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Das Biest und der Tyrann - Teil 33

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1 Kapitel - 4.485 Wörter - Erstellt von: Ronja - Aktualisiert am: 2016-03-01 - Entwickelt am: - 1.615 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Endlich! Das lange warten hat ein Ende! Hier ist neues Lesefutter.

    1
    Kids Sicht
    Ich muss immer noch die Frage mit der Hochzeit klären. Zwar habe ich vor, sie bis zum letzten Tag zu lieben, aber diese Hochzeitsgeschichte ist sowas von unnötig. Wenigstens als Pirat! Trotzdem muss ich das jetzt mal klären. Oh Mann! Ich hätte nie gedacht, dass ich mal vor so etwas Angst haben werde. Naja, vielleicht keine Angst, aber ich mache mir doch ziemlich viele Sorgen. Wie soll ich sie am besten darauf ansprechen? Verdammt noch einmal! Diese Gefühlssachen sind nicht so wirklich mein Ding. Zu mindestens dann nicht, wenn es so tief geht. Ich bin gleich beim Schiff! Dann wird es ernst! Vielleicht ist sie auch noch gar nicht wach. Ach Quatsch! Natürlich ist sie schon wach. So spät, wie es jetzt ist. Sie hat bestimmt schon Frühstück gegessen. Oder vielmehr Brunch… Ich gehe aufs Schiff. Mein Magen zieht sich zusammen. Bin ich jetzt etwa im Ernst aufgeregt? Das kann doch nicht wahr sein! Ich bin empört über mich selber. Kann mir bitte noch einmal jemand aufzählen, was ich alles schon geschafft habe? Jemand muss mal ganz schnell mein Selbstbewusstsein wieder stärken. Auf dem Deck liegt niemand mehr rum. Deren Glück! Sonst wäre ich hier noch sauer geworden. Ich gehe durch den Speisesaal. Dort ist wildes Treiben. Die Meisten haben es wohl erst jetzt zum Tisch geschafft und essen. Grit kann ich nicht sehen. Ich gehe in meine Kajüte. Hier ist sie aber auch nicht. Macht nichts. Früher oder später, wird sie schon hier auftauchen. Es sei denn, sie ist noch einmal in die Stadt gegangen. Das wäre absolut scheiße! Dann müsste ich noch länger auf sie warten. Ich muss es JETZT machen, sonst halte ich das nicht aus. Vielleicht sollte ich sie suchen. Ja, das mache ich gleich. Aber erst einmal muss ich mich ein wenig beruhigen. Immer schön cool bleiben. Schließlich habe ich schon Könige, Seekönige und Marineoffiziere besiegt, ohne den geringsten Anflug von Nervosität oder Angst. Ich beruhige mich etwas. Ein bisschen meines Unbesiegbarkeitsgefühl kehrt zurück. Jetzt kann ich Grit suchen gehen. Ich ziehe meinen Mantel aus und stecke die Schnalle in meine Hosentasche. Also gut! Los geht’s! Upps! Oder auch nicht… Grit kommt gerade zur Tür rein. Ich grinse sie an. Sie lächelt. „Pass auf!“, sage ich gleich zu ihr und bin doch wieder aufgeregt. Grit bleibt erwartungsvoll stehen. Sie sieht mal wieder richtig gut aus. Mein Herz fängt an schneller zu schlagen. „Ich muss mit dir etwas Wichtiges besprechen, aber vorher: Ich habe eine neue Schnalle!“ Ich bin schon dabei meine Hand aus der Hosentasche zu ziehen, als ich ihren Gesichtsausdruck bemerke. Sie sieht entsetzt aus. Ich schaue sie verwirrt und auch ein bisschen verunsichert an. Ihre Waffen bedeuten ihr viel, das weiß ich. Ich dachte nicht, dass selbst die Gürtelschnalle für sie Bedeutung hat. Das kann man ja nicht ahnen. Grit schüttelt den Kopf den Tränen nahe. „Es tut mir Leid!“, sage ich vorsichtig. „Ich dachte, du würdest dich freuen. Hab sie extra für dich anfertigen lassen.“ Jetzt ist sie es, die verwirrt guckt. „Wovon redest du, verdammt noch einmal?“, fragt sie mit brüchiger Stimme. Ich ziehe meine Hand mit der Gürtelschnalle aus der Tasche und zeige sie ihr. „Von einer Schnalle! Habe ich doch gerade gesagt“, erkläre ich. