Wer bist du wirklich? 9

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5 Kapitel - 2.133 Wörter - Erstellt von: Kerstingarde 1611 - Aktualisiert am: 2016-02-24 - Entwickelt am: - 697 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Wie geht es wohl weiter?

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    Kylas Sicht:
    Schließlich kam ich an einer Klippe an, an deren Rand ich mich setzte und meine Beine hinüberhängen ließ. Die Aussicht wäre vermutlich wunderschön gewesen, wenn meine Sicht nicht aufgrund der Tränen vollkommen verschwommen gewesen wäre und mir viel zu viel anderes durch den Kopf gegangen wäre. Wie konnte Ben so etwas getan haben? Das konnte nicht die Wahrheit sein! Doch da waren immer diese Zweifel… Er hatte sich verändert. Er war nicht mehr der Ben, mit dem ich zusammen die Ausbildung zum Jedi gemacht habe. Er war dunkler geworden. Er hatte mir sogar mit seinen Worten sehr wehgetan, um mich auf seine Seite zu bringen. Woher konnte ich wissen, dass er nicht auch dazu in der Lage war, Dad zu töten? Dennoch… Ich konnte es einfach nicht glauben! Ich hatte gemischte Gefühle. Plötzlich setzte sich jemand neben mich und als ich aufsah, bemerkte ich, dass es Onkel Luke war.

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    Ich wusste auch ohne Worte, dass er wissen wollte, was ich fühlte und dachte: „Ich fühle mich innerlich so zerrissen… Ich würde ihn gerne einfach nur hassen.“ Ich warf einen Stein, der neben mir lag hinaus aufs Meer. „Aber das kann ich nicht. Ich weiß…“ Ich schloss die Augen und legte meinen Kopf auf Lukes Schulter. Dann flüsterte ich unter Tränen: „Ich weiß, dass da noch Gutes in ihm ist. Ich weiß es einfach…“ Onkel Luke legte einen Arm um mich und sprach mit seiner ruhigen Stimme, die mich schon so oft beruhigt hatte: „Ich weiß es nicht, aber du hast vermutlich recht. Willst du über Han reden?“ Ich dachte nach. Wollte ich das? Schließlich sprach ich einfach meine Gefühle aus: „Ich habe ihn trotz allem geliebt. Ich weiß, dass ich normalerweise nicht lieben dürfte, doch ich kann nicht anders. Sie sind alle meine Familie, auch du. Ich wüsste nicht, wie ich es nicht tun sollte. Das ist auch der Grund, warum ich Ben nicht aufgeben kann. Er ist trotz allem mein Bruder und ich liebe ihn.“ In Gedanken fügte ich noch ein „mehr als ich sollte“ hinzu. „Es tut weh, zu wissen, dass ich Dad nie wiedersehen werde und ihm nie sagen kann, wie Leid mir es tut, dass ich einfach verschwunden bin und wie sehr ich ihn liebe. Ich weiß nicht, was ich fühlen soll. In mir herrscht solch ein Sturm aus Trauer, Wut, Verzweiflung und doch Liebe zu Ben. Onkel Luke, was soll ich nur machen? Ich habe Angst, dass ich böse werde jetzt, wo ich keinen Schutz mehr davor habe. Was ist, wenn ich durch meine Liebe und diese Wut böse werde?“ Luke drehte mich so zu ihm, dass ich ihm direkt in die Augen sah: „Hör mir jetzt genau zu: Mir ging es damals nicht anders. Trotz allem empfand ich Liebe für meinen Vater und meine Schwester. Ich werde dir jetzt etwas verraten und ich hoffe, dass du es dir für dein zukünftiges Leben zu Herzen nimmst: Du bist bestimmt kein schlechter Mensch! Du bist nur jemand, der sehr oft und intensiv mit dem Bösen konfrontiert wird. Ich habe am eigenen Leib erfahren, dass die Jedi nicht ganz richtig damit liegen, Liebe zu verbieten. Das, was meinen Vater dazu gebracht hat, die Seiten zu wechseln, war seine Liebe zu mir. Seinem Sohn. Liebe ist nichts grundlegend Schlechtes. Sie ist sogar gut. Also brauchst du gar keine Angst vor deiner Liebe gegenüber deiner Familie zu haben!“ Ich nickte: „Danke!“ Wir saßen zusammen noch eine längere Zeit dort und starrten hinaus aufs Meer. Plötzlich fragte Luke mich: „Warum bist du hierher gekommen? Möchtest du deine Ausbildung zu Ende bringen?“ Ich nickte: „Ja. Wenn ich Ben dazu bringen möchte, wieder zu uns zu kommen, sollte ich vor unserem nächsten Treffen etwas besser ausgebildet sein als jetzt.“ Luke schaute mich verständnisvoll an und meinte: „Komm! Ich zeige dir den Weg zum Tempel. Joran müsste inzwischen auch bald mit dem Abendessen fertig sein.“ Damit machten wir uns auf den Weg zu einem alten Jedi-Tempel, in dem ich nun unterkommen sollte.

