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Wie das Leben so spielt... Teil 1

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1 Kapitel - 2.693 Wörter - Erstellt von: Haruka Mizuki - Aktualisiert am: 2016-02-29 - Entwickelt am: - 469 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Eine magische Welt, Entscheidungen die zu treffen sind und unerwartete Wendungen oder kommt es doch wieder anders?

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    1.Kapitel

    Dunkel mit den Vorzeichen eines Sturmes brach die Nacht herein. Der Wind war über den Tag stärker geworden und die dunklen Wolken türmten sich wie Riesen am Himmel auf. Aus der Ferne vernahm man schon das Brüllen des Donners. Die Straßen der sonst belebten Stadt leerten sich, keiner wollte bei einem solchen Wetter unterwegs sein. Doch eine einzelne Gestalt war genau wegen diesem Wetter unterwegs. Fast so dunkel angezogen wie der Himmel es nun war und mit der tief ins Gesicht gezogenen Kapuze, bei jenen die sie sahen für einen kalten Schauer.
    Niemand konnte das leichte Lächeln auf dem Gesicht desjenigen sehen. Zielsicher marschierte er direkt auf ein altertümliches Gebäude zu. Dieses stellte sich als bald als das hiesige Museum für Altertumswissenschaft heraus. Unbemerkt betrat er das Gebäude. Noch nie war er hier gewesen, doch eine unsichtbare Kraft wies ihm den Weg. Je näher er dieser Kraft kam, umso stärker wurde die Gewissheit, dass ihn nichts mehr aufhalten konnte. Nach einigen Minuten war er am Ziel seiner kühnsten Träume. Vor ihm lag, in einer Vitrine, eine Art Zepter. Es war ungefähr mannshoch und über und über mit fremdartigen Zeichen verziert. Die Spitze besaß Ähnlichkeiten mit einem mit einem Speer, doch war am Ansatz ein Kristall eingelassen worden. Dieser fing an zu leuchten, als er der Vitrine näher kam. Saphirblaues Licht erfüllte den Raum und warf seltsam anmutende Schatten an die Wand.
    Bedächtig streifte er die Kapuze nach hinten. Nun konnte man die Züge des Mannes erkennen, er mochte die dreißig noch nicht überschritten haben. Doch erschreckend und auffällig war die Brandnarbe, die sich über die Hälfte seines Gesichtes zog. Das Grinsen wirkte im zuckendem Lichte des Kristalls kalt und gar animalisch. Mit einem letzten umherschweifenden Blick auf seine Umgebung, ob auch ja keiner von ihnen anwesend war, zertrümmerte er die Vitrine. Alarmanlagen traten ihren Dienst an und sorgten dafür, dass das Wachpersonal erschien. Ihn jedoch schien das Ganze nichts anzugehen. Immer noch kalt lächelnd nahm er das Zepter an sich und drehte sich zu den Menschen um. Diese zuckten bei seinem Anblick zusammen, aber das war er gewöhnt. Für ihn war es an der Zeit Rache zunehmen und allen zu beweisen, dass er es verdient hatte anerkannt zu werden. Er hob den Stab und richtete die Spitze auf das Wachpersonal. Blitze schienen aus der Spitze heraus zu explodieren, die Luft war erfüllt vom gefährlichen Knistern der ständigen Entladung. Dann, wie auf einen stummen Befehl hin, sammelten sich die Blitze und schienen sich zu strukturieren. Immer größer, immer klarer wurde dir Gestalt, bis sie erkennbar war. Vor den Augen der verängstigen Menschen erhob sich eine Orochi. Die sagenhafte achtköpfige Schlange der ostasiatischen Mythologie, beschäftigte sich nicht lange mit den Menschen vor ihr. Entweder sie wurden aufgefressen oder verbrannten bei lebendigen Leibe als sie der Schlange zu nahe kamen. Auf ein nicken ihres Meisters verschwand sie wieder, übrig blieben nur einige Lichter, die wie Glühwürmchen im Raum umherschwoben.
    Sein Lächeln hatte sich während dieser Machtdemonstration vertieft. Zu sehen wie die niederen Kreaturen von seiner gewaltigen Macht vernichtet wurden und nicht das Geringste dagegen unternehmen konnten, war für das Beste was es je geben konnte. Doch wusste er auch, dass es immer jemanden geben würde der stärker war als er und dies konnte und wollte er nicht zulassen. Allerdings gab es nur eine Möglichkeit stärker zu werden, er musste die Seelen der Hüter finden und sie sich einverleiben. Nur dann konnte er über diese mickrige Welt und vielleicht schon bald über die Dimensionen herrschen.
    Aber in diesem Moment hatte er anderes vor, schließlich musste erst noch einige Unannehmlichkeiten aus dem Weg räumen, bevor er sich wichtigerem zuwenden konnte. Er freute sich schon auf den Funken der die Welt in Brand setzen würde. Die Menschen würden für das bezahlen, was sie ihm angetan hatten. Nur sie waren schuld, dass es so enden würde. Nie hatte er es so gewollt, aber sie ließen ihm keine andere Wahl.





