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Frei wie ein Vogel (Fanfiktion)

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29 Kapitel - 28.850 Wörter - Erstellt von: Frostflügel - Aktualisiert am: 2016-12-26 - Entwickelt am: - 14.258 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Die junge Kätzin Vogel lebt mit ihrer Familie am Rand des Zweibeinerortes. Doch als ein schreckliches Unwetter ihr Zuhause zerstört, bleibt den Katzen keine andere Möglichkeit, als ihre Heimat zu verlassen. Ihr Ziel sind die Berge, doch die Reise dorthin ist weit und überall lauern Gefahren. Als Vogel´s Familie dann auch noch auf einem Donnerweg stirbt, ist die junge Kätzin ganz auf sich allein gestellt. Wird sie die Berge erreichen? Auch allein?

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    Hey Leute! Ich bin Frostflügel und das hier ist meine erste ((bold))MMFF((ebold)). Ich würde mich also über Kommentare sehr freuen. Wenn ihr mitmac
    Hey Leute! Ich bin Frostflügel und das hier ist meine erste MMFF.
    Ich würde mich also über Kommentare sehr freuen. Wenn ihr mitmachen wollt, schreibt einfach einen Stecki in die Kommis: D
    Viel Spaß xD



    Also als erstes (wie immer) die Regeln:

    1. Hier wird keiner gemobbt/ausgeschlossen und es wird
    außerhalb des Rpg nicht gestritten!

    2. Kommt BITTE regelmäßig online!

    3. Wenn ihr längere Zeit nicht online wart, übernimmt jm
    anderes eure Pflichten

    4. Benutzt nur Schimpfwörter wie Mäusehirn oder Fuchsherz!

    5. Schreibt realistisch!


    Ihr könnt z.B. so euren Stecki schreiben:

    Name: Vogel (-pfote/-feder (ggf. Kriegername) )
    Geschlecht: w
    Alter: 5 Monde
    Rang: Schülerin (früher Einzelläufer)
    Aussehen: mittellanges schildpattfarbenes Fell (Glückskatze), schwarze
    Beine; vorne recht eine helle Pfote. Mittelgroß,
    schlank, muskulös.Moosgrüne Augen
    Charakter: freundlich, offen, manchmal etwas ruppig, geheimnisvoll, verspielt, wissbegierig, fair
    Besonderheiten: sehr enge Beziehung mit Sand (Schwester^^)
    Stärken: gute Schwimmerin und Jägerin, kämpfen, klettern, ist schnell, redet viel
    Schwächen: Ausdauerlauf, Klappe halten
    Verliebt in: Haselpfote
    Gefährte: später gerne ;)
    Junge: Jaaaaa!
    Darf sie in der Geschichte sterben?: Nein


    Zum kopieren:

    Name:
    Geschlecht:
    Alter:
    Rang:
    Aussehen:
    Charakter:
    Besonderheiten:
    Stärken:
    Schwächen:
    Verliebt in:
    Gefährte:
    Junge:
    Darf er/sie in der Geschichte sterben?:



    (Da das hier eine MMFF werden soll und nur evtl. ein Rpg (wenn es genug aktive Mitglieder gibt) solltet ihr Charakter und Aussehen gut beschreiben. Das macht es leichter, über euren Charakter in der Geschichte zu schreiben!)




    Zu den Clans:

    Die Clans leben am Rand des Gebirges. Oberhalb der Territorien ist eine Felsenlandschaft, deswegen jagen die Clans unterhalb davon in den Laub- und Nadelwäldern. Ein kleiner Fluss durchfließt beide Territorien und ein kleiner Nebenarm führt zu einem Teich, an den das LichtClan-Lager grenzt. Außerdem gibt es in jedem Gebiet von den zwei Clans eine Grasebene, auf denen sie meistens Kaninchen jagen.

    Das LichtClan-Lager ist eine kleine Lichtung, die von Bäumen und einem Teich umschlossen wird. Der Anführerbau liegt hoch oben in einer Asthöhle auf einer großen Buche. Vom niedrigsten Ast hält der Anführer Clanversammlungen. Der Kriegerbau ist am anderen Ende der Lichtung. Er ist komplett von einem Brombeergestrüpp umgeben, nur durch ein kleines Loch gelangt man hinein. Eine kleine Höhle zwischen den Wurzeln einer Weide bildet die Kinderstube. Sie ist geräumig und wird von den Flechten des Baumes geschützt. Die Heiler haben ihren Bau am Ufer des Teichs. Ein überdachter Felsvorsprung schützt vor schlechtem Wetter. Der Schülerbau befindet sich zwischen dem Kriegerbau und der Kinderstube. Ein umgefallener hohler Baum, bildet eine geräumige Schlafgelegenheit. Die Ältesten schlafen unter einem Haselstrauch, der Wind und Regen abhält.

    Das KrähenClan-Lager ist von vielen Felsen umgeben, die einen runden Kessel bilden. Die einzelnen Baue befinden sich unter Felsvorsprüngen und in kleinen einzelnen Höhlen. Es gibt mehrere Kriegerbaue, die um das Lager herum aufgeteilt sind. Die Kinderstube liegt zwischen zwei großen Felsbrocken. Äste und Flechten schützen vor Sturm und Wind. Ein einzelner großer Stein liegt vor dem Eingang und verhindert ungewolltes Eindringen in den Bau. Der Anführerbau liegt auf dem höchsten Felsen, zwischen kleinerem Geröll, von wo er auch seine Ansprachen hält.
    Der Heilerbau liegt in einer kleinen Einbuchtung am einem Rinnsal.


    Zu den Katzen:

    Erstellt bitte nur Katzen aus dem LichtClan für das Rpg! Im Rpg können keine KrähenClan-Katzen mitspielen! Das Aussehen der Katzen ist verschieden. Das einzige, was ihr beachten müsst ist, dass sie harte Pfotenballen und kräftige Beine haben, weil sie oft Hänge hochlaufen oder über Felsen klettern müssen. Aber den Rest dürft ihr selbst entscheiden.

    Die Katzen jagen eigentlich alles. Meistens jedoch Vögel, Mäuse, Eichhörnchen und Kaninchen. Es kann auch mal passieren, dass man zwischen den Felsen eine Schlange erwischt.

    So das war´s erst mal zu den Katzen ;)

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    Hierarchie: ((bold))LichtClan: ((ebold)) Anführerin:((bold)) Moosstern((ebold)) - dunkelbraune Kätzin, langes Fell, grüne Augen Zweite Anführerin:



    Hierarchie:

    LichtClan:

    Anführerin: Moosstern - dunkelbraune Kätzin, langes Fell,
    grüne Augen


    Zweite Anführerin: Samtsturm - Siamkätzin (cremefarben mit dunkelbrauner Maske, Ohren, Schwanz, Beine und Hinterteil) weiches Fell, eisblaue Augen Mentorin von Federpfote


    Heiler/in: Schwalbenfeder - graue Kätzin mit dunklen Flecken, dunkelblaue Augen, Mentorin von Wiesenpfote


    Krieger:

    Elsternacht - langbeinige schwarze Kätzin mit weißem Pfoten-, Brust-, Schnauzen-, Flanken- und Schwanzfell; schmale eisblau-graue Augen
    Waldschatten - eig. ganz hübscher brauner Tokanese, Statur einer Orientalisch-Kurzhaar; blau-graue Augen
    Löwentatze - schlanke attraktive goldgelb- und braungetigerte Kätzin, weiße Pfoten; goldbraune Augen Mentorin von Haselpfote
    Brandherz - großer Bengalkater mit grünen Augen Mentor von Vogelpfote
    Nesselstich - gold-hellbraun getigerte Kätzin mit heller Unterseite, buschiger Schwanz; blass-blattgrüne funkelnde Augen (kommt nicht als Gefi für Kater in Frage! ;D )
    Steinpelz - riesiger, dunkelgrauer Kater mit weißen Pfoten/Bauch, sehr langes Fell und breite Schultern; sturmgraue Augen
    Blütenschwinge - geschmeidige, blütenweiße Kätzin, silberne Streifen an den Flanken und silberne Brust; heidefarbene Augen
    Seerose - schlanke, dennoch kräftige hell-cremefarbene Kätzin mit dunkelbraunen Pfoten und weißer Schnauze; grasgrüne Augen
    Wolfsnacht großer, dunkelgrauer Kater mit schwarzem Bauch/ Pfoten /Beininnenseiten/ Schweifunterseite/ Schwanzspitze, buschiger Schweif, vernarbte Flanken/Schnauze, V-Riss im rechten Ohr; dunkelblaue Augen
    Mondgesang - kleine, schlanke Kätzin mit kurzem, ungewöhnlich weichem, silbriggrauem Fell, dunkleren Flecken in Musiknoten-Form (nur bei Mondlicht), weiße Pfote, langer Schweif; dunkelblaue "unwiderstehliche" Augen
    Mondstrahl - zierliche Kätzin mit langem, silber-glänzendem Fell und großen, dunkelblauen Augen
    Sturmherz - großer, muskulöser Kater mit mittellangem, dunkelgrauen Fell, schwarze Vorderpfote; blaue Augen
    Windsturm - zierlicher, schlanker, schwarz-grauer Kater mit schmalen Schultern; grüne Augen
    Wolkenhimmel - schlanke, mittelgroße Kätzin mit langem, flauschig-weißem Fell, grauer Schimmer und schwarzen Ohrenspitzen; himmelblaue Augen (um Pupille dunkler, nach außen heller) Mentorin von Schattenpfote
    Rindenblitz - dunkelbrauner Kater mit rotbraunen Wirbelflecken und schwarzer Tigerung, vielen Narben und sanften, hellbraunen Augen; Mentor von Tagespfote
    Wolfspelz- großer, schlanker Kater mit buschigem, silbernem Fell und eisblauen Augen
    Rosenmond- schlanke, hübsche, rot-weiße Katze mit sanften, leuchtend grasgrünen Augen



    Königinnen:



    Schüler:

    Haselpfote(-blick) - schlanker Bengalkater mit haselnussbraunen Augen
    Vogelpfote(-feder) - mittellanges schildpattfarbenes Fell (Glückskatze), schwarze Beine und vorne rechts eine helle Pfote; schöne grüne Augen
    Federpfote (-himmel) - sehr hellgraue Kätzin mit dunkelgrauer Tigerung, weißer Bauch, Ohren, Schwanzspitze und Vorderpfoten; ein hellblaues, ein grünes Auge
    Schimmerpfote (-pelz) - schlanke, blaugraue Kätzin mit schwarzem Gesicht, schwarzen Pfoten und dunkelblauen Augen
    Efeupfote (-schwinge/-himmel/-mond) - weiße Ägyptische Mau mit leichter, hellgrauer Musterung, schwarze Pfoten und Schwanzspitze; smaragdgrüne, warme Augen
    Tagespfote (-licht)- zierliche, schneeweiße Katze mit warmen bernsteinfarbenen Augen
    Schattenpfote (-?)- zierliche, kastanienbraune Katze mit warmen, bernsteinfarbenen Augen




    Älteste:

    Eichelfell- blinder, schlanker, grau-blauer Kater mit milchigen Augen
    Sturmkralle- alter, schwarzer Kater mit stechend grünen Augen und zerzaustem Fell

    Junge:



    Streuner:

    Eule (-nflügel)- schlanke, cremefarbenweisse Katze mit braunen Augen und braunen Sprenkeln




    Gefährten:

    Brandherz 💜 Haselzweig (tot) [ Haselpfote ]
    Blütenschwinge 💜 Nesselstich
    Wolfspelz 💜 Eule (-nflügel)



    Verliebt:

    Vogelpfote ->💕<- Haselpfote
    Sturmherz ->💕 Lilienblüte
    Windsturm ->💕 Mondgesang
    Schimmerpfote ->💕 Haselpfote
    Tagespfote ->💕 Rindenblitz
    Rosenmond ->💕 Sturmherz




    Geschwister:

    Löwentatze & Steinpelz
    Tagespfote & Schattenpfote
    Schimmerpfote & Rindenblitz







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    KrähenClan: Anführer: ((bold))Donnerstern((ebold)) - schwarzer Kater, gelbe Augen zweiter Anführer: ((bold))Habichtpelz((ebold)) - roter Kater, wei



    KrähenClan:

    Anführer: Donnerstern - schwarzer Kater, gelbe Augen

    zweiter Anführer: Habichtpelz - roter Kater, weiße Flecken, grüne
    Augen

    Heiler/in: Wirbelfell - dunkelbrauner Kater mit weißen Flecken,
    grüne Augen

    Krieger:

    Rostschweif - roter Kater, hellblaue Augen
    Nachtkralle - schwarze Kätzin, blind
    Weidenblüte - graue Kätzin, grüne Augen
    Baumpelz - dunkelbraun getigerter Kater, bernsteinfarbene Augen, Mentor von Schwarzpfote
    Sonnenflügel - gelbe Kätzin, grüne Augen
    Hasensprung - schneller brauner Kater, bersteinfarbene Augen
    Adlerschrei - dunkelroter Kater mit schwarzen Flecken, gelbe Augen
    Schneeschatten - weiße Kätzin mit schwarzen Beinen, blaue Augen, Mentorin von Sturmpfote
    Wasserkralle - blaugraue Kätzin mit dunkelblauen Augen
    Leopardensturm - goldene Kätzin mit schwarzen Tupfen,
    dunkelbraune Augen

    Königinnen:
    Schneeschatten (Mutter von Sturmpfote und Schwarzpfote)

    Schüler:

    Sturmpfote - dunkelgrauer Kater, gelbe Augen
    Schwarzpfote - nachtschwarze Kätzin, grüne Augen

    Älteste:

    Graublüte - graue Kätzin mit weißen Flecken, blaue Augen
    Spitzmauszahn - brauner Kater, bernsteinfarbene Augen
    Rosenherz - rotbraune Kätzin, grüne Augen

    Junge: -------

    Gefährten: Schneeschatten & Adlerschrei



    Ich sag es jetzt zur Sicherheit einfach noch einmal: Erstellt keine Katzen für den KrähenClan! Die kommen nur in der FF vor, sonst nicht! Nur der LichtClan kommt im Rpg vor!


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    Katzen außerhalb der Clans:

    Sand - Kätzin mit kurzem sandfarbenem Fell, weiße Pfote vorne rechts, hellgrüne Augen; Schwester von Vogel
    Nebel - hübsche graue Kätzin mit langem Fell, blaue Augen
    Mohn -Kätzin mit schwarzem, mittellangem Fell, rotes Ohr und an einer Pfote rote Zehen; grüne Augen (Mutter von Blatt, Shira, Fox)
    Blatt - schildpattfarbener Kater, mittellanges Fell; grüne Augen
    Shira - schwarze Kätzin mit mittellangem Fell; tiefblaue Augen
    Fox - roter Kater mit schwarzem Kinn; tiefblaue Augen



    Wer spielt wen?

    Frostflügel: Moosstern, Vogelpfote

    Luchsiii: Schwalbenfeder, Wolfsnacht, Blütenschwinge, Samtsturm, Sand, Nebel, (Haselpfote)

    Akina: Seerose, Mondgesang, Wolkenhimmel

    Drachi: Löwentatze, Steinpelz, Windsturm, (Brandherz)

    Keinhorn/Rari: Nesselstich, Waldschatten, Elsternacht

    ( Alija: Brandherz, Haselpfote, Mohn, Blatt, Shira, Fox )

    Federpfote: Federpfote

    Mondstrahl: Mondstrahl, Sturmherz, Lilienblüte, Junge





    News!


    Da dieses Rpg nahezu ausgestorben ist, haben wir beschlossen daraus eine MMFF zu machen! Ab sofort werden wir (Frosti, Drache und Luchsiii) die FF zusammen weiter schreiben und ihr könnt euren Stecki schicken, wenn ihr dabei sein wollt!

    Wenn euch was Bedrückt, sagt.....äh schreibt's in die Kommis! xDD

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    Prolog


    Mit einem Ruck erwachte Moosstern und schreckte hoch. Die Stimmen ihres Traums hallten noch durch ihren Kopf: ""Ein Vogel kommt und bringt die Freiheit mit, die er besitzt."
    Es war der selbe Traum, den sie schon einmal gehabt hatte. Nein nicht schon einmal. Seit den letzten zwei Monden, in denen der LichtClan von dem KrähenClan bekämpft und bestohlen wurde, hatte sie diesen Traum. Ihr Clan stand am Ende seiner Kräfte, viele Krieger waren in den Kämpfen gestorben und die Beute war rar. Der Anführer des feindliches Clans Donnerstern befahl seinen Kriegern nämlich immer und immer wieder, in das Territorium des LichtClans einzudringen und Beute zu stehlen. dauernd gab es Grenzgefechte und nach jedem Kampf kehrten ihre Krieger besiegt und schwer verwundet ins Lager zurück, während die KrähenClan-Krieger höhnisch die neue Grenze markierten und selbstbewusst nach Hause zurückkehrten. Und dann kam dieser Traum. Aber was bedeutete er? Moosstern zuckte traurig mit dem Ohr. Langsam erhob sie sich und trottete aus ihrem Bau. Die Sonne ließ den Tau auf den Gräsern glitzern und eine kühle Brise wehte die frische Bergluft an. Mooststern atmete tief ein und wandte sich dann in Richtung Heilerbau. Schwalbenfeder stand, mit Wiesenpfote an ihrer Seite, vor dem Kräuterlager und erklärte ihrem Schüler geduldig etwas über eine Heilpflanze.
    "Schwalbenfeder?"
    Die Heilerin hob den Kopf, als ihre Anführerin den Bau betrat. "Was gibt es, Moosstern?" Mit einem Schwanzwedeln gab sie ihrem Schüler ein Zeichen."Los, Wiesenpfote. Geh dir was zu essen holen." Der hellbraune Kater nickte den beiden Kätzinnen kurz zu und verschwand dann zum Frischbeutehaufen. Schwalbenfeder wusch sich kurz die Pfoten in einer Pfütze und setzte sich dann auf ein Fleckchen Sonne. Moosstern tat es ihr gleich. Besorgt musterte die Heilerin ihre Anführerin.
    "Es ist der Traum, oder?", riet sie, bevor Moosstern irgendetwas sagen konnte. Die dunkelbraune Kätzin nickte.
    "Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte!", klagte sie, "Die ganzen Kämpfe, das ganze unnötig vergossene Blut! Und der SternenClan schickt mir nur eins und zwar, dass Frischbeute kommt und Freiheit mitbringt! Aber wann kommt dieser verfluchte Vogel, verdammt! Wenn nicht bald etwas geschieht, wird der ganze Clan von diesen..., diesen krähenfraß fressenden KrähenClan-Kriegern ausgerottet! Sollte der Vogel nicht jetzt kommen? Jetzt, wenn wir in brauchen!" Bebend brauch die verzweifelte Anführerin zusammen. "Was soll ich nur tun?", fragte sie schwach und wünschte sich nichts sehnlicher, als eine tröstliche Antwort. Lange Zeit schwieg die Heilerin, doch nach gefühlten 10 Monden sagte sie leise: "Ich kann es dir nicht sagen. Ich weiß nur, dass wir jetzt nicht aufgeben dürfen."
    "Aber...", Moosstern wollte protestieren, doch die graue Kätzin legte ihr den Schwanz auf den Mund. "Schscht. Sag nichts.", ihre dunkelblauen Augen zeigten Wärme und Zuversicht, aber auch einen Hauch Besorgnis. Aber vor allem die Treue zu der Anführerin und das Vertrauen in den SternenClan.
    "Der SternenClan hat dir ein Zeichen geschickt. Er wird nicht zulassen, dass Donnerstern einen ganzen Clan ausrottet. hab Vertrauen in deine Ahnen und Zuversicht in deinen Taten. Ein Vogel wird kommen, zur richtigen Zeit. Und er wird die Freiheit bringen, die er besitzt..."

    6
    Das ist Nebel^^ „Vogel! Vogel, jetzt wach doch endlich auf!“ Eine Pfote stieß mich in die Seite, die gerade noch in einem schönen Traum gewesen
    Das ist Nebel^^



    „Vogel! Vogel, jetzt wach doch endlich auf!“ Eine Pfote stieß mich in die Seite, die gerade noch in einem schönen Traum gewesen war. Blinzelnd öffnete ich die Augen.
    „W-was ist denn, Sand?“, fragte ich schläfrig und fuhr mir mit der Pfote über die Augen. Vor mir stand eine sandfarbene Kätzin und dahinter ein kleiner grauer Kater.
    „Komm schon!“, quiekte die Kätzin. „Wir wollen jagen gehen. Zusammen mit Nebel!“
    „Ich werde die meiste Beute fangen!“, krähte ein weiterer Kater, der sich jetzt an den beiden Katzen vorbei drängelte.
    „Autsch! Zweig, du stehst auf meinem Schwanz!“, mit einem Schlag war ich wach und stürzte mich auf meinen ahnungslosen Bruder. Ehe dieser sich versah lag er im Staub. „Hey, das ist unfair!“, rief er empört.
    „Vogel! Zweig! Schluss jetzt! Nebel wartet schon auf euch!“, mit diesen Worten trat eine hellbraun getigerte Kätzin heran und musterte uns streng. Sofort sprangen wir auf die Pfoten und reihten uns nebeneinander auf. Die Getigerte schnurrte belustigt, machte dann kehrt und führte uns aus dem Zweibeinerort.
    „Blume! Hier drüben!“, rief eine tiefe Stimme. Baum, unser Vater, trat zusammen mit einer hübschen grauen Kätzin aus den Schatten der Bäume.
    „Hallo Junge!“ Die Kätzin schnurrte erfreut, als sie uns erblickte.
    „Nebel!“ Alle hüpften wir aufgeregt auf und ab und rasten dann auf die hübsche Kätzin zu. Diese betrachtete uns liebevoll und sagte dann: „Heute zeige ich euch etwas neues. Wir werden Kaninchen jagen! Und währenddessen ruhen sich eure Eltern von euch aus!“ Mit leuchtenden Augen schauten wir zu ihr auf. Ich bewunderte sie. Sie war stolz und elegant und sie war auf eine ganz spezielle Art irgendwie besonders. Wenn ich mal groß bin will ich genauso sein wie sie!, dachte ich. „Kommt, wir gehen auf die Wiese dort drüben.“ Mit dem Schwanz zeigte Nebel in die Richtung, die sie meinte und trabte dann los. Dort angekommen schnippte sie mit dem Schwanz. „Seid jetzt still, sonst hören euch die Kaninchen und rennen ganz schnell weg! Wer will anfangen? Nein wartet. ich weiß ja jetzt schon, dass ihr euch nicht einigen könnt. Stein, du fängst an.“ Langsam trottete der graue Kater zu der Kätzin. „Schau, ich mach es dir mal vor.“ Mit geübten Pfotenschritten schlich sie sich an ein Kaninchen an, dass sie ausfindig gemacht hatte. Als sie nur noch eine Fuchslänge entfernt war, sprang sie aus dem hohen Gras und tötete das Kaninchen mit einem gekonnten Biss in den Hals. Wir schauten sie mit großen Augen an, als sie mit dem Kaninchen im Maul zurückkam. „Das, das war Wahnsinn!“, jubelte ich. Sand und Stein nickten zustimmend, während Zweig meinte: „Ich werde mal der beste Kämpfer von uns allen.“
    „Du arroganter Fellball!“, schrien meine Schwester und ich gleichzeitig und wie auf Kommando stürzten wir uns auf unseren Bruder. Stein hielt sich raus und wandte sich stattdessen an Nebel: „Weißt du auch was über Heilkräfte?“
    Verwundert schaute ihn die graue Kätzin an. „Wie kommt denn ein Junges wie du auf die Idee, etwas über das Heilen zu lernen?“
    „Ich weiß es nicht“, miaute der kleine Kater und zuckte mit den Schultern. „In der Nacht träume ich oft von Kräutern, mit denen ich Schmerzen lindern kann. Es interessiert mich einfach.“
    Neugierig musterte ihn Nebel. „Meine Mutter wusste viel über Kräuter. Ich kann dir ein paar zeigen. Hast du Lust?“ Aufgeregt nickte Stein und folgte ihr dann hinab zu einem Bach. Als die zwei Katzen verschwanden, unterbrach Zweig den spielerischen Kampf mit uns und brüllte: „Hey, die gehen weg!“ Mit wehendem Schwanz flitzte der dunkelbraune Kater seinem Bruder hinterher und verschwand.
    „Endlich Ruhe!“, rief ich und ließ mich auf die Seite fallen. Außer Atem plumpste Sand neben mich und meinte: „Du solltest eigentlich Sand heißen, nicht ich! Schau dir mal dein Fell an!“ Belustigt schnurrend betrachtete ich mein Fell, das jetzt nicht mehr gefleckt, sondern über und über mit Sand bedeckt war.
    „Ich liebe unser Zuhause. Es ist so wunderschön hier.“ Langsam ließ ich meinen Blick über die Landschaft schweifen.
    „Ja, ich hoffe wir müssen hier nie weg.“ Sand fing langsam an mein Fell zu säubern. Schnurrend tat ich es ihr gleich und fuhr mit der Zunge über die Schulter meiner Schwester. In diesem Moment der Stille und des Friedens kam Zweig den Hügel hinauf geschossen. Seufzend zuckte ich mit dem Ohr. Und vorbei ist´s mit der Ruhe.

