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Naruto - Des Lichtes Schattenseiten

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4 Kapitel - 8.722 Wörter - Erstellt von: Hino Kuraiko - Aktualisiert am: 2016-02-03 - Entwickelt am: - 1.024 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Vor weniger als einem Jahr, habe ich an einem Wettbewerb teilgenommen, bei dem das Thema "Helden" gewesen ist.
Ich habe die Geschichte ziemlich vergessen gehabt, nun aber wiedergefunden und mir gedacht, ich kann sie genauso gut online stellen.

Wie bereits erwähnt ist das Thema, die Anzahl der Wörter usw. vorgeschrieben gewesen und ich habe mich für eine postapokalyptische Narutowelt entschieden, in der "Liz" an der Seite von Kakashi gegen das zu Fleisch gewordene und absolut schiefgelaufene Mugen Tsukuyomi von Obito kämpft. Zu Anfang ist sie die Einzige, die sich an die Realität erinnern kann und sieht sich dem Kampf ihres Lebens entgegen.

Alle Credits für Story und Bilder gehen natürlich an die Macher von Naruto (Manga und Anime).

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    Helden. Was macht einen Helden aus? Diese eine Frage stelle ich mir schon seitdem das Jutsu, das Obito Uchiha damals mithilfe des Juubi erschaffen hat
    Helden. Was macht einen Helden aus? Diese eine Frage stelle ich mir schon seitdem das Jutsu, das Obito Uchiha damals mithilfe des Juubi erschaffen hat, außer Kontrolle geraten ist. In einer einzigen Welle hat es die Welt, wie wir sie gekannt haben, komplett umgedreht und zu aller erst seinen eigenen Schöpfer dabei getötet. Auch viele andere sind damals gestorben, mehr noch, als ich zu wissen behaupte und die Vergangenheit ist Zeuge davon … oder sollte es zumindest sein.
    Ich könnte auch von mir erzählen, von dem Leben, das ich vor Tag X geführt habe, aber all das ist schon lange nicht mehr von Bedeutung, schon seit einer einzigen Erinnerung nicht mehr.
    Ob ein kurzer Augenblick einen Menschen verändern kann? Ja, ich habe es erlebt. Es hat nur das Bild einer Mutter benötigt, die ihren eigenen Sohn vergisst, als er vor ihren Augen in Nebel verschwindet, um mir meinen Weg des Ninjas zu offenbaren.
    Mein Name ist Liz und meine Mission heißt Wahrheit.
    Endlich ist der Schmerz verklungen und ich schaue auf in das leere Himmelszelt.
    Die Sonne kennt fast niemand mehr. Sie ist nur noch der Mythos eines Hirngespinsts, in dem die Leute unserer Shinobiwelt nebeneinander existieren, gezwungen friedlich, ohne der Fähigkeit wirklich zu hinterfragen. Am Tag, eingehüllt in eine immer wiederkehrende Dämmerung, leben die Menschen vor sich hin. Sie essen und trinken, sie schlafen und arbeiten, fast so als wäre nichts passiert in den letzten Jahren, als hätte es keine Kriege gegeben, kein Leid und keine Zerstörung. Sie erinnern sich nicht mehr an die Schlacht gegen Akatsuki, an den Aufmarsch der Untoten und an den Kampf zwischen Naruto Uzumaki und dem buchstäblichen Schicksal unserer Existenz.
    Naruto ist gefallen, Sasuke an seiner Seite und Sakura bei dem Versuch, die beiden zu retten, alle drei Helden, die alles und mehr für ihr Dorf gegeben haben.
    Und dieses Dorf hat sie einfach vergessen.
    Wenn man Frieden bewahrt, wer braucht dann schon Helden, die sich gegen die Dunkelheit stellen? Dieses Jutsu verfolgt seine eigenen, perfiden Ideale einer perfekten Zivilisation.
    Schade nur, dass jedes System einen Virus hat und in unserem Fall bin ich das. Ich bin die Ausnahme, die Kunoichi, die ihre Erinnerung behalten hat, die Frau, welche die Puzzelteile wieder zusammen führt. Das ist es, was ich mir einreden muss, immer und immer wieder, um nicht zurück in die Schatten anderer zu verschwinden, in denen ich mich früher versteckt habe.
    Leise Schritte halten auf mich zu. Im Schutz unseres neuen, aber bereits verklingenden Tages mache ich mir keine Sorgen, dass man mir gefährlich werden könnte. Nur im Mondlicht sieht sein Schöpfer, was auf den Wegen und Plätzen seines unterworfenen Imperiums geschieht und welche Feinde es aus seinem System zu tilgen gilt.
    Langsam stehe ich auf, lasse den Blick noch ein letztes Mal über die Häuser und Gassen von Konoha schweifen und trete auf dem Steinkopf des Yondaime Hokagen zurück. An dieser Stelle hätte ich früher immer eine Hand auf meiner Schulter gespürt, die sich seit kurzem aber um meine Taille schlingt. Ich lächle, als ich aufschaue und Kakashi Hatake entdecke, den einzigen Mann, den ich in dieser Haltung bei mir spüren möchte.
    Ich hebe eine Hand und fädle den Zeigefinger in die beiden Stoffe seiner Maske ein, um sie hinunter zu ziehen. Gleichzeitig beugt sich der Kopierninja leicht zu mir hinunter, um mich zu küssen. Nur zärtlich streifen seine Lippen die meinen und lösen sich bereits wieder, bevor ich auch nur daran denken kann, eine gewisse Glut in Feuer zu verwandeln und in unserer Berührung zu entflammen.
    „Was war das denn?“, lache ich leise, aber neckisch und ziehe die Masken zurück an ihren Platz. „Du warst den ganzen Tag über fort, der Mond bricht an und mehr willst du mir nicht geben?“
    Kakashi blickt mir tief in die Augen. An seinem Blick erkenne ich den Hauch des Senseis, der ihn nie ganz verlassen hat, obwohl das Shinobidasein für ihn und jeden anderen in dieser verdrehten Zivilisation nun nicht mehr greifbar ist. „Ich habe an unseren ersten Kuss gedacht, als du mir meine Erinnerungen zurück gegeben hast“, sagt er dann und plötzlich sehe ich neben Liebe auch Schmerz.
    Sofort beginnt mein Arm erneut zu brennen und ich starre auf die schwarze Symbolik, welche sich in einer fast vollständigen flammenden Spirale vom Handgelenk ausgehend mein Glied hinauf zieht.
    „Du hast einen weiteren Wächter getötet, während ich mich mit Gaara getroffen habe“, erkennt Kakashi nun und fährt über den neusten Feuerranken, der schwungvoll meinen Ellbogen einfasst. Ich nicke, es zu leugnen wäre ohnehin sinnlos. „Jetzt sind es nur noch zwei“, sage ich stattdessen, fast schon mit bitterem Stolz und erspähe die ersten silbernen Flächen an Mondlicht dort, wo früher einmal das Morgenrot am Horizont gethront hat. Ohne dass ich etwas dagegen tun könnte, beschleunigt sich mein Puls.