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir beide aneinander vorbeireden. Grit schaut die Schnalle mit großen Augen an. Schließlich neigt sie leicht ihren Kopf, legt die Hand vor die Augen und schüttelt leicht ihren Kopf. Ihr Körper bebt leicht. „Ich bin so ein Vollidiot!“, sagt sie leise zu sich selbst. „Das stimmt nicht! Warum solltest du das sein?“, frage ich sie vorsichtig und komme etwas näher. Sie schaut auf und nimmt die Hand weg. Tränen laufen ihre Wangen runter. „Es tut mir Leid, Kid! Ich habe schlecht von dir gedacht“, gibt sie in reuevollem Ton zu. Noch immer verwirrt nehme ich sie in den Arm. Doch Grit kämpft sich frei und geht einmal um mich herum. Ich drehe mich zu ihr. Das Gefühl der Überraschung und Verwirrtheit will einfach nicht weichen. „Gestern habe ich eine alte Freundin von mir getroffen. Anna!“, erklärt sie. Hoffentlich verstehe ich all das gleich. Grits Stimme ist etwas fester. „Du kennst sie!“ Ich ziehe eine Augenbraue hoch. Der Name sagt mir nichts. „Flüchtig wahrscheinlich nur. Anna und ich haben uns lange nicht mehr gesehen, also haben wir uns ein bisschen unterhalten. Natürlich hatte sie schon irgendwo gehört, dass du und ich zusammen sind.“ Grit holt tief Luft. Es scheint, als würde jetzt das Problem kommen. „Sie meinte… puh… Sie hat davon erzählt, wie gut du im Bett bist und meinte, dass ich von Glück sprechen kann, dass wir noch keinen Sex hatten, denn danach wärest du weg, falls du mich nicht schon vorher verlassen würdest“, sagt sie schnell und schon kommen die Tränen. Ich bin überrascht. Verwirrt nicht mehr, aber überrascht, dass sie sich von sowas manipulieren lässt. „Es tut mir Leid“, sagt sie mit brüchiger Stimme, während die Tränen kullern. „Heute Morgen, als John erzählt hat, dass du noch was erledigen müsstest, kam mir plötzlich wieder der Gedanke. Ich wollte nicht zweifeln. Ehrlich, aber irgendwie dachte ich, dass du vielleicht Anna treffen würdest. Und also du eben gesagt hast, dass du eine neue Schnalle hast, dachte ich als erstes dass du mich abservieren wolltest. Ich fühle mich so schäbig, dass ich das gedacht habe. Ich… ich kann einfach nicht aufhören, an mir selber zu zweifeln.“ Ihre Stimme bricht endgültig weg. Grit steht vor mir und weint. Die Hände vorm Gesicht und gebeugter Haltung. Sie sieht so verletzlich und verletzt aus. Ich nehme es ihr nicht übel, dass sie so gedacht hat. Ich kann es verstehen. Schließlich hatte ich bis vor kurzem keine gute Moral. Ich habe mir genommen, was ich wollte. Frauen, Alkohol, Schätze! Egal was es war. Ohne Rücksicht auf irgendwas! Und um ehrlich zu sein, war ich oft angewidert von mir selbst. Das endete meist in noch mehr Alkohol und noch mehr Frauen. Ich würde nicht sagen, dass ich mich jetzt von Grund auf geändert hätte. Das wäre gelogen! Aber in einem Punkt habe ich mich ganz radikal geändert. Es gibt nur noch eine Frau in meinem Leben und da ist kein Platz für irgendeine zweite. „Grit“, sage ich und merke gleich, dass es falsch klang. Es hörte sich nicht liebevoll an, sondern tonlos. Sie schaut auf. Ich gehe einen Schritt auf sie zu, aber sie weicht zurück. Noch einen Schritt und sie geht wieder zurück. Aber dann ist der Schreibtisch hinter ihr. Ich schaue in ihre Augen und was ich sehe ist Angst. Angst vor meiner Antwort. „Grit, ich…“ Ich breche ab. Es ist blöde, wenn ich so auf sie herab gucke. Ich packe sie bei der Taille, hebe sie hoch und setze sie auf den Tisch. Jetzt sind wir gleich hoch. Vorsichtig wische ich mit dem Daumen ein paar Tränen aus ihrem Gesicht. „Ich verzeihe dir!