    7
    „So, jetzt aber ab in euer Nest!“, miaute Nebel und schob mich hinter meinen Geschwistern her in den hohlen Baum, der uns als Schlafplatz diente. Es war spät am Abend und meine Geschwister und ich waren müde von der heutigen Jagd nach Hause getappt. „Kannst du uns nicht noch eine Geschichte erzählen? Bitte!“ Mit großen Augen schaute Sand zu der grauen Kätzin hinauf. Seufzend schob sich Nebel in den Bau und machte es sich auch dem Boden bequem. Ich kuschelte mich in dem Moos an meine Geschwister und lauschte mit großen Augen, als Nebel mit ihrer sanften Stimme anfing zu erzählen: „Früher lebten hier viele Katzen. Der ganze Wald wurde von ihnen bewohnt. Man nannte sie die Clans. Sie lebten in großen Gruppen zusammen, jagten für einander und beschützten sich gegenseitig vor Gefahren. Sie lebten glücklich und voller Lebensfreude und Energie. Einer von ihnen war Mondkralle. Er war ein großer Krieger. Er war der Vater des Vaters meines Vaters und zugleich der stärkste Krieger des ganzen Waldes. Manche fürchteten seine Stärke, andere misstrauten ihm. In ihren Augen war er ein Krieger mit scharfen Krallen und mächtigen Muskeln. Doch er hatte ein gutes Herz. Die Kämpfe, die er führte waren niemals grausam. Er kämpfte gerecht, setzte nie seine ganze Kraft ein und er wagte es niemals, niemals zu töten. Mondkralle war ein wundervoller Kater. Seine Gefährtin Himmelblüte starb im Kampf gegen einen anderen Clan. Ein feindlicher Krieger stolperte und stieß sie dabei in eine Schlucht. Sie brach sich das Genick und doch kam Mondkralle nie in den Sinn sich an dem Krieger zu rächen.“ Verträumt schaute Nebel nach draußen in den Nachthimmel. „Aber auch ohne seine Gefährtin hat er es geschafft, sein Junges großzuziehen. Er schenkte ihm doppelt so viel Liebe. Lange trauerte er noch um seine Gefährtin, aber er wusste, dass er nichts mehr ändern konnte. Mondkralle wurde schließlich zweiter Anführer und nach einigen Monden dann auch Anführer. Der Clan hätte durch Mondkralles Stärke viel Territorium gewinnen können. Er hätte die Macht über den ganzen Wald haben können, doch er wählte seine Entscheidungen mit Bedacht und vergoss kein unnötiges Blut. Er führte seinen Clan sicher durch viele Blattwechsel. Aber auch Stärke hat ihre Grenzen. Zweibeiner kamen und zerstörten das Zuhause der Clan-Katzen. Sie bauten Donnerwege und Zweibeinernester und machten mit ihren riesigen Monstern den Wald kaputt. Viele Katzen verloren ihr Leben als Krieger, auch Mondstern starb durch eines der Monster. Die Clans wurden durch die Dummheit der Zweibeiner fast ausgelöscht!“ Nebel fuhr ärgerlich die Krallen aus, besann sich dann aber und fuhr ruhig fort. „Doch noch war nicht alles verloren. Nach einigen harten Monden beschlossen die zurückgebliebenen Katzen sich ein neues Zuhause zu suchen. Sie zogen weg von hier. Richtung Berge. Weg von den Monstern, die alles zerstört hatten, weg von all den Erinnerungen an das, was sie liebten. Weit weg. Sie wollten ein besseres und sichereres Heim finden, um die schwachen Katzen zu stärken und die Clans wieder neu aufzubauen. Ob es ihnen gelungen ist, ein Zuhause in den Bergen oder woanders zu finden, kann ich euch nicht sagen. Aber ich bin mir sicher, dass ihre Willenskraft und ihre Gemeinschaft sie weit gebracht haben. “ Zweig unterbrach sie: „Konnten sie nicht bleiben und kämpfen?“ Nebel wandte den Kopf zu ihm und sagte: „Manche Geschehnisse sind so groß, dass selbst der stärkste Krieger sie nicht besiegen kann. Man kann nicht gegen alles kämpfen, Zweig. Es sollte so sein, dass das Zuhause der Clans zerstört wurde, auch wenn es nicht gerecht klingen mag. Es gibt Dinge, die man am liebsten verhindern würde, aber das Schicksal ist unberechenbar. Es nimmt seinen Lauf, man kann es nicht ändern.“ Sie drehte leicht den Kopf zu mir. In ihren Augen sah ich viel Weisheit und Gefühle über längst vergangene Geschehnisse. „Lernt eines, junge Katzen. Wenn man jemanden verloren hat, den man liebt, ist er keinesfalls für immer verschwunden. Er lebt immer in eurem Herzen weiter. Irgendwann werdet ihr Zurückgelassene wiederfinden. Irgendwann…“, seufzend drehte sie den Kopf weg. „Schlaft jetzt“, mit diesen Worten berührte sie uns alle an der Nase und huschte dann leise aus dem Bau. Gähnend murmelte Sand: „Mondstern war bestimmt wahnsinnig mutig…“ „Später werde ich mal genauso sein wie er“, ergänzte Zweig schläfrig, bevor beide, wie Stein, in den Schlaf fielen. Aber ich konnte noch nicht schlafen. Irgendetwas in Nebels Blick beunruhigte mich. Plötzlich ertönte von draußen leises Gemurmel. Angestrengt spitzte ich die Ohren, doch die Katzen sprachen zu leise und saßen zu weit weg. Vorsichtig robbte ich bis zum Rand des Hohlen Baumes und lugte über den Rand. Meine Ohren schnappten ein paar Wortfetzen auf: „…Geschichte erzählen…“Nebel. „…Sturm…gefährlich…“ Blume, die besorgt in den Himmel schaute. „…keine Sorge…“ Die beruhigende Stimme von Baum. „…Unwetter vorbei zieht…“ Den Rest trug der Wind fort. Verwirrt folgte ich Blumes Blick zu den Sternen. Nein, die Sterne sah man gar nicht. Dicke Wolken türmten sich langsam am Himmel auf und der Wind fuhr schon kräftig über das Gras. erschrocken sprang ich zurück, als plötzlich eine kräftige Böe aufkam und durch meine Ohren pfiff. Dummerweise stieß ich an Sand, doch die drehte sich nur auf die andere Seite und schlummerte weiter. „Murmeltier!“, murmelte ich und rollte mich müde neben meinen Geschwistern zusammen. Es war doch ein aufregender und anstrengender Tag gewesen! Das besorgte Gespräch der älteren Katzen hatte ich schon vergessen, aber nicht mehr lange…

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    Ich konnte nicht schlafen. Außerhalb der gemütlichen Baumhöhle tobte ein Sturm. Regen prasselte unablässig auf den aufgeweichten Boden und heftige Böen zerrten an den Bäumen. Unruhig drehte ich mich auf die andere Seite. Neben mir spürte ich das weiche Fell von Blume. Ängstlich drückte ich mich an sie. Der Sturm gefällt mir nicht! Sofort spürte ich ihre sanfte Zunge, die mir beruhigend über den Kopf strich. Dankbar presste ich mich an sie. Langsam verschwamm mein Blick und ich schloss die Augen. Fast wäre ich in die Traumwelt geglitten, doch plötzlich krachte ein großer Ast unmittelbar neben der Baumhöhle und ich riss erschrocken die Augen auf. Auch Sand, Stein und Zweig schreckten aus ihren Schläfen hoch. „Wa-was war das?“, fragte Stein panisch. Blume antwortete nicht, erhob sich stattdessen und schlich vorsichtig bis zum Eingang des Hohlen Baums vor. „Baum? Bist du schon da?“, fragte sie mit zitternder Stimme, doch die einzige Antwort war das Heulen das Windes. Ihre Frage wurde von den starken Böen davon getragen. „Baum!“, schrie sie noch einmal. Plötzlich wurde eine schattenhafte Gestalt sichtbar. Baum kam mit gesenktem Kopf gegen den Sturm ankämpfend und klatschnassem Fell, das ihm am Körper klebte, auf den Bau zu gestapft. „Wir müssen raus hier!“, hörte man ihn jaulen. Der Fluss ist über das Ufer getreten und das Wasser steigt bei dem Regen unaufhörlich.“ Mit mühseligen Schritten erkämpfte sich mein Vater den Weg zu uns vor. „Was?“, Blume riss ungläubig die Augen auf. „Wie kann das sein. Der Fluss….er war…“ Ihre Stimme brach. „Kommt schnell! In den Wald“ Baum wedelte angstvoll mit dem Schwanz. „Das Wasser steigt schneller als man denkt.“ Schnell sprang ich auf die Pfoten und kroch zum Eingang. Als ich eine Pfote auf die vom Regen durchnässte Erde setzen wollte, riss mich der heftige Sturm fast von den Pfoten. Ich strauchelte, verlor mein Gleichgewicht und wäre fast auf die Seite gefallen, doch im letzten Moment schob Baum seine Nase unter meinen Körper und schob mich auf die Pfoten. „Danke!“, keuchte ich, dabei war ich mir nicht mal sicher, ob er mich bei dem lauten Wind überhaupt hörte. Mit vorsichtigen Pfotenschritten kroch ich vorwärts durch das vom Wasser aufgeweichte Gras. An dem heruntergefallenen Ast vorbei in die Richtung, die Baum genannt hatte. Den Bauch dicht am Boden robbte ich immer weiter einen leichten Hang hinauf. Hinter mir spürte ich den warmen Atem von Sand. Und dahinter meine Brüder Zweig und Stein. Als ich beinahe die ersten Sträucher des Waldes erreicht hatte, hörte ich hinter mir plötzlich einen panischen Schrei. Blitzschnell wirbelte ich herum. Oh nein! Der Hohle Baum schwankte gefährlich, seine herabhängenden Äste peitschten wild durch die Luft. Mit einem unglaublich lauten Knarzen neigte sich der kräftige Baum seitwärts. Ich war wie gelähmt vor Angst und Schreck. Dann wandte ich meinen Blick auf die Katzen, die hinter mir standen. Alle standen sie da und starrten auf die fallende Weide. Wir alle standen in einer sicheren Entfernung. Alle bis auf… „Stein!“ Mit einem lauten Jaulen schoss ich an den versteinerten Katzen vorbei zu meinem Bruder, der mit weit aufgerissenen panischen Augen auf den großen schattenhaften Baum starrte. Mit all meiner Kraft schubste ich meinen Bruder in sichere Entfernung, doch als wir es fast geschafft hatten, stolperte ich über eine Wurzel und fiel auf die Nase. Wie ein Ungetüm ragte unsere einst so gemütliche Höhle über uns auf. Mit einem unheimlich lauten Knarzen rissen die Sturmböen die letzten tapferen Wurzeln aus dem schlammigen Boden und erst langsam, doch dann immer schneller senkte sich der Baum Richtung Boden. Wild peitschten die Zweige durch die Luft. Mit einem lauten Schrei drückte ich mich an meinen Bruder und duckte mich tief auf die Erde. Ich wusste es war zu spät zu wegrennen. Als die Weide auf den Boden aufschlug, bebte die ganze Erde und ich hörte noch die verzweifelten Schreie meiner Mutter und meines Vaters. Dann wurde alles schwarz.

    …Schmerzen….Baum….Gewitter… Vorsichtig öffnete ich die Augen. Unheimliche Schmerzen überkamen mich und ich schrie laut auf vor Schmerz. Blumes Stimme drang undeutlich an mein Ohr. Verschwommen sah ich, wie sie auf mich zukam. Ihr Körper war merkwürdig verzogen und ihre sonst so sanfte Stimme klang unangenehm und dröhnte in meinem Kopf. Alle Farben vermischten sich zu komischen Flecken in allen Regenbogenfarben und brachten ein wahnsinniges Schwindelgefühl hervor. Kann sie nicht leise sein? Keuchend presste ich die Augen zusammen und wartete, bis der Schmerz und der Schwindel ein wenig abgeklungen waren. Dann öffnete ich sie erneut. So langsam verschärfte sich mein Blick und ich konnte wieder deutliche Konturen erkennen. Benommen öffnete ich den Mund: „Was…passiert?“ Schwankend versuchte ich aufzustehen, doch sofort kam der Schmerz in meiner Schulter wieder und ich sackte stöhnend zusammen. „Der Hohle Baum ist auf dich gefallen.“ Gott sei Dank! Blumes Stimme klang wieder normal. „Was…ist mit Stein?“, fragte ich undeutlich und schaute mich um. „Stein hatte Glück. Ihn hat der Baum nur gestreift. Er steht nur ziemlich unter Schock.“ Mit ernstem Gesichtsausdruck deutete Blume auf den kleinen grauen Kater, der mit weit aufgerissenen Augen neben Baum lag und vor sich auf den Boden starrte. In diesem Moment hob Baum den Kopf von seinem Sohn und Erleichterung machte sich auf seinem Gesicht breit, als er mich erblickte. „Wir müssen weiter“, miaute er durchdringend und warf einen besorgten Blick über die Schulter. „Das Wasser steigt immer noch.“ Vorsichtig wegen des Schwindelgefühls spähte ich an Baum vorbei. Das Flusswasser stieg unaufhörlich, trat weit über seine Ufer und die ersten Wellen schwappten uns schon um die Pfoten. Plötzlich schoss mir ein Gedanke durch den Kopf und ich wandte mich an meine Eltern. „Wo ist Nebel?“

    9
    Baum sah mich verunsichert an. Nach einem schnellen Blick zu Blume holte er tief Luft und sagte: „Ich weiß es nicht. Aber ihr Nest liegt oberhalb des Hanges im Wald, das heißt sie ist vor dem Wasser geschützt.“ Hoffentlich ist ihr nichts passiert! Blume schob sich an meine Seite. „Wir müssen jetzt weiter“, warnte sie. Mühsam kam ich auf die Pfoten, doch der Schmerz in meiner Schulter war so groß, dass ich sie nicht belasten konnte. Schwer lehnte ich mich an meine Mutter. „Darf ich mal?“, Stein kroch vorsichtig heran und schnupperte an meinem Bein. „Wir müssen sie schienen, sonst verschlimmerst du die Verletzung mit jeder Bewegung.“ Schon watete er durch das inzwischen bauchtiefe Wasser. „Stein, warte!“, rief Baum und hastete dem kleinen Kater hinterher. „Die Strömung ist zu stark. Vogel muss jetzt die Zähne zusammenbeißen bis wir im Wald sind.“ Stein schüttelte bestimmt den Kopf. „Nein, wenn sie ihre Schulter jetzt zu sehr anstrengt kann das bleibende Schäden hinterlassen und sie kann sie womöglich nie wieder belasten. Nebel hat mir das gestern erklärt. Ich muss nur bis zum Ufer. Ich weiß, was sie braucht. Dort gibt es genügend Gräser und Wurzeln an denen ich mich festhalten kann. Such mir solange zwei gleichlange Stöcke.“ Mit diesen Worten kämpfte er sich durch das Wasser, während mein Vater ihm verzweifelt nachblickte. Dann wirbelte er herum und raste zu den höhergelegenen Bäumen. „Sand, Zweig, lauft ihm hinterher und wartet oben bis wir nachkommen!“ Blume sah meine Geschwister eindringlich an. „Und bleibt ja dort!“ Ängstlich schaute Sand zu mir. Dann berührte sie mich kurz an der Nase und kletterte mit Zweig den Hang hinauf. Keuchend hielt ich mich auf drei Beinen, während meine Pfoten auf dem schlammigen Boden immer wieder den Halt verloren. Beeil dich Stein! Blume stütze mich so gut es ging, doch ich sah, wie auch ihre Kräfte schwanden. Das Wasser war mittlerweile so hoch, dass ich schon fast darin schwamm und die schwarzen Gewitterwolken am Himmel ließen immer noch kein Ende erahnen. Da kam Baum den Hang hinab geschossen mit zwei Stöcken im Maul. Aber wo war Stein? Er sollte schon längst wieder hier sein… Plötzlich ertönte ein Schrei vom Flussufer: „Hilfe! Ich ertrinke!“ Voller Angst schrie ich: „Stein! Ich komme!“ Verbissen biss ich die Zähne zusammen, bis mein Zahnfleisch schmerzte und watete vorsichtig, aber so schnell es ging zum Flussufer. „Vogel, warte! Was ist mit deinem Bein? Du kannst nicht schwimmen!“ Kurz drehte ich mich um und versuchte Halt zu finden. Doch die Strömung trug mich weg. „Ich bin mit drei Beinen immer noch stark genug, um zu schwimmen!“, schrie ich noch, dann wurde ich hinab zum Ufer getragen. Wo bist du, Stein? Angestrengt kniff ich die Augen zusammen und ließ sie über das tobende Wasser gleiten, während ich mich mit kräftigen Pfotentritten über Wasser hielt. Ich hatte Recht. Ich war eine fabelhafte Schwimmerin und hatte genug Übung, um meinen Bruder auch mit nur drei gesunden Beinen vor dem Ertrinken zu retten. Da! Ein grauer Kopf stieß durch die Wasseroberfläche. Stein schnappte hustend nach Luft, bevor ihm erneut eine Welle über dem Kopf zusammenschwappte. Schnell paddelte ich meinem Bruder hinterher. Das Wasser schäumte und brodelte gefährlich, doch ich ignorierte es, wie den stechenden Schmerz in meiner Schulter, der mich fast ohnmächtig werden ließ, und schwamm verbissen durch die Fluten. Als Steins Kopf erneut auftauchte, reckte ich mich vor und packte ihn schnell am Nackenfell. Das zusätzliche Gewicht zog mich in die tiefe, doch ich gab nicht auf und strampelte mühsam, doch die Wasseroberfläche entfernte sich mehr und mehr…

    10
    KrähenClan

    Graublüte saß reglos auf einem der großen Felsen außerhalb des KrähenClan-Lagers. Von dort oben hatte man eine gute Aussicht über die Berge und Wiesen. Langsam ließ sie ihren Blick über das Territorium gleiten und blieb an den entfernten Baumwipfeln des LichtClans hängen. Es kann hier so friedlich sein!, dachte sie wehmütig. Warum will Donnerstern nicht begreifen, dass der LichtClan keine Schuld an Regenschweifs Tod hat? Warum will er sie immer noch rächen? Eine Stimme meldete sich in ihrem Inneren: Sie trug seine Jungen in sich… Schnell schob sie diesen Gedanken zur Seite. Das entschuldigt trotzdem sein Verhalten nicht! Wie viel LichtClan-Blut klebt denn an den Krallen unserer Krieger? Mehr als nötig! Ihr Blick wanderte hinauf zu den Bergen. Seufzend schlug sie die Pfoten unter und ließ sich auf dem glatten Felsen nieder. Oft war sie schon hier gewesen. In den Zeiten, wenn sie die Schreie der verletzten Katzen, die aus dem Heilerbau drangen, nicht mehr ertragen konnte. Oder Donnersterns Blick in dem sich Hass und Gewalt spiegelten. Kopfschüttelnd vertrieb sie die Gedanken und ließ die Sonne in ihre Glieder strömen. Mondstern hat einen Fehler gemacht, ihn zum zweiten Anführer zu ernennen. Er hatte viel Potenzial und Mut, aber er wird zu schnell wütend und denkt zu schnell an Rache. Er verlangt zu viel von sich und anderen. Seine Pfoten wurden auf den falschen Pfad gelenkt. Ich lebe schon so lange unter Donnersterns Führung, dass ich schon fast vergessen habe, wie es im alten Zuhause war! Schnurrend zuckte sie mit den Ohren und dachte viele Monde zurück. Nein, das kann man nicht vergessen! Es war perfekt. Ich weiß noch, wie wir immer unsere Probleme mit den frechen Hauskätzchen hatten! Wie sie eines Nachts einfach in unserem Lager standen und steif und fest behauptet haben, wir hätten ihr Fressen geklaut! Als ob Clan-Katzen solchen Krähenfraß fressen würden! Auf einmal breitete sich Schmerz in ihrem Herzen aus. Ach Streifenfuß! Warum musste ich dich verlieren? Das Bild eines hübschen braungetigerten Katers schob sich vor ihre Augen und eine tiefe Sehnsucht überkam sie. Eine Szene aus vergangener Zeit spielte sich in ihrem Kopf ab, scharf und deutlich, als wäre es erst gestern passiert. Ein warmer Blick aus bernsteinfarbenen Augen, die so viel Liebe ausstrahlten, dass ihre Beine nachzugeben drohten. Seine magische Stimme, die ihre Ohren verzaubert hatten, als er diese wunderbaren Worte gehaucht hatte, nach denen sie sich so lange gesehnt hatte. Sein süßer Duft, der immer noch frisch in ihrer Nase lag, als hätte sie ihn gerade erst gerochen. Seine leuchtenden Augen, als sie ihm verkündete, sie erwarte Junge. Es war, als wären seitdem erst wenige Herzschläge vergangen. Von wegen! Graublüte blinzelte langsam. Und Eschenherz! Du hast ein besseres und längeres Leben verdient. Achtundzwanzig Monde war ich alt, als du geboren wurdest. Mein wunderbarer Sohn! Du warst ihm ein guter Vater, Streifenfuß, wir waren gute Eltern. Ich war so glücklich, als er uns erzählt hat, dass er Vater werden würde. Mir war es egal, dass es keine Clan-Katze war. Ich war froh, dass unser Sohn mit Schmetterling so glücklich war! Er hat sich entschieden mit ihr ein Leben zu führen, aber im Herzen war er ein wahrer Krieger. Weißt du noch, wie er mit uns gegen die Streuner gekämpft hat! Aber jetzt ist er tot. Und du auch. Was wohl aus seiner kleinen Tochter geworden ist? Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht einmal wie sie heißt. Schmetterling wird sie großgezogen haben, aber sie war sehr krank. Vielleicht hat sie sie zu den Zweibeinern gebracht...? Ich beneide dich ein wenig, Streifenfuß. Du bist im SternenClan. Du weißt so gut wie alles, während ich hier auf der Erde rumgammle. Ich bin viel zu alt für dieses Leben hier. Genau 176 Monde bin ich nun ohne dich. Auf meinen Schultern liegt mehr Last, als ich tragen. Meine Beine werden das bald nicht mehr tragen können. Ehrlich gesagt würde ich lieber sofort tot sein, als noch einen Kampf mitansehen zu müssen! Ein kratzendes Geräusch brachte Graublüte wieder in die Gegenwart. Habe ich laut gesprochen? Schnuppernd hob sie die Nase. „Rosenherz.“ Eine rotbraune Kätzin schob sich über den Rand des Felsens und zog sich keuchend auf die Plattform. „Du bist noch lange nicht so alt wie ich und schnaufst schon so stark, wenn du nur einen kleinen Stein hochklettern musst?“ Feixend rutschte Graublüte ein wenig zur Seite und verbannte somit ihre Gedanken. Rosenherz zuckte nur gleichmütig mit den Schultern und ließ sich dann neben die graue Kätzin fallen. „Ich bin eben eine verwöhnte, fette Kätzin“, meinte sie und strich sich ihr Bauchfell glatt. Graublüte schnurrte belustigt und genoss die Gesellschaft der Kätzin in vollen Zügen. Manchmal ist Alleinsein nicht der einzige Trost. Nach längerem Schweigen hakte Rosenherz nach: „Du bist gern allein hier draußen, stimmt´s?“ Graublüte, die wieder in die Ferne gestarrt hatte, drehte ihren Kopf und blickte in Rosenherz´ blattgrüne Augen. Zustimmend neigte sie den Kopf. „Ich muss das alles manchmal einfach hinter mir lassen.“ Mit dem Schwanz zeigte sie auf das Lager. „Es macht mich fertig, das alles ansehen zu müssen. Die Qualen, ob es nun unsere Katzen oder die des LichtClans sind.“ Rosenherz blickte sie mitfühlend an. „Ich weiß, wie du dich fühlst.“, sie senkte bedrückt den Kopf. „Donnerstern macht einen Fehler. Er weiß ganz genau, dass es falsch ist, was er da tut, aber sein Hass und seine Trauer benebeln ihn. Und die Krieger vertrauen ihm und tuen alles, was er sagt.“ Graublüte nickte zustimmend. Schweigend lagen die beiden Kätzinnen auf dem Felsen, genossen die letzte Wärme der untergehenden Sonne und lauschten gebannt dem wundervollen Gesang der Vögel, die durch die klare Luft der Abenddämmerung flatterten. Während die goldene Sonne hinter dem Horizont verschwand und die Wärme aus dem Felsen glitt, schaute Graublüte hinauf zu den Sternen. Irgendwie hatte sie das Gefühl, dass sich bald irgendwas ändern würde.

