Über alle Grenzen hinweg (Eine Eyeless Jack Lovestory) Kapitel 6

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
1 Kapitel - 2.001 Wörter - Erstellt von: Muse of Moonlight - Aktualisiert am: 2016-02-16 - Entwickelt am: - 618 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Träume sind etwas Schönes. Oder etwa nicht?

    1
    KAPITEL 6

    Durch die schwere Holztür der Kirche konnte ich bereits die Einzugsmusik hören. Nervös sah ich zu meinem Vater herüber der mir liebevoll zu nickte. Ich hakte meinen Arm bei seinem unter, und mit unsicheren Schritten traten wir durch die Tür in den Altarraum. Alle Gäste standen auf, einige stießen ein leises „Aw.“ aus, andere flüsterten, was für ein wundervoller Tag es für mich doch wäre. Mit einem sanften Lächeln sah ich nach vorne, doch mein Bräutigam hatte mir den Rücken zugedreht. Ich umklammerte meinen Brautstrauß stärker, und es fühlte sich mittlerweile so an als ob mein Herz explodieren würde. Es war meine Hochzeit. Und ich würde den Mann meiner Träume heiraten. Den Mann den ich liebe. Mein Vater drückte mir noch einen sanften Kuss auf die Stirn bevor er mich bei meinem Bräutigam „abgab“ und auf seinen Platz ging. Bereits jetzt schon traten Tränen des Glücks in meine Augen, doch als mein Bräutigam sich lächelnd zu mir drehte, wurden es Tränen des Schocks und der Trauer. Es war nicht Jack. Es war Luke. „Hallo Liebling.“ lächelte er und griff nach meiner Hand. Unfähig zu begreifen was vor sich ging, war ich wie erstarrt, doch die Trauung begann dennoch. „Ja, ich will.“ ertönte es auf einmal von ihm und ich wurde noch nervöser, als alle Blicke auf mich gerichtet waren. „Liebling... Dein Zug. Es sind nur 3 einfache Worte.“ flüsterte Luke und drückte meine Hand. Ich drehte mich zu den Gästen um und sah, wie absolut alle mich geschockt und/oder ungeduldig ansahen. Tief in meinem Herzen spürte ich, dass es falsch war. Mein Herz gehörte jemand anderem, doch es gab einfach keine Zukunft. Tränen liefen meine Wangen herunter als ich mich wieder zum Priester drehte und meinen Mund öffnete. „Ja, ich will.“ flüsterte ich leise. „Sie dürfen die Braut nun küssen.“ meinte der Priester lächelnd. Sein Gesicht kam immer näher, doch kurz bevor seine Lippen meine berührten, begann ich zu schreien.