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    Beim Abendessen saßen wir alle schweigend am Tisch und aßen einfach die Suppe mit dem Brot, die Alan zubereitet hatte. Plötzlich räusperte sich Rey: „Kyla, ich wollte dir noch etwas sagen…“ Ich schaute ihr in die Augen und nickte ihr aufmunternd zu. Sie holte tief Luft und sagte dann: „Es tut mir Leid, was ich eben gesagt und getan habe… Ich war nur so… so wütend. Ich hatte meine Gefühle nicht mehr unter Kontrolle und konnte immer nur an das denken, was dein Bruder mir auf seinem Schiff angetan hat und was er mit Han gemacht hat. Ich habe sein ganzes Handeln fälschlicher Weise auf dich übertragen, ohne zu merken, dass du gar nichts dafür kannst. Es tut mir Leid…“ Sie starrte ihren Teller an, während alle im Raum auf meine Antwort warteten. Ich lächelte Rey an: „Das ist in Ordnung, Rey. Man kann seine Gefühle nicht immer unterdrücken.“ Für diesen Satz bekam ich einen wütenden Blick von meinem Onkel, doch ich redete einfach weiter: „Ich verzeihe dir. Ich war, als ich weggerannt bin, nur geschockt davon, dass Ben unseren Vater umgebracht haben sollte. Ich bin dir nicht mehr böse.“ Rey atmete erleichtert auf und genau in diesem Augenblick kam Chewie durch die Tür. Als er mich sah, stieß er einen unverständlichen Freudenschrei aus und kam auf mich zugelaufen. Ich stand auf und kam ihm entgegen. Als wir aufeinander stießen, schlossen sich sofort seine riesigen, pelzigen Arme um mich. Es war ein wunderbares Gefühl, meinen alten Freund wiederzusehen. Nach ein paar Sekunden lösten wir uns voneinander und Chewie nahm sich auch einen Teller Suppe. Ich setzte mich wieder neben Alan und aß weiter. Nach mehreren Minuten fragte Luke plötzlich: „Kyla? Joran? Kann ich euch nach dem Essen kurz sprechen?“ Wir nickten und sagten gleichzeitig: „Natürlich, Meister/Onkel!“ Wir sahen uns beide an und fingen an zu lachen. „Manche Dinge ändern sich nie, oder?“, fragte Alan. Ich grinste ihn an: „Dachtest du wirklich, dass ich mich so sehr verändert hätte? Ich werde doch immer das Gleiche denken, wie mein bester Freund!“ Ich hatte ja keine Ahnung, wie falsch ich damit lag… Alan grinste mich ebenfalls an und dann aßen wir weiter.

