Springe zu den Kommentaren

Just a bit of sympathy

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
3 Kapitel - 9.501 Wörter - Erstellt von: Moon - Aktualisiert am: 2016-06-06 - Entwickelt am: - 936 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Lala's Dorf wurde vor einigen Jahren durch eine Explosion zerstört. Voraussichtlich. Begleitet sie und Sasuke (in der Ich-Perspektive) auf einer Reise, die nicht wirklich ein örtliches Ziel hat. Sondern selbst das Ziel ist.

    1
    Deine Sicht

    „Lala... Lala... Aufstehen.“ Mit einem sanften Seufzen schlug ich meine Augen auf. Heute war der einzige Tag im Monat an dem ich mal kein Training hatte und ich konnte es überhaupt nicht leiden wenn mich jemand vom Ausschlafen abhielt. „Was möchtest du Hitomi?“ fragte ich die unscheinbare Kunoichi, gähnte und schlug die Decke zurück. „Tsunade hat mich gebeten dich zu wecken und zu ihr zu schicken. Es gibt eine neue Mission für dich.“ In ihrer Stimme schwankte deutlicher Neid mit, doch ich ignorierte es. Ich konnte nichts dafür dass ich in den 5 Jahren besser geworden war als sie in 12. „Ich bin in 10 Minuten bei ihr.“ antwortete ich und wartete bis sie verschwunden war, bevor ich aufstand um mich fertig zu machen. Ich schüttelte meine kurzen roten Haare, schnappte mir meine Kleidung und ging ins Bad, um meiner morgendlichen Routine nachzugehen.

    „Du hast nach mir schicken lassen?“ fragte ich Tsunade als ich später vor ihr stand und mit einem Lächeln faltete sie ihre Hände auf dem Tisch. „Ich habe eine interessante Mission für dich Lay.“ Sie öffnete eine Schublade ihres Schreibtischs und legte eine Schriftrolle auf den Tisch. Es schien alles ganz normal, doch ihre außergewöhnlich gute Laune beunruhigte mich. „Und um was für eine Situation handelt es sich?“ fragte ich und trat näher. Ihre Fassade fiel und sie seufzte. „Du weißt dass wir einige Teams losgeschickt haben um Uchiha Sasuke zu finden, nicht?“ Ich nickte. Ich hatte nie wirklich etwas mit ihm zu tun gehabt, doch in den wenigen Momenten in denen wir, mehr oder weniger gezwungen, Zeit verbracht hatten, war er mir sehr sympathisch gewesen. Etwas in seinen Augen sagte mir, dass er nicht so anders als ich war. Aber abgesehen davon wusste ich nichts von ihm. Nur seine „Flucht“ aus Konoha wurde mir noch zugetragen, doch auch die Gründe dafür blieben mir verschleiert. „Es gibt fast keine Spuren. Aber da ich dich großgezogen habe, weiß ich dass du ein Talent für Spurensuche und das Auffinden von Personen hast. Deshalb möchte ich dich auch losschicken. Natürlich nur wenn du möchtest.“ meinte sie und schob die Schriftrolle über den Tisch zu mir. Ich nahm sie in die Hand und studierte sie näher. Es waren Orte an denen er angeblich in der letzten Zeit gesehen worden war. Genauer gesagt 3. „Ich mach es. Ich werde ihn finden und wieder her bringen.“ antwortete ich bestimmt und rollte das Schriftstück wieder ein, dann steckte ich es in meine Beintasche. „Ich bewundere deine Entschlossenheit, aber sei nicht zu enttäuscht wenn du nichts findest. Selbst Naruto hat keine Ahnung wo Sasuke sein könnte.“ Ich nickte und wandte mich zum Gehen, doch bevor ich den Raum verließ, drehte ich mich noch einmal zu Tsunade um. „Ich werde dich nicht enttäuschen.“ antwortete ich und schloss die Tür hinter mir. „Ich brauche Versorgung... und Informationen.“ murmelte ich zu mir selbst und ging die Gänge des Hokageturms entlang. Die gesamten 5 Jahre die ich bereits hier in Konoha war, hatte ich zahlreiche Schriftrollen aus dem Archiv gelesen. Es war mir nie in den Sinn gekommen, dass einige dieser Rollen einmal wichtig sein würden, doch ich konnte mich noch genau daran erinnern, dass es eine ganz bestimmte Schriftrolle über den Uchiha-Clan gab. Und genau diese würde mir alle Antworten geben, die ich brauchte. Ich grüßte alle Ninjas, die mir auf den Weg zum Archiv entgegen kamen und seufzte schließlich als ich die schmale, unscheinbare Tür erreichte. Es war anstrengend immer gegenüber allen höflich zu sein, doch es wurde von mir erwartet. Schließlich war ich die „Tochter“ von Tsunade. Ich öffnete die Tür mit dem kleinen Schlüssel den ich immer um meinen Hals trug und atmete tief ein als ich den Geruch von altem Pergament roch. Ich schüttelte kurz meinen Kopf, und begann die Regale abzusuchen. Hyuuga-Clan, Nara-Clan, Uzumaki-Clan... Uchiha-Clan. Mit einer schnellen Bewegung zog ich die wenigen Rollen heraus und öffnete sie. Meine Augen flogen über die Schriftzeichen und mit einem zufriedenen Lächeln rollte ich eine von ihnen wieder zusammen und steckte sie zu meinem Auftrag in die Beintasche. Es würde eine lange Suche werden, aber ich würde ihn finden. Ich würde Sasuke Uchiha finden und wenn es das letzte ist was ich tat.