    Die Menschen haben ihre gewaltgetränkte Geschichte vielleicht vergessen; sie haben verlernt, wie es sich anfühlt in Rage oder Wut zu geraten und sind auch nicht mehr im Stande, aus tiefstem Herzen zu hassen. Doch einen Wolf zu einem Hund umzuerziehen, macht ihn noch lange nicht zu einem Haustier, seine Instinkte sind immer noch da und bei Tag können auch die Menschen sie erreichen. Genau deshalb fürchte ich die Nacht, denn in dieser Zeit stärkt sich der Schleier des Jutsus und er selbst sendet seine Schergen aus, die wir vom Widerstand als Wächter bezeichnen. Wer nämlich nicht verdrängen kann, was in seiner Natur liegt, der verschwindet schließlich, verblasst durch den Blick eines Wächters, der im Mondlicht stets weiß, wo sein Dienst gebraucht wird. Sieben von diesen Kreaturen habe ich getötet, zwei schließen den Kreis der Neun.
    Kakashi umfasst meine Hand. „Komm“, sagt er leise und zieht mich mit sich, nicht barsch, sondern zärtlich, bis ich bereit bin, mit ihm ins Dorf zu laufen.
    Wir verstecken uns, eher aber verstecken wir mich, damit der neue Herrscher nichts von mir und meinem Defekt erfährt. Ob es möglich ist, dass das Jutsu sich zu einem denkenden Wesen umfunktioniert hat? Wer weiß? Ich kann es nicht sagen, sicher ist nur, dass Menschen getötet werden, und wenn das niemand mehr bemerkt, wer lehnt sich dann noch dagegen auf?
    Ich sehe die Bewohner Konohas, während ich laufe, blicke in ihre glücklichen Gesichter und ihre unbekümmerten Iriden, sehe Freude und Hoffnung, aber auch Verwirrung, die sich keiner von ihnen erklären kann. „Ist dieses Leben real?“, scheinen die Schatten in ihren Augen mir zuzurufen. „Wieso bin ich glücklich?“
    Bei diesem Gedanken nimmt Schmerz meine Brust gefangen.
    Ich kann glücklich sein, denke ich mir, weil ich Leid erfahre. Ich spüre Kakashis Präsenz neben mir und kann dankbar sein, täglich zu ihm zurück kehren zu können. Angst und Trauer sind die Kohle für das Feuer, in dem der Tatendrang und die Freude erwacht. Ich kann hoffen, weil mein Schicksal auch Schatten wirft.
    Mondlicht tränkt bereits die Hälfte der Straße, in welcher wir laufen. Kakashi bemerkt es sofort und zieht mich zur Seite in einen Häuserspalt hinein. Wir müssen eine Abkürzung nehmen, das ist auch mir klar, selbst wenn die Gefahr besteht, dass man unseren Sprint im Getümmel unterbrechen würde. Die erste Menschengruppe - lachende Mädchen, darunter auch Ino und Tenten - kreuzen direkt unseren Weg, sodass Kakashi leicht schlitternd stehen bleibt, sich umdreht, in der Hocke die Hände übereinander legt und eine einzelne Fläche damit bildet. Ich verstehe was er vor hat, setzte weiter vorwärts und lasse mich durch den Schwung seiner Arme über die Masse tragen, wobei ich versuche, den Salto dabei nicht zu vermasseln.
    Mein Ziel ist nun abermals der Hokageturm und ich erreiche ihn kurz bevor auch dort silbernes Licht herein bricht. Sofort spüre ich den Schutz von Tsunades Jutsu, als es sich mit meinem Chakra verbindet und lasse mich mit dem Rücken an der Wand knapp neben dem Eingang zu Boden sinken. Ich bin noch nie gut im Rennen gewesen und ich fürchte, ich werde es auch niemals sein. Einatmen, ausatmen, kaum zu glauben, dass etwas sonst so automatisches einem manchmal solche Probleme bereiten kann. Als Shinobi tauge ich nicht besonders viel.
    Kakashi braucht nicht mehr lange, um zu mir zu stoßen und lässt sich nicht erst bitten, mir aufzuhelfen. Durch seine Unbedachtheit und mein Fliegengewicht lande ich jedoch viel zu nah an seinem Körper, wie uns beiden lächelnd bewusst wird, was aber nicht wirklich ein Problem darstellt.
    Unsere Heimkehr ist für mich, da ich die Symbolik der Wächter trage, eine gefährliche Situation gewesen und unser Triumph, einer weiteren Nacht entkommen zu sein, verlangt förmlich nach einem weiteren Kuss. Die Zustimmung dafür kann ich in Kakashis braunen Augen lesen, also fädle ich meinen Finger bereits wieder in seine Masken ein, spüre seine starken Arme um meinen Rücken, als er mich noch näher an sich heran zieht und sehe, wie er meinem Gesicht näher kommt. In freudiger Erwartung schließe ich die Augen und stelle mich auf meine Zehenspitzen, nur um dann von einem Räuspern beinahe aus dem Gleichgewicht gebracht zu werden.
    Sowohl Kakashis als auch mein Kopf drehen zur Seite, wo Tsunade am Treppenende aufgetaucht ist. Der ehemalige Hokage rollt mit den Augen und wendet sich um, vielleicht, um uns die berechtigte Privatsphäre zu gönnen, eher aber, um wortlos anzumerken, dass wir ihr nun folgen dürfen. Kakashi bemerkt den Anflug meiner Enttäuschung und streicht zärtlich eine Haarsträhne aus meinem Gesicht. Dann gibt er mir den Vortritt.
    Der Hokageturm ist mittlerweile großflächig ramponiert und unbewohnt - nun gut, letzteres zumindest nach außen hin. Ohne Unruhen im Land ist aus Konohagakure ein normales Dorf geworden. Wer braucht da schon ein Zentrum, das sich um Missionen kümmert, die nicht mehr angefordert werden?
    Der Widerstand in Konoha, wie wir die Gruppe aus Wissenden mittlerweile nennen, ist mit Kakashis Rückkehr nun wieder vollzählig, deshalb müssen wir unsere nächsten Schritte besprechen. In einem Raum, der früher einmal als Lager gedient hat und die perfekte Größe und Bauweise – komplett ohne Fenster – für unsere Zwecke erfüllt, versammeln wir uns. „Wir“ bezieht sich dabei auf Kakashi, Tsunade, Lee, Kiba sowie mich und bei allen anderen außer Kakashi hat eine Berührung ausgereicht, um ihnen die Erinnerungen zurück zu geben; für manche bin ich anscheinend höchst ansteckend, der Grund dafür ist jedoch keinem von uns bekannt.
    Ich trete also hinter Tsunade ein und werde sofort von mattem Neonlicht eingehüllt, welches aus einer länglichen Röhre dringt, die über einem Versammlungstisch angebracht ist. Routiniert steuere ich den hintersten Sessel am Ende des Raumes an und passiere dabei den bereits sitzenden Lee.
    „Was hat Gaara gesagt?“, richtet Kiba das Wort als Erster an Kakashi, der ihm nun gegenüber sitzt, und umfasst seine Lehne, als würde er unbekümmert wirken wollen, was er sichtlich nicht ist.
    Gaara ist ebenfalls wissend.
