpfote ( 203.5 )
Abgeschickt vor 243 Tagen
Sehr schön geschrieben.
Funki ( 8.251 )
Abgeschickt vor 244 Tagen
Was soll man da noch sagen, außer es ist einfach wieder supergalaktischobermegatoll !!! 😆😸😸👍👍👍👍👍
Tüpfelfell ( 3.238 )
Abgeschickt vor 244 Tagen
Ein neues Kapitel ist da, ich hoffe es gefällt euch;)