    Seine Sicht

    „Haben sie diesen Mann gesehen?“ fragte ich eine junge Frau in Shimogakure, die die Türschwelle eines Dango-Shops fegte. Sie war bereits die zweihundertste Person die ich seit meiner Abreise aus Konoha befragt hatte. Doch jegliche Hinweise die ich, wenn auch nur kümmerlich, bekam, führten fast immer ins Nichts, beziehungsweise führten mich in irgendeine andere Stadt. „Oh ja, er war vor ein paar Tagen hier.“ Ihre Antwort ließ mich erstarren und unauffällig richtete ich mich auf. „Wirklich?“ hakte ich nach. Die meisten schienen meinen Bruder immer mit anderen Männern zu verwechseln und erkannten das erst nach dem zweiten Hinschauen. „Ja. Ich bin mir fast hundertprozentig sicher. Er hatte einen blauen Haimenschen bei sich und haben zwei große Portionen bestellt. Sie haben auch nach etwas Sake gefragt, aber den konnten wir ihnen leider nicht anbieten.“ erklärte sie und gab mir das Bild wieder. „Und warum erinnern sie sich so genau an die beiden? Haben sie irgendetwas Auffälliges getan?“ „Nun ja...“ begann sie und wurde rot. Schweißtropfen bildeten sich auf ihrer Stirn und sie knetete ihre Finger. „Ich fand ihn ziemlich attraktiv und wollte ihn eigentlich ansprechen, aber... Ich war zu schüchtern.“ Sie stieß ein beschämtes, leises Lachen aus und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. „Ich verstehe. Sie haben nicht zufälligerweise überhört wo die beiden weiter hin wollten, oder?“ befragte ich sie weiter. Mein Körper verkrampfte sich mit jeder verstreichenden Sekunde mehr. Ich brauchte einfach eine Spur! „Ich meine mich vage daran zu erinnern, dass sie einen kurzen Abstecher nach Moyagakure (Ein Dorf aus den Fillern) machen wollten.“ Ein zufriedenes Lächeln schlich sich auf mein Gesicht. Ich war nicht weit von Itachi entfernt. „Vielen Dank.“ Ich verbeugte mich kurz und drehte ihr dann den Rücken zu. Wenn ich mich beeilte, konnte ich sie vielleicht bald einholen. „Du entkommst mir nicht, Bruder“herz“.“ knurrte ich leise und begann Richtung Moyagakure zu rennen. Die Dorfbewohner von Shimogakure sahen mich zwar seltsam an, als ich durch die Straßen jagte, doch ich ignorierte es. Was ging es sie an, dass ich durch das Dorf rannte wie ein Irrer? Ich hatte eine Mission zu erfüllen. Ich würde nicht eher ruhen, bis ich Itachi in die Enge getrieben hatte und endlich Rache nehmen konnte. Schon bald hatte ich das kleine Dorf hinter mir gelassen und war von Bäumen und Sträuchern umgeben. Es war wesentlich leichter sich unauffällig in einem Wald zu bewegen, als auf öffentlichen Wegen und Straßen. Es gab zu viele Leute die Fragen stellten. Die versuchten mich aufzuhalten. Mich gar nach Konoha zurückholen wollten. Meine Hände ballten sich zu Fäusten beim Gedanken an mein Heimatdorf. Konoha... Es war nur eine verschwimmende Erinnerung, ein Gedankenfetzen an die „glücklichen“ Tage im Dorf, Tage mit meinen, von ihnen selbsternannten, Freunden. Sakura. Naruto. Kiba. Lee. Ino. Sie alle waren nur Balast, den ich unmöglich mit mir tragen konnte. Sie waren es nicht wert. Ich schüttelte meinen Kopf und konzentrierte mich wieder auf meine Mission. Sie waren nicht einmal den Gedanken an sie wert. Mit offenen Sinnen eilte ich weiter durch die Idylle und stoppte kurz, als ich ein sich näherndes Chakra spürte. Es war halb unterdrückt, nicht besonders gut, doch der Besitzer hatte es anscheinend versucht. Es war ein seltsames Chakra. Es schien nicht besonders stark, strotzte aber dennoch vor einer mysteriösen Kraft. Ich stieß ein leises Knurren aus und beschleunigte meine Schritte. Wer auch immer mir folgte, würde mich definitiv nicht einholen. Dafür würde ich sorgen. Meine Füße bewegten sich schneller, meine Sprünge von Ast zu Ast wurden kraftvoller und auch meine Anspannung wuchs von Sekunde zu Sekunde. Ich wurde diese Person einfach nicht los. Die Entfernung zu ihr verringerte sich nicht, also nahm ich an, dass auch sie beschleunigt hatte. Es half alles nichts. Ich würde einen direkten Kampf nicht vermeiden können. Auch wenn es nicht in meinem Plan verankert war, die kurze Zeit die ich für die Auseinandersetzung brauchen würde, konnte ich hoffentlich entbehren ohne Itachi zu verpassen. Ich stoppte auf einer kleinen Lichtung und stellte mich kampfbereit hin. Meine Ohren zuckten leicht als ich in einiger Entfernung das Rascheln von Büschen hörte und sammelte mein Chakra in meiner rechten Hand. Er wollte anscheinend unbedingt den tausend Vögeln begegnen. Ich wartete angespannt, bevor sich die Büsche direkt vor mir teilten und eine Gestalt aus dem Schatten trat. „Hab ich dich endlich gefunden.“

    Deine Sicht

    „Hab ich dich endlich gefunden.“ meinte ich erleichtert und trat auf die Lichtung. Sasuke hatte sein rechtes Handgelenk umklammert, ein klares Zeichen dafür, dass er kurz davor war Chidori anzuwenden. „Wer bist du und was willst du?“ fragte er kalt und ein kaltes, blaues Leuchten bildete sich in seiner Hand. „Du kannst mich Lala nennen. Oder Lila. Was du willst. Und was ich will...“ meinte ich und trat vorsichtig einen Schritt näher. „Ich will dich nicht überreden wieder zurück nach Konoha zu kommen.“ Ein leises Zwitschern ertönte als das Leuchten größer wurde, doch ich wich nicht zurück. Ich hatte genau einen Versuch und den musste ich nutzen. „Woher weiß ich, dass du die Wahrheit sagst?“ fragte er im Gegenzug, doch ich zuckte nur mit den Schultern. „Glaub mir oder glaub mir nicht. Ich habe einen eigenen Grund Itachi aufzusuchen und wollte mich dir anschließen. Ich werde zunächst meine Angelegenheit mit ihm klären und dann... kannst du ihn töten. Das ist mir vollkommen einerlei.“ meinte ich und verschränkte meine Arme vor meiner Brust. Seine angespannte Haltung ließ ein wenig nach und vorsichtig ließ er beide Hände an seine Seiten fallen. „Ich vertraue dir zwar nicht... aber ich werde dich mitnehmen. Ich hab über deine Fähigkeiten der Spurensuche gelesen und ich denke, dass mir das ziemlich zugutekommt. Aber solltest du versuchen mich zu hintergehen...“ Sein Gesichtsausdruck wurde drohend und er sah mir direkt in die Augen. „Wirst du sterben.“ Ich zuckte erneut mit den Schultern. „Damit komme ich klar. Aber wir sollten jetzt weitergehen wenn wir heute noch nach Moyagakure wollen.“ Sasuke zuckte fast unmerklich zusammen, doch ich tat, als hätte ich nichts bemerkt. „Seit wann folgst du mir schon?“ Ich zuckte mit den Schultern und schlug langsam die Richtung nach Moyagakure ein. „Seit heute Morgen.“ „Erst seit diesem Morgen! Wie hast du mich so schnell gefunden?“ fauchte er
    und holte zu mir auf. „Das war eigentlich ganz einfach. Zum einen hast du ein ziemlich... einzigartiges Chakra, das ich auf Meilen Entfernung aufspüren könnte. Es gibt keine Möglichkeit es mit einem anderen zu verwechseln und dadurch einer falschen Fährte zu folgen. Zum anderen, habe ich eine ziemlich genaue Ahnung, wo dein Bruder langreist – Und du folgst natürlich.“ Er nickte, keine einzige Regung in seinem Gesicht. Es war emotionslos wie eh und je. „Du bist besser als ich erwartet hatte. Vermutlich wirst du mir wirklich von Nutzen sein.“ lachte er auf und beschleunigte ein wenig. „Es gibt keinen Grund schneller zu werden. Ich kann Itachis Spuren finden, egal wie weit entfernt er ist oder wie lange es her ist, dass er da war. Keine Sorge.“ meinte ich und beobachtete ihn weiter. Er hatte sich ziemlich stark verändert. Aber nicht zum Guten hin. Sasuke war noch kälter geworden. Emotionsloser. „Ich würde es bevorzugen, wenn du mir mit deinem Blick keine Löcher in den Rücken bohrst.“ „Das würde ich nie tun. Ich bevorzuge es aber, meinen Reisegefährten zu kennen.“ lachte ich und versuchte meine Geschwindigkeit an ihn anzupassen.
    Sasuke schnaubte kurz, ging aber nicht weiter darauf ein. „Und was ist das eigentlich für eine Angelegenheit, die du mit ihm klären musst?“ fragte er nach und wischte einen Zweig aus seinem Weg. „Das... ist meine Sache. Es ist wirklich privat, und ich gebe nicht gerne Informationen über mich preis.“ meinte ich und starrte beharrlich nach vorne. Mein Blick konnte und DURFTE mich nicht verraten. „Pfff. Eigentlich müsste ich dich für diese Aussage schon umbringen...“ Sofort verkrampfte ich mich. „Aber ich bin da nicht anders. Weißt du Lala... irgendwie hab ich das Gefühl, dass wir uns sehr gut verstehen werden.“ Er warf mir ein dunkles Grinsen zu und sah dann wieder nach vorne. Es würde eine lange Mission werden. Aber wenn schon, denn schon. „Das denke ich auch. Du erinnerst mich ziemlich an mich selbst.“ log ich und pflanzte ein Grinsen auf mein Gesicht. „Ach wirklich? Bin ich denn wirklich so ein Mädchen?“ fragte er sarkastisch. Sasuke war wesentlich sarkastischer, als ich ihn in Erinnerung hatte. „Willst du eine ehrliche Antwort?“ lachte ich und schlug ihm, immer noch im Rennen, sanft auf den Rücken. Ich hatte schon oft gesehen, wie andere das taten. Es schien mir nicht logisch – Aber anderen schien es zu gefallen. „Lala... Wir werden eine lustige Zeit haben. Aber pass auf, irgendwann verlier ich meine Geduld.“ lachte er, brachte es aber fertig nebenbei zu knurren. „Natürlich, Madame.“ grinste ich und streckte ihm die Zunge raus.