    „Nichts Nützliches“, antwortet Kakashi seufzend. „Ein verbliebener Wächter ist zum zweiten Mal letzte Woche in Sunagakure gewesen. Anscheinend konzentrieren sie sich mittlerweile auf die ehemaligen Shinobidörfer. Gaaras Theorie ist unserer nicht unähnlich, auch er meint, dass ehemaligen Ninja der Kampf nur schwer aus dem Gedächtnis zu tilgen ist, und dass sie für das Jutsu die größte Bedrohung darstellen.“
    Logisch, denke ich mir. Einem Ninja wird das Kämpfen und Töten anerzogen, wie anderen die Führung der Landwirtschaft. Der Ort des Auftauchens des Wächters interessiert mich deshalb mehr. Ich kann Konohagakure nicht lange verlassen – kaum mehr als zehn Stunden-, dann muss ich wieder hier im Gebäude eintreffen, um dem System zu entgehen. Drei unserer Gegner habe ich außerhalb der Dorfgrenze umgebracht, aber mit Ausnahme von heute ist schon seit Monaten kein Wächter mehr in meiner Nähe aufgetaucht und vielleicht würden sie das auch nicht mehr.
    „Ist er in Sunagakure geblieben?“, hakt nun Lee nach und ich sehe ihn an. Der Junge, der früher immer so unbeschwert und voller Freude gewesen ist, hat schon lange nicht mehr gelächelt, für ihn dürften seine Erinnerungen einem Fluch gleich kommen, was einen Anflug von Schuldgefühlen in mir auslöst.
    „Nein“, verneint Kakashi selbst unzufrieden und mehr muss er dazu auch nicht sagen. Während sich die Wächter bei Mondlicht nach Lust und Laune teleportieren können, stecken sie bei Anbruch der fortwährenden Dämmerung an Ort und Stelle fest. Nur deshalb gelingt es mir, sie eigenhändig zu töten.
    „Was ist mit dem Letzten?“, will ich nach einem Moment der Stille wissen. „Der, der die drei Punkte trägt? Ist er aufgetaucht?“
    Wieder schüttelt Kakashi den Kopf und ich nicke leicht. „Ich könnte ihn suchen“, schießt es dann plötzlich aus mir heraus. „Irgendwo muss er sich vor Sonnenaufgang verstecken und selbst wenn der Mond anbricht wäre es nicht schlimm. Vielleicht kommen die Wächter dann ja sogar zu mir?“
    Für mich klingt das absolut logisch, Tsunade schnaubt jedoch grimmig. „Und was dann? Mit einem einzigen dieser Kreaturen wirst du mit Ach und Krach gerade mal so fertig, ohne den Löffel abzugeben, aber mit zwei? Ich halte das für eine bescheuerte Idee.“
    „Absolut“, stimmt Kakashi der Meisterin sofort zu, was mich schmerzt, da er um alle meine Erfolge und Fortschritte als Ninja Bescheid weiß. „Wir sollten warten, bis auch Acht und Neun in Konoha auftauchen.“
    „Was Wochen dauern könnte“, wirft nun Kiba neutral gestimmt ein und ich greife das Argument mit Tatendrang auf: „Und Wochen können wir uns nicht leisten.“
    „Wir können uns auch nicht leisten, dich oder einen anderen vom Widerstand zu verlieren“, kommt es wieder von Kiba zurück und ich betrachte ihn mit vor der Brust verschränkten Armen.
    „Ich will sie ja nicht freundlich zum Tee einladen oder lange mit ihnen plaudern“, versuche ich es ihm gerade noch an der Grenze von Höflich zu erklären. „Lediglich exekutieren. Da jedes dieser Wesen aus dem Chakra eines Bijuu besteht, muss ich es mit Charme ja ohnehin nicht versuchen.“
    Kibas Mundwinkel ziehen sich zu einem Feixen auseinander. „Wäre ohnehin Tierquälerei“, murmelt er unschuldig zur Seite und wippt nach hinten, bis er an der Wand anstößt. Ich ignoriere ihn und seine Stichelei, auch wenn es mir schwer fällt.
    „Genug“, erhebt Tsunade wieder das Wort. „Ich lehne diesen Vorschlag ab. Vielleicht gelingt es uns, einen Wächter kurz vor Sonnenuntergang ins Dorf zu locken, sonst sehe ich keinen Grund unsere bisherige Strategie zu ändern.“ Sie erhebt sich, was ihr sämtliche Anwesenden exklusiv mir gleich tun. Die Besprechung ist für sie beendet, aber an mir nagt Zweifel. Sind wir zu vorsichtig? Oder ist die Gefahr wirklich zu groß? Ich mache mir Sorgen, aber kann mich das überhaupt weiter bringen? Unvorsichtig, bis ich Blut schmecke, beiße ich mir auf die Lippe und balle die auf dem Tisch ruhende Hand zur Faust. Dann stehe ich auf.
    Kakashi weiß, dass ich ihm nicht böse bin, weil er mir in der Konferenz nicht den Rücken gestärkt hat, aber dennoch ist er schweigsam, als er mit mir Tsunades ehemaliges Büro und unser momentanes Schlaflager ansteuert. Zwei Tatamimatten, das ist alles, was wir hinsichtlich Inneneinrichtung verändert haben.
    Müde und auch etwas verstimmt, lege ich mich ohne Schlafvorbereitungen einfach nieder. Kakashi wird es mir heute Nacht wahrscheinlich gleich tun, doch erst einmal steuert er den Fenstersims an. Ich kann eines von Jiraiyas Büchern dort liegen sehen und wundere mich, warum ich ihn noch niemals darin lesen gesehen habe.
    Während Kakashi wohl die lachenden Bewohner draußen auf den Straßen beobachtet, warte ich darauf, dass er mit mir sprechen würde. Aber das würde heute wohl nicht von ihm aus geschehen. „Vermisst du die alten Zeiten?“, frage ich deshalb und warte geduldig, bis er mich ansieht. Er bemüht sich um ein sanftes Lächeln unter seinem Mundschutz, aber die Fassade ist schnell durchschaut. Ich kenne ihn mittlerweile zu gut. „Es ist nicht deine Schuld gewesen, dass die drei gestorben sind“, flüstere ich traurig. Wir sprechen von Naruto, Sasuke und Sakura - ein altes Thema in einem weiteren vergeblichen Versuch. Kakashi würde es niemals glauben. Abermals sieht er aus dem Fenster.
    „Obitos Jutsu hat dem Krieg die Krone aufgesetzt und Konoha um ihre Helden gebracht“, sagt er leise und er hat Recht. Ich habe die drei nicht wirklich gekannt, damals ebenso ihren Sensei nicht, aber ich weiß, dass wir ihnen viel zu verdanken haben.
    Wieder ist da diese leise Stimme in meinem Kopf: Was macht einen Helden aus? Ist es sein Mut oder der Wille alles für einen Traum zu opfern? Ich grüble darüber, bis ich mich selbst damit in den Schlaf gewogen habe. Deutlich merke ich aber, dass Kakashi sich schließlich zu mir legt und seine Arme um mich schlingt. Ich lächle, als er mich an sich drückt. Mich hat er gerettet.

    2
    Ganz nach Tsunades Plan habe ich mich die nächsten Wochen geduldig zurück gehalten und die Zeit hauptsächlich mit kochen tot geschlagen. Ja, kochen. Wer sich seine Brötchen nämlich nicht verdient, der muss sie eben selbst backen, so oder anders ist die Devise. Ich glaube aber, dass unsere geschätzte Ex-Hokage mich einfach nur hat beschäftigen wollen, wünsche mir aber nun, sie hätte etwas ausgewählt, was sich mit seinen Dämpfen nicht derartig in der Kleidung festsetzt.
