Schlamm&Rein 3

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
26 Kapitel - 16.983 Wörter - Erstellt von: IsaSparkle - Aktualisiert am: 2016-04-21 - Entwickelt am: - 3.278 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Layla ist über die Sommerferien zu Burgin zurückgekehrt, wartet sehnsüchtig auf Post von Draco, in den sie endgültig verknallt ist. Aber nix da. Überrascht muss sie feststellen, dass sogar Burgin ein Herz hat.
Wieder auf Hogwarst trifft Layla wieder mit Draco zusammen, der eine Entscheidung trifft, es gibt ein kleines Missverständnis mit Pansy, ein peinlicher Irrwicht macht Lay das Leben schwer. Das ist natürlich nicht alles, auch Voldemort existiert noch.
Unser lieber Bösewicht philosophiert in Laylas Träumen über irgendwelche Ausstiege, welche Layla, die sich ja vorgenommen hat, ihren Großonkel zu hassen, verhindern wollen müsste.
Doch Moment mal, auf welcher Seite steht Layla denn nun..?

    1
    „Hat er dir etwa immer noch nicht zurückgeschrieben?“ Erschrocken falle ich aus meiner Starre vor der schmutzigen Scheibe und drehe mich zu Burgin um. Der mustert mich finster. „Blöder Schleimsack“ knurrt er dann. Natürlich hat Burgin mitbekommen, dass ich mich zwar über die Briefe von meinen Freundinnen freue, aber dennoch nur auf Dracos Post warte. Ich vermute mal, Burgin hat mich..naja, ins Herz geschlossen geht ja wohl eher schlecht, aber sowas in diese Richtung. Auf seine Frage zucke ich nur mit den Schultern. „Das Leben ist kompliziert“ brummt er. Auf meinen fragenden Blick hin zieht er aus einer kleinen Seitentasche seines Umhangs ein zerknittertes Bild und hält es mir hin. Es ist ein Zaubererfoto in schwarz-weiß, auf dem eine junge Frau erst selbst irgendetwas fotografiert, sich dann umdreht, die Kamera entdeckt und dann etwas diabolisch lächelt. Aus irgendeinem Grund kommt die Frau mir bekannt vor.

    2
    „Wer ist das?“ frage ich. „Du kennst sie vielleicht aus dem Tagespropheten. Schreibt ganz interessante Sachen.“ Ich schnappe nach Luft. Natürlich! „Rita Kimkorn!“ sage ich fassungslos. Burgin nickt nur, kurz angebunden wie immer und verschwindet wieder im Hinterzimmer. Kopfschüttelnd schaue ich ihm nach. Verrückter alter Kerl.
    ~
    „Ich habe doch gesagt, du darfst ihr nicht mehr schreiben!“
    „Nenn mir erst einen Grund! Und überhaupt, seit wann und wieso kontrollierst du meine Post!“
    „Schon immer! Weil deine Layla mir verflucht komisch vorkommt! Also wag es nicht, noch einmal an sie zu schreiben!“
    „Dann gib mir wenigstens die Briefe von ihr!“
    Wie Taifun und Orkan stehen Vater und ich uns gegenüber. Was hat er plötzlich gegen Lay!
    Ich freue mich schon darauf, wieder in Hogwarts zu sein. Schließlich kann Vater nicht kontrollieren, mit wem ich rede.
    ~
    --Ende der Sommerferien--
    Etwas zögerlich stehe ich vor der Tür. Da kommt Burgin angetrottet. „Jetzt geh endlich, aber nimm das hier mit!“ Er hält mir eine ganz gewöhnliche Schreibfeder hin. „Das ist keine normale Feder! Du kannst sie deinem Draco in die Tasche stecken. Wenn man damit schreibt, kommt völliger Schwachsinn heraus. Zusätzlich bleibt die Hand daran kleben!“ Unwillkürlich muss ich lächeln. Auf sowas kommt echt nur Burgin. „Danke.“ Ich stecke die Feder in meinen Koffer. Gut gelaunt mache ich mich auf den Weg zum Bahnsteig von Hogsmeade, wo nach wenigen Minuten der Hogwarts-Express anrollt.
    Die erste Schülerin, die aus dem Zug springt, ist meine beste Freundin Linda. Sofort fallen wir uns in die Arme und erzählen uns von unseren Ferien. Als wir in einer der Kutschen sitzen, zusammen mit Milli, Erica und Miley, mustert sie mich prüfend. „Lass mich raten. Du vermisst deinen Draco, oder?“ „Er ist nicht mein Draco!“ widerspreche ich, „Außerdem, wie kommst du darauf?“ Linda verdreht die Augen. „Ach, vielleicht an deinen suchenden Blicken, an den Hoffnungsschimmer in deinen Augen, wenn du irgendwo blonde Haare entdeckst oder daran, dass du einfach nie zuhörst, bis es sich um ihn dreht.“ Die anderen Mädchen lachen einstimmig. Linda lehnt sich zurück. „Wird Zeit, dass ihr zwei zusammen kommt.“ Ich schnappe empört nach Luft. Also wirklich! Die anderen verfallen nur umso lauter in ihr blödes Lachen. Mileys Miene wird aber schlagartig wieder ernst. „Layla, auf der Zugfahrt sind Dementoren im Zug gewesen! Sie haben Sirius Black gesucht. Hast du auch schon von dem gehört?“ Ich nicke. „Natürlich. Seht mal! Vor den Toren von Hogwarts sind auch welche! Wie ich diese Viecher hasse!“
    In der großen Halle halte ich weiter Ausschau nach Draco, aber es ist, als wollte er gar nicht von mir gesehen werden. Komisch.
    Vor dem Festessen hält Dumbledore uns nach der Lehrervostellung einen kleinen Vortrag über die Dementoren.
    Zum Glück können wir nach dem Essen zügig in unsere Schlafsäle, ich bin todmüde.
    ~
    Als ich in meinem Bett liege komme ich mir vor wie ein mieser Feigling. Es ist schließlich nicht meine Schuld, dass ich Lay nicht schreiben konnte.
    Leise stehe ich auf, schleiche mich aus dem Schlafsaal und gehe zur Treppe zu den Mädchen-Schlafsälen. Diesmal bin ich definitiv klüger, also rutsche ich direkt die Treppe hinunter, ohne erst das Laufen zu versuchen.
    Vorsichtig öffne ich die Tür. Nur ruhiges, gleichmäßiges Atmen ist zu hören. Plötzlich ein leises Rascheln. In einem der Betten hat sich jemand aufgesetzt: Layla.
    „Draco?“ flüstert sie ungläubig.
    ~
    Er ist es. Steht da, einfach so. Über den Sommer hat Draco sich unglaublich verändert. Er ist wie wahnsinnig gewachsen, seine Gesichtszüge haben das Kindliche verloren und seine Frisur ist komplett anders. Alles hat sich zum Guten verändert.
    Draco ist total süß.
    ~
    Langsam gehe ich auf sie zu. „Tut mir Leid“ flüstere ich, „Mein Vater hat meine Post durchsucht! Aus irgendeinem Grund wollte er nicht, dass ich dir schreibe. Aber jetzt sind wir ja hier, hier kann er nichts kontrollieren!“ Layla klopft neben sich auf die Matratze und ich setze mich zu ihr. „Jetzt dürfen wir nur nicht einschlafen, sonst denken die anderen, wenn sie uns sehen, noch was Falsches...“ grinse ich. „Du bist so eklig, Draco!“ kichert Layla. „Ich hab dich vermisst“ fügt sie hinzu. „Ich habe mich übrigens entschieden. Endgültig. Ich helfe dir bei deinen..bei deinen Familienproblemen.“ „Wenn du es so nennen willst..Und danke.“ Ich lege einen Arm um Layla und sie legt den Kopf an meine Brust.

    Ich werde von einem lauten Schrei geweckt. Seufzend ziehe ich mir die Decke über den Kopf. Aber die Decke will nicht. Jemand hält sie fest. Da fällt mir alles wieder ein. Ich fahre hoch und schaue direkt in Laylas entsetztes Gesicht. „Scheiße“ rutscht es uns gleichzeitig heraus. „Was für eine treffende Beschreibung“ stellt jemand neben uns fest. Miley, Linda, Milli und Erica müssen sich offensichtlich ein Lachen verkneifen. „Was war das eigentlich gerade für ein Schrei?“ frage ich. Miley grinst schadenfreudig. „Pansy, was sonst?“ Layla vergräbt das Gesicht in den Händen und ich lasse mich zurück in die Kissen fallen. Wenige Minuten später ist Snape im Raum. „Kommt mit. Beide. In mein Büro.“
    Dort angekommen blickt er uns beide eindringlich an und beginnt mit eiskalter Stimme zu sprechen. „Junge Liebe ist durchaus etwas Faszinierendes. Dennoch muss ich sie beide daran erinnern, dass so etwas in Hogwarts verboten ist!“ Dann hält er uns noch eine ewige Strafpredigt, bis wir in den Unterricht können.
    „Jetzt tauscht ihr mit der Person euch gegenüber die Tassen aus!“ ruft diese Trelawny gerade, als wir beide eintreten. Möglichst unauffällig setzen wir an einen der noch freien, niedrigen Tische. Zwei Tassen stehen darauf, mit Teeblättern darin.
    ~
    Ich verdrehe die Augen. Wahrsagen, was für ein Schwachsinn! Draco untersucht den Inhalt meiner Tasse und blättert dann gelangweilt durch das Deutungsbuch. Plötzlich grinst er. „Layla, also manchmal überraschst du mich.“ Ich ahne wirklich, wirklich grauenhafte Dinge. Draco fährt fort: „In deiner Tasse sind die Blätter ziemlich gut verteilt und bilden mehrere kleine Formen. Der Reihe nach wie man liest eine Art Spirale, das bedeutet Vergangenheit. Danach ein Mond für Nacht und dann eine sich gerade öffnende Knospe, was so viel heißt wie-“ Er vergräbt das Gesicht in den Händen um sein Lachen zu ersticken. „Eine sich öffnende Knospe bedeutet Fruchtbarkeit. Also..vergangene Nacht warst du sehr...“ Draco grinst. Ich weiß nicht, ob ich jetzt wütend oder belustigt sein soll. „Also du hast“ ich schlage im Buch nach. „Du wirst dich nächsten Monat für die Liebe deines Lebens opfern und dabei ein Kinderlied singen.“ Wir schauen uns an und prusten los. Plötzlich ist ein lauter Schrei zu hören, diesmal jedoch garantiert nicht Pansy. Es ist Trelawny, die weiter vorn bei Potter, Weasy und Granger steht. „Mein armer lieber Junge! Tut mir Leid! Aber ich sehe bei dir den Grimmmm!“ „Was ist ein Grimm?“ frage ich Draco. „Omen des Todes“ grinst der. „Na, wenn es um unseren lieben Potty geht...“ Ich muss lächeln. „Ist klar.“ Ich hebe die Stimme. „Er wird sterben!“ Trelawny dreht sich zu mir um und nickt mit riesigen Augen. „Wir alle werden sterben!“ fahre ich mit dramatischer Stimme fort. Trelawny scheint richtig begeistert von mir. „Wir alle werden sterben...Spätestens an Altersschwäche!“ vollende ich. Die Klasse lacht. Zufrieden lehne ich mich zurück. Ungläubig schüttelt Draco den Kopf. „Ich wusste gar nicht, wie unverschämt du sein kannst!“

    3
    „Kommt her! Kommt näher, kommt ruhig näher! Nicht so viel Geplauder da hinten!“ ruft Hagrid, unser, Professor' für Pflege magischer Geschöpfe. „Ich habe was wirklich tolles vorbereitet, wird 'ne tolle Stunde! Folgt mir!“
    Wir laufen ihm nach durch die Schlossgründe von Hogwarts. „Stellt euch da vorne hin und schlagt bitte eure Bücher auf, Seite 43!“ dröhnt Hagrid. „Und wie soll ich es bitte aufschlagen?“ knurrt Draco, jetzt schon schlechtere Laune. „Ganz einfach, streichle es am Rücken!“ „Draco“ sage ich leise, „Kann es sein, dass du vor den ganzen magischen Tierwesen einfach nur Angst hast?“ Draco wirft mir einen seiner Todesblicke zu – die übrigens ziemlich attraktiv sind – hält aber den Mund.
    „Ich find die Dinger witzig“ meint Granger. „Ja zum Todlachen“ knurrt Draco, „es geht bergab mit unserer Schule“ fährt er fort, „Wenn mein Vater erfährt, dass Dumbledore diesen Trottel auf uns loslässt!“ Ich verdrehe die Augen. „Du weißt doch noch gar nichts über Hagrids Unterrichtsmethoden. Und könntest du eventuell mal was anderes sagen, als, Wenn mein Vater davon hört..'?“
    ~
    Jetzt ist sogar Layla gegen mich, meine Lay. Potter dreht sich zu mir um. „Sei still Malfoy!“ „Ohoo“ spotte ich und, mache ein paar Schritte auf ihn zu.
    Plötzlich kommt mir eine Idee. Ich schaue an Potter und den anderen blöden Gryffindors vorbei, weiche zurück und rufe „Dementor! Dementor!“ Diese dummen Idioten fahren panisch herum. Ich geselle mich wieder zu meinen Slytherin-Gefährten und ziehe meine Kapuze über und spiele den Dementor. Einige andere machen es mir nach. Da beugt sich Layla über meine Schulter. Wahrscheinlich kommt jetzt wieder irgendeine Kritik, dass ich toleranter sein soll oder so. „Wenn alle Dementoren aussehen würden wie du“ flüstert sie, „Wer würde da nein sagen zu Askaban?“
    Hagrid räuspert sich und wir drehen uns zu ihm um. „Tatadadaaaa! Ist er nicht ein Prachtkerl?“ Angewidert starre ich das Vieh ein paar Meter vor uns an. „Darf ich vorstellen, das ist Seidenschnabel!“ „Hagrid?“ fragt weiter vorn Weasy, „Sag was ist das?“ „Das Ron,“ antwortet Hagrid gt gelaunt, „Ist ein Hippogreif! Hippogreife, müsst ihr wissen, sind unheimlich stolze Geschöpfe. Sie sind sehr schnell beleidigt und es ist nicht ratsam einen Hippogreuf zu beleidigen, das kann nämlich das Letzte sein was ihr tut!“
    „Was für ein hässliches Biest“ knurre ich. Layla neben mir jedoch starrt dieses Vieh verzückt an. „Wie süß! Findest du nicht, Draco? Ach, schon vergessen..du hast ja Angst davor“ grinst sie. „Von wegen! Ich und Angst? Vor so einem erbärmlichen Tierchen? Werden wir ja gleich sehen!“ Lay mustert mich kritisch. „Was hast du vor, Draco?“ „Wart's ab.“
    Während unserer kleinen Auseinandersetzung hat Hagrid dauernd nur „Schöne Sache, Harry, schöne Sache“ gesagt. Als ich meinen Blick wieder nach vorne richte, wirft er Potter gerade auf das Tier drauf.
    Im nächsten Augenblick schon sind die beiden im Himmel verschwunden.
    „Also, was hast du vor?“ drängt Layla, aber ich schüttle nur den Kopf und warte darauf, dass dieser Hippogreif wiederkommt. Mit oder ohne Potter auf dem Rücken.

