Über alle Grenzen hinweg (Eine Eyeless Jack Lovestory) Kapitel 3

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
1 Kapitel - 2.220 Wörter - Erstellt von: Muse of Moonlight - Aktualisiert am: 2016-01-26 - Entwickelt am: - 607 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Es ist seltsam wie nur eine einzige, simple Begegnung dein ganzes Leben ändert. Unbegründetes Interesse an dir...

    1
    KAPITEL 3

    „Du WILLST mich kennenlernen. Du kennst mich noch nicht. Deshalb willst du mich nicht kennenlernen. Du kennst nur die Geschichten die andere über mich erzählen. Du hast doch selbst gesagt, dass du mich interessant findest.“

    Stöhnend schreckte ich auf als etwas meine Wange berührte. Eine menschliche Gestalt zuckte zurück und verschwand in die finsterste Ecke meines Zimmers und panisch blickte ich umher auf der Suche nach einer Waffe. Ich schnappte mir das schwerste Buch das ich finden konnte und warf es nach dem Eindringling, der es geschickt auffing und auf meinen Schreibtisch legte. „Ich bin ausgezeichnet in Kissenkämpfen also bleib ja weg!“ rief ich, krallte meine Finger in mein Kissen und sprang auf. Ein leises, tiefes Lachen kam aus Richtung der Gestalt und allein daran konnte ich ausmachen, dass der Eindringling männlich war. „Pech für dich. Ich bin MEISTER in Kissenkämpfen.“ Er kam näher, seine Schritte kaum hörbar auf meinem sonst so knarrenden Dielenboden. Er trat ins sanfte Mondlicht das durchs Fenster fiel und erst jetzt konnte ich einige Details ausmachen. Er schien riesig, überragte mich um gut einen Kopf und hatte extrem breite Schultern. Die Kapuze seines dunkelgrauen Hoodies war tief in sein Gesicht gezogen und seine Hände ruhten in den Taschen seiner schwarzen Hose. Eines war mir bei seinen wenigen Worten jedoch aufgefallen- Es war genau die gleiche Stimme, die mich angerufen hatte. „Okay, hör mal, ich meinte es nicht so als du angerufen hast. Ich hab vorher einen Horrorfilm geschaut und-“ „Ich weiß.“ Meine Augen weiteten sich und ängstlich wich ich ein Stück zurück. „Ich habe dich beobachtet. Ich habe dich schon seit ein paar Tagen beobachtet.“ Er trat noch ein paar Schritte näher und gleichzeitig wich ich zurück, bis die Bettkante in meine Kniekehle stieß und ich aufs Bett fiel. „Bitte. Ich tu alles was du willst, nur töte mich nicht. Bitte!“ rief ich und wischte die Tränen die mir in die Augen getreten waren weg. „Ich töte doch nicht absichtlich. DU weißt wie ich töte. Genau wie viele tausende andere auch.“ Er stand nun direkt vor mir und lehnte sich über mich, sodass ich endlich sein Gesicht erkennen konnte. Sollte. Statt einem Gesicht war eine blaue Maske zu sehen, und eine schwarze Flüssigkeit lief aus den Augenhöhlen. „Eyeless... Jack?“ flüsterte ich fassungslos, fragte mich innerlich aber, ob er nur ein absolut fanatischer Fan und Cosplayer war. „Die meisten wissen in dieser Situation nur noch, DASS sie mich kennen, aber können meinen Namen nicht nennen.“ flüsterte er zurück. „Bist du... der Echte?“ stotterte ich zitternd, doch er lachte nur und richtete sich auf. „Ich denke es gibt niemanden der sich freiwillig die Augen aussticht nur um seinem Idol näher zu sein.