    „Liz!“ Als ich Kibas Stimme plötzlich hinter mir vernehme, wende ich auf der Treppe und sehe den Jungen auf mich zu hasten. „Liz, ein Wächter hat heute Nacht wieder jemanden verschwinden lassen, aber er hat es vor der Dämmerung nicht rechtzeitig zurück geschafft. Er ist noch hier in Konoha.“
    Als ich das höre, verengen sich meine Augen. Kiba und Lee beobachten nachts, meistens zusammen mit Kakashi die Gegend, einerseits um im Falle einer Auslöschung dem Toten gedenken zu können, andererseits um mir Bescheid zu geben, sollte unser Feind in meiner Nähe festsitzen. Heute haben wir wieder einen Glückstreffer gelandet, also haste ich an Kiba vorbei und greife im Eingangsbereich nach einer kleinen Tasche mit ganz besonderem Inhalt. Erst vor dem Turm zwinge ich mich dann zur Ruhe und setzte ziellos in eine Richtung. Jetzt gilt es nicht aufzufallen, etwas, das mir noch nie wirklich schwer gefallen, von Kakashi aber perfektioniert worden ist. Drei Gassen habe ich hinter mir gelassen, die Vierte kaum durchquert, als ich im Augenwinkel einen hochgewachsenen, dürren Schemen ausmache, der die typische Assassinen-Kleidung der Wächter trägt und langsam voran schreitet. Ich bemerke, dass ihn die Menschen kaum wahrnehmen, heben sie den Blick ist es, als würden sie jemanden erkennen, der einem Bekannten ähnelt, es aber bei genauerer Betrachtung gar nicht ist. Sie gehen weiter, ohne die markante Andersartigkeit des Wesens tatsächlich zu erfassen. Ich hefte mich an seine Fersen. Das muss das Chakra des Achtschwänzigen sein, daran besteht kein Zweifel, doch ich tue so, als würden mich die Blumen im Laden von Inos Mutter oder meine eigenen Füße viel mehr interessieren. Wäre da bloß nicht dieser lästiger Pulsschlag, der mir wie Paukenhiebe in den Ohren dröhnt. Meine aufkeimende Furcht hätte mich fast zum Keuchen gebracht, als sich der Wächter in der Menge plötzlich umgewandt hat, doch rechtzeitig kann ich gespielt unbekümmert in ein Kleidergeschäft ausweichen. Dort lege ich blitzschnell ein Geld auf den Tresen und schnappe mir einen Kimono in unauffälliger Farbe und einen dazu passenden Fächer. Meine angetretene Maskerade hat mir kaum Zeit gekostet und ich kann den Wächter am Ende der Straße noch ausmachen, als ich den Laden wieder verlassen habe. Ich will es nicht riskieren, ihm über die Dächer näher zu kommen, weiß mich aber im Gassenwerk dieses Dorfes zu bewegen und komme schließlich unbemerkt von vorne auf ihn zu. Der Fächer, den ich langsam vor meinem Gesicht schwinge, wiegt scheinbar Tonnen in meiner Hand, vielleicht ist es aber eher das Kunai, welches durch diesen getarnt ist. Nur mit dem Stahl dieser Klinge, eher aber mit dem Jutsus, mit dem es präpariert worden ist, kann man diese Wesen dort drüben töten.
    Meine Schritte werden gemächlicher. Ich halte vor einem weiteren Laden an, ohne zu bemerken, was dieser anbietet – dem Geruch nach würde ich auf etwas zu essen tippen -, bis auch mein Ziel seine Patrouille abermals fortführt. Mittlerweile kann ich Kiba ausmachen, davor aber noch hören, da er auffällig ein Mädchen grüßt, welches er augenscheinlich noch aus Akademietagen kennt. Die Ablenkung funktioniert, denn der Wächter sieht sich kurz nach ihm um, während ich weiter auf ihn zu komme. Kaum zwei Meter trennen uns von einander und ich streiche nervös über den Griff des Kunais und die Rückseite des Fächers, ohne den Wind zu spüren, den dieser verursacht. Es kostet mir Überwindung schließlich den Blick zu heben, um meinen Feind anzusehen und ich merke, wie die gewohnte Zeitlupe beginnt, als ich das leere, konturenlose Gesicht des Wächters betrachte, auf dem einzig ein schwarzes Symbol prangt, augenscheinlich eine in Flammen stehende Krone. Ich grüße freundlich, wie man es von mir erwarten würde und kneife die Augen dabei lieblich zusammen, als würde auch ich zunächst einen alten Bekannten erkennen. Meine Füße setzten unterdessen weiter, tragen mich an die Seite meines Ziels, als würde ich schweben und kaum habe ich das Wesen passiert, klappe ich den Fächer mit Schwung zusammen – ein Geräusch, das die ganze Straße, zumindest aber meine Ohren erfüllt - und ramme diesen, allen voran das Kunai in dessen Inneren, auf Herzhöhe in den Brustbereich meines Opfers.
    Das alles ist so schnell gegangen, dass selbst mir der Atem in den Lungen stockt.
    Kein Blut rinnt mir nun zwischen die Finger, aber der kalte Hauch von Nebelschleicher, als würden sie einem tiefen, gefrorenen Abgrund entspringen. Das Wesen senkt langsam den Kopf zu mir herab. Es ist, als hätte sich ein Mensch eine weiße Maske übergestreift und sie bemalt, zumindest will mein Verstand mir diesen einfachen Vergleich zum Schutz seines realen Weltbildes vor Augen führen und wenn ich mich konzentriere, denke ich sogar, den Blick zweier Augen auf mir spüren zu können. Ich hole Luft, nichts anderes würde mir in diesem Moment übrig bleiben, um mich von der Ohnmacht zu bewahren, die mich überkommt, als die Symbolik des Wächters auf seinem Gesicht verblasst und sich gleichzeitig zischend in die Haut auf meinem Oberarm einbrennt. In der nächsten Sekunde schon, kaum, dass dieser Vorgang sein Ende gefunden hat, zerstobt das Wesen am Ende meiner Klinge vollends in Nebel und die erstaunten Menschen um uns herum vergessen auch seine Anwesenheit, kaum das sich der Schleier komplett verzogen hat. Wie Kakashi es mich gelehrt hat, lasse ich das Kunai in meinem Ärmel verschwinden, straffe mein Rückgrat und setzte meinen Weg lächelnd fort, als wäre nichts geschehen. Doch ferner könnte die Realität nicht liegen. Mein Arm brennt, genau so, wie ich mir die Flammen von Höllenfeuer vorstellen würde, wenn sie einen erfassen, und von jedem Zentimeter dieses tattooartigen Gebildes zieht sich ein zweiter Pulsschlag in meine Nervenperipherie. Ich bin noch nie in meinem Leben vergiftet worden, aber dieses Gefühl dürfte wohl vergleichbar damit sein, denke ich mir. Mechanisch schaue ich mich nach Kiba um. Er wird wohl Tsunade suchen und ihr von dem geglückten Attentat berichtet. Innerlich muss ich lachen. Ich? Eine Attentäterin? Früher hat meine Hauptaufgabe darin bestanden, den Gefangenen unseres Gefängnisses ihr Essen zu bringen und den Lavastand des Außenterritoriums im Auge zu behalten und heute stehe ich direkt unter den beiden besten Shinobis unseres Dorfes. Ich warte täglich darauf, dass dieser Traum sein Ende findet und ich einfach aufwache, feststelle, dass mein Verstand die seltsamsten Fantasien zu Stande bringt und ich kein Teil von Kakashis Leben mehr bin. All das, egal ob gut oder schlecht, kommt mir immer noch so surreal vor.
