Springe zu den Kommentaren

Vom Reallife in einen Anime

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
1 Kapitel - 12.234 Wörter - Erstellt von: M - Aktualisiert am: 2016-02-01 - Entwickelt am: - 2.497 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt - 2 Personen gefällt es

Ein Zufall bringt dich von deiner langweiligen Welt in die von Naruto. Deine Fähigkeiten sind beschränkt, doch erstaunlicherweise besitzt du ein besonderes Kekkei Genkai... Aber was geschieht wenn Akatsuki davon erfährt?

TRIGGER WARNUNG! Vergewaltigung ist ein kurzer Part dieser Story

    1
    Mit dem Blick aus dem Fenster gerichtet, klopfte ich mit den Fingerspitzen auf meine Schulbank. Es war die letzte Stunde, Mathematik, mein Hassfach. „Wenn Madame dann auch mal aufpassen würde.“ holte mich unser Lehrer aus den Gedanken. Ich hasste ihn einfach. Anders war das gar nicht zu beschreiben. Widerwillig richtete ich meinen Blick nach vorne, geradewegs auf die Zahlen und Formeln, die keinerlei Sinn für mich ergaben. Noch fünf Minuten. Noch fünf Minuten, dann wären endlich Ferien. Drei Wochen ausschlafen, Fernsehen bis in die frühen Morgenstunden und Faulenzen bis zum geht nicht mehr. Ich schloss meine Augen, sah schon meinen Laptop vor mir, der Zuhause gewiss sehnsüchtig wartete und hörte schließlich die heiß ersehnte Schulglocke. Vorbei an all den Mädchen die sich mit Küsschen und Umarmungen verabschiedeten, und an den Jungs, die sich zum Abschied halb tot prügelten. Ich ging die Straße entlang, bog dann in das kleine Waldstück ein, das direkt zu meinem Haus führte und genoss die ruhige, frische Atmosphäre die der Wald versprühte. Diesmal beeilte ich mich jedoch, rannte praktisch ins Haus, schmiss meine Schultasche in die nächste Zimmerecke und klappte meinen Laptop auf. Mit ein paar geübten Mausklicken öffnete ich die Animeseite und sah mir die nächste Folge Naruto an. Das gute alte Naruto. Seit meiner Kindheit war ich in diesen Anime vernarrt, ebenso wie in Inu Yasha und One Piece. Sie waren einfach Teil meiner Kindheit, und ich mochte meine Kindheit. Eine ganze Stunde sah ich mir die Folgen an, ging dann runter in die Küche und machte mir etwas zu essen. Dann hörte ich, wie die Haustür auf und wieder zu ging. „Schatz, bist du da?“ rief meine Mutter durchs Haus. „In der Küche Mama.“ Mit einem vollkommen gehetzten Blick sah sie mich an. „Kannst du jetzt noch schnell mit dem Hund raus, ich schaff sonst meinen Termin nicht mehr.“ Ich nickte. Ich wollte meine Mutter so viel wie möglich entlasten, schmiss den gesamten Haushalt praktisch alleine, während sie das Geld nach Hause brachte. „Shadow! Komm her Süßer!“ rief ich durchs Fenster unserem pechschwarzen Husky zu. Der rannte sofort zur Terassentür und wedelte mit dem Schwanz. Ich ging hinaus, nahm ihn an die Leine und machte mich auf in den Wald. Dort ließ ich ihn dann von der Leine. Ab und zu schmiss ich ein paar Stöcke, den größten Teil der Zeit rannte Shadow aber glücklich umher. Bis er auf einmal im Dickicht verschwand. „Shadow? Shadow, komm her Junge!“ rief ich und zwängte mich durch den Strauch, durch den Shadow verschwunden war. Ich stand auf einer kleinen Lichtung, die von einer riesigen Hecke verdeckt wurde. Mitten auf der Lichtung stand ein Brunnen, vor dem Shadow saß und winselte. „Was hast du denn Süßer, hm?“ fragte ich und ging auf ihn zu. Gerade als ich die Leine anlegen wollte sprang er. In den Brunnen. „Shadow!“ Ohne nachzudenken sprang ich hinterher, doch statt Nässe, oder wenigstens einem Aufprall mit dem Brunnenboden blieb aus. Stattdessen wurde alles schwarz.

    Verwirrt blinzelte ich, um dieses seltsame Gefühl loszuwerden. Ich spürte Gras unter meinen Händen, und einen sanften Wind, der mir die Haare ins Gesicht wehte. Ich öffnete meine Augen und sah Shadow direkt vor mir sitzen. Doch er sah nicht aus wie sonst, sondern... wie in einem Anime. Selbst die Lichtung auf der ich lag sah aus wie aus einem Anime. Mit wackeligen Beinen stand ich auf und hockte mich vor Shadow. „Wo sind wir hier bloß gelandet mein Süßer?“ fragte ich leise und streichelte sein Fell. Dann verdeckte plötzlich ein Schatten das Sonnenlicht. Panisch drehte ich mich um und fiel auf den Po. Dort direkt vor mir stand Kiba mit Akamaru, eben die aus Naruto. Wo war ich nur gelandet? War ich jetzt in Narutos Welt? „Wer bist du? Ich habe dich noch nie hier gesehen.“ Jetzt bloß nichts Falsches sagen! „Ich bin... Tenshi. Und ich komme... von weit her. Ein unbedeutendes Dorf. Es hat nicht mal einen Namen.“ Sein Blick wurde skeptisch. Doch dann begann Akamaru mit Shadow zu spielen. „Scheint so, als würde Akamaru deinen Hund mögen.“ Ich zuckte mit den Schultern. „Scheint so.“ Wir sahen den beiden noch ein wenig zu, bis Kiba wieder das Wort ergriff. „Du wolltest doch sicherlich nach Konoha, richtig? Ich kann dich zum Hokage bringen, wenn du möchtest.“ Ich biss mir auf die Lippe. Eigentlich wollte ich nur wieder in meine Welt. Aber wenn man einmal die Möglichkeit dazu hat... „Das wäre super.“ Kiba nickte, rief Akamaru zu sich und setzte sich auf seinen Rücken. „Steig auf.“ Er reichte mir eine Hand und zog mich hoch. Ich war noch nie auf einem Hund geritten. Konnte man in meiner Welt ja auch nicht. Akamaru sprintete los, direkt auf die Stadtmauern von Konoha zu, und Shadow rannte nebenher. Wir flitzen durch die Gassen, und blieben schließlich vor dem Hokageturm stehen. Akamaru wartete draußen, während Kiba Shadow und mich zu Tsunades Büro führte. „Hier ist es. Ich hoffe ich sehe dich irgendwann wieder.“ Er zwinkerte mir zu, und ging dann fort. Mit pochenden Herzen wandte ich mich der Tür zu. „Kein Zurück mehr, Shadow.“ murmelte ich ihm zu und klopfte.

    „Herein.“ hörte ich es gedämpft und trat herein. Tsunade saß auf ihrem Stuhl hinter dem Schreibtisch und musterte mich. Wahrscheinlich wegen meiner Klamotten. „Wer bist du, woher kommst du, und was möchtest du?“ Ich trat einen Schritt vor. „Ich bin Tenshi. Mein Dorf war unbedeutend, hatte keinen Namen, und wurde zerstört. Deshalb suche ich Unterkunft in Konoha.“ Tsunade musterte mich noch immer und faltete ihre Hände. „Welchen Rang hattest du in deinem Dorf?“ Verdammt. Die Wahrheit ist besser. Eh ich kämpfen muss. „Ich war kein Ninja. Zumindest habe ich es nie versucht.“ „Mh. Na gut, wir werden schon was für dich finden. Vielleicht... Ja. Du wirst bei Hatake Kakashi unterkommen. Er wird dich auch trainieren. Nun dann-“ Weiter kam sie nicht, denn sie wurde von einem Klopfen an der Tür unterbrochen. „Herein.“ Ein leicht genervter Unterton hatte sich in ihre Stimme geschlichen. Ein blonder Junge mit Strichen auf den Wangen, ein zwei Jahre jünger als ich, betrat den Raum. „Naruto, das trifft sich gut. Du begleitest Tenshi hier zu Kakashis Wohnung. Geht jetzt.“ Sie winkte uns fort und ein wenig überfordert ging ich mit Naruto aus dem Raum. Ich würde bei dem berühmten Kopierninja und Shinobi Kakashi Hatake wohnen und trainieren? Das war der Hammer! „Und woher kommst du Tenshi?“ Ich murmelte irgendetwas von kennst du nicht und ist unwichtig. „Cool. Gehst du irgendwann mal mit mir Ramen essen?“ Ich räusperte mich. „Vielleicht. Irgendwann. Ich muss hier erst mal heimisch werden.“ Naruto nickte und sagte nichts mehr. Wir gingen die Gassen entlang, blieben hier und da stehen, weil ich schon ein paar Sachen bewundern musste und kamen dann endlich an einem unauffälligen Wohngebäude an. „Dritter Stock. Ich muss jetzt leider los Tenshi. Bis bald.“ Er winkte mir zum Abschied und ließ mich dann mit der Schriftrolle von Tsunade in der Hand, allein zurück.