“ meinte er mit bitterer Stimme und stellte sich ans Fenster, den Rücken zu mir. „Du... willst meine Niere, richtig? I-Ich möchte sie gern behalten.“ murmelte ich und fuhr mit den Fingern unter mein T-Shirt, auf der Suche nach zusammengenähten Wunden. „Ich werde deine Nieren nicht stehlen.“ antwortete er seufzend und drehte sich dann zu mir um. „Auch wenn dein Geruch unerträglich gut ist.“ Seine Worte ließen mich rot anlaufen und unauffällig schnupperte ich an meinen Haaren. Sie rochen nur nach meinem Kokosnuss-Shampoo. „Nicht der künstliche Geruch. DEIN Geruch. Dein Geruch nach Mensch.“ lachte Jack und schlenderte wieder näher. Sein Umherwandern machte mich geradezu ruhelos und nervös tapste ich mit meinen Füßen auf den Boden. „Es ist lange her seitdem ich mich mit einem Menschen unterhalten konnte ohne dass er ohnmächtig wird oder mich angreift.“ gestand her, doch seine Worte verwirrten mich immer mehr. Warum sagte er die ganze Zeit Mensch? Nach dem was ich bisher gelesen hab, war er ein ganz normaler Mensch. Oder nicht? Ich öffnete meinen Mund um ihn danach zu fragen, doch er kam mir zuvor. „Nein. Das ist ein Fehler den Viele machen.“ „Und was... bist du dann?“ Jack richtete sich schlagartig auf und sein Körper wirkte auf einmal vollkommen verkrampft. „Willst du das wirklich wissen? Es gibt dann kein Zurück mehr für dich.“ Bestimmt nickte ich. Er war meine Lieblings CP und wann hatte man schon mal die Gelegenheit alles über ihn zu erfahren ohne nachher getötet zu werden? „Ein Dämon. Ein eiskalter, gefühlsloser, nach Instinkt handelnder Dämon.“ Er trat ein paar Schritte auf mich zu und unwillkürlich rutschte ich auf meinem Bett ein Stück nach hinten. „Du hast Angst.“ bemerkte er als er direkt ans Bett trat und auf mich herunter sah. „Nein...“ flüsterte ich, doch ich wusste, dass Jack Recht hatte. Dämonen waren nach meiner Sicht nicht dazu geschaffen einen Menschen zu verschonen. „Ich kann deine Angst riechen. Mein Instinkt sagt mir, ich sollte dich einfach töten. Dich abschlachten wie alle anderen auch. Dein Blut vergießen und mich daran laben.“ Mittlerweile zitterte ich unkontrollierbar. Seine Ausstrahlung hatte sich verändert, gemeinsam mit seinem Ausdruck. Er wirkte nicht mehr kontrolliert und ungefährlich. Er wirkte wie ein Raubtier, kurz davor seine Beute zu verschlingen. „Aber mein Kopf sagt etwas anderes.“ Er ballte seine Hände zu Fäusten, als würde er in sich drin mit sich selber kämpfen, doch dann seufzte er nur und ging zu meiner Zimmertür. „Ich gehe. Vielleicht komm ich morgen Nacht wieder. Wer weiß.“ Er öffnete die Tür und ging hindurch. „Warte!“ rief ich und sprang auf. Jack stoppte, sah zu mir und seufzte dann. „Warum ich?“ Er zuckte mit den Schultern und verschwand dann in der Dunkelheit des Flurs. Verwirrt schloss ich die Tür und setzte mich auf mein Bett. „Das ist ein Traum. Ein verrückter Traum. Wenn ich mich jetzt schlafen lege und morgen aufwache, ist alles nie geschehen.“ murmelte ich zu mir selbst und kuschelte mich unter meine Decke. Mein Blick haftete an der Tür bis Müdigkeit Überhand nahm und mich die Schwärze des Schlafes empfing.