    4
    ~
    Potter ist auf Seidenschnabels Rücken wieder zurück und Hagrid wechselt ein paar Worte mit ihm, als Draco von einem großen Stein auf dem er gesessen hatte aufspringt. Grob stößt er zwei andere Schüler zur Seite und geht selbstsicher auf den Hippogreif zu. „Ja..Du bist ganz und gar nicht gefährlich, oder? Du hässliches Mistvieh!“ Wie dumm kann man eigentlich sein? Seidenschnabel schlägt wild mit den Flügeln und bäumt sich auf. So gut wie alle Schüler machen einen Satz zurück oder rennen gleich weg. Plötzlich trifft einer Seidenschnabels Vorderhufe Draco am Arm und der spielt den verletzten Helden. „Seidenschnabel! Ruhig, Seidenschnabel! Weg du, du dummes Tier!“ ruft Hagrid, definitiv überfordert. Draco stöhnt. „Ich sterbe! Ich sterbe!“ „K-Keine Panik!“ stammelt Hagrid panisch. „Das ist nur ein Kratzer!“ „Hagrid!“ Granger geht energisch nach vorne. „Er muss sofort in den Hospitalflügel!“ „Ja! Natürlich! Ich nehme ihn, ich mach das, ich bin der Lehrer!“ Hagrid nimmt Draco hoch. „Die Stunde ist beendet!“ „Das werden Sie und ihr widerliches Biest noch bereuen, das schwöre ich“ jammert Draco. Ich mag Draco. Eigentlich sogar ziemlich sehr. Aber manchmal muss man sich als seine Freundin echt fremdschämen. Eilig laufe ich den beiden nach. „Ähm..Professor Hagrid?“ Der riesige Mann drehte sich um, Draco hebt leicht den Kopf. „Professor Hagrid! Lass..Lassen Sie nur. Sie müssen sich um Seidenschnabel kümmern. Ich bringe Draco hoch.“ „Ah- Aber ich bin der Lehrer..Ich muss..“ Ich schüttle den Kopf. „Seidenschnabel muss jetzt beruhigt werden!“ Entschlossen zücke ich meinen Zauberstab und lasse Draco einen Meter über dem Boden vor mir herschweben. „Was hast du dir dabei gedacht? Wolltest du mich beeindrucken oder was?“ „Ist doch nicht meine Schuld! Dieses widerliche Biest hat ja schließlich mich angegriffen!“ Ich zucke mit den Schultern. „Wenn du in diesem Moment Seidenschnabel bist.“ Auf Dracos verwirrten Blick hin erkläre ich: „Ich sehe nämlich gerade nur ein widerliches Biest das wen angegriffen hat. Es hat blonde Haare, graue Augen, trägt einen Hogwartsumhang und schwebt vor meiner Nase! Ehrlich mal, wie dumm kann man sein! Wenn Seidenschnabel dich am Kopf getroffen hätte, wäre da jetzt ziemlich sicher nicht nur ein Kratzer!“
    Während unserem Gezanke sind wir im Schloss angekommen. „Ich nehme an, von hier aus kannst du selbst laufen, oder? Du hast den Kratzer ja nicht am Bein.“ Ausnahmsweise widerspricht Draco nicht.

    5
    Oben im Krankenflügel angekommen ist auch Madam Pomfrey sichtlich genervt von Dracos übertriebenem Gejammer.
    „Um Himmels Willen, jetzt sei still, bevor ich dir einen Fluch auf den Hals jage!“ fahre ich ihn an.
    Etwas irritiert hebt Draco den Kopf. „Mein Arm liegt in der Schlinge! Soll ich mich darüber freuen? Würdest du das tun?“ Seufzend verdrehe ich die Augen. „Ist doch deine eigene Schuld. Sieh doch einfach ein, dass du dich echt daneben benommen hast!“
    Draco schweigt beleidigt. „Komm“ dränge ich, „Wir sollten erstmal in die große Halle gehen, da werden alle anderen auch sein, jetzt in der Pause.“
    Unten angekommen rücken Pansy, Crabbe und Goyle sofort ein Stück auseinander, damit Draco sich setzen kann. „Tut es sehr weh, Draco?“ flötete Pansy und streichelt Draco am Arm.
    Missmutig setze ich mich Draco gegenüber. Was ist der eigentlich für ein Idiot, dass er Parkinson nicht einfach mal abweisen kann!
    Einen Tisch weiter sitzen die drei Superhelden Potty, Weaselbee und Grange, die zusammen sitzen und Draco wütend mustern. Ich kann die drei nicht ausstehen, trotzdem stehe ich auf und gehe zu ihnen rüber.
    Granger zieht die Augenbrauen hoch, Weasy mustert mich verwirrt und Potter feindselig. „Äh. Hallo. Ich..ähm..wollte..wollte mich nur für Dracos Verhalten entschuldigen. Er ist...er ist manchmal etwas...daneben.“ Das Trio tauscht düstere Blicke. „Wie wahr.“ brummt Ganger, „Malfoys Vater soll unglaublich wütend sein.“ Irritiert runzle ich die Stirn. „Sein Vater? Wann hat er denn seinen Vater benachrichtigt? Draco!“ Ich drehe mich wieder zum Slytherin-Tisch um. „Als du Pomfrey erzählt hast, was genau passiert ist, kam Snape kurz in den Krankenflügel. Da habe ich ihm gesagt, er soll meinen Vater benachrichtigen, wieso?“ Das ist doch nicht sein Ernst! Wenn Malfoy Senior jetzt Seidenschnabel irgendwie zum Tode verurteilen lässt oder sowas? „Also, Draco, manchmal – du kannst echt – du...Echt, manchmal habe ich wirklich Lust, dich zu erwürgen!“

    6
    Ich drehe mich um und verlasse die große Halle.
    ~
    Auf was für einem Trip ist die denn wieder! „Ich..muss..will mal kurz an die frische Luft“ murmle ich und laufe ihr nach. „Layla! Bleib gefälligst stehen!“ Natürlich bleibt sie nicht stehen, sondern verschwindet nach draußen. Verflucht, dieses Mädchen bringt mich eines Tages noch um den Verstand wenn sie so weiter macht!
    Wo ist Layla jetzt eigentlich? Nicht zu sehen. Ich setze mich unter einen Baum beim großen See. Irgendwann muss sie ja vorbeikommen. Bestimmt.
    Zehn Minuten ist Layla immer noch nicht da. Plötzlich trifft irgendetwas mich hart am Kopf. „Ouh! 'tschuldigung!“ Ich schaue hoch. Layla sitzt auf einem Ast über mir und hat gerade wohl einen Zweig auf meinen Hinterkopf befördert. Na toll, hier warte ich auf Layla, während sie oben im Baum sitzt. „Layla! Dich hab ich gesucht! Was war- Wie siehst du denn aus!“ Lay scheint ziemlich durch den Wind. „Ich..ich? Ich bin nur..eingeschlafen...“ murmelt sie abwesend und lässt sich von ihrem Baum rutschen. „Und ich dachte, nach dem Schlafen ist man entspannt… Moment! Warte, sag nicht du hattest wieder so einen..Traum?“ „Hm? Was? Traum? Was für Traum? Ich meine was für einen Traum? Was meinst du? Äh..he...guck mal, da...Eichhörnchen..“ Ich muss grinsen. Ganz unauffällig, aber sowas von. „Na von deinem...Was war er? Großonkel? Komm schon, ich bin doch irgendwie dein F...Ich meine, ich habe doch geschworen, dass ich dich bei diesem Zeug irgendwie unterstütze!“ Layla schweigt. „Ich...Ich..Na gut, Ja. Er hat scheinbar irgendeinen Plan, jemanden nächstes Jahr nach Hogwarts zu schicken und der dann irgendwie Potter zu ihm bringt und er wird auch irgendwie wieder einen eigenen richtigen Körper bekommen..“

    (Wollt ihr eigentlich, dass die beiden irgendwann bald zusammen kommen? Oder noch nicht? Schreibt mal: D )

    7
    Woha. Das ist heftig. Viel meine ich. Wenn Voldemort zurückkommen würde… Was mein Vater dann tun würde? Wird? „Na, das kann ja lustig werden!“
    ~
    „Was? Ich habe dir soeben verkündet, dass der dunkelste Magier zurückkommt, und alles was du sagst ist:, Das kann ja lustig werden'! Echt mal, Draco, du bist so...so...“ süß… Ahh, nein, nicht süß! Wie schnell Gedanken die Richtung ändern können.
    „So? Sprichst du heute noch weiter?“ Ich schrecke hoch. „Ähm...unmöglich meine ich.“ Verdammt, wieso fühle ich mich plötzlich so komisch! Draco mustert mich skeptisch. Zugegeben, mir fallen keine sonderlich guten Eigenschaften von ihm ein, abgesehen von seinem guten Aussehen ist er zwar ein ziemlicher Arsch aber dann doch irgendwie wieder so toll und so… Wie ich Dracos Augen liebe! Mist! Jetzt wird es mir klar...ich bin verliebt! „Scheiße!“ rutscht es mir heraus. „Wie bitte? Wovon redest du denn jetzt wieder?“ fragt Draco, sichtlich irritiert. Was soll ich denn jetzt machen! Abrupt drehe ich mich um, renne zurück ins Schloss und lasse Draco einfach stehen.
    Doch kaum dass ich die großen Tore aufstoße und in die Eingangshalle haste, stoße ich direkt mit jemandem zusammen. „Oh nein! Mist! Tut mir Leid!“ stammle ich, als ich merke, wer es ist.

    8
    Professor McGonnagall blickt erst mich, dann die auf dem Boden liegenden Bücher an, welche ich ihr gerade aus den Armen gestoßen habe. „Man! Heute läuft echt alles schief! Das ist alles Dracos schuld!“ Hastig hebe ich die Bücher auf. „Was hat Mister Malfoy mit Ihrem planlosen Herumgerenne zu tun?“ „Der macht mich ganz verwirrt! Oh nein, das habe ich jetzt nicht gesagt!“ Plötzlich fällt mir etwas ein. „Wo war noch einmal die Eulerei?“ Sichtlich irritiert deutet McGonnagall in die entsprechende Richtung. Schnell drücke ich ihr die Bücher wieder in die Arme und laufe zur Eulerei. Auf dem Weg krame ich durch meine Taschen und ziehe Pergament und Federkiel heraus.
    Dort angekommen setze ich mich etwas atemlos auf den strohigen Boden. Die letzten paar Ereignisse waren etwas heftig. Zuerst will Voldemort zurückkommen, dann bin ich in Draco verliebt, den ich direkt stehen lasse und danach renne ich Professor McGonnagall um und brabble sinnloses Zeug.
    Etwas zögernd fange ich meinen Brief an. Es ist ein etwas komisches Gefühl, Burgin einen Brief zu schreiben. Trotzdem, er ist der einzige, der mir zur Auswahl steht.

    Hallo Burgin,
    ich weiß, du bist nicht unbedingt der Typ für Sachen wie die, die in diesem Brief stehen, aber ich brauche gerade einfach jemanden ich hab ja keinen anderen.
    Du weißt ja, wer Draco Malfoy ist. Okay, ich will gar nicht lange drum herum reden:
    Ich habe mich in ihn verliebt.
    Du kennst nicht zufällig irgendein schönes, verbotenes Zaubertränkchen, was Gefühle rückgängig macht? Um ehrlich zu sein habe ich auch überhaupt keine Ahnung, was ich jetzt von dir erwarte, was du dazu sagst, aber irgendwem muss ich diese Katastrophe erzählen.
    Naja, man sieht sich,
    Layla

    Ich locke die erstbeste Eule auf meinen Arm, binde ihr den Brief ans Bein und lasse sie fliegen. Im nächsten Moment schon hätte ich mich selbst ohrfeigen können.
    Wozu hat man denn Freundinnen! Die können zwar auch nicht wissen, wieso das so schlimm ist, dass ich mich verliebt habe, weil sie nicht wissen dass ich zufällig mit Voldemort verwandt bin, aber das weiß Burgin ja auch nicht! „Ich bin so eine Idiotin!“ fluche ich. „Na, das ist doch nichts neues“ ertönt hinter mir eine gut gelaunte Stimme, „Wo ist denn der Kessel explodiert, hm?“ Ich drehe mich um. „Ach, Linda“ seufze ich, „Ich hab mich verliebt. Aber nicht in irgendwen, sonder-“ Linda habt die Hand um mich zum Schweigen zu bringen. „Warte. Am besten suchen wir zuerst noch Milli und Miley, dann sind wir komplett.“

    Nachdem wir unsere zwei anderen besten Freundinnen im Gemeinschaftsraum gefunden haben, haben wir uns in unseren Schlafsaal versammelt.
    „Jetzt sag schon“ drängt Milli, „In wen hast du dich verknallt?“ ich vergrabe das Gesicht in den Händen. „Draco Malfoy.“ Ein dreistimmiges „Was!“ ist die Antwort. „DRACO MALFOY“ wiederhole ich überdeutlich und laut. „Haben wir schon verstanden“ grinst Miley, „Nur den Inhalt nicht.“ Ich verdrehe die Augen. „Ich habe mich in eine blonde, schmale, hyperarrogante, miese kleine Ratte verliebt. Verständlicher?“ Mit rotem Kopf erzähle ich ihnen auch von dem Draco-stehen-lassen und dem McGonnagall-umrennen-und-ihr-sinnloses-Zeug-an-den -Kopf-werfen. Linda schüttelt verwirrt den Kopf. „Ich kann's einfach nicht fassen, dass ausgerechnet du dich in Draco verliebst! Ich meine, ihr zofft euch doch dauernd und so..“ „Was sich liebt, das neckt sich“ erinnert Milli. „Tja“ fährt sie fort, „Jetzt müsst ihr nur noch zusammen kommen.“ Ich lasse meine Hände sinken. „Hä? Was soll das denn heißen?“ „Das soll heißen, dass er vermutlich auch in dich verliebt ist. Falls dieser Eisklotz überhaupt so etwas wie Liebe empfinden kann.“ „Draco ist kein Eisklotz“ widerspreche ich. „Eher ein...Eisbrettchen. Ich mein ja nur! Guckt euch doch diese schmalen Schultern an, würdet ihr das als 'Klotz' bezeichnen?“


    9
    „Fesselnd, nicht wahr?“
    Verteidigung der dunklen Künste hat vor wenigen Minuten angefangen. Wir stehen vor einem Schrank, worin sich etwas ziemlich heftig bewegt. „Möchte vielleicht jemand raten, was da drin ist?“ „Ein Irrwicht ist da drin!“ „Wirklich gut, Mr Thomas. Und was hat so so ein Irrwicht für eine äußere Erscheinung?“ „Das weiß niemand“ plappert Granger wie üblich, „Irrwichte sind Gestaltwandler. Sie nehmen die Gestalt von dem an, was ihr Opfer am meisten fürchtet. Das macht sie so-“ „Angsteimnflößend, ja“ unterbricht Lupin. „Zum Glück gibt es einen einfachen Zauberspruch um Irrwichte zu vertreiben. Und den wollen wir jetzt üben. Äh, bitte ohne Zauberstäbe. Sprecht mir nach: Riddikulus!“ „RIIDIKULLUSSS!“ „Sehr gut, noch einmal. So laut und deutlich wie möglich. Riddikulus!“ „RIDDIKULUS!“
    „Das ist ja wie im Kindergarten“ brummt Draco und seine Schoßhündchen nicken treu. „Tja Draco, dann musst du dich hier ja wie zu Hause fühlen“ grinse ich. Draco verdreht nur die Augen.
    Lupin erklärt den zweiten Schritt gegen den Irrwicht, ruft dann Longbottem nach vorne. „Wo vor hast du die meiste Angst?“ „V-vor Prof-Professeor Snape“ stottert der nervös. Lupin lacht leise. „Ja..wer fürchtet den nicht.“
    (Ich denke mal, jeder von euch weiß, was in dem Unterricht dann noch so passiert, kommen wir also zum interessanten Teil:)
    „Und? Was ist deine größte Angst?“ fragt mich Lupin. „Ehrlich gesagt...Ich habe keine Ahnung.“ Ich ziehe meinen Zauberstab und mache einen Schritt auf den noch andersgestaltigen Irrwicht zu. Die Gestalt verwirbelt in sich selbst und…
    ~
    Plötzlich sehe ich mich selbst vorne stehen, zusammen mit einer zweiten Gestalt, die aussieht wie Pansy. Mit offenem Mund beobachte ich den zweigeteilten Irrwicht. Die beiden Gestalten umschlingen und küssen sich ziemlich intensiv. „Riddikulus!“ Auf einmal wird mein Abbild von einem fetten, sabbernden Mops durch den Raum gejagt.
    Aber viel wichtiger: Lay läuft mit hochrotem Kopf aus dem Raum. Lupin sieht zwar etwas irritiert aus, lächelt jedoch amüsiert. Die anderen Schüler finden das sowieso ziemlich lustig, bis auf Pansy natürlich. Was stehe ich hier eigentlich noch rum? Ich löse mich aus meiner Starre und haste Layla nach.
    „Layla! Verflucht, jetzt bleib stehen bevor ich dich per Magie hier behalten muss!“ Muss sie eigentlich einfach immer abhauen! Okay, wäre sowas als mein Irrwicht gekommen, wäre ich vermutlich auch weggelaufen. Lay läuft direkt in die große Halle. Vermutlich glaubt sie, bei anderen Anwesenden würde ich ihr nicht mehr nach.
    „Layla Tale! Bleib! Sofort! Stehen!“ rufe ich. Tatsächlich dreht sie sich um. „Draco! Lass mich! Ich weiß was du jetzt denkst!“ Mittlerweile haben sich schon ein paar Augenpaare auf uns gerichtet. „Verdammt Layla! Ich habe dasselbe 'Problem' wie du, kapiert?“ Layla ist in mich verliebt! Und ich in sie! Lay legt den Kopf schief. „Ernsthaft? Trotz..“ „Dein blöder Großonkel ist mir scheißegal. Und jetzt lass uns das bitte woanders klären, bevor wir hier zur Attraktion werden.“