    Dritter Stock. Das ist es also. Mit pochendem Herzen und schwitzigen Händen klopfte und wartete ich. Schließlich öffnete sich die Tür und da stand er. Kakashi Hatake. Der Kopierninja. Der von vielen Fangirls behimmelte Ninja. „Mh?“ Mein Herz pochte in meiner Brust und auf einmal war mein Mund unglaublich trocken. „Die ist von Tsunade. I-ich soll hier wohnen.“ Er nahm die Schriftrolle aus meiner Hand und überflog sie. „So Tenshi. Na dann komm rein.“ Die Wohnung war eher spartanisch eingerichtet, und überall lag Müll herum. „Hätte ich gewusst, dass ein Mädchen hier wohnen wird, hätte ich aufgeräumt.“ Er konnte anscheinend nicht viel mit mir anfangen, denn er kratzte sich verlegen am Hinterkopf. „Schon okay. Ich werd das später sauber machen.“ murmelte ich. „Hier steht, du hättest keine Ninjaausbildung gehabt. Wir werden auf den Trainingsplatz gehen und sehen was du von Natur aus kannst.“ Ich nickte und folgte ihm. Der Trainingsplatz war nicht riesig, aber groß genug. „Hast du irgendeine Affinität zu einem Element?“ Katon, Raiton, Fuuton, Doton, Suiton. Feuer, Blitz, Luft, Erde, Wasser. „Alle haben gesagt, ich hätte eine Affinität zu Wasser.“ Das stimmte. Egal welchen Elementetest ich machte, es kam immer Wasser raus. Immer. „Dann wollen wir damit anfangen. Mach mir einfach alles nach.“

    Seit Stunden versuchte ich nun schon auch nur irgendwelche Ninjutsus auszuführen. „Vielleicht bist du einfach nicht der Ninjutsu Typ. Wie wäre es mit Taijutsu?“ Was gleichzusetzen war mit Sport. Ich war nicht unsportlich, aber 200 Runden rennen, nachdem ich schon 1000 Mal gegen einen Baum geschlagen hatte konnte ich einfach nicht. „Ich kann jetzt schon sagen, dass ich das definitiv nicht kann.“ Kakashi seufzte, steckte seine Hände in seine Hosentaschen und dachte nach. „Kein Nin-, kein Gen- und auch kein Taijutsu. Ich will sehen was passiert wenn...“ Sein sichtbares Auge verengte sich und dann rannte er auf mich zu. Mit einem Schrei sprang ich zur Seite, was gar nicht nötig war- Kakashi wurde nach hinten geschleudert. Er rappelte sich auf und rannte erneut auf mich zu. Ich hatte einen Verdacht- und schrie erneut. Er brach ohnmächtig zusammen. „Sensei!“ rief ich und rannte auf ihn zu. Er lag am Boden. Zum Glück nur schlafend. „Sensei!“ rief ich erneut und rüttelte in durch. „Mh, was?“ schoss er in die Höhe. „Deine Stimme. Anscheinend hast du ein Kekkei Genkai. Gib mir eine Minute.“ Kakashi schloss seine Augen und seine Stirn runzelte sich. Dann öffnete er sie wieder. „Ich habe etwas darüber gelesen. Es ist auch bekannt als das Engels Kekkei Genkai. Versuch einfach, dich auf deine Seele zu konzentrieren.“ Ich nickte, schloss die Augen und ging in mich. Etwas schien in meinen Adern zu pulsieren, und wenige Momente später durchbohrte ein stechender Schmerz meinen Rücken. Ich riss meine Augen auf und sah Kakashi wie angewurzelt dastehen. Ganz entgegen seines Charakters. „Also ist es wahr. Tenshi, herzlichen Glückwunsch, du bist wahrlich ein Engel.“ Ich sah zur Seite, und was ich da sah, verwirrte und schockierte mich gleichermaßen. Direkt zwischen meinen Schulterblättern kamen zwei Engelsflügel hervor. Aber ich war ein Mensch! Wie war das möglich? Trotz der Tatsache, dass ich in einem Anime gelandet war. „Versuch zu fliegen. Sei eins mit der Luft.“ Ich konzentrierte mich auf meine Schwingen, schaffte es tatsächlich sie ein wenig zu bewegen, und flog schließlich ein paar Meter über dem Boden. Es war anstrengend, doch mit der Zeit hatte ich den Dreh raus und flog meine Runden. Dann landete ich wieder. „Na also. Aber wie gehen die wieder weg?“ Schließlich wollte ich nicht die ganze Zeit mit Flügeln rumrennen. „Denk einfach daran.“ Ich dachte daran, wie meine Flügel verschwanden. Und tatsächlich: Als ich meine Augen öffnete, sah ich gerade noch ein paar Federn, die vom Wind fortgetragen wurden. „Du hast noch viele weitere Fähigkeiten als nur zu fliegen. Du kannst mit deinem Gesang Leute einschläfern, verletzen, töten, du kannst aber auch mit deinen Tränen Wunden heilen und Tote wieder erwecken. Aber für heute sollte das reichen. Du hast dir eine Portion Ramen verdient.“ Wir verließen den Trainingsplatz, und steuerten direkt auf Ichirakus Ramen zu. Ich hatte in meiner Welt schon Ramen gegessen, doch diese waren hundertmal besser. Ich schlang geradezu, wurde mir dann aber bewusst, wie fertig und verschwitzt ich eigentlich war. Ich wollte nur noch nach Hause. Wir gingen gemeinsam zu Wohnung zurück, Kakashi bereitete ein Bett für mich, und ging dann, um noch eine Mission zu erfüllen. Und so war ich allein in einer vollkommen fremden Welt, in einer fremden Wohnung. Naja, nicht ganz allein, schließlich hatte ich Shadow, der den ganzen Tag nicht von meiner Seite gewichen war. Ich duschte, zog mir die Sachen an, die Kakashi wir freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte und kuschelte mich ins Bett.

    Es war noch dunkel als ich aufwachte, doch Shadow knurrte wie verrückt. Ein Windstoß kam durch das offene Fenster und die Decke wurde vom Bett geblasen. Mit einer Gänsehaut ging ich zum Fenster, schloss es und beugte mich dann zu Shadow herunter, der immer noch knurrte. „Was hast du denn Shadow? Da ist nichts. Du-“ Dann zersprang etwas in der Küche. Ein verhaltener Fluch folgte. Mit klopfenden Herzen nahm ich das nächstbeste Katana und schlich zur Küche, Shadow an meiner Seite. Dort stand ein Mann, direkt vor dem zerbrochenen Fenster und hielt sich die blutende Hand. Meine Angst wich und machte Mitgefühl Platz. Ich räusperte mich hörbar und ging auf den Mann zu. Er zog ein Kunai, machte jedoch keine Anstalten mich anzugreifen, weswegen ich das Katana ablegte und mich zu ihm kniete. Zur Not hatte ich ja Shadow. „Ich kann dir helfen.“ meinte ich ruhig und hielt ihm meine Hand entgegen. Zaghaft streckte er seine Hand aus und legte sie in meine. Meine Augen weiteten sich. Dort war keine Wunde, da war kein Blut. Das war Farbe. Dann spürte ich einen starken Schmerz am Hinterkopf und wurde ohnmächtig.

    Schmerzen durchzogen meine Knöchel und meinen Hinterkopf. Ich öffnete meine Augen, brauchte aber eine Weile, bis die Schwärze vor meinen Augen verschwand. Meine Hände waren gefesselt. Die Auf- und Abbewegung die mein Körper machte, zeigte, dass ich getragen wurde. Ein langer, blonder Haarschopf tauchte vor meinen Augen auf. Eine Frau trägt mich? Ich verhielt mich still, und sah weiter umher. Wir liefen durch einen Wald, und vor dieser Frau ein Junge, vielleicht vierzehn, mit knallroten Haaren. Die konnten mir doch nichts anhaben. Ich wollte meinen Mund öffnen und sie einfach in den Schlaf singen- doch mein Mund war zugeklebt und nur ein kleines Quietschen entkam meinem Mund. „Hey Sasori, unser kleiner Engel ist wach, un.“ Mein Herz machte einen Satz. Das war mitnichten eine Frau die mich trug- Sondern eindeutig ein Mann! Deidara! Er hielt an und setzte mich vorsichtig auf den Boden. Er drehte sich zu mir und spätestens jetzt hätte man erkennen können, dass er ein Mann ist. „Hast du Durst Kleine? Hunger?“ Trotz der Tatsache, dass er mein Entführer war, war seine Stimme freundlich. Ich nickte. Mein Mund war wie ausgedörrt. Doch nicht nur das. Mir wurde das Klebeband weggerissen und frische Luft strömte in meine Lungen. Dann wurde eine Schale mit Wasser an meinen Mund gesetzt und ich trank. Gerade als ich singen wollte, wurde mir wieder schwarz vor Augen. Schlafmittel...