“, sage ich sanft. „Ich kann verstehen, dass du so gedacht hast. An deiner Stelle hätte ich vermutlich das Gleiche gedacht. Aber hör mir zu!“ Ich lege meine Hände auf ihre Oberschenkel. „DU bist die Einzige für mich. Ich liebe dich! Hast du gehört? Ich liebe dich! Und wenn du es möchtest, wenn du es brauchst, damit deine Zweifel verfliegen, dann werde ich dich heiraten. Ich werde dir ein Heiratsantrag machen und du wirst dir ein Brautkleid aussuchen. Es wird eine richtige Hochzeit geben. Ich würde alles für dich tun. Eins musst du aber wissen: Auch wenn wir nicht heiraten, werde ich doch immer an deiner Seite sein. Ich werde dir treu sein und ich werde ganz sicher nicht nach dem Sex abhauen. Ich werde auch nicht vorher abhauen. Ich werde überhaupt niemals abhauen. Grit! Ich sag es noch einmal: Ich. Liebe. Dich.“ Geschafft! Jetzt muss ich nur noch ihre Reaktion abwarten. Grits Augen werden wieder wässrig. Wahrscheinlich waren sie überhaupt nicht trocken. Sie schaut mich sprachlos an. Es scheint, als wollte sie mir aber etwas sagen. „Ich…“, flüstert sie und stockt wieder. „Ich brauche keine Hochzeit!“ Sie packt mich bei den Schultern und zieht mich zu ihr ran. Einen Augenblick später spüre ich ihre weichen Lippen auf meinen. Der Moment der Überraschung verfliegt schnell, dafür legt mein Herz einen Zahn zu beim Schlagen. Grit hält mich am Kopf fest und schlingt ihre Beine um meine Hüfte. Es ist ein Kuss vor lauter Verlangen. Ich spüre ihr ganzes Wesen in diesem Kuss. Ihre Lebensfreude, ihre Leidenschaft, ihre Liebe. Ich erwidere den Kuss mit all meinen Gefühlen, die ich für sie empfinde. Meine Hände sind an Grits Hüfte, aber da kann ich sie nicht lassen. Ich wandere hin und her. Mal vergrabe ich meine Hände in Grits Dreads, mal umklammere ich ihren Körper. Ich halte sie mal fester und mal weniger fest. Es ist wild! Ich kann nicht genug von Grit kriegen. Und ihr geht es genauso. Das spüre ich. Grits Hände wandern meinen Oberkörper entlang nach unten. Einen Moment später spüre ich, wie mein Waffengürtel abfällt. Sie hat Recht! Der war mehr als störend. Ich fahre mit der Zunge über Grits Unterlippe. Ich will, dass sie ihre Lippen öffnet. Wir lassen einen Augenblick voneinander ab, doch schon in der nächsten Sekunde liegen unsere Lippen wieder aufeinander. Ich spüre, dass Grit die ihren nur mit allerkleinster Kraft zusammenhält. Ich dränge vorwärts. Schiebe meine Zunge zwischen ihren Lippen durch. Unsere Zungen berühren sich. Grit zieht an meinen Nackenhaaren. Sie war darauf nicht vorbereitet. Ich aber auch nicht. Mit meinen Armen ziehe ich ihren Körper wieder fester an mich ran. Damit hebe ich sie zeitweise vom Tisch hoch. All die Berührungen sind so intensiv. Unsere Zungen berühren sich scheu, jagen einander und spielen wild. Dieser Kuss ist unbeschreiblich. Noch nie habe ich eine Frau so geküsst und das unbändige Verlangen gehabt, es möge für immer so weiter gehen. Aber auch dieser Kuss muss enden. Ich lasse von Grits Lippen ab und wandere mit meinen Lippen auf ihre Wange. Den ganzen Weg entlang verteile ich Küsse. Grit reckt sich mir entgegen. Ich küsse sie hinterm Ohr. „Du bist die schönste und attraktivste Frau der Welt für mich!“, flüstere ich. Grit entfährt ein leiser Seufzer. „Kid!“, flüstert sie keuchend. „Ich liebe dich! Du bist der liebevollste, süßeste und einfach beste Mann, dem ich jemals begegnet bin. Du nimmst mich, so wie ich bin, an und das immer und immer wieder. Dafür danke ich dir! Bei dir fühle ich mich sicher! Ich werde dich nie verlassen. Ich wüsste auch gar nicht, warum ich das machen sollte und wohin ich dann gehen könnte. Du bist der erste den ich je geliebt habe und du wirst auch der Letzte sein.