    10
    ~
    Schweigend gehen wir in die Kerker und setzen uns in einem der Zaubertrankräume nebeneinander auf einen Tisch. „Meintest du das ernst?“ Draco nickt. Er blickt mich schweigend von der Seite an. „Äh..sind wir jetzt eigentlich-“ „Sag nichts“ unterbricht mich Draco, „Da gibt’s nichts zu sagen, kapiert? Wenn mein Vater erfährt, dass ich ein Schlammblut..“ Plötzlich greift er nach meiner Hand. Vorsichtig lehne ich mich an seine Schulter.
    --Zeitsprung--
    „Bist du sicher dass das erlaubt wird?“ frage ich zweifelnd. „Wenn du Snape fragst, dann ja“ grinst Draco. Ich verdrehe die Augen und betrachte das Stück Pergament in meiner Hand. Der Genehmigungszettel für Hogsmeade, mit Burgins Unterschrift. „Er ist bestimmt in seinem Büro in den Kerkern, oder?“ „Ja klar. Und jetzt beeil dich mal!“ „Bin schon weg“ verabschiede ich mich – weg für höchstens 5 Minuten.
    Hastig laufe ich hinunter in die Kerker. Vor Snapes Büro zögere ich einen Moment, bevor ich klopfe. Keine Antwort. Langsam öffne ich die Tür. Snape sitzt über einem Stapel Hausaufgaben von irgendwelchen Schülern. „Was gibt es?“ schnarrt er. „Professor Snape? Ich..äh..Also meine Mutter wurde ja entführt und, hm, ich habe so keine Verwandten also hat Burgin aus der Nocturngasse..unterschrieben. Geht das..geht das in Ordnung?“ „Sie wohnen bei ihm?“ Ich nicke. „Dann ja.“

    „Draco? Ich hab die Erlaubnis.“ Schnell zeigen wir bei Filch unsere Unterschriften vor, dann verlassen wir das Schulgelände relativ schnell, eine regelrechte Flucht vor Dracos Schoßhündchen. „Wo gehen wir hin?“ frage ich gut gelaunt, Dracos wie immer kühle Miene missachtend. So ist er halt. „Was weiß ich… Butterbier trinken gehen oder so?“ „Gute Idee.“ „Ich BIN gut“ brummt Draco. „Nee.“ Er wirft mir einen kleinen Todesblick zu. „Potter ist gut. Du bist..besser. Deine Idee war auch gut. Aber ich hab eine bessere.“
    ~
    Layla schleift mich in die Nocturngasse – natürlich. Immer muss sie damit angeben, dass sie sich auch an den finstersten Orten auskennt. „Wohin gehen wir?“ „Zum Vampir. Ich weiß, der Name ist sehr originell, aber wart es ab. Während der Ferien war ich da dauernd. Die verkaufen dir alles. Wirklich ALLES. Wenn sie irgendwas nicht haben, wird’s besorgt. Dauert dann ein paar Minuten, aber wenn du.. wenn du Eulenblut haben willst, kriegst du Eulenblut. Wer auf Schlangenfleisch steht… Natürlich gibt es im Vampir auch Sachen, die uns eher ansprechen. Feuerwhisky und so…“ „Ich gebe es ja nicht gerne zu“ sage ich, „Aber ich bin beeindruckt. Zum Glück habe ich ja meine Lay die in der Nocturngasse wohnt und mir die Orte zeigt, die nicht jeder kennt..oder kennen darf.“

    Im Vampir bestellen wir uns beide einen Kelch 'Schlangengift'. Ein eigengraues Getränk was schmeckt wie flüssiges Eis, einem aber den Rachen verbrennt wenn man Zuviel auf einmal schluckt.
    „Sag mal“ setze ich an, „Was genau hältst du eigentlich davon, dass du-weißt-schon-wer zurückkommt?“ Layla blickt einen Moment lang tiefgründig in ihren Kelch.
    „Ich weiß, dass er grausam ist. Aber...mich wird er ja wohl kaum umbringen, dich auch nicht, versprochen. Außerdem kennt er bestimmt ein paar..interessante Zauber. Außerdem habe ich dann wieder einen Verwandten. Mittlerweile glaube ich sogar, das Todesser sein vielleicht auch ganz interessant ist. Das Böse hat irgendwas..faszinierendes.“
    Als Lay hochblickt glitzert in ihren grünen Augen Gier. Offenbar hat Voldemort sie auch schon umgarnt um sie auf seine Seite zu ziehen. Wie meinen Vater, vor so vielen Jahren…
    „Bist du dir sicher?“ frage ich unsicher. Isa nimmt einen großen Schluck Schlangengift, um mich dann wieder mit ihren Blicken zu durchbohren. „Ich war mir noch nie sicherer, Draco.“

    11
    Ich weiß nicht, ob das so ganz richtig ist. Aber ich habe mich entschieden. Ich stehe zu Lay. Egal auf welcher Seite. „Auf uns“ proste ich ihr zu.

    Als wir den Vampir verlassen sind wir beide zwar leicht angetrunken, aber guter Laune. „Dracooo“ sagt Layla mit Bettelblick, „Willst du Lehrer ärgern? Mir ist' grad was gutes eigefallen!“
    --Zeit&Ortsprung: Verwandlungsunterricht mit den Huffies--
    Ich werfe einen unsicheren Blick nach vorn zu Professor McGonnagall. „Mach schon Draco“ zischt Layla, „Schließlich hast du sie in der Tasche!“ Möglichst unauffällig krame ich die Ratte aus meiner Schultasche. Als sie mich beißt, lasse ich sie fallen. „Layla! Sie hat mich gebissen!“ flüstere ich genervt. „Mr Malfoy! Seien Sie ruhig und wiederholen Sie bitte was ich gesagt habe!“ Ich verdrehe hilflos die Augen. „Äh – Professor!“ springt Layla ein. „Ich habe eine Frage!“ „Was gibt es Ms Tale?“
    ~
    Ja, was eigentlich? „Wieso..wieso..äh...“ „Kann es sein“ unterbricht mich McGonagall scharf, „Dass sie nur Mr Malfoy decken wollten, weil er nicht zugehört hat?“ „Äh. Wie..Wie kommen sie denn...Wieso sollte ich denn?“ Ich lache nervös. „Weil Sie mir vor etwa zwei Wochen noch leicht verpeilt mitgeteilt haben, dass Mr Malfoy Sie, ich zitiere: Der macht mich mich ganz verwirrt!“ Mir schießt das Blut in den Kopf und ich ich haue die Stirn gegen die Tischplatte. Plötzlich kreischt weiter vorne ein Hufflepuffmädchen. „Professor McGonnagall! Da sind Ratten! VIELE RATTEN!“ Ich drehe den Kopf leicht zu Draco und muss grinsen. Die Ratte, die wir in der Nocurngasse gekauft haben, ist keine normale, sondern es entsteht alle 30 Sekunden ein Abbild. „Finite incantatem!“ Ratten, die nicht so einfach verschwinden. „Ms Tale, Mr Malfoy, holt Mr Filch, er kann die Ratten nach draußen bringen. Bevor ihr beide mit eurem Gerede den Unterricht noch mehr stört.“ Ich bin relativ überrascht, als Draco direkt nach dem Aufstehen schon meine Hand nimmt. So gelassen war er bisher nicht.
    Wenn Blicke töten könnten, wäre ich jetzt ziemlich Parkinson-ermordet.

    Filch hat so seine liebe Müh, die Ratten einzufangen, besonders als eine aus dem Klassenraum entflieht.
    Das Chaos entlockt sogar Draco ein zufriedenes Lächeln. Der Unterricht kann jedenfalls erstmal nicht vernünftig fortgesetzt werden, solange Filch in unserem Klassenraum den Ratten hinterherrennt.
    Schließlich gibt McGonnagall es auf und lässt uns etwas verfrüht in die Pause. „Die Idee war ziemlich klasse“ meint Draco nachdenklich, „Nur hoffentlich werden wir nicht erwischt.“ „Wie denn?“ Eine Idee hat er auch nicht. „Und was genau fangen wir jetzt mit unserer ganzen Freizeit an?“ frage ich. Vielleicht fällt Draco ja dazu was ein. „Keine Ahnung. Lass uns irgendwo hingehe, wo Pansy, Crabbe und Goyle mich nicht finden, ja? Wieder mal in unseren Kerker?“ Natürlich ist es nicht wirklich unser Kerker, aber da sind wir meistens.
    Auf dem Weg nach unten weichen wir allen möglichen Slytherins aus, die irgendwas mit Dracos Hunden zu tun haben und verstecken uns im Gewölbe.

    In unserem Kerker will ich mich gerade neben Draco auf einen leicht verstaubten Tisch setzen, doch Draco zieht mich auf seinen Schoß und legt die Arme um mich.
    Ich habe zwar nicht den leisesten Schimmer einer Ahnung, wieso er nicht mehr zurückhaltend ist, aber schlimm finde ich das jetzt nicht gerade.
    Als Draco den Kopf auf meiner Schulter legt, scheint er kurz über etwas nachzudenken. Sein warmer Atem an meiner Haut verschnellert sich, dann küsst er mich kurz an den Hals. Das hat er noch nie getan. Verwundert drehe ich mich mit dem Oberkörper zu ihm um. Der Blick aus Dracos grauen Augen scheint mich regelrecht zu lähmen. Fühlt sich zumindest so an. Nicht das Atmen vergessen, Layla, ermahne ich mich selbst. Dracos Gesicht ist so nah, dass ich seine Wimpern hätte zählen können. Tue ich aber nicht, weil ich die Augen schließe. Macht man doch so, oder? Wenn man sich küsst, meine ich. Es ist einfach so passiert, ohne Absprache oder etwas Derartiges. Jedenfalls weiß ich jetzt schon, wovon ich heute Nacht träumen werde. Dracos Lippen sind seltsam kühl, aber wenn ich ehrlich bin, passt das irgendwie zu ihm.
    „Junge Liebe ist immer noch etwas faszinierendes“ reißt eine kalte Stimme uns auseinander. Rasch trennen wir uns und schauen zur Tür. Snapes Blick schweift für etwa eine halbe Sekunde in die Ferne und er...lächelt. Tatsächlich. Es ist ein trauriges Lächeln, aber immerhin. Dann wird seine Miene wieder kalt. „Aber hier ist jemand für Sie, Draco.“ Mein Herz setzt aus, als ich sehe, wer neben Snape steht.
    „Ich bin tot“ flüstert Draco heiser.

    12
    ~
    Mit etwas weichen Knien stehe ich auf und gehe zu meinem Vater. „Gehen wir ein Stück, ich schätze, es gibt da einiges zu besprechen“ meint der eisig. Ich nicke bloß. Was tut er hier? „Ursprünglich bin ich hierher gekommen, um dir mitzuteilen dass dieser Hippogreif verurteilt wurde und mir dieses Viech selbst einmal anzusehen.“ Wozu verurteilt kann mich mir ziemlich selbst denken. „Aber das hat an Wichtigkeit verloren. Ich dachte,“ seine Stimme wir von Wort zu Wort lauter, „Ich hätte dir deutlich genug gemacht, dass du dich von diesem Mädchen fernhalten sollst! Und das tust du in Zukunft auch, hast du das verstanden!“ „Ich kann selbst entscheiden, wen ich mag und wen nicht!“ sage ich hitzig, „Und da hast du dich gefälligst raus zu halten, hast du das verstanden!“ ahme ich ihn nach. Dass das unklug war, merke ich leider etwas spät. Die Ohrfeige von meinem Vater trifft mich ziemlich unerwartet. „Hör sofort auf, so mit deinem Vater zu sprechen! Was fällt dir eigentlich ein?“ Ich fluche leise und presse die Hand an mein brennendes Gesicht. „Und wenn ich Layla mag? Was dann? Was willst du dagegen ausrichten?“ „Mal sehen“ sagt mein Vater mit gespieltem Überlegen, „Ich könnte ein bisschen über sie erzählen. Zum Beispiel, dass sie bei Burgin&Burkes wohnt. Ob der Schulleiter das so gut findet? Außerdem habe ich, wie du weißt, viele Möglichkeiten, Leute aus dem Weg zu räumen. Ich könnte auch einfach irgendetwas erfinden. Wem würden die ganzen hohen Tiere wohl eher glauben? Mir oder deiner kleinen, schlammblütigen Freundin?“ „Nenn! Sie! Nicht! Schlammblut!“ knurre ich. „Wie du meinst. Jedenfalls, wer könnte deine Layla denn helfen?“ „Ich. Ich klaue Snape einfach etwas Veritaserum..“ Vorsichtshalber trete ich ein, zwei Schritte zurück. „Dass du es wagst, dich gegen deinen Vater zu richten!“ Was soll man auf sowas antworten? „Ja. Ich habe auch ein eigenes Leben, weißt du?“ Damit drehe ich mich um und gehe. Ich gehe einfach.