    11
    Zurück zu Vogel…

    Nein.
    Langsam drehte ich den Kopf. Ich hatte immer noch meine Zähne in Steins Nackenfell gegraben. Er hatte die Augen geschlossen, ich wusste nicht, ob er überhaupt noch atmete. Ich wusste nicht, ob er überhaupt noch lebte. Meine Lungen schrien nach Luft, doch ich unterdrückte den Drang mein Maul zu öffnen. Ich sackte immer weiter hinab, zusammen mit meinem kleinen Bruder, der schlaff in meinem Maul hing. Gedanken wirbelten durch meinen Kopf, ein paar konnte ich auffangen, doch die restlichen entglitten mir bevor sie deutlich in meinem Kopf sichtbar wurden. Ich könnte loslassen. Allein würde ich es schaffen, aber mit Stein… Schnell schob ich den Gedanken zur Seite. Niemals! Ich werde dich nicht loslassen, Stein! Niemals. Die Wasseroberfläche war kaum mehr zu sehen, das Wasser war schwarz und trüb. Ich werde uns nicht kampflos sterben lassen. Staub wirbelte auf, als wir am Grund des Flusses ankamen und Fische, die Schutz zwischen den Steinen und Algen gesucht hatten, schwammen panisch davon. Das ist meine Chance! Ich sammelte all meine Kräfte, winkelte meine Hinterbeine an und stieß mich so stark wie ich konnte vom Boden ab. Das kalte Wasser strömte um meinen Körper und langsam stiegen ich und Stein näher zur Wasseroberfläche. Es waren nur noch ein paar Fuchslängen! Ich lenkte meinen Körper flussabwärts und ließ mich von der Strömung nach oben treiben. Mein Kiefer schmerzte, von meiner Brust mal ganz abgesehen, trotzdem hielt ich Stein, der sich immer noch nicht rührte, fest gepackt. Gerade als ich ohnmächtig zu werden drohte stieß ich mit einem letzten anstrengenden Kraftaufwand durch die Wasseroberfläche. ich wagte nicht nach Luft zu schnappen, aus Angst, Stein könnte mir davon treiben, also kämpfte ich gegen den Zug nach unten an und steuerte das Flussufer an. Der Fluss ist mindestens doppelt so breit wie sonst! Erleichterung durchzuckte mich, als ich glatte Kieselsteine unter meinen Pfoten spürte. Mühsam zog ich mich aus dem Wasser, Stein hinterher. Ich öffnete mein Maul und ließ meinen Bruder auf dem Kies nieder. Keuchend und hustend schnappte ich nach Luft. Die Welt um mich herum begann sich zu drehen, immer schneller und schneller, bis ich keinen Halt mehr unter den Pfoten spürte. Meine Beine knickten ein und ich war nur noch mit einer Pfote bei Bewusstsein, als neben mir ein Husten ertönte. Ich kniff einmal kräftig die Augen zusammen und drehte mich dann vorsichtig zu Stein. Schwalle von Wasser quollen aus seinem Maul und er wurde von qualvollen Krämpfen geschüttelt. Wie erstarrt stand ich da und wusste nicht, was ich tun sollte. Jetzt kann selbst ich dir nicht mehr helfen, Stein. Traurig senkte ich den Kopf und legte mich neben meinen Wurfgefährten. Dieser hustete und wollte nicht mehr aufhören Wasser zu spucken, bis er schließlich laut nach Luft schnappte. Schnell erhob ich mich und begann mit kräftigen Zungenstrichen seinen Körper zu wärmen. Krächzend öffnete Stein seine blauen Augen. „Wasser…“ Hecktisch sah ich mich um. Dann riss ich schnell ein großes Blatt von einem Strauch ab und tauchte es vorsichtig in eine Pfütze. Langsam schob ich die kleine Wasserlache zu dem grauen Kater, der gierig anfing zu trinken. Nachdem er alles leergetrunken hatte, leckte er sich übers Maul und sagte schwach: „Danke Vogel. Du hast mir das Leben gerettet…“ Liebevoll berührte ich seine Nase mit meiner. „Das hättest du für mich doch auch getan!“ Stein sah mich mit einer Mischung aus Bewunderung und Dankbarkeit an. „Vermutlich…“ Müde schloss er die Augen, während ich mich wachsam umsah. Wir wurden ganz schön weit flussabwärts getrieben! Da ertönte plötzlich oberhalb des Ufers eine vertraute Stimme. „Heiliger SternenClan! Vogel! Stein! Ist euch etwas passiert?“ Beim Klang dieser Stimme, so sanft und tröstlich, fiel mir ein Stein vom Herzen. Erleichtert drehte ich mich um. „Nebel! Schnell wir brauchen Hilfe!“ Mit schnellen Schritten kam die graue Kätzin auf uns zu getrabt. Besorgt schnupperte sie erst an Stein, dann an mir. „Was ist passiert?“, hakte sie nach. „Ich habe versucht Stein zu retten. Er ist von der Strömung weggetragen worden und da er nicht schwimmen kann, bin ich ihm hinterher. Meine Schulter ist verletzt, deshalb…“ Weiter kam ich nicht, denn bei dem Gedanken an meine Verletzung, schrie ich vor Schmerzen auf. Wieder kam das Gefühl von vorhin, diesmal stärker und intensiver, als wäre es jetzt nicht mehr in meiner Schulter, sondern würde tief in meinem Innern sitzen und mit spitzen Krallen meine Seele zerreißen. Ich heulte und schrie, um dieses schreckliche Gefühl aus meinem Körper raus zu bekommen. Nebel versuchte mich zu packen und zu beruhigen, doch als sie mit ihren Pfoten meine Haut berührte, fühlte es sich an, als stünde mein Pelz in Flammen. Mein Körper brannte und ich fühlte mich, als würden messerscharfe Krallen meinen Körper zerfetzen. Vor meinen weit aufgerissenen Augen sah ich Leichen von Katzen, auf denen höhnisch andere Katzen hockten und boshaft lachten. Dann blutverschmierte tapfere Krieger, die unter den Krallen der anderen ihr Leben aushauchten. Verzweifelt versuchte ich mich aus dem Gedanken- und Gefühlsstrom loszureißen, aber all das Kämpfen nützte nichts. Durch den Lärm von Kriegsgeschrei und Schmerzenslauten konnte ich Nebels Stimme ausmachen. „Hier iss das.“ Langsam öffnete ich das Maul und spürte wie mir etwas in den Mund geschoben wurde. Dann verlor ich das Bewusstsein.

    12
    Sanfter Wind strich durch mein Fell und ließ mich die Augen öffnen. Ist das hier ein Traum? Oder bin ich ohnmächtig und fantasiere? Gerade tobte doch noch ein Sturm… Ich befand mich am Anfang einer weiten Wiese, die Sonne schien und das Zwitschern der Vögel hallte durch die Luft. Langsam erhob ich mich und tappte aus dem Schatten eines Ginsterstrauches, unter dem ich geschlafen hatte. Schnurrend blinzelte ich in den Sonnenschein und bewunderte die kleinen gelb-schwarz gestreiften Flügeltiere, die auf den Blüten der Wiesenblumen saßen und laut brummten. Durstig wie ich war nahm ich ein paar Schlucke aus einem schmalen Rinnsal und genoss das frische Wasser in meiner Kehle. Langsam trottete ich über die Ebene und spürte mit Zufriedenheit das weiche Gras unter meinen Pfoten. Das Knacken eines berstenden Zweigs ließ mich inne halten und herumwirbeln. Ein großer weißer Kater mit schwarzen Pfoten trat aus dem Heidekraut und neigte freundlich den Kopf. „Sei gegrüßt, Vogel“, miaute er mit einer warmen Stimme. Verdattert starrte ich ihn an. Woher weiß er, wer ich bin? Ich habe ihn noch nie zuvor gesehen! „Wer bist du? Und woher weißt du meinen Namen?“, stammelte ich nervös und sprach damit meine Gedanken laut aus. Der weiße Kater schnurrte fröhlich. „Ich bin Mondstern. Und ich kenne so gut wie jede Katze hier und in den Bergen!“ Ungläubig riss ich die Augen auf. „Du…du bist Mondstern? Der, aus Nebels Geschichte? A-aber…du bist…tot, oder etwa nicht?“ Ernst sah Mondstern mich an, aber in seinen Augen funkelte Wärme, wie die, der strahlenden Sonne. „Ja, Nebel hat euch gestern von mir erzählt. Ich lebe seit vielen Blattwechseln im SternenClan. Komm mit, ich will dir etwas zeigen!“ Mit seinem langen Schwanz winkte er mir zu und verschwand in dem Wald hinter mir, den ich bisher gar nicht bemerkt hatte. Hektisch erhob ich mich, stolperte hinter her ihm und hatte Mühe mit seinen langen Schritten mitzuhalten. Unzählige Fragen schossen mir durch den Kopf, doch ich hielt mich zurück, ihn mit Fragen zu bombardieren und meinte schließlich: „Wohin gehen wir?“ Mondstern starrte geradeaus in den Wald und murmelte: „Bevor ich dir das zeige, was ich dir zeigen wollte, muss ich dir wohl einiges erklären. Leg dich hier hin.“ Mit dem Ohr deutete er auf eine bemooste Wurzel und ich legte mich folgsam darauf nieder. „Ich habe mir gedacht, hier ist es angenehmer als in der prallen Sonne. Also nun. Nebel erzählte euch gestern die Geschichte von den Clans. Ich werde sie nun fortsetzten, also hör gut zu, denn es ist wichtig, dass du das weißt!“ Überrascht spitzte ich die Ohren und suchte mir eine bequeme Position. Dann begann Mondstern zu erzählen: „Nachdem die Clans, beziehungsweise die übriggebliebenen Katzen, ihr Zuhause verlassen hatten, reisten sie gen Westen. Die Reise war lang und wurde durch so manche Situationen erschwert, doch letztendlich erreichten sie ihr Ziel. Nach zwei Monden langer Reise kamen sie am Rand der Berge an. Die Krieger beschlossen, neue Clans zu gründen, da es zu viele Katzen waren, um in einem Clan zu bleiben. Früher im Wald gab es den GrasClan, den FischClan, den TannenClan und den MoorClan. Der TannenClan hatte sein Territorium in diesem Wäldchen hier. Während sich Fisch- und MoorClan lieber auf offenen Wiesen und in der Nähe des Wassers hielten, bevorzugte der GrasClan das trockene Leben zwischen den Felsen und auf weiten Wiesen. Ich war Anführer des GrasClans und mein Stellvertreter Donnersturm, jetzt Donnerstern, führte die Katzen, die mit ihm kommen wollten in das Felsengebiet der neuen Heimat. Er wollte den Katzen, die weiterhin zwischen Steinen und auf Wiesen leben wollten, eine Möglichkeit geben, ihr Leben wie früher weiter zu leben. Er taufte den Clan „KrähenClan“, als Andenken an die verlorenen Clan-Mitglieder und Hass auf diejenigen, die uns zerstört haben. Währenddessen ließ sich Moosblatt, die Stellvertreterin von dem TannenClan-Anführer Falkenstern, mit ihren Katzen im Wald und am Wasser nieder. Sie gab allen Katzen die Chance, sowohl im Wald, als auch auf Wiesen zu leben und aus Hoffnung und Besserung für die Zukunft nannte sie den Clan „LichtClan“. Du fragst dich bestimmt, warum ausgerechnet diese zwei Katzen die Clans angeführt haben.“ Er machte eine kurze Pause und leckte sich über eine seiner großen schwarzen Pfoten. „Moosblatt und Donnersturm waren die einzigen zweiten Anführer der vier Clans, die überlebt haben und zudem die einzigen, die nie die Hoffnung aufgegeben haben. Es hätte alles gut werden können, doch Donnersturm strebte nach mehr Territorium. Zwischen den Felsen gab es nicht ausreichend Beute also verschob er seine Grenzen weiter zu dem Wäldchen. Moosblatt überließ ihm das Gebiet kampflos, da im Wald und auf den Feldern auch in der Blattleere genug Beute lief.“ Mondstern seufzte tief. „Mittlerweile umfasst der LichtClan nur noch halb so viele Katzen wie einst, weil Donnersturm es nicht lassen kann sein Territorium zu erweitern, obwohl er genug hat und seine Krieger wohl genährt sind. Er ist im Grunde selber Schuld an dem Tod seiner Gefährtin…“ Schweigend hörte ich ihm zu. Warum tut Donnersturm das? Mondstern unterbrach meine Gedanken: „Komm, jetzt ist es an der Zeit, dir etwas zu zeigen. Schließe deine Augen.“ Gehorsam machte ich meine Augen zu. Plötzlich drangen Kampfgeräusche und panische Schreie an mein Ohr. Bitte nicht schon wieder das von vorhin! Vor Schreck und Angst riss ich die Augen auf. „Mondstern, wa-…“ geschockt hielt ich inne. Der Wald war verschwunden, stattdessen kauerten der weiße Kater und ich am Rande eines Flusses. Am Ufer trug sich ein grausamer Kampf zu. Skrupellos schlugen Krieger mit ausgefahrenen Krallen auf andere Katzen ein. Ein Schrei ertönte inmitten des Kampfgetümmels: „Brandherz! Hilf mir!“ Ein großer blutüberströmter Kater wirbelte herum und sprang hinüber zu einer nussbraunen Kätzin, die gerade von einem schwarzen Kater am Boden festgehalten wurde. „Das ist Donnerstern“, murmelte Mondstern und deutete auf den schwarzen Kater. „Und die anderen zwei sind Brandherz und Haselzweig. Sie sind Gefährten.“ Ich nickte gequält und fragte: „Können wir ihr nicht helfen? Er wird sie töten!“ Doch Mondstern schüttelte traurig den Kopf. „Dieser Kampf hat schon lange stattgefunden. Ich möchte ihn dir nur zeigen, damit du siehst, wie es den LichtClan-Katzen geht.“ Niedergeschlagen wendete ich mich wieder dem Kampf zu und klemmte mir die Pfoten unter meinen Körper, damit ich nicht aufspringen und mich in den Kampf stürzen konnte. Entsetzt sah ich zu, wie Donnerstern Brandherz einen hasserfüllten Blick zuwarf. „Du hast Regenschweif getötet!“, fauchte er. „Dafür wirst du büßen!“ Und mit einem hämischen Grinsen bohrte er der Kätzin, die mit angstvoll aufgerissenen Augen zu ihm hochstarrte, die Zähne in den Hals. Nein! Voller Schmerz drehte ich den Kopf weg und hörte nur noch das Gurgeln, dass aus Haselzweigs Hals drang und Brandherz´ kummervoller Schrei. „Bitte bring mich weg von hier“, hauchte ich und kniff die Augen zusammen. Mondstern senkte verständnisvoll den Kopf und berührte mich mit dem Schwanz. Ich öffnete die Augen und wir waren wieder in dem Wald, den wir vorhin verlassen hatten. Der Kater setzte sich und berührte mich mit der Nase an der Schulter. „Keine Sorge“, miaute er tröstend, „Brandherz wird bald sein Glück finden, was ihn den Schmerz über Haselzweigs Tod leichter ertragen lässt.“ Der Schmerz in meinem Herz wurde leichter, als ich die tröstenden Worte des alten Katers hörte. Neugierig hob ich den Blick. „Warum hast du mir das alles gezeigt und erzählt?“ Der Kater erwiderte ernst meinen Blick und sagte: „Deine Bestimmung liegt an diesem Ort. Die Zeit ist gekommen, dass die LichtClan-Krieger Hilfe brauchen. Und Hilfe wird ihnen geschickt. Eine Katze, die ihr Zuhause verlässt und die Zukunft in den Bergen sieht, wird kommen. Hilfe von einer Katze, die ihre Schwingen ausbreitet und über die Gefahr hinwegfliegt.“ Seine Gestalt verblasste langsam, seine Stimme wurde leiser. „Vogel…“ Dann war er weg und ich schlug die Augen auf.

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    Langsam erwachte Löwentatze aus ihrem Traum. Gähnend guckte sie sich in Kriegerbau um. Als sie Waldschattens leeres Nest entdeckte, fiel ihr siedend heiß die Morgenpatroullie ein. Schnell stupse sie Brandherz, der neben ihr in seinem Nest schlummerte, mit der Pfote einmal heftig in die Seite. „He, Schlafmütze! Fuchspfeil hat uns für die Morgenpatroullie eingeteilt!“, zischte sie ihm ins Ohr. „Er wartet bestimmt schon auf uns!“ Murrend öffnete der Bengalkater die Augen und seufzte tief. Dann folgte er Löwentatze, die sich vorsichtig einen Weg durch die schlafenden Krieger zum Ausgang bahnte, hinaus. Ein Kälteschauer durchfuhr sie, als die gold-braun getigerte Kätzin auf die Lichtung trat. Der Morgentau tropfte von den Blättern der Bäume und der Atem bließ kleine Wölkchen in die Luft. Fuchspfeil saß neben Waldschatten am Eingang des Lagers und unterzog sich eine schnelle Morgenwäsche. Als die beiden Krieger auf ihn zu kamen hob er den Kopf und sagte vorwurfsvoll: „Na endlich! Die Grenzen warten. Moosstern erwartet um Sonnenhoch Bericht.“ Dann erhob er sich und trabte schnellen Schrittes aus dem Lager. Seufzend folgte Löwentatze dem rostbraunen Kater aus dem Lager. Schnell beugte sie sich zu Brandherz und Waldschatten hinüber. „Die Sonne ist noch nicht Mal aufgegangen! Da werden wir doch bis Sonnenhoch fertig sein!“, murmelte sie. Brandherz schnippte zustimmend mit dem Schwanz und wollte gerade etwas erwidern, als Fuchsschweif von weiter vorne rief: „Kommt jetzt ihr drei! Oder sind euch die Pfoten eingeschlafen?“ Schnaubend schloss Löwentatze zu dem zweiten Anführer auf. „Nein, natürlich nicht!“ Viel lieber wäre sie in ihrem warmen und kuscheligen Nest geblieben und hätte weitergeschlafen, als hier in aller Frühe und mit durchweichtem Fell die Grenzen zu kontrollieren. Mürrisch stapfte sie neben ihren Clan-Gefährten her und witterte sorgsam nach Luft. Nichts. Hätte ich mir ja denken können! Jede Katze, die mindestens einen Hauch von Intelligenz hat, ist jetzt noch nicht draußen! „Du gehst mit mir runter zum Fluss, Löwentatze! Markiere jeden Strauch den du findest! Die KrähenClan-Krieger sollen nicht denken, dass sie sich diesen Teil des Territoriums kampflos krallen können!“, miaute Fuchspfeil. „Brandherz, Waldschatten, teilt euch das Gebiet bergaufwärts auf.“ Die Kätzin nickte mit dem Kopf und verschwand zusammen mit dem zweiten Anführer durch das Schilf hinab zum Flussufer, während sich die zwei anderen Kater den leichten Hang hoch begaben. Jeden einzelnen Strauch markierten sie, bis die zwei schließlich den Wald erreichten. Während sich Waldschatten kurz auf einem Moosflecken setzte, drehte Brandherz den Kopf und schaute zu den Felsen auf der anderen Seite der Grenze. Ein Knurren drang aus seiner Kehle. Wenn du mir einmal über den Weg läufst Donnerstern, werde ich dich wortwörtlich zerfetzten! Besorgt musterte Waldschatten seinen Clan-Kameraden. Schließlich durchbrach er die angespannte Stille und meinte: „Komm! Wir gehen noch in den Wald und schauen, was wir an Beute finden!“ Widerspruchslos neigte der Bengalkater den Kopf und trottete neben ihm her in den Laubwald. Witternd öffnete Waldschatten sein Maul und sofort strömten ihm verschiedene Gerüche entgegen. Maus…Drossel….Och ne! Nicht die schon wieder! „He, Brandherz! Die Streunerin ist wieder da!“, suchend ließ er seinen Blick über die hohen Bäume schweifen.“ Brandherz tippte ihm feixend auf die Schulter. „Du findest sie also doch nervig, oder?“ Belustigt schnurrend öffnete er sein Maul und flötete mit einer einschmeichelnden Stimme: „Sayonara! Komm raus! Waldschatten sucht nach dir!“ Mit einem hektischen Sprung nach vorne, brachte Waldschatten seinen Freund zum Schweigen. „Hast du Bienen im Hirn? Was heißt hier „also doch“?“, miaute er schmunzelnd. „Ach Brandherz, was will ich denn von einer Streunerin?“ Trauer ließ den belustigten Schimmer in den grünen Augen des großen Katers erlöschen und er drehte schweigend den Kopf nach oben. Der Morgennebel hatte sich aufgelöst und die Sonne strahlte hell am azurblauen Himmel. Mit großen schmerzerfüllten Augen flüsterte er: „Einfach alles…“ Voller Mitleid wurde dem verwunderten Krieger klar, an was er Brandherz erinnert hatte. „Oh….das tut mir leid. Ich hab vergessen, dass Haselzweig Streunerin war, bevor….“, seine Stimme brach vor Traurigkeit über den Tod der Gefährtin seines Freundes. Dieser schüttelte sich kurz. „Egal, lass uns jetzt Sayonara suchen!“




    Langsam tappte Sayonara durch den Laubwald. Milder Sonnenschein drang durch das Blätterdach der Bäume und ließ kleine Lichtpunkte über den Waldboden tanzen. Neben einem kleinen Teich setzte sie sich kurz, schloss glücklich die Augen und lauschte den Geräuschen der Natur. Ferne Stimmen ließen sie aufschrecken. Gebannt spitzte sie die dunklen Ohren und versuchte, das Gespräch zu belauschen. Leise erhob sich die Kätzin und schlich durch die Sträucher, bis ihre Nase die Gerüche zweier Kater aufnahm. Schelmisch blitzten ihre Augen auf. Das wird lustig! Schnell lugte sie durch die Zweige eines Haselstrauchs und warf einen kurzen Blick auf die zwei Katzen, die Seite an Seite zwischen den Bäumen umher liefen. „Sie muss doch hier irgendwo sein!“, hörte sie den größeren der Beiden, einen breitgebauten Bengalkater, fluchen. „Ich kann sie ganz deutlich riechen! Und meine Nase täuscht mich nie!“, erwiderte der andere mit dem braunen Pelz. Tut sie auch nicht, Flohhirn!Dann öffnete sie den Mund und flötete: „Hallo Brandherz! Hallo Waldschatten! Sucht ihr mich?“ Nur mit Mühe konnte sie sich ein Lachen verkneifen, sprang stattdessen lautlos auf den Ast einer Buche über ihrem Kopf und grub ihre Krallen in dessen Rinde. Der Ast schwankte kaum unter ihrem leichten Gewicht. Flink kletterte die Siamkätzin bis zum Stamm des mächtigen Baumes und versteckte sich hinter den verzweigten Ästen und Blättern. Seufzend wandte sich der hübsche Braune um. „Wusste ich es doch! Sie ist hier Brandherz, aber sie will sich nicht zeigen.“ Brandherz setzte sich. „Na und?“, erwiderte er leckte sich kurz über das Schulterfell. „Wir haben Zeit. Ihre Geduld wird bald am Ende sein.“ Auch Waldschatten setzte sich. „Vermutlich hast du Recht…“ Solche Spielverderber!, dachte die Siamkätzin wütend. Seufzend ließ sie sich auf den Boden fallen, direkt hinter Brandherz. Dieser wirbelte herum und stürzte sich ohne Vorwarnung auf Sayonara, die daraufhin völlig überrumpelt im Staub lag. "Ich wusste sie hält es nicht lange auf dem Baum aus!", jaulte er triumphierend. Waldschatten sprang auf. „Brandherz! Du musst sie nicht gleich töten! Lass sie aufstehen!“ Ein Funke Besorgnis leuchtete in seinen blaugrauen Augen auf, der bei Sayonaras verwirrtem Blick aber sofort wieder erlosch. Fauchend fuhr der große Kater die Krallen aus. „Woher wissen wir, dass sie nicht für den KrähenClan spioniert?“, knurrte er hasserfüllt. Seufzend blickte Waldschatten seinem Freund in die Augen. „Haben wir jemals ihren Geruch an der Grenze aufgeschnappt?“, wollte er wissen. Sayonara, die bisher völlig platt auf der Erde gelegen hatte, wand sich in Brandherz´ Griff. „Als ob ich zu diesem dachsherzigen KrähenfraßClan gehen würde! Das sind räudige Mörder, von denen sich jede intelligente Katze fernhalten sollte.“, miaute sie empört und zappelte herum. „Was willst du dann hier?“, fragte Brandherz mit gebleckten Zähnen. Die Streunerin kniff kurz ihre Augen eisblauen Augen zusammen und antwortete dann mit fester Stimme: „Ich möchte mich dem LichtClan anschließen.“ Waldschatten´s Augen weiteten sich. „Du? Du willst dich dem LichtClan anschließen?“, fragte er ungläubig. Bist du taub? Fast wären ihr die Worte herausgerutscht, doch schnell biss sie sich auf die Zunge und presste so freundlich wie möglich hervor: „Ja, was spricht denn dagegen?“ Brandherz fuhr seine Krallen ein und trat einen Schritt zurück. Unsicher sah er Waldschatten an., Bitte nicht!´ sagte sein Blick. Er sprach Waldschatten aus der Seele, doch dieser wusste, dass das nur Moosstern entscheiden konnte. „Eigentlich nichts.“, murmelte er. „Moosstern muss das entscheiden. Komm mit!“ Auffordernd wedelte er mit dem Schwanz und trabte los in Richtung Lager. Schnell erhob sich Sayonara, warf dem verdatterten Brandherz noch einen giftigen Blick zu und schoss dann Waldschatten hinterher.