    2
    3 Wochen später

    Seine Sicht

    Der Matsch schmatzte unter unseren Füßen als wir nach einem Regenschauer durch die Wälder liefen. Gerade als wir unser letztes Lager abgebaut hatten, wurden wir von der Natur überrascht, und folglich hatten wir auch keine Möglichkeit gehabt, uns irgendwo unterzustellen. Doch selbst wenn das möglich gewesen wäre, hätten wir es nicht tun können. Nachdem wir Itachi schon in Moyagakure verloren hatten, konnten wir es uns nicht leisten jetzt auch noch seine Spur zu verlieren. Lala meinte zwar, dass wir im ganz nah auf den Fersen waren, doch ich konnte weder sein Chakra spüren, noch irgendwelche Fußabdrücke ausmachen. Es war für mich ein Wunder wie sie das schaffte, doch ich hinterfragte es auch nicht. Solange wir ihn finden würden, war alles gut. „Gibt es irgendwas Neues?“ fragte ich sie vorsichtig, als sie urplötzlich stehen blieb. „Ich...“ fing sie an, stockte aber sofort. „Es ist nichts. Vermutlich habe ich mich vertan.“ murmelte sie und lief weiter. „Wie schaffst du das eigentlich?“ Ihr Blick schnellte zu mir und verwirrt sah sie mich an. „Was meinst du?“ In ihrer Stimme schwankte unglaubliche Neugier mit. „Das Spurenlesen. Ich spüre nichts und ich sehe auch nichts.“ gab ich zu, worauf ich ein sanftes Lächeln erntete. „Ich weiß es nicht genau. In meinem Dorf waren fast alle ziemlich gut ihm Spurenfinden und -lesen. Da bin ich wohl keine Ausnahme. Tsunade hat es mir damals immer so erklärt: Unsere Sensoren sind einfach feiner ausgebildet als bei anderen. Es ist so ähnlich wie wenn man den Geruchssinn von Mensch und Hund unterscheidet. Beim Hund ist dieser einfach stärker ausgeprägt.“ meinte sie und stoppte erneut. Ihre Hand schnellte an ihre Brust, bevor sie ein lautes, schmerzhaft klingendes Husten ausstieß. „Ist alles in Ordnung?“ fragte ich besorgt und legte eine Hand auf ihre Schulter. Zwischen zwei weiteren Hustern warf sie mir ein beruhigendes Lächeln zu und fasste sich wieder. „Alles gut. Ich hab das manchmal, aber es ist komplett ungefährlich.“ lachte sie und ging vorsichtig weiter. Ich konnte die Lüge in ihrer Aussage quasi sehen. „Weißt du, ich kenne hier einen wundervollen kleinen See. Er ist nicht weit von hier entfernt, und ist es wirklich wert ihn sich anzuschauen.“ lächelte sie und pustete sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Klingt gut. Du führst.“ meinte ich, bevor es mir auffiel. „Wie die ganze Zeit über auch.“ Ich stieß ein verlegenes Lachen aus, doch Lala schien meine Unsicherheit nicht einmal bemerkt zu haben. Entweder das... Oder sie hatte es eiskalt ignoriert. Wir schwiegen wieder eine Weile, bevor irgendwann in der Ferne die Bäume lichter wurden, und der Geruch von Wasser zu uns geweht wurde. „Wir sind da.“ lachte sie und rannte voraus. Ich rannte ihr zwar hinterher, aber etwas langsamer, und blieb erstaunt neben ihr stehen, als sie sich am Ufer im Kreis herumtanzte. „Wir sollten hier eine kurze Pause einlegen bevor wir weiterlaufen und woanders unser Nachtlager aufbauen.“ meinte ich und ließ die Tasche mit dem Proviant nachlässig auf den Boden fallen. Lala stieß ein tiefes Seufzen aus, ließ ihren kleinen Rucksack ebenfalls fallen und massierte sich sanft den Nacken. Ihr Blick streifte über den kleinen See vor unseren Augen und kurzerhand setzte sie sich einfach auf den sandigen Boden. Sie gähnte kurz, streckte ihre Arme in die Luft bis ihre Schultergelenke knackten und sah dann auffordernd zu mir herauf. „Worauf wartest du noch?“ „Auf besseres Wetter.“ meinte ich halb scherzend, halb ernst gemeint und ließ mich neben ihr nieder. „Darf ich dich etwas fragen?“ fing ich an, zum ersten Mal unsicher wie ich meine Gedanken formulieren sollte. „Selbstverständlich. Ich dachte sowieso die ganze Zeit, dass ich dir wenigstens ein paar Antworten schulde.“ lächelte sie, zog ihre Beine an ihren Oberkörper heran und schlang ihre Arme um ihre Knie. „Ich... Du hast denselben Blick den ich noch vor ein paar Jahren hatte.“ Ich stolperte halb über meine Worte. „Und was bedeutet das für dich?“ fragte sie im Gegenzug, ihre Stimme ruhig wie die Oberfläche des Sees. „Ich möchte wissen wie deine Vergangenheit war.“ meinte ich leise, erleichtert, dass die Frage endlich aus mir raus war. „Ich kann mich kaum daran erinnern.“

    Deine Sicht

    „Ich kann mich nicht wirklich daran erinnern.“ gestand ich und starrte mit leerem Blick auf die Oberfläche des Sees. „Es sind nur Fetzen die im Gedächtnis habe.“ murmelte ich und seufzte. „Dann erzähl mir von den Fetzen.“ meinte er und schlang seine Arme um seine Knie. „Ich lebte mit meiner Familie in einem ziemlich armen Dorf. Es war klein und unbedeutend, und dementsprechend versorgten wir uns auch selbst. Es gab keinen Handel mit anderen Dörfern. Die Kinder mussten bereits früh mit anpacken, und auch ich war da keine Ausnahme. Ich kann mich noch genau daran erinnern wie ich mit meinem Vater immer auf dem Feld gearbeitet habe, während meine Mutter in der Hütte saß und töpferte und spann. Es war ein anstrengendes, aber friedliches Leben.“ fing ich an. „Das klingt doch gut.“ warf Sasuke ein und versuchte Blickkontakt mit mir aufzunehmen, den ich jedoch so gut wie möglich verhinderte. „Ich weiß. Aber mein Vater wollte ein besseres Leben für mich. Seit meiner Geburt hatten meine Eltern bei sich selbst immer wieder Geld abgezweigt und gespart, nur damit ich irgendwann hierher kommen konnte. Und als ich schließlich 11 war, zwang er mich zu gehen. Er und meine Mutter begleiteten mich zum Tor... nein, schleiften mich zum Tor, weil ich partout nicht gehen wollte. Ich wollte bei ihnen bleiben. Dann hörten wir eine Explosion. Meine Eltern wechselten einen besorgten Blick, dann drückte mir mein Vater unser uraltes Familienkatana in die Hand und drückte mich, gemeinsam mit meiner Mutter, an sich, bevor eine zweite Explosion ertönte.“ Meine Stimme begann zu zittern, doch ich erzählte weiter. „Ich weiß noch wie ich ängstlich zu meinem Vater sah, der nur sagte: „Renn und schau nicht zurück!“. Und ich folgte seinen Worten. Ich rannte und rannte, rannte bis ich keine Luft mehr bekam und anhalten musste. Ich sah in der Ferne eine riesige Rauchwolke aufsteigen, aber lief weiter, zwang mich weiter damit ich den Traum meines Vaters erfüllen konnte. Bis ich schließlich hier ankam und Tsunade mich großzog.“ Ich nahm einen tiefen Atemzug und sah zum Himmel hinauf, in dem sich langsam die ersten Sterne abzeichneten. “Ich weiß bis heute nicht was mit ihnen geschehen ist, und ich sah sie auch nie wieder.“ schniefte ich und biss mir auf die Unterlippe um meine Tränen zu unterdrücken. Es blieb eine Weile still, nur unsere stetigen Atemzüge und das Rauschen des Windes waren zu hören, bevor Sasuke die Stille durchbrach. „Deine Familie liebte dich. Du hattest ein glückliches Leben mit ihnen. Du solltest dich nur an die glücklichen Momente mit ihnen erinnern.“ meinte er leise und ich sah, wie er seine linke Hand in seine Hose krallte. „Sasuke?“ fragte ich erstaunt als ich die glitzernden Tränen bemerkte, die auf seine Haut tropften. Noch nie in all der Zeit hatte ich ihn weinen sehen. Sasuke war für mich immer der starke, selbstbewusste junge Mann gewesen, den alle Mädchen so vergötterten. Doch nun zeigte er mir eine Seite die die anderen nie sehen würden. „Er hat sie getötet. Mein eigener Bruder.“ flüsterte er und fletschte seine Zähne. „Er hat wen getötet?“ hakte ich vorsichtig nach und legte zaghaft meine Hand auf seine Schulter. „Meine Eltern. Meinen Clan. Einfach alle. Ohne jegliche Reue. Er hat sie abgeschlachtet und mich nur am Leben gelassen damit ich Rache nehmen kann wenn ich stärker bin. Und ich BIN stärker. Ich werde ihn aufsuchen und ihn töten. Ich werde den Mörder meiner Familie UMBRINGEN!“ schrie er und sein Blick schoss auf den See. „Deshalb habe ich dich um Hilfe gebeten. Ich habe in deinen Augen ein ähnliches Schicksal gesehen... Du musst mir einfach weiterhin helfen.“ Seine Augen richteten sich auf mich und nur widerwillig starrte ich zurück. „Ich...“ „Du bist die Einzige die mir helfen kann. Du bist die Einzige die versteht.“ murmelte er, stand auf und begann zu gehen. „Ich werde dir weiterhin helfen... Aber nicht auf die Art und Weise die du vielleicht vermutest...“ flüsterte ich mehr zu mir selbst und stand ebenfalls auf, bevor ich ihm sprachlos folgte.