    2. Kapitel

    Die Fahrt dauerte mehrere Stunden, aber sie war es gewohnt. Jedes Jahr, am Ende des Sommers, fuhr sie diese Strecke. Inzwischen zum sechsten Jahr, es war auch gleichfalls das Letzte Mal. Sie sah aus dem Fenster und sah die vorbeiziehenden Landschaften. Es war relativ früh und so waren auch einige Pendler im Zug, die die generelle Stille gelegentlich durch das umblättern einer Zeitung unterbrachen. Aber von den Geräuschen bekam sie nichts mit, zu tief war sie in ihre Gedanken versunken. Sie erinnerte sich an das erste Mal, als sie zur Akademie gefahren war. Sie war total nervös gewesen und auch angespannt, aber sie war damals nicht allein gewesen. Doch heute war sie es, noch immer konnte sie nicht verstehen weswegen er so plötzlich gegangen war. Gerade diese Unwissenheit hatte dazu geführt, dass sie sich zurückzog und Menschen und Umgebung distanziert betrachtete. Aus ihrem damaligen Freundeskreis konnten viele dies nicht verstehen und wandten sich ab. Nur wenige blieben übrig, doch auf diese konnte sie sich definitiv verlassen. Bei den Gedanken an ihre Zimmergenossin musste sie lächeln. Die beiden waren eigentlich nie mit einer klar gekommen, sie hatten sich lediglich akzeptiert, aber dies hatte sich inzwischen geändert. Makani war eine der wenigen gewesen, die sie verstanden hatten und so hatten sich die beiden ungleichen Frauen miteinander angefreundet. Inzwischen konnte nichts und niemand die beiden mehr trennen. Das ging nun schon seit vier Jahren so.
    Eigentlich freute sie sich schon sehr auf die Akademie. Sie war wie eine Art Universität, nur mit einem Trimester statt zwei Semester. Ihr persönlich machte dies nichts aus, im Gegenteil, so konnte man auch lange Themen ausführlich durchnehmen. Ein weiterer Vorteil war, dass es ähnlich wie in einem Internat war, dadurch hatte sie sich nicht um eine Wohnung kümmern müssen, sondern musste sich ein Zimmer nur teilen. Bald würde sie da sein, sie wandte sich von dem Fenster ab und kramte in ihrer Tasche nach etwas essbaren. Dabei stieß sie auf eine Box, mit einer Vorahnung zog sie diese hervor und hätte am liebsten laut gelacht. Ihre Mutter wollte wohl sicher gehen, dass sie etwas Richtiges aß. Sie hatte die Ferien daheim verbracht, wie jedes Jahr, auch wenn dies für einen Studenten etwas seltsam war. Die meisten ihrer Kommilitonen waren über die Ferien vereist. Wobei sie es sich auch leisten konnten, wer an die „Académie impériale de privilégiée“ wollte musste entweder hochbegabt sein oder sehr reich. Am besten war natürlich wenn man beides war. Sie hatte Glück, ihre Familie war gut situiert und sie hatte nicht nur ein Talent für Sprachen, deswegen sahen es ihre Eltern auch als richtig an, dass sie die Akademie besuchte. Entgegen der öffentlichen Meinung war sie, wie ihre Eltern, auf dem Boden geblieben. Sie wusste ihre Eltern hatten hart für das Geld gearbeitet und sie hatte nur Glück gehabt in diese Familie hineingeboren zu sein. Alles hätte auch anders kommen können.
    Vio, damals war nur wegen seiner Begabung an die Schule gekommen, das hatte er auch zu spüren bekommen. Sie war damals eine der wenigen gewesen, die ihn als gleichberechtigt ansah. Aber dies lag vielleicht auch daran, dass sie sich schon lange kannten.