“ Ihre Stimme ist mit dem Sprechen immer fester und auch etwas lauter geworden. Es ist das erste Mal, dass sie so ihre Gefühle offenlegt. Ich glaube, bei mir war es auch das erste Mal. Es fühlte sich gut an, darum kann ich jetzt Grit verstehen. Sie muss sich sehr gut fühlen, nachdem sie diese Worte endlich mal gesagt hat. Ich lege meine Stirn an ihre. „Schau“, sage ich und halte die Gürtelschnalle zwischen mich und Grit, so dass wir sie beide sehen können. Ich drehe sie um. Auf der Rückseite steht in feinem Schriftzug: Grit & Kid. Grit nimmt sie mir aus der Hand und fährt mit dem Daumen über den Schriftzug. „Danke!“, flüstert sie liebevoll. Wir ziehen unsere Köpfe auseinander. Ich lege meine Hand an Grits Wange und wir schauen uns in die Augen. „Und?“, frage ich mit ruhiger Stimme. „Was machst du heute noch so?“ Grit lächelt. „John hat mich gefragt, ob ich noch einmal mit ihm in die Stadt gehen wollte“, erzählt sie ebenfalls mit ruhiger Stimme. „Und was hast du gesagt?“ Sie zuckt mit den Schultern. „Ich glaube, ich habe es ihm zugesagt.“ Ich lächle. „Dann gehen wir also nachher zusammen noch einmal in die Stadt!“, stelle ich fest. Grit grinst. „Jap! Das sehe ich auch so!“

    Grits Sicht
    Seine Hände liegen immer noch auf meinen Oberschenkeln. Mir ist ganz warm. Meine Wangen fühlen sich an, als ob sie glühen würden. Ich bin noch ganz betäubt. Ich war Kid noch nie so nah. Weder mit meinem Körper, noch mit meinen Gefühlen. Es war, als würde ich mit ihm verschmelzen. Mein Gehirn ist noch immer irgendwo stecken geblieben. Richtig funktionieren tut es nämlich nicht. Ich könnte in Kids Augen versinken. Auf jeden Fall jetzt in diesem Augenblick. Hach! Können solche Momente nicht einfach ewig weitergehen? „Wollen wir dann?“, fragt Kid. „Hm“, mache ich träumerisch. Kid grinst und gibt mir einen Kuss auf die Nase. „Los! Wach auf!“, sagt er. Ich kichere und rutsche vom Tisch runter. „Ich versuch‘s!“, murmle ich. Er nimmt mich bei der Hand und führt mich aus dem Zimmer raus. Auf dem Flur legt er seinen rechten Arm über meine Schulter. Ich lege meinen linken Arm um seinen Körper und mit der rechten Hand verschränke ich meine Finger mit den seinen. Meine Angst vorhin war so absurd. Eigentlich kann ich es immer noch nicht fassen, dass ich tatsächlich so einen Scheiß gedacht habe. Kid öffnet die Tür zum Speisesaal, indem er sie magnetisch abstößt. Ich kann mal wieder nicht aufhören zu grinsen. Geht es mir gut, dann muss ich das zeigen. Leider ist das auch so, wenn es mir nicht so gut geht. John sitzt mit seinem Stuhl schräg. Seine Beine hat er auf meinen Stuhl gelegt. Kalle sitzt und frühstückt. Tatsächlich sieht er immer noch ziemlich abwesend aus. Seine Bewegungen sind auch recht langsam. John wirft ihn mit kleinen Serviettenkügelchen ab. Kalle stört das kein bisschen. Vermutlich nimmt er es nicht einmal richtig war. John bemerkt uns und guckt rüber. Er schaut erst zu Kid, dann zu mir und zwar mit einem hab-ichs-dir-doch-gesagt-Blick. Ich ziehe eine Grimasse und lächle verlegen. Natürlich hatte er Recht. Kid liebt mich! „Hast du eigentlich schon gefrühstückt?“, fragt Kid. „Ein bisschen“, antworte ich. „Aber irgendwie nicht genug!“ Ich lache. „Das ist gut!“, sagt er und grinst. „Ich habe nämlich ziemlichen Hunger!“ Anstatt auf meinen Platz zu gehen, welcher ja auch von Johns Füßen belagert wird, setze ich mich neben Kid auf Killers Platz.

