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Das Biest und der Tyrann - Teil 31

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1 Kapitel - 3.695 Wörter - Erstellt von: Ronja - Aktualisiert am: 2016-01-30 - Entwickelt am: - 1.347 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

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    Grits Sicht
    „Kid!“, sage ich. „Hm!“, bekomme ich als Antwort. „Ich glaube ich schaffe es nicht mehr bis ins Bett.“ Ich bin total müde und ausgelaugt. Es ist schon weit nach Mitternacht und das Feuer wurde ausgemacht. Wir haben bis eben noch ein Würfelspiel gespielt. Nicht das von Kalle. Ein anderes. Einige liegen draußen pennend rum. Die haben es auch nicht mehr ins Bett geschafft. Bei denen war es aber wohl der Alkohol. „Soll ich dich etwa tragen, Kleines?“, fragt Kid amüsiert. Ich kichere. „Ja bitte“, sage ich. „Wenn du das noch hinkriegst!“ „Pah!“, erwidert Kid. „Warum sollte ich das denn nicht schaffen?“ „Weil du betrunken bist“, gebe ich ehrlich zurück. Kid steht auf. „Ich bin doch nicht betrunken! Guck her! Ich schwanke nicht mal ein bisschen“, sagt er empört. Ehrlich gesagt schwankt er tatsächlich doch ein wenig. „Soll ich dir zeigen, wie nüchtern ich bin? Ich kann es dir beweisen!“ „Ist schon gut!“, beruhige ich ihn. „Ich glaub dir ja!“ Unsere Würfelrunde ist dabei sich aufzulösen. „Aufsatteln, bitte!“, sagt Kid und hält mir die Hand hin, zum Aufstehen. Mühsam und mit müden Beinen stehe ich auf. Kid dreht mir den Rücken zu. Unter enormen Kraftaufwand, steige ich auf seinen Rücken. Ich lehne mich müde an. Kid hält mich fest. „Nacht, Männer!“, verabschiedet sich Kid. Ich bringe nicht genug Kraft auf, um irgendetwas zu sagen. „Gute Nacht!“, sagen die letzten paar Überbleibenden. Ich bekomme nur im Halbschlaf mit, wie Kid mich in die Kajüte trägt und ins Bett legt. Automatisch kuschle ich mich in die Decke und seufze.

    Wild um mich schlagend, mache ich die Augen auf. Kid lacht. Ich kriege keine Luft mehr. In dem Versuch zu atmen, mache ich schließlich den Mund auf. Tief einatmen! Kid lässt meine Nase los. Mein Herzschlag ist auf hundertachtzig. Ich sitze aufrecht und versuche wieder regelmäßig zu atmen. „Willst du mich umbringen?“, frage ich Kid schließlich. Er grinst mich an. „Das würde ich niemals so hinterhältig im Schlaf tun. Wenn dann in einem fairen Kampf!“, sagt er amüsiert und lässt seine nackten Muskeln spielen. Innerlich seufze ich. Er sieht so gut aus! „Gut zu wissen“, sage ich augenzwinkernd. „Tanzt du jetzt für mich?“ Ich nehme mein und Kids Kissen und werfe beide nach ihm. Er fängt sie natürlich ohne Probleme auf. Kid lacht. „Du musst dich beeilen, wir legen bald auf der nächsten Insel an!“ Überrascht schaue ich aus dem Fenster. Da ist natürlich nichts zu sehen, außer dem Meer und Himmel. Schnell stehe ich auf, ziehe mich im Badezimmer um und putze Zähne. „Bist du fertig?“, fragt Kid ungeduldig. „Ja, ja“, sage ich. Er wartet die ganze Zeit auf mich. Im Gehen mache ich meinen Waffengürtel um. Kid öffnet mir die Tür. Ich gehe durch. Kid kommt hinterher und nimmt meine Hand. Ich verschränke meine Finger in seinen. Das fühlt sich gut an. Lächelnd gehe ich mit Kid in den Essensraum. Er lässt meine Hand los, um die Tür zu öffnen. „Ladys first!