Springe zu den Kommentaren

Lass uns spielen... (Yugioh)

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
1 Kapitel - 2.625 Wörter - Erstellt von: Yamiyo - Aktualisiert am: 2016-03-09 - Entwickelt am: - 878 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Dieser OS war ganz spontan und ist um ehrlich zu sein etwas... Verstörend? Sagen wir es mal so: Dass Yuri nicht mehr alle Tassen im Schrank ist, ist ja bekannt, genauso wie seine Vorliebe für Spiele, aber das... Ab 14 Jahren als Vorsichtsmaßnahme!

1
Dunkelheit. Quälend stille, undurchdringliche Dunkelheit. Nichts war zu hören, außer das Rauschen in meinen Ohren und dem pochenden Herzschlag. Dumpfer Schmerz durchzog meinen Kopf und hinterließ ein flammendes Feuer. Was war nur passiert? In meinen Erinnerungen tobte ein gewaltiger Sturm, sodass ich kaum einen klaren Gedanken fassen konnte. Mühsam öffnete ich den Mund und brachte mit krächzender Stimme heraus: „Wo bin ich?" Da hörte ich im Hintergrund ein Rascheln, gefolgt von einer Frage, die mich erschaudern ließ. „Ah, du bist wach... Du hast dir ganz schön Zeit gelassen, Yugo. Beinahe wäre mir langweilig geworden..." Diese Stimme... Durch ihren Klang fiel mir weder alles ein. Ich hatte mich duelliert mit der Person, die ich jahrelang gesucht hatte. Yuri, der verfluchte Entführer meiner Kindheitsfreundin Rin, hatte mich mit seinem "Starve Venom Fusion Dragon" angegriffen. Nur was war dann passiert? „Wo bin ich?" fragte ich erneut und wollte die Augen öffnen, um ihn endlich zu sehen, als ich geschockt bemerkte, dass ich die Lider bereits gehoben hatte. Hatte mir dieser Mistkerl etwa die Augen ausgestochen und dann Betäubungsmittel verabreicht! Entsetzt griff ich mir ins Gesicht oder besser gesagt versuchte es. Denn ehe ich die Hände richtig bewegen konnte, wurden sie schon aneinandergepresst und zurückgerissen. „Hey hey, nicht so hastig! Du tust dir nur weh!" warnte mich Yuri leise lachend, woraufhin ich wütend knurrte und genervt rief: „Spinnst du? Wieso fesselst du mich?" Verärgert riss ich erneut an meinen Fesseln, doch die waren leider robuster als erhofft. Kurzes Schweigen trat ein und ich hörte erneut leises Rascheln von Kleidung, dieses Mal jedoch viel näher. Ein leichter Luftzug streifte meine Wange und ließ mich erschaudern. Doch als ich plötzlich Yuris warmen Atem am Ohr spürte, musste ich mich sehr zusammenreißen, um nicht zusammenzuzucken. „Lass uns spielen, Yugo..." flüsterte er mit einem Unterton, den ich nicht wirklich zuordnen konnte? Aber er machte mir Angst. Große Angst sogar, besonders, weil ich ihm nicht ins Gesicht schauen konnte. „Kein Interesse!" zischte ich abweisend und versuchte, meinen Kopf von ihm wegzudrehen, doch plötzlich spürte ich kühle, erstaunlich zarte Finger, die mein Kinn umgriffen und mich so fixierten, dass ich mich nicht abwenden konnte. Diese verfluchte Augenbinde! Wie nah war Yuri mir? Und wo war er im Moment? Rechts? Links? Hinter mir? Auf einmal legte sich eine Hand direkt auf meine Brust und ich hörte im nächsten Moment ein leises Kichern. Dämonisch... „Huch, was ist denn das? Dein Herz rast ja, Yugo... Sag bloß, ich mache dir Angst?" „Träum weiter!" erwiderte ich so beherrscht wie möglich auf Yuris provozierende Frage hin und versuchte mich zu beruhigen, doch ich konnte mich irgendwie nur auf die kalten, kühlen Finger konzentrieren, die gerade auf meine Brust tippten, immer an eine andere Stelle. Kalte Schauder liefen mir den Rücken herunter und das blieb auch meinem Peiniger nicht verborgen. „Wie interessant, bekommst du etwa gerade Gänsehaut?" Nicht aufregen, Yugo. Nicht aufregen...Das ist nur Yuri... Yuri, der dich gerade begrabscht und - Moment... „Wieso bin ich obenrum nackt?" rief ich entsetzt und versuchte mich seinem Griff zu entwinden; dieses Mal ließ er es sogar zu. „Nackt? Das ist aber etwas übertrieben. Ich habe