    „Himmel, Draco! Was ist mit deinem Gesicht passiert!“ Sobald ich Layla gefunden habe, fällt sie über mich her. „Lass mal sehen!“ Ich drehe den Kopf zur Seite. „Vergiss es. Das ist nichts...“ Aber natürlich ist Layla nicht blöd. „Das...das tut mir Leid… Ich hätte nicht...Ich lass dich besser in Ruhe.“ Ich halte sie am Arm fest. „Vergiss es, kapiert?“ Layla senkt den Kopf. Plötzlich hellt sich ihr Gesicht auf. „Ich habe eine Idee..“ Sie verschwindet in die Richtung, aus der ich gekommen bin. Was hat Lay jetzt schon wieder vor? Rasch laufe ich ihr hinterher.
    Sie läuft geradewegs auf meinen Vater zu und … flüstert ihm doch tatsächlich etwas ins Ohr.
    Lucius' Miene ändert sich von abweisend zu interessiert, zu argwöhnisch, zu ungläubig. Was hat Layla ihm gesagt? Mein Vater blickt derart entgeistert, dass mir nur eine Möglichkeit einfällt. „Layla. Du hast ES ihm gesagt? Dass du..?“ Layla nickt. „Wann plant er denn, zurück zu kommen?“ fragt Vater fast unverständlich leise. „Nächstes Jahr. Und bei der Quidditchweltmeisterschaft sollen ein paar übrig gebliebene Todesser auch schon etwas Augstand machen“ erwidert Layla ebenso leise, „Haben Sie noch Kontakt zu anderen ehemaligen Todessern?“ Mein Vater blickt sich schnell um. Niemand hier. Dann nickt er. „Sie können die Botschaft ja schonmal verbreiten“ meint Layla gut gelaunt und gesellt sich wieder zu mir. „Draco, komm. Wir haben noch zehn Minuten bis..Was haben wir dann eigentlich?“ „Zauberkunst mit den Rawenclaws. Wollen wir vielleicht in den Gemeinschaftsraum?“

    „Sag mal, wie hast du meinen Vater eigentlich dazu gebracht, dir zu glauben?“ Layla zuckt mit den Schultern. „Ich habe ein bisschen Parsel gesprochen; ein paar Namen von Todessern aufgezählt; ein, zwei nette Flüche und Zauber,… War nicht so sonderlich kompliziert.“ „Bist du dir sicher, dass das so klug war?“ Layla schüttelt den Kopf. „Nicht wirklich. Aber immerhin muss dein Vater mich jetzt akzeptieren, oder?“ Ja, das muss er wohl. Solange Voldemort es auch will.
    ~
    --in der Nacht danach--
    Mittlerweile finde ich es zwar wirklich cool, von meinem Vorfahren zu träumen, aber muss es unbedingt meinen anderen Traum unterbrechen? Dasselbe, was heute Nachmittag passiert ist, nur ohne Snape und Lucius Malfoy. „Weißt du eigentlich, dass du mich gerade beim Träumen störst?“ „Hast du schon vergessen...Ich kann fast deine Gedanken lesen.. Ich bin-“ „Der mächtigste Zauberer der Welt, auch wenn du im Moment keine eigenen Körper hast, schon klar. Also...Meinung?“ „Dass du es Lucius Malfoy mitgeteilt hast finde ich gut, sehr gut sogar… Der war ein untreuer und so kann er mich wieder ein bisschen fürchten..“ Ich lache leise. „Nicht nett.“ „Was dich und Draco Malfoy betrifft“ überhört Voldemort meine Bemerkung, „...Dagegen habe ich nichts..solange du mir eine treue Todesserin bist..“ Ich nicke eifrig. „Natürlich! Ich danke dir.“ Es gefällt mir nicht, wie er Dracos Namen ausspricht. Wie jemand, der schon irgendwelche Lebenspläne über sonst wen erstellt hat.

    13
    „Was hast du heute für mich? Du bestellst mich ja nie ohne Grund in diese Traumwelt.“ Der kalte Lufthauch, der offenbar sowas wie Voldemorts Geist ist, zieht an mir vorbei, als würde er mich umkreisen. „Allerdings...Hast du mal von den unverzeihlichen Flüchen gehört?“ „Nein. Hört sich aber interessant an.“ „Die bringe ich dir heute bei, verwende sie aber noch nicht..nicht, bis ich wieder..da..bin.“ Der Geist bleibt stehen. „Der am uninteressantesten ist der Imperiusfluch. Viele meiner ehemaligen Anhänger haben behauptet, ich hätte sie dem Imperiusfluch unterworfen. Die Malfoys, beispielsweise… Man kann einem Lebewesen damit seinen Willen aufzwingen. Praktisch, aber uninteressant… Dann ist da der Todesfluch...Avada Kedavra… den muss ich ja wohl kaum erklären?“ Die Stimme verstummt kurz. „Es wird bald Zeit für dich, aufzuwachen. Deshalb erkläre ich den letzten am besten ohne Worte, den Crutiatusfluch.“ Plötzlich ist da dieser unerklärliche Schmerz. Alle Arten von Schmerz auf einmal, wie man sie nur empfinden kann; Ziehen, Stechen, Brennen, stechend, dumpf…. Ich kippe in meinem Traumkörper nach Luft ringend auf den Boden und krümme mich atemlos. Bitte, bitte lass mich aufwachen…

    Wummms.
    Fest in meiner Decke verstrickt liege ich neben meinem Bett im Schlafsaal. Immer noch schwer atmend richte ich mich auf. Voldemort hatte Recht, auch die anderen Mädchen wachen so langsam auf.
    So schnell wie möglich ziehe ich mich um und verlasse den Schlafsaal. Das Erlebte, besser gesagt, Geträumte muss ich erst mal verarbeiten.

    Ich bin die erste, die vorm Zaubertrankklassenraum steht. Heute mit den Hufflepuffs, immerhin muss ich diesen ätzenden Potter nicht ertragen. Unauffällig reibe ich mir die schmerzenden Rippen. Auch wenn Voldemort mich diese Nacht kurzzeitig gefoltert hat, hat das nichts an meinem Stand zu ihm geändert. Er wird schon das richtige tun, außerdem bestraft er einen ja nicht zum Spaß.

    „Heute wird in Paaren gebraut. Ich teile ein. Ihr werdet mir einen Trank, der gegen die verschiedensten, dunklen Flüche hilft brauen. Der ist so einfach, dass sogar ihr ihn hinkriegen solltet!“
    Was für eine Ironie…
    „Parkinson, Crabbe.
    Goyle, Stratch.
    Catcher, Zabini.
    Tale, Malfoy.
    ...“
    Haleluja, Snape will mich ärgern. Gerade Draco will ich ein wenig aus dem Weg gehen, weil er mit Sicherheit merken würde, dass irgendwas nicht stimmt.
    So verrückt das auch klingt, aber meine Gliedmaßen schmerzen immer noch. Ich werfe mein Buch in meinen Kessel und setze mich damit neben Draco. „Hi“ murmele ich, ohne ihn direkt anzusehen. „Na, du scheinst dich ja richtig zu freuen, mich zu sehen“ gibt Draco zurück.
    „Kannst du nicht aufpassen!“ knurre ich gereizt, als Draco mir ausversehen seinen Ellenbogen in die Rippen rammt. „Verflucht, bist du heute gut drauf!“ „Verflucht ist gut“ meine ich düster und gebe etwas zerriebene Schlangenhaut in unseren quietschgelben Trank, der sich sofort zu einem dunklen Blau verfärbt.
    „Was ist denn mit dir passiert?“ fragt Draco, jetzt mit etwas erschrockener Stimme. „Was ist denn mit mir?“ weiche ich aus und blicke zur Seite. „Du bist irgendwie ein bisschen..grau im Gesicht..jedenfalls siehst du etwas angeschlagen aus.“ Na toll. „Na vielen Dank“ brumme ich. Sofort packt mich das schlechte Gewissen (Ja, stellt euch vor, auch Slytherins haben eins). Draco kann ja nichts dafür. Ich seufze und drehe mich zu ihm um. „Tut mir leid. Weißt du.. kennst du zufällig die unverzeihlichen Flüche?“ Draco runzelt die Stirn. „Ja natürlich. Wieso?“ Ich schweige einen Moment. „Ich seit letzter Nacht auch.“ Natürlich versteht Draco immer noch nicht. „Und? Ich meine, klar, die sind nicht gerade Schmetterlings-gute-Laune-Zauber aber…?“ Etwas unbehaglich rutsche ich auf meinem Stuhl herum. „Als er zuletzt den“ ich senke die
    Stimme, „Crutiatus-Fluch erklären wollte, wurde die Zeit knapp...sagen wir so: Er hat keine Worte verschwendet.“ Draco legt den Kopf schräg, dann dämmert es auf seinem spitzen Gesicht. „Autsch...“ „Kann man so sagen“ nicke ich. „Naja, ich werde es überleben.“

    14
    „Etwas weniger Gerede ihr zwei“ ermahnt Snape. „Also ich weiß ja nicht wieso“ meint Draco scheinheilig, „Aber aus irgendeinem Grund haben alle Lehrer in letzter Zeit dieselbe Leier drauf wenn sie mit uns reden!“ Das bringt mich zum Lächeln, was Draco tatsächlich immer öfter schafft. „Tja..wie das nur kommt“ grinse ich zurück.
    ~
    Hoffentlich hat Voldemort nicht vor, Layla ein paar weitere Flüche zu 'erklären'.
    Am Ende der Stunde haben wir immerhin einen ganz akzeptablen Trank.
    „Ich gehe schon mal vor, Draco“ teilt mir Lay schon besser gelaunt mit, „Linda will mit mir unbedingt über irgendeinen Jungen aus Hufflepuff reden.“
    Ich trete gerade auf den Gang, da kommt Pansy auf mich zu. Hastig schaue ich mich um, nach irgendwem, mit dem ich ein Gespräch anfangen kann. Leider bin ich gefangen in einem Hufflepuffstrom. „Was hast du mit diesem Tale!“ Zu spät. „Na..sieht man doch, oder?“ antworte ich möglichst gelassen. „Du und sie! Ich glaube das einfach nicht! Du solltest wissen, sie tickt nicht ganz richtig! Sie redet im Schlaf dauernd von Flüchen und Plänen und so!“ „Beruhig dich, Pansy“ sage ich genervt, „Jeder hat mal Albträume!“ Aber natürlich beruhigt sich Pansy NICHT. „Das mit euch, das ist ein Albtraum! Außerdem bin ICH doch-“ „Du bist WAS? Pansy, mal im Ernst, wen ich mag und wen nicht ist immer noch meine Sache!“ Pansy sieht aus, als hätte ich sie geschlagen. Ich will mich gerade einfach umdrehen und abhauen, da klammert sie plötzlich ihre Arme um meinen Hals. „Du musst einfach nur noch begreifen, wer die Richtige für dich ist!“ trompetet Pansy. Und dann...küsst dieses Biest mich! Einfach so! Ist die jetzt völlig durchgedreht?
    Ich drehe den Kopf weg und sehe jemanden ein paar Meter hinter Pansy stehen. Es ist Layla. „Verflucht!“ Hastig stoße ich Pansy weg, aber Layla ist schon weg. Immer rennt sie weg. Immer.
    Jeden Tag suche ich alle möglichen Orte nach ihr ab, aber außer in den Unterrichtszeiten geht Lay mir völlig aus dem Weg.
    An einem Freitagabend gehe ich völlig erschöpft in meinen Gemeinschaftsraum und werde prompt von Linda, Milli und Miley überfallen. „Wisst ihr wo Layla ist?“ frage ich sie. „Natürlich wissen wir wo sie ist“ antwortet Linda, „Im Schlafsaal.“ Dass ich da nicht drauf gekommen bin! „Aber“ Linda hält mich am Arm fest als ich gerade zu Lay will, „Kannst du uns erklären wieso sie dich zwar im Moment ganz offensichtlich hasst, aber seit einigen Tagen nicht über dich reden will?“ Ich seufze. Eigentlich hatte ich gehofft dass nicht so viele von der ganzen Sache erfahren, also probiere ich es mit meiner produktiven Malfoy-Autorität. „Lasst mich durch, kapiert? Ihr wisst schon, dass mein Vater eu-“ „Diesmal nicht, Malfoy“ schneidet Miley mir das Wort ab. „Also gut. Pansy hat mich nach einer Zaubertrankstunde angefallen und mich geküsst und Layla hat es gesehen. Zufrieden?“
    Die Mädchen treten zur Seite und ich laufe zum Schlafsaal von ihnen. Umsichtig lasse ich mich die Treppe hinunterrutschen. Die Tür ist abgeschlossen. „Layla?“ Keine Antwort. „Lass mich gefälligst rein oder ich sprenge die Tür!“ „Willst du zu Pansy? Die ist nicht da.“ „Nein verflucht, nein ich will zu dir!“ „Na, dann komm doch.“ Wenn das so ist… Ich richte meinen Zauberstab auf die Tür: „Bombarda!“ Hoffentlich steht Lay nicht direkt vor der Tür.
    Tut sie nicht.
    Sie steht vor einem der Fenster und starrt in die mittlerweile Nacht.
    „Layla, ich.. Das..Pansy hat mich überfallen und das einfach gemacht. Ich wollte das nicht und das tut mir auch … Ich meine..“ „Es ist zu spät, um sich zu entschuldigen.“ Ich verschränke die Arme. „Habe ich mir gedacht.“ Layla dreht sich um und..lächelt. „Es ist zu spät weil...Ich dir schon längst verziehen habe. Irgendwie wusste ich, dass das nicht ganz in deiner Absicht lag. Es war nur irgendwie..“ „Dein Irrwicht“ beende ich ihren Satz. Sie senkt den Kopf, aber ich sehe, wie sie rot wird.