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    Nach dem Essen half ich Alan beim Abwasch, wobei wir Spaß hatten. Danach führte er mich zum Meditationsraum, in dem Onkel Luke uns treffen wollte. Er saß dort auch tatsächlich in der Mitte des Raumes auf dem Boden und hatte die Augen geschlossen. Wir blieben beide gleichzeitig stehen und schwiegen, was mir wieder ein Lächeln entlockte. Schließlich öffnete Luke die Augen und sagte: „Kommt, setzt euch zu mir.“ Wir taten, wie uns geheißen, und setzten uns ihm gegenüber. Onkel Luke atmete tief durch und sagte dann: „Ich muss euch etwas sagen. Es gibt ein Geheimnis, über das keiner von euch beiden Bescheid weiß, das aber euch beide betrifft.“ Wir schauten ihn interessiert an und er fuhr fort: „Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich es euch beiden sagen sollte. Letztendlich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich es euch am besten gerade heraus sage. Also… Ihr beide seid mehr als nur beste Freunde. Ihr seid Geschwister…“ Ich sprang auf und flüsterte: „Das ist nicht wahr. Das kann nicht dein Ernst sein! Was ist denn noch alles in meinem Leben gelogen? Was für Geheimnisse gibt es denn noch! Ist überhaupt irgendetwas wahr? Warum muss das alles immer mir passieren?“ Alan war auch aufgestanden und legte mir seine Hand auf die Schulter: „Es gibt bestimmt einen Grund, warum man es uns verschwiegen hat…“ Ich schob seine Hand weg und ging einen Schritt zurück: „DU verstehst das nicht, Alan. Für dich ist es bestimmt toll zu erfahren, dass du doch jemanden aus deiner Familie hast, aber für mich ist das etwas vollkommen anderes. Mir wird gerade erzählt, dass all die Leute, die ich mein ganzes Leben lang als meine Familie angesehen habe, gar nicht zu meiner Familie gehören. Du hast keine Ahnung, wie sich das anfühlt.“ Ich wandte mich an Luke: „Warum habt ihr mir das nie erzählt? Warum erst jetzt? Und wie kann ich überhaupt seine Schwester sein?“ Luke seufzte und sagte: „Bitte, setz dich, dann erkläre ich euch alles.“ Widerwillig setzte ich mich hin und hörte ihm zu. „Also… Um auf deine Fragen zurückzukommen: Ich wollte es dir eigentlich an dem Tag erzählen, als du zehn Jahre alt wurdest, aber da warst du ja schon verschwunden. Du weißt, dass Joran ein Kenobi ist, oder?“ Ich nickte. Jetzt wirkte auch Alan interessiert. „Ich wurde früher von einem gewissen Obi-Wan Kenobi ausgebildet. Dieser Mann war euer Großvater. Er wurde allerdings von Darth Vader im Kampf getötet. Aber er hatte einen geheimen Sohn, von dem niemand wusste, weil es den Jedi, wie ihr ja wisst, verboten ist, zu lieben. Dieser Sohn hatte eine Frau, die auch machtsensitiv war. Die beiden hatten sich den Rebellen angeschlossen und halfen bei Kämpfen als Piloten. Die einzigen, die von der wahren Identität des Mannes wussten, waren seine Frau und ich. Später schlossen sich die beiden dann auch dem Widerstand an und halfen beim Kampf gegen die Erste Ordnung. Irgendwann brachte eure Mutter dann euch beide zur Welt. Kurz darauf, starben allerdings beide bei einem Kampf. Ich fühlte mich irgendwie für euch beide verantwortlich, denn schließlich hatte mich euer Großvater ausgebildet und war für mich wie ein zweiter Vater geworden. Allerdings bildete ich zu dieser Zeit auch schon ein paar Jedi aus. Ich beriet mich mit Leia und sie meinte, dass es gefährlich wäre, euch beide zusammen zu lassen, denn ihr seid beider sehr stark mit der Macht. Besonders du, Kyla. Wir einigten uns schließlich darauf, dass Leia dich aufziehen würde und ich Joran. Falls ihr euch fragt, ob eure Namen auch eure wahren Namen sind: Ich kann euch versichern, dass sie genauso sind, wie eure Eltern sie festgelegt hatten. Allerdings war Leia dann irgendwann dazu gezwungen, dich zu mir zu schicken, Kyla, weil deine Kräfte außer Kontrolle gerieten und sie nicht wusste, wie sie damit umgehen sollte. Und was ab da passiert ist, wisst ihr ja…“ Ich fragte Luke: „Weiß Ben, dass ich… dass ich nicht seine Schwester bin?“ Er schüttelte den Kopf: „Nein. Er wusste nie etwas davon. Er hat die ganze Zeit über geglaubt, dass du seine richtige Schwester bist.“ Ich nickte und sagte: „Wenn ihr nichts dagegen habt, werde ich jetzt ein wenig auf mein Zimmer gehen.“ Luke nickte mir zu und ich verschwand durch die Tür. Ich ging mehrere Gänge entlang, bis ich das Zimmer erreichte, das Luke mir vorm Abendessen gezeigt hatte, wo ich mich auf das Bett schmiss und sehr schnell über das Weinen einschlief.

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    Jorans Sicht:
    Ich verstand Kyla nicht. Was war so schlimm daran, zu erfahren, meine Schwester zu sein? Wir hatten uns doch schon unser ganzes Leben lang immer wie Geschwister verhalten. Zur Beziehung zu ihrer alten Familie wird das doch sicher auch nichts ändern. Eine Sache irritierte mich aber schon etwas: Wieso hatte sie gerade bei der Frage nach ihrem „Bruder“ so angespannt gewirkt? Ich spürte, dass Kyla und ihn mehr verband, doch was es war, konnte ich nicht sagen… Ich wollte gerade ebenfalls gehen, als Luke sagte: „Joran, könntest du Rey bitte sagen, dass sie und Chewie den Falken für morgen startbereit machen sollen?“ Ich sah ihn verwirrt an: „Wir fliegen weg von hier?“ Er nickte: „Ja. Jetzt wo Kyla hier ist, habe ich eingesehen, dass ich Leia endlich gegenübertreten muss und wir alle zusammen gegen die Erste Ordnung kämpfen müssen. Ich werde die Ausbildung von Rey, Kyla und dir dort fortsetzen.“ Ich verstand: „Ich werde ihnen Bescheid sagen. Gute Nacht, Meister!“ Luke lächelte mich erschöpft an: „Gute Nacht, Joran! Bis morgen!“ Damit ging ich aus dem Raum und suchte Rey und Chewie…

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