    Ich wurde nicht mehr getragen. Soviel stand fest. Vorsichtig öffnete ich meine Augen. Ich lag in einem ganz normalen Raum, schlicht eingerichtet, aber praktisch. Ich lag in einem Bett am Fenster, doch meine Hände waren immer noch gefesselt. Die Tür öffnete sich mit einem Klacken und eine Person trat ein. „Schön dass du endlich aufgewacht bist.“ sagte eine monotone Stimme. Sie gehörte zu dem Mann, der im Türrahmen lehnte. Pain. „Akatsuki will mich also, ja? Schön.“ Sein Gesichtsausdruck verriet keinerlei Regung, dann kam er auf mich zu. „Du wirst kämpfen müssen, wenn du aufgenommen werden willst.“ Ich verdrehte die Augen. Einerseits hätte das mein Todesurteil sein können, aber ich kannte das ja alles schon. „Ist okay.“ Pain nickte, zerschnitt meine Fesseln und zerrte mich einen Gang entlang, der in einer Arena endete. Er sprang hoch zur Tribüne und sagte etwas, dann sprang Hidan runter. Hidan. Von allen gegen die ich hätte kämpfen können, musste es ausgerechnet Hidan sein. Allein seine Dummheit in den Folgen schon zu sehen hatte mich immer fertig gemacht, aber in „Reallife“ war er anscheinend noch dümmer. Wie ein Wilder rannte er, die Sense schwingend, auf mich zu. Mit Leichtigkeit rutschte ich unter seinen Hieben hinweg, flog einfach in die Luft und sorgte dann für genügend Abstand und schrie quasi zu den anderen hoch. „Haltet euch die Ohren zu!“ Dann sang ich. Es war das einzige „Schlaflied“ das ich kannte- Die Lavandiamelodie. Hidans Augenlider senkten sich, und mit einem gewaltigen Schnarchen sank er zu Boden. „Ich hab gewonnen.“ rief ich zur Tribüne herauf. Einige sahen mich bewundernd an, doch Pain verzog noch immer keine Miene. „Besieg Itachi und du bist dabei.“ Itachi Uchiha. Der „Mörder“ seines Clans. Ich konnte ihn nicht verletzen. Doch ich musste. Ich war aufmerksam, sah ihm nicht in die Augen, doch ein kurzer Moment reichte, und schon war ich in einem Genjutsu gefangen. Ich war an einen Pfahl gefesselt, Itachi stand vor mir, mit einem Katana in der Hand. Dann stach er zu. Immer und immer wieder. Ich ertrug die Schmerzen. Ich hatte Schlimmeres erlebt. „Ich kenne... dein Geheimnis... Uchiha Itachi.“ keuchte ich unter Anstrengung. Ich sah ihm in die Augen- Und kehrte das Genjutsu um. „Es tut mir Leid.“ murmelte ich, als ich ihm das Katana selbst in die Brust rammte. Genau in diesem Moment waren wir wieder in der Realität. Itachi lag vor mir, keuchend, seltsamerweise mit einer Stichwunde an der Brust. „Wie?“ brachte er mit schwacher Stimme hervor. „Körperliche Schmerzen... sind nichts gegen die seelischen Schmerzen die ich ertragen musste.“ Ich kniete mich zu ihm nieder, riss sein Shirt auf und besah mir die Wunde. „Du kannst aber auch mit deinen Tränen Wunden heilen.“ wiederholte ich Kakashis Worte in meinem Kopf. „Engelstränen...“ murmelte ich und sofort rann eine einzelne Träne meine Wange herunter, direkt auf die Wunde, die sich verschloss. „Du bist dabei.“ rief Pain. Keiner bewegte sich, nur Kisame sprang in die Arena herunter und besah sich Itachi. „Bring ihn ins Bett, er sollte schlafen. Ich werde dir helfen.“ Kisame nahm Itachi auf den Rücken und ging voraus, ich lief langsam hinterher, bis ich gegen die Wand gedrückt wurde. Hidan. „Ich würde mich loslassen, wenn ich du wäre.“ meinte ich ruhig. „Wenn ich du wäre, würde ich mich von mir f***** lassen.“ sagte er mit einem lüsternen Grinsen. „Nein danke.“ sagte ich monoton, schlug ihm die Faust ins Gesicht und trat ihn weg. „Ich bin in Taijutsu doch besser als ich dachte.“ lachte ich. Hidan richtete sich wieder auf, wischte sich das Blut vom Mund und wankte auf mich zu. „Lord Jashin hat noch nie einen Engel geopfert bekommen. Das wird sich bald ändern.“ murmelte er und griff nach seiner Sense. „Sag deinem Jashin, dass er wohl nie einen Engel bekommen wird, aufgrund seines inkompetenten Dieners.“ Hidan knurrte. „Inkompetenter Diener? Na warte!“ Wow, dass der das Wort inkompetent verstanden hat! „Hidan.“ wehte Pains monotone Stimme durch den Gang. Hidan erstarrte mitten in der Bewegung und wich dann zur Seite. Pain lief auf mich zu, packte mich am Arm und zog mich in sein Büro. „Du wirst mit Hidan und Kakuzu in einem Team sein, und auch bei ihnen schlafen.“ Mein Mund klappte auf. „Bitte? Erst verhindern sie, dass Hidan mich auf dem Gang niedermetzelt, und jetzt unterschreiben sie mein Todesurteil!“ meinte ich mit hochgezogener Augenbraue. „Vielleicht tut dem Team Zombie ein heiliges Wesen ganz gut.“ meinte er mit einem fiesen Lächeln. Ich fletschte die Zähne, wusste aber auch, dass man Pain besser gehorcht.
    Schweigend und so hochmütig wie ich konnte, verließ ich sein Büro und klopfte an jeder Zimmertür, auf der Suche nach meinem Zimmer. Erste Tür. Konan. Zweite Tür. Tobi inmitten von Süßigkeiten und Zetsu. Dritte Tür. Deidara und Sasori im Streit um Kunst. Vierte Tür. Kisame und Itachi, der immer noch bewusstlos war. Fünfte Tür. Meine Tür. Ich klopfte leise an, dann wurde die Tür aufgerissen und Hidan sah grinsend auf mich herab. „Das Lamm kam zum Löwen.“ „Das Lamm wurde vom Herren zum Löwen geschickt. Ich bin in eurem Team, schlafe demnach auch hier.“ Ich zwängte mich neben Hidan hindurch und sah mich um. Die Gardinen waren zu, es stank, und überall lagen Klamotten und Müll rum. „Ihr seid wirklich ein paar Schweine.“ murmelte ich, watete durch die Haufen zum Fenster und riss es auf. Frische, kalte Luft strömte herein und Licht zeigte das wahre Ausmaß der Katastrophe. Ich begann Klamotten von Müll zu trennen stopfte den Müll in eine Tüte und begann die Klamotten nach Farben zu sortieren. Kakuzu beachtete mich nicht einmal, aber Hidan starrte mich an, als hätte ich gesagt, ich wäre eine Prostituierte. „Was?“ fragte ich, ohne von den Haufen aufzusehen und sortierte weiter. „Würdest du jetzt ein heißes Kostüm tragen, würdest du als Dienerin rüberkommen.“ Ich verdrehte die Augen. „Wie wäre es, wenn du mal mit deinem Kopf denkst? Hilf mir lieber mal tragen. Du nimmst die beiden Körbe.“ sagte ich und deutete auf die beiden großen. „Warum sollte ich das tun?“ Ich fing an zu grinsen. „Sonst hast du nichts mehr zum anziehen. Du kannst gerne nackt rumlaufen, aber es ist kalt, und dann ist nicht nur dein Gehirn klein. Und das würde Frauen gar nicht gefallen.“ Sein Gesicht blieb kurz ausdruckslos, bis sich die Erkenntnis wiederspiegelte. Hastig hob er die Körbe hoch und rannte zum nächsten Fluss. Ein paar Stunden war ich am Waschen, bis alle Klamotten wieder trocken, und vor allem sauber waren. Mit einer Nachricht für Hidan schickte ich Shadow los, damit ich nicht alle Körbe schleppen müsste. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam Hidan angeschlendert, Shadow am Nacken gepackt. „Dein verfluchter Köter hat mich gebissen.“ rief er, schmiss Shadow auf den Boden und zeigte mir seine blutende Hand. „Weichei.“ lachte ich, nahm seine Hand aber in meine und murmelte „Engelskuss.“. Dann drückte ich meine Lippen auf die Wunde, die sich sofort verschloss. „Besser? Jetzt nimm die Körbe und heul nicht mehr rum.“ meinte ich, schnappte mir selber einen Korb und ging mit Shadow voraus. Nach einer Weile wurden wir schließlich von Hidan wieder eingeholt. „Ich wurde nicht nur an der Hand gebissen.“ Ich verdrehte die Augen. „Sei ein Mann und ertrag die Schmerzen, sowas zieht Chakra.“ Hidan begann zu grinsen. „Es ist aber eine Stelle die für dich noch von Nutzen sein könnte.“ Alles Blut schoss mir in die Wangen. Klar kannte ich diese Seite schon von ihm, aber ich war in Sachen... Sexualität etwas... prüde. Glücklicherweise wurde mir jegliches weiteres Gespräch abgenommen, denn Tobi rannte uns entgegen, gejagt von Deidara, der wütend Tonbomben nach ihm warf. „Du nimmst den dritten Korb auch noch. Danke.“ rief ich, stellte ihm den dritten Korb auf die anderen und rannte den beiden hinterher. Meine Gedanken ratterten und schließlich kam mir eine Idee. „Tobi, Kekse!“ rief ich mit heller, klarer Stimme. In der Ferne sah ich einen Schatten, der immer größer wurde, und schließlich warf sich Tobi auf mich drauf. Vorsichtig schubste ich ihn von mir herunter und stellte mich vor ihn. „Deidara, was hat er denn getan?“ Wütend zog Deidara eine zerknitterte und zerrissene Leinwand aus der Hosentasche. „Das war mein bestes Bild! Und er hat es einfach zerbombt, un!“ knurrte er. Ich besah es mir genauer. „Bin das... ich?“ Ich blinzelte verwirrt, doch es änderte sich nichts daran. Es war eine Zeichnung von mir schlafend. Sofort wurde Deidara verlegen. „Es tut mir Leid, un. Aber du warst so ein schönes Motiv...“ Ich seufzte. „Ich stehe dir später Modell. Jetzt lass Tobi in Ruhe und hilf Hidan mit den Wäschekörben.“ sagte ich. Dann bemerkte ich, wie Tobi an meinen Sachen zupfte. „Kekse?“ fragte er kindlich. „Wir können Kekse backen.“ Ich bot ihm eine Hand an und zog ihn hoch. Mit einem Quietschen warf er sich aber zurück auf den Boden, neben Shadow. Seine Rolle... war perfekt. Wüsste ich es nicht besser, hätte ich auch gesagt, da säße ein zurückgebliebener Mann. „Wir müssen Tobi.“ ich pfiff Shadow zu mir und ging gemeinsam mit Tobi zurück ins HQ.

    „Du hast es geschafft deine Klamotten aufzuräumen. Wow, Hidan, hätte ich gar nicht von dir erwartet.“ lachte ich, als ich ins Zimmer trat, und die Körbe mit der Wäsche mitten im Zimmer sah. Ich begann die Klamotten in den Schrank einzuräumen, sortierte nach Shirts, Hosen, Farben, sonstiges. Gerade als ich mich nach dem nächsten Stück umdrehte, knallte ich gegen Hidan, der sich hinter mich gestellt hatte. „Hidan?“ Mit großen Augen sah ich zum ihm hoch, machte unauffällig einen Schritt nach hinten, und sah ihn weiter an. Sein Blick war geistesabwesend, hatte gleichzeitig aber ein gefährliches Funkeln in den Augen. Er schüttelte auf einmal kurz den Kopf, leckte sich dann über die Lippen und wich zurück. „Wie alt bist du?“ Seine Frage überraschte mich. Ich hatte alles erwartet- Nur nicht das. „16.“ antwortete ich wahrheitsgemäß. Ich war in der 11. Klasse die Jüngste im Jahrgang. Sogar jünger als einige aus den Klassen unter mir. „Du verhältst dich nicht so.“ Fragend zog ich eine Augenbraue hoch. „Und wie sollte ich mich deiner Meinung nach verhalten? Durch Bars ziehen und leichtsinnig sein? Mit jedem Typen den ich sehe rummachen? Nein danke.“ Ich wandte mich wieder den Klamotten zu, hörte aber, wie Hidan tief einatmete. „Das nicht unbedingt, aber... du verhältst dich bereits ziemlich erwachsen und reif.“ Ich schnaubte belustigt, innerlich schnürte sich aber alles zusammen. „Ich musste schon früh Verantwortung übernehmen. Ich hatte nie die Zeit mich wie ein typisches Mädchen zu verhalten.“ Warum redete ich immer noch mit Hidan? Es war ja nicht so, als ob er auch nur irgendwas von dem verstehen würde, was ich sage. „Es ist auch egal. Ich bin wie ich bin, und daran wird nichts und niemand etwas ändern.“ Ich klappte die Schranktüren zu und ging zur Tür. Ich war gerade hinaus, als ich mich noch einmal kurz umdrehte. „Danke fürs Zuhören.“ Ich ging aus dem Zimmer, suchte mir Tobi, und begann Cookies zu backen.