    15
    „Es ist komisch dich so verlegen zu sehen“ stelle ich fest. „Glaub mir, es ist viel abgedrehter einen Malfoy so einfühlsam zu sehen“ entgegnet Layla. „Und so..freundlich und..normal.. Das ist richtig unheimlich.“ Ich fixiere sie aus schmalen Augen. „Wenn du damit ausdrücken willst, dass ich mich verhalte wie Potter-“ „Um Himmels willen! Bloß nicht! Du kannst dich meinetwegen verhalten wie Snape oder dein Vater oder wie du-weißt-schon-wer, aber BLOẞ NICHT POTTER!“ Jetzt bin ich verwirrt. „Findest du jetzt, ich bin wie Potter, soll es aber nicht sein, sondern eher wie dein Vorfahr? Was?“ Lay lächelt. „Die Bösen sind sowieso immer die besten Jungs.“ „Also bin ich böse?“ Sie kichert. „Mir egal was du denkst wie du bist, Hauptsache du mutierst nicht.“ „Also wenn du mich verwirren wolltest, hast du das-“
    Sie tritt auf mich zu, nimmt mein Gesicht zwischen ihre Hände. Jetzt kann ich sowieso nicht mehr denken.
    ~
    Ich versuch einfach mal mutig zu sein und lege meine Lippen auf Dracos. Hoffentlich denkt er jetzt nicht ich bin Pansy. Offensichtlich nicht, er stößt mich nicht weg. „Sucht euch gefälligst ein eigenes Zimmer!“
    Wir fahren auseinander. Erica steht mit genervtem Gesicht im Saal.
    Ich blicke sie streng an. „Als ich vorletzten Abend hier rein kam, hast du doch mit Flint auf deinem Bett wie wild rumgeknutscht. Also beschwer dich nicht.“ Erica wirft mir einen tödlichen Blick zu, legt sich dann aber hin und ignoriert uns.
    „Wo waren wir?“ grinst Draco. „Da.“ Ich küsse ihn wieder. „Ihr steht im Weg.“ Hat man denn hier nie seine Ruhe? Milli und Linda sind gerade rein gekommen. „Ach komm“ sagt Draco, „Gehen wir woanders hin.“ „Jetzt noch? Ich weiß nicht, ob das so gut ist.“ In einer Geste der Verzweiflung raufe ich mir die Haare. Warum kommen ausgerechnet jetzt alle rein? „JA Miley, jetzt noch.“ Draco nimmt meine Hand.
    „Wo wollt ihr denn hin?“ keift Pansy auf der Treppe. „Weg“ sagt Draco kalt.
    Möglichst unauffällig verlassen wir den Gemeinschaftsraum.
    „Jetzt müssen wir nur noch auf Vertrauensschüler aufpassen. Wo genau gehen wir eigentlich hin?“ Draco zuckt mit den Schultern. „Wo keine anderen sind. Aber so spät abends sind überall nervige Lehrer und Vertrauensschüler.“
    Mittlerweile sind wir in einem Korridor mit wunderschönen, bis zum Boden reichenden Mosaikenster, etwa auf Erdhöhe. Draußen kann man schemenhaft einen der Innenhöfe erkennen. „Wirklich überall?“ frage ich mit einem breiten Lächeln. Draco blickt mich misstrauisch an. „Was hast du vor?“
    Plötzlich nähert sich ein Lichtchein im nächsten Korridor. Wir erstarren und lauschen. Die Schritte sind unregelmäßig. „Eindeutig Filch“ flüstert Draco, „Was machen wir jetzt?“ „Meine Idee von vorhin ausüben.“ Ich trete zwei Schritte von der Wand weg, konzentriere mich auf ein Mosaikbildchen – und trete so fest es geht dagegen.
    Die bunten Splitter ergießen sich in die dunkle Nacht. Ohne zu zögern klettere ich nach draußen und schaue zu Draco. „Kommst du? Oder willst du von Filch geschnappt werden?“ „Eines Tages fliege ich wegen dir noch von der Schule!“ zischt Draco. Gerade in dem Moment als man schon Filchs Laterne um die Ecke zu sehen ist, folgt er mir.
    Instinktiv finden sich unsere Hände. „Wohin jetzt?“ Ich ziehe Draco nach rechts. „Zum Viadukt.“ „Bist du wahnsinnig? Was sollen wir denn da? In der Nacht kann man da schon mal abstürzen, denk ich!“ Ich gehe etwas schneller. Bevor wir doch noch entdeckt werden. „Ich habe ja auch nicht gesagt, dass wir da drauf gehen. Direkt unter dem Ansatz ist die Erde flach, heißt, da kann man sich super verstecken.“
    Bei der gewaltigen Brücke angekommen gehe ich ein Stück rechts vom Anfang. Eine kleine Steinmauer steht vor mir. Das hat, wie ich weiß, auch den Grund dass dahinter die Erde wie bei einem kleinen Tal sehr stark abfällt.
    Ich lasse Dracos Hand los, stemme mich hoch und lasse mich auf der anderen Seite etwa einen Meter fallen. Jetzt bin ich auf Augenhöhe mit dem Boden des Viadukts. Draco über mir seufzt, springt dann aber hinterher. „Pass auf, man kann aus- und abrutschen“ ermahne ich Draco munter, während ich selbst mit einiger Übung aus den letzten Tagen mir durch die niedrigen Sträucher einen Weg unter den Ansatz den Viadukts bahne. „Vielen Dank für die Warnung“ knurrt Draco und rappelt sich gerade auf. Gut gelaunt lege ich mich auf den sandigen Boden. Hier hat man garantiert seine Ruhe. Wenige Sekunden später legt sich Draco zu mir. „Du hattest Recht. Hier ist es schön, aber es geht schöner.“ „Hier kommt aber nie jemand hin!“ verteidige ich meinen Lieblingsplatz auf Hogwarts. „Eigentlich...Eigentlich hatte ich bei dem 'schöner' an… an dich gedacht.“ „An mich?“ Wer hätte gedacht, dass Draco sowas von sich geben kann? „Wehe du erzählst irgendwem dass ich sowas sage!“ Schon wieder der alte Draco. Ich muss lächeln. „Keine Sorge.“
    ~
    Ich ziehe sie an mich. „Bitte lauf nicht mehr einfach weg, kapiert?“ „Bitte küss Pansy nicht mehr.“ „Hab ich gar nicht. SIE hat MICH geküsst, nicht ICH SIE.“ „Dann ist ja gut.“
    Auf einmal richtet sich Lay auf. „Bist du eigentlich irgendwie verlobt oder so, Draco?“ „Wie bitte? Wie kommst du denn auf sowas?“ Layla nimmt meine rechte Hand. „Wegen dem Ring da.“ „Achso..“ Nachdenklich streife ich den Ring mit dem Wappentier der Malfoys ab und betrachte ihn. „Nein. Ist nur ein Erbstück von meinen Großvater, Abraxas Malfoy.“ „Wann ist er gestorben?“ Ich gähne. „Letzte Sommerferien.“ Layla lächelt. „Scheint dich ja nicht so hart zu treffen?“ Ich seufze. „Nicht wirklich. Er war sowas wie mein Vater, nur in schlimmer.“ Ich starre gedankenverloren die Mondsichel über uns an. „Draco..du bist manchmal echt komisch. Ich weiß ja, dass du und dein Dad nicht so ein inniges Verhältnis habt, aber ich dachte er ist..dein Vorbild oder so.“ Ich stecke mir den Ring wieder an. „Ist ja auch so. Also… Ich will auch so viel verdienen, auch so hoch angestellt sein und so wenn ich erwachsen bin. Aber so SEIN wie er..“ Ich schüttle entschieden den Kopf. „Du bist schon so. Nur auf eine andere Art. Auf eine Art, die ich wirklich liebe.“

    16
    „Bist du dir sicher?“
    „Absolut. Aber...können wir vielleicht mal was anderes machen, als tiefsinnige Gespräche über irgendwelche komischen Erwachsenen außer Kontrolle? Das ist ein bisschen langweilig.“ Lay grinst. „Wieso nicht?“ Ich grinse zurück. „Wenn du das willst?“ Ich schlinge beide Arme um sie und ziehe sie näher zu mir.
    ~
    Draco ist so kühl wie immer, charakterlich wie körperlich. Und trotzdem, diese Küsse sind anders, nichts im Vergleich zu den vorigen. Ob es jetzt an der Atmosphäre liegt, an diesem wunderschönen Ort (Auch wenn Lay schöner ist ;D) oder einfach an uns – ich weiß es nicht. Und es interessiert mich auch nicht. Alles was zählt, ist das hier und jetzt, diese eine Nacht Ewigkeit.
    --Zeitsprung--
    Ich versuche mich, mich auf meinem Bett auf meinen dämlichen Verwandlungsaufsatz zu konzentrieren, da kommt Pansy in den Schlafsaal. Ich ignoriere sie..Wenn das doch nur auf Gegenseitigkeit beruhen würde!
    „Glaubst du wirklich, dass Draco dich liebt? Mehr als Händchenhalten tut ihr beide doch eh nicht! Es sieht nicht so aus, als würde er dich wirklich mögen. Ich wette, Draco spielt sowieso nur mit dir..“ Ich balle meine Hand zur Faust. Dieses Mädchen nervt! „Sei! Sofort! Ruhig! Sonst rast' ich aus!“ „...Aber ich glaube ich habe recht, dass Draco-“ Abrupt setze ich mich auf. „Mein Gott, Pansy! Draco und ich haben auf den Ländereien eine halbe Nacht rumgeknutscht, kapiert! Wenn du deinen Draci wirklich so gut kennst, wie du gerne würdest, wüsstest du, dass er einfach nicht der Typ dafür ist, in der Öffentlichkeit sonst was zu tun! Außerdem hältst du dich da raus, oder irgendwann nervst du uns so sehr, dass ich dich leider vom Astronomieturm schubsen muss!“
    Aufgebracht schiebe ich meine Schulsachen zusammen, springe auf uns verziehe mich in den Gemeinschaftsraum.

    „Was ist denn jetzt wieder passiert?“ fragt Erica, angesichts meiner wütenden Miene. Ich winke ab. „Pansy nervt nur.“


    17
    „Schon wieder?“ Ich nicke. „Naja, das tut sie doch eh ununterbrochen, oder?“ Ich nicke wieder. „Weißt du wo Draco ist?“ Erica seufzt. „Schon wieder Dracizeit für dich?“ Ich nicke zum dritten Mal. „Pech gehabt, ich hab keine Ahnung wo er steckt. Aber garantiert wurde er von Crabbe und Goyle schon mal zum Abendessen in die große Halle geschleppt.“ „Also hast du doch eine Ahnung!“ Erica zuckt bloß mit den Schultern.
    Dieses Mädchen treibt mich manchmal echt in den Wahnsinn!
    Ohne eine noch so winzige Verabschiedung mache ich mich davon.
    Erica hat Recht, Draco sitzt mit Crabbe und Goyle bereits am Slytherintisch in der großen Halle. Gelangweilt starrt er an die Sternenbedeckte Decke und sieht ziemlich unaufmerksam aus. Gleich bin ich besserer Laune. Unauffällig klaue ich einen der silbernen Becher vom Tisch. Mit einem leisen „Aguamenti!“ fülle ich den Becher. Mittlerweile sind schon einige sind schon einige andere Schüler da und auch zwei, drei Lehrer...egal. Draco ist immer noch abgelenkt, gut so. Möglichst normal laufe ich zu Draco, Crabbe und Goyle, halte hinter ihrem Rücken kurz inne. Keiner der drei hat mich bemerkt. Aber natürlich bin ich durchschaubar, das ist jeder...zumindest für Professor McGonnagall. Ihr scharfer Blick ruht auf mir. Jetzt heißt es wohl: Alles oder nichts. Alles wäre in diesem Fall Spaß haben, aber möglicherweise Ärger bekommen, nichts wäre halt nichts. Was soll ich sagen, ich bin eine waschechte Slytherin. Spaß und Ärger ist eigentlich gar keine so schlechte Kombination. Mit einem breiten Lächeln hebe ich den Kelch über Dracos Kopf, nicke McGonnagall noch einmal freundlich zu – und kippe das Wasser auf Dracos wie immer glatt gekämmte Haare.
    Draco springt erschrocken auf und dreht sich um. „Hi Draco!“ sage ich gut gelaunt. „Du warst das? Wieso?“ „Mir war langweilig.“ Draco setzt sich wieder hin, versucht sich mit seinem Zauberstab zu trockenen und starrt mich ungläubig an. „Dir war langweilig? Und deshalb ruinierst du meine Frisur?“ Ich grinse. „Bisher habe ich nur andere Mädchen gehört, die sich über kaputte Frisuren aufregen.“ „Das wird Folgen haben“ knurrt Draco, allerdings mit einem leicht belustigten Unterton. „Korrekt, Mr Malfoy.“ Ich drehe mich um. „Guten Tag, Professor McGonnagall.“ Ich kann nicht verhindern, dass ich wohl etwas spöttisch klinge. „Zwar gibt es keine direkte Schulregel, die besagt, dass es nicht gestattet ist, Mitschülern-“ „Die Frisur zu ruinieren, ich weiß. Ich weiß auch, was sie sagen wollen. Wenn ich Sie jetzt nicht unterbrochen, hätten sie vermutlich gesagt, dass das eben von mir eigentlich kein großen Verbrechen war, aber da ich schon des Öfteren so einige Schulregeln missachtete habe... Lehrer zu durchschauen ist leicht, wenn man weiß, worauf man achten muss.“ „Und woher“ fragt McGonnagall mit spitzer Stimme, „Wissen Sie, worauf man achten muss?“ „Aus meinen Träumen.“ Draco wirft mir einen warnenden Blick zu, aber ich bin nicht blöd. „Also“ sage ich gedehnt, „Was ist meine Starfarbeit? Fassen Sie sich bitte kurz, ich hab Hunger.“ Das Essen ist mittlerweile auf den Platten und Tellern erschienen. Professor McGonnagall überlegt einen Moment. „Sie werden den Zauberkunstraum magielos aufräumen. Dort wurden heute Flugzauber geübt.“ „Wann?“ „Nachdem Sie aufgegessen haben.“ Ich nicke. „Geht klar.“
    Sobald McGonnagall weg ist, blickt Draco mich missbilligend an. „Irgendwann fliegst du noch von der Schule, Layla!“ Ich zucke bloß mit den Schultern. „Sei dir da mal nicht so sicher. Sollten die irgendwann mal damit kommen, erzähle ich ihnen einfach, dass ich keine Verwandten mehr haben – zumindest keine mit eigenem Körper -, sage, dass ich bei Burgin&Burkes wohnen muss. Kurz: Ich mach die Mitleidsnummer.“

    Gähnend gehe ich ein paar Stockwerke hoch zum Zauberkunstklassenraum.
    Nach ein paar Minuten höre ich vom Korridor seltsame Geräusche. Sie kommen mir seltsam bekannt vor..

    18
    Natürlich! Das sind Hundeschritte! Neugierig öffne ich die Tür und spähe auf den Gang. Ein schwarzer, zottiger und recht großer Hund tapst an mir vorbei. Ich muss lächeln. Als ich klein war, hatten meine Mutter und ich mal einen Hund. „Du siehst ihm ein bisschen ähnlich“ sage ich zu dem Hund. Der dreht sich zu mir um. Ich hocke mich hin und strecke eine Hand aus. Der Hund knurrt bedrohlich. „Hey! Was habe ich dir getan, hm?“ Ich folge seinem Blick. Der Hund starrt das Slytherinzeichen auf meinem Umhang an. „Du magst wohl keine Schlagen, hm? Vermutlich wärst du auch nicht in Slytherin, oder? Und wieso spreche ich gerade mit einem Hund? Egal. Komm schon, jemanden nach seinem Haus zu verurteilen ist echt nicht nett!“ Der Hund blickt mich, wie es scheint, nachdenklich an. „Was tust du überhaupt im Schloss? Ich wusste gar nicht, dass Hunde hier gestattet sind!“ Er schaut hinter sich, Richtung einer Treppe weiter nach oben. „Na, du scheinst es ja eilig zu haben. Wenn du schon hier bist, mach doch ein bisschen Unruhe, ja? Naja, viel Spaß noch, was auch immer du hier machst.“

    Nach etwa einer Stunde bin ich fertig mit dem aufräumen und gehe zurück zum Gemeinschaftsraum. Schon davor ist es seltsam ruhig, aber richtig unheimlich wird es erst, als keine Menschenseele in den Schlafsälen oder im Gemeinschaftsraum zu finden ist. Komisch… Wo sind denn alle hin?
    Als erstes fällt mir die große Halle ein. Tatsächlich. Kaum dass ich vor der großen Halle stehe, höre ich leise Stimmen.
    ~
    Plötzlich öffnet sich die Tür. Ich hebe unauffällig den Kopf. Layla steht im Eingang und blickt sich ungläubig um. „Was ist denn hier los?“ Einige Schüler richten sich auf, aber die Lehrer ersticken die Unruhe im Keim. Snape drückt Lay einen Schlafsack in die Arme und sagt etwas zu ihr. Sie nickt, schaut sich weiter um und kommt dann direkt zu mir. Nachdem sie sich hingelegt hat, mustert sie mich abwartend. „Also, was ist hier los? Snape hat nur gesagt, dass ich schlafen soll.“ „Sirius Black wurde in Hogwarts gesichtet“ teile ich Lay leise mit. „Ẃie schön dass mir jemand Bescheid gesagt hat!“ „Ich hab es halt vergessen“ antworte ich auf ihren Sarkasmus. „Ist dir irgendwas aufgefallen?“ frage ich neugierig. Layla runzelt sie Stirn. „Nein...Warte, doch! Ich habe einen Hund getroffen. Er ist durch die Schule gelaufen. Aber Black wird sich ja wohl kaum als Hund verkleidet haben.“ „Balck kann alles! Er hat-“ „13 Muggel auf einmal umgebracht ich weiß. Wer weiß das nicht? Und er ist aus Askaban ausgebrochen, weiß ich auch.“ „Angeblich war er einer von du-weißt-schon-wems Seite!“ Lay schüttelt den Kopf. „Ich habe...ihn… schon danach gefragt. Black war keiner seiner Anhänger, das war nur sein Bruder.“ Bei ihren Worten läuft mir ein eiskalter Schauer über den Rücken. „War?“ Lay gähnt. „Er ist tot. Von irgendeinem Todesser umgebracht weil er etwas untreu war“ ergänzt sie. Dass Black in Hogwarts ist oder war ist schon beunruhigend, aber die Art wie sie das 'umgebracht' ausspricht… „Sag mal Lay...findest du das eigentlich gut? Ich meine, ich hasse Schlammblüter, aber ich bringe sie nicht direkt um.“ Ich ignoriere ihren scharfen Blick bei dem Wort 'Schlammblüter' und warte nur ihre Antwort ab. „Er wusste zu viel. Draco, du kannst das nicht verstehen, du kennst den dunklen Lord nicht.“ Da hat sie wohl Recht. „Wenn du meinst“ erwidere ich also nur. Vielleicht hat sie ja doch recht.