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    Grelles Licht stach in meine Augen. Meine Schulter schmerzte unangenehm und meine Brust pfiff bei jedem Atemzug. Ich lag zwischen den Wurzeln eines Baumes, wie ich feststellte. Um mich herum wurde viel Laub aufgeschüttet und an meinem Bein wurde ein Stock befestigt. Was soll das denn?, fragte ich mich verwirrt. „Deine Schulter ist gebrochen. Der Stock schient dein Bein, damit dein Knochen wieder richtig zusammenwachsen kann.“ Erschrocken drehte ich den Kopf, als plötzlich Steins Stimme neben mir ertönte. Mein Wurfgefährte saß ein paar Schwanzlängen entfernt und begutachtete ein Blatt. Was zum Teufel ist passiert? Warum ist meine Schulter gebrochen? Konzentriert durchging ich meine Gedanken, eine nach dem anderen, doch ich konnte mich nicht entsinnen, wie mir so etwas passieren konnte. Das Letzte, an das ich mich erinnerte, war das Gespräch der älteren Katzen und verschwommen, wie ein Ast hinabgefallen war oder so. Und dann der Traum gerade eben. Dazwischen war ein schwarzes Loch. Kopfschüttelnd sah ich meinem Bruder in die Augen. „Was ist mir passiert?“, fragte ich. Stein sah mich ernst an. „Du weißt es nicht mehr?“, hakte er nach. Zu sich selbst murmelte er: „Ja, Nebel meinte, dass Gedanken verloren gehen, wenn man einen urplötzlich aus Visionen reist und in Ohnmacht fallen lässt. Hm…“ Ich verstand nichts. „Stein, ich hab keine Ahnung was passiert ist. Wärst du jetzt bitte so freundlich, mich aufzuklären?“ Nervös grub ich meine Krallen in eine der vor mir liegenden Wurzeln. Doch Stein wandte sich nur von mir ab, legte vorsichtig das Blatt beiseite und drehte sich mit den Worten „Rühr das ja nicht an!“ um. Und schon war er durch das Gestrüpp verschwunden. Seufzend erhob ich mich, entlastete meine Schulter dabei so gut es ging und humpelte meinem Wurfgefährten hinterher. Doch schon auf halbem Wege wurde ich von Blume abgefangen, die gerade eiligst angerannt kam. „Nein, nein, nein. Du bleibst schön hier! Ruh dich aus. Du wirst deine Kräfte brauchen.“, miaute sie bestimmt und führte mich wieder zurück zu der Wurzel. Widerspruchslos ließ ich mich auf dem Moos nieder und legte den Kopf auf die Pfoten. Besorgt blickte Blume auf mich hinab. „Ich muss jetzt wieder zu den anderen, aber ich komme später noch einmal zu dir. Versuch zu schlafen.“ Ihr langer Schweif strich mir über den Kopf und ich schloss die Augen. Was ist nur mit allen los? Wo sind überhaupt Baum, Zweig und…Sand? Und warum sind wir nicht zu Hause? Eine schmerzliche Sehnsucht nach meiner Schwester überkam mich. Zu gern würde ich wissen, was passiert ist. Ein Schmetterling flatterte um meinen Kopf herum, ein Zitronenfalter, dass hatte mir Nebel mal erzählt. Von weiter unten hörte ich den Fluss laut rauschen. Irgendetwas war anders geworden. Nur was? Da war kein Vogelgezwitscher in der Luft und die Grillen zirpten nicht in dem hohen Gras. Das Gefühl des Unwissens beengte mein Inneres und verunsicherte mich. Alles war so….fremd. So anders. Anders, als ich es gewohnt war. Ich witterte und hoffte, dass ich wenigstens bekannte Gerüche erkennen würde. Erleichterung überkam mich, als der warme Geruch von Sand in meine Nase stieg. Ich öffnete meine Augen einen Spalt breit und sah, wie Sand den Hügel hoch getrottet kam und sich neben mich legte. Ihr Fell drückte sich tröstend an meines. „Stein hat es dir noch nicht erzählt, oder?“, hauchte sie in mein Ohr. Ich schüttelte den Kopf und blickte ihr in die grasgrünen Augen. „Was ist passiert? Ich kann mich an gar nichts mehr erinnern. Nur noch an die Geschichte…“ Voller Mitleid erwiderte sie meinen Blick. „Wir müssen weg von hier. Der Sturm gestern Nacht hat alles zerstört. Der Fluss ist über die Ufer getreten und hat sämtliche Bäume ausgerissen. Was der Wind nicht vernichtet hat, ist dem Wasser zum Opfer gefallen. Überall sind Zweibeiner mit gelben Pelzen und roten Monstern. Nebel meint, dass sie frühestens in einem Mond weg sein werden. Alles wurde zerstört. Baum sagt, wir müssen hier weg, weil es nichts mehr gibt, was wir essen können und weil wir kein Zuhause mehr haben. Er sagt wir gehen zu den Bergen. Dort finden wir eine bessere Heimat.“ Vor Schock erstarrt starrte ich vor mir auf den Boden. Sands Worte wirbelten durch meinen Kopf hindurch. Das einzige, was ich wirklich realisieren konnte war: Wir müssen weg von hier…

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    Vorsichtig setzte ich eine Pfote vor die andere, trat so leicht auf wie es ging. Der Stock, der an meinem Bein befestigt wurde, pikste mir ins Fleisch. Trotz allem realisierte ich es nicht, sondern achtete nur auf den staubigen Weg vor mir. Mit jedem Pfotenschritt fiel mir das Weiterlaufen schwerer. Jeder von ihnen brachte mich ein Stückchen weiter weg von zu Hause. Stumm hielt ich meinen Blick auf den Boden gerichtet, versuchte meine Gedanken auszublenden und mich nur auf das Laufen zu konzentrieren. Ein paar Sonnenaufgänge zuvor war ich aus meiner Ohnmacht aufgewacht, die mir einige Erinnerungen geraubt hatte. Bis jetzt waren diese noch nicht zurückgekehrt, doch Nebel versicherte mir ständig, dass Bilsenkraut nur vorübergehenden Gedächtnisverlust bewirkte. Sand hatte mir erzählt, dass Nebel mir das Kraut in den Mund geschoben hat, damit ich in Ohnmacht falle. Ich hatte so starke Schmerzen durch meine Schulter und diese….Vision. Es war alles sehr schwer nachdem Blume und Baum noch einmal zu mir gekommen waren und mir mitgeteilt hatten, dass wir von zu Hause weg gehen würden. Überall waren Zweibeiner mit ihren Monstern. Sie haben mit hohlen Zweibeinersachen Wasser aus ihren Nestern gepumpt und mit komischen Krallen die umgekippten Baumstämme entfernt. Die älteren Katzen waren sich einig, dass man hier unmöglich weiter leben konnte, vor allem nicht so junge und ungeschickte Katzen wie ich und meine Geschwister. Jung und ungeschickt! Ich schnaubte, als ich mich an Blumes Worte erinnerte. Nun waren wir seit Sonnenaufgang unterwegs. Ich hörte die dumpfen Pfotenschritte von Sand auf dem Boden, die versuchte, so gut gelaunt wie möglich auszusehen und viel Schwung in ihren Schritt zu legen. Doch mich konnte sie nicht täuschen. Ich wusste, dass sie genau das gleiche fühlte wie ich. Sie war nur so schlau, wenigsten einen Hoffnungsschimmer am Horizont zu erhaschen und einen Blick in die Zukunft zu werfen. Der körnige Staub wurde von rauem Stein abgelöst. Ich blieb stehen, um eine kurze Verschnaufpause einzulegen. Sofort hielt auch Sand an und rief den restlichen Katzen, die etwas weiter vor uns liefen, zu: „Wartet mal! Vogel braucht eine Pause!“ Seufzend ließ ich mich auf dem Gras nieder, das am Seitenrand wuchs und warf einen Blick über die Schulter. Der Zweibeinerort, der mir sonst so selbstverständlich und bekannt war, hob sich als schwarzer Schatten fern vom leuchtend roten Himmel ab. Baum und Blume kamen heran getappt. Mein Vater sagte leise: „Ich schaue mal, was ich in dem Wäldchen an Beute finden kann. Die kleinen haben bestimmt Hunger.“ Er strich mir zum Abschied mit der Schwanzspitze über den Kopf und verschwand dann mit Zweig zwischen ein paar Bäumen. Blume legte sich zwischen mich und Sand. „Ach Vogel“, seufzte sie, „Es wird uns besser in den Bergen gehen. Dort sind keine Zweibeiner und wir haben genug Beute für hundert Blattwechsel!“ Sie versuchte begeistert und aufmunternd zu klingen, doch auch in ihrer Stimme schwang Schmerz. Ohne einen Kommentar blickte ich weiter zum Horizont und ließ mir den Schein der blutroten untergehenden Sonne auf den Pelz scheinen. Baum und Zweig tauchten neben uns aus dem Gebüsch aus, mein Vater mit zwei Mäusen und mein Wurfgefährte mit einem Eichhörnchen im Maul. Schnurrend wendete sich Blume ihrem Gefährten zu. „Wunderbar! Davon werden wir bestimmt satt. Und Zweig, hast du das ganz alleine gefangen!“ Mit vor Stolz geschwellter Brust nickte mein Bruder mit dem Kopf, sodass das Eichhörnchen nur so geschüttelt wurde. „Ja! Ich bin ganz alleine auf die Tanne geklettert und habe es getötet!“ Die beiden Kater legten die Beute ab, während meine Mutter bewundernd um sie herum strich. „Nebel, Stein! Kommt wir werden hier übernachten!“, rief sie. Als alle versammelt waren, teilte Baum die Beute gerecht auf und man hörte nur noch gieriges Schlecken und Schmatzen. Ich schob meinen Anteil weg. Ich hatte keinen Appetit mehr, seit wir losgezogen waren. Zu stark war mein Heimweh. Sand schob die Maus wieder zu mir zurück. „Komm schon, Vogel“, flüsterte sie eindringlich. „Du musst bei Kräften bleiben. Diese Maus schmeckt super! Probiere nur einen Bissen, bitte!“ Ergeben senkte ich den Kopf und knabberte ein bisschen an dem Nagetier. Sand hatte Recht. Die Maus schmeckte fantastisch, viel besser als sie jemals im Zweibeinerort geschmeckt hatte. Vermutlich sollte ich mich nicht hängen lassen. Es bringt nichts, zu trauern, wenn ich es eh nicht mehr rückgängig machen kann! Langsam löste sich der Knoten, der mich seit Tagen geplagt hatte, aus meiner Brust und ich konnte wieder frei atmen. Tief ließ ich die Luft in meine Lungen strömen und Entschlossenheit breitete sich in mir aus. Die Vergangenheit kann ich nicht ändern, aber meine Zukunft kann ich lenken! Voller Energie drehte ich den Kopf in Richtung Berge. Und da führt mein Herz mich hin.

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    LichtClan

    Aufgeregt folgte Sayonara dem hübschen Kater durch den Wald. Mühsam versuchte sie ihre Energie im Zaum zu halten und nicht loszuspringen und einen Luftsprung zu machen. Mit wedelndem Schwanz und zuckenden Ohren prüfte sie die Luft. Aha, Brandherz kommt auch mal. Und noch zwei andere Katzen. Kater und Kätzin. „Waldschatten, wer ist das?“, fragte sie und beschleunigte ihre Schritte bis sie neben dem ihm lief. Dieser drehte ohne anzuhalten den Kopf zu ihr und erwiderte: „Das sind Löwentatze und Fuchspfeil. Sie schließen gleich zusammen mit Brandherz zu uns auf.“ Interessiert witterte Sayonara noch einmal und prägte sich den Geruch ein. Dann trabte sie weiter mit Waldschatten über den Waldboden. Dumpf hallten die Schritte der beiden Katzen durch die Luft. Ein Specht kloppte an eine Buche, hielt aber sofort inne, als er sie erblickte und flog davon. Die helle Kätzin genoss die Geräusche der Tiere in vollen Zügen. Hoffentlich werde ich aufgenommen! Mir gefällt es hier! Waldschatten riss sie aus ihren Gedanken: „Wir sind da. Bleib hinter mir und lass deine Krallen bloß eingezogen. Wir sind im Moment alle etwas…naja auf der Hut, würde ich sagen.“ Mit einem warnenden Blick aus seinen blau-grauen Augen wandte sich der Kater um und verschwand durch einen Spalt ins Lager. Angespannt folgte die Streunerin seiner verschwindenden Schwanzspitze und blinzelte ein paar Augenblicke erwartungsvoll. Mit gespitzten Ohren wanderte ihr Blick im Lager umher. Eine langbeinige schwarze Kätzin erhob sich sofort nach ihrem Eintreten auf die Pfoten und sprang zu Waldschatten. „Da bist du ja!“, flötete sie. „Ich habe dich schon überall gesucht!“ Schnurrend strich sie um den genervten Kater herum und leckte ihm über die Wange. Waldschatten fuhr angeekelt zurück und brachte sich mit ein paar Sprüngen in sichere Entfernung. Belustigt ließ sie ihren Blick weiter wandern. Zwei Kätzinnen, die sich gemütlich die Zungen gegeben hatten blickten auf. Die dunkelbraune erhob sich und tappte auf die Streunerin zu. Ihre Augen leuchteten freundlich. „Wer ist das, Waldschatten?“, wollte sie wissen, während sie Sayonara einer genauen Musterung unterzog. Waldschatten neigte den Kopf vor der Kätzin. „Moosstern, das ist Sayonara. Sie will sich dem Clan anschließen“, antwortete er. Überrascht spitzte Moosstern die Ohren. Dann dachte sie einen Augenblick nach. In dem Moment kamen Brandherz, Löwentatze und Fuchspfeil ins Lager geschossen. der rote Kater trabte zu seiner Anführerin und miaute: „Brandherz hat uns alles erzählt. Was hältst du davon?“ die dunkelbraune Kätzin winkte Fuchspfeil etwas weiter weg und flüsterte dann: „Ich kenne sie nicht gut. Ihr habt mir nur ein paar Mal etwas über sie berichtet. Wie tut sie sich mit jagen und kämpfen?“ Nachdenklich beobachtete der zweite Anführer sie Streunerin. „Sayonara ist sehr intelligent und läuft auf leisen Pfoten. Außerdem hat sie Mut und Kraft bei unserer ersten Begegnung gezeigt, als sie mit Brandherz gekämpft hat. Sie muss nicht mehr viel lernen, um Kriegerin zu sein. Es würde dem Clan gut tun, neue Katzen zu gewinnen. Insbesondere jetzt…“ Moosstern neigte den Kopf. „Also gut“, miaute sie. „Dann werde ich sie jetzt willkommen heißen.“ Mit schnellen Schritten trabte sie über die Lichtung und sprang auf den niedrigsten Ast einer Buche. „Alle Katzen, die alt genug sind, Beute zu fangen, sollen sich nun hier unter der Großen Buche versammeln!“, tönte ihre Stimme über die Lichtung. Sayonara knetete vor Nervosität den Boden, als die Anführerin den Versammlungsruf ausrief. Eine hübsche grau getigerte Kätzin steckte den Kopf aus dem Kriegerbau und ein kleiner Kater hüpfte über die Lichtung zu Brandherz. Moosstern blickte mit stolzen Augen auf die versammelten Katzen hinab. „Heute werden wir eine neue Kriegerin aufnehmen. Sayonara möchte sich dem LichtClan anschließen.“ Ihre Augen wanderten zu der hellen Kätzin. „Sayonara, versprichst du, dass Gesetz der Krieger zu achten und diesen Clan zu schützen und ihn zu verteidigen, selbst wenn es dein Leben kostet?“ Mit großen Augen erwiderte Sayonara den Blick der Anführerin und sagte dann laut und deutlich: „Ja, ich verspreche es!“ Moosstern neigte zustimmend den Kopf. „Dann wirst du von nun an Samtsturm heißen. Der SternenClan ehrt deine Intelligent und deine leisen Pfote und wir heißen dich als vollwertige Kriegerin des LichtClans willkommen.“ Die Augen der frisch ernannten Kriegerin leuchteten, als der Clan die Köpfe hob und ihren neuen Namen in den Abendhimmel rief. „Samtsturm! Samtsturm!“ Es störte sie nicht, dass Brandherz missmutig drein schaute und stumm blieb. Sie genoss die Glückwünsche der Katzen und sie freute sich noch mehr, als Waldschatten auf sie zukam und freundlich den Kopf neigte. „Willkommen im Clan“ Dankend neigte sie den Kopf und blickte sich unter den Katzen um. Alle drängten sich um sie, beglückwünschten sie und stellten Fragen. Ihr wurde ein wenig unwohl, so im Mittelpunkt zu stehen und war deshalb froh, als die belustigte Stimme von Löwentatze neben ihr ertönte: „Komm ich zeig dir, wo du schlafen kannst.“ Erleichtert folgte Samtsturm der goldbraunen Kätzin durch die Katzenmenge zu einem Brombeergestrüpp. „Hier geht es rein“, miaute Löwentatze und deutete mit dem Schweif auf eine hinter Dornenzweigen verborgene Öffnung. Schnell schlüpfte sie hinein und sofort verklangen die Geräusche. Müde suchte sie sich einen Platz neben Löwentatzes Nest, kratze sich etwas Moos vom Rand des Baues zusammen und kuschelte sich dann tief hinein. Müde schloss sie die Augen. Ich bin froh, dass ich hier bin…

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    „Versuch es zu belasten. Aber ganz vorsichtig!“ Nebel musterte prüfend meine Schulter, als ich vorsichtig auftrat. Die Muskeln waren dünn, aber mein Bein war zumindest nicht mehr verdreht. Nach ein paar Augenblicken sagte sie: „So das reicht. Wie fühlt es sich an?“ Mühsam versuchte ich, das Gefühl in meinem Bein zu beschreiben. „Naja…es tut nicht mehr so stark weh, wenn ich vorsichtig auftrete. Es fühlt sich an, als würde sich meine Schulter bei jedem Schritt verschieben. Das ist unangenehm.“ Die graue Kätzin warf einen Blick zu Stein, der neben ihr saß und aufmerksam zuhörte. „Was meinst du?“, fragte sie. Mein Wurfgefährte erhob sich erfreut, trat neben mich und drückte vorsichtig auf meiner Schulter herum. „Der Knochen ist noch nicht ganz verheilt“, meinte er nach kurzem Zögern, „und deine Muskulatur hat abgebaut. Wenn du die Schiene noch ein bisschen trägst und Übungen machst, bei denen du deinen Muskelaufbau in Gang setzt, aber dein Bein nicht belastest, wirst du bald wieder laufen können.“ Zustimmend neigte Nebel den Kopf. „Gut gemacht, Stein!“, schnurrte sie. An mich gewandt fügte sie hinzu: „Tu, was er gesagt hat. Geh ein bisschen schwimmen und ruh dich dann aus. Wir wollen bei Abenddämmerung bei dem Zweibeinerort sein.“ Sie deutete auf die fernen Nester, die sich unnatürlich und scharf aus der Umgebung erhoben. Erleichtert drehte ich mich um und humpelte zu Sand, die mich schon fragend anblickte. „Unf. Waf if?“, fragte sie mit vollem Mund. Ein paar Federn stoben aus ihrem Maul und ich musste kräftig niesen, als eine von ihnen auf meiner Nase landete. Belustigt maunzte ich: „Ich soll schwimmen gehen. Kommst du mit?“ Sands Augen wurden kullerrund. Sie schluckte schnell ihren Bissen herunter und schüttelte ablehnend den Kopf. „Du bist verrückt! Keine Katze macht sich freiwillig nass! Da kannst du schön allein hingehen.“ Schnaubend drehte sie sich um und trabte zu Blume und Baum, die sich ein paar Fuchslängen entfernt in den Schatten der Sträucher die Zungen gaben. Wasser ist das schönste auf der Welt! Ich verstehe sie echt nicht! , dachte ich kopfschüttelnd. Dann tappte ich langsam zu dem kleinen Teich, an dem wir Rast gemacht hatten. Freudig ließ ich mich in das angenehm kühle Wasser gleiten und spürte zufrieden, wie kleine Wellen über meinen Schultern zusammen schwappten. Mit drei Beinen paddelte ich durch den Teich und getraute mich dann immer mehr, mein verletztes hinzuzunehmen. Glück durchströmte mich und ich schloss die Augen und tauchte unter. Sanft strichen das Wasser an meinen Schnurrhaaren vorbei. Ich drehte mich auf den Rücken und öffnete die Augen wieder. Durch die glitzernde Wasseroberfläche sah ich die Zweige der Bäume, die leicht im Wind schaukelten und die Sonne, die das Wasser funkeln ließ wie Sterne. Ich blinzelte ein paar Mal kräftig, um meinen Blick zu verschärfen und schwamm dann zum Grund des Teiches. Die Algen, die durch meine Bewegungen zum wanken kamen, scheuchten einen kleinen Fischschwarm auf. Diese Möglichkeit ließ ich mir nicht entgehen und schoss vor. Der hatte keine Chance! , dachte ich, als ich prustend und mit dem glitschigen Fisch im Maul auftauchte. „Du siehst aus wie ein Otter!“ Sand stand am Rand des Teiches und blickte mich schelmisch an. Ich zuckte nur gleichgültig mit den Schultern, aber in meinen Augen funkelte Belustigung, und ich paddelte zu ihr. „Willst du auch ein Stück?“, fragte ich, nachdem ich mich aus dem Wasser gezogen hatte. Meine Schwester sprang erschrocken zur Seite, als ich mich schüttelte. Überall flogen Wassertröpfchen durch die Luft, vor denen sich Sand erst einmal in Sicherheit brachte. Dann miaute sie beleidigt: „Ich kann ja mal probieren. Aber nur, wenn du mindestens eine Schwanzlänge Abstand zu mir hältst!“ Schnurrend schob ich ihr die Forelle zu, in die sie herzhaft hineinbiss. „Schmeckt gar nicht mal so schlecht“, gestand sie nach angestrengtem Kauen. Glücklich ließ ich mich neben ihr nieder, ohne die Eine-Schwanzlänge-Regel zu beachten und schlug meine Zähne ebenfalls in den Fisch. Kauend betrachtete ich mein Spiegelbild im Wasser. Eine eigentlich ganz hübsche schildpattfarbene Kätzin starrte mir aus grünen Augen zurück. Langsam hob ich eine Pfote, was mir mein Spiegelbild sofort gleich tat, und tippte vorsichtig die Wasseroberfläche an. Viele kleine Wellen kräuselten sich und das Abbild verschwamm. Nachdenklich betrachtete ich das Wasser. Eine leise Stimme erklang an meinem Ohr und ich spürte einen frischen Windhauch, der um meine Schnurrhaare strich: Tu das, was du für richtig hältst und die anderen werden es dir gleichtun…

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    Schlaftrunken tappte ich hinter Baum, Blume und Nebel durch die Dunkelheit. Nur der Schein des Mondes und der komischen Leuchtbäume an den Donnerwegen durchschnitten die tiefschwarze Nacht. Die Schritte von meinen Wurfgefährten hallten fast unhörbar auf dem harten Stein, doch trotz ihrer Müdigkeit klang ihr panisches Keuchen fast wie ein vorüberschießendes Monster. „Wir müssen hier wieder raus!“, zischte Baum von weiter vorne. Blume murmelte zustimmend, doch Nebel schüttelte entschieden den Kopf: „Nein. Es hat keinen Sinn, jetzt durch den Zweibeinerort zu ziehen und einen Ausgang zu suchen. Wir würden uns nur noch mehr verlaufen und gänzlich die Orientierung verlieren. Lass uns einen Platz für die Nacht suchen und auf die Sonne warten.“ Baum murrte und trabte weiter an einer Steinmauer entlang. Mir gefällt es hier nicht! Ich witterte. Scharfer Gestank stieg in meine Kehle und ich musste mir ein Würgen verkneifen. Es roch nach Monstern und Zweibeinern, vermischt mit Hunde- und Hauskätzchengeruch. Der Himmel war sternenklar, während wir durch die Straßen des Zweibeinerortes schlichen. Noch vor der Abenddämmerung hatten wir die ersten Nester des Ortes erreicht. Doch nachdem wir die ersten hinter uns gebracht hatten, hatten wir uns in dem Gewirr aus Donnerwegen und Nestern verlaufen. Mit gesenktem Kopf und angelegten Ohren hastete ich hinter meinem Vater her, der gerade in eine weitere Gasse einbog. Wir werden hier niemals wieder herausfinden! Keuchend folgte ich seiner Geruchsspur, schon halb blind vor Müdigkeit. Sand, deren schleppende Pfotenschritte ich hinter mir hörte, ging es ähnlich. Nach weiteren Abzweigungen und Kreuzungen erhob Nebel die Stimme: „Es reicht jetzt, Baum! Die Jungen können nicht mehr. Sie müssen sich ausruhen und wir auch! Wir bleiben jetzt hier.“ Mit dem Kopf deutete sie auf einen Zaun, der sich neben ihr in die Höhe streckte. Bevor Baum etwas erwidern konnte, schlüpfte sie durch zwei Latten und verschwand in einem Büschel aus Rosen. Ohne zu zögern folgte ich der grauen Kätzin in den Zweibeinergarten und blickte mich erstaunt um. Eine weite Fläche weichen Grases reichte von dem Eingang des Zweibeinernestes bis zu den Beeten mit den verschiedenen Pflanzen. Zwei weitere Mauern trennte das Territorium des Zweibeiners von den nächsten zwei Gärten. Mit mühseligen Schritten tappte ich hinüber zu Nebel, die mit geschickten Pfoten am Fuße eines jungen Baumes ein wenig Laub zusammen kratze. „Ruh dich aus. Heute sind wir weit gelaufen“ Aus dunkelblauen Augen schaute sie mich liebevoll an. Schnurrend rollte ich mich in dem Blätterhaufen zusammen und wollte gerade die Augen schließen, als von der anderen Seite der Grasfläche eine missbilligende Stimme ertönte: „Was wollt ihr? Streuner sind hier nicht willkommen!“ Ich drehte den Kopf in die Richtung, aus der die Stimmen kamen und erblickte einen kleinen rotbraunen Kater und eine flauschige weiße Kätzin. Die Kätzin steckte die Nase in das Ohr des Katers und murmelte: „Lass sie, Caesar. Vielleicht wollen sie nur ein wenig schlafen.“ Vorsichtig spähte sie zu uns herüber. Dann fragte sie noch einmal freundlich: „Warum seid ihr hier?“ Baum und Blume warfen sich einen schnellen Blick zu. Baum neigte den Kopf. „Es tut uns leid, wenn wir stören, aber wir suchen einen Platz zum Schlafen. Unsere Jungen sind müde von der langen Reise und auch uns könnte Schlaf nicht schaden. Ich bin Baum und das…“, er deutete auf Blume, „…ist meine Gefährtin Blume. Nebel begleitet uns. Sie ist eine gute Freundin.“ Caesar beobachtete uns immer noch misstrauisch, aber die kleine weiße Kätzin kam schon freudig auf uns zu gerannt. „Hallo!“, miaute sie und wedelte mit ihrem buschigen Schweif. „Ich bin Kaya und dieser Dickkopf“, sie senkte ein wenig die Stimme, „ist Caesar. Ihr habt komische Namen, aber kommt, ich kann euch einen warmen Platz zum Schlafen zeigen!“ Sie drehte sich um und trippelte zu dem Kater zurück, dessen Krallen immer noch ausgefahren waren. „Beruhige dich! Sie wollen nur einen warmen Schlafplatz!“ Kaya drehte sich zu und um, da wir keine Anstalten machten ihr zu folgen. „Kommt schon! Ihr könnt in der Garage schlafen!“ Nebel war die erste, die das Wort ergriff. „es ist immerhin besser als nichts, oder?“ Fragend schaute sie Blume und Baum an. Unentschlossen blickten sie zwischen der grauen Kätzin und Kaya hin und her. Dann erhob sich meine Mutter und sagte: „Ja, es ist besser als nichts.“ Mit stolpernden Schritten trottete ich hinter dem Hauskätzchen her. Egal wo, ich will nur noch schlafen! Wir erreichten ein kleines Zweibeinernest, in das Kaya hineinschlüpfte. „Hier könnt ihr es euch bequem machen. Unsere Hausleute kommen erst morgen hier herein, wenn überhaupt. Und habt keine Angst vor Caesar. Er ist ein richtiger Angsthase und verkriecht sich nachts in seinem Körbchen. Aber sagt ihm bloß nichts davon!“ Mit diesen Worten huschte sie zu einer Klappe in der Wand und verschwand in dem Nest. Schlaftrunken rollte ich mich auf einem gemütlichen Zweibeinerding zusammen, kuschelte mich an Blume, die sich um mich und meine Geschwister legte, und schloss endlich die Augen. Eines ist klar: Ich bin froh, wenn wir hier wieder raus sind.