    Qualm brennt in meinen Augen. Es ist laut. Es ist sogar sehr laut! Pistolenschüsse, Kanonenschüsse und wildes Geschrei erfüllen die Luft. Verängstigte Dorfbewohner versuchen sich zu verteidigen. Einige Gebäude stehen in Flammen. Schwerter, Messer und Mistgabeln schweben in der Luft. Kid ist wütend! John, Kalle, Heat, Markus und ich haben uns hinter ihm aufgebaut und schauen düster und bedrohlich aus. Wir geben Kid Rückendeckung, auch wenn sie bei diesen Menschen hier beinahe unnötig ist. Vor allem aber sind wir Kids bedrohlicher Beistand. Deko im Prinzip. Wir verleihen seinem Auftreten mehr Grausamkeit und Macht. Kid stößt einen Teil der Waffen magnetisch ab. Menschen schreien auf. So ein Typ hat gewagt sich über das One Piece lustig zu machen. Leise zwar und hinter vorgehaltener Hand, aber Kid hat es trotzdem mitbekommen. Ehrlich gesagt, haben wir es alle mitbekommen. Ich bin mir nicht sicher, ob der Typ mutig oder einfach nur sehr dumm war. Er musste als erstes dran glauben. „Männer!“, sagt Kid mit tiefer, bedrohlicher, wütender und sehr sehr angepisster Stimme. Dieses Mal verzichte ich darauf, zu widersprechen. „Zurück zum Schiff!“, befiehlt er. Kid dreht sich um. Wir warten, bis er an uns vorbeikommt und drehen uns ebenfalls um, um ihm zu folgen. Auf dem Weg zurück zum Schiff verwüsten wir alles, was uns in die Quere kommt. Der Rest der Crew hat wohl ebenfalls damit angefangen, denn ich höre Lärm und Explosionen in anderen Teilen der Stadt. Am Hafen ist ganz schön viel los. Die mutigsten Leute haben sich dort eingefunden und kämpfen gegen die Kid Piraten. Unser Auftreten bleibt nicht lange unbemerkt. Man kann richtigen sehen, wie die Kämpfer der Mut verlässt. Ich spüre ein Zucken und Zerren an meinen Knarren. Während Kid weitergeht, lasse ich mich ein bisschen zurückfallen. Auch John, Kalle und Markus vergrößern den Abstand zu unserem Käpt’n. Diverse Metalldinge fliegen auf Kid zu. Sein rechter Arm wird größer und größer. Schließlich holt er aus und zerschlägt einen Pulk Angreifer. Es dauert nicht lange und die Gegner sind zerschlagen. Kid grinst böse und lässt alle Waffen von seinem Körper abfallen. „Wir verschwinden von dieser dreckigen Insel!“, ruft er laut triumphierend. Wir grölen. Als Zustimmung und als Begeisterung. Wir setzen Segel. Zum Abschied werden noch ein paar Kanonenkugeln abgefeuert, dann sind wir auf offener See. Ich stehe am Bug und lasse den Fahrtwind durch meine Haare wehen. Es ist so angenehm. Lächelnd schließe ich meine Augen. Das war ein guter Tag! Es hat Spaß gemacht vorhin noch einmal mit Kid und den anderen in die Stadt zu gehen. Bisher habe ich es noch nicht geschafft meine „Einkäufe“ in die Kajüte zu bringen. Ich setze meinen Rucksack ab und lege ihn auf den Boden. Es gefällt mir grade ziemlich gut hier. Vielleicht sollte ich noch eine Weile einfach bleiben. Verschiedene Stimme wehen übers Deck. Sie vermischen sich mit dem Rauschen des Meeres und den am Schiffsrumpf brechenden Wellen. Ich setze mich rückwärts auf die Reling und lehne mich an der Gallionsfigur an. Die Sonne scheint. Zwar ist es nicht mehr so mega heiß, aber die Sonne scheint trotzdem warm auf meinen Körper. Ich summe leise vor mich hin und muss dabei lächeln. Kid ist jetzt offiziell mein Mann. Ohne Hochzeit. Aber wozu brauchen Piraten bitte eine Hochzeit? Jetzt mal ganz im Ernst. Das ist absoluter Schwachsinn. Ich fasse mit der Hand meine neue Kette an. Kid hat sie mir geschenkt, als wir vorhin in der Stadt waren. Er meinte, sie würde zu mir passen. Es ist eine Kette aus großen und kleinen, hellen und dunklen Holzperlen. Außerdem sind einige Silberperlen mit eingearbeitet. Sie ist tatsächlich ziemlich cool. Es ist schön grade einfach nur alleine zu sein. „Hey Rockstar!