    „Jetzt müssen wir nur noch aufräumen.“ sagte ich und schob das Blech in den Ofen. „Du hättest das Mehl nicht extra verschütten müssen als Deidara rein kam.“ tadelte ich Tobi. Ich schnappte mir einen Besen, fegte das Mehl zusammen und ließ ihn die Tische wischen. Nach etwa 10 Minuten war die Küche wieder voll funktionstüchtig. Und die Cookies fertig. Vorsichtig zog ich das Blech aus dem Ofen, wendete einen Windstoß an und legte sie auf einen Teller. „Hier Tobi. Verbrenn dir nicht die Finger.“ Ich drückte ihm den Teller in die Hand, machte mich dann auf, zurück ins Zimmer zu gehen und trat ein. Weder Hidan, noch Kakuzu waren im Zimmer, und so flitzte ich ins Badezimmer und ließ ein Bad ein, Genau in diesem Moment klopfte es. Ich öffnete die Tür und sah einen vollkommen verlegenen Deidara dastehen. „Du wolltest doch Modell stehen...“ murmelte er und wandte sich zur Seite. Ich nickte. Versprochen war versprochen. Ich ging mit ihm nach draußen, setzte mich auf einen Felsen und wartete bis Deidara fertig gezeichnet hatte. Er dankte mir, entließ mich dann, und ich machte mich auf, endlich mein Bad zu genießen. Ich schlich ins Zimmer, entdeckte immer noch niemanden und ging ins Bad. Das Wasser war noch heiß, die Schaumbläschen waren noch nicht geplatzt und so stieg ich ins Wasser. Gerade als ich tief ins Wasser sank, tauchte jemand mit dem Kopf am anderen Ende auf. Hidan. Erst starrte ich ihn vollkommen perplex an, dann lief ich knallrot an, und erst dann fand ich meine Stimme wieder. „Was machst du in meinem Badewasser?“ Er wischte sich kurz übers Gesicht und grinste. „Es hat mich eingeladen. Aber ich kann gerne rausgehen.“ Er erhob sich, gab einen Blick auf seine Bauchmuskeln frei, seine Beckenknochen... „Bleib sitzen!“ kreischte ich halb und er sank wieder ins Wasser. „Ich hab noch nie ein Bad mit meinem Teampartner genommen.“ grinste er. Sofort schaltete mein Gehirn um auf Sarkasmus. „Wer würde nicht gerne mit Kakuzu ein Bad nehmen?“ Hidans dröhnendes Lachen hallte durch das Badezimmer und ein Lächeln stahl sich auf mein Gesicht. Ich musste eingestehen, dass Hidan doch nicht so unangenehm war, wie er im Anime immer rüber kam. Ich ertappte mich dabei wie ich ihn anstarrte, was er anscheinend bemerkte. Mit hochrotem Kopf wand ich den Blick zur Seite und erneut schallte Gelächter durch den Raum. „Du bist ja wirklich niedlich Tenshi. Mach die Augen zu, dann kann ich raus.“ Ich schloss schnell die Augen, lauschte dem Rascheln von Handtüchern und wartete bis die Tür ins Schloss fiel. Dann öffnete ich die Augen und stieg selbst aus der Wanne. Und bemerkte dann was Hidan getan hatte. Das schöne flauschige Handtuch das ich mir hingelegt hatte- war weg. „HIDAN!“ Sein Gelächter drang durch die Badezimmertür und ließ Wut in mir hochkochen. „Na warte!“ schrie ich, formte ein paar Fingerzeichen und ließ durch das Fenster Blüten hinein schweben. Aus denen ich dann ein Kleid formte. Durch das Wasser an meinem Körper hafteten sie perfekt und gekleidet in Blumen ging ich aus dem Badezimmer raus. „Heilige Mutter Jashins!“ keuchte Hidan als er mich sah. „Egal wie sehr ich auch ein kleines Mädchen bin, ich bin immer noch ein Ninja.“ Ich schnappte mir ein Handtuch aus meinem Schrank und ging, ein sauberes Kleid in der Hand, zurück ins Badezimmer. Als ich erneut herauskam, war Hidan nicht mehr im Zimmer. „Der hat sich bestimmt verkrümelt vor Angst.“ Ehrlich gesagt war ich nicht mehr wütend, aber Strafe... muss sein. Besonders bei Hidan. Ich verließ summend das Zimmer, ging in die Küche und durchsuchte den Tiefkühlschrank.So rückständig diese Zeit im Gegensatz zu meiner war- Irgendwo musste sich in diesem verdammten HQ doch ein Eis finden! Und dann ertasteten meine Finger etwas. Mein Griff umschloss die knisternde Plastikverpackung und zog sie heraus. Ein Grinsen umspielte meine Lippen als ich die Aufschrift las. „Vanilleeis mit Schokoladenüberzug“. Ich entfernte die Verpackung und ging dann, an der Schokolade knabbernd, nach draußen. Ich strich eine kurze Weile umher, bis ich endlich einen kleinen See fand. Und dort saß Hidan. „Hier hast du dich also vor meinem Zorn versteckt.“ grinste ich teuflisch. „Hey Tenshi, es tut mir echt leid.“ Ich fing an leise zu lachen, bemerkte jedoch das Grinsen auf Hidans Gesicht. „Aber du hast Schokolade im Gesicht.“

    4 Jahre später

    „Du hast Schokolade am Mund Tenshi. Mal wieder.“ lachte Hidan als er mein verschmiertes Gesicht sah. Jedes Mal. Jedes VERDAMMTE Mal hatte ich Schokolade im Gesicht kleben! „Es scheint dir mittlerweile Spaß zu machen mich darauf hinzuweisen, oder?“ murmelte ich und tauchte meine Hand in den See. „Als 20-Jährige solltest du eigentlich wissen wie man Eis isst ohne sich zu bekleckern.“ lachte Hidan noch lauter. Ich fuhr mit der Hand über meinen Mund und sah-nichts. „Da war gar keine Schokolade!“ schrie ich und warf eine handvoll Wasser nach Hidan. Meine Attacke traf ihn vollkommen unerwartet und er wurde plitschnass. „Es ist schön zu sehen dass du Spaß daran hast andere Menschen nass zu machen“ grummelte Hidan. Ich lachte, kramte in meiner Tasche und holte ein Handtuch hervor. „Ich wollte eigentlich schwimmen gehen, aber ich glaube du hast es nötiger.“ lachte ich immer noch. „Danke...“ murmelte Hidan, langte nach dem Handtuch- und ergriff mein Handgelenk. Dann schubste er mich mit aller Kraft ins Wasser. Zu doof für Hidan, dass ich mich vor Schreck an ihm festgekrallt hatte. Sodass wir nun beide mit Klamotten im See schwammen. „Das hast du hervorragend gemacht Hidan!“ rief ich und schwamm ans Ufer. „Ach Tenshi. Es ist warm genug dass unsere Klamotten trocknen.“ versuchte er mich zu besänftigen und streckte eine Hand nach mir aus. Ich ergriff sie vorsichtig und schubste ihn zurück ins Wasser. „Das hast du davon!“ rief ich dem überraschten Hidan zu, streckte meine Zunge heraus und stapfte dann zurück ins HQ.

    Ich war gerade fertig angezogen als sich die Tür plötzlich öffnete und ein immer noch tropfnasser Hidan hineinstapfte. „Hey Tenshi, es tut mir echt leid. Wirklich.“ meinte Hidan und öffnete seinen Schrank. „Ist schon gut. Ich hab einfach irgendwie... überreagiert.“ Er begann zu lachen und sein Kopf tauchte hinter der Schranktür auf. „Tenshi, geht’s dir gut? Du hast gerade einen Fehler deinerseits eingestanden!“ Ich warf ein Kissen nach ihm und lachte auch. „Ich weiß nicht... es ist einfach alles anders.“ murmelte ich und zupfte am Saum meines Kleides. In den ersten 2 Jahren hatte ich vergessen wo ich herkam. Und nun... war alles wieder da. Wie lange würde ich hier noch bleiben können? Und dann waren auch noch diese Gefühle für Hidan dazu gekommen, die alles noch einmal verkomplizierten. Was war nur mit mir passiert? „Was meinst du mit „Alles ist anders.“?“ Er kam barbrüstig auf mich zu und setzte sich neben mich auf mein Bett. „Wie wir miteinander umgehen... Ich bin kein Kind mehr. Ich bin jetzt eine erwachsene Frau und kann nicht mehr mit einem Mann rumalbern wie ich es damals getan habe. Das ist mir über die Jahre klar geworden.“ Ich hob meinen Kopf und sah Hidan direkt in die Augen. Diese Augen, die ich zu lieben gelernt habe. „Du hast bisher alle anderen Jungs aus Akatsuki von mir abgehalten, ihre Flirtversuche im Keim erstickt. Und ich war und bin dir dafür dankbar. Aber ich glaube, dass du vielleicht auch den Mann meiner Träume wegscheuchen würdest.“ Obwohl er der Mann meiner Träume war! „Du willst mich also nicht mehr als deinen Beschützer.“ Hidan lachte kurz auf, ein lautes, bitteres Lachen und stand auf. „Du bist alles Tenshi, aber kein Engel. Aber es musste irgendwann so kommen. Ich werde dir nicht im Weg stehen wenn du Männer kennenlernen willst. Ich hatte immer gehofft diesen Tag hinaus schieben zu können. Dich weiter für mich zu haben. Gott, Tenshi, du bist wie eine kleine Schwester für mich!“ Meine Brust begann sich zuzuschnüren und es fiel mir immer schwerer zu atmen. „Wie eine Schwester, ja? Das ist gut. Denn ich fühle für dich wie ein großer Bruder.“ Ich stand abrupt auf und ging zur Tür. Mit einem wehmütigen Lächeln sah ich zu ihm zurück. „Es hat sich wirklich alles verändert.“ Mit diesen Worten verließ ich den Raum. Wir sollten für 2 Wochen kein Wort mehr wechseln.