    19
    --Zeitsprung--
    „Was glaubst du wer gewinnt?“ Ich werfe Goyle einen verächtlichen Blick zu. „Die Hufflepuffs. Viele von denen sind größer und schwerer als die Gryffindors, was bei dem Wetter hilfreich ist, selbst du solltest das bemerken.“
    Vielleicht stirbt Potter ja dieses Mal.
    Zusammen mit den anderen Slytherins dränge ich mich auf den Tribünen unter Regenschirmen zum Wetterschutz zusammen. Wie gut, dass heute nicht Slytherin spielt… Bei dem Gedanken muss ich grinsen.
    Viel Spaß, Potter…
    Beide Teams sind eigentlich ganz gut, auch wenn ich das nie laut sagen würde. Hufflepuff, Gryffindor… Keine Ahnung, wer die Schlimmeren sind! Aber bei den Gryffindors ist Potter. Was also Quidditsch betrifft, ziehe ich wohl oder übel die Hufflepuffs vor.
    „Eyy, guck mal!“ Crabbe tippt mir aufgeregt auf die Schulter. „Ich glaub' die Sucher haben den Schnatz gefunden!“ Als ob ich das nicht selbst bemerken würde! Potter und Diggory jagen Seite an Seite steil in die Luft, ganz offensichtlich dem Schnatz nach. In Gedanken drohe ich dem Hufflepufftyp, dass wenn er Potter den Schnatz überlässt… Zu spät. Diggory dreht ab. Wird dem offenbar zu hoch. „So ein Idiot!“ fluche ich. Lange kann es nicht mehr sein, dass Potter den Schnatz zu fassen kriegt, wenn nicht irgendwas Einschneidendes passiert, und zwar sofort. Es passiert. Ungeduldig spähe ich über die Köpfe der anderen vor mir. Was ist da unten, dass Potter von seinem ach so tollen Besen stürzen lässt? (Hallöle ihr da draußen,
    ich muss euch leider sagen, dass jetzt für 9 Tage nichts kommen wird, da ich morgen nach Gran Canaria fliege und damit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit kein Internet haben werde.
    Dass so wenig neue Kapitel kamen in den letzten Tagen lag an Urlaubsvorbereitungen.
    I'm gonna miss you all!
    Also dann Malfoyheads, man liest sich!)

    20
    (Hello from the other siiiiiiddeeee!
    Nein, ich bin zurück!:)
    Ich hoffe ihr freut euch auf nächste Kapitel ^^
    Gran Canaria war supii, für alle, dies interessiert: D besonders das Meer und das Essen im Hotel.
    Jetzt aber weiter im Text:)
    ~
    Dementoren. Was tun sie auf dem Spielfeld? Wieso sind sie hier?
    Jetzt bin ich froh, gerade nicht selbst am Spiel beteiligt zu sein. Bei dem Gedanken, mitten in eine ganze Schar Dementoren zu fallen… Apropo, Potter sieht aus, als hätte ihn das Zeitliche gesegnet. Aber natürlich muss dieser Junge mal wieder überleben – heute dank Dumbledore. Das Spiel wird selbstverständlich gestoppt, aber die Hufflepuffs tragen trotz dieses plötzlichen Endes einen fairen Sieg davon. Besser als Gryffindors. Vielleicht sind die Huffies manchmal etwas dumm, aber Quidditch haben sie drauf. „Wenn auch nicht so wie Slytherins“ sage ich laut. „Was hast du gesagt?“ fragt Linda ohne mich anzublicken, sonder starrt stattdessen weiter aufs Spielfeld. „Ach, nichts. Ich hab nur laut gedacht.“

    „Kein Wunder, dass Dumbledore so wütend war. Dementoren regelrecht außer Kontrolle, also echt! Was alles hätte passieren können!“ Ich verdrehe die Augen. „Miley, manchmal bist du für Slytherin viel zu nett und vernünftig.“
    Das Spiel ist seit etwa 3 Stunden vorbei und alle sind in ihren Gemeinschafträumen. „Okay, wäre ich Dumbledore, wäre ich auch sauer. Ich meine, diese dummen Viecher haben Quidditch unterbrochen! Ich hätte den Dementoren eins auf die Nase gegeben. Vorausgesetzt natürlich, sie hätten eine.“ „Jaja“ grinst Blaise, „Dein Temperament kennen wir doch alle, nicht Draco?“ Draco reibt sich gedankenverloren die Nase. „Ja, ja, ich kenn's ganz besonders.“ Vor 3 Jahren hatte ich Draco als eine meiner ersten, herusragenden Aktionen einen doppelten Nasenbruch verpasst und wäre Pomfrey nicht gewesen, hätte Draco jetzt vermutlich eine Nase wie Snape oder Dumbledore. Bei der Erinnerung muss ich lächeln. „Ach ja, die alten Zeiten, als wir noch klein und unschuldig waren...“ „Und jetzt sind wir groß und schuldig. Sozusagen Schwerverbrecher“ führt Linda meinen Satz aus. „Weil“ macht Draco weiter, „Wir ein Wappenförmiges Herz haben,“ „Ein Gehirn aus Schlangen haben“ sagt Milli „Und grünes Gift durch unsere Adern fließt“ grinst Erica. „Wir, die großen, bösen, ach so fiesen, hinterhältigen, intriganten Slytherins“ fasse ich spöttisch zusammen, „Aber so wie die aus den anderen Häusern uns manchmal anschauen, könnte man meinen, der-dessen-namen-nicht-genannt-werden-darf persönlich wäre unser aller Großvater.“ Draco seufzt. „Willst du dich umbringen?“ zischt er in mein Ohr, „Wenn ER dich so über ihn reden hört!“ Ich verdrehe die Augen. „Reg dich ab.“
    „Wo ihr schon von den anderen Häusern sprecht“ sagt Markus Flint mit fiesem Grinsen im Gesicht, „Wenn man genau ist, ist Slytherin wirklich besser als Gryfindor, Ravenclaw und Hufflepuff! Wir sind mutig, aber nicht gerade dumm. Und Treue besitzen wir auch – zum Beispiel unseren alten Traditionen gegenüber. Wir sind nur zu klug, um gleich jedem zu vertrauen.“
    Wir müssen uns darüber lustig machen. Dass wir von den drei anderen Häusern oft mehr als bloß abgewiesen werden. Die Alternative wäre nämlich, beleidigt zu sein. Okay, vielleicht sind wir einfach zu stark und stolz. Aber Slytherins sind auch nur Menschen, sogar ich. Da behaupten alle immer, wir Slytherins sind zu gemein, aber selbst ist kein anderer besser.
    Na gut, ich schätze mal, wir sind tatsächlich ein bisschen hinterhältig, fies und intrigant, aber wir sind einfach so. Und wollen auch gar nicht anders sein. Ich grinse zufrieden, lehne mich auch meinem Sofa zurück und muster einen der vielen Schädel, der an der Decke hängt. Von wem sind diese ganzen Köpfe eigentlich? Egal.

    21
    ~
    Gryffindors, Ravenclaws, Hufflepuffs – Sie könnten alle tot umfallen, ohne dass ich ernsthaft betroffen wäre, abgesehen davon, dass wir Slytherins dann mehr Platz im Schloss hätten. Bei dem Gedanken muss ich grinsen. Potter allen voran! Leider, leider verbieten die Schulregeln das Ermorden von verhassten Mitschülern. Tja, Glück gehabt Potter. Wieso muss er eigentlich dauernd alles überleben? Dieses wandelnde Wunder Potter, von allen verehrt und- „Draco?“ Layla reißt mich abrupt aus meinen Gedanken. „Kann es sein, dass du gerade über Potter nachdenkst? Dabei nimmst du nämlich immer so einen hinterhältigen Hass-Blick an. Wie jetzt. Mal ehrlich, wäre Potter ein Mädchen, wäre ich ziemlich verrückt vor Eifersucht.“ Ich mustere sie aus schmalen Augen. „Soll das also heißen, dass du glaubst, dass, wäre Potter weiblich, ich mich in ihn, also sie, verlieben würde! Hast du sie noch alle?“ „Was?“ Lay macht einen Unschuldsblick. „Was habe ich noch? Haare? Augen? Arme? Beine?“ „Layla.“ Ich ziehe sie auf meinen Schoß. „Dein Unschuldsblick zieht bei mir nicht.“ Sie verdreht die Augen. „Fassen wir doch mal zusammen:
    Du hasst Potter, seit er dich in der ersten Klasse abgewiesen hat. Seitdem habt du und er eine ausgeprägte, fast schon offizielle Feindschaft, die euch des Öfteren in irgendwelche gemeinsamen Situationen zieht. Und du denkst andauernd an unseren lieben Potty. Optisch passt es auch, denn wie sagt man so schön? Gegenteile ziehen sich an? Mutig und hässlich kriegt feige und schön?“ Also bin ich jetzt auch noch feige? „Okay“ gibt Lay sich unter meinem angesäuerten Blick geschlagen, „Vielleicht habe ich gerade, was dich betrifft, etwas übertrieben. Na gut, du bist nicht feige“ ergänzt sie. „Will ich auch hoffen“ brumme ich. „Dracii, bist du jetzt böse?“ Lay ahmt mit einer ziemlich unheimlichen Souveränität Pansys Stimme und Ausdruck nach. Ich muss ein Lächeln unterdrücken. Dem jetzt folgenden Unschuldsblick bin ich nicht gewachsen, und wider Willen muss ich lächeln. Was ist nur mit mir passiert? „Der Unschuldblick zieht also doch bei dir“ triumphiert Layla. „Ausnahmen bestätigen die Regel“ sinniere ich.
    Sie seufzt. „Du kannst es echt nicht abhaben, wenn man dir widerspricht, kann das sein?“ Ich zucke mit den Schultern.
    „Na und?“
    „Und… Wenn irgendetwas dir nicht gefällt, biegst du das immer nach deinem Willen, oder?“
    „Dafür bin ich ja ein Malfoy.“
    „Kurz gefasst: Du akzeptierst kein Nein. Egal bei was.“
    „Wieso fragst du überhaupt?“
    „Weils mich interessiert, warum sonst.“
    Blaise lässt sich neben mir aufs Sofa fallen. „Glaub ihr kein Wort. Ich kenn die Kleine gut genug. Sie überlegt gerade, ob das mit euch zwei was Ernstes sein könnte und welche Komplikationen auf euch zukommen könnten.“
    Da kenne ich ganz andere 'Komplikationen' als meinen Charakter den es zu ergründen gibt. Aber das kann ich Blaise ja wohl kaum sagen. „Was genau meinst du mit ernst?“ frage ich stattdessen. „Hör nicht auf den“ warnt Lay, „Blaise labert Unsinn.“ „ICH doch nicht!“ Blaise grinst. „Was ich mit ernst meine...definiere ernst was Beziehungen betrifft. Hm. Auf lange Basis? Irgendwas mit Zukunft?“ So wie er das sagt, klingt das wie...heiraten oder so. Als ich ihm das sage, lacht Blaise nur. „Mach dir da nur keine Hoffnungen. Die Kleine hat da so ihre persönlichen Prinzipien.“ „Nenn mich nicht immer Kleine, Blaise.“
    Lay sieht plötzlich ziemlich verstimmt aus. Ich frage mich, was ihr durch den Kopf geht. „Ich werde nie heiraten. Nie.“ „Sag niemals nie!“ Blaise verdreht die Augen und grinst. „Was habe ich dir gesagt, Draco?“ Ich zucke mit den Schultern und schlinge beide Arme um Lay. „Mir doch egal, ob Layla heiraten will oder nicht. Und überhaupt“ ich zeige Bleise einen Vogel, „Hallo? Wir sind gerade 13 du Spinner.“
    ~
    Das war eins der Dinge, die mir nicht gefallen. Wenn Voldemort erst komplett an der Macht sein wird, wird er auch die Macht darüber haben, was ich tun darf. Heiraten stand nicht auf der Liste. Damit ich mich nicht ablenken lasse oder so. Nicht dass ich vorhätte, mich in den nächsten Jahren auch nur ansatzweise verloben zu lassen, aber trotzdem…
    „Nächstes Wochenende steht doch wieder Hogsmeade an, oder?“ lenke ich also vom Thema ab. Draco nickt. „Das wird ein kalter Ausflug. Wenn es so weiter geht,“ er wirft einen Blick aus dem Fenster, „Ist bis dahin längst Schnee gefallen.“ „Du sagst das, als wäre das etwas Schlimmes.“ „Es ist kalt.“ Ich verdrehe die Augen. „Dann zieh dich warm an.“ „Aber-“ „Mach was du willst. Ich gehe jetzt erst mal schlafen.“

    22
    ~
    „Oh je“ meint Blaise schadenfroh, „Steht da etwa eine kleine Krise an?“ Ich runzele die Stirn. „Wie bitte?“ Blaise grinst. „Ich habe gefragt, ob bei dir und Lala eine kleine Kriese ansteht!“ Lala? „Wieso- Weshalb nennst DU SIE so?“ Er zuckt mit den Schultern. „So habe ich sie immer genannt als...“ Ich presse die Zähne zusammen. Die Zeit ist vorbei!
    Hoffe ich.
    ~
    Todmüde schiebe ich mich unter meine Decke.
    Ich bin kaum dazu gekommen, richtigen Schlaf zu genießen. Wenn Voldemort sich in meine Träume schleicht, kann man das nicht zählen. Mal angenommen, ich würde durchegehend von ihm, beziehungweise mit ihm träumen, wäre das für mich, als hätte ich keine einzige Minute Schlaf gehabt, was zum Glück noch nicht geschehen ist.
    Aber es gibt immer ein erstes Mal.

    „Ich habe schon gewartet.“
    „Es ist noch früh.“
    „Du kannst froh sein, dass ich heute gnädig gestimmt bin.“
    „Was willst du mir denn schon tun?“
    „Dies ...und jenes. Und jetzt höre mir zu.“
    „Tu' ich doch immer.“
    „Nächstes Jahr-“
    Och nee, denke ich, nicht schon wieder das. „Wird in Hogwarts ein großes Ereignis stattfinden. Einer meiner ehemaligen Todesser wird sich in Hogwarts einschleusen.“
    Oh, das wird schon interessanter, Einzelheiten.
    „DU wirst auch einige Aufgaben haben.“
    Okay, GROBE Einzelheiten.
    „Doch zuerst habe ich eine Aufgabe, die du im jetzt tun wirst. Freunde dich mit Potter an.“
    „Okay. Warte, WAS? Ich meine, wie bitte?“
    „Du wirst dich mit Potter anfreunden. Sein Vertrauen gewinnen. Stell dich auf seine Seite.“ Ich runzele die Stirn, dann dämmert es bei mir. „Ich soll ihn austricksen, ein bisschen ausspionieren? DIE Aufgabe ist super. Potter reinlegen mache ich doch gerne. Nur, wieso?“
    Voldemort schweigt.
    „Gut, lass mich raten;“ seufze ich, „Einfach so, damit ich beschäftigt bin? Und damit ich dir ein paar Einzelheiten über Potters Privatleben brinegn kann.“
    Sein weiteres Schweigen deute ich einfach mal als ja. Allerdings wundert es mich, dass sich nichts tut.
    Kein Voldemort.
    Kein Erwachen.
    Kein Einschlafen.
    Kein Geist.
    Also konzentriere ich mich zum ersten Mal seit langem auf die Umgebung.
    Natürlich, wie immer bin ich in dem seltsamen Haus mit der Schlange auf der Tür.
    Ob hier wirklich mal jemand gelebt hat? überlege ich. Es ist ekelhaft, alle Räume sind chaotisch, schmutzig.
    Nach einer Weile frage ich mich, weshalb ich noch hier bin. Warum hält Voldemort mich hier fest?
    Solange er nicht will, das ich verschwinde, kann ich auch nicht aufwachen. Na toll – soll ich jetzt die ganze Nacht hier herumhängen?