“ Na toll! Hätte ich das bloß nicht gedacht. Ich öffne ein Auge und schaue, wer es wagt mich zu stören. John! Na gut! Meinetwegen, er darf stören. „Hey John!“, antworte ich und richte mich auf. John lehnt sich neben mir an die Reling und schaut nach vorne. „Was treibst du so?“, fragt er. „Im Moment?“, frage ich zurück und schaue übers Deck. Die meisten faulenzen rum. „Bis eben habe ich mich noch daran erfreut, dass ich ungestört die Sonne genießen kann.“ „Tja“, sagt John gleichgültig. „Damit ist jetzt Schluss! Nun musst du sie mit mir genießen!“ Ich kichere. „Wenn’s denn sein muss!“ Ich lasse die Beine baumeln. John atmet tief ein und atmet dann seufzend wieder aus. So!“, sagt er und lehnt sich nun mit dem Rücken gegen die Reling. „Und nun gib es zu!“ Ich schaue überrascht zu ihm. „Was bitte?“, frage ich. John grinst. „Du hast schon richtig gehört!“, sagt er gerissen. „Du sollst es zugeben!“ Ich seufze. „Okay! Du hattest Recht! Zufrieden?“ Er nickt. „Ich hab dir ja gesagt, er betrügt dich nicht! Was für eine bescheuerte Idee, echt jetzt! Als ob…“ „John!“, unterbreche ich ihn genervt. „Wenn du so weitermachst, werde ich die Sonne nicht weiter mit dir genießen.“ „Tschuldigung!“, sagt er. „Schon gut!“, entgegne ich. Nach einer Pause des Schweigens, fragt John: „Und? Werden hier bald kleine Grits und Kids übers Deck laufen?“ Ich haue ihm eine rein. „Halts Maul! Wirst du dann ja sehen!“ John lacht. „Man kann ja wohl mal fragen“, verteidigt er sich halbherzig. „Oh John!“, sage ich kopfschüttelnd. „Du bist echt ein Knallkopf!“ Er lacht. „Das ist doch auch der einzige Grund, weshalb wir befreundet sind, oder?“ Ich lache ebenfalls. „So ungefähr“, gebe ich sarkastisch zu. Wir schweigen wieder eine Weile. „Kann ich dich mal was fragen?“, sage ich schließlich. „Schieß los!“, antwortet John unbekümmert. „Wie sieht es bei dir mit der Liebe aus?“, frage ich. Mein bester Freund legt seinen Kopf in Nacken und schließt die Augen. „Ach weißt du“, sagt er. „Die meisten von uns haben sich damit arrangiert, damit auf die nächste Insel zu warten. Ich hoffe, dass ich irgendwann eine wie dich treffe.“ Ich verschlucke mich und fange an zu husten. „Was hast du gesagt?“, würge ich hervor. Das ist jetzt bitte nicht sein ernst! „So meinte ich das nicht!“, verteidigt John sich gleich. „Ich meinte damit, eine die kämpfen kann. Eine, die sich nicht um diesen ganzen Tussikram schert. Jedes Mitglied dieser Mannschaft trägt seinen Teil dazu bei. Wenn man nicht kämpfen kann, hat man hier nichts zu suchen!“ Ich verstehe. „Wie lange bist du eigentlich schon bei den Kid Piraten?“, frage ich weiter. „Seit sieben Jahren!“, sagt er träumerisch. Ich grinse. „ESSEN!“ Ich rutsche seufzend von der Reling runter. Ich hebe meinen Rucksack vom Boden auf. „Na komm du Träumer!“, sage ich und haue ihm leicht auf den Bauch. John nimmt mich in den Schwitzkasten und rubbelt mir über den Kopf. Ich lache kreischend auf und rangle rum, damit er mich gehen lässt. Schließlich komme ich frei. „Ich bringe noch eben meinen Rucksack weg“, sage ich, als wir im Speiseraum auf der Höhe unserer Stammplätze ankommen. Ich verlasse den Raum und gehe auf den Flur. Auf dem Weg zur Kajüte kommt mir Kid entgegen. Mir wird ganz heiß. Er hat keinen Mantel an und sieht einfach nur sexy aus. Im Vorbeigehen schenkt er mir ein unwiderstehliches Lächeln. „Hey Kleine!“, sagt er. Ich lächle verführerisch. Als ich an ihm vorbei bin, drehe ich mich um, gehe rückwärts und pfeife ihm hinterher. Kid dreht sich grinsend ebenfalls um und lässt, während er weitergeht, seine Brustmuskeln spielen. Oh je! Ich bin so in meinen Mann vernarrt, das geht ja gar nicht. „Huch!