    19
    Unruhig drehte ich mich auf dem Rücken hin und her. In der Nacht hatte ich nur ein paar Stunden geschlafen und jetzt wartete ich ungeduldig darauf, dass die anderen auch aufwachten. Seufzend erhob ich mich und betrachtete meine Umgebung genauer. In der einen Ecke des Nestes kauerte ein altes, verrostetes Monster, während an der Wand gegenüber eine durchsichtige Klappe in den Zweibeinerbau führte, durch die Kaya sich gestern hindurch gezwängt hatte. Auf einem Haufen komisch aussehender Zweibeinerpelze hatten wir es uns gemütlich gemacht. Mengen von Zweibeinerkram stapelten sich neben uns in Gestellen aus glänzendem Material. Was ist das hier alles? Verwirrt ließ ich meine Augen weiter durch das Nest wandern. Über den Pelzen war durchsichtiges Gestein in die Mauer eingelassen, durch das verschwommen Licht drang. Mit dem Schwanz balancierte ich geschickt mein Gleichgewicht aus, während ich meine Pfoten an die Steinwand stellte und durch den durchsichtigen Stein in der Wand des Nestes nach draußen in den Garten spähte. Graue Wolken verbargen die Sonne und kleine Regentropfen nieselten vom Himmel. Die Leuchtbäume gaben kein Licht mehr ab, sie waren bei Tagesanbruch erlosch. Die prächtigen Blumen in den Beeten ließen schlaff ihre Blütenköpfe hängen, während die Donnerwege wie leergefegt waren. Nur ein einsamer Spaziergänger mit einem kleinen braunschwarzen Hund eilte durch den unangenehmen Morgenregen. Die kleine Tür klapperte hinter mir und ich drehte den Kopf. Kaya kam gut gelaunt herein geflitzt und fragte mit aufgeweckter Stimme: „Guten Morgen! Wollt ihr auch was essen? Wenn ja müsst ihr euch beeilen. Caesar hat nämlich immer Hunger!“ Ihr lautes Gekicher führte dazu, dass Nebel vor Schreck fast von dem Berg aus Pelzen gefallen wäre und Zweig sich vor lauter Frust auf sie geschürzt hätte, wenn Blume, die noch selig schlief, ihm nicht im Weg gewesen wäre. Das alles endete in einem Knoten aus Fell, als Nebel gegen Baum rutschte, dieser den Halt verlor und zusammen mit seiner Gefährtin, Zweig und der hübschen grauen Kätzin in einem Gewirr aus Beinen und Schwänzen auf den Boden purzelten. Kaya zog entschuldigend den Kopf ein. „Ups…Tut mit leid!“, sagte sie kleinlaut, doch man sah ihr an, dass sie es keinesfalls Ernst meinte. „Auf deine Frage von vorhin…“, ertönte die Stimme meines Vaters gedämpft unter dem Fellhaufen. Sein breiter Kopf tauchte hinter Blumes hellbraun getigertem Rückenauf. „Nein danke, wir essen lieber etwas anderes.“ Die mollige Hauskatze zuckte nur mit den Schultern, setzte sich neben mich und meinte dann gleichgültig: „Mir egal wenn ihr mit leerem Magen weiterlaufen wollt.“ Der säuerliche Geruch ihres Atems haute mich fast von den Pfoten. Lieber reise ich einen Mond mit leerem Magen als diesen Hasukätzchenfraß zu fressen! Mit kraus gezogener Nase drehte ich den Kopf weg. „Wo wollt ihr überhaupt hin?“, fragte Kaya und musterte uns neugierig. Baum schüttelte sich kurz. „Wir wollen zu den Bergen“, antwortete er der Kätzin. „Könntest du uns vielleicht den Weg aus dem Zweibeinerort zeigen?“ Verwirrt schüttelte sie den Kopf. „Zweibeinerort? Was benutzt ihr denn für Wörter? Meint ihr die Stadt?“ Blume trat vor und neigte freundlich den Kopf. „Ja genau. Wir haben uns verlaufen und wir würden uns freuen, wenn uns jemand den Weg hinaus zeigen könnte.“ Sie starrte uns an, als wären uns soeben Flügel gewachsen. „Ich geh doch nicht raus bei dem Wetter! Wenn dann macht das Caesar, aber ich vermute, er will euch nicht helfen.“ Ich verdrehte verächtlich die Augen, als sie kehrt machte und durch die Klappe schlüpfte. Hauskätzchen! Doch nur wenig später kehrte sie mit einem mürrisch dreinblickenden Caesar zurück. Der rote Kater zuckte mit dem Ohr zu Kaya und sagte mit seiner tiefen Stimme: „Warum hast du mich hergebracht? Ich will mit ihnen nichts zu tun haben!“ Die weiße Kätzin sah ihn bittend an und schnurrte. „Bitte, Caesar! Wenn du ihnen den Weg aus der Stadt zeigst sind wir sie los und haben wieder unsere Ruhe!“ Bei diesen Worten warf sie uns einen verschmitzten Seitenblick zu. Caesar blickte ihr kurz in ihre strahlenden blauen Augen und nickte dann langsam. „Also gut, dann kommt.“ Dankbarkeit blitzte in den Augen seiner Mitbewohnerin auf und sie blickte uns mit einer Spur Traurigkeit nach. „Lebt wohl!“, rief sie uns hinterher. „Hoffentlich erreicht ihr die Berge ohne Beschwerden!“ Mit einem kurzen Schwanzschnippen drehte sich Caesar um und trottete aus dem Monsternest. Schnell sprang ich von dem Pelzhaufen und trabte hinter ihm her. Es ist toll, dass ich meine Schulter schon fast wieder einwandfrei benutzten kann! Stein hat das gut gemacht! Nachdem wir den Garten hinter uns gelassen hatten, hielt sich der rote Kater links, bis wir den ersten Donnerweg erreichten. „Ab hier müsst ihr immer geradeaus, bis ihr eine große Scheune erreicht. Geht rechts daran vorbei und lauft wieder geradeaus. Nach ein paar Minuten müsste ein Garten mit einem großen schwarzen Hund kommen. Passt dort ein wenig auf, denn es kann sein, dass er sich wieder unter dem Zaun durchgegraben hat. Wenn ihr daran vorbei seid erreicht ihr bald den Stadtrand. Von da an müsst ihr euch euren Weg selbst suchen.“ Mein Vater neigte dankbar den Kopf vor Caesar. „Wir danken dir“, miaute er. Tun wir das? , dachte ich erbittert. Er ist doch erst gegangen, als Kaya ihn sozusagen erpresst hat! Wortlos drehte sich das Hauskätzchen um und preschte den Weg zurück, den wir gekommen waren. Baum übernahm die Führung durch die Nester der Zweibeiner, während wir ihm schweigend folgten. So wie es Caesar gesagt hatte, passierten wir die Scheune und erreichten schließlich den Garten des Hundes. Hinter dem hohen Zaun ertönte ein gieriges Winseln und Kläffen, als wir vorüberliefen. Der Köter schoss hinter dem Zaun hin und her und bellte immer lauter und wütender, weswegen mein Vater seine Schritte ein wenig beschleunigte. Ein kratzendes Geräusch hinter mir ließ mich herumwirbeln. Ich sah nur noch die Schwanzspitze des Hundes in einer Öffnung unter dem Zaun verschwinden, als auch schon der hässliche breite Kopf und die bemuskelten Schultern auf der anderen Seite auftauchten. Blume, die hinter mir gelaufen war, reagierte blitzschnell. Sie drängte mich nach vorne und schrie panisch: „Lauft! Schnell!“ Ohne zu wirklich zu wissen, was geschah begann ich zu rennen, streckte meine Beine, bis ich fast über den schwarzen Stein flog. Meine Pfoten berührten kaum den Boden, während ich über die Erde schoss. Ich spürte den heißen Atem des Hundes auf meinem Rücken und sah vor meinen Pfoten, wie sein Schatten mich überragte. Rechts und links neben mir fühlte ich die Felle von Blume und Zweig, Stein und Baum rasten vor uns. Von Nebel und Sand keine Spur. Ich hielt den Blick stur geradeaus gerichtet, schickte all meine Energie in meine Beine, doch meine Schulter war noch nicht stark genug, solch einen anstrengenden Lauf durch zu halten. In dem Moment, als der Hund sein Maul öffnete und sein klebriger Speichel auf mein Rückgrat tropfte, bemerkte ich den Donnerweg, der unseren Fluchtweg durchschnitt. Der kurze Moment, in dem ich nicht auf den Weg schaute, war der entscheidende. es schien alles wie in Zeitlupe. Meine Schulter knickte ein. Instinktiv rollte ich mich auf die rechte Seite ab. Der Schmerz des Aufpralls nach dem heftigen Lauf war schier unerträglich. Der Schatten des Hundes glitt über mich. In den gerade noch gierigen Augen spiegelte sich Todesangst, als er die Straße erblickte. Obwohl alles tausendmal verlangsamt schien, konnte ich nicht reagieren. Ich konnte weder schreien, noch sonst irgendwas. Ich musste mit ansehen, wie meine Brüder zusammen mit meinen Eltern auf den Donnerweg rasten, ohne dass ich es verhindern konnte. Es war zu spät zum Bremsen. Mit quietschenden Pfoten donnerte ein Monster heran. Doch es war zu spät. Mit einem lauten Schrei sah ich noch, wie meine Familie und der Hund mit rudernden Pfoten versuchten, auf dem glitschigen Stein Halt zu finden, doch sie rasten direkt hinein in das rote Monster. Ihr letztes Schreien ging in dem Lärm der donnernden schwarzen Pfoten unter. Das Monster schoss vorbei und hinterließ nur Stille. Stille. Ich wollte es nicht glauben. Das einzige, was ich sah, war ein großer schwarzbrauner Körper, der zerschmettert auf der Mitte des Donnerwegs lag. Der Hund… Ich schaute schnell nach beiden Seiten, bevor ich zu ihm rannte. Ich hatte Angst, was mich erwarten würde, wenn ich hinter ihn blickte. Ich nahm mich zusammen und tappte hinter dem toten Hund hervor. Bei dem Anblick der Katzen zersprang mein Herz. Kummer drohte mich zu überwältigen, weitaus schlimmer, als der Schmerz in meiner Schulter oder die Qualen bei der Vision. „Warum?“, flüsterte ich, während ich zu Blume tappte, die meinen Blick mit glasigen, toten Augen erwiderte. Meine Stimme brach, als ich Baum erblickte, der merkwürdig verdreht neben seiner Gefährtin lag. Und Stein und Zweig, deren kleine Körper zerschmettert wurden und aus deren Mäulern eine dünne Blutspur rann. „Warum? Warum ausgerechnet sie!“, schrie ich in den regengrauen Himmel. Ich packte meine Mutter am Nackenfell und zog sie zum Rand des Donnerwegs. Das gleiche tat ich mit meinen Wurfgefährten und meinem Vater. Ich drückte mich trostsuchend an ihre noch warmen Pelze, putzte einen nach dem anderen gründlich und versuchte vergeblich, sie warm zu halten. Bis zum Abend lag ich dort, neben meiner toten Familie und mit keinem blassen Schimmer, wo Nebel und Sand waren. Der Schmerz in meinem Herzen verebbte nicht, im Gegenteil. Mit jedem Mal, wenn ich mit meiner Zunge über einen Pelz strich und den vertrauten Geruch roch, verspürte ich einen Stich, der sich wie ein Dorn in mich bohrte. Der Regen hatte schon längst aufgehört, und die Sonne ging langsam hinter dem Horizont unter. Als schließlich der letzte Rest Wärme aus den toten Körpern gewichen war, fing ich an am Fuße eines Baumes zu graben. Ich schaufelte bis tief in die Nacht hinein und als der Mond schon hell am Himmel leuchtete, ließ ich Baum vorsichtig in das Loch gleiten. „Lebe wohl, Vater“, murmelte ich. „Du bist der Stärkste von uns allen gewesen und ich hätte noch viel von dir lernen können, da bin ich sicher.“ Eine Träne rollte über meine Wange, als ich ein wenig Erde auf ihn fallen ließ. als zweites zog ich meine Mutter heran und legte sie über meinen Vater in das Grab. „Blume…Du warst die beste Mutter, die man sich wünschen kann. Deine Art war immer so tröstlich und du warst immer gut im Aufmuntern…… Lebe wohl, Mutter.“ Ich schüttete wieder etwas Erde hinab, bis das hellgetigerte Fell meiner Mutter nicht mehr zu sehen war. Die Tränen kullerten weiter, ununterbrochen rollten sie aus meinen Augen und tropften in die Erde. Leise wimmernd legte ich Stein und Zweig hinein. „Stein. Zweig. Die besten Brüder der Welt. Stein, auch wenn man es vielleicht nicht bemerkt hat, ich habe mich immer für dich gefreut, wenn du etwas Neues über Kräuter gelernt hast. Deine Wissbegierde und dein Interesse an Pflanzen werden mir fehlen. Ich werde dich als einen intelligenten Kräuterkater in Erinnerung behalten.“ Meine Beine zitterten. „Und du, Zweig. Du bist ein sturer, kleiner Frechdachs. Aber das ist es, was ich dir so sehr liebe. Du wärst genauso geworden wie Mondstern in Nebels Geschichte. Ein starker Kater mit großem Herz. Lebt wohl ihr beiden.“ Mit diesem Worten ließ ich den letzten Rest Erde in die Grube fallen. Ich kauerte mich nieder und begann, die lockere Erde glatt zu streichen, bis ein sanfter Hügel entstand. Mit schmerzenden Beinen erhob ich mich. Eins ist noch zu erledigend! Suchend blickte ich mich um, sprintete dann zu einem jungen Baum und brach einen Ast ab. Anschließend witterte ich am Rand des Donnerweges suchend nach der am besten riechenden Blume. Als ich eine wunderschöne rosarote Tulpe fand, biss ich ihren Stängel durch und brachte sie zu dem abgebrochenen Zweig. Schließlich holte ich noch einen glatten, flachen Kieselstein und legte alle drei Sachen auf das Grab. Baum, ich habe das Grab hier gegraben unter dieser Buche, damit du weiterhin über uns wachen kannst. Hüte dieses Grab wie die schützenden Äste dieses mächtigen Baumes. Blume, ich habe für dich die schönste und am herrlichsten duftende Blume gesucht. Überdecke mit deinem Duft den Geruch des Todes an dieser Stelle, denn das hier soll ein Ort des Friedens sein. Zweig, ich habe für dich den stärksten und widerspenstigsten Ast abgebrochen. Wenn ich ihn hier in die Erde setzte, wird daraus einmal ein kräftiger Baum, dessen Wurzeln eure Körper beschützen. Stein, ich habe für dich diesen Kieselstein ausgesucht. Wer weiß, wo seine Reise begann, bevor er hier gelandet ist? Er wurde vom Wasser glatt geschliffen und vom Wind geformt. Sein Weg wird weiter gehen, so wie deiner es auch getan hätte… Ich blickte auf. Die ersten Sonnenstrahlen kletterten schon über den Horizont. Die Helligkeit die von ihnen aus ging, vertrieb die Dunkelheit der Nacht. Frieden breitete sich in mir aus, nicht so viel, aber immerhin etwas. Ich richtete mich zur vollen Größe auf. Wie gesagt, die Vergangenheit kann ich nicht ändern, aber die Zukunft kann ich lenken! Ich werde in die Berge ziehen, und Nebel und Sand werden mich finden! Ich hob meine Nase gegen die leichte Brise und fing an zu laufen. Erst langsam, dann immer schneller, bis ich rannte. Ich flog durch das hohe Gras, während hinter mir die Sonne aufging und den Weg vor mir beleuchtete. Ich war entschlossen, die Berge zu erreichen.

    20
    LichtClan

    Haseljunges hockte schweigend an dem Teich, der von einer Seite an das Lager des LichtClans grenzte, und starrte in das glitzernde Wasser. Bald bin ich Schüler…, dachte er, während er einen kleinen Frosch musterte, der quakend auf einem Stein saß. Wie es wohl sein wird? Wen gibt Moosstern mir als Mentor? Freude durchkribbelte wohlig seinen kleinen braunen Körper und er zuckte schnurrend mit dem Ohr. Seine gute Stimmung hob sich, als neben seinem Spiegelbild plötzlich das, eines großen Bengalkaters auftauchte. „Papa!“, Haseljunges wirbelte herum und sprang seinen Vater an, welcher sich spielerisch auf den Rücken fallen ließ und seinen Sohn schnurrend mit den Pfoten packte. Haseljunges wickelte sich geschickt aus seinem Griff und stand dann mit leuchtenden Augen über Brandherz. „Keine Chance!“, rief er triumphierend und ließ den mit Staub bedeckten Kater aufstehen. Dieser schnurrte und sagte: „Du wirst ein großer Krieger, mein Sohn. Komm, Moosstern beruft gleich die Versammlung ein. Du solltest dich noch schnell putzen!“ Mit einem Schwanzschnippen verschwand er durch das Schilf vom Rand der Lichtung zum Hohen Baum. Warum kann Brandherz nicht immer so sein? , fragte sich Haseljunges seufzend und dem Kater in die Mitte des Lagers. Mit belustigt blitzenden Augen entdeckte er Samtsturm, die Elsternacht mit kühlem Blick beobachtete. Diese wiederum schmiegte sich dicht an Waldschatten, der ärgerlich das Gesicht verzog, und schnurrte selig. Oh, oh…Samtsturm scheint wohl Gefallen an Waldschatten zu finden! Nur mit Mühe konnte er sich ein Lachen verkneifen, während Moosstern auf den Hohen Baum sprang, der ihr gleichzeitig als Bau diente. „Alle Katzen, die alt genug sind, um ihre eigene Beute zu fangen, sollen sich nun hier unter dem Hohen Baum versammeln!“, hallte der vertraute Versammlungsruf über die Lichtung. Die hellbraune Anführerin wartete geduldig, bis sich alle Katzen unter dem Baum versammelt hatten und Ruhe eingekehrt war. Dann legte sie den Schweif um die Pfoten und fuhr mit ihrer kräftigen Stimme fort: „Heute werde ich einen neuen Schüler ernennen. Haseljunges, tritt vor!“ Erschrocken sprang der Kater auf die Pfoten, fuhr sich hektisch mit der Zunge über die Schulter und versuchte dann möglichst gelassen nach vorne zu trotten. Sein Herz pochte laut vor Aufregung und er konnte seine Pfoten kaum stillhalten, als Moosstern vom Ast setzte und vor ihn trat. „Von diesem Tag an, bis du dir deinen vollwertigen Kriegernamen verdient hast, wirst du Haselpfote heißen. Deine Mentorin wird Löwentatze sein.“ Langsam wandte sie den Kopf zu der goldschwarz getupften Kätzin, die erfreut aufsprang und zu den beiden Katzen trat. „Löwentatze, ich möchte, dass du all deine Fähigkeiten, sowohl im Kampf, als auch bei der Jagd, an deinen Schüler weitergibst. Lehre ihn Geduld und Nachdenklichkeit, damit aus ihm einmal ein hervorragender Krieger wird.“ Die Beine von Haselpfote zitterten, als er den Kopf reckte und mit der ebenso aufgeregten Löwentatze den Nasengruß austauschte. „Haselpfote! Haselpfote!“ Die Stimmen seiner Clangefährten umschlossen Haselpfote förmlich, als er sich der Katzenmange zuwandte. Brandherz trabte mit leuchtenden Augen heran, während sich auch die anderen um den neuen Schüler drängten, um ihn zu beglückwünschen. „Ich bin sehr stolz auf dich, Haselpfote.“, murmelte er stolz. „Löwentatze ist eine gute Kriegerin.“ Schnurrend vergrub der frisch ernannte Schüler die Schnauze in dem Schulterfell seines Vaters. „Danke…“, nuschelte er durch ein Maul voll Fell. Dann wurde er von Schwalbenfeder zurückgedrängt, die ihn freudestrahlend anschaute. „Herzlichen Glückwunsch, Haselpfote! Ich kann dir gleich etwas frisches Moos bringen, damit du dir dein Nest im Schülerbau einrichten kannst!“ Völlig überfordert mit der ganzen Situation drehte sich der schlanke Schüler der Heilerin zu. „D-danke! Moos werde ich wohl brauchen!“ Schnurrend führte ihn die Graue zu einem Flecken mit aufgehäuftem Moos. „Hier, nimm dir so viel du brauchst. Ich hab es heute ganz frisch gesammelt!“ Die Heilerin verschwand im Heilerbau, aus dem sofort hektisches Gewusel ertönte. Haselpfote rollte sich mehrere Mooskugeln zusammen und trug sie in den leeren Schülerbau. Gesellschaft werde ich wohl keine haben. Geschickt formte er sich ein gemütliches Nest, in das er sich dann müde fallen ließ. Erst einmal schlafen…

    21

    Das laute Knurren meines Magens durchbrach die Stille. Ärgerlich zuckte ich mit dem Ohr, als die Maus, an die ich mich angeschlichen hatte, prüfend das kleine Näslein hob und dann schleunigst in einer kleinen Ritze zwischen zwei Steinen verschwand. So werde ich nie etwas fangen! Ich tappte witternd weiter über die Wiese und hielt nach Beute Ausschau. Vor fünf Sonnenaufgängen waren die Umrisse der…Stadt hinter einer kleinen Anhöhe verschwunden. Somit auch das Grab meiner Familie. Ich seufzte tief. Eigentlich war ich weit gekommen. Täglich war ich einige Stunden durchgelaufen, manchmal auch nachts. Hunde oder Zweibeiner hatten meinen Weg nicht mehr gekreuzt, aber leider auch nicht allzu viel Beute. Mit zu Schlitzen verengten Augen blickte ich durch die grünen Grashalme und fixierte ein junges Kaninchen. Du entkommst mir nicht! Langsam ließ ich mir das Bild von Nebel, als sie uns die Jagdstellung zum Fang eines Hasen beigebracht hatte, durch den Kopf gehen. Schritt für Schritt mit dem Bauch dicht am Boden schlich ich durch das Heidekraut. dann, als ich nur noch circa eine Fuchslänge entfernt war, schoss ich aus dem Schutz des Gestrüpps und grub meine Zähne in den Hals des Nagetiers. Es erschlaffte und ich zerrte es hungrig zu einer windgeschützten Stelle unter einem Ginsterbusch. Nachdem ich meinen knurrenden Magen gestillt hatte, setzte ich meinen Weg fort. Die Berge erhoben sich schon nicht weit von mir entfernt in den strahlend blauen Himmel. Ein paar vereinzelte Wolken hatten sich hierher verirrt und die Vögel hatten sich vor der Hitze der Blattgrüne in die Schatten der Bäume und Sträucher zurückgezogen. Ich trabte weiter und weiter und weiter, überquerte achtsam einen kleinen Donnerweg und…trabte weiter. Die Landschaft um mich herum veränderte sich, wurde ein wenig uneben und felsiger. Ein merkwürdiges Gefühl in meinem Bauch ließ mich anhalten. Misstrauisch prüfte ich die Luft. Scharfer Katzengestank stieg in meine Nase, vermischt mit einem wohlig vertrauten Geruch. Ich stutze. Was war das denn? Mit geöffnetem Maul setzte ich ein paar Sprünge nach vorne und witterte noch einmal. Der Gestank verpestete die Luft und Galle kam in mir auf. Eilig trabte ich wieder zurück und genoss den sanften Geruch der anderen Katzen, als er mir in die Nase stieg. „Du bist da…“, hallte es in meinem Kopf. Erschrocken blinzelte ich ein paar Male, bevor ich leise fragte: „Mondstern? Bist du das?“ Doch ich erhielt keine Antwort. Ich bin da? Lebt hier der LichtClan? Aufgeregt spitze ich die Ohren und setzte mich in Bewegung. Ich lief auf den vertrauten Duft zu, bis auf einmal eine sehr starke Geruchsspur meinen Weg kreuzte. Ist das eine Grenze? Unschlüssig tappte ich auf der Stelle. Eine unheimliche Kraft zog mich in das unbekannte Gebiet dahinter, so stark, dass ich schließlich nachgab und mit einem großen Satz darüber hinwegsprang. Mit schnellen Schritten trottete ich durch ein paar lichte Bäume, folgte einem kleinen Bach, bis auf einmal Stimmen an mein Ohr drangen. Unruhig trabte ich auf die fremden Stimmen zu, bis ich plötzlich vor einem Dornengestrüpp stand. Eine kleine Öffnung führte durch sie hindurch auf die verborgene andere Seite. Der Katzengeruch überflutete mich. Soll ich hindurchgehen? , dachte ich unentschlossen. Mondstern hat gesagt, ich soll auf mein Herz hören und das sagt mir, dass ich hier richtig bin. Ich schloss kurz die Augen, holte tief Luft und schlüpfte dann durch die Hecke. Dornen zerrten an meinem Pelz, während ich in das grelle Sonnenlicht blinzelte. Ich befand mich am Rand einer kleinen Lichtung, auf der eben noch einige Katzen in der Sonne lagen und die Wärme genossen. Doch jetzt waren schon alle aufgefahren und starrten mich an. Eine große schwarze Kätzin trat vor und musterte mich kühl. „Wer bist du und was willst du hier?“ Aus einem Gemisch aus Angst und Bewunderung stand ich da, mitten auf der Lichtung, und brachte keinen Ton heraus. Freude durchkribbelte mich, während ich meinen Blick über die vielen Katzen schweifen ließ. In der hintersten Ecke an einem kleinen Teich saß ein hübscher junger Bengalkater. Mein Blick blieb an ihm hängen, so sehr faszinierte mich sowohl sein Fellmuster, als auch seine Ausstrahlung. Sein Kopf war gesenkt, und er hatte den Blick auf den Boden gerichtet. Doch er musste gemerkt haben, dass ich ihn wie bescheuert anglotzte, denn plötzlich hob er den Kopf und erwiderte meinen Blick mit haselnussbraunen Augen. Ein wohliger Schauer durchfuhr mich, so viel Intensität schoss aus seinen Augen. Ich würde zu gern wissen, wer das ist…

    22
    Todesangst. Niemandem würde sie es wünschen, sich in so einer Situation zu befinden. Panik verwirrte ihren Verstand. Die Angst, gleich nicht mehr atmen zu können. Nicht mehr laufen zu können. Und doch trieb ihr Adrenalin sie immer weiter. Ein Schrei hinter ihr zerriss die Luft, doch davon ließ sich die Kätzin nicht beirren. Sie rannte. Ihre Pfoten donnerten über den rauen Asphalt und ihr Herz pochte rasend schnell. Sie wusste, wenn sie jetzt auch nur einen klitzekleinen Fehler beging, würde sie dem Monster hinter sich zum Opfer fallen. Dem zweiten Monster. Ohne ihre Geschwindigkeit zu verlangsamen schoss sie um die nächste Kurve, in der Hoffnung, somit ihren Verfolger anzuhängen. Längst raste sie allein durch die Straßen der leergefegten Großstadt nur mit dem Hund auf den Fersen. Ihre Begleiter hatte sie in dem Gewirr der Donnerwege verloren. Sie spannte die Muskeln in ihren Beinen an und wie ein Blitz flitzte sie an den Hauswänden vorbei. Das Kläffen des Hundes hallte von den Mauern wider und schien sie von allen Seiten zu umgeben. Heiße Luft drang an ihre Hinterläufe, was sie noch schneller werden ließ. Wie gesagt, Todesangst. Keiner verdiente sie. Man fühlt sich wie Beute, die mit aufgerissenen Augen den Krallen eines Raubtieres ausgesetzt ist. Es gibt kein Entkommen. Keine Hoffnung. Nicht einmal Schmerzen. Nichts. Nur einen allein auf dem Weg in die ewige Finsternis.