“, sagt er schleimig. Ich grinse und gehe durch. „Diesen Quatsch haben sich Männer doch nur ausgedacht, um den Hintern der Frauen unbemerkt abzuchecken“, behaupte ich ironisch. „Oh Mist!“, sagt Kid ertappt. „Du hast das größte Männergeheimnis gelüftet!“ Ich kichere und gehe zu meinem Platz. „Guten Morgen, ihr beiden!“, begrüße ich John und Kalle. „Guten Morgen“, begrüßen sie mich gut gelaunt. „RUHE!“, sagt Kid laut. Augenblicklich wird es still. Ich bin jedes Mal wieder beeindruckt, was für einen großen Respekt die Crew Kid entgegenbringt. „Wir kommen nachher auf der nächsten Insel an. Vorher muss noch das Lagerfeuer abgebaut werden. Wehe einer von euch verdrückt sich, bevor nicht alles aufgeräumt ist“, sagt er mit ernstem Ton. „Ihr durftet euch ja wieder etwas für die Insel wünschen. Euren Ideen nach zu urteilen, würdet ihr euch gerne mal wieder wie richtige Piraten verhalten.“ Die Jungs stimmen ihm zu. „Also gut! Macht was ihr wollt! Seid so piratig, wie es geht. Wehe einer geht von dieser Insel, ohne wenigstens eine Prügelei angezettelt zu haben.“ Wieder stimmen ihm alle lauthals zu. Ich grinse. Das wird sicherlich ein lustiges Spektakel. „Guten Appetit!“ Wir beginnen mit dem Frühstück. „Ich kann dir sagen, was ich auf der Insel als erstes tue“, sagt Kalle und belegt sein Brot mit Wurst und Käse. Ich war noch nie ein großer Fan von dieser Konstellation. Eins reicht doch, oder nicht? „Was denn?“, frage ich und habe den Mund schon voll Essen. „Ich besorg mir ein neues Schwert. Ein richtig gutes!“ „Ich habe dich irgendwie noch nie kämpfen sehen“, platzt es mir heraus. Upps! Das klang bestimmt nicht ganz so, wie ich es meinte. Kalle dreht sich überrascht mir zu. Kid zieht eine Augenbraue hoch und John zieht gleich beide in die Höhe. „Also“, fange ich an und fahre stotternd fort: „Ich wollte damit sagen… ähm… dass ich Kalle halt noch nie gesehen habe, wenn wir gekämpft haben. Also nicht, weil er nicht da war… denke ich… also ich meine halt, dass ich bisher noch nicht mitbekommen habe, welche Waffe er benutzt, weil… ich halte jetzt einfach den Mund!“ Kalle fängt an zu lachen. Die anderen beiden fallen mit ein. Ich grinse schief. Kalle haut mir auf den Rücken. „Schon gut, Hippie!“, sagt er und grinst. „Ich bin kein Hippie!“, sage ich bestimmt. „Natürlich! Guck dich doch mal an!“, wirft John ein. „Nur weil ich Dreads habe oder was? Ansonsten bin ich absolut kein Hippie. Ehrlich gesagt, werde ich Kid immer ähnlicher und der ist ja wohl der absolute Antihippie“, setze ich dagegen. Kid verschluckt sich und hustet. „Was soll das den heißen?“, fragt er wenig überzeugt. Ich schaue ihn überrascht an. „Ist doch ganz klar! Hippies sind gegen kämpfen und so“, antworte ich. Kid nickt zustimmend. „Ja, hast Recht“, sagt er und grinst. „Ich bin ein Antihippie.