    „NEIN!“ schrie ich und wachte vollkommen verschwitzt auf. Mein Handy zeigte erst 2:43 Uhr an. Hoffnungsvoll ließ ich meinen Blick durch mein Zimmer streifen, auf der Suche nach auch nur einem Anzeichen für Jack, doch alles war still. Mein Kopf sank zurück in mein Kissen und Tränen begannen in meinen Augen aufzuwellen. Ich rollte mich auf die andere Seite und starrte in die Dunkelheit meines Zimmers. Mein Gesicht verzog sich zu einer Grimasse der Trauer und die wenigen, zarten Tränen die vorher über meine Wangen liefen, wurden zu Wasserfällen. Kurz darauf war mein Kissen komplett durchtränkt mit Schweiß und Tränen und angewidert richtete ich mich auf. In meinem Kopf formte sich eine Idee und ich wusste, dass das lebensmüde war, doch ich konnte einfach nicht anders. Mit zitternden Knien stand ich von meinem warmen und sicheren Bett auf, zog mir eine gefütterte Strumpfhose, ein dickes Wollkleid und Wollsocken an und ging dann nach unten. In der Dunkelheit des Flurs schlüpfte ich in meine Stiefel und meinen Mantel, schnappte mir meinen Schlüssel und verließ dann das Haus. Eiskalte Luft schlug mir entgegen und ich begann zu frösteln, doch ich ignorierte die Kälte und stapfte in den Wald. Mit jedem Schritt den ich machte, wuchs das Bedürfnis einfach wieder umzudrehen, doch ich konnte nicht. Was war es nur was mich zurückhielt? Was hielt mich zurück, einfach wieder ein normales Leben zu führen? Doch tief in meinem Herzen wusste ich bereits die Antwort. Es war ganz einfach er. Das Monster das eigentlich nicht existieren sollte. Der Dämon der mir nach nur 2 Nächten mein Herz geraubt hatte. „Jack!“ schrie ich zwischen den Bäumen hindurch, in der Hoffnung eine Antwort zu erhalten. Wo sollte er sonst sein, wenn nicht im Wald hinter meinem Haus? „JACK!“ Meine Stimme wurde lauter und Verzweiflung begann sich hinein zu mischen. Immer weiter ging ich in den Wald. Was wenn er nicht hier war? Was wenn er schon lange die Stadt verlassen hatte? „JACK! BITTE!“ schrie ich nun unter Tränen und wischte mir störrisch über die Augen. Auf keinen Fall würde ich ihn nur wegen meiner Heulerei vielleicht verpassen. „Bitte...“ flüsterte ich und stützte mich gegen einen Baum. Ein Ast knackte hinter mir und hoffnungsvoll drehte ich mich um, nur um mich Angesicht zu Angesicht mit einem mir unbekannten Mann zu finden. Er war groß, ziemlich gut gebaut, hatte dunkelblonde Haare und strahlend blaue Augen. „Was macht ein hübsches Mädchen wie du ganz alleine hier im Wald?“ fragte er und hauchte mir seinen alkoholverseuchten Atem ins Gesicht. Er war komplett blau. „Ich treffe mich hier mit meinem Freund.“ stotterte ich und trat vorsichtig einen Schritt nach hinten. Seine Hand schnellte vor, packte mich am Arm und versuchte, mich in seine Arme zu ziehen. „Warum lässt du deinen Freund nicht im Stich und kommst stattdessen mit mir?“ Der Mann begann zu lallen und nur allzu deutlich konnte ich seinen Blick auf mir spüren. „Lieber nicht, trotzdem danke.“ meinte ich leise und versuchte mich aus seinem Griff zu lösen. „Aber Süße!“ protestierte er und schaffte es endlich mich an sich zu ziehen. Ich rümpfte meine Nase aufgrund seines Gestanks und wand mich nun noch mehr in seinen Armen. „Lass uns etwas Zeit verbringen.“ hauchte er wieder und bewegte sein Gesicht langsam auf meines zu. Mein Herz schlug immer schneller vor Panik und vielleicht aus Angst, vielleicht wegen einem Adrenalinschub, schaffte ich es, im dorthin zu treten wo die Sonne nicht scheint. Er fiel auf seine Knie, die Hände hilflos an seinem Schritt. So schnell mich meine Beine tragen konnten rannte ich den Weg wieder zurück, fummelte kurz mit dem Schlüssel an der Haustür und schlug sie dann hinter mir zu. Mein Herz klopfte in meiner Brust wie verrückt und mein Brustkorb hob und senkte sich stetig. Auch mein Atem war mittlerweile mehr ein Keuchen. Erleichtert ließ ich den Mantel über meine Schulter rutschen, stieß meine Schuhe nachlässig von meinen Füßen und ging, immer noch mit zitternden Knien, nach oben in mein Bett. Ich bemühte mich nicht einmal mich umzuziehen, sondern legte mich einfach hin, und war fast sofort eingeschlafen. Doch auch diese Schlafphase brachte einen unangenehmen Traum mit sich.