    Seine Sicht

    Sie musste mir einfach weiterhin helfen. Sie war der einzige Mensch dem ich mich jemals geöffnet hatte, und sie war die Einzige die meine Gefühle verstand. Die mein Schicksal verstand. „Du bist die Einzige die versteht.“ murmelte ich und stand auf um zu gehen. Ich sah nicht zurück, doch ich hörte wie sie mir folgte, ihre zarten Fußtritte auf Ästen und Laub. Ich hatte ihr nichts mehr zu sagen, schließlich hatte ich ihr gerade eben erst meinen ursprünglichen Plan verraten. Wahrscheinlich dachte sie, dass ich ihr Flüstern nicht gehört hatte, doch ich verstand sehr gut was sie für sich zu behalten versuchte. Sie konnte meine Entscheidung nicht ändern. Niemand konnte das. Sie war nur eine der vielen Personen die mich umstimmen wollten, und alle waren gescheitert. Sie würde keine Ausnahme sein. Aber ich wusste genau dass sie mir helfen konnte, mein Ziel schneller zu erreichen. Im Gegensatz zu anderen Personen war sie ungewöhnlich stark, aber was wichtiger war: Ungewöhnlich geschickt. „Wo gehen wir jetzt hin?“ fragte sie leise und sofort blieb ich stehen und drehte mich zu ihr um. Sie prallte kurz gegen mich, meinen plötzlichen Stopp nicht erwartend, machte sich jedoch sofort los. „In der Nähe sollte ein Fluss sein, an dem wir für die nächsten Tage erst einmal Rast machen. Wir müssen uns einen Plan zurechtlegen und Vorbereitungen treffen.“ erklärte ich schnell und lief weiter. Ich bemerkte, wie ihr Atem schon nach einer kurzen Strecke angestrengt keuchend wurde, und war kurz davor mich zu ihr umzudrehen, als sie einmal kurz hustete und ihre Atmung wieder normal schien. In keiner einzigen Schriftrolle über sie war etwas von einer Krankheit vermerkt. Gut, es gab nicht wirklich viele über sie, aber vielleicht war es auch einfach nur eine Erkältung. Ich würde der Sache später auf den Grund gehen. „Kannst du noch?“ fragte ich sie leise und sofort ertönte ein leises, aber melodisches Lachen. „Natürlich. Ich bin zwar ein Mädchen, aber ich bin genauso fähig wie du.“ Ihre Stimme hatte nichts Beleidigtes oder gar Drohendes, sondern klang sogar belustigt. „Du keuchst ziemlich stark, dafür dass du genauso fähig bist.“ bemerkte ich trocken und wurde ein wenig langsamer, nur um Sekunden später von ihr überholt zu werden. „Wer als erstes beim Fluss ist.“ lachte sie und beschleunigte.
    'Nicht mit mir.' dachte ich grimmig und legte ebenfalls an Geschwindigkeit zu. Es endete damit, dass wir innerhalb einer kurzen Zeitspanne den Fluss erreichten, wo sie keuchend auf den Boden fiel. Lala rollte sich auf den Rücken und begann zu lachen, und mit jedem Atemzug hob und senkte sich ihre Brust in einem gleichmäßigen Muster. Einige Haarsträhnen hingen lose in ihr gerötetes Gesicht und ihre dunkelbraunen Augen glitzerten vor Lachtränen. „Sicher, dass du mit mir auf einem Level bist?`“ fragte ich überlegen und sofort stoppte sie und sah mich ziemlich ernst an. Ihre gesamte Ausstrahlung hatte sich verändert und für einen kurzen Moment lief mir ein Schauer über den Rücken. „Nein. Aber es gibt andere Dinge in denen ich dir definitiv überlegen bin.“ meinte sie und stemmte sich hoch. „Zum Beispiel? Niemand kann es mit mir aufnehmen.“ antwortete ich ihr selbstsicher und beobachtete, wie sie skeptisch eine Augenbraue hochzog. „Ich denke mal, dass ich es könnte. Aber ich kann es dir nicht beweisen.“ seufzte sie und setzte sich wieder. Lala schien absolut ruhelos und steckte mich damit an. Wie ein Tiger in einem Käfig begann ich, auf und ab zu laufen. „Warum? Warum kannst du es mir nicht beweisen? Was hält dich davon ab mir JETZT und HIER zu beweisen, dass du es wert bist mit mir zu reisen!“ Sie senkte ihren Kopf und begann, an ein paar Grashalmen zu zupfen. Ohne es zu wollen, fühlte ich Schuld. Ich bereute es, sie derart angemacht zu haben. Ich fühlte NIEMALS Reue oder Schuld. Ich konnte es mir auf dieser Mission einfach nicht leisten, meinen menschlichen Emotionen nachzugeben. Bisher hatten sie mich immer nur von meinem eigentlichen Ziel abgelenkt: Itachi zu finden und umzubringen. „Es ist okay. Ich höre oft, dass ich mich beweisen soll. Aber das KANN ich einfach nicht. Ich... werde es dir erzählen, wenn wir Itachi gefunden haben. Erst dann kann ich es dir erklären. Und ich weiß dass du es auch erst dann verstehen wirst.“ flüsterte sie leise. Sie schien verletzt und genau das zupfte an den Strängen meines Herzens. Sie klang... wie ich damals. Wir hatten eine ähnliche Vergangenheit, aber während ich jeden Gedanken daran einfach verbannte, schien sie anders damit umzugehen. Jeder Kommentar... schien sie daran zu erinnern.