    „Ich soll also nach Konoha zurück? Aber das geht nicht!“ meinte ich verzweifelt zu Pain. „Ihr habt mich von Konoha geholt. Sie würden Fragen stellen!“ Meine Stimme überschlug sich. „Ich würde dir diese Aufgabe nicht geben, würde ich das nicht wissen. Ich habe bereits alles geplant. Du wirst unser Spion in Konoha sein.“ Meine Stirn runzelte sich. „Und für wie lange?“ fragte ich. „Ein paar Jahre. Du kannst ein paar Sachen mitnehmen die dir unendlich wichtig sind. Mehr nicht. Und jetzt geh.“ Pain wandte sich wieder seinem Papierstapel zu und entließ mich. Wie betäubt ging ich die Gänge entlang nach draußen. Unbewusst trugen mich meine Füße zu einem kleinen See. Der See, an dem Hidan und ich nur zu oft saßen und redeten. Rumalberten. Bei einander waren. Der Gedanke an Hidan schnürte mir die Brust zu, doch es war alles zu Ende. Ich würde wieder zurück nach Konoha ziehen und nur kurz in Kontakt sein. „Was machst du hier Tenshi?“ hallte Hidans kalte Stimme in mein Ohr. Ich starrte weiter auf die Wasseroberfläche die sich im seichten Wind kräuselte. „Ich musste nachdenken.“ Ich sah auf, mit Tränen in den Augen. „Ich werde für eine Mission zurück nach Konoha gehen.“ Hidans betont kühler Gesichtsausdruck entgleiste. „Was? Für wie lange?“ rief er überrascht. „Pain meinte... für ein paar Jahre. Also für immer. Bis zu meinem Tod.“ Hidan kam näher auf mich zu, die Stirn leicht gerunzelt. „Hidan ich muss dir was sagen. Ich hab nicht mehr viel Zeit, aber ich MUSS es dir sagen.“ Ich sah zu ihm auf und schluckte. „Ich komme nicht von hier. Und diese Welt ist auch nicht echt. Ich komme aus einer anderen Welt in der diese Welt ein Art Film ist. Nur Fiktion. Ich weiß nicht wie ich hier her gekommen bin, wahrscheinlich ist das alles nur eine Einbildung von meinem gestörten Hirn und ich liege vielleicht im Koma, aber selbst wenn, bin ich glücklich im Koma zu liegen und hier zu sein. Mit dir. Ich weiß nicht wie lange ich noch hier sein kann, aber ich bin froh dich kennen gelernt zu haben. Euch alle kennen gelernt zu haben. Hidan... ich muss jetzt gehen. Vielleicht sehen wir uns eines Tages wieder wenn diese Mission zu Ende ist, vielleicht werde ich aber auch eher in meine Welt zurück gehen müssen. Ich bete das wir uns wiedersehen.“ Ich lächelte ihn an und verschwand dann in einem Wirbel von Blüten.

    „Stop Fremde! Wer bist du und was willst du?“ Mit zitternden Beinen stand ich vor den Toren Konohas. „Ich bin keine Fremde. Mein Name ist Hatake Tenshi und ich war eine Einwohnerin Konohas.“ Die beiden Wachen wechselten einen skeptischen Blick und nickten sich dann zu. „Mitkommen.“ Einer griff meinen Arm und zog mich die Straßen entlang. Ich kannte den Weg. Es war der Weg zu Kakashis Wohnung. Die Wache klopfte einmal laut an und ein sichtlich verwirrter Kakashi öffnete die Tür. „Diese Frau behauptet Hatake Tenshi zu sein.“ Sein Blick fiel auf mich und seine Augen weiteten sich. „Tenshi!“ Er sprang quasi auf mich zu und schloss mich in die Arme. „Wo warst du all die Jahre? Du warst auf einmal verschwunden. Keine Spur von dir!“ Er sah die Wache an und nickte. Der Mann löste sich in eine Rauchwolke auf und Kakashi schob mich ein Stück von sich fort, die Arme auf meinen Schultern. „Du hast dich verändert. Du bist eine schöne junge Frau geworden. Aber wir sollten zu Tsunade gehen. Und dann erzählst du was passiert ist.“ Ich nickte vorsichtig und folgte ihm aus dem Haus. Wir gingen die Straße entlang, und überall starrten uns die Leute an, manche zeigten sogar mit Fingern auf mich. Ob sie sich wohl an mich erinnerten? Wir kamen am Hokageturm an, und sicheren Schrittes bahnten wir uns unseren Weg zu Tsunades Büro. Wir klopften kurz an, traten dann ein und Tsunade sah auf. „Kakashi, wer ist die Frau?“ Kakashi schmunzelte kurz, nahm dann meine Hand und drückte sie kurz. „Das ist Tenshi.“ Tsunade sah erneut auf, diesmal mit geweiteten Augen und stürmte dann auf mich zu. Ihre Hand fasste mein Kinn und hob es an. „Jetzt wo du es sagst. Man kann eine Ähnlichkeit erkennen. Tenshi, wo warst du? Was ist geschehen?“

    „Von Akatsuki entführt! Und du hast es lebend raus geschafft?“ Ich nickte. Ich wiederholte nur die Worte die Pain mir eingebläut hatte bis ich sie im Schlaf konnte. „Ich kann verstehen wenn ihr mich jetzt nicht mehr im Dorf haben wollt. Schließlich war ich, zwar gegen meinen Willen, aber dennoch Nuke-Nin.“ Demütig senkte ich meinen Kopf. „Mach dir deshalb keinen Kopf Tenshi.“ Verwundert sah ich auf und bemerkte Tsunades lächelndes Gesicht. „Du bist Teil unseres Dorfes. Wir vertrauen dir. Seitdem du damals einfach verschwunden bist, haben alle nach dir gesucht. Besonders Kiba. Du scheinst es ihm mit eurer einmaligen Begegnung angetan zu haben.“ Sie lächelte noch breiter. „Nun gut. Aber ich kann wohl nicht von einer jungen Frau erwarten mit einem Mann in einer Wohnung zu wohnen, oder? Es ist eine kleine Wohnung frei geworden, am Ende des Dorfes. Sie ist nicht sehr groß oder komfortabel, und sie ist auch ziemlich weit weg, aber sie ist momentan die einzige.“ Energisch schüttelte ich den Kopf. „Das ist perfekt! Gar kein Problem!“ Tsunades Lächeln wurde breiter. „Dann willkommen zurück Tenshi!“ meinte sie und schüttelte mir die Hand. Sie nickte Kakashi zu, und winkte uns heraus. Kakashi und ich schlenderten durch die Stadt, und ich war verwundert wie wenig sich die Stadt verändert hatte. Alles war genau wie ich es in Erinnerung hatte. Wir hatten das Dorf zur Hälfte durchquert, als uns auf einmal ein riesiger Hund entgegen kam und an Shadow schnüffelte. Dieser Hund sah gewaltig aus wie... „Akamaru!“ Der riesige Hund sah auf, schnüffelte in der Luft und rannte mich um. Lachend versuchte ich den gewaltigen Fellklops von mir zu stoßen, war allerdings nicht stark genug. „Akamaru, aus!“ rief eine angenehm tiefe Stimme. Sofort verschwand das Gewicht von meinem Körper und eine Hand wurde mir angeboten. Dankbar nahm ich an und wurde mit einem Ruck auf die Beine gezogen. Ich war verwundert wie sehr sich Kiba in all den Jahren verändert hatte. Von einem gutaussehenden Teenager hatte er sich in einen attraktiven jungen Mann verwandelt. „Es tut mir wirklich Leid. Du bist neu hier in der Stadt, oder? Ich bin Kiba.“ Ein Lächeln stahl sich auf mein Gesicht. „Ich weiß. Und ich bin eigentlich eine Einwohnerin.“ Kibas Augen wurden groß und ich hörte Kakashi neben mir lachen. „Ich bin Tenshi.“ Sein Mund klappte auf und er musterte mich. Dann wurde er rot. „Du hast dich verändert.“ Ich lachte. „Das kann ich nur zurückgeben!“ Kiba lachte verlegen und kratzte sich am Hinterkopf. Für einen kurzen Moment war ich glücklich, doch dann fiel mir ein warum ich wieder hier war. Und sofort brannte mein Herz. „Tenshi, ist alles in Ordnung? Du siehst so voller Schmerz aus.“ Ich nickte. „Alles gut, ich bin nur erschöpft.“ Ich versuchte ein Lächeln auf mein Gesicht zu pappen, doch es kam anscheinend ziemlich fake rüber, denn Kiba runzelte die Stirn. „Vielleicht solltest du lieber nach Hause gehen. Ich bring dich gerne hin.“ Ich sah rüber zu Kakashi, der die ganze Zeit über nur still da gestanden hatte, und er nickte. „Es ist das etwas ältere Haus am Ende des Dorfes. Zweiter Stock.“ Er klopfte mir noch ein mal auf den Rücken und verpuffte dann in einer Rauchwolke. „Dann wollen wir mal, nicht?“

    Etwas betreten schloss ich die Wohnungstür auf und trat ein. „Das ist eine schöne Wohnung.“ meinte Kiba und trat hinter mir ein. „Das finde ich auch. Sie ist fantastisch!“ Ich versuchte enthusiastisch zu klingen, doch es kamen nur gemurmelte Worte heraus. „Danke dass du mich her gebracht hast Kiba.“ Ich lächelte ihn an, und anscheinend gelang es mir diesmal, denn er trat näher und lächelte. „Gar kein Problem.“ Er stand nun direkt vor mir, einen ganzen Kopf größer als ich, und beugte seinen Kopf zu mir runter. Dann presste er seine Lippen auf meine. Überrascht über seine Aktion stand ich erst nur versteinert da, dann kam das Gefühl zurück in meinen Körper. Und mit voller Wucht stieß ich ihn von mir. „Was sollte das denn!“ schrie ich ihm entgegen. Kiba schien enttäuscht, hatte jedoch anscheinend genügend Respekt vor mir, um nicht näher zu kommen. „Es tut mir leid Tenshi. Aber seitdem ich dich damals das erste Mal gesehen hab, wie wir uns unterhalten haben... du bist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen.“ Er sah mit einem entschuldigenden und hoffnungsvollen Lächeln zu mir und für einen kurzen Moment wurde mein Blick weich. Und dann blitzte das Bild von Hidan vor meinen Augen auf. „Kiba... es tut mir leid, aber ich habe keine Gefühle für dich. Ich kenne dich nicht mal wirklich.“ Er atmete tief ein und lächelte dann. „Irgendwie hab ich das schon gewusst.“ Er drehte sich um, ging zur Tür und drehte sich dann noch einmal um. „Ich bin froh dass du wieder da bist.“ Dann verließ er die Wohnung und schloss die Tür. Mit einem Seufzen wandte ich mich von der Tür ab und ging zu einem Fenster. Vor meinen Augen lag die beste Aussicht die man über Konoha wohl haben könnte. Doch ich sah sie gar nicht. Vor meinen Augen blitzten immer wieder die Bilder vom HQ auf, von allen Mitgliedern. Von Hidan. „Wie konnte dieser Idiot es bloß in mein Herz schaffen!“ murmelte ich laut. Ich hatte mir damals in meiner Welt fest vorgenommen mich nie wieder zu verlieben, und nun? Nun hatte ich einen perversen, aggressiven, gläubigen Idioten in mein Herz geschlossen! „Es ist sowieso egal.“ murmelte ich wieder und drehte meinen Rücken zum Fenster. Ich ging in den Räumen meiner neuen Wohnung umher, entdeckte einen versteckten Wandschrank, und sogar einen kleinen Balkon. „Das ist also mein neues Zuhause.“