“, sage ich überrascht. Ich hab nicht aufgepasst und bin in jemanden reingerannt. Der Doc lacht. „Manchmal ist es gesünder die Augen nach vorne zu richten“, sagt er. Ich lächle ihn entschuldigend an und gehe in die Kajüte. Ein fettes Grinsen platziert sich mitten in meinem Gesicht. Ich stelle mich vorm Spiegel. Meine Güte! Ich bin ja richtig aufgedreht. Was wollte ich eigentlich hier? Achja… mein Rucksack. Ich nehme ihn ab und lege ihn auf den Schreibtisch. Was ist das denn hier für ein Geruch? Es riecht nach Feuer und Schwarzpulver. Ich rieche am Ärmel meines Shirts. Ja! Das bin ich! Puh… Zeit für einen Klamottenwechsel. Ich ziehe mich noch schnell um. Da ich heute ja nur noch auf dem Schiff bleibe, ziehe ich das blau-weiß gestreifte Oberteil an, welches bauchfrei ist, sobald ich mich strecke. Ich weiß, dass Kid mich nicht als Sexobjekt betrachtet. Deshalb fühle ich mich mittlerweile sicher, solche Sachen zu tragen. Und warum sollte ich meinem Mann nicht hin und wieder zeigen, wie hübsch ich bin? Ooookay! Das klang arrogant. Anderes Wort! Ähm… Sexy? Gut aussehend? Schlank? Perfekt? Also das ist bis jetzt die größte Übertreibung. Perfekt, pah! Wie auch immer… Ich kann Kid hin und wieder mal belohnen. Belohnen? Wofür denn bitte belohnen? Dafür, dass er nicht fremdgeht? Dafür, dass er mich anders behandelt? Was für ein Quatsch! Also? Was will ich hier eigentlich sagen? Ich kann Kid ja hin und wieder zeigen, was er an mir hat. Egal! Ich lass das jetzt einfach so stehen. Es gibt wichtigere Dinge, denen ich mich zuwenden muss. Zum Beispiel dem Anziehen meiner Hose. Es ist eine enge Jeans. Sie ist zwar nicht mehr ganz neu, war von der letzten Insel, aber ich hatte sie noch nie an, deshalb ist sie ein wenig eng. Schließlich schaffe ich es doch und mache die Knöpfe zu. Die Hose hat keinen Reisverschluss oben. Ich mache ein paar große Schritte und dehne die Jeans ein wenig. So! Schon viel besser. Dann kann ich ja zum Abendessen gehen. Halt Stopp! Noch einen Blick in den Spiegel. Ich knote die vordersten Dreads hinterm Kopf zusammen. Jetzt kann ich gehen. In dem Moment, als ich die Tür zum Speisesaal öffnen will, höre ich Kids laute Stimme aus dem Raum. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich jetzt nicht da rein gehen sollte. Ich lausche. Bisher habe ich noch nie erlebt, wie einer sich im Speiseraum bewegt hat, wenn Kid laut etwas sagt. Mich lässt das Gefühl nicht los, dass darauf Strafe steht. Ehrlich gesagt, habe ich keine Lust schon wieder irgendetwas zu putzen. Es wird laut im Raum. Ich warte einen Augenblick. Das Essen hat jetzt wohl angefangen. Dann ist die Luft ja rein. Ich betrete den großen Raum. Die Crew ist über ihre Teller gebeugt und isst. Na ein Glück. „Keine Minute zu früh“, raunt Kalle mir zu. „Einen Augenblick früher und du hättest eine Strafe bekommen!“ Ich grinse. „Hab ich mir schon gedacht, deshalb habe ich gewartet“, erkläre ich ebenfalls leise. „Kluge Entscheidung!“, kommentiert John unauffällig. Ich kichere und schaue zu Kid. Der ist auf sein Essen fixiert und bemerkt meinen Blick gar nicht. Er hat auch überhaupt gar nichts zu meinem Outfit gesagt. Innerlich schmolle ich ein bisschen. Still fange ich an zu essen.

Kommentare (114)

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~ £∆D¥ ~ (14139)
vor 29 Tagen
Finde deine Geschichte wirklich spannend und extrem fesselnd.
Man kann gar nicht genug davon bekommen.
Die Charaktere kann man sich wirklich bildlich vorstellen in ihrer Mimik und Gestik.
Hoffe du schreibst schnell weiter (:
Denn das ist bis jetzt die beste Story die ich je gelesen habe. ❤
Natürlich hoffe ich des weiteren das deine Geschichte noch kein schnelles Ende findet!