bloß deinen Oberkörper frei gemacht, mehr nicht. Sonst kann ich doch nicht mit dir spielen..." Wieder dieses unheimliche, wahnsinnige Kichern. „Mich fragst du dabei natürlich nicht, ob ich das überhaupt will!" erwiderte ich beleidigt und testete, ob ich meine Beine bewegen konnte. Mist, die waren auch an den Füßen gefesselt. Noch ehe ich weiter protestieren konnte, durchzuckte mich plötzlich stechende Kälte auf der Brust, die mich überrascht aufkeuchen ließ. „Na, wie fühlt sich das an, Yugo? Gefällt es dir?" hörte ich Yuri neben mir interessiert fragen, wobei er überraschenderweise überhaupt nicht spöttisch klang. Was sollte das werden? Ein Forschungsprojekt? „Was ist das?" wollte ich mühsam um Selbstbeherrschung kämpfend wissen und versuchte, ruhig zu atmen. Ich wollte Yuri doch nicht gewinnen lassen! „Eine Gabel aus dem Gasthaus nebenan. Extra für dich gestohlen!" erwiderte Yuri freundlich und ich hörte geradezu sein Lächeln. „Und warum–" Verwundert bemerkte ich, dass Yuri die Gabel wieder wegnahm und stattdessen das kühle Metall in meinen Nacken legte. Dieses Mal erschrak ich nicht ganz so sehr, vielleicht, weil das Metall bereits aufgewärmt worden war durch meine Körperwärme. „Schade, das wirkt nicht mehr... Dann brauchen wir wohl etwas Neues..." Enttäuscht ließ Yuri von mir ab und ich hörte leises Scheppern im Hintergrund. „Was machst du? Wieso lässt du mich nicht einfach in Ruhe?" fragte ich genervt und versuchte dabei, nicht flehend zu klingen. „Wir haben doch gerade erst angefangen! Keine Sorge, es wird dir Spaß machen! Und mir auch... Genieße es doch einfach–das ist viel schöner, als in eine Karte gesperrt zu werden, hm?" „Ansichtssache..." murmelte ich, aber so leise, dass Yuri es nicht hören konnte, schließlich bevorzugte ich das Leben außerhalb von Karton. „Warum probierst du das nicht an jemand Anderen aus? Ich bin nicht so sentimental, weißt du?" knurrte ich unwillig, woraufhin Yuri bloß gelassen meinte: „Findest du?" Eine kurze Sprechpause entstand, durchzogen von Rascheln, das sich in meine Richtung fortbewegte. Oh nein, bitte nicht schon wieder! Wieder konnte ich es mir nicht verkneifen, zusammenzuzucken, als Yuri weitersprach, besonders, weil er dieses Mal so frech war und sich einfach auf meinen Schoß setzte. Was fiel diesem Mistkerl ein? Wofür hielt der mich? Für ein Sitzkissen? Meine Beine waren schon halb eingeschlafen, da musste er nicht auch noch seinen Edelhintern draufpflanzen! „Meiner Meinung nach reagierst du wirklich mehr als zufriedenstellend. Du bist so ein gutes Forschungsprojekt." Erneut dieser seltsame Tonfall... Wie nah war er mir schon wieder? Mit Abscheu spürte ich, wie seine Jacke meine Brust streifte. Er war verdammt nahe! Was bezweckte er nur mit diesem Verhalten? „Geh runter, du hormongesteuerter Idiot!" fluchte ich genervt und wand mich unter ihm wie ein Wurm im Schnabel eines Vogels–leider ebenso erfolglos. Er kicherte bloß leise, was mein Herz für einen kurzen Moment aussetzen ließ, so gruselig hatte es geklungen, bevor er amüsiert meinte: „Hormongesteuert? Hätte nicht gedacht, dass du solche Wörter kennst, Yuugo..." „Yugo, verdammt! Wenn du jetzt noch mit meinem Namen anfängst, dann schwöre ich dir, ich–" Ehe ich aussprechen konnte, japste ich überrumpelt nach Luft, als ich etwas Heißes an meinem Hals spürte. Etwas sehr Heißes, das meine Haut zum Brennen brachte. Hoffentlich war das nur Einbildung, nicht, dass mich dieser Mistkerl abfackelte! „Du... W...Was machst du da zur Hölle?" brachte ich gequält hervor und versuchte vergeblich die brennende Hitze abzuschütteln. „Das ist ein Teller, in dem vor einigen Minuten noch Suppe war. Dementsprechend warm ist er. Faszinierend, wie unangenehm dir Hitze ist im Vergleich zu Kälte ist!" „Natürlich ist sie das! Du verbrennst mich hier gerade!" „Oh? Ehrlich?" „Ja, verdammt!" Mit Überraschung