    Deine Sicht

    „Und ich weiß, dass du es auch erst dann verstehen wirst.“ flüsterte ich. In diesen drei Wochen hatte ich Sasuke besser kennengelernt als die meisten anderen Bewohner Konohas. Vermutlich sogar besser als er selbst. Ich wusste, dass er noch nicht dazu bereit war. Vermutlich wusste er es selber noch nicht, aber ich hatte das Gefühl, dass er mich liebgewonnen hatte. Und meine Antwort würde alles zerstören. „Wenn du meinst...“ seufzte er und fuhr sich durchs Haar. Er schien enttäuscht, und ich konnte mir auch gut vorstellen wieso. Er hatte trotz allem immer noch Zweifel an mir und weitere Geheimnisse würden das nicht ändern. Ich seufzte ebenfalls und kramte in meinem Rucksack, bevor ich das alte schäbige Zelt rauskramte in dem ich bisher übernachtet hatte. Sasuke hatte es nie für nötig gehalten sich beim Schlaf vor der Natur zu schützen, aber er schien glücklicher, am Feuer zu schlafen als im Zelt. Vermutlich war es ihm unangenehm mit mir einen nur engen Platz zu teilen, aber irgendwann würde ihm seine Entscheidung Nachteile bringen. „Soll ich dir helfen?“ fragte Sasuke leise als ich aufstand um das Zelt aufzubauen. „Es geht schon. Du könntest Feuerholz sammeln gehen.“ schlug ich vor und schüttelte die einzelnen Teile aus dem Sack. Er verschwand mit einem leisen Grummeln zwischen den Bäumen und mit einem Seufzen wandte ich mich wieder meiner Aufgabe zu. „Warum bist du nur so sturköpfig?“ flüsterte ich leise, ohne dass Sasuke mich hätte hören können. „Es ist egal. Es ist nur meine Mission. Eine Mission.“ redete ich mir selber ein und hatte schließlich das kleine Zelt aufgebaut. Es war wirklich alt, hatte schon zahlreiche Flicken, aber es schützte vor Kälte und jeglichen Niederschlägen, was die Hauptsache war. Ich hatte gerade meinen Rucksack im Inneren verstaut, als Sasuke mit Stöcken unter dem Arm zurückkam. „Mehr hab ich leider nicht gefunden. Die anderen sind noch vom Regenschauer nass und können nicht benutzt werden.“ seufzte er und ließ sie zu Boden fallen. „Es sieht so aus, als würde es bald wieder regnen.“ meinte ich und sah zwischen den Baumkronen hindurch zum Himmel. Über uns hatte er noch eine hübsche azurblaue Farbe – Doch ein paar Kilometer entfernt wurde er bereits dunkelgrau. „Das hat uns gerade noch so gefehlt... Wir sollten die Zeit nutzen.“ Mit zwei kleineren Stöcken entfachte er ein Feuer und holte zwei Fische aus einer Beintasche. „Die hab ich vorhin gefangen.“ Er spießte sie auf und stellte sie so ans Feuer, dass sie perfekt gebraten wurden. Wir schwiegen eine Weile, bis Sasuke schließlich der Meinung war, dass die Fische durch waren, und nur unser Schmatzen zu hören war. Wir saßen noch eine Weile am Feuer, immer noch schweigend, bevor ich unauffällig ein Gähnen unterdrückte. „Geh schlafen.“ meinte Sasuke plötzlich, ohne einmal vom Feuer aufzusehen. „Bist du sicher? Du hältst jede Nacht Wache. Außerdem-“ Ich unterbrach meinen Satz als ich den ersten Tropfen auf meinem Kopf spürte. Es folgte ein zweiter, ein dritter, bis es begann, in Strömen zu gießen. „Heute macht wohl keiner Nachtwache.“ meinte ich leise und versuchte Sasuke mit ins Zelt zu zerren, doch er blieb wie angewurzelt stehen. „Ich soll mit dir in diesem winzigen Zelt schlafen?“ fragte er ungläubig und schüttelte seinen Kopf. „Dadurch dass es eng ist, wird unsere Körperwärme wesentlich effektiver genutzt, und ich werde dich bei dem Regen bestimmt nicht hier draußen schlafen lassen.“ seufzte ich und zog ihn mit einem Ruck ins Trockene. „Das-“ fing er an, doch ich unterbrach ihn. „Sag jetzt nichts und schlaf einfach, okay?“ Er verdrehte seine Augen, legte sich hin und kuschelte sich unter eine der Decken die ich hingelegt hatte. „Danke.“ flüsterte er leise und schloss seine Augen. Ein kleines Lächeln schlich sich auf meine Lippen als ich mich ebenfalls hinlegte und ihn betrachtete. Sasuke zeigte mir Seiten, die noch nie ein anderer Mensch je gesehen hatte. Und das machte mich glücklich. „Gute Nacht Sasuke.“ flüsterte ich, zog meine eigene Decke über mich und schlief ein.

    Seine Sicht

    Ich erwachte vom lauten Prasseln des Regens auf das Zelt. Einerseits beruhigte es mich im wachen Zustand, andererseits schien es nahezu unheimlich wenn ich schlief. Gähnend öffnete ich meine Augen und versuchte im Dunkeln etwas zu erkennen. Gerade so konnte ich meine eigenen Umrisse ausmachen, die seltsam verformt schienen, aber von Lay war nichts zu erkennen. Bis etwas Druck auf meine Taille ausübte. Mein Blick schnellte nach unten, und mit Mühe konnte ich einen Arm erkennen, der sich um mich geschlungen hatte. Dann bemerkte ich erst Lays Kopf der auf meiner Brust ruhte. „Lay...“ flüsterte ich schmunzelnd und strich vorsichtig ihre Haare zur Seite. Wahrscheinlich hatte sie sich im Schlaf an mich geschmiegt. Ihre Nähe machte mich glücklich, doch gleichzeitig beunruhigte sie mich. Etwas schien einfach nicht richtig, und dieses Gefühl konnte ich auch nicht abschütteln. „Sasuke...“ flüsterte sie leise, und für einen kurzen Moment war ich besorgt, dass sie aufgewacht war, bevor sie ihren Kopf sanft an meiner Brust rieb. „Du darfst Itachi nicht... töten.“ Geschockt erstarrte ich. Sie schlief noch. „Warum Lay? Warum sollte ich Itachi nach allem, was er mir angetan hat, nicht töten?“ flüsterte ich ihr leise zu und versuchte Antworten zu bekommen. Es war nicht fair was ich tat, ihr Schlafreden, auszunutzen, aber nach all den Jahren konnte ich gar nicht mehr anders als jedem Hinweis nachzugehen. „Er... ist nicht so wie du denkst...“ Nicht so wie ich dachte. Ich stieß ein verächtliches Schnauben aus und löste grob ihren Griff um mich. Davon wurde sie natürlich wach und sah mich verwirrt an. „Sasuke? Was ist los?“ gähnte sie und rieb sich vorsichtig über die Augen. „Hab ich mich im Schlaf an dich gekuschelt? Das tut mir Leid.“ lachte sie verlegen und streckte sich. „Ja. Pass das nächste Mal gefälligst besser auf. Und tu irgendwas gegen dein Schlafreden.“ fauchte ich aus dem Affekt heraus und drehte meinen Rücken zu ihr. „Entschuldigung...“ flüsterte sie leise mit einer Stimme, aus der man deutlich herauszuhören konnte, wie verletzt sie war. Und sofort war wieder dieses nagende Brennen der Schuld in meiner Brust zu spüren. Ich wollte das nicht. Ich hatte das ALLES nicht gewollt. Aber es kam nun mal so, und daran ließ sich jetzt auch nichts mehr ändern. Für eine kurze Weile raschelte sie noch mit ihrer Decke, schien sich ruhelos hin- und herzuwälzen, bevor alles still wurde. Nur ihr gleichmäßiges, tiefes Atmen war noch zu hören. Ich seufzte leise, drehte mich wieder zu ihr und betrachtete sie im Halbdunkel. Ich wusste nicht was sie tat, ich wusste nicht was sie mit mir machte, und ich wusste auch nicht wie das hier ausgehen würde. Ich spürte, dass ich eine Art Verbindung zu Lala aufgebaut hatte, und ich spürte auch, dass sie mich ebenfalls gern hatte, aber... Ich war einfach nicht der Typ der alles nur für ein Mädchen aufgeben würde. Sie schien besonders, aber wahrscheinlich vertat ich mich da wieder. Vermutlich war sie wie jedes andere Mädchen auch. „An ihr ist absolut nichts Besonderes.“ grummelte ich leise vor mich hin und zog die Decke über mir zurecht. „Nichts Besonders. Nichts... Besonders...“ murmelte ich leise vor mir hin. Ich konnte diese Worte so oft ich wollte wiederholen, aber tief in meinem Inneren glaubte ich sie selber nicht. Ich schüttelte entschlossen meinen Kopf und schloss meine Augen. Ich würde mich definitiv nicht von ihr von meiner Mission abbringen lassen. Ich musste Itachi finden und töten. Das war mein einziges Ziel. Lay war nicht mehr, aber auch nicht weniger als eine Hilfe ihn zu finden. Sie würde mich nicht abhalten. Und wenn ich sie eigenhändig umbringen müsste um mein Ziel zu erreichen. Itachi war ein Mörder und Verräter. Und dafür musste er büßen. Und wenn Lala versuchte ihn zu schützen... machte sie das ebenfalls zu einer Verräterin.