“ Nach dem Frühstück gehe ich mit raus, um das Lagerfeuer abzubauen. Eigentlich bin ich eher damit beschäftigt, die ganzen Flaschen einzusammeln. Es steht auch noch diverses Geschirr rum. Offensichtlich hatten wir gestern eine gute Party. Ich grinse. Es war tatsächlich eine sehr gute Party. Sollten wir öfter machen. Ich kann beobachten, wie die Insel immer näher kommt. Bald sind wir da. Das Lagerfeuer ist fast fertig abgebaut. Die letzten Bauteile, werden nach drinnen verfrachtet. Ich kontrolliere die Munition in meinen Knarren. Sind noch voll! Ich schaue auf meine Füße. Schuhe! Ich brauche Schuhe, also gehe ich in meine Kajüte. Aus dem Schrank krame ich ein Paar Socken und meine Wanderschuhe und ziehe sie an. Es ist angenehm warm. Seitdem es wieder etwas kälter geworden ist, trage ich öfters Schuhe und immer lange Jeans. Als Oberteil trage ich eine luftige blaue Bluse. So kalt ist es nämlich auch nicht. Ich stell mich vor den Spiegel. Es ist mir zu anstrengend jetzt großartig was mit den Dreads zu machen. Ich nehme einige der vorderen Dreads und knote sie hinterm Kopf zusammen. Das muss reichen. Die Tür geht auf und Kid kommt rein. Er umarmt mich von hinten und legt seinen Kopf auf meine Schulter. Ich grinse. „Du siehst gut aus!“, sagt er. Ich lächle verschmitzt. „Noch besser, wenn du daneben stehst!“ Kid lacht. Ich drehe mich zu ihm um. „Bist du bereit, die Stadt unsicher zu machen?“, frage ich herausfordernd. „Natürlich! Allerdings muss ich was erledigen und du“, er pickst mir gegen die Schulter. „Darfst nicht dabei sein!“ „Oh“, sage ich. „Okay, dann habe ich eben alleine Spaß!“ Ich strecke ihm die Zunge raus. Da will ich mal ganz und gar freiwillig mit Kid in die Stadt, und dann will er nicht. Blödmann! „Hier!“ Kid gibt mir eine Teleschnecke. „Dann kann ich dir nachher sagen, in welcher Kneipe wir uns treffen“, sagt er. „Okay!“ Es gibt einem kleinen Rum. Wirklich nur ein kleiner, aber ich verliere das Gleichgewicht und falle nach vorne. Kid fängt mich natürlich auf. „Huch!“, sage ich überrascht und halte mich an Kids Oberarmen fest. Meine Güte! Dieser Mann hat aber auch feste Muskeln. „Scheint als wären wir da“, sage ich, als ich wieder stehe. „Na Dann! Bis später!“ Ich wende mich zum Gehen, aber Kid hält mich noch fest. Er gibt mir einen Kuss auf die Wange. „Viel Spaß!“, sagt er und lächelt. Ich lächle zurück und gehe. Im Speisesaal treffe ich auf John und Kalle. Na ein Glück! Ich dachte schon, ich müsste tatsächlich alleine losziehen. „Gehst du nicht mit Kid in die Stadt?“, fragt Kalle. Ich schüttle den Kopf. „Der hat geheime Sachen zu erledigen“, antworte ich und verdrehe die Augen. John lacht. „Dann lasst uns gehen!“, sagt er. Ich nicke grinsend. Wir verlassen das Schiff und gehen in die Stadt. „… und ich dachte noch: Das ist bestimmt ein Bluff! Also bin ich weiter gegangen“, erzähle ich. „Plötzlich kamen von allen Seiten Pfeile geschossen. Ich konnte mich gerade noch rechtzeitig auf den Boden werfen. Die Pfeile surrten über mich rüber. Ich rollte mich zur einen Seite in die Gebüsche. Ein Nahkampf, war mir lieber, als auf unsichtbare Gegner zu zielen. Aber auf der anderen Seite des Gebüsches saß niemand. Stattdessen standen dort mehrere Armbrustgeräte. Der Typ hatte die irgendwie fernbedient. Er hatte wohl gehofft, die ersten Pfeile würden mich vertreiben, oder sogar töten. Tja, den Typen zu erledigen, war dann eine Lachnummer!