    Nach einer geschätzten Stunde frage ich laut in die Luft: „Wieso hälst du mich hier fest?“
    Die Antwort braucht ein bisschen, weshalb ich mich schon Frage, ob der dunkle Lord rgendwie abgehauen ist, und mich im Traum zurückgelassen hat.
    „Du hast bewiesen, dass du seelisch belastbar und stark bist – genau wie ich -,“
    Habe ich das? „Allerdings will ich noch sehen, wie stark du körperlich bist.“
    In meinem Kopf entsteht ein Bild, wie ich gegen einen Sumo-Ringer antreten muss.
    „Und..wie?“
    Bitte auch kein Stierkampf.
    Ein dünnes Lachen ist zu hören. „Wenn du nicht gleich umkippst, sobald dir ein wenig Schlaf fehlt...“
    Erleichtert atme ich aus. Das geht ja noch in Ordnung. „Aber was soll ich solange machen, wie ich hier festhänge?“
    Keine Antwort….
    War ja mal wieder klar.

    23
    Nach einer geschätzten Stunde frage ich laut in die Luft: „Wieso hältst du mich hier fest?“
    Die Antwort braucht ein bisschen, weshalb ich mich schon Frage, ob der dunkle Lord rgendwie abgehauen ist, und mich im Traum zurückgelassen hat.
    „Du hast bewiesen, dass du seelisch belastbar und stark bist – genau wie ich -,“
    Habe ich das? „Allerdings will ich noch sehen, wie stark du körperlich bist.“
    In meinem Kopf entsteht ein Bild, wie ich gegen einen Sumo-Ringer antreten muss.
    „Und..wie?“
    Bitte auch kein Stierkampf.
    Ein dünnes Lachen ist zu hören. „Wenn du nicht gleich umkippst, sobald dir ein wenig Schlaf fehlt...“
    Erleichtert atme ich aus. Das geht ja noch in Ordnung. „Aber was soll ich solange machen, wie ich hier festhänge?“
    Keine Antwort….
    War ja mal wieder klar.
    --kleiner Zeitsprung--
    „Kommst du mit?“
    Ich schüttele den Kopf. „Nein Linda, ich..muss noch was erledigen.“ Meine Freundin zuckt nur mit den Schultern und geht mit ein paar anderen Richtung Hogsmeade.
    Ungeduldig warte ich vor dem Tor von Hogwarts, bis Potters Freunde Weasley und Granger auch heraus kommen.
    Vermutlich ist es das Beste, wenn ich zuerst die beiden beschatte. Und wo könnte das leichter sein, als in Hogsmeade? Wenn ich im Schloss bleiben und Potter nachspionieren würde, wäre das nicht halb so unauffällig.
    Ich folge den beiden überall hin, in die drei Besen, Schreiberlings' und den Honigtopf, wo Granger sich getrocknete Kakerlaken anschaut. Widerlich. Aber uninteressant. Könnt ihr nicht mal über Potter reden? denke ich.
    „Ob Harry ein paar haben will?“
    Okay, so war das jetzt nicht gemeint, Granger.
    Eigentlich grenzt es an ein Wunder, dass die zwei mich noch nicht bemerkt haben, aber ich will mich nicht beschweren.
    „Was meinst du Ron, wo gehen wir jetzt hin? Vielleicht zu der heulenden Hütte? Habe ich schon gesagt, dass das eine der am meisten von Spuk heimgesuchte Gebäude in England ist?“ „Äh..So drei oder vier Mal, ja. Aber..willst du da echt hin?“
    Doch Granger ist schon raus gegangen. Weasley seufzt und folgt ihr.
    Was das Wetter betrifft, hatte Draco recht. Schnee so weit das Auge reicht.
    Gerade so dicht an Granger und Weasley heran, dass ich ihre Gespräche verstehen kann, folge ich ihnen durch den Schnee zur heulenden Hütte.
    Je weiter wir gehen, desto weniger Leute sehen wir.
    In den verschneiten Hügeln vor der Hütte schließich sind am Ende nur noch ich, Granger und Weasley.
    Ein sichtlich alter Stacheldrahtzaun hält davon ab, nah an die heulende Hütte heran zu gehen.
    Gryffindors Strebermädchen geht so dicht wie möglich heran. „Würdest du es gerne aus der Nähe sehen?“
    Da Granger nicht so aussieht, als würde sie all zu schnell weitergehen wollen – vermutlich sieht sie selbst in dieser Hütte irgendeinen historischen Wert, den sie sonst wie ihrem Rotschopf erläutern müsste – mache ich es mir unter den tief hängenden Zweigen einer Tanne gemütlich, und hoffe, dass kein Vogel oder sonst ein Lebewesen mir den Schnee von den Ästen auf mich regnen lässt.
    „Äh-“ erwidert Weasley, „Von hier haben wir doch auch eigentlich eine schöne Aussicht!“ Er lacht nervös. Der Typ hat tatsächlich Angst.
    „Wisst ihr,“ dringt eine schnarrende Stimme zu mir durch, und instinktiv ziehe ich mich tiefer in die Schatten zurück, „Dann habe ich einfach gesagt, dass- Sieh an, sie an!“
    Draco, mit Crabbe und Goyle an seiner Seite, schlittert den glatten Hügel zu den beiden Gryffindors hinunter, wobei er versucht, trotz seines des allgegenwärtigen beinahe-Ausrutschen würdevoll auszusehen. Typisch.
    „Granger und das Wiesel. Ihr zwei sucht euch wohl ein Traumhaus, was?“
    „Verzieh dich, Malfoy“ brummt Weasley, aber Draco grinst bloß.
    „Freunde,“ er wirft Crabbe und Goyle einen Blick zu, „Wird Zeit, dass wir den beiden beibringt, wie man mit der Obrigkeit spricht!“

    24
    Ich verdrehe die Augen. Blaise ist nicht so streitsüchtig.
    Irritiert schaue ich hoch, als wäre der Gedanke vom Himmel gefallen.
    Wie komme ich denn jetzt da drauf? Ich schüttele den Kopf um ihn frei zu kriegen. Es gibt jetzt wichtigeres.
    (Was ist euch eigentlich lieber; Wenn ich aus Lay's Sicht schreibe, oder aus Draco's?)
    Ich höre Granger bitter auflachen und spähe durch die Tannenzweige zu meinen fünf Mitschülern hinunter.
    „Ich hoffe, du meinst nicht dich selbst, Malfoy!“
    Ich kann zwar sein Gesicht nicht sehen, aber dafür förmlich spüren, wie Draco wütend sein Gesicht verzieht. „Wie sprichst du mit mir, du kleines dreckiges Schlammblut!“
    Plötzlich fliegt aus heiterem Himmel ein Schneeball gegen Dracos Kopf.
    Als würde jemand die drei Syltherins attakieren, fliegen Schneebälle, sie werden hin und her gestoßen – nur dass da niemand ist, der das verursachen könnte.
    Aus einem unerfindlichen Grund jedoch grinsen Granger und Weasley breit über ihre dummen Gesichter und scheinen einen tierischen Spaß zu haben. Als wüssten sie, wer oder was gerade Goyle am Schal herum zieht.
    „Was macht das? Wer macht das?“ Die Angst, ja fast Panik in Dracos Stimme ist unüberhörbar. Er stößt Crabbe gegen die Brust. „Tu doch endlich was!“ „Und was?“
    Geduckt, fast auf allen Vieren durch den Schnee kriechend nähere ich mich der seltsamen Szenerie. Die fünf da unten sollen mich jetzt nicht sehen. Noch nicht.
    Gerade als irgendetwas oder irgendjemand Draco, der hilflos auf dem Rücken liegt, durch den Schnee schleift, sehe ich sie: Die Fußspuren.
    Wie aus dem nichts tauchen sie auf, immer da, wo aktuell ein Slytherin zum Opfer wird. Da ist noch jemand. Aber unsichtbar. Wieso bin ich da eigentlich nicht vorher draufgekommen?
    Draco, Crabbe und Goyle ergreifen die Flucht – und laufen direkt an mir vorbei.
    Instinktiv werfe ich mich flach in den Schnee, um nicht gesehen zu werden.
    Als ich wieder hoch komme, sehe ich gerade noch, wie der Jemand von vorhin an Weasleys Mütze hantiert.
    „Harry!“ sagt Granger lachend. Und plötzlich steht Potter da. Einfach so.
    Nein, er hat etwas in den Händen.
    „Ich wusste gar nicht, dass du einen Tarnumhang hast, Potter!“
    Die Arme verschränkt habe ich mich hingestellt, und blicke von meinem kleinen Hügel auf die drei herab.
    „Verzieh dich!“ sagt Weasley angriffslustig.
    Wenn ich nicht den Auftrag der 'Freundschaft' hätte, würde ich jetzt sicher nicht „Was habe ich euch denn getan?“ sagen, und auf traurig tun. Was tut man nicht alles für seine Verwandtschaft…
    Das Trio tauscht ein paar irritierte Blicke. „Du“ erwidert Granger zögernd, „hast uns beobachtet, oder?“ Ich zucke mit den Schultern. „Nö, wieso sollte ich? Ich wollte mir nur die heulende Hütte ansehen. Aber euer Rumgezicke mit Draco war nicht zu überhören.“
    Potter mustert mich misstrauisch. „Ganz genau! Das ist auch noch ein Grund, weshalb man jemandem wie dir nicht trauen sollte! Du und Malfoy! Ihr klebt für gewöhnlich doch aneinander, nicht?“
    Einen winzigen Augenblick zögere ich. Wenn ich mich mit Potter anfreunden soll, ist mir Draco keine Hilfe. Außerdem kann man sich mit ihm leichter versöhnen, als mit Voldemort. Und Draco kann mich ja nicht hören..also sage ich „Nein? Wer hat dir das erzählt?“
    Weasley deutet anklagend mit dem Finger auf mich. „Ich habe gesehen, wie du in mal geküsst hast!“ In einer hilflosen Geste seufze ich theatralisch. „Ich hab 'ne Wette verloren. Wieso sollte ich Draco Malfoy freiwillig küssen?“
    Ich hebe die Mundwinkel an. Ist es nicht einfach niedlich, wie solche naiven Idioten wie die vor meiner Nase auf eine Gesichtsverzerrung reagieren? Granger lächelt zögerlich, blickt mich jedoch immer noch verunsichert an.
    Asl würde ich jetzt erst begreifen, weshalb sie so abweisend sind, sage ich mit enttäuschter Stimme: „Schon gut, schon gut, ich verstehe. Ihr seid Gryffindors. Ich bin eine Slytherin.“ Dann schaue ich schnell zur Seite, als wolle ich ihnen nicht zeigen, dass sie mich verletzt haben. In Wahrheit muss ich mein Grinsen verbergen. Gar nicht mal so schwer wie gedacht.

    25
    „Na dann...ciao. Man sieht sich ja noch!“
    Unter dem Vorwand, noch Hausaufgaben zu haben, verabschiede ich mich freundlich und gehe dann rasch Richtung Schloss.
    Keine Sekunde länger hätte ich es ausgehalten, mit Potter und seinen Freunden durch Hogsmeade zu schlendern. Widerlich.

    „Wo hast denn du gesteckt!“
    Gerade, als ich die Eingangshalle betreten habe, packt mich Linda am Arm und zieht mich zur Seite. „Wir waren vor exakt siebenundzwanzig Minuten verabredet!“
    „Tat- Tatsächlich?“ Waren wir das? Stimmt..Könnte sie eventuell erwähnt haben..
    „Sorry. Ich… Also..“ Ich beschließe, die Wahrheit zu sagen. Teilweise zumindest.
    Ohne zu erwähnen, dass ich den Auftrag dafür erhalten habe, berichte ich von meiner falschen Freundschaft an Potter und wie ich mich nicht hatte loseisen können.
    „Und aus welchem Grund genau machst du das?“ „Hm… Ich..will sehen, wie lange sich diese Idioten verarschen lassen.“ Linda grinst. „Da musst du dich ja garantiert lange mit denen herumtreiben, bis die auch nur Ansatzweise was merken!“ Ich nicke. Vermutlich.
    ~
    --kleiner Zeitsprung--
    Ein Stuhl wird knarzend zurückgeschoben und ich schaue von diesen verfluchten Verwandlungshausaufgaben auf.
    Ich, Crabbe und Goyle sitzen ausnahmsweise mal in der Bibliothek; Die Abschlussprüfungen sind in ein paar Wochen.
    Layla hat sich zu uns gesetzt, starrt mich mit nachdenklichem Gesicht wortlos an.
    Ich hebe die Brauen und warte, ob sie irgendetwas sagt. Nein, tut sie nicht…
    „Ist irgendetwas?“ frage ich schließlich genervt.
    „Nein..gar nichts, ich habe nur überlegt, wer von den-“ Sie bricht ab.
    So geht das in letzter Zeit dauernd, was echt ätzend ist.
    „Rede mal mit mir, oder verzieh dich, ich kann mich nämlich nicht konzentrieren, wenn ich so angestarrt werde!“
    Layla nickt langsam, macht jedoch keine Anstalten, zu gehen.
    „Du lebst ganz schön in deiner eigenen Welt, kann das sein?“
    Sie runzelt die Stirn, mustert mich von oben bis unten und murmelt schließlich irgendetwas wie „Nee, .. zu auffällig… Andererseits. Nein. Ob…?“
    Dann blinzelt sie, schaut sich um wie jemand der gerade aus einem seltsamen Traum erwacht ist und verschwindet.
    Ich seufze und wende mich wieder der Frage, ob man Trolle in Steine verwandeln sollte, zu.