bemerkte ich, dass Yuri tatsächlich die Schüssel wieder von meinem Hals nahm und sie wegstellte, wie ich an einem Klock-Geräusch erahnen konnte. Doch auf Ruhe brauchte ich gar nicht zu hoffen, denn da traf mich schon der nächste Schock, als seine Fingerkuppen erstaunlich sanft über die verbrannte Stelle strichen und eine Spur von tauben Kribbeln und brennendem Schmerz hinterließen. „Tut es sehr weh?" Mit dieser Frage brachte er mich nun vollkommen aus dem Konzept. Wäre es jemand anderes gewesen, hätte ich mich über das Mitgefühl vielleicht sogar gefreut, aber das war Yuri und da war diese Freundlichkeit mehr als nur komisch. Es war verflucht unheimlich! „Durch dein Getatschter wird es sicher nicht besser! Warum lässt du mich nicht einfach gehen?" fragte ich verärgert, wobei es mir dieses Mal egal war, ob ich flehend klang oder nicht. Ich hatte die Nase gestrichen voll von diesen dämlichen Pyschospielchen! Doch Yuri dachte gar nicht daran, seine Finger wegzunehmen. Im Gegenteil, jetzt fing er sogar damit an, seltsame Muster mit seinen Fingern zu zeichnen. Moment, waren das überhaupt noch seine Finger? Das fühlte sich so hart an... „Yuri, ist das wieder deine Gabel?" wunderte ich mich irritiert, woraufhin Yuri erneut kicherte und dann antwortete: „Fast. So unkreativ bin ich nicht, dass ich Objekte in einer Sitzung mehrmals benutze. Das ist ein Kugelschreiber." „Du malst mich voll?" Entrüstet versuchte ich mich wegzudrehen, bis ich auf die Idee kam, nach Yuri einfach zu beißen. Und seinem überraschten Aufatmen zufolge, schien er damit nicht gerechnet zu haben. „Noch nicht, aber wenn du das noch mal versuchst denke ich darüber nach..." knurrte er etwas verärgert, wechselte dann jedoch sofort wieder in diesen gruseligen, freundlichen Tonfall. „Wie wär’s, wenn du so miserabel auf den Kugelschreiber reagierst, wir mit etwas Härterem weitermachen? Dein Verhalten schreit sowieso nach einer Bestrafung..." Dieser trällernde Tonfall gefiel mir ganz und gar nicht. Ich sollte mich darauf gefasst machen, gleich aufgespießt zu werden. Doch mal wieder hatte ich Yuri völlig falsch eingeschätzt, denn als nun auf meine Brust an mehreren Punkten eine stechende Kälte ausgebreitet wurde, die meine Haut betäubte, brauchte ich nicht lange zu raten. „Eis?" wollte ich verblüfft wissen, woraufhin Yuri erfreut in die Hände klatschte, was mich wiederum erschreckte und zusammenzucken ließ. „Ja, ganz genau! Eiswürfel, um genau zu sein–Nur für dich, Yugo!" Wenigstens sprach er dieses Mal meinen Namen richtig aus... Doch wie er jetzt die Eiswürfel über meine Brust hoch zu meinen Schultern und runter bis zu meiner Hüfte schob, ließ mich zu meinem Ärgernis nicht einmal halb so kalt wie die Foltermittel selbst. Leicht zappelte ich hin und her und versuchte zu verbergen, dass ich das kühle Nass mit der Zeit, als es begann zu schmelzen, sogar auf eine seltsame Weise genoss. Doch meinem Beobachter entging mein Stimmungswandel natürlich nicht, sodass er schließlich neugierig meinte: „Dein Gesicht wirkte ja auf einmal so entspannt–sag bloß, das gefällt dir, Yugo?" Ein leichter Lufthauch, verstärkt durch das Wasser auf meiner Brust, verriet mir, dass er sich wieder zu mir gebeugt hatte, was mein Herz schneller schlagen ließ. Wollte er mich jetzt dafür bestrafen? Weil er mich lieber leiden sehen wollte? „Du bist wirklich ein außerordentlich interessanter Mensch, Yugo..." hörte ich ihn da flüstern und mit einer Mischung aus Überraschung und Schreck spürte ich, wie sein warmer Atem meine Lippen kitzelte. So nah war er mir? Himmel, was hatte er nur jetzt schon wieder vor? „Leider habe ich in der kurzen Zeit nicht so viele Objekte gefunden, die dir würdig waren... Aber ein letztes Mal kann ich ja noch mit dir spielen..." wisperte er weiter, wobei ich verwirrt merkte, dass sein Atem, ebenso wie mein eigener, erstaunlich schnell