“ Ich grinse. „Was für ein Idiot“, kommentiert Kalle. „Das sagt gerade der Richtige!“, sagt John leise. Kalle hat das aber trotzdem gehört. Plötzlich sind die beiden in einen Streit verwickelt. Ich seufze. Na toll! Hätte ich die Geschichte bloß nicht erzählt. Ich gehe neben den beiden her, während sie sich gegenseitig beschimpfen. Oh! Was ist denn das? Ein Perlenladen! „Ich geh da mal eben rein!“, sage ich zu den beiden Streithähnen und verschwinde im Laden. Keine Ahnung, ob sie mich gehört haben. Kaum ist die Tür zu, verstummt der Streit. Das ist sehr angenehm für meine Ohren. Ich schaue mich um. Der Raum ist größer, als er von außen aussah. Es gibt nicht nur Perlen, sondern allerlei Ramsch. Zuerst gucke ich, ob ich Perlen finde, die auf meine Dreads passen. Tatsächlich! Es sind einige dabei, deren Öffnung einen etwas breiteren Durchmesser haben. Ich suche mir einige raus und stecke sie einfach in meine Hosentasche. Dann verlasse ich den Laden wieder. Ich schaue die Straße auf und ab. Na super! Kalle und John sind einfach weitergelaufen. Wo könnten die bloß sein? Ich gehe weiter. Vielleicht in der Kneipe da vorne. Ich trete ein und schaue mich um. Von den beiden ist keine Spur zu sehen. Na schön! Dann kann ich ja wieder gehen. „Grit?“ Ich drehe mich wieder um und lasse meinen Blick noch einmal durch den Raum schweifen. Wer hat mich gerufen? Es war eindeutig eine Frauenstimme. „Hier drüben!“ Ich schaue in die Richtung, aus der die Stimme kam. „Ach du meine Güte, Anna!“ Anna kommt lachend auf mich zu und umarmt mich. „Das ist ja eine Überraschung!“, sage ich ebenfalls lachend. „Wir haben uns eine Ewigkeit nicht gesehen!“, behauptet Anna. „Ach Quatsch! So lange ist das nun auch wieder nicht her!“, antworte ich. „Naja, immerhin zwei Jahre!“ „So lange schon?“, frage ich erstaunt. „Das ist tatsächlich eine Ewigkeit! Was hast du getrieben?“ „Ach, war hier und da. Und du? Hab da so ein paar Gerüchte gehört und sie scheinen zu stimmen. Kid ist in der Stadt… und du auch!“ Anna wirft mir vielsagende Blicke zu. „Da gibt es viel zu erzählen“, sage ich lachend. „Komm! Lass uns erst einmal anstoßen!“, schlägt Anna vor. Sie legt ihren Arm um meine Schulter und schiebt mich zur Bar. Wir setzen uns auf die Barhocker. „Zwei Bier!“, sagt sie zu der Bardame. „Nur ein Bier“, korrigiere ich sie. „Und eine Limonade!“ Die Bardame nickt. Anna schaut mich komisch an. „Bist du schwanger oder was?“ Ich grinse. „Nein, aber ich habe nicht mehr allzu großen Durst nach Alkohol, nachdem ich mich das letzte Mal mächtig zu gedröhnt habe. Kid würde mich umbringen, wenn ich mich noch einmal so besaufe“, erkläre ich. „Achja! Stimmen die Gerüchte?“, fragt Anna mich. „Es ist doch kein Gerücht mehr, dass ich in Kids Crew bin!“ „Das meine ich auch nicht!“, würgt Anna mich ab. Ich schaue sie erstaunt an. „Was meinst du dann?“ Noch währen dich das sage, fällt mir ein, was sie meinen könnte. „Du und Kid! Kid und du!“ „Oh! DAS meinst du!“, antworte ich und übertreibe es ein wenig. Ich grinse. „Ja! Das ist wahr!“ Anna grinst wissend. Ehrlich gesagt, sieht es ein wenig schmierig aus. „Gibst dich nur mit dem Besten zufrieden, was?