    Den Rest der Fahrt verbrachte sie in Erinnerungen schwelgend, beinahe verpasste sie ihren Ausstieg. Vom Bahnhof bis zum Schulgelände war es noch ein Stück, doch sie wurde schon von einem Fahrer erwartet. Innerhalb einiger Minuten waren sie am Ziel der Reise. Vor ihnen lag großes weißes Gebäude im gotischen Stil. Dies war das Verwaltungsgebäude der Akademie. Darauf schritt sie nun zu, jeder Student musste sich dort melden, ob er nun ging oder ankam. Sie hielt dies für relativ unnötig, aber es gehörte nun mal dazu. Nach der Anmeldung konnte sie endlich das eigentliche Gelände betreten, ihr Gepäck wurde, nach einer Kontrolle, zu ihrer Wohnung gebracht. Sie selbst ließ sich Zeit und ging den längeren Weg durch den Park zu den Wohnanlagen. Die Wohnanlagen waren nach Jahrgang zugeteilt worden und teilweise sehr verschieden. So waren die Gebäude zwar allesamt im gotischen Stil errichtet, doch waren sie immer verschieden. Kianas hatte zum Beispiel viele Erker, aber keinen Turm. Dies hatte dafür das Nebengebäude, auch die Farben unterschieden sich. Es waren aber grundsätzlich pastellfarbene Fassaden mit verschieden Dekoelementen.
    Nach den hier verbrachten Jahren ließ sie ihren Blick nur kurz über die Gebäude streifen und betrat schließlich ihres. Kurz huschte ein Lächeln über ihr Gesicht als sie ihrer besten Freundin gewahr wurde. Diese hatte es sich auf dem Sofa bequem gemacht und räkelte sich wie eine Katze darauf. Letztendlich bemerkte sie Kiana, die gerade dabei war die Türe zuschließen. Mit einem durchaus eleganten Satz sprang sie in Richtung Kiana und fiel ihr um den Hals.
    >> Du hast dir Zeit gelassen! <<, kam es schon fast anklagend von Makani. Kiana lachte und strich sich das rosane Haar aus dem Gesicht.
    >> Erklär mir, warum ich mich beeilen sollte in die Schule zukommen? <<
    Nun war Makani zwar nicht beleidigt, aber durchaus empört. Es war zwar verständlich, dass sie sich nicht beeilte in den Unterricht zu gehen, aber sie hatten sich die ganzen Ferien nicht gesehen.
    >> Ich dachte, ich wäre vielleicht ein guter Grund. Wir haben uns die Ferien über ja nicht einmal gesehen. Und jetzt so! <<
    >> Beruhige dich, so war es ja gar nicht gemeint. Zudem, du hast jeden Tag angerufen. Ich kenne keine der so mitteilungsbedürftig ist wie du. <<
    Sie wusste, dass Makani ihr es nicht allzu übel nehmen würde. Makani musste nach der kurzen Erklärung auch schon wieder grinsen. Sie konnte Kiana einfach nicht auf Dauer böse sein. Mit einem zufriedenen Grinsen legte sie sich auf die Couch und begann an ihrem Laptop zu schreiben. Kiana konnte sich schon denken, dass Makani die Arbeiten, die sie über die Ferien zu erledigen hatten nicht fertig geschrieben hatte. Leise lächelnd, beim Gedanken daran wie Professor Hasilton auf den Aufsatz von Makani reagieren würde, betrat sie ihr eigenes Zimmer. Sie fand die Grundidee schön, dass sich immer zwei eine solche Wohnung teilten. Man hatte zwar eine Art Wohnzimmer, aber konnte sich auch in sein eigenes Zimmer zurückziehen.
    Als sie sich umsah, konnte sie ihren Koffer entdecken der auf dem Bett lag und darauf wartete ausgepackt zu werden. Tief in ihren Gedanken gefangen packte sie routiniert aus. Nach einer geraumen Zeit war alles an seinem angestammten Platz, ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es so langsam auf das Abendessen zuging. Sie ging wieder in das Wohnzimmer und sah, dass Makani über ihrem Laptop eingeschlafen war. Todesmutig ging sie auf Makani zu und mit einem diabolischen Grinsen nahm sie die Wasserflasche, die neben Makani stand.
    >> Wenn du nicht aufwachst wist du die Konsequenzen ertragen müssen! <<, sagte sie laut, um es im guten zu versuchen. Allerdings brachte es ihr außer einem Schnarcher nichts ein. Somit blieb ihr nichts anderes übrig, sie öffnete die Flasche und goss den Inhalt über ihre Mitbewohnerin.
    Makani war lautstark aufgewacht und über die Weckmethode war sie erst recht begeistert. >> Bist du denn des Wahnsinns, elende Brut des Schattens! <<