    Deine Sicht

    „Sasuke. Sasuke, wach auf. Wir müssen weiter.“ gähnte ich leise als ich sanft an seiner Schulter ruckelte. Ich war verdammt müde – Ich hatte den Rest der Nacht kaum geschlafen. „Noch 5 Minuten.“ antwortete er verschlafen und zog sich die Decke über den Kopf. Ein sanftes Lächeln schlich sich auf mein Gesicht. Es war eine Reaktion, die ein kleines Kind wohl gehabt hätte, aber kein Jugendlicher. „Wir sind Itachi ganz nah auf den Fersen. Du willst ihn doch nicht verpassen, oder?“ meinte ich seufzend und sofort schoss er hoch. Sein Haar stand in alle Richtungen ab und sein Blick schnellte panisch umher. „Guten Morgen Schlafmütze.“ lachte ich und trat aus dem Zelt. Die Sonne strahlte hell durch die Baumwipfel und hatte bereits einen großen Teil der bisher regennassen Erde getrocknet. „Welche Richtung? Wie weit entfernt?“ fragte Sasuke, als er ebenfalls aus dem Zelt kam, ein Stück Brot in der Hand. Wie ich so sah, fiel mir auf: Ich hatte ihn auf der gesamten Reise fast nie essen sehen. Vermutlich plünderte er immer nachts unsere Vorräte. „Nordwesten. Sie haben ihre Richtung geändert. Ein paar Kilometer entfernt, vielleicht 12 oder so.“ schätzte ich und betete inständig, dass Itachi ganz wo anders war. Ich hatte Sasuke schon zu lange angelogen. Denn in Wahrheit bewegten wir uns immer weiter von seinem Bruder weg. „Dann packen wir schnell zusammen und beeilen uns. Dann können wir sie einholen.“ Mit einer mir bisher unbewussten Schnelligkeit warf er unsere Taschen aus dem Zelt, packte es zusammen und hatte alles auf seine Schultern genommen. Und das in weniger als 15 Minuten. „Ja... Lass uns gehen.“
    Die Reise war ein wenig beschwerlicher durch das noch immer feuchte Gras, doch es ging. Es war angenehm, nicht immer trockene Luft zu atmen. Ich erinnerte mich an eine Mission in Sunagakure, wo ich fast gestorben wäre wegen dem Klima, doch wahrscheinlich war das nur in meiner Vorstellung. Vermutlich hatte ich nur überreagiert. Ein leises Kichern entkam mir und fragend drehte sich Sasuke zu mir herum. „Was ist denn los? Was ist so lustig?“ meinte er, doch ich konnte ganz genau sein unterdrücktes Grinsen sehen. „Ich hab mich nur gerade an etwas zurück erinnert. An eine Mission.“ lächelte ich, in der Annahme das Thema wäre abgehackt. Aber weit gefehlt. „Und was genau ist auf dieser Mission passiert?“ fragte er nach und ließ sich ein wenig zurück, an meine Seite fallen. „Ich hab ein großes Problem mit bestimmten Klimaten. Besonders mit heißen, trockenen. Und ich hatte eine Mission ins Sunagakure. Es hatte irgendwas mit dem Kazekage zu tun. Aber ich konnte die Mission kaum ausführen, weil ich halb gestorben wäre. Wegen der Luft. Weil sie so heiß und trocken war.“ erklärte ich. Es kam mir dämlich vor ihm von so etwas zu erzählen, gleichzeitig wusste ich aber, warum ich es tat. Ich hatte in Sasuke einen Freund gefunden. Ich vertraute ihm. Etwas das eigentlich nie vorkam. „Lala...“ ertönte ein leises, tiefes Lachen und wie erstarrt blieben Sasuke und ich stehen. Das konnte nicht wahr sein. Es DURFTE nicht wahr sein. „Itachi.“ flüsterte ich geschockt und drehte mich zu ihm um. Er war allein, und ich konnte auch keine einzige Spur von seinem Partner entdecken. Sasuke verkrampfte sich neben mir, ballte seine Fäuste und ließ seinen Kopf hängen sodass sein Gesicht von seinen Haaren bedeckt wurde. „Sasuke...“ flüsterte ich und versuchte meine Hand auf seine Schulter zu legen, doch er wischte sie ruckartig weg. „Kümmre dich um deine Angelegenheit, damit ich ihn endlich töten kann.“ knurrte er. Und schlagartig wurde mir bewusst, was das bedeutete. Ich hatte es nicht geschafft ihn von seiner Rache abzuhalten. Ich musste mir etwas anderes überlegen. Und zwar schnell. „Komm nur her Lala.“ lächelte Itachi und winkte mich zu sich. Ich wusste über alles Bescheid. Über seine Vergangenheit. Die Abmachung mit dem Hokage. Über seine Flucht. Ich hatte ihn einige Male im Wald getroffen und mich mit ihm unterhalten. Er war Sasuke so ähnlich und doch... waren sie unterschiedlich wie Tag und Nacht. Ich hatte beschlossen und versprochen ihm zu helfen, aber selbst das konnte ich nicht halten. Mit zitternden Knien ging ich auf ihn zu. „Ich habe es nicht geschafft Itachi...“ flüsterte ich leise und stellte mich vor ihn hin. Vorsichtig, als wäre ich eine Porzellanpuppe, legte er seine Hände auf meine Schultern und drückte sanft zu. „Vermutlich soll es so sein. Ich habe dir versprochen, dir mit deiner Krankheit zu helfen, wenn du mir bei meinem Plan hilfst.“ lachte er leise und verwirrt sah ich auf. „Aber ich habe dir nicht bei deinem Plan geholfen! Ich habe versagt!“ rief ich lauter als beabsichtigt. „Was ich dir erzählt habe, war nicht mein Plan. DAS hier war mein Plan. Ich denke es wird Zeit, eine Entscheidung zu treffen.“