    „Ich kann nicht fassen dass es sie tatsächlich gibt.“ staunte Muse angesichts des Zeitungsartikels. 'Berühmter „Nierendieb“ gefasst und als „Creepypasta“ identifiziert'. Diese Schlagzeile war fast überall zu lesen. Man hatte Jack gefangen. Und ich war Schuld. Ich war diejenige die ihn verraten hatte, und das nur weil sein Geheimnis meinen Lippen entflohen war. Mein Mund öffnete sich zu einem Seufzen als es erneut an der Tür klingelte und mit schlurfenden Schritten stand ich auf um sie zu öffnen. „Ich bin der ermittelnde Officer im Fall von „Eyeless Jack“. Er hat gebeten sie noch ein letztes Mal zu sehen.“ meinte der Mann sofort kaum dass er mich erblickt hatte. Mein Herz blieb für einen kurzen Moment stehen und Schweiß brach auf meiner Stirn aus. Ein... letztes Mal? „Er wird hingerichtet. Das hat man ihnen doch sicherlich mitgeteilt?“ fragte er verwirrt als er meinen Gesichtsausdruck sah und geschockt schüttelte ich meinen Kopf. „Na dann... Es war sein letzter Wunsch. Er hat nichts anderes verlangt als sie noch ein letztes Mal zu sehen. Wenn ich also bitten darf.“ Ich nickte mit Tränen in den Augen, schlüpfte schnell in meine Schuhe und eine Jacke und stieg zum Officer ins Auto. Wir fuhren eine ganze Weile, schließlich mussten wir ans andere Ende der Stadt und mit jeder Minute die verstrich, wurde mein Herz schwerer. Ich hatte das nicht gewollt. Wie denn auch? Als wir endlich am Hochsicherheitsgefängnis angekommen waren, sprach der Officer kurz mit einem Mann im Anzug der nickte, und uns dann ins Innere führte. Wir kamen an einigen verschiedenen Türen vorbei, bis er die letzte aufschloss und uns hinein leitete. In eine Sicherheitsjacke gewickelt saß Jack am Tisch, den Kopf nach unten hängend. Doch sein Kopf schoss sofort hoch als wir eintraten. Seine Lippen verzogen sich zu etwas was man als Lächeln hätte deuten können als sich seine leeren Augenhöhlen auf mich richteten und sofort schossen wieder Tränen in meine Augen. „Ich bitte darum mit ihm alleine zu reden.“ flüsterte ich und sah zu den beiden Männern auf. „Eigentlich ist das verboten...“ murmelte der Mann im Anzug und kratzte sich am Hinterkopf. „Wir machen verdammt noch mal eine Ausnahme! Schließlich haben wir wegen diesem Mädchen dieses Monster erst fangen können!“ rief der Officer aufgebracht und ich zuckte zusammen als er das Wort Monster aussprach. „Na schön. Ihr habt 10 Minuten.“ seufzte der Anzugträger uns schloss hinter ihm und dem Officer die Tür. „Bist du froh dass ich Monster endlich hinter Gittern sitze?“ fragte Jack leise und setzte sich auf. „Ich wollte das nicht. Ich hab das NIE gewollt. Es war ein Versehen.“ flüsterte ich und ließ meinen Tränen freien Lauf. Jack seufzte und legte seinen Kopf in den Nacken, den Blick immer noch auf mich gerichtet. „Ich weiß. Ich... weiß dass du so etwas niemals mit Absicht gemacht hättest.“ Sein Gesicht verzog sich zu einer seltsamen Grimasse, doch seine Lippen waren immer noch zu einem Lächeln verzogen. „Du... hättest dir alles wünschen können.“ fing ich an, das heikle Thema einfach ansprechend. „Ich weiß. Ich hätte mir bestimmt sogar eine letzte menschliche Niere wünschen können, aber ich bezweifle, dass ich die bekommen hätte.“ lachte er und kreiste seinen Kopf um seinem Nacken Entspannung zu verschaffen. „Warum war es dann dein Wunsch mich noch einmal zu sehen? Warum ausgerechnet mich? Mich, die dich verraten hat!“ rief ich, unfähig zu verstehen. „Ich wollte dir in die Augen sehen. Ich wollte dir in die Augen schauen um zu sehen ob du mich absichtlich und ohne Reue verraten hast.“ Er machte eine kurze Pause, ließ seine Schultern knacksen und sprach weiter. „Aber das hast du nicht. Warum? Warum hast du mich weiterhin gedeckt?“ Es herrschte eine Weile Stille und ich suchte verzweifelt nach den richtigen Worten. „Ich konnte es einfach nicht. Weil ich-“ „Die Zeit ist rum!“ rief der Anzugträger als er die Tür aufriss. „Komm jetzt mit, er muss zu seiner Hinrichtung.“ meinte er und zerrte an meinem Arm. „Ich liebe dich.“ kam es leise von Jack. Geschockt drehte ich mich zu ihm um, mein Mund ganz leicht geöffnet. „Deshalb wollte ich dich noch ein letztes Mal sehen.“ flüsterte er und wehrte sich nicht als zwei Wachmänner hereinkamen und ihn an den Schultern packten. „Und ich habe dich gedeckt weil ich dich liebe.“ flüsterte ich zurück und spürte, wie immer mehr Tränen meine Wangen herunter liefen. Jack wurde an mir vorbei geführt und für einen kurzen Moment kämpfte er sich frei, presste seine Lippen auf meine und ließ sich dann wieder packen. „Du hast es geschafft Emotionen in meinem starren Herzen zu erzeugen.“ Die Wachmänner führten ihn aus dem Raum und mit einem traurigen Lächeln sah ich ihm hinterher. Er konnte lieben. Und das ausgerechnet mich.

Kommentare Seite 0 von 0
Klicke hier um ein Kommentar zu schreiben - Wenn du Mitglied bei testedich bist logge dich bitte hier ein
Noch keine Kommentare.

Sie haben die Möglichkeit den Text zu gestalten.
((bold))Fett((ebold)) ((cur))Kursiv((ecur)) ((unli))Unterstrichen((eunli))
((big))groß((ebig)) ((small))klein((esmall))
((green))grün((egreen)) ((maroon))dunkelrot((emaroon)) ((olive))graugrün((eolive)) ((navy))marineblau((enavy)) ((purple))violett((epurple)) ((teal))teal((eteal)) ((gray))grau((egray)) ((red))rot((ered)) ((blue))blau((eblue)) ((fuchsia))fuchsia((efuchsia))
Bitte beachten Sie, dass Sie immer beide Codes, z.B. ((bold)) hier der Text der fett sein soll ((ebold)), gebrauchen, mit dazwischen den Text.