Der Abschied

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1 Kapitel - 457 Wörter - Erstellt von: Lil - Aktualisiert am: 2016-02-24 - Entwickelt am: - 306 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Eine Kurzgeschichte...
PS. Kein Happyend

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    Er hob den Kopf. Die Augen, diese klugen Augen in die Ferne gerichtet, wo hinter dem Wald die Sonne versank. Einen Moment stand er still, als wüsste er, dass auch seine Sonne versinken würde. Vielleicht schon bald, sehr bald. Der Mann erhob sich, legte eine Hand auf das struppige Fell des Pferdes. Die Flanken einfallen, das Haar weiß gestichelt vom Alter. Der Mann dachte zurück, an den Tag als er den Hengst gekauft hatte, unwillkürlich. Als die Muskeln noch kräftig, der Rücken stark und die Mähne seidig gewesen waren. Und nun? Die Spuren der Zeit hatten beide gezeichnet.
    Der Kopf senkte sich wieder, ein Schnauben erklang. Der Hengst knickte die Vorderbeine hin, legte sich hin, voller Vertrauen zu dem alten Reiter bei ihm. Ein Leben hatten sie miteinander verbracht. Der Mann betrachtete das Pferd, sein Pferd. Wie viele Turniere sie auch gemeinsam gewonnen hatten, dieser Moment war kostbarer. Er setze sich, summte eine alte Melodie und kraulte die Ohren, die ihm gespitzt lauschten, bemüht, keinen Ton nicht wahrzunehmen.
    Ein altes Spiel, wie oft war es so gewesen! Er blickte in die Augen, die seinen Blick warm und sanft erwiderten. Und doch fühlte er, dass etwas anders war. In den Augen lag etwas, was er nicht deuten konnte. Doch der Hengst wusste es. Er brummelte leise, so als wolle er in die Melodie miteinstimmen.
    Nur, dass es ein Abschied war. Er hoffte diesen Menschen, so außergewöhnlich und anders als die anderen, wiederzusehen. So sehr.
    Dann verstummte der Gesang des Tieres. Im selben Moment erstarrte der Mann und schaute auf die vertraute Gestalt, die wie eben täuschend ruhig dalag. Eine Träne tropfte auf die Ganasche des Tiers, als der Mann sich vorbeugte. Ein Flüstern durchbrach die nun perfekte Stille. "Ich werde dich finden". Dann legte der Mann sich zu seinem Pferd ins Stroh, schmiegte die Wange an den einst so starken Hals, der langsam immer kälter wurde.
    Und schloss die Augen um sie, wie der Hengst, nie wieder zu öffnen.
    Als am Morgen die Sonne wieder über dem Wald aufging und alles Leben erwachte, waren es nur zwei Seelen, tief verbunden, die diese Welt für immer verlassen hatten, mit dem festen Entschluss, wieder zueinander zu finden.

Kommentare Seite 1 von 1
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Herzauge ( von: Herzauge )
Abgeschickt vor 80 Tagen
TOLLE GESCHICHTE!!! SCHREIB NOCH MEHR SOLCHE GESCHICHTEN!!!
Mo ( 76716 )
Abgeschickt vor 133 Tagen
Hat mich sehr berührt, fast schon zum Weinen gebracht. Ich hatte selbst mal ein Pony und das ist dann gestorben:'( Na ja, ich hab aber weitergelebt(Welch Wunder) Tolle, tolle Kurzgeschichte!
GLG Amy
Ascona ( von: Ascona )
Abgeschickt vor 204 Tagen
Sehr traurig aber sehr sehr sehr schön geschrieben.
Jata Arion ( 61998 )
Abgeschickt vor 206 Tagen
Wunderschön... das war so berührend
Lilian ( 26174 )
Abgeschickt vor 226 Tagen
Traurig, aber total schön.
pa2108sc ( 08628 )
Abgeschickt vor 364 Tagen
Du kannst echt gut schreiben.
Tunfisch ( 03321 )
Abgeschickt vor 380 Tagen
Das war 😭😖😔 traurig aber auch eine wundervoll gut geschriebene geschichte