“ Ich runzle die Stirn. „So hätte ich das jetzt nicht ausgedrückt, aber ja: er ist der Beste!“, antworte ich etwas skeptisch. „Glaub mir, ich weiß, wie göttlich Kid im Bett ist!“ Meine Gesichtszüge entgleisen mir. „Ja. War damals auf Pucci. War der beste Sex, den ich jemals hatte, aber du weißt sicherlich, wovon ich spreche. Prost!“ Anna hält mir ihr Bierglas hin. Ich habe nicht mitbekommen, dass wir unsere Getränke schon haben. Meine Augen fixieren weiterhin Anna. Wie kann sie es wagen? In mir wächst langsam der Zorn heran. „Nein! Ich weiß nicht wovon du sprichst! Denn bei Kid und mir geht es nicht um Sex!“, presse ich wütend hervor. „Oh!“ Anna macht ein erstauntes Gesicht, aber ihre Stimme klingt eher gleichgültig. „Dann würde ich es möglichst lange hinauszögern. Nach dem Sex ist er weg! Falls er dich nicht schon vorher auf irgendeiner Insel absetzt.“ Die Wut kocht in mir. „Bist du eifersüchtig, oder was?“, gifte ich sie an. Ich hatte ganz vergessen, was für eine hinterhältige Schlange Anna ist. Sie zuckt mit den Schultern. „Das Einzige, um das ich dich beneide, ist der Sex.“ Wie kann sie es wagen immer und immer wieder davon zu reden. Ich stehe wütend auf. „ICH bin NICHT sein Bettwärmer!“, sage ich halblaut und sehr sehr wütend. „Grit!“, höre ich Kalles Stimme. „Wir haben dich schon überall gesucht!“, höre ich Johns Stimme. Perfektes Timing! „Wie du meinst!“, sagt Anna und zuckt wieder mit den Schultern. Meine Hände ballen sich zu Fäusten. Kid hat gesagt, wir dürfen uns so richtig piratig benehmen. Ich drehe mich um zum Gehen. Schnell drehe ich mich wieder zurück und schlage Anna mit der Faust ins Gesicht. Sie schreit auf. Ich halte mit der linken Hand ihren Kopf fest, damit sie nicht umkippt. Aus einem feinen Schnitt überm Wangenknochen läuft Blut. Ich gehe mit meinem Mund ganz nah an ihr Ohr. „Wenn du so etwas noch einmal behauptest, dann schwöre ich dir, ich reiße dir die Zunge raus und schneide sie ab. Und danach hetze ich dir Kids Crew auf den Hals. Hast du mich verstanden?“, sage ich leise mit wütender bedrohlicher Stimme. Anna wimmert. Ich lasse sie los und drehe mich um. Den Leuten in der Bar scheint das nicht gefallen zu haben. John und Kalle stehen links und rechts neben der Tür. John lässt bedrohlich guckend seine Fingerknöchel knacken und Kalles Hand liegt auf seinem Schwert. Er schießt warnende Blicke in den Raum. Ich stapfe wütend aus der Kneipe. John und Kalle verlassen nach mir das Haus. Ohne ein Wort zu sagen, halten die beiden Schritt und gehen neben mir her. Dieser beschissene Furz! Am liebsten würde ich zurückgehen und sie verprügeln. Oder gleich erschießen. Dann würde ich mich allerdings auch noch schlecht fühlen, dass ich diesen schleimigen Stiefel umgebracht habe. Es wäre kein fairer Kampf gewesen, weil sie sich ja nicht verteidigen kann. Aber sie kämpft auch nicht fair. Ich muss auf etwas einschlagen. Rechts von der Straße gibt es einen kleinen Park. Ich steuere darauf zu. Irgendwie zieht er mich gerade an. Es führt ein kleiner Weg in den Park hinein. Es gibt da viele Bäume. Wütend stapfe ich weiter. Diese Ratte geht mir einfach nicht aus dem Kopf. Wie kommt sie eigentlich dazu, mir solche Sachen zu erzählen? Wo sind John und Kalle? Ich drehe mich um. Die beiden lehnen an einem Baum, jeweils links und rechts vom Weg. John verschränkt seine Arme. „Was ist los?