    Eine weitere Schmerzwelle explodiert in meinem Kopf. Ich kann nicht genau sagen, wie ich den Hokageturm erreicht habe, nur, dass mir die erste Wand in dessen Innerem gut genug ist, um mich an dieser hinab sinken zu lassen. Ich bin klüger als das letzte Mal, habe mich diesmal nachdem Attentat sofort in Sicherheit gebracht, um den Auswirkungen zu erliegen und gut daran getan, denn die Nachwirkungen sind noch niemals derartig heftig gewesen.
    Wieder ist Kakashi mein Anker. Ich presse meine Lider aufeinander und stelle mir sein Gesicht vor, den Druck seiner Finger um meinen Körper und die Befehlsgewalt seiner Stimme, wenn er mich zwingt, nicht aufzugeben. Ich bin kein Nichts, nicht für ihn und auch nicht mehr für mich. Wenn ich will, kann ich das hier überstehen.
    Langsam lasse ich meinen Oberkörper nach vorne absinken und wiege mich fürs erste in Embryostellung vor und zurück. Es würde aufhören; es hat auch die letzten Male wieder aufgehört, ich muss nur abwarten… Nur wie lange? So lange es nötig ist? Nein, das schaffe ich nicht.
    Aufstehen. Ich sollte aufstehen und nach oben gehen, kommt es mir nun auch noch, denn wenn Kiba oder Lee, noch schlimmer aber Kakashi mich hier finden würden, eingesunken in mich selbst, weil ich ein paar Schmerzen nicht aushalte, würde mich diese Blöße noch viel härter treffen.
    Ich muss erbärmlich aussehen, als ich zur Treppe krieche, zumindest tue ich das vor meinem inneren Auge, und ich zwinge mich schließlich mit Kakashis Stimme zur Selbstwertschätzung: „Wenn du nicht an dich glaubst, wer wird es dann tun?“
    Schon früher, noch vor Rins Tod und dem Tag, an dem Kakashi sich schier über Nacht um 180° gedreht hat, hat es diese Begegnungen zwischen mir und dem Kopierninja gegeben, auch wenn ich nicht behaupten will, auch er könnte sich noch daran erinnern. Seine Worte aber – die kleine Bestärkung, die er einer ziemlich ungeschickten Kunoichi am Trainingsplatz ab und an hat zu kommen lassen - sind bei mir nicht in Vergessenheit geraten. Seine Ratschläge haben mich geprägt und helfen können sie mir auch noch heute.
    Mühsam habe ich die Treppe erreicht, jeder Zentimeter ist dabei eine Wüstenwanderung ohne Wasser für mich gleich gekommen und nun hieve ich mich die ersten Stufen hinauf.
    Es mag stimmen, dass ich nicht viel als Shinobi erreicht habe oder noch erreichen werde. Ich bin kein Naturtalent oder ein Kämpfer, der einem überdurchschnittlichen Ziel hinter her jagt, aber ich lebe und verdammt noch mal, es ist wichtig für mich, dass ich das - und nur das – in meinem Sinne richtig mache.
    Ein Brennen ist aufgekommen und hat sich von der Symbolik aus weiter gezogen. Es ist mittlerweile in meiner Körpermitte angekommen, zieht sich über den Rumpf nach unten und hinterlässt ein leichtes Gefühl der Taubheit, das mir tatsächlich dabei hilft, die Treppe weiter hinauf zu steigen, auch wenn ich die Kühle des Metalls am Geländer deshalb nicht mehr spüren kann.
    Ich will weinen, das merke ich, als die ersten Tränen meine Wangen benetzten und ich lasse ihren Schwestern ungehalten freien Lauf. Es ist nur wegen dem Schmerz, möchte ich mir zunächst einreden, doch mich selbst zu belügen, gelingt nicht für lange.
    Aufschreien möchte ich. Ich will mir alles von der Seele schreien, was seit dem 4. Ninjaweltkrieg mit mir geschehen ist und nicht nur merken, sondern auch spüren, dass die Leute es hören, es verstehen und mich sehen. Es ist so viel Zeit vergangen, so viel passiert und geändert worden, aber dennoch sagt mir mein Herz, dass ich immer noch an Ort und Stelle stehe, genauso machtlos wie früher, lange vor meiner Aufgabe.
    Ist es vielleicht doch Egoismus, der mich tatsächlich antreibt? Was, wenn der Weg des Ninjas, den ich scheinbar aus Nächstenliebe und der Gerechtigkeit willen angetreten habe, auch noch einem anderen Zweck dient? Was, wenn ich mich insgeheim danach sehne, mir selbst einen Namen zu machen. Sind die Schmerzen, die ich durch das Töten der Wächter, was aus einem uns allen unbegreiflichen Grund nur mir gelingen mag, vielleicht meine Bestrafung? Ist das der Preis, den man für solch eine Art von Ruhm bezahlt, und wenn ja, wie entscheide ich für mich, ob er das am Ende überhaupt wert ist?
    Und darf ich überhaupt so denken? Haben Naruto oder Sasuke jemals so gedacht? Versprechen und Entscheidung, vor allem deren Umsetzung, scheinen ihnen immer so leicht gefallen zu sein. Ist man als Held vielleicht geboren, so wie ich mit meinen braunen Haaren? Wenn ja, wieso bleibe ich dann nicht gleich dort oben vor Tsunades Büro stehen und höre einfach auf? Tatsache ist immerhin, dass alles, was ich zu können glaube immer noch im Schatten so vieler anderen steht. Ich werde niemals aus der Masse herausstechen, aber will ich das überhaupt?
    Die Antworten scheinen sich wie von selbst zu einem einzelnen Namen zu verbinden und sogleich kommen mir meine Zweifel töricht vor.
    „Wenn ich nicht an mich glaube, wer dann?“, murmle ich leise. Wenn ich nicht glaube, wichtig für diese Welt oder zumindest für mich zu sein, wer wird es dann tun? Kakashi hat Recht, selbst wenn es mir gerade schwer fällt, daran fest zu halten.
    Der Schmerz klingt wieder ab. Als ich den Fensterrahmen erreicht habe, liegt der Höhepunkt bereits in schier ferner Erinnerung zurück und das Atmen gelingt mir wieder. Es ist Nacht stelle ich plötzlich mit gerunzelter Stirn fest und lasse mich von den Lichtern der Straße blenden, als wäre ich Stunden im Dunkeln gewandelt. Unmöglich, dass ich so lange einzig für das Stufenmeer gebraucht habe, denke ich mir und kneife geblendet meine Augen zusammen.
    „Unmöglich ist ein dehnbarer Begriff“, werde ich belehrt und erstarre, als ich diese Stimme in meinem Kopf hören kann und weiß, trotz aller logischen Gesetzte, die dagegen sprechen wollen, dass das Wesen, zu der sie gehört, meine Gedanken gelesen hat.
    Bin ich mutig oder dumm, weil ich einfach nur den Blick hebe und dem Wächter entgegen schaue, der vor Tsunades Schreibtisch aufgetaucht ist. Sein Gewand ist weiß und grau, der Schnitt gleicht jenem, die Ninja aus Sunagakure den Launen der Wüste wegen bevorzugt verwenden und sein Gesicht ist eine weiße Fläche mit drei flammenden Punkten auf Stirn und Augenpartie.