    Seine Sicht

    Vermutlich war es ihnen nicht bewusst, aber ich konnte jedes einzelne Wort ihres Gesprächs hören. Und es zerbrach mein Herz. Lala war nur eine widerliche Verräterin. Nicht mehr. Alles was wir zusammen erlebt haben... alles was ich meinte gefühlt zu haben... war eine Lüge. „Ent-Entscheidung?“ fragte sie leise nach. „Entweder sagst du ihm die Wahrheit, aber gibst dafür dein eigenes Leben sodass ich leben kann, oder du lässt mich dich heilen und du wirst ihn davon abhalten Konoha zu zerstören. In beiden Fällen wird er jemanden den er liebt verlieren. Es liegt an dir.“ Das war der Moment, an dem ich zu ihnen rannte. Wahrheit... Welche Wahrheit! „Was läuft hier eigentlich! Du... du bist eine Verräterin!“ schrie ich auf und bevor ich mich kontrollieren konnte, hatte ich Lala auch schon eine Ohrfeige verpasst. Ihre Lippen waren fest zusammengepresst, und Tränen begannen in ihren Augen aufzuwellen, doch ihre Lippen waren zu einem verständnisvollen Lächeln verzogen. „Ich weiß... Ich weiß... Ich weiß.“ flüsterte sie und senkte ihren Blick. „Lala, ich... Es tut mir Leid...“ murmelte ich geschockt und starrte auf meine Hand. Ich hatte sie geschlagen. Sie, die mich als einzige verstand. Sie, die mich als einzige unterstützt hatte, auch wenn es nur Täuschung war. Sie, die... die mir mehr als alles andere bedeutete. „Ich werde dir die Entscheidung wohl abnehmen müssen, Lala. Aber versprich mir, ihm die Wahrheit zu sagen.“ seufzte Itachi, presste seinen Zeigefinger gegen ihre Stirn, so wie er es bei mir immer getan hatte, bevor er mit einem friedlichen Lächeln zu Boden sank. „Lala, was...“ stotterte ich, doch auch sie war auf dem Boden zusammengebrochen, wenn auch weinend. „Er... Er hat sich für mich geopfert!“ schluchzte sie und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen. „Geopfert?“ hakte ich vorsichtig nach und setzte mich neben sie. Sie schluchzte noch einmal, dann wischte sie mit einem Tuch über ihr Gesicht. „Er... Nein, ich muss bei mir beginnen.“ Sie nahm einen tiefen Atemzug und schlang dann ihre Arme um ihre Knie. „Ich wurde mit einem besonderen Kekkei Genkai geboren. Keiner wusste, woher es kam, denn es schien auch nie zuvor in unserem Clan vorgekommen zu sein. Jedenfalls war ich in der Lage, meinen Gegnern allein durch meine Gedanken Schmerzen zuzufügen und konnte sogar kurze Zeitabschnitte in die Zukunft sehen. Dabei wurden meine Augäpfel komplett schwarz und weiß glühende Verzierungen tauchten auf meinem Körper auf. Anfangs war es ganz lustig, bevor ich nach jeder Anwendung immer schwächer wurde. Anfangs war es wirklich nur Schwäche, bevor ich immer häufiger ohnmächtig wurde. Irgendwann machten sich meine Eltern so große Sorgen, dass sie nach einem Heiler schicken ließen. Dann kam heraus, dass mein Kekkei Genkai nicht nur enorm viel Chakra, sondern auch Lebenskraft benötigt, die sich im Gegensatz zum Chakra nicht regeneriert. Es wurde gesagt, dass ich anfälliger für Krankheiten bin, und auch, dass ich ziemlich früh sterben werde, da ich es als Kind so oft angewendet habe.“ erklärte sie leise und starrte abwesend vor sich hin. Das erklärte wenigstens, warum sie mir damals nicht beweisen konnte, dass sie stärker war als ich. „Und was hat das mit Itachi zu tun?“ fragte ich nach und ahmte ihre Haltung nach. Es hieß, dass man automatisch mehr Vertrauen zu der nachahmenden Person fasst. „Da ich bei Tsunade aufgewachsen bin, hatte ich immer Zugang zu jeglichen Schriften. Und eines Tages bin ich auf eine besondere gestoßen. Sie enthielt die Mission für deinen Bruder, euren Clan auszulöschen. Es dauerte eine Weile, bis ich wirklich verstand, aber als es dann Klick gemacht hatte, war ich entschlossen ihn zu finden. Was irgendwann auch geschah. Ich konfrontierte ihn sofort mit meinem Wissen, aber er wusste warum auch immer über meine Krankheit Bescheid. Und ich über seine. Er hat mich um einen Gefallen gebeten, was darin endete, dass er mich heilen würde, wenn ich ihm mit seinem Plan helfen würde. Damals erzählte er mir, dass es nur meine Aufgabe wäre, dich von deiner Rache abzuhalten, aber in Wahrheit... sollte genau das hier geschehen.“ schluckte sie und starrte auf die Leiche meines Bruders. Sie wusste die ganze Zeit Bescheid. Sie hat die ganze Zeit versucht, mich von meiner Rache abzuhalten. Weil Itachi unschuldig war. Nicht er war der Mörder meines Clans... Sondern Konoha.

    Deine Sicht

    Ich hatte ihm endlich die Wahrheit gesagt. Die GANZE Wahrheit. Langsam warf ich einen Blick auf ihn. Abwesend starrte er auf seinen Bruder. „Sasuke... Was wirst du jetzt tun?“ fragte ich leise und wischte über meine Augen. Es brachte nichts, zu weinen. „Ich... Ich... Ich weiß es nicht.“ Seine Antwort überraschte mich. Ich hatte erwartet, dass er nur das Opfer seiner Rache ändern würde, und nicht seine ganzen Pläne. Es lag eigentlich nicht in seiner Natur, unentschieden zu sein. „Was meinst du damit? Ich dachte...“ „Ich weiß es wirklich nicht Lala. Einerseits möchte ich meinen Bruder rächen. All díe Jahre habe ich ihn gehasst und gejagt, weil ich dachte, dass er Schuld an dem Tod meines Clans hat, obwohl es ganz Konoha war. Aber andererseits... wollte er nicht, dass ich meine Rache ausübe. Und auch du... du hast mich all die Wochen begleitet, um mich von meiner Rache abzuhalten. Ich weiß nicht mehr, was richtig und was falsch ist.“ seufzte er und pflückte ein Gänseblümchen, das zwischen uns stand. „Was würdest du mir raten?“ fragte er und steckte vorsichtig die Blume hinter mein Ohr. Eine Handlung, die mich unwillkürlich erröten ließ. „Ich kann mich in deine Lage nur schlecht hineinversetzen.“ murmelte ich und zupfte an ein paar Grashalmen. „Dein Clan wurde doch durch die Explosion vermutlich auch ausgelöscht! Hast du NIE an Rache gedacht!“ rief er und sofort zuckte ich zusammen. Ich hatte keine Ahnung. Ich wusste nicht, wer die Explosion verursacht hatte, oder ob irgendjemand noch am Leben war. Aber eines wusste ich sicher. „Sie müssen ihre Gründe gehabt haben. Und auch wenn ich für eine kurze Zeit alles angezweifelt habe, wollte ich mich nie rächen. Rache bringt nichts außer Verzweiflung. Und selbst wenn du Itachi rächst... Du würdest anderen nur den gleichen Schmerz zufügen, den du selbst ertragen musstest.“ meinte ich und schloss meine Augen. „Ich weiß, dass das kein wirklicher Grund ist... aber es ist eine Entschuldigung sich gegen seinen Verstand aufzulehnen.“ flüsterte ich und griff nach seiner Hand. Er zog sie nicht zurück, und das beruhigte mich. „Ich... was ist, wenn ich den Hass in mir nicht mehr kontrollieren kann? Und... etwas einfach in mir zerbricht? Was dann?“ fragte er zögernd und verschränkte seine Finger mit meinen. „Dann werde ich da sein. Ich verspreche es.“ antwortete ich lächelnd und drückte beruhigend seine Hand. Wir würden es schaffen. Da war ich mir sicher. „Aber... wir sollten Itachi das Begräbnis bereiten, das er verdient hat.“ meinte ich und erhob mich. Wenn ich Glück hatte, konnte ich mit dem bisschen Doton das ich beherrschen konnte, ein Grab ausheben. „Wie wäre es, wenn du ein paar Blumen pflückst?“ schlug ich Sasuke leise vor, der sofort damit anfing. Es war seltsam. Wie als wären unsere Rollen vertauscht. Langsam formte ich die nötigen Fingerzeichen und stieß ein erleichtertes Seufzen aus, als sich ein Batzen Erde erhob und neben dem Loch zu Boden fiel. Mit vorsichtigen Bewegungen und der Hilfe von Sasuke senkten wir Itachis Körper in das Loch herab, dann legte er einen kleinen Blumenstrauß auf seine Brust und trat zurück. „Leb wohl, Itachi.“ flüsterte ich, atmete tief durch und ließ den Haufen Erde auf seine Leiche fallen. „Wir sollten die Stelle irgendwie markieren.“ murmelte ich leise und sah mich um. Das einzige das zur Verfügung stand, waren große, schneeweiße Steine. „Hilfst du mir kurz?“ fragte ich und mit einem zaghaften Nicken bejahte Sasuke. Gemeinsam trugen wir den größten Stein zum Grab und legten in ans Kopfende. „Wir werden jeden Tag wiederkommen, das verspreche ich Itachi. Und ich werde auf Sasuke aufpassen.“ flüsterte ich, legte meine Hand kurz auf den Stein und sah dann zu Sasuke. „Es wird Zeit nach Hause zu gehen. Wenigstens kurz.“ meinte ich und legte ihm eine Hand auf die Schulter, bevor ich lächelte. „Versprich mir, dass es nur kurz sein wird.“ flüsterte er und zog mich in eine unerwartete Umarmung. Er war warm, und ich spürte, wie sein Herz ununterbrochen in seiner Brust donnerte. Als wollte es ihm entkommen. Als hätte er Angst. „Ich verspreche es.“