    Ein kleiner Stups in der Seite ließ die kleine Kätzin erwachen. „Wir werden sie finden, aber dafür müssen wir weiter…“, ertönte eine weiche Stimme an ihrem Ohr. Sie nickte nur und erhob sich langsam. Bleischwer fühlten sich ihre Beine an und ihre Pfoten brannten wie nach einem tagelangen Lauf über spitze Steine. Sie hob eine Pfote und betrachtete einen ihrer schwarzen Ballen. Die Haut war glatt und weich und nirgends waren Aufschürfungen zu sehen. Seufzend setzte sich die Kätzin in Bewegung. Es war kurz vor Sonnenaufgang und die Stille der Stadt war fast beängstigend. Die Vögel schwiegen, während die Leuchtbäume an den Straßen immer wieder aufflackerten. Unheimlich… Die Kätzin fühlte sich sehr einsam, trotz ihrer Begleitung, deren leise Schritte auf dem Teer hallten. Als die ersten Sonnenstrahlen den Himmel erhellten und die Leuchtbäume endlich erloschen waren, durchbrach das erste Lied eines Singvogels die frühmorgendliche Stille. Ein hübscher Grünfink flatterte aus einem Gebüsch und stimmte in das Lied seines Artgenossen ein. Kummer trübte die Gedanken der Kätzin und wehmütig ließ sie ihren Blick zu dem Vogel wandern. Wo bist du nur?

    23
    „Von diesem Tag an wirst du Vogelpfote heißen.“ Moosstern thronte hoch oben auf dem schwankenden Ast der Hohen Buche, der sich einige Schwanzlängen über dem Boden befand, und musterte mich prüfend. „Brandherz.“ Ihre Augen suchten den Kater aus den versammelten Katzen unter ihr und bedeutete ihm mit einem Nicken vorzutreten. „Ich habe dich als Vogelpfotes Mentor auserwählt, da du einen starken Willen und hervorragende Fertigkeiten im Kampf hast. Lehre ihr das Gesetz der Krieger und bilde sie zu einer guten Katze aus, damit sie ihrem Clan stets dienen kann.“ Mit einem hörbaren Seufzen tappte der große Kater zu mir und berührte mich an der Nase. Trotz des finsteren Blickes freute ich mich, dass ich nun Schülerin des LichtClans war. Aufgeregt trat ich auf der Stelle, als die Krieger ihre Köpfe hoben und meinen Namen jaulten: „Vogelpfote! Vogelpfote!“ Ist das etwa der hübsche Kater, der da so laut meinen Namen ruft? Ich lauschte gespannt und hörte deutlich seine schöne Stimme. Ein prickelnder Schauer durchrieselte mich. Sonderbar, aber angenehm. Was ist bloß los mit mir? Kopfschüttelnd wandte ich mich an Brandherz. Die Versammlung war beendet und die Katzen verteilten sich wieder auf der Lichtung. Auch die Anführerin sprang vom Baum und verschwand im Heilerbau. „Was machen wir jetzt?“, fragte ich ihn und spitze neugierig die Ohren. Aggressiv wirbelte er herum und stierte mich mit ausgefahrenen Krallen und gebleckten Zähnen an. „Hör zu“, zischte er. „Ich habe nicht darum gebeten, dein Mentor zu sein! Tu was du willst und geh mir nicht auf die Nerven!“ Damit drehte er ab und stolzierte hoch erhobenen Hauptes zum Kriegerbau. Ich senkte leicht den Kopf und murmelte: „Ist ja gut... Kein Grund, gleich aus dem Fell zu springen.“ Etwas unsicher setzte ich mich in Bewegung und trat auf den Lagereingang zu. Intensiv inhalierte ich den Geruch der Katzen und tauchte dann in den Wald hinein. Fassungslos betrachtete ich die Bäume und Sträucher, die den Weg durch das Unterholz säumten. Der Wald hier ist fast wie zu Hause Ich seufzte leicht. Aber leider nur fast… Das Geräusch dumpfer Pfotenschritte durchbrach meine Tagträume. Ich drehte meine Ohren in Richtung der Tritte, kauerte mich blitzschnell und kampfbereit hin und öffnete witternd das Maul. „Du bist aber ganz schön misstrauisch“ Er ist es nur. Ich richtete mich auf, als der hübsche Bengalkater hinter mir aus dem Gebüsch trat und zuckte mit den Schultern. „Die Reise hat mich misstrauisch gemacht.“ Der Kater nickte verständnisvoll. „Ich bin Haselpfote. Soll ich dir ein wenig das Territorium zeigen?“ Erleichtert, dass ich nicht mehr ganz so hilflos dastand, nickte ich und folgte ihm zwischen die lichter werdenden Bäume.

    24
    „Kampftraining! Los, los, los! Wach auf, Federpfote!“ Aufgeregt pikte ich der hellgrauen Schülerin in die Seite. Grummelnd drehte die sich um und schlug träge nach meiner Pfote. Doch so leicht wurde sie mich nicht los. „Samtsturm sagt, du musst alle Nester im Kriegerbau erneuern, wenn du noch einmal zu spät zum Kampftraining kommst…“, miaute ich beiläufig und kratze mich mit einer Hinterpfote heftig am Ohr. Dumme Laus! Mit einem Ruck schlug Federpfote die Augen auf, sprang aus ihrem Nest und raste aus dem Schülerbau. Ich konnte noch sowas wie „Mäusedreck“ vernehmen, während ihr Schweif zwischen den Zweigen verschwand. Lächelnd trabte ich ihr hinterher und konnte schon von weitem Samtsturms unwilligen Blick sehen, als ihre Schülerin atemlos und völlig zerzaust vom Schlaf vor ihr zum Stehen kam. Haselpfote stand mit seiner Mentorin Löwentatze daneben und winkte mir vergnügt mit dem Schweif zu und auch die hübsche Kätzin nickte mir freundlich zu. Ich setzte mich neben Haselpfote und flüsterte ihm ins Ohr: „Sie ist erst aufgestanden, als ich ihr mit Samtsturms Strafen gedroht habe!“ Ein belustigtes Schnurren rumpelte in seiner Brust. „Nächstes Mal werden wir sie mit Wasser übergießen!“, zischte er mir zu und blinzelte frech. „Spinnst du! Dann können wir aber rennen! Das wir sie uns niemals verzeihen!“ Lachend schüttelte ich den Kopf. „Erinnerst du dich, was sie für einen Aufstand gemacht hat, als ich in eine Pfütze gesprungen bin und sie einen Tropfen abbekommen hat? Wenn wir das tun würden, überleben wir keinen Herzschlag lang. Und…“ Brandherz trotte mit verschlossener Miene heran. „Schluss jetzt!“, miaute er barsch. „Wir vergeuden kostbare Zeit, wenn wir hier rumsitzen und tratschen. Gehen wir.“ Augenrollend erhob sich Löwentatze und setzte sich mit einem herausfordernden Blick auf Brandherz an die Spitze der Patrouille. Ich setzte mich ebenfalls in Bewegung und hüpfte vom einen Wegrand zum anderen. Schnupperte an Blumen und musste kräftig niesen, als eine kleine flauschige Feder auf meiner Nase landete. Prickelnde Sonnenstrahlen drangen durch das dichte Blätterdach und die Luft, die von dem gestrigen Regen sauber gewaschen wurde, roch frisch und war erfüllt von dem Gesang der Vögel. Die Pflanzen warfen fantasievolle Schattenmuster auf den Waldboden, unterbrochen von tanzenden Lichtflecken. Ein leises Brummen ertönte und ich sah mich suchend nach der Geräuschquelle um. Ein kleines schwarz-gelb gestreiftes Insekt flog an mir vorbei. Federpfotes Neugier war geweckt und sie kam aufgeregt zu mir gesprungen. „Was ist das?“, fragte sie und deutete auf das winzige Tierchen, das auf einer duftenden Waldblüte gelandet war. Schnuppernd reckte sie die Nase vor, doch ich hielt sie mit der Pfote zurück. „Warte“, sagte ich warnend. „Ich glaube das ist eine Biene, oder? So haben wir diese Tiere Zuhause genannt. Sie hat einen Stachel und wenn sie dich sticht, tut das sehr weh. Sie sammelt Nektar und macht daraus Honig.“ Fragend schaute ich die älteren Katzen an. Löwentatze nickte zustimmend und schenkte mir einen anerkennenden Blick. „Gut gemacht, Vogelpfote. Es stimmt, komm ihr nicht zu nahe, Federpfote. Wenn du sie nicht berührst, wird sie dir nichts tun.“ Haselpfote tauchte neben mir auf und betrachtete die Biene aufmerksam. „Woher weißt du das alles?“, fragte er sprachlos. Verlegen trat ich von einer Pfote auf die andere. „Nebel hat mir früher viel von der Natur und von anderen Tieren erzählt. Irgendwie wird das wohl in meinem Köpfchen hängen geblieben sein müssen.“ Brandherz peitschte mit dem Schwanz. „Ja, dummerweise bleibt aber sonst nichts drin hängen!“, fauchte er und bearbeitete angriffslustig den Boden mit seinen Krallen. „Habe ich nicht gesagt, wir sollen unsere Zeit nicht mit sinnlosem Geschwätz vergeuden?“ Löwentatze musterte den großen Bengalkater mit einem kühlen Blick. „Lass ihnen den Spaß, Brandherz. Sie sind noch jung und außerdem haben wir noch nicht mal Sonnenhoch. Moosstern hat mir gesagt, wir haben den ganzen Tag Zeit fürs Training also krieg dich wieder ein und leg dein Fell an.“ Ich war verblüfft wie einfach Löwentatze dem strengen Krieger den Wind aus den Segeln nahm. Brandherz jedenfalls fixierte sie mit einem wütenden Blick, hielt es aber für besser, den Mund zu halten. Stattdessen drehte er sich ab und stolzierte weiter. Wir starten ihm alle hinterher, bis sich Samtsturm seufzend zu Wort meldete. „Kommt, gehen wir weiter.“ Schnell sprang sie dem Bengalkater hinterher und tappte dann in seinem Tempo neben ihm her. Ich starrte den beiden hinterher. Wie ich sehen konnte, unterhielten sich die beiden und zu meiner Überraschung konnte ich sogar hören, wie Brandherz belustigt schnurrte. Ich glaubte jedenfalls, dass es Brandherz war. Ich konnte mir zumindest nicht vorstellen, dass Samtsturm so tief schnurren konnte. Löwentatze setze den Beiden nach und auch wir folgten. „Sag mal….“, erhob schließlich Federpfote die Stimme. „Sind dein Vater und Samtsturm Gefährten?“ Ich musste einen heftigen Hustenkrampf, der in meiner Kehle kratze, mit einem starken Schlucken unterdrücken. Hoppla! Sehr direkt, Federpfote! Scheinbar hatte auch Haselpfote mit so etwas überhaupt nicht gerechnet. Er blieb stehen und starrte die hellgraue Schülerin mit großen Augen an, als hätte sie sich gerade in einen riesigen Dachs verwandelt. „Äh-ähm…keine Ahnung“, stotterte er überrumpelt. Ich sah den Wirrwarr an Gefühlen in seinen Augen und wollte ihn schnell auf andere Gedanken bringen. „Das werden die beiden schon selbst wissen. Kommt! Wer als erster bei der Trainingskuhle ist, hat die erste Wahl beim Frischbeutehaufen!“ Mit weiten Sprüngen setze ich durch das Unterholz, streifte Farnwedel und duckte mich unter tiefhängenden Zweigen hindurch. Hinter mir hörte ich die trommelnden Schritte von meinen Baugefährten und Federpfote, die mir hinterher rief: „Hey, du hattest einen Vorsprung!“. Ich genoss den leichten Wind der mir entgegen schlug und beschleunigte meine Schritte. Ein umgestürzter Baum erschien auf dem schmalen Pfad, der zur Trainingskuhle führte. Ich spannte meine Muskeln an, sprang kräftig vom Boden ab und bohrte meine Krallen in die weiche Rinde. Mit strampelnden Hinterbeinen zog ich mich den umgekippten Stamm hinauf und warf dann keuchend einen Blick über die Schulter. Federpfote katapultierte sich mit einem riesigen Satz in die Luft und sofort beneidete ich sie um ihre langen Beine, mit denen sie den Baumstamm mühelos überwinden konnte. Haselpfote war ebenfalls schon auf dem Baumstamm angekommen und ließ sich sofort auf der anderen Seite hinunterfallen. Mist! Warum hab ich bloß nach hinten geschaut! Jetzt lag ich ganz hinten, doch durch meine Schnelligkeit überholte ich ohne Probleme wieder Haselpfote. Die Trainingskuhle lag nicht mehr weit. Ein lautes Rauschen kündigte den Fluss an, der den Wald durchschnitt. Er war nicht tief, man konnte ihn also ohne Probleme durchwaten, aber für Katzen, die wie Federpfote kein Wasser mochten, gab es kleine aus dem Wasser ragende Erdhügel, über die man mit trockenen Pfoten ans andere Ufer kam. Ohne zu zögern sprang ich in das erfrischende Wasser und hopste freudig durch die sanfte Strömung an die andere Flussseite. Federpfote quiekte bei jedem Sprung über die Erdhügel auf, als würde sie von einem tollwütigen Fuchs verfolgt werden. Meine Ohren stellten sich nach hinten. Hasenpfote hatte ebenfalls den Weg durch das Wasser gewählt. Beide Schüler erreichten die Böschung und rannten weiter. Meine Beine trugen mich schnell durch die Sträucher und das Dickicht, der Windtrocknete meine nassen Beine und mein Bauchfell und die Sonne wärmte meine abgekühlten Glieder. Wundervoll! Vor mir erblickte ich die große Lichtung, die uns als Trainingsplatz diente und roch den kräftigen Duft von Löwentatze, Samtsturm und Brandherz, die schon auf uns warteten. „Erster!“, rief ich triumphierend und lies mich atemlos auf die Lichtung plumpsen. Haselpfote und Federpfote tauchten ebenfalls aus dem Wald auf und schmissen sich auf das weiche Gras der Lichtung. Die hellgraue Kätzin rollte sich herum und war im Nu von Grashalmen und Erdklumpen bedeckt. Brandherz erhob sich und schnippte mit dem Schweif. Er wirkte nicht mehr ganz so schlecht gelaunt, das Gespräch mit Samtsturm musste seine Laune scheinbar gebessert haben. „Also gut. Fangen wir an! Ich denke, wir üben den Zwei-genen-Einen-Kampfzug“ Löwentatze leckte sich kurz das Brustfell und gesellte sich dann zu Brandherz. „WIR haben gedacht, dass ihr Teams bildet. Wir machen es euch zuerst vor und dann könnt ihr es selbst ausprobieren. Samtsturm?“, fragend suchte sie den Blickkontakt der Kätzin, welche ihre eisblauen Augen auf Brandherz´ gesprenkeltes Fell geheftet hatte. „Äh…ja?“ Etwas verwirrt hob sie den Kopf und fügte dann schnell hinzu: „Äh, klar! Wir bilden Teams, machen euch den Zwei-gegen-Einen-Kampfzug vor und…“ Löwentatze fuhr ihr mit dem Schweif übers Maul. „Das hab ich ihnen alles schon gesagt, Mäusehirn!“ Ich befürchtete schon, Samtsturm würde mit ihrer scharfen Zunge sofort etwas erwidern. Keiner durfte sie ungestraft, Mäusehirn´ nennen, trotz Löwentatzes freundlichen Tonfalls, aber die Siamkätzin bleib still. Stattdessen nickte sie nur abwesend. Federpfote warf mir einen wissenden Blick zu und rollte mit den Augen von Brandherz zu Samtsturm und wieder zurück. Ich musste mir ein Lächeln verkneifen. Samtsturm und Brandherz? Das kann ich mir nicht vorstellen! Bestimmt will sie ihn nur aufheitern... Löwentatze schien ein wenig aus dem Konzept gebracht. „Nun…ähm…wir machen es euch jetzt mal vor. Brandherz wird versuchen Samtsturm und mich abzuwehren.“ Sie kauerte sich tief an den Boden und fing an den breitgebauten Krieger zu umkreisen. Mit angewinkelten Beinen, das Gewicht stets auf die Oberschenkel verlagert, und geradem Schwanz um das Gleichgewicht zu halten gab sie eine perfekte Kampfstellung ab. Konzentriert beobachtete ich jede einzelne Bewegung und sog alles in mich auf. Auch Samtsturm hatte in zwischen ihr Gehirn wieder bei sich und begann ebenfalls Brandherz zu umkreisen. Er in einem großen Abstand, doch dann zog sie die Kreise immer enger. Brandherz kauerte regungslos in der Mitte der zwei Kätzinnen und starrte in die Ferne. Es sah aus, als wäre er mit den Gedanken ganz woanders. Ich registrierte jedoch seine zuckende Schwanzspitze, die mir verriet, dass er nur so tat, als wäre er unkonzentriert. Die Blicke der zwei Kriegerinnen trafen sich und wie auf ein stilles Einverständnis stürzten sie sich auf Brandherz. Dieser hatte mit einem plötzlichen Angriff gerechnet, rollte sich blitzschell auf den Rücken, schleuderte Löwentatze mit einem gezielten Tritt in den Bauch davon und zog Samtsturm, die auf ihn springen wollte, die Beine unter dem Körper weg. War da etwa ein Zögern in seinen Augen? Kopfschüttelnd verdrängte ich den Gedanken. Du Mäusehirn! Hör hauf, dir darüber einen Kopf zu machen! Das ist Brandherz´ Angelegenheit! „Habt ihr genau aufgepasst?“ Samtsturm rappelte sich auf und leckte sich das Schulterfell. „Ich will das nicht noch einmal machen, ich hab nämlich keine Lust noch einmal im Dreck zu landen!“ Wir nickten. „Gut, dann probiert es jetzt aus. Vogelpfote, Haselpfote, ihr kämpft gegen Federpfote.“ Brandherz fixierte uns drei mit einem undurchschaubaren Blick. „Keine Krallen!“ Hat er mich wirklich freiwillig mit Haselpfote zusammen getan? Am liebsten würde er sich mich doch auf dem Mond wünschen… Federpfote kauerte sich hin und starrte ohne eine klitzekleine Bewegung geradeaus. Das man so still sitzen kann! Die Kätzin saß da wie eine Statue, ohne den kleinsten Mucks. Ich duckte mich tief auf den Boden, achtete aber gleichzeitig darauf, dass mein Bauch nicht über den Sand schleifte. Pfotenschritt für Pfotenschritt schlich ich mich vorwärts und zog immer enger werdende Kreise um die bewegungslose Federpfote. Haselpfote kroch mir gegenüber über den Boden. Unsere Blicke trafen sich und er blinzelte. In einer Bewegung drehte ich mich und peilte Federpfotes Schulterblätter an. Doch die rollte sich auf den Rücken und stieß mir die Hinterbeine in den Bauch. Aber ich hatte damit gerechnet. Ich drehte mich im Flug und landete eine Mauselänge neben ihr. Während sie Haselpfote die Beine wegstieß und er daraufhin auf die Schnauze fiel, wollte ich mich auf sie stürzen. Aber Federpfote war eine exzellente Kämpferin. Bevor ich auch nur blinzeln konnte, war sie unter mich geschossen und ich flog auch schon im hohen Bogen durch die Luft. Keuchend rappelte ich mich auf. „Da-das war klasse Federpfote!“ Auch Haselpfote stimmte mir mit leuchtenden Augen zu. Samtsturm nickte stolz. „Du hast sofort reagiert als Vogelpfote neben dir gelandet ist.“ Stolz und verlegen zugleich tappte Federpfote auf der Stelle. Löwentatze meldete sich zu Wort: „Aber Haselpfote und Vogelpfote haben das auch super gemacht. Sie haben gleichzeitig angegriffen und Vogelpfote hat sich sehr gut in der Luft gedreht. Ihr habt das alle sehr gut gemacht. Wir sind stolz auf euch. Ihr dürft das jetzt noch in anderen Teams ausprobieren. Federpfote und Haselpfote gegen Vogelpfote und Federpfote und Vogelpfote gegen Haselpfote!“


    Die Sonne war schon hinter dem Horizont verschwunden und die ersten Kriegerahnen tauchten schon am Himmel auf als wir endlich im Lager ankamen. Nach dem Training hatte Brandherz uns noch auf die Jagd geschickt. Da war es kurz vor Dämmerung gewesen und er hatte uns noch bis zum Mondaufgang jagen lassen. Trotz der Müdigkeit in meinen Pfoten war der heutige Tag ein voller Erfolg. Ich hatte zwei Fische gefangen und ein Kaninchen zusammen mit Haselpfote und zwei Eichhörnchen mit Hilfe von Federpfote. „Zum Glück konnten uns Löwentatze, Brandherz und Samtsturm beim Tragen helfen. Eine zweite Runde in den Wald hätte ich nicht überstanden.“ Gähnend tappte ich zum Schülerbau. Federpfote nickte. „Stimmt. Mich hätte man dann morgen schnarchend über dem umgekippten Baumstamm liegen sehen.“ Müde ließ sie sich in ihr Nest fallen. Haselpfote zuckte zustimmend mit dem Schweif. „Ich wär nicht mal bis zum Lagerausgang gekommen.“ Blinzelnd scharrte er sich etwas Moos zusammen und machte es sich auf dem Polster bequem. Ich schnurrte leise. „Ich wäre dann morgen über dich gestolpert, weil du dich im Schlaf immer weiter zum Schülerbau gerollt hättest.“ Ich drehte mich ein paar Mal um mich selbst und kuschelte mich dann tief in das weiche Moos und den duftenden Farn. „Gute Nacht, ihr zwei“, murmelte Haselpfote und schloss die Augen. „Schlaft gut“, erwiderte seine hellgraue Baugefährtin und legte den Schweif über die Nase. „Ich wecke dich dann morgen zur Frühpatrouille, Federpfote.“ Auch ich schloss die Augen und schlief endlich, endlich ein.