    Es mag nicht klug von mir gewesen sein, das Kunai aus meinem Ärmel sichtbar auftauchen zu lassen, aber die Umstände lassen mich mein Training, im Grunde meine gesamte Ausbildung vergessen. Nur noch das Gewicht der Waffe ist von Bedeutung und auch diese selbst, da nur sie zwischen meinem sicheren Tod und der Kreatur steht.
    Wie hat er den Turm nur betreten können? Hat Tsunades Schutz etwa versagt?
    Wieder schmerzt die Symbolik auf meinem Arm, als würde sie auf die Anwesenheit des Wächters reagieren, aber ich ignoriere es. Für jetzt ist die Furcht in meinen dunklen Augen schon Blöße genug, eine weitere Schwäche werde ich mir nicht leisten.
    Ich habe heute schon einen Wächter getötet und es ist mir leichter als jemals zuvor gefallen, es besteht also kein Grund zur Sorge, zumindest nicht, wenn ich nicht nach einem Suche… Ach was, rede dir doch nicht so einen Mist ein, denke ich mir und weiß, dass ich erledigt bin. Die Nacht ist herein gebrochen, kommt es mir nämlich erneut und diesmal spüre ich das Mondlicht, als würde es meine Haut verätzen wollen. Wieso bin ich noch am Leben? Nicht, dass ich mich darüber beschweren würde, aber reicht nicht eine einzige Begegnung mit dem Schergen des Jutsus unter dem Auge des Mondes aus, um einen zu vernichten?
    „Ich bin hier, um dich zu töten.“ Wenn ich vorhin nicht schon gewusst hätte, zu wem die tiefe Bassstimme gehört, spätestens jetzt wäre ich überzeugt gewesen. Zunächst ist aber nur meine Gänsehaut eine Reaktion auf seine Verkündung. Ich kann nicht anders als einen Schritt zurück zu weichen, doch wenigstens das Kunai hebe ich schützend vor meine Brust.
    „Dann komm doch“, hätte ich vielleicht gesagt, würde der kalte Griff der Angst sich um meine Kehle lockern. „Versuch dein Glück“, würde ich nach legen, wäre ich tough genug dafür. Wie schnell aus einer Jägerin doch eine Gejagte wird. Niemals hätte ich damit gerechnet, in meinem eigenen Zuhause angegriffen zu werden.
    Etwas Hartes prallt gegen meinen Rücken. Ich bin offensichtlich weiter zurück gewichen und nun gegen die Fensterfront geknallt, was bedeutet, dass ich den Abstand zu dem Wächter vor mir nicht mehr vergrößern kann. Und wäre das nicht schon schlimm genug, erfasst mich nun auch noch eine Schreckensstarre. Der Wächter ist nämlich auf mich zugekommen und knapp vor mir verharrt. Mein Herz beginnt zu rasen, und zwar nicht auf die Art und Weise, wie es bereits seit Jahren in Kakashis Gegenwart der Fall ist.
    Endlich reagier ich. Meine Hand umfasst den Griff des Kunais fester, sie schießt nach oben und hätte den Wächter direkt an der Halsschlagader getroffen, wäre dieser nicht schneller gewesen. Im Bruchteil eines Wimpernschlags – zumindest ist es mir so vorgekommen – hat er meinen Arm gepackt und mir meine eigene Waffe an die Kehle gedrückt. Ich kann einen feinen Schmerz spüren, der kaum der Rede wert ist sowie mein warmes Blut, das mir bis hinunter in den Ausschnitt rinnt.
    Ich schätze, dass meine Augen gerade beinahe schon hervor treten, so sehr habe ich sie aufgerissen und meine Knie – so sehr ich mich auch weigere, es zuzugeben – beginnen zu schlottern.
    Der Wächter beugt sich zu mir vor, sein Körper, ob hager oder nicht, zwängt mich ein, als hätte man mich mit Eisenstäben an Ort und Stelle mit der Wand verbunden und der Atem, der zuerst um mein Ohr, dann in meinen Nacken haucht und einen Atemzug vermuten lässt, ist kälter als ich Schnee im Winter memoriere.
    „Ich wollte dich töten“, flüstere ich kaum hörbar und nun vollends verängstigt. Würde der Wächter seine behandschuhte Hand nicht immer noch um meine schlingen, ich hätte den Griff des Kunais vollends los gelassen. Ich wage es kaum, den Kopf zu drehen, doch das Gesicht des Wesens so nah an meinem zu sehen, ist aus dem Augenwinkel noch viel schlimmer. Gut möglich, dass mir nun abermals schwindlig wird, denn die schwarzen Punkte beginnen sich zu bewegen, als würden die Flammen tanzen.
    „Du wirst sterben, so oder so, du hast zu viel Schaden angerichtet.“ Der Wächter – der erste, der jemals zu mir gesprochen hat – lässt seine Stimme wieder in meinem Kopf ertönen.
    Schaden? Ich denke an die anderen Schergen des Jutsus, aber auch an Tsunade und Kakashi. Bin ich wirklich eine Bedrohung? Ich bin noch niemals eine Bedrohung gewesen, dieser Gedanke will mich fast zum Lachen bringen, wenn auch hysterisch.
    „Und der Schaden wird sogar noch Größer.“ Bei diesem Satz ertönt plötzlich der Klang von tausend kreischenden Vögeln. Ich höre auf zu atmen, als sich ein Arm, umringt von blauen Blitzen, durch die Brust des Wächters bricht und eine klaffende, zwar nicht blutende, aber heftig aussehende Wunde hinterlässt. Ich möchte wetten, dass es das Wesen nicht wirklich kümmert, ist „lebendig“ doch ein Begriff, mit dem man es nicht beschreiben dürfte, doch erschreckt oder zumindest abgelenkt hat es das Chidori dennoch, ebenso der aus dem Nichts aufgetauchte Kakashi.
    Es ist nur ein leichter Schwund von Druck an meiner Kehle gewesen, der mich endlich hat aufwachen lassen. Ich ziehe meinen Arm immer noch geknickt ein Stück näher an meinem Hals entlang, mein Brustbereich wandert in der Bewegung mit und Schwung entsteht, den ich nutze, um meinen Arm im Halbkreis ausschlagen zu lassen. Der Effekt ist, dass der Wächter den Halt um mein Handgelenk verliert und diesmal durch Kakashis Fixierung nicht mehr verhindern kann, dass ich ihm die Kehle damit aufschlitze. Statt Blut strömt wieder Nebel aus der Wunde, fast schon ein Rauchgeschwader und Kakashi zieht sich geistesgegenwertig zurück. Ich merke, dass er meinen Namen schreit. „Liz“, dringt dieser erschrocken an meine Ohren, bevor das Rauschen heftigen Windes ertönt. Die Symbolik des Wächters verblasst auf seinem Gesicht, genau wie ich es erwartet habe, auch wenn ich diesmal den Schmerz der Übertragung nicht fühlen kann. Stattdessen starre wie gebannt nach vorne, sehe, wie die Kontur des Wesens vollends in sich zusammen brechen und in einer, sich ausbreitenden Spirale, ähnlich einem kleinen Tornado durch den Raum fegt. Kakashi wird im Zuge dessen an den Türrahmen gestoßen und ich weiß nicht, wie der Wind ihn hat erfassen können, ihn, den besten Ninja, den ich je gesehen habe.
    „Kakashi!“ Ich weiß, dass es keinen Sinn hat seinen Namen zu schreien, noch weniger aber meine Hand auszustrecken, nur um der vor mir drohenden Gefahr noch näher zu sein.