    3
    4 Jahre später

    Seine Sicht

    4 ganze Jahre hatte ich es noch in Konoha ausgehalten. Und es fühlte sich an, als wäre ich nie weg gewesen. Ich hatte Tsunade sofort erzählt, dass ich über alles Bescheid wusste. Und durfte bleiben. Es war eine seltsame Situation. Alle waren... besorgt und freundlich zu mir gewesen, als wäre ich ein verletzliches Püppchen. Die Einzige, die sich nicht verändert hatte, war Lala. Sie stand mir noch immer zur Seite, doch die Gelegenheiten, an denen wir einfach nur reden konnten, ließen nach. Schließlich waren wir beide Ninjas, und mussten daher auch Missionen erfüllten. Manchmal sah ich sie sogar Tage lang nicht. Und das waren die Tage, an denen ich fast meinen Verstand verlor. Es war ein neues Gefühl, dass sie mit sich gebracht hatte, und doch war es mir nicht fremd. Nicht ganz. Es war ungewohnt, doch ich konnte es wenigstens benennen. Liebe. Ich liebte Lala. Sie war mein Fels in der Brandung. Sie war mein Licht in der Dunkelheit. Sie war die Liebe in meiner hasserfüllten Welt.

    „Sasuke?“ fragte sie leise, die Augen noch immer geschlossen, und noch immer auf der Wiese liegend. „Ja?“ antwortete ich und rollte mich zu ihr. Momente wie diese waren selten geworden und ich genoss sie immer mehr. „Komm mit mir zu meinem alten Dorf.“ Ihre Bitte erstaunte mich. In all der Zeit hatte sie nie wieder von ihrer Vergangenheit gesprochen, geschweige auch nur die Absicht gezeigt, es zu besuchen. „Bist du dir sicher? Es könnte-“ „Alles nicht mehr da sein. Ich weiß. Aber diese Ungewissheit macht mich verrückt. Wenn meine Familie noch lebt, will ich sie unbedingt wiedersehen, wenn nicht... Dann kann ich wenigstens um sie trauern.“ flüsterte sie und warf mir ein trauriges Lächeln zu. Ich konnte sie verstehen. Ungewissheit konnte einen von innen auffressen. Das wusste ich wohl besser als jeder andere. „Ich komme mit dir. All die Zeit warst du für mich da – Es ist an der Zeit für mich, für dich da zu sein.“ meinte ich und griff nach ihrer Hand. Jedes Mal wenn ich sie auch nur berührte oder sogar ansah, ging ein Kribbeln durch meinen gesamten Körper. Doch sie schien nicht ein einziges Mal etwas davon gemerkt zu haben. „Können wir gleich losgehen?“ fragte sie zögerlich und wandte mir ihr Gesicht zu. „Sollten wir nicht lieber erst ein paar alte Karten studieren um den Weg zu finden?“ fragte ich verwirrt, doch sie schüttelte nur den Kopf. „Ich habe den Weg noch immer fest in meinem Gedächtnis verankert.“ lächelte sie und zog mich mit sich hoch. Eine sanfte Brise umstrich unser Gesicht und ich war froh, dass es dieses Jahr noch Anfang Herbst so warm war. „Bereit?“ fragte sie und strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Bereit.“ lachte ich und gemeinsam rannten wir los. Wir liefen ziemlich lange, und als sie endlich zu einem Halt kam, begann es in der Ferne bereits zu dämmern. Und wir waren am Mittag losgelaufen. „Sasuke, kannst du bitte meine Hand nehmen? Wir müssen noch ein Stückchen laufen.“ flüsterte sie und ich konnte sehen, wie ihre Wangen zartrosa anliefen. „Sicher.“ lächelte ich sanft, griff ihre Hand und sanft zog sie mich weiter. Mittlerweile hatte ich keine Ahnung wo wir waren. Oder wie weit es tatsächlich noch war. Doch das war mir egal. Alles was zählte war, dass ich Lala auf dieser schwierigen Reise begleiten und unterstützen konnte. „Ich... Ich denke wir sind da...“

    Deine Sicht

    „Ich... Ich glaube wir sind da...“ flüsterte ich und starrte geschockt auf das Bild das sich vor meinen Augen bot. Es war nichts mehr da. Keine Menschen, keine Häuser, gar nichts. Nur eine riesige Blumenwiese stand mutterseelenallein da, und entließ ihren Duft in die Luft. „Lala... Es tut mir Leid...“ flüsterte Sasuke neben mir und drückte meine Hand. Vorsichtig machte ich mich los und lief weiter in die Blumen. Mein Dorf... Meine Heimat... Meine Familie... war fort. „Ich hätte es wissen müssen.“ murmelte ich und ließ meinen Tränen freien Lauf. Ich hatte jeden Grund, meine Emotionen zu zeigen. Ich wusste nicht einmal, warum ich mir überhaupt Hoffnungen gemacht hatte. „Ich bin so dumm!“ lachte ich auf und ließ mich auf meine Knie fallen. Es war einfach alles zerstört. Meine alte Heimat. Meine neue Heimat. Und zu allem Übel hatte ich mich in den Mann verliebt, den ich partout nicht bekommen würde. „Lala...“ Die Blumen raschelten, als Sasuke auf mich zutrat und sich neben mich kniete. „Warum bin ich nur so dumm gewesen?“ flüsterte ich und krallte meine Finger in die Erde. „Du bist und warst auch nicht dumm. Du warst menschlich.“ seufzte er und versuchte seinen Arm um meine Schulter zu legen, den ich gewaltsam wegschlug. „Ich BIN dumm. Ich habe geglaubt, dass mein Dorf nach zwei Explosionen noch stehen würde. Dass meine Familie nach all den Jahren noch hier wäre. Verdammt, ich hab sogar geglaubt, dass sich nach vier verdammten Jahren, etwas aus uns beiden entwickeln würde!“ schrie ich auf: Für ein paar Sekunden blieb es still, bevor ich meine Worte realisierte. „Du hattest gehofft, dass aus uns was wird?“ fragte Sasuke geschockt nach und drehte mich vorsichtig zu sich. Mein Gesicht war mittlerweile tränenüberströmt und meine Haare waren eine einzige Katastrophe. „Ja. JA! Ich... liebe dich, Uchiha Sasuke.“ schluchzte ich. Jetzt war alles aus. Er würde aufstehen und einfach gehen. Für Liebe war in seinem Leben noch nie Platz gewesen. „Sieh mich an Lala.“ flüsterte er leise und hob mein Kinn an. Seine Augen waren ungewohnt gütig. „Du warst da, als ich vollkommen allein war. Du hast mich angenommen wie ich war. Du hast... mich verstanden. Und in diesen „verdammten“ vier Jahren habe ich gemerkt, dass ich mehr von dir will und brauche als nur bloße Freundschaft. Aber ich hatte Angst. Angst, dass du mich ablehnen würdest. Weil du etwas Besseres als mich verdient hast. Weil ich bloß ein gebrochenes Wrack bin. Aber durch deine eigene Dummheit, die ich auch über alles liebe, hast du uns den Weg geebnet.“ lachte er und zog mich in seine Arme. Mit weit aufgerissenen Augen erstarrte mein Körper. Er... liebte mich? Von allen Menschen... liebte er mich? „Sasuke.“ flüsterte ich, kuschelte mein Gesicht in seine Brust und ließ meine Tränen weiterlaufen. Doch dieses Mal waren es Freudentränen. „Danke.“ flüsterte ich sanft und sah zu ihm auf. Seine Lippen waren zu einem Lächeln verzogen. „Ich danke dir.“ lachte er leise und drückte seine Lippen auf meine. Es war egal, dass mein Dorf nicht mehr existierte. Um meine verschwundene Familie konnte ich trauern. Ich hatte in Konoha eine neue Heimat gefunden. Gemeinsam mit Sasuke. Sasuke war meine neue Familie. Und vielleicht würden wir in ein paar Jahren tatsächlich eine richtige Familie sein. Wer weiß?

Kommentare (1)

autorenew

Yoko (72246)
vor 600 Tagen
Am Schluss hab ich fast geweint weil es so schön war... *-*