    „Ich gehe, Jungs“ sage ich wenige Minuten später, „Ich hab Kopfschmerzen.“
    Crabbe und Goyle folgen mir brav, als ich mich in meinen Gemeinschaftsraum zurückbegebe.
    „Hast du eigentlich noch was wegen dem Happogreif gehört Draco?“ fragt Crabbe. „Es heißt Hippogreif du Dummkopf, und nein, habe ich nicht. Aber was immer du dich fragst“ füge ich hinzu, „Ich glaube, da kommt eine Antwort geflogen!“
    Mein Uhu flattert gerade vor einem der verzauberten Fenster des Gemeinschaftsraums herum. Mit einem lässigen Zauberstabschlenker lasse ich das Fenster aufspringen und der Uhu lässt sich auf meiner Schulter nieder.
    Tatsächlich schreibt Vater über dieses Biest.
    Mit einem breiten Grinsen hebe ich den Blick.
    „Morgen. Das Vieh wird morgen umgebracht.“
    Ein Hochgefühl des Triumphs breitet sich in mir aus.
    --morgen--
    „Und du willst dir das ernsthaft anschauen?“
    „Wofür sonst stehe ich hier noch rum, he? Aber keine Sorge, meine Nerven halten das aus.“ Ich grinse Lay zu. „Das wird sehr interessant! Oh, sieh mal, wer da kommt!“
    ~
    Schnell trete ich ein paar Schritte weg von Draco, als Potter, Granger und Weasley aus dem Schloss kommen. Sicher wollen die diesen Hagrid besuchen, immerhin ist, bessergesagt war Seidenschnabel ja sein Tier.
    Draco breitet die Arme aus, fast, als wolle er die drei umarmen. „Willkommen zur Show!“
    Das war, wie sich zwei Sekunden später herausstellt, ein Fehler.
    „Du!“ Granger zückt ihren Zauberstab. „Du miese, hinterhältige, böse, kleine Kakerlake!“
    Eins muss man diesem Mädchen lassen: Sie kann brillant mit dem Zauberstab umgehen.
    Draco macht einen Satz zurück, kann aber nicht abhauen, da Granger ihn mit dem Rücken gegen einen Fels gedrängt hat.
    Auch wenn ich sie nicht ausstehen, kann ich nicht anders, als schadenfroh zu grinsen.
    Meine Nerven hatten in letzter Zeit barbarisch unter Draco zu leiden. Seine ganzen Fragen… Nur wenn ich manchmal ein bisschen nachgedacht habe, wen Voldemort nach Hogwarts schicken wird. Aber vielleicht lebe ich auch ein bisschen zu sehr in der Zukunft.
    Granger drückt ihre Zauberstabspitze an die Kehle des erbärmlich wimmernden Draco.
    „Lass sein, Hermine! Der ist es nicht wert!“ warnt Weasley und tatsächlich lässt Granger von Draco ab. Schade eigentlich.
    Doch plötzlich dreht sie sich wieder um und schlägt Draco mit der Faust mitten ins Gesicht. Der knickt überrascht ein, wird aber von Crabbe und Goyle hochgezogen.
    Mit mehreren „Wenn mein Vater das erfährt“s, „Schlammblut“s und „Bleibt unter uns“' machen sich die drei davon.
    Granger blickt schwer atmend zu ihren beiden Freunden. „Das“ sagt sie atemlos, „War gut!“ „Das war brillant!“ verbessert Weasley beeindruckt. „Ich würde sagen, es war sogar perfekt“ ergänze ich lächelnd. Immer schön freundlich bleiben, ermahne ich mich. „Und das mit diesem Hippogreif, Seidenschnabel…. Das tut mir Leid, und das mein ich auch so!“ Was diesmal tatsächlich auch stimmt.
    „Du verrätst uns doch nicht, also dass wir jetzt noch zu Hagrid runter gehen?“ fragt Potter.
    Lächeln, Kopf schütteln, 'Tut mir Leid für ihn' sagen, freundlich sein.
    Kopfschüttelnd schaue ich den dreien nach. Sie können doch sowieso nichts mehr tun.
    Ich werfe noch einen Blick zurück, als ich selbst dann wieder die Ländereien verlasse – und stoße promot mit jemandem zusammen. Draco starrt mich böse an. „Das war sowas von NICHT perfekt! Was hast du überhaupt immer mit den drei in letzter Zeit?“
    Ich weiche seinem Blick aus. „Du warst grad noch hier?“ „Allerdings! Und weißt du was, ich werde deine neuen besten Freunde jetzt 'verraten'!“
    Ich hole tief Luft, versuche ruhig zu bleiben. „Ich tue doch nur so, Draco. Ich muss. Weshalb kannst du dir ja hoffentlich selbst erschließen. Und damit das klappt habe ich eben Anfangs behauptet, dass ich dich nicht mögen würde und so weiter und so fort.“ Draco, der sich schon zum Gehen abgewandt hatte, dreht sich wieder zu mir um. Mir fällt auf, dass Crabbe und Goyle offenbar schon weiter gegangen waren.
    Ich hatte mit allem Möglichen gerechnet, wie Draco darauf regieren würde, aber was er jetzt tut ist für mich schlimmer als ein Wutausbruch.
    Er atmet schwer, seine Stimme ist leise, aber so kühl und abweisend wie Eissplitter, die sich langsam in deine Haut bohren, mit ihrer Kälte tief in dich vordringen.
    „Ich habe gedacht, dass ich dir tatsächlich auch nur IRGENDETWAS bedeuten würde, wenigstens Ansatzweise. Weißt du, wo du dich doch für so schlau hältst, dachte ich, dass du das bemerkst. Aber dem Anschein nach ist das nicht so.“
    Doch, will ich sagen, Doch Draco, das habe ich gemerkt. Manchmal war er sogar richtig normal zu mir.
    Dann geht er weiter, aber leider haben wir ja denselben Weg.
    „Und du“ fauche ich schließlich zurück, „Du warst doch nur froh, dass du noch jemanden hattest, von dem du dich anhimmeln lassen konntest!“
    Wir betreten den Innenhof.
    „Ach ja? Glaubst du das? Ich frage mich, wie ich es so lange mit dir aushalten konnte! Du bist nicht nur einfach ätzend, sondern auch noch ein-“
    Ich packe Draco grob an den Schultern. „Wag es nicht, mich jetzt ein Schlammblut zu nennen!“ Er grinst höhnisch. „Du hast mir gar nichts zu sagen, du schmutziges SCHLAMMBLUT!“ Das letzte Wort schreit er mir direkt ins Gesicht.
    ~
    Layla stößt mich von sich, sodass ich gegen einen steinernen Löwen stolpere.
    „Du bist ja so originell, Malfoy!“ Sie lacht bitter. „Man könnte meinen, nach all der Zeit hättest du dir das vielleicht mal abgewöhnt. Wie konnte ich nur so dumm sein! Du bist echt widerlich, weißt du das?“
    „Ja! Ich war wirklich widerlich! Das ich irgendetwas mit einem Schlammblut wie dir anfangen konnte- Das verschlägt mir gerade echt die Sprache!“
    Während wir uns lautstark streiten, gehen wir weiter in Richtung des Slytherin-Gemeinschaftsraums.
    Kommunikation kann man das eigentlich nicht mehr nennen, als wir die Eingangshalle betreten, eher eine wechselnde Abfolge von Schimpfworten, Flüchen und Beleidigungen.
    „Idiot!“
    „Miststück!“
    „Malfoy!“
    „Heuchler!“
    „Lügnerin!“
    „Tale!“
    „Falsche Schlange!“
    „Aufhören! Auf der Stelle!“
    „Schnauze halten!“ blaffe ich, im selben Moment wie Layla „Halt die Fresse!“ sagt.
    Irritiert halten wir beide inne. Sie war das gar nicht, die 'Aufhören' gesagt hat?
    „Du warst das gar nicht, der 'Aufhören' gesagt hat?“ fragt Layla.
    „Nein! Das war ICH. Und Sie kommen jetzt mit, in mein Büro.“
    Langsam wende ich den Kopf zur Seite. Da steht Professor McGonnagall, die Augenbrauen zu einem einzigen, geraden Strich vereint, die Lippen eine schmale, harte Linie.

    26
    „Wie oft“ sagt McGonnagall mit scharfer Stimme, „Musstet ihr beiden zusammen jetzt schon zu einem sonstigen Lehrer gerufen werden?“
    „Ich habe gar nichts getan, sondern mich nur verteidigt!“ erwidere ich mit gelangweilter Stimme. Lay schweigt und gähnt.
    McGonnagall schließt einen Moment die Augen und versucht ganz offensichtlich, nicht die Beherrschung zu verlieren.
    „Ihr werdet beide eine Strafarbeit bekommen.“
    Sie überlegt einen Moment. „Morgen früh. Um neun. Hier.“ Sie mustert uns eindringlich. „Verstanden?“ „Wenn Sie aufhören, mit uns zu reden, wie mit Kleinkindern, dann ja“ gebe ich gedehnt zurück.
    Layla hat schon die Hand auf der Klinke, als sie sich noch einmal umdreht. „Mal sehen, ob ich komme. Mal sehen, ob ich Lust habe.“
    Dann ist sie weg.
    „Sie können gehen“ werde ich entlassen, also gehe ich.
    --Morgen früh. Um neun. Verstanden.--
    „Das ist nicht fair!“ protestiert Layla lautstark. „Nach allem, was gestern passiert ist, können sie doch nicht….“ „Was ich kann, Miss Tale, und was nicht, liegt nicht in ihrer Macht! Strafarbeit ist Strafarbeit, also dann, an die Arbeit! Madame Pince wird selbstverständlich ein Auge auf euch haben.“
    McGonnagall hatte mich und Layla heute Morgen in die Bibliothek geschleift, damit wir zu zerlesene Bücher gegen neuere eintauschten.
    Doch in einem Punkt hatte Layla Recht: Unmöglich, diese Strafarbeit immer noch machen zu müssen, nach allem, was geschehen war.
    „Während die anderen schön Blacks Auftauchen und Verschwinden diskutieren können, sitze ich hier mit einem hirnlosen Idioten fest“ stellt Layla deprimiert fest, nachdem McGonnagall verschwunden ist.
    „Und wessen Schuld ist das?“ gebe ich wütend zurück.
    „Ich hab nicht mit dem Theater angefangen!“
    „Ach nein? Wer hat denn-“
    Madame Pince klackert in ihren hohen Schuh an uns vorbei. „Ruhe hier, ihr beiden!“
    Während ich und sie kaputte Bücher aussortieren, murmelt Lay ununterbrochen ärgerlich vor sich hin. Was für ein Glück, dass dieser Quatsch mit ihr vorbei ist, denke ich, mein Vater hatte Recht; Das Mädchen ist völlig übergeschnappt.
    Als würde sie sich mit jemandem unterhalten, redet Layla von den letzten Ereignissen.
    „Letzte Nacht ist Sirius Balck gefangen genommen. Aber ist auch wieder abgehauen – mal wieder. Und wir Slytherins haben davon erst einmal gar nichts mitbekommen, weil Snape, also unser Hauslehrer selbst irgendwie in die Sache verstrickt war. Und natürlich musste sich auch Potter mal wieder einmischen – aber mit uns gewöhnlichen Schülern redet ja keiner. Wenn die wüssten, hab ich Recht?
    Und Snape hat sich auffällig unauffällig verplappert, das Lupin ein Werwolf ist. Jetzt geht er. Eigentlich ist das schade, als Lehrer war er ganz gut. Aber das interessiert dich ja nicht.“
    Layla hebt den Kopf, schaut sich um. Sie lebt echt in einer eigenen Welt!
    Erst jetzt merke ich, dass ich sie anstarre. „Intelligente Menschen führen halt Selbstgespräche, Malfoy.“
    Wenn ich eins weiß, dann, dass Lay kein SELBSTgespräch geführt hat.
    Das kann ja noch lustig werden, wenn dieser Voldemort nächstes Jahr zurückkommen soll…
    (Das 3. Jahr geht zu Ende:)))) Einmal mehr gehen die beiden Hauptpersönchen im Streit auseinander: DD Aber SIE haben nicht zu bestimmen, wann, wo und wie lange sie zusammenstecken müssen. Tja, so ist das, wenn man nicht erwachsen ist.
    Was das vierte Jahr betrifft:
    Voldemort hat LEICHT höhere Ansprüche, aber mal ganz neutral betrachtet: Was ist schlimmer, als Voldy als Onkelchen zu haben? Richtig! Diese ganz alltäglichen, normalen Teenagerprobleme: D)

Kommentare Seite 5 von 5
Klicke hier um ein Kommentar zu schreiben - Wenn du Mitglied bei testedich bist logge dich bitte hier ein
Sie haben die Möglichkeit den Text zu gestalten.
((bold))Fett((ebold)) ((cur))Kursiv((ecur)) ((unli))Unterstrichen((eunli))
((big))groß((ebig)) ((small))klein((esmall))
((green))grün((egreen)) ((maroon))dunkelrot((emaroon)) ((olive))graugrün((eolive)) ((navy))marineblau((enavy)) ((purple))violett((epurple)) ((teal))teal((eteal)) ((gray))grau((egray)) ((red))rot((ered)) ((blue))blau((eblue)) ((fuchsia))fuchsia((efuchsia))
Bitte beachten Sie, dass Sie immer beide Codes, z.B. ((bold)) hier der Text der fett sein soll ((ebold)), gebrauchen, mit dazwischen den Text.

Neuer Kommentar da? / Seite neu laden

Sophie Malfoy ( 74952 )
Abgeschickt vor 96 Tagen
@harry@2 Erst wenn das 4.Schuljahr vorbei ist
harry@2 ( 91286 )
Abgeschickt vor 97 Tagen
Wann kommt denn jetzt der Teil Fünf ???
Celia ( 08542 )
Abgeschickt vor 134 Tagen
Also, eigentlich bin ich bisher nie ein Fan von fanfiction gewesen, aber ich musste meine Meinung mehr als reviedieren. Die Geschichte ist wirklich toll, und du schreibst unglaublich gut! Ich hab den ersten Teil gestern gefunden, und dann gleich alle gelesen. Wann geht es weiter? Ich bin so gespannt!!

Ach ja, eine Sache noch: Draco vor Blaise, is doch wohl klar, die Frage stellt sich doch gar nicht?! Komplizierte Mädchen brauchen komplizierte Kerle^^ Außerdem....naja, ich bin einfach pro Draco ;)
Anni Malfoy ( 28949 )
Abgeschickt vor 156 Tagen
Ich liiiiiieeeeebeeeee diese FF! Bitte schreib weiter
Ich kann gar nicht erwarten das du
weiterschreibst!😃
Christopher Merlin ( von: Der Seher )
Abgeschickt vor 170 Tagen
http://www.testedich.de/quiz43/quiz/1472400381/Hogwarts-wahre-Helden
IsaSparkle ( von: IsaSparkle )
Abgeschickt vor 214 Tagen
@Malfoyhead
Hab nix gegen :p
Malfoyhead ( von: Malfoyhead )
Abgeschickt vor 214 Tagen
Hi @IsaSparkle
Also den Traum mit den meeren deute ich so (soweit ich treume deuten kann xD) : das braune meer soll Blaise sein und das graue Draco... und da sie ja irgendwie in beide verschossen ist stellt ihr Unterbewusstsein die wahl. PS. I Love Your FF!!! Absolut die besste die ich je gelesen habe!!!
PPS. Macht es dir was aus wenn ich einpaar Ideen bei dir klaue?
LG Malfoyhead
IsaSparkle ( 08749 )
Abgeschickt vor 214 Tagen
Hey :)
mich würde es mal interessieren, wie ihr euch Layla vom Aussehen her vorstellt :D Oder Isa bei meiner andern FF!
Sophie Malfoy ( 42733 )
Abgeschickt vor 215 Tagen
Haha Keine Ahnung XD
IsaSparkle ( 06493 )
Abgeschickt vor 215 Tagen
@Sophie Malfoy
Wie kommste denn jetzt da drauf XD
Ich würde das auch machen wie du ^^
Sophie Malfoy ( 42733 )
Abgeschickt vor 216 Tagen
Als kleines Beispiel: Ich würde ihn küssen und ihn so lange umarmen, bis wir verbrennen
Sophie Malfoy ( 42733 )
Abgeschickt vor 216 Tagen
Stellt euch vor ihr würdet mit Tom Felton in einem Kreis stehen und von Feuer umzingelt werden und ihr wisst, dass ihr gleich sterben werdet. Was würdet ihr tun?
Sophie Malfoy ( 42733 )
Abgeschickt vor 230 Tagen
@IsaSparkle Ne is nich schlimm runterscrollen schadet ja nich:)
IsaSparkle ( von: IsaSparkle )
Abgeschickt vor 233 Tagen
@Sophie Malfoy
Ist es denn sehr nötig? Weil ich trau mir glatt zu, dass ich Dödel irgendwann vergesse dass ich da 'nen zweiten Teil gemacht habe und fange wieder bei 4.1 an zu aktualisieren :D
Sophie Malfoy ( 42733 )
Abgeschickt vor 233 Tagen
Achso! So machst du das aber ja der Teil ist sehr lang
IsaSparkle ( von: IsaSparkle )
Abgeschickt vor 235 Tagen
@Spohie Malfoy Naja, ein Jahr ein Teil.
Ist es, weil das so lange dauert runter zu scrollen?
Sophie Malfoy ( 42733 )
Abgeschickt vor 236 Tagen
Könntest du einen 5. Teil machen weil der Teil ist schon ganz schön lang!?
IsaSparkle ( von: IsaSparkle )
Abgeschickt vor 241 Tagen
@Ginny Potter Ganz ruhig. Was den Ball betrifft (scheint euch ja zu interessieren) sitzt bereits 'n fester Plan da, der alles nett gesagt nicht gerade besser macht, was bis dahin schon alles passiert ...
Ginny Potter ( 05879 )
Abgeschickt vor 241 Tagen
Hi Isasparkle, ich liebe deine FF (deine anderen sind auch super!!!)
Bitte so schnell wie möglich weiterschreiben!!!) du könntest dich ja ans Buch halten und schreiben das Draco mit Pansy zum Ball geht und Lay mit Blaise um sich gegenseitig eifersüchtig zu machen????????

Alles liebe und und hoffnungen auf baldiges weiterschreiben...!!!
Sophie Malfoy ( 56584 )
Abgeschickt vor 249 Tagen
Das ist schön :D freu mich schon!!!