    Der Nebel wird dunkel und der Schmerz auf meinem Arm stärker. Aus dem Augenwinkel sehe ich schwarz, wortwörtlich, denn meine seltsame Tätowierung erhebt sich in dunklen Flammen von meiner Haut.
    Meine Lungen verkrampfen sich. Ich taumle und pralle mit dem Rücken wieder gegen die Wand. Der Herzschlag in meinem Körper beginnt zu rasen, als würde mein Puls versuchen, aus meinen Adern heraus zu brechen und plötzlich bildet der Nebel, der kurz zuvor noch der letzte Wächter gewesen ist, die fertiggestellte Symbolik nach.
    Die Zeit scheint still zu stehen, vielleicht aber auch nur, weil der Schmerz in meinem gesamten Körper explodiert ist. Dann schießt der Nebel auf mich zu.
    Die Fensterfront hinter mir zerspringt in tausend Teile. Ich kann nicht sagen, was zuvor gekommen ist: Das Klirren beim Brechen des Glases oder mein Schrei, als ich den Halt verliere und nach hinten kippe.
    Wieder höre ich Kakashi meinen Namen schreien; wieder scheint die Welt um mich herum an Geschwindigkeit einzubüßen.
    Ich schaue nach oben und Glasscherben hüllen mich wie fallende Wassertropfen ein und spiegeln glitzernd das Mondlicht. Sterben, ich werde sterben, das wird mir klar, als mein Körper jeglichen Befehl meiner verwehrt.
    „Du wirst sterben, so oder so“, höre ich die Worte des Wächters erneut und merke, wie die Nacht, eher unser Himmelszelt, sich mit Rissen überzieht, als würde eine Scheibe einzubrechen drohen. Die Symbolik, kommt es mir an dieser Stelle. Sie ist der Schlüssel zum Fall dieses Jutsus und der Schmerz, den ich fühle, das ist der Tod, der gebraucht wird, um den Spuk zu beenden. Mein Tod.
    Ich kann Kakashi sehen, als er im Fensterrahmen auftaucht und über diesen hinweg setzt. Ich konzentriere mich auf sein Gesicht, auf seine Augen, die entschlossen mich zu retten leicht zusammen gezogen sind. Er würde mich nicht fallen lassen, denke ich mir und lächle. Er weiß nicht, dass mein Schicksal schon längst besiegelt ist.
    Meine Lippen lassen sich nicht mehr bewegen.
    „Ich liebe dich, Kakashi“, denke ich mir mit tränenden Augen. „Wenn ich nur noch einmal die Chance hätte, es dir sagen zu können, ich würde sie nutzen.“
    Der Aufprall ist nur noch einen Sekundenbruchteil von mir entfernt und ein letztes Mal präge ich mir Kakashis Bild ein, spüre seine Arme um meinen Körper und seine warme Brust, als er mich an sich zieht.
    Dann ist da nur noch Schmerz.
    Schmerz und Dunkelheit.

    3
    Ein Brummen zerstört den Frieden um mich herum. Es ist zunächst leise, kaum zu hören, entwickelt sich aber schnell zu einem lauten Piepsen, das meine Kopfschmerzen verstärkt. Wenigstens die Dunkelheit ist noch da, auch wenn sich hellere Schatten wie Fledermäuse von Seite zu Seite ziehen.
    Ich versuche mich zu bewegen, es verwundert mich, dass es wieder klappt, wenn auch nicht derartig gut wie vor dem Angriff des Wächters.
    Momentmal, der Wächter!
    Ich reise die Augen auf. Vor mir – sehr zu meiner Verwunderung – erstreckt sich ein Krankenzimmer.
    „Hey.“ Erst jetzt merke ich, dass Kakashi neben meinem Bett steht, eher aber an der Wand lehnt.
    Der Satz, den mein Herz gerade vor Schreck und Verwunderung gemacht hat, wird zu einem aufgeregten Flattern. „Hey“, antworte ich ihm.
    Kakashi lächelt. „Du siehst gut aus für eine Tote.“
    Eine Tote? Mein Gesicht muss ein großes Fragezeichen zieren, denn ohne, dass ich danach gefragt hätte, erläutert man mir nun, dass aus einem unbekannten Grund, Menschen, die während und nach dem 4. Ninjaweltkrieg gestorben sind, wieder am Leben sind … Zu ihnen gehöre auch ich und sofort muss ich an den Angriff Pains zurück denken.
    Mit dieser Erklärung wird mir zudem schlagartig klar, dass ich meinen Auftrag, die Erinnerungen der Menschen wieder zu beschaffen und das Jutsu zu vernichten, endlich erfüllt habe, und dennoch interessiert mich im nächsten Moment nur noch eine einzelne dieser Personen: Kakashi, der Kopierninja, der mich nie aufgegeben hat und selbst jetzt noch erkenne ich die unendliche Liebe in seinem Blick, die ich mehr als nur erwidere.
    „Komm, ich muss dir etwas zeigen.“ Der Stolz in seiner Stimme ist unüberhörbar. Um mehr muss er mich nicht bitten. Voller Elan schwinge ich mich aus dem Bett und muss fest stellen, dass trotz des tiefen Sturzes keine Verletzungen an mir zurück geblieben sind. Ich stehe noch ein bisschen wackelig auf meinen Beinen, doch das warme und selbstsichere Lächeln von Kakashi scheint mir neue Kraft zu geben.
    Er dreht sich um und ich folge ihm zum Ausgang des Krankenhauses. Ich kann das Licht bereits sehen, welches die Sonne vor den Eingang wirft und spüre die Euphorie, bei dem Gedanken, endlich wieder einen strahlenden, blauen Himmel zu sehen zu bekommen.
    Ich habe nicht gemerkt, dass ich Kakashi überholt habe, doch der sanfte Griff seiner Hand an meinem Oberarm lässt mich stehen bleiben. Ich drehe mich um und frage ihn, was los ist, als er mich zu sich heran zieht und mir tief in die Augen blickt. Zärtlich streift er über meine Wange.
    „Du bist eine Heldin und ich danke dir, dass du mich und Konohagakure gerettet hast, doch für mich, wirst du zu aller erst immer die liebenswerte und widerspenstige Frau bleiben, die ich damals kennen gelernt habe. Ich liebe dich nicht, weil du eine Heldin bist, sondern weil du selbst bist.“
    Mit diesen Worten verwickelt er mich in einen sanften und zugleich leidenschaftlichen Kuss, dessen Intensität mich vollkommen überwältigt. Bevor ich noch begreifen kann, was er da gerade gesagt hat, schubst er mich urplötzlich sanft, wenn auch bestimmend in das gleisende Licht nach draußen. Meine Augen haben sich noch nicht daran gewöhnt, sodass ich nichts - wirklich absolut gar nichts - sehen kann, als laute Jubelschreie, die meinen Namen beinhalten, ausbrechen. Jetzt endlich kann ich erkennen, was los ist, nämlich dass sich wohl ganz Konohagakure vor dem Krankenhaus versammelt hat.
    Ich bin perplex, sprachlos trifft es aber eher und ich kann es gar nicht richtig fassen, als Tsunade an meine Seite tritt, meine Hand nimmt und sie in den Himmel streckt. Erneuter Jubel bricht aus und ich habe das Bedürfnis, zurück ins Krankenhaus und dessen Schutz zu springen, was ich wohl auch getan hätte, würde Tsunade – immer noch meine Hand halten – nicht jetzt gerade vortreten.