Denn ich denke nämlich es gibt noch so einiges zu erzählen (;
Dafür das deine Geschichte so faszinierend und auch so ‚‚man denkt man ist hautnah dabei'' ist würde ich dir gerne mehr als nur 5 Sterne geben!
Mach bloß weiter so! ❤
Luzybel ( von: Luzybel)
vor 32 Tagen
Ich liebe deine Geschichte lese sie von Anfang an und warte immer fleißig auf ein neues Kapitel

Freue mich schon wieder aufs nächste :D
Ronja (17555)
vor 38 Tagen
Herzlichen Dank! Man tut ja was man kann nicht wahr?!
Ayumi (20597)
vor 42 Tagen
Wow was für eine lange und schöne Story *-*
Das gibt erstmal 5 fette Sterne *-* Probs an den Autor ich bin so gefesselt...da muss ich dich fast schon anzeigen wegen Freiheitsberaubung xD
Rosa (03587)
vor 66 Tagen
Wann schreibst du wieder weiter?
Bahar (99888)
vor 349 Tagen
Ich finde es echt klasse das du immer am
Spannendesten Platz aufhörst da bekommt Mann
ja mehr Lust zu lesen
Hikari (52165)
vor 360 Tagen
Nein würde ich nicht Ronja , aber deswegen iSt es so blöd weil es genau wirklich die spannendste stelle ist
Ronja (57034)
vor 360 Tagen
Ich weiß, ich weiß. Würdest du schlecht über mich denken, wenn ich dir sage, das war mit Absicht? Fortsetzung folgt bald...
Hikari (52165)
vor 361 Tagen
OMG! SO ETWAS DARF MAN KEINEM ANTUN😱 an der spannendsten
Stelle einfach aufhören.......Bitte schreib schnell weiter!!!!!!!
P.S.
Respekt, ich könnte Soetwas nicht . Mach weiter so😉
alegssa (22446)
vor 365 Tagen
Ich hab schon so gespannt gewartet. Bitte schreib schnell weiter 😍😍
Bahar (10063)
vor 366 Tagen
Respekt du kannst schreiben wie ne Profi.
P.S
Mich hast du schon als Bewunderer
angle of life (63895)
vor 368 Tagen
Coool der neue Teil ist echt so toll 😊
Ich finde die Story eine von den besten ! Bitte mach schnell weiter!
Ich möchte gern wissen wie es weiter geht. Mach weiter so!
loliee (10932)
vor 437 Tagen
Das ist DIE BESTE ff, die ich bis jetzt gelesen hab, um ehrlich zu sein;)
♥☺♥☺♥☺♥☺♥☺
Monkey D Woosmann (89282)
vor 447 Tagen
cool der neue Teil
SAKURA (64916)
vor 474 Tagen
Wann kommt der 36 Teil die Geschichte is voll cool
Ronja (14911)
vor 490 Tagen
Ich find es super cool, dass du dir so Gedanken machst, wie es wohl weitergeht. Ob Grit Königshaki hat weiß ich nicht so genau. Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, aber wer weiß. Sie überrascht einen immer wieder ;)
Gol D. Lea (64467)
vor 490 Tagen
Bittttee schreib weiter ich finde diese geschichte so cool ich hätte
sogar eine Idee wie es weiter gehen könnte ; nähmlich das die kid piratrn
in einen kampf mit der marine haben aber da dabei auch der admiral
kuzan oder wie der heisst dabei ist könnnen die kid piraten nicht gewinnen
Den sie sind dan alle auch schon stark mitgenommen und als dan dieser
Admiral dan kid und die anderen töten will setzt dan Grit Königshawki frei
Und besiegt sie dan weil du hast schon so mit dem Hawki angefangen das
Sie und kid es trainieren da wäre das glaube ich eine coole wenden das dan
Grit Königshawki erweckt aber es ist deine FF es wäre jetzt nur von mir
Ein Vorschlag.
Bahar (00301)
vor 516 Tagen
Ist nicht schlimm aber es würde mich freuen wenn
du bald weiter schreiben könntest den das ist
meine aler Liebste Geschichte überhaupt ❤️😍😂😜
Vicky (55748)
vor 543 Tagen
OK danke für die Info
Ronja (58949)
vor 543 Tagen
Hey Vicky. Bisher sind es nur 33 Teile. Schreibe grade den nächsten aber bin in letzter Zeit kaum zu Hause. Deshalb dauert es ein bisschen 😊