    Den gesamten Tag verbrachte ich damit mir neue Kleidung zu kaufen, die Wohnung zu säubern, die Möbel um- und ein paar Dekorationen aufzustellen. Erst am Abend konnte ich wirklich entspannen, und legte mich erschöpft auf mein Bett. Doch ich stand noch einmal auf, ging ins Badezimmer und duschte, versuchte alle Gedanken wegzuwaschen, doch es klappte eindach nicht. Mein Gehirn hatte beschlossen Hidan als mein Hintergrundbild einzustellen und jedes Mal wenn ich die Augen schloss, sah ich ihn. Als mir klar wurde, dass das alles auch nicht helfen würde, seufzte ich, stellte das Wasser ab und tapste in nun kompletter Dunkelheit, in ein Handtuch gewickelt, ins Schlafzimmer zurück. Ich ertastete mir meinen Weg zum Bett, trockntete mich ab und legte das Handtuch ab. Dann wollte ich zum Schrank gehen und mir ein Nachtkleid heraussuchen, doch mein Körper stieß gegen etwas. Besser gesagt jemanden, denn ein paar starke Arme schlossen sich um meinen Körper und bewahrten mich vorm Fallen. Ein heißer Atem traf auf mein Ohr und eine Stimme flüsterte mir etwas ins Ohr. „Hast du wirklich geglaubt du würdest mir so einfach entkommen Tenshi?“ Hidans Hände fuhren meine Wirbelsäule herab, bis an mein Kreuz. „Ich wusste dass sich dein Körper gut an meinem anfühlen würde.“ Mein Körper wurde enger an ihn gepresst, und meine Brüste drückten gegen seine nackte Brust. „Hidan, was tust du hier? Wenn dich jemand sieht sind wir beide tot!“ Sein tiefes Lachen drang an mein Ohr und etwas Weiches fuhr die Senke an meinem Hals entlang. „Ich hab dich vermisst Tenshi. Es ist mir egal ob diese Welt nicht echt ist, solange du nur bei mir bist.“ Mein Herz machte einen Sprung als seine Lippen einen sanften Kuss auf meine setzten. „Du bist bescheuert Hidan. Du bringst dich für so einen Mist in Gefahr. Uns beide.“ murmelte ich leise. „Ich mag wie du das hier als „Uns“ bezeichnest.“ Erneut drückte er einen Kuss auf meine Lippen, diesmal leidenschaftlicher und langatmiger. „Du musst hier weg.“ meinte ich bestimmt und drückte meine Hände gegen seine Brust. „Noch vor ein paar Tagen meintest du du willst mit mir zusammen sein. Und jetzt soll ich weg?“ Er ließ mich los und ging ein paar Schritte zurück. „Du bist ein echter Dämon Tenshi.“ lachte er. Meine Hände ballten sich zu Fäusten und ich hielt mich zurück um nicht zu schreien. „Ich WILL mit dir zusammen sein. Aber hier in Konoha geht das nicht. Wir würden sterben. Beziehungsweise ich würde sterben.“ Trotz der Dunkelheit konnte ich das Glitzern in seinen Augen ausmachen und wie eine Raubkatze schlich er näher. „Dann fliehen wir. Zusammen in den Wald und bauen uns eine Hütte. Oder einfach eine Höhle.“ Seine Arme schlossen sich wieder um meine Hüfte und drückten mich an Hidan heran. „Ich will unsere Kinder in keiner Höhle großziehen!“ protestierte ich und schlug mir dann die Hand vor den Mund. Ich hatte von Kindern gesprochen! „Dann also doch die Hütte. Aber ich hab auf dem Weg eine alte verlassene Villa gefunden. Mit ein wenig Arbeit...“ murmelte er, brach dann aber ab und lauschte. „Ich muss jetzt gehen. Ich werd in ein paar Tagen vielleicht wieder kommen und dich holen.“ Er gab mir einen Kuss auf die Wange und schwang dann aus dem Fenster. Vollkommen verwirrt aber glücklich legte ich mich in mein Bett´, und sank fast sofort in einen tiefen Schlaf.

    „Und Tenshi, ist gestern noch irgendetwas Spannendes passiert?“ fragte Kakashi als ich ihm am Morgen auf dem Trainingsplatz begegnete. Mein Körper spannte sich fast automatisch an. Wusste er etwa etwas? Das konnte doch nicht sein! Kaum war irgendwas passiert erfährt er es sofort! „Nö, nichts. Nachdem ich meine Wohnung eingerichtet hab, war ich einfach zu müde um noch was zu machen.“ Ich lächelte ihn unschuldig an und warf gezielt ein paar Shuriken auf ein entferntes Ziel. Ich traf perfekt. „Du scheinst mir ziemlich froh zu sein Tenshi.“ hakte Kakashi weiter nach und sah mich prüfend an. „Ich bin wieder zurück in Konoha, habe eine tolle neue Wohnung und sehe alle meine Freunde wieder. Warum sollte ich nicht froh sein?“ Mit ein paar Fingerzeichen holte ich die Sterne zu mir zurück und warf erneut. „Hidan von Akatsuki wurde in der Gegend gesichtet.“ Die Wurfsterne fielen mir aus der Hand und ich erstarrte. „Wann? Wo?“ fragte ich beklemmt und hob die Shuriken wieder auf. „Gestern. In den Wäldern vor Konoha.“ Er trat einen Schritt näher an mich ran und legte mir väterlich eine Hand auf die Schulter. „Tenshi, du tätest nicht gut daran Konoha zu hintergehen.“ Ich richtete mich zu meiner vollen Größe auf und schlug seine Hand fort. „Ich weiß nicht was du meinst. Ich habe nichts mehr mit Akatsuki am Hut. Ich gehöre zu Konoha, und das weißt du.“ Ein Seufzen seinerseits war zu hören und er trat zurück. „Tenshi, die Umstände deines Auftauchens damals waren ziemlich seltsam. Du kamst aus dem Nichts. Tsunade hatte alle Dörfer und Siedlungen nach dir gefragt. Nichts. Es war als wärst du nicht aus dieser Welt. Und kurz nach deinem Auftauchen wurdest du von Akatsuki mitgenommen. Das ist kein Zufall mehr Tenshi.“ Meine Hand krallte sich um ein Kunai und ich begann zu zittern. Er glaubte mir nicht. Er hatte mir nie geglaubt. „Was weißt du schon. Ich habe Menschen getroffen die mich verstanden, die meine Gefühle teilten! Anders sein ist in jeder Welt ein Verbrechen! Ich habe mich verliebt und Pläne mit ihm gemacht! Ich habe ein LEBEN gefunden!“ rief ich und Tränen strömten mir über die Wangen. „Warum darf ich denn nicht wenigstens in dieser Welt glücklich sein?“ fragte ich und ließ alle Waffen aus meiner Hand fallen. Dann rannte ich fort. Fort von Kakashi, fort vom Trainingsplatz, fort von Kiba und allen anderen, fort von Konoha, fort von meiner „Heimat“. Erst als der Geschmack von Blut in meinem Mund auftauchte, stoppte ich auf einem Ast. Innerhalb weniger Stunden war wieder alles auf den Kopf gestellt worden. Ich hatte gehofft es würde anders als in meiner Welt werden- doch es war genau gleich. Ich versuchte meinen keuchenden, angestrengten Atem zu beruhigen, bemerkte jedoch wie ein unangenehmes Kribbeln in meinen Armen und Beinen hochkroch und mein Blick verschwamm. Dann wurde alles schwarz.

    „Du bist so ein dummes Mädchen Tenshi...“ hörte ich eine tiefe Stimme. Ich öffnete meine Augen, versuchte etwas auszumachen, sah jedoch nur eine schwach beleuchtete Decke. Ein leises Zucken ging durch meinen Körper als ich versuchte aufzustehen, und tatsächlich schaffte ich es, wenigstens meinen Oberkörper aufzurichten. „Jashin sei Dank, du bist aufgewacht!“ rief Hidan und mein Blick fiel auf ihn, wie er kniend neben mir saß. „Hidan? Was ist passiert?“ murmelte ich schwach und drückte mich noch stärker vom Boden ab, wurde jedoch von ihm zurück auf den Boden, in ein paar Kissen gedrückt. „Ich hab dich bewusstlos auf dem Waldboden gefunden. Du bist anscheinend von einem Baum gefallen, denn du hast ne ziemlich starke Kopfwunde und ein gebrochenes Bein. Es ist ein Wunder dass du nicht gestorben bist.“ Ich rümpfte kurz meine Nase und blinzelte verwirrt. „Ich... kann mich nicht daran erinnern. Mein Kopf ist bis auf ein paar Fetzen wie leer gefegt.“ Ich schloss erschöpft meine Augen und versuchte mich zu erinnern- Nichts. „Hidan, warum war ich nicht mehr im HQ?“ Ich kramte in meinem Kopf nach einer Erklärung, doch fand einfach nichts. „Du kannst dich selbst daran nicht mehr erinnern?“ Seine Stimme klang geschockt und ein Gedanke schoss durch meinen Kopf. „Oh Gott Hidan! Es tut mir so Leid was ich zu dir gesagt habe! Ich möchte immer noch mit dir befreundet sein! Du bist wie ein Bruder für mich und ich will dich nicht verlieren!“ Meine Brust schnürte sich zusammen beim Gedanken, dass ich ihn verlieren könnte. Er war die Familie die ich nie hatte. „B-befreundet sein?“ Er stotterte vor Entsetzen, und ich spürte seinen Blick auf mir ruhen. „Tenshi, wir lieben uns und wir sind zusammen.“ Wie wild fing ich an zu lachen, bis ein stechender Schmerz in meinem Kopf mich stoppte. „Der war gut Hidan! Wir und zusammen! Man Hidan, wir sind wie Geschwister, ich könnte dich niemals lieben!“ lachte ich nun sanfter und öffnete meine Augen um ihn anzusehen. Jede Farbe war aus seinem Gesicht gewichen und er sah aus wie ein Geist. „Du kannst dich nicht mehr daran erinnern? An uns? Dein Geständnis? Dass du aus einer anderen Welt kommst?“ Ich runzelte verwirrt meine Stirn und setzte mich eneut auf. „Aus einer anderen Welt? Hidan, geht es dir gut? Wahrscheinlich redest du im Fieberwahn. Ich komme nicht aus einer anderen Welt, ich liebe dich nicht und wir sind nur Freunde. Hidan, wir sollten zurück ins HQ gehen. Du trägst mich einfach, dann wird es schon gehen.“ murmelte ich und richtete mich weiter auf. „Vielleicht... können die anderen helfen.“ flüsterte er und hob mich auf seinen Rücken.