    „Konoha hat viele Helden und sie alle verdienen große Ehre, doch nur einer Kunoichi haben wir es zu verdanken, dass wir uns an sie erinnern können“, verkündet unser Hokage und bei meinem Namen zucke ich beinahe schon zusammen, sodass Kakashi mich beruhigend an sich heran zieht.
    „Liz hat ihr Leben und ihre Liebe dafür geopfert uns unsere Vergangenheit zurück zu bringen“, fährt Tsunade fort, da starre ich bereits nur noch über die Schulter zurück und in Kakashis braune Augen.
    Der Jubel dabei ist wie ein Chorus meiner inneren Freude. Ich werde tatsächlich als Heldin gefeiert und doch gilt mein einziger Gedanke diesem Ninja. Liebe, das macht einen Helden aus, dessen bin ich mir nun sicher.

    4
    VORSICHT!
    Weil ich wie erwähnt an einem Wettbewerb teilgenommen habe, dachte ich an verschiedene Versionen der Geschichte, um zu entscheiden, welche eher geeignet wäre. Bei einer einzelnen bin ich geblieben, diese ist aber von meiner Koautorin und härtesten Kritikerin abgelehnt worden.
    Wer sich dennoch für meinen Favoriten interessiert, der kann ja weiterlesen:




    Alternatives Ende:

    Ein Brummen zerstört den Frieden um mich herum. Es ist zunächst leise, kaum zu hören, entwickelt sich aber schnell zu einem lauten Piepsen, das meine Kopfschmerzen verstärkt. Wenigstens die Dunkelheit ist noch da, auch wenn sich hellere Schatten wie Fledermäuse von Seite zu Seite ziehen.
    Ich versuche mich zu bewegen, es verwundert mich, dass es wieder klappt, wenn auch nicht derartig gut wie vor dem Angriff des Wächters.
    Der Wächter!
    Ich reise die Augen auf. Vor mir – sehr zu meiner Verwunderung – erstreckt sich ein Krankenzimmer. In meinem linken Arm, das habe ich in meiner Wachtrance gerade eben schon bemerkt, steckt ein Schlauch und ein weiterer lugt unter dem weißen Laken hervor. Mir wird schlecht und bestimmt ahmt meine Gesichtsfarbe gerade den Anstrich des Zimmers nach. Zittrig gleiten meine Finger nach unten und tasten einen Schlauch bis zu meinem Bauch entlang. Ich röchle und fürchte, mich übergeben zu müssen. Mein erster Instinkt ist, die Fremdkörper zu entfernen, doch bevor ich auch nur in die Nähe der Nadel an meiner Armarterie komme, höre ich jemanden laut und deutlich „Nicht! Hast du den Verstand verloren?“ schreien.
    Erschrocken und noch mehr verwirrt als zuvor, hebe ich den Blick, um ein rosahaariges Mädchen im Türrahmen vorzufinden: Sakura.
    Unmöglich.
    Mir klappt die Kinnlade hinunter – das ist aber auch das einzige, zu dem ich noch fähig bin. Die junge Kunoichi, meines Wissens mausetot, kommt redend auf mich zu. Sie spricht über den Krieg, versucht mich zu beruhigen und mir zu sagen, dass viel passiert ist. Während sie von Konohas Sieg über Akatsuki spricht, kommen in mir Erinnerungen auf. Ich sehe den Kampf von Naruto und Obito vor mir, merke, wie ich mich vor einer Druckwelle in Sicherheit bringen will … und dann nichts mehr. Als Sakura an die Stelle kommt, bei der mein offensichtliches Blackout einsetzt, höre ich nur noch wenig, fast so als würde ich mir die Ohren zuhalten, was ich genau genommen fast schon tun möchte.
    Ich bin im Koma gelegen, mehrere Monate lang?
    Ich schüttle den Kopf, möchte lachen und weinen zugleich.
    Es ist alles nicht real gewesen. Nichts davon und doch… Wieder sehe ich Kakashi vor mir. Ich kenne ihn seit der Akademie, aber niemals bin ich ihm so nah gewesen, wie in meiner Einbildung. Nun rinnen mir wirklich die Tränen hinab. Natürlich! Niemals hätte ich mich dazu überwunden, wirklich an Kakashi Hatake heran zu treten, es ist immer er gewesen, der nett mit mir zu sprechen begonnen hat.
    Sakura bemerkt, dass ich ihr nicht antworte und drückt meinen Oberkörper vorsichtig zurück. Sie meint, ich solle mich ausruhen, und dass meine Rehabilitation noch vor mir stehen würde. Sie spricht davon, dass ich das Schlimmste schon hinter mir und den Kampf gewonnen hätte. Ich lache traurig. Wie wenig sie doch weiß.
    Es dauert Wochen bis sie mich schließlich entlassen. Ich habe lange nachgedacht, am meisten jedoch über mich. Mit erhobenem Haupt und den Blick gerade aus gerichtet, schreite ich heute zum ersten Mal wirklich durch Konohagakure, so kommt es mir jedenfalls vor. Ein klarer Himmel erstrahlt über mir und verkündet uns Sonne. Pure Ironie, bedenkt man, wie sehr ich mich nach einem wirklichen Tag gesehnt habe.
    Lügen müsste ich, würde ich behaupten, ich würde nicht nach ihm suchen. Mit ihm ist Kakashi gemeint und schließlich habe ich ihn gefunden - direkt vor dem Hokageturm und mit einem von Jiraiyas Büchern in Händen.
    Ich bleibe stehen.
    Im Koma habe ich keine einzige Sekunde daran gezweifelt, dass mein Traum real wäre. Irgendwann, nachdem ich Scharm und Traurigkeit beiseite schieben habe können, um der Erleichterung Platz zu machen, ist mir mein Versprechen wieder eingefallen. Wenn ich noch eine Chance bekommen würde, mit Kakashi zusammen zu sein, würde ich sie nutzen, so habe ich es gedacht und auch gemeint. All die Zeit, die mich mit Kakashi verbunden hat, mag nicht Wirklichkeit gewesen sein, das stimmt, und auch die Liebe, von der ich mir wünschen würde, dass er sie für mich empfindet, existiert nicht. Noch nicht.
    Ich habe immer von Helden geträumt und mich gefragt, was diese ausmacht. Ich denke, heute verstehe ich es endlich.
    Ein Lächeln schleicht sich auf meine Lippen.
    „Kakashi“, rufe ich laut und der Kopierninja blickt interessiert auf. Er sieht mich, schaut mich direkt an und erkennt mich wieder. Heute, würde ich meine eigene Heldin werden.
    „Hast du Zeit für mich?“

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1454410320
Naruto - Des Lichtes Schattenseiten
Naruto - Des Lichtes Schattenseiten
Vor weniger als einem Jahr, habe ich an einem Wettbewerb teilgenommen, bei dem das Thema "Helden" gewesen ist. Ich habe die Geschichte ziemlich vergessen gehabt, nun aber wiedergefunden und mir gedacht, ich kann sie genauso gut online stellen....
http://www.testedich.de/quiz39/quiz/1454410320/Naruto-Des-Lichtes-Schattenseiten
http://www.testedich.de/quiz39/picture/pic_1454410320_1.png
2016-02-02
407D
Naruto

Kommentare (1)

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Sakura_Uchiha (65508)
vor 591 Tagen
Voll schöne Geschichte *_* liebe die Idee!!