“, frage ich sie forsch. Mein Ärger gilt nicht ihnen, aber ich kann grade nicht anders sprechen. „Die Frage sollten wir vielleicht lieber dir stellen“, meint Kalle gelassen. Ich wandere hin und her und auf und ab. Eigentlich bin ich gerade noch zu wütend um zu sprechen. Mein Kopf tut schon langsam weh davon, dass ich die ganze Zeit die Stirn zusammenziehe. Ich höre fröhliche Stimmen. Da kommen Leute den Weg entlang. Ich ziehe meine Pistole und schieße direkt vor deren Füße. Erschrocken schreien sie auf und bleiben stehen. „Na los!“, rufe ich wütend. „Haut schon ab!“ Verängstigt hauen sie ab. „Grit!“, sagt John warnend. „Jetzt erzähl endlich!“ Mein Speichel hat einen metallischen Geschmack. Ich spucke auf den Boden. „Dieser unwürdige Krebskopf hatte schlechte Manieren!“, sage ich schließlich. „Schlechte Manieren?“, fragt Kalle skeptisch nach. Ich werfe ihm einen bösen Blick zu. Kalle hebt abwehrend seine Hände hoch. „Du hattest heute Morgen Recht!“, sagte er. „Du wirst Kid immer ähnlicher!“ „Bölleböllebölle!“ Nicht jetzt! Ich stöhne auf. „Bölleböllebölle!“ Genervt hole ich die Teleschnecke hervor und hebe ab. „Was?“, frage ich genervt. „Hey Kleines!“, höre ich Kids Stimme. Für einen Augenblick legt sich ein gutes Gefühl über meinen Zorn, aber nur kurz. „Was willst du?“, frage ich unhöflich. Es tut mir Leid, dass ich so mit Kid spreche. „Was ist mit dir los? Gab es Ärger?“, fragt er überrascht. „Und ob!“, sage ich böse. „Bist du alleine unterwegs?“, fragt Kid und klingt ein bisschen besorgt. „Nein! John und Kalle sind hier“, antworte ich. „Gib sie mir!“ „Warum?“, sage ich trotzig. „Es ist ein Befehl!“, sagt Kid. Wiederwillig reiche ich John die Teleschnecke. Er geht zwei drei Schritte von mir weg. Ich atme tief ein und aus. Es ist gemein den anderen gegenüber, wenn ich sie die ganze Zeit so anmotze. Ich schließe die Augen. Stück für Stück dränge ich den Zorn und Ärger in sein Zimmer. Das Gefühl der Wut verschwindet aus meinem Körper. „Grit!“, sagt John. Ich mache die Augen auf. er hält mir die Teleschnecke hin. Ich nehme sie. „Kid?“, sage ich ruhig. „Es tut mir Leid, dass ich dich so angemeckert habe.“ „Schon in Ordnung, Grit!“ Kids Stimme beruhigt mich noch ein bisschen mehr. „Also“, sage ich. „Was wolltest du jetzt?“ „Eigentlich nichts.“ Kid lacht am anderen Ende der Teleschnecke. Ich grinse. „Irgendwie hatte ich gerade das Gefühl, dass ich dich anrufen sollte.“ Ich kichere. „Wenn das so ist.“ „Dann bis später!“, sagt Kid. „Bis später!“, sage ich und lege auf. Ich stecke die Teleschnecke weg. „So!“, sage ich gut gelaunt. John und Kalle schauen mich skeptisch an. „Sorry, dass ich euch ebenso angemotzt habe. Können wir weiter?