    25
    Die nächtliche Brise fuhr durch die Glieder des gefleckten Kriegers, woraufhin er verärgert sein durchweichtes Fell noch höher aufstellte. Fuchsdung! Der Nieselregen fiel stetig aus den schmutziggrauen Wolkenfetzen, durch die man einzelne Kriegerahnen hervorblitzen sah. Ärgerlich schüttelte der Kater den Kopf, als ein Regentropfen mit einem lauten Platsch direkt zwischen seinen gespitzten Ohren landete. Die Kälte drang durch seinen aufgeplusterten Pelz und betäubte seine vom Sitzen steifgefrorenen Beine. Obwohl die Dornenhecke, vor der er weilte, und sein dichtes Fell den meisten Wind abhielten, fror er doch entsetzlich in der ungewöhnlichen Kälte der Blattgrüne. Warum muss ich bloß immer bei dreckigem Mistwetter Wache halten! Leise fauchend drückte er sich tiefer in den Schutz der Dornenzweige und kauerte sich grummelnd tief an den schlammigen Boden. Ich werde ewig brauchen bis ich mein Fell morgen wieder sauber habe! Ein Knacken im Unterholz ließ in zusammenfahren. Sofort wurde seine Aufmerksamkeit wieder auf seine eigentliche Aufgabe zurückgelenkt und er öffnete misstrauisch das Maul. Die grünen Augen zu schmalen Schlitzen verengt ließ er seinen Blick witternd durch das Unterholz wandern. „Wer ist da?“, fragte er herausfordernd, denn er war sich ziemlich sicher, dass er die Anwesenheit einer anderen Katze spürte. Und nicht eine, die gemütlich in einem der Baue schlief. Aus dem Augenwinkel erhaschte er ein sanftes Leuchten und blitzschnell drehte er den Kopf. Sein Herz setze aus. Ein wohliger Geruch stieg in seine Nase und sein Herz zog sich voller Kummer zusammen. Eine Kätzin trat aus dem Wald, eine silbern schimmernde Spur zeigte den Weg, den sie sich durch das Unterholz gebahnt hatte und in ihrem Fell funkelnden unendlich viele Sterne, als hätte sie sich ein Stückchen vom Silberflies abgeschnitten und sich darin eingewickelt. Leise drang ihre Stimme an sein Ohr, so sanft und doch so ernst. „Sanftherz.“ Ihr Atem hauchte zart um seine Schnauze. Seine Schnurrhaare bebten. „Haselzweig…“ Die SternenClan-Kätzin blinzelte ihn aus glänzenden nussbraunen Augen an, in denen sich seine Trauer über ihren Verlust und diese schmerzliche Liebe zueinander spiegelte. Sie beugte sich vor, legte ihre kühle Nase an seine und flüsterte: „Ich weiß was du fühlst. Du bist wie verwandelt, Sanftherz. Dein Herz lodert in den Flammen deines Hasses. Dein Sanftmut, den ich so sehr an dir liebte, liegt darunter verborgen. Mein Tod ist wie eine Brandwunde für dich, tief in deinem Herzen. Aber warum? Hör auf mir nachzutrauern, Sanftherz.“ In ihrem Blick lag so viel Zuneigung und Trost, dass Brandherz fast anfing zu wimmern wie ein Junges, das nach seiner verlorenen Mutter ruft. Haselzweig sprach weiter, nicht lauter als zuvor und doch schien es dem Krieger, als würde ihre Stimmen seinen ganzen Körper füllen und das Blut in seinen Adern pulsieren lassen: „Mir geht es gut, unserem Sohn geht es gut und dir wird es auch gut gehen. Öffne dein Herz, mein Krieger, und verschließe es nicht wie eine offene Wunde es nach langer Kräuterbehandlung tut. Du machst es damit nicht besser. Lebe in der Gegenwart und nicht in der Vergangenheit… “ Mit zunehmender Panik sah er wie ihr Körper verblasste. Einen Herzschlag lang sah er noch ihre dunklen, liebevollen Augen und roch ihren süßlichen Duft, der ihn umspielte. Dann war sie verschwunden. „Haselzweig, nein!“, jaulte er. „Komm zurück! Bitte komm doch zurück!“ Bebend ließ er sich auf den aufgeweichten Boden fallen und starrte leise wimmernd auf die Stelle, an der eben noch seine tote Gefährtin gestanden hatte. „Ich kann doch nicht ohne dich leben…“, brachte er zwischen zwei Schluchzern hervor. „Ich wüsste nicht wie!“ In der Hoffnung, eine Antwort zu erhalten, hob er den Kopf und blickte in die Sterne. Doch der Himmel schwieg. Dem Regen, der nun stärker aus den Wolken prasselte, schenkte er keine Beachtung. Es passte zu seinen Gefühlen: Er weinte, die Wolken weinten mit ihm. Vor ihm bildete sich eine kleine Pfütze, die seichte Oberfläche wurde andauernd von weiteren herabstürzenden Wassertröpfchen durchbrochen. Er musste blinzeln, als der Wind die Wolken von dem Mond wegtrieb und dessen strahlendes Angesicht sich hell in der Wasserlache spiegelte. Verwirrt beugte er sich darüber. Zuerst sah er sein eigenes Spiegelbild, ein hellbrauner Kater mit dunklen Tupfen und traurig schimmernden Augen, doch dann bildeten sich kleine Wellen auf der Wasseroberfläche und ihm wurde klar, dass sich sein Spiegelbild verformt hatte. Dichtes graues Fell, ein schöner geformter Kopf, strahlend blaue Augen, in deren unergründlichen Tiefen er sofort versank. Wer ist das? Ohne zu blinzeln erwiderte er den Blick der fremden Katze und nach einigen Herzschlägen konnte er ein leichtes Lächeln auf ihrem Gesicht erkennen. Sie blinzelte….und war mit einem Schlag weg. Brandherz unterdrückte ein enttäuschtes Seufzen und beobachtete in dem spiegelnden Wasser wie sich sofort wieder Wolken vor den Mond schoben und ihn verdeckten. „Siehst du…?“ Er zuckte erschrocken zusammen, als Haselzweigs Stimme in seinem Kopf ertönte wie ein kaum hörbarer Windhauch. Was meint sie damit? Schon im nächsten Moment drang eine leise Erkenntnis in sein Innerstes. Konnte das wirklich stimmen? Nein, bestimmt nicht. Oder doch?


    Moosstern erwachte in ihrem Nest, als die ersten Sonnenstrahlen durch die Zweige drangen und sie an der Nase kitzelten. Blinzelnd erhob sie sich, balancierte geschickt den Ast entlang, bis er sich leicht nach unten neigte und sprang dann in einer eleganten Bewegung auf den Boden. Dort streckte sie sich erst einmal ausgiebig, bevor sie mit einem schnellen Blick auf den Frischbeutehaufen beschloss so schnell wie möglich eine Jagdpatrouille loszuschicken. Über Nacht war Regen gefallen und hatte die Wolken vom Himmel gewaschen sodass die Sonne ungehindert ihre Wärme ausstrahlen konnte. Zufrieden ließ sie den Blick durch das Lager schweifen. Vogelpfote linste aus dem Schülerbau und begab sich dann gähnend auf den Weg zum Schmutzplatz. Sie hat sich gut gemacht. Tatsächlich bekam die dunkelbraune Anführerin jeden Tag die Fortschritte der drei Schüler zu hören und Vogelpfote stand den beiden anderen im Clan geborenen Katzen in Nichts nach. Ihr fiel Brandherz ein, der die Nacht über Wache gehalten hatte und mit einem letzten Blick auf die gefleckte Schülerin trotte sie hinüber zu dem verschlossenen Krieger. Mit einem freundlichen Nicken gesellte sie sich zu ihm und fragte: „War alles ruhig?“ Der Bengalkater stand auf, schüttelte sich kräftig und meinte dann, dass nichts passiert sei und alles friedlich war. Verwirrt meinte Moosstern eine Spur zu viel Gleichgültigkeit in seiner Stimme zu entdecken und auch seine Augen glänzten verunsichert. Zögernd räusperte sie sich und hakte nach: „Ist alles in Ordnung, Brandherz? Du wirkst so….anders.“ Seine einzige Antwort war ein gewaltiges Gähnen, welches seine spitzen Zähne zum Vorschein brachte. Mit einem müden Blinzeln nickte er ihr zu und verschwand dann in Richtung Kriegerbau, um sich seinen wohlverdienten Schlaf zu gönnen. Schulterzuckend setze sie sich und begann, sich einer schnellen Morgenwäsche zu unterziehen. Sie unterbrach sich dann aber und winkte stattdessen Vogelpfote mit dem Schweif zu sich, die gerade aus dem Schmutzplatztunnel gekrochen kam. Artig trabte die junge Schülerin zu Moosstern und begrüßte sie mit einem fröhlichen Kopfnicken. Die Anführerin erwiderte den Gruß und setze dann hinzu: „Du lebst dich gut ein hier, nicht wahr?“ Überrascht sah die junge Katze sie an. „Ja, mir gefällt diese Art Leben und ich habe tolle Freunde gefunden“, antwortete sie dann. Moosstern nickte. „Vermisst du deine Familie?“, fügte sie dann unmittelbar hinzu. Unsicherheit malte sich in Vogelpfotes Augen, gemischt mit einer Spur Trauer. „Nun ja…“, setzte sie zu einer Erwiderung an, „ich vermisse sie so, wie man Katzen eben vermisst, die tot sind, denke ich. Ich bin traurig darüber, vor allem, weil ich weiß, was für ein Leben sie hätten haben können. Aber ich kann es nun mal nicht ändern.“ Sie seufzte schwer. Tiefes Mitgefühl überkam die ältere Kätzin und sie beugte sich hinab und berührte Vogelpfote am Ohr. „Weist du, vielleicht tröstet dich das nicht, aber jetzt weißt du, dass es deiner Familie gut geht. Ihnen kann nichts mehr passieren. Sie haben keine Schmerzen und keine Sorgen und ich bin mir sicher…“, sie schaute der Schülerin ernst in die Augen, „…irgendwann wirst du sie wieder treffen. Aber das hat seine Zeit.“ Plötzlich überkam sie die Lust, irgendetwas zu tun. „Los, hol deine Freunde! Wir gehen Kaninchen jagen!“ Der Anblick berührte ihr Herz, als freudige Aufregung die ernsten Gefühle in dem Blick der jungen Kätzin verdrängten und sie zum Schülerbau hinüberschoss. So eine junge Katze sollte nicht über so düstere Dinge nachdenken. Ein belustigtes Schnurren kam aus ihrer Kehle, als sie Federpfotes ärgerliches Brummen über die zu frühe Störung ihres Schlafes vernahm und Haselpfote, der wie wild auf sie einredete. In solchen Momenten war das Leben einfach nur schön.

    26
    Das Lager lag friedlich schlafend in den Schatten der Bäume verborgen, ein sanfter Windhauch wiegte die Äste der stämmigen Buchen behutsam in seinen Armen, ansonsten aber lag der Wald still da. Ein schmaler Sichelmond, so scharf und spitz wie die Kralle eines Kriegers, verströmte einen milchigen Schein vom sternenklaren Silbervlies hinab. Vereinzelte Lichtflecken tanzen über den schattenhaften Boden, während schnarchende Schlafgeräusche aus den geschützten Bauen drangen. Plötzlich bauschte sich der Wind leicht auf, wirbelte Laub über den trockenen Erdboden und murmelte leise und unverständlich vor sich hin. Verwirrende Laute, von weit her getragen, über Hügelkämme und Bergketten, schwangen in seinem Rauschen mit. Unter den schlafenden Katzen war nur eine, die diese Laute zu verstehen wusste…

    Ein merkwürdiges Geräusch ließ mich aufschrecken. Was war das? Mit weit aufgerissenen Augen wartete ich einige Herzschläge lang, bis ich mich an die Dunkelheit um mich herum gewöhnt hatte. Angestrengt spitze ich die Ohren, doch ich konnte nichts Ungewöhnliches hören. Nur Haselpfotes leise Atemzüge und das brummige Schnarchen meiner anderen Baugefährtin, nichts Ungewöhnliches. Fadenscheinig hob sich die Bauchdecke des hübschen Katers auf und ab, während sich Federpfote oftmals im Schlaf hin und her rollte. Seufzend legte ich den Kopf auf die Pfoten. Haselpfote hat Recht. Die lange Reise hat mich sehr misstrauisch gemacht. Aber einschlafen konnte ich trotzdem nicht. Die Luft schien mich auf einen Schlag zu erdrücken, lastete auf meinen Schultern und hielt mich wach. Ich schnappe etwas frische Luft… So leise wie möglich erhob ich mich und schlüpfte aus dem Schülerbau. Nachdem ich kurz innegehalten und die kühle Nachtluft tief eingeatmet hatte, wandte ich meine Pfoten zum Lagerausgang. Durch einen kurzen Abstecher durch den Schmutzplatztunnel ließ mich unauffällig an Seerose vorbeikommen, die schweigend und mit aufmerksam gespitzten Ohren Wache hielt. Als ich endlich das Lager hinter mir gelassen hatte, trabte ich los, ließ den dunkeln Wald hinter mir und folgte dem Fluss, der plätschernd seine Bahn durch die Landschaft schnitt. Allmählich löste sich der Knoten aus meiner Brust und ich atmete befreit auf. Seufzend watete ich durch den Schilf, der die Ufer des energischen Gewässers säumte und genoss die Wellen, die kühl an meine Beine schwappten. Die silbrig glänzenden Körper der Fische blitzen durch die Wasseroberfläche, doch ich ließ sie in Frieden. Auch sie sollen einen Zeitpunkt haben, an dem sie sich nicht vor Jägern fürchten müssen. Und da bietet sich die Nacht doch an, oder? Das Gras raschelte, als ich auf der anderen Böschung wieder an Land trat. Glitzernde Wasserperlen tropften von meinen Schnurrhaaren, während ich den leicht ansteigenden Hang hinaufstieg. Der stinkende Geruch des KrähenClans ließ mich die Nase rümpfen. Ich bin in der Nähe von der Grenze… Spitze Felszacken stachen aus der Wiesenlandschaft hervor und hoben sich kahl vom Himmel ab. Ich beschleunigte meine Schritte und rannte nun in einigem Abstand neben der Grenzmarkierung her. Vor mir beleuchtete der Mond den Gipfel des Berges und unwillkürlich juckte es mich in den Pfoten, bis ganz an die Spitze zu klettern. Unsichtbare Pfoten lenkten mich durch das unbekannte Gebiet, ließen mich loses Geröll und gefährliche Kaninchenlöcher umgehen, als hätte ich diesen Weg schon hundert Male zuvor eingeschlagen. Die letzten Fuchslängen sprang ich hinauf….und es verschlug mir die Sprache. Atemlos riss ich die Augen auf und schaute hinab in das Tal, das sich vor mir auftat. Eine endlose Weite, umgeben von riesigen Bergen, die sich aneinander schmiegten. Der Fluss, der in weiter Ferne mit dem Himmel verschmolz. Die Wiesen, die von einer zur nächsten überging. So etwas Faszinierendes hatte ich noch nie erlebt. Wind bauschte mein Fell auf, doch er wehte friedlich, nicht mit dem Zorn, mit dem er mein altes Zuhause aufgesucht hatte. Mehr so, als würde er ein riesiges Lebewesen sein, das immer sanft mit einem umgeht, aber dennoch etwas zu groß für eine Katze ist. Ein warmer Schauer strömte durch mich hindurch und erfüllte mich mit einem nicht unangenehmen Gefühlswirbel. Ich richtete mich weit auf, lehnte mich in den Wind und schloss die Augen. „DAS…IST…SO…WAHNSINNIG!“, jaulte ich laut hinaus. Ich hob meine Nase in den Wind und ließ den Wind durch meine Ohren pfeifen. Plötzlich stutze ich, spitze die Ohren noch mehr und lauschte gebannt. Tatsächlich. Das waren ganz eindeutig Stimmen. Merkwürdige, es klang ein wenig wie die Sprache der Katzen und doch war etwas anderes an der Art, dem Singsang, oder war es die Aussprache? Auf jeden Fall schwang etwas sehr merkwürdiges in dieser Stimme mit. Ich konzentrierte mich, richtete alle meine Sinne auf diese Stimme und wartete. Da! Da war es wieder! Die Stimme schien von weit her gekommen zu sein, so als wäre sie vom Wind fortgetragen worden und im Laufe ihres Weges abgeflaut. Doch trotzdem hörte ich eindeutig und ohne Zweifel: „Wir kommen….“ Dann brach der Wind ab.





    „Sie haben die Nachricht erhalten…..Lass uns aufbrechen….“

    27
    Graue Wolken verdeckten den Himmel. Das leise Tröpfeln des Nieselregens hallte von den dunklen Häusermauern des Zweibeinerortes. Eine ungewöhnlich kleine, rabenschwarze Katze huschte tief geduckt über den rauen Stein einer Straße. Das matte Fell klebte ihr an den Flanken und betonte ihren geschmeidigen Körperbau. Sie war ziemlich hübsch. Vorsichtig ließ sie ihre dunkelgrünen Augen nach links und rechts wandern, bevor sie mit einem eleganten Satz auf eine mannshohe Mauer sprang. Sie schüttelte sich kurz, sodass ihr Fell in alle Himmelsrichtungen abstand, und schlängelte sich dann geschickt durch mehrere Abfallhaufen und leere Kartons, die sich in der schmalen Gasse übereinander stapelten. Mit angewidertem Gesichtsausdruck zog die schwarze Kätzin die Nase kraus. Sie war definitiv kein Hauskätzchen. Zu anmutig, zu stolz, zu selbstbewusst, trabte sie durch das ihr fremde Territorium. Und doch schien sie den exakten Weg zu ihrem Ziel zu kennen. Mit hochgezogenen Schultern hastete sie um die nächste Ecke und schlüpfte durch einen weißgestrichenen Zaun, der die Grenze des Zweibeinerortes bildete. Erleichtert atmete die Katze aus, nur um sich sogleich ärgerlich die stetig fallenden Regentropfen aus dem aufgeplusterten Fell zu schütteln. Mit gesenktem Kopf und angelegten Ohren trotte sie den steigenden Hang hinauf und murmelte dabei leise und unverständlich vor sich her. „Ka arahi te awa te rota o te wai, ina marangai te reira na i runga….“ Sie sprach nicht die normale Katzensprache. Ihre Stimme war unglaublich zart und darin lag so viel Weisheit. Außerdem hatte sie einen ungewöhnlichen Singsang. Es war fast so, als würde sie ein Lied singen, ganz leise und sanft. Die durchnässte Grasfläche wurde von hartem Stein abgelöst. Es war mittlerweile so steil, dass sie nur noch von einem Felsbrocken zum anderen Springen konnte, um nicht den Halt auf dem spiegelglatten Stein zu verlieren. Wenn sie ihre Sprünge nicht genauestens platzierte, würde sie in die Tiefe stürzen und von den scharfen Gesteinsbrocken zerschmettert werden. Doch sie bewältigte die Hindernisse ohne Probleme. Ein Rauschen ertönte in der Ferne und je weiter hoch die sonderbare Kätzin kletterte, desto lauter wurde es. Als sich der Boden langsam wieder ebnete, warf sie einen kurzen Blick über die Schulter. Der Berg, auf dem sie stand, ragte hoch hinaus. Graue Wolkenschwaden umhüllten seinen Gipfel und der Zweibeinerort an seinem Fuße war nur noch schwach zu erahnen. Selbst die anderen Berge sahen neben ihm nur noch klein aus. Die Katze lief weiter und das Rauschen schwoll weiter an, bis zu einem ungeheuren Donnergrollen. Plötzlich und wie aus dem Nichts tauchte vor ihr ein riesiger Wasserfall auf, der durch eine breite Spalte im Boden in eine tiefe Schlucht stürzte, die den Berg fast in der Mitte durchtrennte. ein schmaler Steinpfad führte über die Schlucht hinüber zum Wasserfall, gerade so breit, dass man eine Pfote vor die andere setzten konnte. Die Kätzin hob den Schweif und tappte ohne zu zögern auf den Übergang zu. Furchtlos setzte sie eine Pfote auf die steinerne Brücke und wagte sich ohne mit der Wimper zu zucken ganz darauf. War sie lebensmüde? Doch sie schien genau zu wissen, auf was sie sich da einließe. Kurz vor dem in die Tiefe stürzenden Wasservorhang blieb sie stehen und verneigte sich ehrfürchtig. Als sie den Kopf hob, sah man, dass sie ihre Augen geschlossen hatte und erneut leise vor sich her murmelte. „He atarangi, toa o te marama, me ga mohoao pouri ahau, Ishkur, ahau. He ma taku gakau, me te kore e wā e te mana pouri. Kia puaki tou tatau mo ahau, Taranis.“ Dann straffte sie die Schultern und trat durch den Wasserfall. Die unberechenbare Kraft des Wassers hätte sie eigentlich von den Pfoten reißen müssen, doch sie lief einfach weiter, als wäre sie gerade nur durch ein kleines Rinnsal gelaufen. Vor ihr erstreckten sich schwarze Steintunnel, die alle in verschiedene Richtungen auseinander liefen und in ein mörderisches Labyrinth mündeten. Ein sehnsüchtiger Ausdruck malte sich auf dem Gesicht der schwarzen Kätzin ab und mit einem lauten Freudenschrei schoss sie los. Sie raste in einen der Gänge, bog rechts ab, um nach einigen Schwanzlängen einen Seitentunnel einzuschlagen. Ihre Pfoten flogen förmlich über den flachgetretenen Höhlenboden, während sie einem lautlosen Ruf folgte, der ihr den Weg durch das Labyrinth zu zeigen schien. Nach endlosem Laufen verlangsamte sie ihr Tempo und blieb schließlich am Ende des Tunnels stehen. Mit leuchtenden Augen blickte sie um sich. Sie stand im Eingang zu einer gigantischen Höhle. Es wimmelte nur so von Katzen. Sie putzten sich, fraßen, tranken, spielten miteinander oder gaben sich die Zungen. In der Mitte der Höhle ragte eine riesige Steinsäule auf, unendlich viele Wassertröpfchen funkelten an ihren Wänden und glitzerten wie Diamanten. Ganz oben stand lag eine alte Kätzin mit grauweißem Fell. Etliche braune und schwarze Flecken waren auf ihrem Pelz verteilt und verliehen ihr ein besonderes Aussehen. Das Miauen der Katzen erfüllte die ganze Höhle und verfloss in ein einziges Gemurmel, doch plötzlich zerschnitt ein schriller Ruf das Gerede: „Ishkur! Du bist zurück!“ Ein muskulöser grauschwarz getigerter Kater raste herbei und drückte seine Nase an die Wange der schwarzen Kätzin. Diese schnurrte liebevoll und leckte dem Kater mit leuchtenden Augen übers Ohr. „Taryn! Ich habe dich so sehr vermisst!“ Immer mehr Katzen strömten herbei, um die neue zu begrüßen. Auch die alte Kätzin erhob sich, schien jedoch lange nicht so erstaunt, den Neuankömmling zu sehen. Mit einem eleganten Gang tappte sie eine Steintreppe, die um die Säule herumführte, hinab und blieb dann vor der Schwarzen stehen. Sofort verstummte die Katzenmenge und senkte die Köpfe. Die Alte hob ihren Kopf und als sie den Mund öffnete, erfüllte ihre tiefe und angenehme Stimme die Höhle. „Ich habe dich erwartet, Ishkur.“ Langsam senkte sie den Kopf und verneigte sich. „Komm mit, wir müssen uns unterhalten.“ Sie winkte mit ihrem buschigen Schweif, drehte sich um und trottete zu der Steintreppe. Ishkur schmiegte sich noch kurz an den muskulösen Tigerkater und trabte ihr dann hinterher. „Wir sehen uns später“, warf sie noch über die Schulter zurück und hetzte dann die Treppe hinauf. Die alte Katze hatte es sich schon auf einem geräumigen Moosnest gemütlich gemacht und bedeutete Ishkur nun dasselbe zu tun. „Sag, wie ist es dir auf der Reise ergangen? Und vor allem, was hast du erfahren?“, fragte sie, nachdem sich die schwarze Kätzin vor ihr niedergelassen hatte. Diese atmete ein paar Male tief ein und aus und antwortete: „Ich danke dir für dein Vertrauen, Taranis. Ich weiß, dass es nicht selbstverständlich ist die Höhle zu verlassen und ich schätze es sehr, dass du mich ein zweites Mal hast gehen lassen. Die Reise hat mir keine Umstände bereitet. Ich habe genügend Beute gefunden, auch wenn ich gestehen muss, dass ich so selten wie möglich gefressen habe. Landbeute ist nichts für mich, da bleibe ich lieber bei Fledermäusen. Ich hatte einmal eine Konfrontation mit so einem Tier, es war rot, aber es war mir unbekannt. Zwei andere Katzen haben mir geholfen, auch wenn ich locker mit ihm alleine fertig geworden wäre.“ Sie schüttelte etwas verwirrt den Kopf. „Ich glaube sie haben bei Menschen gelebt. Aber sie waren trotzdem ganz nett, auch wenn ich nichts von dem verstanden habe, was sie da sagten. Es hatte den Anschein, sie haben ziemlich viel diskutiert.“ Taranis unterbrach sie mit einem Schwanzschnippen und legte den Kopf schief. „Wie sahen die beiden aus?“, fragte sie interessiert. Ishkur überlegte kurz und erwiderte dann: „Die Kätzin war weiß, leicht pummelig und der Kater war rotbraun und relativ klein.“
    „Ach...ich glaube ich weiß, wen du getroffen hast.“ Belustigung funkelte in ihren Augen. „Das hätte dir ruhig erspart bleiben können. Wahrscheinlich wollte Caesar dich verjagen und Kaja hat versucht ihn davon abzuhalten, aber….jetzt das eigentliche. Was hast du gesehen?“ Aufmerksam spitzte sie die Ohren.
    „Es hat sich nicht viel verändert seit dem wir Ayahstan geholt haben. Die Menschen haben die Stadt nach Westen weiter ausgebaut aber der Weg über den Bergkamm ist frei. Ich bin bis zum Winkel der sieben Sonnen gelaufen, wie du es mir aufgetragen hast. Wenn wir auf der Westseite des Berges hinabsteigen würden, wäre es für die Älteren und für die Jüngeren riskant, aber sie könnten es mit unsrer Hilfe schaffen. Wenn nicht müssten wir auf der Südseite absteigen, allerdings hätten wir dann einen riesigen Umweg vor uns mit lauter Felsbrocken, die weitere Hindernisse darstellen, aber es ist sicherer. Nord- und Ostseite können wir vergessen. Ich bin keine zehn Schritte weit gekommen.“
    „Und wenn wir die Südseite nehmen, wie viel Zeit kostet das?“
    Konzentriert zog Ishkur Linien in den Steinboden. „Circa 8 Tage schätze ich. Etwas mehr oder etwas weniger, kommt auch auf das Wetter an.“
    „Nun gut. Was ist, wenn wir den Abstieg schaffen? Was erwartet uns dort?“
    „Nehmen wir mal an, wir würden uns für den Weg auf der Westseite entscheiden…Bis zur Stadt schafft man das ohne Probleme, aber ich bezweifle das wir unerkannt, durch die Straßen ziehen können. Eine große Katzengruppe ist wohl etwas zu auffällig, das heißt, wir müssten einen weiteren Umweg einschlagen. Das habe ich aber mit einberechnet. Wir gehen rechts an der Stadt vorbei und steuern somit direkt auf den Winkel der sieben Sonnen zu, dann müssen wir nur noch…ähm….“ Sie verstummte und deutete mit der Kralle auf eine der Linien. „….da durch….“
    Mit ernsten Augen blickte Taranis auf die Zeichnung. „Die Rabenquelle….Bist du sicher?“
    Mit deutlichem Nachdruck in der Stimme erwiderte Ishkur: „Wir sind Schatten! Eine hässliche Quelle mit giftigem Wasser wird uns nicht umbringen.“ Doch so sicher war sie sich dabei auch nicht.
    „Dann ist es beschlossen“, sagte die alte Kätzin ruhig. „Erzählen wir es den anderen.“