ging. Hatte er sich selbst etwa auch dieser Prüfungen unterzogen, die ich durchstanden hatte? Oder war er vielleicht nur aufgeregt? Aus diesem Typen wurde ich wirklich nicht schlau... Zu dumm, dass ich durch diese Augenbinde noch in der Dunkelheit festgekettet war. „Das ist der letzte Test, Yugo... Für uns beide..." meinte Yuri ernst und nun war ich mir hundertprozentig, dass seine Stimme leicht zitterte. Was auch immer er vorhatte, dieses Mal schien es so, als würden wir beide leiden müssen. Ich wusste nur nicht, ob mich das freuen oder mir Angst machen sollte. Da spürte ich mit wie wild klopfenden Herzen, dass der Stoff von Yuris Jacke nun vollständig meine Brust berührte, ja, ich konnte sogar erahnen, wo sein Körper war, so nahe war er mir. Ungeduldig, ohne es richtig zu merken, versuchte ich meine Hände nach oben zu reißen, doch die waren ja leider noch immer gefesselt. So war ich Yuris Annäherung hilflos ausgeliefert und musste einfach abwarten. Doch plötzlich hielt mein Gegenüber in seinem Näherkommen verwunderlicherweise inne. Deutlich spürte ich seinen warmen, schnellen, geradezu gehetzten Atem auf meinen Lippen und die Wärme, die sein Körper ausstrahlte. Ode bildete ich mir das nur ein nach den ganzen Experimenten? War das der eigentliche Sinn dieser Prüfung gewesen? Mir jegliche Orientierung zu nehmen, sodass ich ihm vollkommen wehrlos ausgeliefert war? Warum hatte er mir dann nicht auch Wachs in die Ohren gestopft? Wahrscheinlich, weil er mit mir reden wollte. Aber trotzdem war sein Verhalten seltsam –besonders jetzt– was machte er da? Wieso fuhr er nicht fort? Wartete er den passenden Moment ab, um mich zu überraschen, wenn ich nicht mehr mit der nächsten Prüfung rechnete? Da hatte er sich aber geschnitten! Dieser letzte Test würde mal nach meinen Regeln ablaufen! Mit einem kleinen Grinsen hob ich leicht dem Kopf in der Annahme jetzt Yuri ungefähr ins Gesicht zu blicken und beugte mich leicht vor. Da hörte ich Yuri leise aufkeuchen, es klang fast ängstlich, und bevor ich mich versah, war er schon zurückgewichen, sogar von meinem Schoß geklettert. Ha, Sieg auf ganzer Linie! Aber das ihn dieser kleine Impuls von mir aus so verunsichert hatte... Wirklich erstaunlich. „Was ist, Yuri?" wollte ich spöttisch und provozierend zugleich wissen, woraufhin dieser nur mit heiserer Stimme entgegnete: „Das Spiel ist beendet." Hastig schien er seine Sachen zusammenzuraufen und begann dann hinter mir herumzuwerkeln. Erst verstand ich gar nicht wieso, doch als die Seile von meinen Händen fielen, wurde mir klar, dass er meine Fesseln durchtrennt haben musste. Das wurde ja immer besser! Er hatte aufgegeben und ich gewonnen? Doch leider war, noch ehe ich die Augenbinde vollends abgenommen hatte, im Hintergrund das Schlagen einer Tür zu hören. Yuri war tatsächlich geflohen. Vor mir. Das klang zu schön, um wahr zu sein... Und zugleich machte es mich auch irgendwie traurig... Was war nur mit mir los? Mit einem melancholischen Ausdruck starrte ich die Tür an und wisperte leise, so dass es niemand außer mir hören konnte: „Lass uns spielen, Yuri..."



Nachwort:
So... Wie geht es euch jetzt, liebe Leser? Ich hoffe, ihr habt jetzt nicht einen allzu falschen Eindruck von mir *verlegen lach* Dieses Ende des OS kann jeder anders interpretieren-ich wollte keine Vorgabe geben, besonders weil ich (warum auch immer) ein Pawnshipper bin. (Pawnshipping=Yuri x Yugo)
Würde mich echt freuen, wenn ihr mir schreiben würdet, wie ihr diesen OS findet, besonders, weil er ja nicht ganz so normal ist...
Liebe Grüße
Yamiyo

Disclaimer (bevor ich ihn vergesse^^): Weder Yugioh Arc V, noch seine Charaktere gehören mir und ich verdiene auch kein Geld mit FFs.

Kommentare (1)

autorenew

Rika Nara/Weasley (70562)
vor 271 Tagen
Schöne Geschichte, hätte aber gern gewusst ob
die beiden nun zusammen kommen oder nicht!?