“ Kalle lacht. John schüttelt den Kopf und stößt sich vom Baum ab. Wir verbringen den restlichen Tag noch gut gelaunt in der Stadt. Es ist sogar noch eine Prügelei mit drin. Angeblich ist Kalle jemanden auf den Fuß getreten, aber ehrlich gesagt, glaube ich, dass er nur eine Ausrede gesucht hat. Am liebsten hätte er sein neues Schwert benutzt, aber die Angreifer haben nur mit Fäusten gekämpft. Wahrscheinlich stand ihm dann doch der Spaß und nicht das Abmurksen von Leuten im Vordergrund. „Wo ist jetzt diese verdammte Kneipe?“ Kid hat uns zwar gesagt, welche Kneipe er für heute Abend ausgesucht hat, aber irgendwie finden wir sie nicht. John verliert langsam die Geduld. „Hätte er nicht irgendwie etwas Offensichtlicheres aussuchen können?“ Er meckert und meckert und meckert. „Da!“, sage ich plötzlich und zeige nach vorne. „Das ist sie!“ „Na endlich!“, murrt John. Je näher wir kommen, desto lauter wird es. John geht vor und macht die Tür auf. Ich betrete nach ihm den Raum. Mein erster Eindruck: es sieht eher aus wie eine Lounge, als eine Kneipe. An einer Seite ist eine halbrunde relativ große Bühne. Davor sind Sofas und Sessel aufgebaut. Ursprünglich waren wohl immer ein paar Sitzmöglichkeiten um einen Tisch. Unsere Crew hat allerdings ein bisschen um dekoriert und die Sofas und Sessel verschoben. Gegenüber von der Bühne ist eine lange Bar. Die anderen Gäste, die sich getraut haben hier zu bleiben, sind an die Seiten gerutscht. Wir drei gehen zur Crew. Währenddessen schaue ich mir an, was auf der Bühne passiert. Eine Gruppe Tänzer zeigt ihre Choreographie. Ich seufze. Die haben noch einen langen Weg vor sich. „Wie wäre es, wenn du beim nächsten Mal ein bisschen genauer beschreibst, wo wir uns treffen!“ John lässt im Vorbeigehen Dampf bei Kid ab. Der zieht verwundert eine Augenbraue hoch und schaut zu mir. Ich grinse und zucke entschuldigend mit den Schultern.

Kommentare (118)

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Ronja (60192)
vor 35 Tagen
Ich freue mich wirklich sehr über euer Feedback. Das ermutigt mich weiterzuschreiben. Ich gebe mir immer Mühe also möglichst realitätsnah und grammatisch Korrekt zu schreiben. Die Fiete, habe Geduld. Vielleicht wird dein Wunsch ja schon bald in Erfüllung gehen. Wer weiß! Ich kann ja schliesslich nicht in die Zukunft schauen :P
Die Fiete (84825)
vor 38 Tagen
Ich bin Leserin seit der 21 Episode oder so (also als die gerade aktuell war). Und ich bin immernoch gefesselt! Dir fällt immer wieder was neues ein und du schreibst alles sehr lebendig. So viel Kreativität und Mühe nimmt man selten war in Fanfictions! Naja hier ubd da sind noch ein paar Kommata zu viel, aber im Allgemeinen ist auch die Rechtschreibung super! (Auch das ist ja leider selten der Fall bei Fanfictions, deswegen sag ichs mal) Außerdem ist die FF nicht nur auf diese ganze Liebesgeschichte fokussiert. Dasbist auch mal ganz angenehm im Gegensatz zu dem Schnulzenkram, den man sonst so liest. Trotzdem würde ich mir auch hin und wieder mal eine etwas intimere Szene von Grit und Kid lesen, wenn du verstehst, was ich meine ;D
Monkey D. Sophie (49701)
vor 69 Tagen
cool das du weiter schreibst ich hatte schon argst das es nicht weiter geht
Luzybel ( von: Luzybel)
vor 70 Tagen
Endlich geht's weiter mit Teil 47 \^o^/
~ £∆D¥ ~ (14139)
vor 110 Tagen
Finde deine Geschichte wirklich spannend und extrem fesselnd.