    Kiana lachte nur über die Worte und gab dann erst die Begründung für ihre Schandtat ab. Kaum war dabei das Wort „Abendessen“ gefallen, war Makani schon auf den Beinen.
    >> Worauf warten wir dann noch? Ich hab einen Bärenhunger! <<
    >> Du hast dich keinen Deut gebessert, meine Liebe. Aber eigentlich warst du der Grund der Verzögerung. <<
    Kopfschüttelnd folgte Kiana ihrer Freundin, die während Kiana gesprochen hatte schon voraus gelaufen war.
    Eine Tradition der Akademie war, dass die Schüler ihre Hauptmahlzeiten gemeinsam aßen. Hierfür hatte man eigens einen Speisesaal gebaut, die Schüler saßen gemeinsam an kleinen Gruppentischen. Die beiden setzten sich an einen der leeren Tische, blieben allerdings nicht lange allein. Zu ihnen gesellten sich noch vier weitere Personen. Die ersten beiden die sich zu ihnen setzten waren zwei weitere Freundinnen. Die kleinere hieß Aiko und war zumeist sehr laut und gesellig. Sie nahm sich die Stille Kianas nicht zu Herzen und war ihr als Freundin erhalten geblieben. Fast genauso verhielt es sich mit Aikos Begleiterin Noriko, sie war auch relativ still, allerdings in vielen Dingen umgänglichere als die anderen drei.
    Kurz nach den beiden Mädels erschien der Rest des Sextetts. Dies waren die Zwillinge Shun und Shin. Die beiden glichen sich wie ein Ei dem anderen, waren aber waren vom Charakter sehr unterschiedlich. Kaum dass der Tisch besetzt war, ging das Gerede schon los. Nach einem Monat Ferien gab es nun mal viel Gesprächsstoff. Nur eine hielt sich zurück und beobachtete ihre Freunde lieber. Sie merkte wie verschieden sie alle waren. Makani hatte mittellanges blaues Haar und wie sie selbst aus Ken no Kuni. Da ihr Land für Sprachen bekannt war besuchten sie die gleichen Seminare, nur war Makani eher laut und bei den meisten wegen ihres Kleidungsstils verpönt. Kiana ließ ihren Blick weiterwandern, neben Makani saß Aiko. Diese hatte ihre Haare in den Ferien wohl abgeschnitten, so dass sie nur noch kinnlang waren. Zwar kam sie aus Seigyo no Kuni, wollte aber eher kämpfen als die den Frauen vorgeschriebenen haushaltlichen Pflichten zu übernehmen. Aiko wurde eigentlich immer von Noriko begleitet. Diese nahm hier an den medizinischen Seminaren teil und würde bald das Studium zur Heilerin abgeschlossen haben. Den Schluss bildeten die beiden unzertrennlichen, sie waren die Technicker unter ihnen.
    >> Kiana? <<, Makani hatte bemerkt, dass ihre Freundin mit ihren Gedanken abgedriftet war.
    >> Was ist denn, Makani? <<
    >> Du warst etwas leicht abwesend und da dachte ich es wäre besser dich zurück zu den Lebenden zu holen. <<, Makani lachte zwar, machte sich aber dennoch Sorgen.
    >> Es war nichts. Ich habe nur darüber nachgedacht, dass wir schon ein seltsamer Haufen sind. <<
    >> Das hast du aber früh bemerkt. <<, mischte sich nun auch Shin ein.
    >> Ich weiß es schon, seit uns alle anstarren als hätten wir einen Knall. <<
    >> Du meinst, weil du einen Knall hast. Wir sind hier vernünftig und vor allem anständig <<, Makani grinste. Sie erinnerte sich an das letzte Jahr, als die Zwillinge es geschafft hatten die Laborräume zu sprengen.
    >> Hey! Wir haben noch gar nichts angestellt… <<, wollte Shin sich verteidigen.
    >> …allerdings hat weder das Schuljahr so richtig begonnen, noch ward ihr im Labor. <<
    Die beiden diskutierten noch eine ganze Weile und so verging das Abendessen wie im Flug und bald war es schon Zeit auf die Zimmer zugehen. Nach und nach gingen im Wohngebäude die Lichter aus und die Stille der Nacht hielt Einzug.

Kommentare (1)

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Lynara (87410)
vor 487 Tagen
Gefällt mir! Daumen hoch! :)