    „Du sagst sie kann sich an nichts mehr erinnern außer an Akatsuki?“ hörte ich Konan Hidan fragen und verdrehte die Augen. „Ich sitze hier im selben Raum!“ rief ich. „Oh, äh ja. Tenshi, ich werde jetzt erstmal deine äußeren Wunden heilen und dann versuche ich etwas gegen deinen Gedächtnisschwund zu finden, ok?“ Ich nickte nur als Zustimmung und wenige Augenblicke später ging ich vollkommen gesund aus dem Raum. Abgesehen von meinen Gedächtnis halt. „Ich bring dich in unser Zimmer.“ murmelte Hidan niedergeschlagen und ging vor mir die Gänge entlang. Als ich die Zimmertür öffnete schlug uns gähnende Leere von Menschen entgegen. „Wo ist Kakuzu?“ fragte ich verwirrt und betrat das Zimmer. „Der hat eine Mission und wird nicht vor nächste Woche zurück sein.“ Ich nickte und legte mich dann in mein Bett. Ich war fast sofort eingeschlafen und ruhte auch ziemlich gut, bis ich mitten in der Nacht wach wurde. Ich merkte wie Hidan neben meinem Bett stand und mich beobachtete und ich zog mir die Decke bis ans Kinn. „Hidan, was ist los?“ fragte ich gähnend und bemerkte wie er immer näher kam, bis er schließlich in mein Bett kroch. „Hidan?“ fragte ich erneut, nun leicht panisch und wich zurück, bis mein Rücken die Wand traf. „Ich will dass du dich erinnerst.“ murmelte er und presste seine Lippen auf meine. Mit aller Gewalt versuchte ich ihn wegzudrücken, doch Hidan war immerhin einen Kopf größer als ich und auch wesentlich muskulöser, und so war ich nach ein paar Minuten unter ihm gefangen. Seine Hände schoben sich unter meine Unterwäsche und mit einem leisen Ratschen verschwand die Wärme und eine sanfte Brise strich über meinen nackten Körper. „Hidan, bitte hör auf. Mach nichts was du bereuen wirst. Bitte!“ flehte ich unter ihm, doch er blieb stumm und ließ stattdessen seine Hände weiter über meinen Körper wandern...

    Keuchend brach er auf mir zusammen. Seine Augen glänzten voller Wärme und doch... hatte mein Körper nur reagiert. Ich rollte mich zu einem Ball zusammen und zog die Decke über meinen schweißnassen Körper. Ich spürte wie Hidan neben mich kroch, doch mit einem hasserfüllten Blick stieß ich ihn vom Bett. „Ich hab dir vertraut.“ flüsterte ich mit Tränen in den Augen und schloss sie.

    Mit Schmerzen im gesamten Körper wachte ich auf. Ich hatte sehnlichst gehofft, dass gestern Nacht nur ein Albtraum war, doch mein nackter Körper unter meiner Decke zerstörte meine Hoffnung. Mit zitternden Beinen stand ich auf und verkroch mich ins Badezimmer. Ich fühlte mich schmutzig, benutzt und das von dem Mann, den ich als meinen großen Bruder sah. Das kalte Wasser strömte über meinen Körper und doch konnte es die Schande nicht von mir waschen. Warum hatte er das getan? Ich sollte mich „erinnern“. Doch woran? Woran sollte ich mich erinnern? Tränen begannen erneut in meinen Augen hochzusteigen und nur mit Mühe konnte ich verhindern, dass ich laut losschrie. Erst nachdem ein unendlich genervter Kakuzu fast die Tür eingeschlagen hätte konnte ich mich aufrappeln das Badezimmer zu verlassen. Doch ich bewegte mich nicht aus dem Zimmer. Ich saß nur da, den Rücken gegen die Wand gelehnt, ohne Hunger, Schmerzen oder Gefühle. Nein. Äußerlich schien ich emotionslos. Doch innerlich tobte ein Sturm an Emotionen, von denen ich die meisten nicht einmal kannte. Ich hätte tagelang so da gesessen, hätte nicht Konan irgendwann am Abend an die Tür geklopft. „Tenshi? Alles in Ordnung, ich hab dich den ganzen Tag nicht gesehen.“ sagte sie und streckte ihren Kopf durch einen Türspalt. „Tenshi? Was ist denn los?“ fragte sie und schloss die Tür hinter sich. „Nichts. Alles in Ordnung.“ log ich und versuchte zu lächeln, stattdessen schossen Tränen in meine Augen. „Tenshi.“ flüsterte sie beruhigend und begann mir übers Haar zu streicheln. „Hidan, er...“ schluchzte ich und hatte Mühe zu atmen. „Was ist mit ihm?“ „Er hat mich vergewaltigt!“ rief ich und drückte mein Gesicht in mein Kissen. „Er hat dich... vergewaltigt?“ hakte sie noch einmal nach, dann drückte sie mich an sich. „Ach Tenshi du... musst verstehen.“ Mit verschwommenen Blick sah ich zu ihr hoch. „Verstehen? Was soll ich daran verstehen? Ich habe ihm vertraut!“ „Tenshi. Als wir dich damals mit 16 zu uns geholt haben, hat sich Hidan fast sofort in dich verliebt. Er wusste dass das falsch war, da du noch ein halbes Kind warst, aber seine Gefühle hatten sich in all den Jahren nicht verändert. Er wollte dich für sich und deshalb hat er die anderen Jungs auch von dir ferngehalten und dann nach 4 Jahren hast du endlich seine Liebe erwidert. Er war so überglücklich, auch wenn du in Konoha bleiben musstest, und er hat sich so unglaublich verändert. Dank dir. Und dann hattest du diesen Unfall und konntest dich an nichts erinnern. Nicht an eure Liebe, nicht an Konoha, nicht an deine eigene Welt. Er hat 4 Jahre auf dich gewartet und als er dich endlich hatte verlor er dich schlagartig wieder. Wir haben diskutiert was wir tun könnten damit du dich erinnerst, und mir kam die Idee, dass wir etwas Radikales tun müssten um deinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Aber Hidan hat das anscheinend falsch verstanden.“ erklärte sie mir, hörte jedoch nicht auf über meinen Kopf zu streicheln. „Ich werde mit Hidan reden und ihm erklären dass das was er getan hat falsch war. Aber du musst ihn auch verstehen. Ja?“ flüsterte sie bedrückt und drückte noch einmal meine Hand bevor Konan aus dem Zimmer verschwand. Mit einem weiteren Schluchzen zog ich mir die Decke über den Kopf.

    Mit wackeligen Knien stakste ich den Gang entlang. Mein Körper bettelte geradezu nach Nahrung und ich wusste dass ich es nicht mehr lange ohne Essen aushalten würde. Ich stützte mich gerade an einer Wand ab, als ich auf einmal eine laute Stimme durch die Gängen hallen hörte. „WAS HAST DU DIR DABEI GEDACHT? DU HAST SIE VERGEWALTIGT! VERGEWALTIGT! HAST DU AUCH NUR DIE LEISESTE AHNUNG WAS DU IHR ANGETAN HAST?“ Es war eindeutig Konans Stimme. „Du verstehst das nicht. Ich LIEBE sie. Ich will Kinder mit ihr, mit ihr alt werden. Wie würdest du reagieren wenn dich Pain plötzlich nur wie eine gute Freundin behandelt? Ich konnte nicht mehr warten!“ rief Hidan verzweifelt und das Knallen einer Faust gegen die Wand war zu hören. „Hidan.“ „Es ist mir egal was du mir sagst, aber ich möchte einfach dass sie sich ERINNERT.“ jaulte Hidan und die Tür öffnete sich. Auge in Auge mit Hidan war ich wie versteinert. Mein Körper gehorchte keinem meiner Befehle, stattdessen machte sich ein warmes Kribbeln in meinem Körper breit. Außer in meinem Herzen. Mein Herz blieb kalt und starr vor Angst. „Tenshi... Es tut mir leid.“ flüsterte er mit Tränen die über seine Wangen liefen. Alles in mir schrie nach ihm, wollte ihn umarmen, ihn trösten, ihm sagen dass alles wieder gut werden würde- Doch das würde es nie werden. Ich würde nie vergessen können was er mir angetan hat. „Tenshi, ich... verstehe...“ flüsterte er stockend und drückte sich dann an mir vorbei, nur um nach draußen in den peitschenden Regen. Tränen liefen meine eigenen Wangen herunter und nur verschwommen sah ich, wie Konan mich geschockt ansah. „Tenshi, hast du... das alles gehört?“ fragte sie stockend und schwerfällig nickte ich. „Ich verstehe das nicht!“ schrie ich auf und konnte mich nicht mehr halten. Mit weiteren Schluchzern fiel ich auf den Boden als Konan panisch auf mich zukam. „Warum kann ich mich nicht mehr erinnern! Warum bleibt mein Herz so kalt wenn ich ihn sehe! ICH HABE IHN GELIEBT!“ schrie ich, sodass mich vermutlich jeder im HQ hören konnte. Ihre Hand strich zitternd über mein Haar, doch ihre Beruhigung reichte nicht mehr. Nichts reichte mehr. Laute, widerhallende Schritte ertönen und kurz darauf trat Pain in mein Sichtfeld. „Warum brüllst du hier so rum?“ fragte er monoton und meine Augen verengten sich zu Schlitzen. „Du bist schuld...“ murmelte ich extrem leiser als Pain mich am Kragen packte und gegen die Wand drückte. „Pain!“ rief Konan entsetzt und zerrte an seinem Ärmel, doch mit einer einzigen Handbewegung lag sie am Boden. „Was hast du gesagt?“ Seine Stimme war immer noch emotionslos, doch eine unangenehme Aura umgab ihn. Aber das war mir egal. “Du bist schuld! Hättest du mich nicht zu Akatsuki geholt hätte ich ihn nie getroffen und all das wäre nicht passiert!“ schrie ich ihn an und stieß danach einen hochgepitschten Schrei aus, sodass er sich vor Schmerzen krümmend auf den Boden knien musste. „Ich werde zurück gehen. In MEINE Welt.“ sagte ich kalt und wandte mich dann nach draußen. Shadow, der nach meiner Flucht aus Konoha nicht mehr aufzufinden war, kam mir aufgeregt entgegen gerannt. „Shadow mein Liebling...“ schluchzte ich und strich ihm über das klitschnasse, schwarze Fell. Der Regen begann meine Kleider zu durchnässen, doch das war vollkommen egal. Alles war egal. „Bring uns zu dem Brunnen aus dem wir gekommen sind.“ flüsterte ich ihm zu und mit einem leisen Jaulen schnupperte er und lief voraus. Wir schienen ewig zu laufen, doch schließlich, als die Sonne wieder begann zu scheinen, waren wir auf der hübschen Blumenwiese auf der wir damals aufgewacht sind. Der Brunnen, die exakte Kopie der aus meiner Welt, stand immer noch, zwar verwittert, aber er stand. Mit zitternden Knien ließ ich meine Beine in die scheinbar unendliche Tiefe baumeln. Ich hoffte einfach dass meine Erinnerung wiederkäme sobald ich meine Welt betrat. „Kein Zurück mehr...“ flüsterte ich, nahm Shadow auf den Arm und sprang.