    28


    „Was glaubst du, was passiert ist?“, fragte Haselpfote leise und neigte sich zu mir rüber.
    „Keine Ahnung…“ Ich zuckte mit den Schultern und starrte angespannt hinauf zu Moosstern, die geduldig darauf wartete, dass sich die Katzen unter der Hohen Buche versammelten.
    „Vielleicht gab es Komplikationen mit der Grenzpatrouille“, meinte Federpfote. „Ich habe vorhin Löwentatze gesehen, wie sie ganz besorgt in Moossterns Bau gegangen ist.“
    Ich reckte den Kopf, um an Waldschatten, der dummerweise vor mir saß, vorbei zu schauen. Mittlerweile hatte sich der gesamte Clan versammelt und die Anführerin gebot mit einem Jaulen um Ruhe. Sofort verstummten die Gespräche und es legte sich Schweigen über die Menge.
    „Ich habe euch zusammengerufen, um euch etwas mitzuteilen.“ Die dunkelbraune Kätzin legte ruhig den Schweif um die Pfoten. „Es gab wieder einen Kampf an der Grenze.“ Niedergeschlagen senkten die Katzen die Köpfe und ließen die Schultern hängen. Oh nein! Entsetzt blickte ich auf Moosstern, die mit schmerzlichem Ausdruck in den Augen auf ihren Clan hinabsah. Doch als sie meinen Blick bemerkte blinzelte sie schnell und erhob wieder die Stimme: „Löwentatze, willst du deinen Clangefährten mitteilen, was geschehen ist?“ Die goldbraun getigerte Kätzin nickte und erhob sich. Sie trottete einige Schritte vor und setzte sich dann zwischen die Wurzeln der Hohen Buche.
    „Nesselstich, Steinpelz, Mondgesang, Rindenblitz und ich haben die Grenze beim Schilf kontrolliert, da waren sie plötzlich da. Sie kamen von hinten, also aus unserem Territorium. Uns war aufgefallen, dass es entsetzlich nach Bärlauch stank. Erst dachten wir, dass es normal wäre, weil Schwalbenfeder dort ihren Kräutervorrat sammelt, aber als wir ihr davon erzählten, hat sie gesagt, Bärlauch wachse nur im Wald. Sie haben uns hinterhältig angegriffen und wir haben verloren.“ Löwentatze hob ihr Bein und entblößte eine lange Wunde, die sich von ihrer Schulter bis zum Pfotenballen zog, dick beschichtet mit einer Kräuterpaste und eingehüllt in Spinnweben. Ich sog angespannt die Luft ein. Das sieht gar nicht gut aus… Angespannt bemühte ich mich, sitzen zu bleiben und nicht aus dem Lager zu rennen, um den ganzen KrähenClan auszurotten. Schwalbenfeder, die reglos vor dem Eingang zum Heilerbau gesessen hatte, erhob sich nun und warf ihrer Anführerin einen sorgenvollen Blick zu. Diese nickte leicht mit dem Kopf, woraufhin die Heilerin vortrat. Ihr graues Fell war leicht gesträubt und ihre Ohren aufmerksam in Richtung des Heilerbaus gedreht, doch ihre Stimme war ruhig, als sie sagte: „Sie haben uns das Kräuterlager gestohlen. Im Moment reicht es noch, aber die Blattleere ist nicht mehr weit und die Wunden, die heute zugefügt wurden, müssen heilen.“ Entsetztes und erschüttertes Wehklagen brach auf der Lichtung aus. Steinpelz warf Seerose einen schmerzlichen Blick zu. Samtsturm beugte sich mit besorgtem Gesichtsausdruck zu Waldschatten hinüber und flüsterte ihm etwas ins Ohr, worauf der Kater sichtlich angespannt die Krallen ausfuhr. Moosstern erhob wieder die Stimme über den Lärm und versuchte bestimmt, die aufgebrachten Katzen zu beruhigen. Als sie sich endlich wieder Gehör verschafft hatte, fuhr sie fort: „Aber das ist nicht der eigentliche Grund warum ich euch zusammengerufen habe…“ Ich spitzte erstaunt die Ohren. Was kommt denn jetzt? Die Anführerin legte den Schweif um die Pfoten und zögerte einen Moment, ehe sie fortfuhr. „Wir werden uns Territorium zurückholen. Das ganze Gebiet um das Schilf.“ Schweigen umhüllte die Katzen, während jede eigene von ihnen versuchte, sich eine Meinung darüber zu machen Dann stand Steinpelz auf und fragte: „Wann?“
    „In einem Mond. Es wird drei Gruppen geben“, fuhr Moosstern fort. „Samtsturm führt die Kampfpatrouille an mit Brandherz, Seerose, Nesselstich, Steinpelz, Waldschatten, Wolfsnacht, Federpfote und Vogelpfote. Ihr greift aus dem Hohen Gras an. Die zweite Patrouille übernimmt Löwentatze mit Elsternacht, Rindenblitz, Blütenschwinge, Mondgesang, Sturmherz, Schimmerpfote und Efeupfote. Ihr kommt aus dem Tannenwald. lch bleibe mit Mondstrahl, Windsturm, Wolkenhimmel, Haselpfote und Schwalbenteich im Lager. “ Brandherz sprang auf, seine Zähen waren gebleckt und aus seiner Brust grollte ein tiefes Knurren. „Sag mir nicht, du hockst nutzlos im Lager herum, während wir anderen kämpfen!“ Ich sträubte wütend mein Fell. wie kann er es wagen! Brandherz schlug die Krallen in die Luft. „Sei nicht so feige und versteck dich im Lager, während…“ Ehe ich mich versah sprang ich auf, schob mich an Waldschatten vorbei und stürzte mich auf Brandherz. „Wie kannst du es wagen!“, jaulte ich und fuhr ihm mit den Krallen übers Gesicht. „Moosstern wäre diejenige, die sich vor dich werfen würde, um dein Leben zu retten!“ Brandherz knurrte jetzt noch wütender und wollte sich gerade auf mich werfen, da erscholl Moossterns wütend zitternde Stimme: „Aufhören! Sofort!“ Mit zornesfunkelnden Augen stand sie vor mir und Brandherz und peitschte mit dem Schweif. Atemlos schüttelte ich mir den Staub aus dem Pelz und warf Brandherz dabei hasserfüllte Blicke zu. „Ich ehre deine Loyalität, Vogelpfote, aber Streit bringt uns nicht weiter.“ Sie schnippte mit dem Schwanz. „Brandherz…“ Der muskulöse Kater kniff misstrauisch die Augen zusammen. „Ich habe lange Zeit über die Patrouillen nachgedacht, habe mich mit Löwentatze, Samtsturm und Schwalbenteich beraten und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Patrouillen so am geschicktesten aufgeteilt wären. Ich wäre im Lager geblieben um deine Heilerin zu schützen, die dir als einzige dein Leben retten kann, wenn du verwundet wirst. Ich wäre hiergeblieben, um deinen Sohn zu schützen.“ Sie senkte ihre Stimme ein wenig und fixierte Brandherz´ grüne Augen mit ihren. „Aber gut. Ich werde in deine Patrouille kommen und an deiner Seite kämpfen, wenn du es so willst. Ich werde, ganz wie Vogelpfote gesagt hat, mein Leben für dich opfern, wenn es sein muss, denn ich bin meinen Clangefährten über den Tod hinaus treu…“ Ohne den Blick von dem gesprenkelten Krieger abzuwenden, beendete sie die Versammlung und die Katzen verteilten sich. Federpfote kam mit großen Augen herangesprungen. „Was war DAS denn?“, fragte sie erstaunt. Ich zuckte nur gleichgültig mit den Schultern und beobachtete aus dem Augenwinkel, wie Brandherz Moosstern hinter einen Felsen folgte. „I-ich komme gleich. Geht ihr schon mal essen, ich…geh nur kurz zum Schmutzplatz“, murmelte ich unkonzentriert und eilte zum Schmutzplatztunnel. Als ich mich durch die dornigen Zweige in die sandige Kuhle gezwängt hatte, schlüpfte ich auf der anderen Seite durch eine kleine Öffnung in der Heckenwand, die durch Farnwedel verborgen wurde. Ich hielt inne als gedämpfte Stimmen an mein Ohr drangen. So leise wie möglich schlich ich mich näher an die Stimmen heran, bis ich schließlich deutlich die sprechende Moosstern hören konnte: „Warum hegst du so einen großen Hass gegen mich, Brandherz? Du forderst mich immer wieder heraus und ich weiß nicht wieso…“ Seufzend blickte die braune Kätzin ihrem Clangefährten in die Augen. Dieser schwieg aber eisern und schaute ins Leere. Moosstern seufzte noch einmal. „Du gibst mir die Schuld an Haselzweigs Tod, nicht wahr?“ Vorsichtig schob ich mich an einem Farnbusch vorbei und entdeckte die zwei Krieger hinter dem Felsen. Brandherz zuckte leicht zusammen, hob aber endlich den Blick und funkelte Moosstern an.
    „Du hättest es verhindern können“ Seine Augen schimmerten traurig, aber er versuchte verzweifelt seinen zornigen Blick beizubehalten. Die Stimme der Anführerin klang müde, so als hätte sie dieses Gespräch schon zu oft geführt, um es aufzählen zu können, als sie antwortete: „Wann willst du es endlich verstehen Brandherz, das es nicht meine Schuld war? Sie hat aus freiem Willen entschieden, mit dir zu gehen. Sie hat mir ihren Sohn überlassen, um mit dir zu gehen. Es war ihre Bestimmung zu sterben. Genau wie Silberfeuer.“ Brandherz zuckte noch mehr zusammen, als sie den Namen erwähnte. „Empfinde doch einmal Dank, anstatt Haselzweig nach so langer Zeit immer noch nachzutrauern. Ich habe auch um Silberfeuer getrauert, aber ich habe eingesehen, dass sie das nicht zurückholen wird. Und das musst du auch tun.“ Leise erhob sich die Anführerin und drehte sich um. Ihr Blick streifte den Farnbusch und ich zog schnell den Kopf zurück. Hoffentlich hat sie mich nicht bemerkt! Mein Herz pochte, als ich nach einigen Momenten erneut vorsichtig hinter dem Busch hervor spähte. Doch Moosstern war schon gegangen und auch Brandherz stand gerade auf und kehrte auf die Lichtung zurück. Erleichtert atmete ich auf und verließ mein Versteck zurück durch den Schmutzplatz. Dann machte ich mich auf den Weg zu meinen Freunden.

    29
    Ein frischer Windhauch strich um die Silhouetten der beiden Katzen, die mit aufmerksam gespitzten Ohren Richtung Osten wanderten. Während langsam die Sonne über die Hügelketten kletterte und mit ihren ersten Strahlen die morgendliche Landschaft in goldgelbes Licht tauchte, sammelten sich die Stare und flogen in riesigen Schwärmen über die Köpfe der Katzen hinweg.
    „Siehst du, Sand“, meinte die größere der beiden und deutete auf die herumflatternden Vögel. „Die Stare sammeln sich, um in den Süden zu fliegen. Das heißt, die Blätter werden bald fallen.“
    „Warum fliegen sie in den Süden?“, miaute Sand und blieb stehen. Mit seitwärts geneigtem Kopf beobachtete sie einen der Vögel. „Wollen sie nicht in ihrem Zuhause bleiben?“ Mit verständnisvollem Ausdruck in den Augen nickte die andere Kätzin und antwortete: „Wenn du die Wahl hättest, würdest du doch lieber in den Süden gehen, wo es immer genug Beute gibt und du niemals frieren müsstest, oder? Genau das lassen sich die Stare, und auch andere Vögel nicht entgehen.“ Sie setzte sich wieder in Bewegung, bevor sie fortfuhr zu erklären: „Aber jedes Jahr nach der Kältezeit kommen sie wieder zurück nach Hause, um dort ihre Jungen großzuziehen. Und das tun sie Jahr für Jahr bis sie sterben. Verstehst du, Sand? Es ist ein nie endender Kreislauf, denn die Jungen werden es genauso tun…“ Sand nickte und wedelte mit dem Schweif. „Bist du jemals so weit gereist, wie ein Vogel geflogen ist, Nebel?“, fragte sie leise. Die graue Kätzin schüttelte schmunzelnd den Kopf. „Oh nein!“, miaute sie lachend und betrachtete ihre Pfoten. „Ich glaube keine Katze wird jemals so weit reisen können….“ Gedankenverloren verstummte sie. Wie weit bist du wohl gereist… In ihrem Kopf erhob sich eine Erinnerung, die sie immer fest verdrängt und in ihrem Herzen einschlossen hatte, sicher vor den unerträglichen Schmerzen, die ihr der Kummer zufügten. Sie sah ein unklares Bild vor sich, fühlte einen kleinen, warmen Körper an ihrer Seite, der so vertraut roch. Angestrengt versuchte sie, das Bild aus ihrem Kopf zu verbannen, doch es übermannte sie und riss sie zurück in die Zeit, als sie noch ein Junges war. Ihr Körper krümmte sich, als sich ein lichtbesprenkelter Waldboden vor ihren Pfoten bildete. Alles wirkte so schön und friedlich. Sie wagte nicht, den Blick zu heben, denn sie wusste genau, was sie einige Schwanzlängen vor sich sehen würde, zu oft hatte sie diese Erinnerung durchlebt. „Was ist mit ihr, Nebel?“, ertönte eine ängstliche, vertraute Stimme an ihrem Ohr. Langsam drehte sie den Kopf und blickte in die panisch aufgerissenen Augen von einem dunkelgrauen Kater. Automatisch hob sie den Kopf und starrte auf die Stelle vor ihren Pfoten. Du willst das nicht sehen… Eine zierliche weiße Katze lag zusammengerollt auf einem Nest aus Moos und Farn. Duftender Lavendel schmiegte sich an ihre goldgefleckten Flanken und umhüllte sie mit einem berauschenden Duft. Es sah aus, als würde sie schlafen, doch ihre Bauchdecke hob und senkte sich nicht mehr. „Sie-sie ist tot, Asche…“ Traurig wandte sie den Kopf zu dem grauen Kater, ihrem Bruder. Tränen glitzerten in seinen Augen, als er ihren schmerzenden Blick erwiderte und verzweifelten den Kopf schüttelte. „Da-das ist unmöglich…“, seine Stimme brach und er kauerte sich zitternd nieder. Nebel schmiegte sich eng an ihren Wurfgefährten, versuchte ihm Trost zu spenden und ihm den schrecklichen Schmerz zu nehmen. Leise und tröstlich fing sie an, mit der Zunge über sein Ohr zu streichen, während aus seiner Kehle wimmernde Laute drangen. „Alles wird gut…“, murmelte sie leise. Wach auf!, hämmerte eine verzweifelte Stimme in ihrem Kopf. Das ist schon lange vorbei!
    Plötzlich raschelten die Farnwedel neben ihr und drei Katzen traten heraus. Nebel sprang auf und fuhr mit gebleckten Zähnen und gesträubtem Fell die winzigen Krallen aus. „Wehe ihr krümmt meinem Bruder ein Haar!“
    Die vorderste, eine hübsche, schlanke Kätzin mit glänzendem, rabenschwarzem Fell, trat vor und verneigte sich tief. Hinter ihr erschien ein muskulöser brauner Tigerkater neben einer kleinen cremefarbenen Kätzin. Die Schwarze schüttelte lächelnd den Kopf. „Aber nein, wir wollen euch nichts tun.“ Ihre Stimme war seltsam, hatte einen komischen, schwingenden Klang. „Wer…wer seid ihr?“ Fragte Asche und entblößte ebenfalls seine kleinen, scharfen Krallen. Die Schwarze setzte sich und wickelte den Schweif um die Pfoten. Mit einem Schwanzschnippen bedeutete sie den anderen es ihr gleich zu tun. Dann wandte sie sich mit fröhlich leuchtenden Augen an die jungen Katzen.
    „Ich bin Ishkur und das sind Shyntjel“, damit deutete sie auf den großen Tigerkater, „und Yenshjar.“ Die beiden anderen, fremden Katzen nickten leicht mit dem Kopf und blinzelten freundlich. Nebel legte, verwundert über die herzliche Freundlichkeit, ihr Fell an und legte neugierig den Kopf schief. „Was wollt ihr von uns?“
    Ishkur erhob sich und strich den beiden jungen Kätzchen mit dem Schweif über den Kopf. Ihre Augen schimmerten liebevoll. „Wir sind gekommen, um euch nach Hause zu bringen.“

article
1454232966
Frei wie ein Vogel (Fanfiktion)
Frei wie ein Vogel (Fanfiktion)
Die junge Kätzin Vogel lebt mit ihrer Familie am Rand des Zweibeinerortes. Doch als ein schreckliches Unwetter ihr Zuhause zerstört, bleibt den Katzen keine andere Möglichkeit, als ihre Heimat zu verlassen. Ihr Ziel sind die Berge, doch die Reise dort...
http://www.testedich.de/quiz39/quiz/1454232966/Frei-wie-ein-Vogel-FanfiktionRpg
http://www.testedich.de/quiz39/picture/pic_1454232966_1.jpg
2016-01-31
406A
Warrior Cats

Kommentare (400)

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Morgen (08423)
vor 257 Tagen
@Drache Dankeschön! ^^
Drache (96486)
vor 266 Tagen
(Ok :) Trag es, sobald ich kann ein ^^)
Morgen (83108)
vor 267 Tagen
@Drache Schattenpfote soll als Kriegerin Schattenschimmer heißen.
Drache (46666)
vor 273 Tagen
So, höchste Zeit, die Charas einzutragen :)
Morgen (76900)
vor 276 Tagen
Mist! Das War doch keine Doppelpass! Ich bin wirklich so 💗!
Morgen (09768)
vor 277 Tagen
Tschuldigung für die Dobbelpost. Problem hat sich gelöst.
Morgen (09768)
vor 277 Tagen
Okay, ich werde doch noch on kommen! Den Beweis schreib ich ja gerade!
@Drache, ich suche ein rpg wo ich mich angemeldet habe aber den Namen vergessen habe! (Ich weiß, sehr 💗).Ich frage gerade dich weil du auch mitspielt. Es gibt 3 clans der Sumpfclan , der Baumclan und der Felsclan. Bitte melde dich! (Sonst bin ich verloren)!
Morgen (11328)
vor 278 Tagen
Werde bis zum 9. Januar leider nicht mehr on kommen! Tschuldigung. (Wir haben Besuch)
Morgen (70837)
vor 280 Tagen
Name Rosenmond
Geschlecht W
Alter 15 Monde
Rang Kriegerin
Aussehen schlanke, hübsche, rot-weiße Katze mit sanften, leuchtend grasgrünen Augen
Charakter nett, schlau, mutig, fürsorglich, fröhlich, caotisch, übermütig, kann nicht stillsitzen, ist so kindisch wie ein Junges
Besonderheiten Ist sehr nervig und benimmt sich immer wie ein Junges!
Stärken klettern, rennen, springen, jagen, kämpfen
Schwächen still sein, schwimmen, töten, heilen, humpelt eigentlich immer weil sie so oft von Bäumen fällt, und ihre Stärken sind deswegen nicht immer vorhanden, lebensmüde
Verliebt in kannst entscheiden, ist mir egal
Gefährte siehe oben
Junge siehe oben
Darf sie in der Geschichte sterben? siehe... Äh Ouatsch, NEIN!!!!!
Morgen (11510)
vor 280 Tagen
Name Sturmkralle
Geschlecht M
Alter 97 Monde
Rang Ältester
Aussehen alter, schwarzer Kater mit stechend grünen Augen und zerzaustem Fell
Charakter mürrisch, treu, mutig, lebensmüde, schroff, klug, jähzornig, wild
Besonderheiten sehr mürrisch
Stärken Geschichten erzählen
Schwächen alles was anstrengt
Verliebt in /
Gefährte /
Junge /
Darf er in der Geschichte sterben? Nein

Name Eichelfell
Geschlecht M
Alter 52 Monde
Rang Ältester
Aussehen blinder, schlanker, grau-blauer Kater mit milchigen Augen
Charakter schlau,verschlossen, geheimnisvoll, nett, hilfsbereit, verträumt, ruhig
Besonderheiten ist so früh Ältester geworden weil er erblindet ist
Stärken gutes hören, riechen, und tasten, jagen
Schwächen sehen, kämpfen, klettern
Verliebt in /
Gefährte /
Junge /
Darf er in der Geschichte sterben? Nein
Morgen (82290)
vor 282 Tagen
Name Schattenpfote
Geschlecht W
Alter 8 Monde
Rang Kriegerschülerin
Aussehen zierliche, kastanienbraune Katze mit warmen, bernsteinfarbenen Augen
Charakter mutig, treu, wild, frech, kämpferisch, schlau, schroff, aber zu ihrer Schwester Tagpfote total liebenswürdig
Besonderheiten liebt Tagespfote und das Kriegerdasein über alles
Stärken kämpfen, schwimmen, rennen, springen
Schwächen heilen, klettern, töten, jagen (ist zu ungeduldig dazu)
Verliebt in /
Gefährte /
Junge /
Darf sie in der Geschichte sterben? Ja (In einem Kampf und zur gleichen Zeit wie Tagespfote, rettet sie vor einer anderen Katze und wird dann von dieser Katze ermordet)(Wenn das geht)
Kann Wolkenhimmel ihre Mentorin sein?
Ach ja...ich hätte da noch etwas zu sagen... Überraschung!!!! Ich werde noch einen Ältesten erstellen!(Ja,ja, Drachi. Mit dem eintragen wirst du nie fertig werden! XD.)
Morgen (68228)
vor 284 Tagen
Name Tagespfote/licht
Geschlecht W
Alter 8 Monde
Rang Kriegerschülerin
Aussehen zierliche, schneeweiße Katze mit warmen bernsteinfarbenen Augen
Charakter verschlossen, vorsichtig, schüchtern, ängstlich, klug, nett und hilfsbereit
Besonderheiten würde alles für Ihre Schwester Schattenpfote tun, wäre lieber Heilerin geworden,will aber nicht von Schattenpfote getrennt werden
Stärken heilen, rennen,springen,schwimmen
Schwächen kämpfen,klettern, töten, tauchen, sich durchsetzen
Verliebt in Rindenblitz (wenn das geht)
Gefährte siehe verliebt in
Junge Nein
Darf sie in der Geschichte sterben? Ja (in einem Kampf) (zur gleichen Zeit wie Schattenpfote)
Schatten erstellt ich auch bald. Ist das okay mit Rindenblitz? Kann er auch mein Mentor sein?
Morgen (99971)
vor 286 Tagen
Uuupppppsssss! Wollte eigentlich freue statt Freunde schreiben! So 💗 kann nur ich sein!😡
Morgen (99971)
vor 286 Tagen
Ich denke ich werde in den nächsten Tagen noch 2 Charakter erstellen.
Freunde mich wenn du weiterschreibst, Frosti. 😃
Morgen (91682)
vor 286 Tagen
Ist okay das ich nicht sofort eingetragen werde. (Ich bin geduldig)XD
Drache (96486)
vor 288 Tagen
(Oha, so viel auf einmal.... Also, ich beantworte dir alles nacheinander^^
1. Du darfst so viele Charas wie du willst erstellen :)
2. Das mit Dass Eule erst in den Clan kommt geht in Ordnung, auch die Lovestory zwischen ihr und Wolf
3. Nicht wundern, wenn die Katzen nicht sofort eingetragen werden, habe zurzeit nicht so viel Zeit.... (Hahaha, witziges Wortspiel.... (XD))
4. Schön das du die Story toll findest!
5. Nichts zu danken! ;)
)
Morgen (59706)
vor 288 Tagen
Darf ich noch jemanden erstellen? Wäre schön!)) Sind meine Steckis okay?
@ Drache, danke das du mir so nett geantwortet hast!😃😄😁😀
Morgen (36552)
vor 289 Tagen
Ist es okay wenn Eule erst noch zum Clan kommt und dann mit Wolfspelz zusammen kommt und dann den Namen Eulenflügel bekommt?
Name Wolfspelz
Geschlecht M
Alter 26 Monde
Rang Krieger
Aussehen großer, schlanker Kater mit buschigem, silbernem Fell und eisblauen Augen
Carackter mutig, treu, zuverlässig, liebevoll, klug, vorsichtig, manchmal etwas naiv, nett
Besonderheiten wird Eule(nflügel) über alles lieben/liebt Eule(nflügel) über alles
Stärken kämpfen, schwimmen, springen, rennen
Schwächen Ausdauer, klettern, heilen,töten, hat ein wenig Asthma
Verliebt in (später) Eule(nflügel)
Gefährte siehe oben
Junge Nein
Darf er in der Geschichte sterben? Nein
(Die Story ist voll cool!)
Morgen (53108)
vor 290 Tagen
Danke, ist klar wegen der MMFF.
Name Eule
Geschlecht W
Alter 24 Monde
Rang Kriegerin
Aussehen schlanke cremefarbenweisse Katze mit braunen Augen und braunen Sprenkeln
Charakter mutig, schlau, nett, hilfsbereit, misstrauisch, wild, frech und wenn sie mag beschützt sie mit ihrem Leben
Besonderheiten War eine Streunerin
Stärken rennen, kämpfen, jagen (Am Boden)
Schwächen schwimmen, klettern, töten, heilen, jagen (in Bäumen)
Verliebt in Wolfspelz
Gefährte Wolfspelz
Junge Nein
Darf sie in der Geschichte sterben? Nein
Ist das so okay? Wenn nein sagt es mir. Wolfspelz erstelle ich in den nächsten Tagen.Leider kann ich keine Doppelpunkte machen.
Drache (96486)
vor 291 Tagen
(Natürlich! Schicke einfach deinen Stecki! :) Aber das hier ist eine MMFF, ja? ;))