Man kann gar nicht genug davon bekommen.
Die Charaktere kann man sich wirklich bildlich vorstellen in ihrer Mimik und Gestik.
Hoffe du schreibst schnell weiter (:
Denn das ist bis jetzt die beste Story die ich je gelesen habe. ❤
Natürlich hoffe ich des weiteren das deine Geschichte noch kein schnelles Ende findet!
Denn ich denke nämlich es gibt noch so einiges zu erzählen (;
Dafür das deine Geschichte so faszinierend und auch so ‚‚man denkt man ist hautnah dabei'' ist würde ich dir gerne mehr als nur 5 Sterne geben!
Mach bloß weiter so! ❤
Luzybel ( von: Luzybel)
vor 113 Tagen
Ich liebe deine Geschichte lese sie von Anfang an und warte immer fleißig auf ein neues Kapitel

Freue mich schon wieder aufs nächste :D
Ronja (17555)
vor 119 Tagen
Herzlichen Dank! Man tut ja was man kann nicht wahr?!
Ayumi (20597)
vor 123 Tagen
Wow was für eine lange und schöne Story *-*
Das gibt erstmal 5 fette Sterne *-* Probs an den Autor ich bin so gefesselt...da muss ich dich fast schon anzeigen wegen Freiheitsberaubung xD
Rosa (03587)
vor 147 Tagen
Wann schreibst du wieder weiter?
Bahar (99888)
vor 430 Tagen
Ich finde es echt klasse das du immer am
Spannendesten Platz aufhörst da bekommt Mann
ja mehr Lust zu lesen
Hikari (52165)
vor 441 Tagen
Nein würde ich nicht Ronja , aber deswegen iSt es so blöd weil es genau wirklich die spannendste stelle ist
Ronja (57034)
vor 441 Tagen
Ich weiß, ich weiß. Würdest du schlecht über mich denken, wenn ich dir sage, das war mit Absicht? Fortsetzung folgt bald...
Hikari (52165)
vor 442 Tagen
OMG! SO ETWAS DARF MAN KEINEM ANTUN😱 an der spannendsten
Stelle einfach aufhören.......Bitte schreib schnell weiter!!!!!!!
P.S.
Respekt, ich könnte Soetwas nicht . Mach weiter so😉
alegssa (22446)
vor 446 Tagen
Ich hab schon so gespannt gewartet. Bitte schreib schnell weiter 😍😍
Bahar (10063)
vor 448 Tagen
Respekt du kannst schreiben wie ne Profi.
P.S
Mich hast du schon als Bewunderer
angle of life (63895)
vor 449 Tagen
Coool der neue Teil ist echt so toll 😊
Ich finde die Story eine von den besten ! Bitte mach schnell weiter!
Ich möchte gern wissen wie es weiter geht. Mach weiter so!
loliee (10932)
vor 519 Tagen
Das ist DIE BESTE ff, die ich bis jetzt gelesen hab, um ehrlich zu sein;)
♥☺♥☺♥☺♥☺♥☺
Monkey D Woosmann (89282)
vor 528 Tagen
cool der neue Teil
SAKURA (64916)
vor 555 Tagen
Wann kommt der 36 Teil die Geschichte is voll cool
Ronja (14911)
vor 571 Tagen
Ich find es super cool, dass du dir so Gedanken machst, wie es wohl weitergeht. Ob Grit Königshaki hat weiß ich nicht so genau. Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, aber wer weiß. Sie überrascht einen immer wieder ;)