    „Wann wird sie nur wieder aufwachen?“ flüsterte jemand direkt neben mir und verschlafen öffnete ich die Augen, nur um gegen ein grelles weißes Licht anzublinzeln. „Schnell! Holen sie einen Doktor, sie ist aufgewacht!“ rief eine unbekannte weibliche Stimme und eine zitternde Hand fuhr mir durchs Haar. „Schatz, du bist endlich aufgewacht.“ schluchzte die Frau neben mir und als ich in ihre mir bekannten, gütigen braunen Augen schaute, fiel mir alles wieder ein. Wie ich mit Shadow spazieren ging und in den Brunnen sprang. Wie ich in Narutos Welt aufwachte und in Konoha aufgenommen wurde. Wie ich zu Akatsuki kam, nur um mich in Hidan zu verlieben. Wie ich nach Konoha zurück musste und mit Hidan zusammenkam. Wie ich mein Gedächtnis verlor und alles bergab ging. „Liebling.“ flüsterte die Frau neben mir wieder und Tränen rannen ihre Wangen herunter. „Mama?“ fragte ich müde und sah wie sich ihr Gesicht aufhellte. „Du erinnerst dich!“ rief sie und legte ihre Stirn auf meine. „Was ist passiert Mama?“ „Du warst im Koma. Etwas mehr als 4 Monate. Du bist damals nicht mit Shadow nach Hause gekommen und da sind wir dich suchen gegangen. Irgendwann haben wir dich schließlich mit Shadow in einem alten verwitterten Brunnen gefunden, bewusstlos. Die Ärzte meinten es wäre ein Wunder wenn du wieder aufwachen würdest, oder selbst wenn, dass du dich an nichts erinnern könntest.“ schluchzte sie als ein sehr junger Arzt ins Zimmer stürmte. Ich hatte ihn noch nie gesehen, doch die Art wie er sich bewegte, wie er sprach kam mir bekannt vor. „Wenn sie da mal nicht einen Schutzengel hatten.“ meinte er lächelnd und begann Untersuchungen durchzuführen. Ein Lichtstrahl in mein Auge da, ein Abklopfen meiner Brust hier, ein Schlag auf meine Knie überall. „Seltsam...Sie scheinen vollkommen gesund.“ murmelte er und drückte an meinem Kopf herum. „Tut das weh?“ Schmerzfrei schüttelte ich den Kopf. „Das hier?“ Er drückte an einer anderen Stelle auf, wenn auch etwas doller.“ „Nein.“ „Das ist wirklich seltsam.“ flüsterte er und sah verwirrt auf das Klemmbrett vor sich herunter. „Herr Doktor was ist seltsam?“ fragte ich leise und sah, wie seine Augen zu mir hochschossen. „Nun, äußerlich sind sie vollkommen gesund, innerlich haben sie auch keine Verletzung. Ihr Gehirn funktioniert einwandfrei. Also nichts was ihr Koma hätte verursachen können. Es ist fast als wollte ihr Körper nicht dass sie aufwachen. So als hätten sie geschlafen und hätten nicht im Koma gelegen.“ meinte er und sah dann zu meiner Mutter herüber. „Da ihr nichts fehlt können sie sie wieder mitnehmen, aber eine Nacht würde ich sie gerne noch zur Beobachtung hierbehalten.“ murmelte er und verließ dann mit der Schwester das Zimmer. „Mama... es tut mir leid.“ flüsterte ich und schloss erschöpft meine Augen. „Es ist okay Schatz. Es ist nicht deine Schuld. Und sobald du wieder draußen bist feiern wir deinen 17. Geburtstag nach, in Ordnung?“ fragte sie mit purem Glück in der Stimme. Tränen schossen in meine Augen als ich wirklich realisierte was nun war. Ich war nie in Narutos Welt, ich hatte allles nur ersponnen. Ich war immer noch ein Teenager und keine 20-jährige Frau. Ich hörte wie sie ein leises Seufzen ausstieß, dann fuhr ihre Hand wieder über meine Stirn. „Ich weiß, es ist taktlos von mir wo du gerade wieder aufgewacht bist, aber ich hab noch einen Termin Liebling.“ Mit aller Anstrengung schaffte ich es meine Lippen zu einem Lächeln zu verziehen. „Das ist okay Mama. Geh ruhig. Ich bin schließlich in sicheren Händen:“ murmelte ich und öffnete meine Augen, nur um in ihr strahlendes Gesicht zu blicken. „Sicher?“ hakte sie besorgt nach und wischte mir die Tränen von den Augen. Etwas wackelig nickte ich. „Ich komme gleich morgen früh wieder und hole dich nach Hause.“
    Mit einem leisen Schluchzen schreckte ich vom Schlaf auf. Der Mond schien direkt in mein Zimmer und tauchte alles in ein leicht bläuliches Licht. Ein stechender Schmerz durchzog mein Herz als ich zurück dachte. Hidan und ich saßen oft auf einem Berg und haben den Mond betrachtet. Tränen traten mir erneut in die Augen und mit einem Wimmern betrachtete ich die große leuchtende Scheibe. „Wir haben ihn oft gemeinsam angeschaut, nicht?“ ertönte eine männliche Stimme aus dem Schatten und nur mit Mühe konnte ich meinen Arzt erkennen der langsam näher trat. „Was meinen sie?“ fragte ich verwirrt, sah jedoch nur das traurige Lächeln auf seinem Gesicht. „Es tut mir wirklich leid Tenshi.“ flüsterte er und für einen kurzen Moment flackerte vor meinem inneren Auge Hidans Gesicht über seinem auf. Doch das war unmöglich. „Ich heiße nicht Tenshi:“ meinte ich, die Beunruhigung in mir wachsend. „Nicht in dieser Welt. Aber in meiner.“ Ich beschloss es zu wagen. Es konnte schließlich nur zu einer weiteren Enttäuschung führen, nicht? „Hidan?“ fragte ich zögerlich als ein Lächeln sich auf seinem Gesicht breit machte. „Ich bin dir hinterher gesprungen. Als ich aufwachte steckte ich in diesem Körper.“ „Das... kann nicht sein. Ich muss noch träumen. Ich hab mir das alles nur eingebildet. Ich war im Koma.“ flüsterte ich zu mir selbst, aber eine Gänsehaut ging über meinen Körper als er eine Hand an meinem Arm entlang fahren ließ. „Glaubst du an Gott Tenshi?“ fragte er flüsternd und setzte sich neben mich aufs Bett. „Ich denke dass da etwas da ist. Aber ich weiß nicht ob es ein Gott ist.“ flüsterte ich als Antwort und ließ es zu als er meinen Kopf auf seine Brust zog. „Glaubst du daran dass jeder Mensch eine Seele hat?“ Ich lauschte seinem stetigen Herzschlag der dennoch immer schneller zu werden schien. „Ja.“ flüsterte ich und atmete seinen mir vertrauten Duft ein. „Ich denke dass deine Seele den Körper dieser Welt verlassen hat und in den Körper meiner Welt gefahren ist. So liegen unsere beiden Körper meiner Welt gemeinsam im Brunnen und warten auf unsere Rückkehr.“ flüsterte er und ließ eine Hand meinen Rücken entlang streichen. „Und du meinst jeder aus meiner Welt hat einen Körper in deiner?“ „Vielleicht nicht alle. Aber viele. Und andere haben vielleicht auch noch einen Körper in einer anderen Welt.“ „Das ist ein schöner Gedanke.“ flüsterte ich, daran denkend dass man nach seinem Tod vielleicht einfach in einen anderen seiner Körper schlüpft und in einer anderen Welt weiterlebt. „Kannst du mir verzeihen Tenshi?“ flüsterte er und etwas Nasses tropfte auf meine Wange. „Ich denke ich war dir nie wirklich böse. Aber ich war.... verwirrt.“ „Es tut mir so unendlich leid... Aber ich hatte dich endlich bei mir und sofort hab ich dich wieder verloren. Es war als hätte man mir das Leben geschenkt nur um es mir sofort wieder zu nehmen.“ Ich strich behutsam meine Hand über seine Brust. „Hidan... Wie wird es nun in dieser Welt? Schließlich bin ich jetzt wieder halb Kind und du bist über 20 und-“ „Wir fangen einfach wieder von vorne an. Nur ohne das einander verlieren und anlügen.“ Zustimmend nickte ich. In seiner Welt hatten wir es auch geschafft, auch wenn die Standards dort anders waren. „Ich glaub meine Mutter fällt in Ohnmacht.“ flüsterte ich belustigt und er stieß ein leises tiefes Lachen aus. „Sie meinte schon, dass sie es toll fände wenn wir zusammen kommen.“ kicherte er und drückte mich noch enger an seine Brust. „Ich liebe dich Tenshi.“ flüsterte er und sah zum Mond hoch. „Ich liebe dich auch Hidan.“ Mein Blick wanderte zum Nachthimmel der sich, ganz in der Ferne, bereits rosa färbte. Ein neuer Tag brach an.

Kommentare (9)

autorenew

otaku_girl ( von: otaku_girl)
vor 176 Tagen
Die Geschichte ist lustig und wunderschön zugleich. :3
magical unicorn (93331)
vor 485 Tagen
wunderschön! Du schreibst wunderschön! Spannung pur!
Nienna (43087)
vor 489 Tagen
@Elbenzopf, tut mir leid aber was ist das den für ein NameXDXDXDXD
Theres Lestrange (90659)
vor 510 Tagen
Das war echt die beste Story die ich gelesen habe du musst unbedingt mehr solcher oder auch andere Geschichten schreiben
LG.Theres Lestrange
Yuko (67771)
vor 513 Tagen
Wunderschöne Geschichte *heul*du musst mehr solcher
Geschichten machen!
Blutschweif (81260)
vor 518 Tagen
Ich lese die Geschichte jetzt schon zum zweiten mal und finde sie immer noch toll👍🏻
Schreibe noch andere Geschichten pls 🙏🏻👏🏻
Coco1. 0 (59333)
vor 520 Tagen
Eine
wunderschöne story ❗❤
Elbenzopf (31852)
vor 537 Tagen
Eine tolle Geschichte ^^
Ich finde den Gedanken, nach dem Tod in einer
anderen Welt weiterzuleben echt schön ♥♥♥
lisa (78501)
vor 542 Tagen
Die ist wunderschön.♥