    Gähnend streckte ich meine Arme zur Seite und richtete mich auf. Ich rieb meine Augen, wischte eine verirrte Haarsträhne aus meinem Gesicht und stand dann etwas schwerfällig auf. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es bereits nach 1 Uhr Mittag war. „Ich hab so lang geschlafen?“ gähnte ich und stapfte aus dem Zimmer. Der Flur war kälter als mein Zimmer und Gänsehaut bildete sich auf meiner Haut. So schnell ich konnte lief ich in die Küche, machte mir eine Schüssel Cornflakes und hastete dann ins Wohnzimmer, wo ich den Fernseher einschaltete. Es war ein bekannter Newssender, doch es hat mich noch nie wirklich interessiert was tausende Kilometer entfernt stattfand, weshalb ich schon erneut nach der Fernbedienung griff um umzuschalten. Doch dann kam ein neuer Fall auf und der Löffel fiel mir aus der Hand. „Es sind nun schon 9 Opfer in den letzten 2 Wochen aufgetaucht. Der nun als „Nierendieb“ bezeichnete Täter stahl jedem Opfer mindestens eine Niere, bevor er das Opfer wieder sorgfältig zunähte und verschwand. Was mit den gestohlenen Organen geschieht ist noch unklar, es wird jedoch vermutet, dass sie auf Schmarzmärkten zum Verkauf angeboten werden. Ebenfalls unklar ist, nach welchem Muster der Täter handelt. Die Polizei ermittelt.“ Paralysiert schaltete ich den Fernseher aus. Nierendieb. Die Erinnerung an gestern Nacht drängte sich mir vor Augen und ich fühlte wie alles Blut aus meinem Gesicht wich. Es war kein Traum gewesen. Eyeless Jack existierte. Und er war hier. Hysterisch lief ich im Raum auf und ab.„Was soll ich jetzt nur tun? Soll ich die Polizei rufen? Aber dann wird er mich hassen und töten und es glaubt mir doch sowieso keiner! Er meinte, dass er heute Nacht wiederkommt. Und dann? Wird er mich heute töten? In ein paar Tagen? Was wenn er mich quält und schwerverletzt zurücklässt? Wenn er schlimmere Dinge tut als mich zu verletzen und zu töten? Verdammt warum hab ich nicht gestern schon darüber nachgedacht?“ Ich raufte meine Haare und sah dann zur großen Standuhr direkt neben dem Kamin. Es war eine halbe Stunde vergangen. Ich wusste nicht einmal wann er kommen würde. Würde er mich wecken wenn ich schlafen würde? Was wenn er mich doch nicht verschont? „Es bringt nichts. Ich werde... ihm vertrauen müssen.“ Es war solch eine Ironie, dass ich mein Vertrauen in einen dämonischen Mörder setzen musste. Ich beschloss mich abzulenken und entschied mich, einen Kuchen zu backen. Es würde den Gedanken an Jack nicht vollkommen aus meinem Kopf verdrängen können, doch es bot genug Ablenkung um nicht durchzudrehen. Ich ging in die Küche, nahm den dicken Rezepteordner meiner Mutter vom Regal und blätterte ein wenig darin. Schließlich fand ich das Rezept für einen Schokokäsekuchen. Ich dachte kurz an Marble Hornets, daran was die ganzen fanatischen Fangirls aus ihnen gemacht haben und schüttelte meinen Kopf. Es war wirklich schade. Vollkommen abwesend begann ich die Zutaten nach Rezept in eine Schüssel zu schütten und zu mischen. Doch als ich das Blech mit der Backform in den Ofen geschoben und den Wecker gestellt hatte, hieß es warten. Und das hieß, dass meine Gedanken wieder an Jack zurück wanderten. Was dachte ich mir eigentlich dabei, jemandem zu vertrauen, der eigentlich nicht existieren sollte? Nervös sah ich erneut auf die Uhr. Kurz nach 2 Uhr. Es würde ewig dauern bis ich endlich Antworten auf meine Fragen bekommen würde. Ich lief noch ein paar Mal in der Küche auf und ab, ließ jede meiner Möglichkeiten durch meinen Kopf gehen, doch dann stapfte ich resigniert zurück ins Wohnzimmer. Es brachte nichts. Mir war klar, dass ich, egal was ich tun würde, immer wieder an Jack denken würde. Warum also nicht gleich freiwillig? Ich legte mich auf die Couch, den Blick starr an die Decke gerichtet und versuchte mich an gestern Nacht zu erinnern. Ich konnte mich vor Angst nicht wirklich konzentrieren, doch nun, wo die Gefahr vorerst „gebannt“ war, war ich in der Lage mir einzelne Details ins Gedächtnis zu rufen. Er hatte eine so unglaublich kantige, breitschultrige und scheinbar muskulöse Statur, ein paar seiner mittelbraunen Haarsträhnen hatten unter seiner Kapuze hervor gelugt und sein Hals und seine Hände hatten eine unnatürliche, hellgraue Farbe gehabt. Adern hatten sich ganz eindeutig von seiner Haut abgehoben und wenn ich mich richtig erinnerte, konnte ich sie sogar pulsieren sehen. Seine Fingernägel glichen Krallen und seine Bewegungen waren eine seltsame Mischung aus elegant, verkrampft und stockend gewesen. Ich versuchte mir vorzustellen wie wohl sein Gesicht aussah, sein Gesicht war kantig, aber nicht zu eckig, seine Nase war markant, aber nicht zu groß und nicht zu klein und zwischen seinen Lippen schoben sich spitze Haizähne hervor. Ich stieß ein Seufzen aus als sein Bild vor meinen Augen fertig war. Er war ein Traummann. Okay, eher nicht. Er war MEIN Traummann. Schon immer hatte ich eine Art... Schwärmerei für Eyeless Jack gehabt, doch noch nie hat auch nur irgendein anderes männliches Wesen mich derart verzaubert. Gerade als mir auffiel was ich dachte, schlug ich mir mit der flachen Hand auf die Stirn. Er war ein verdammter Dämon! Ich durfte und SOLLTE mich nicht in ihn verlieben! Ich strich mir mit einem entnervten Seufzen eine Haarsträhne aus dem Gesicht und setzte mich auf. Was zur Hölle lief nur falsch mit mir? Meine Füße streiften den Fußboden nur ganz knapp, doch als ich das Klingeln des Weckers vernahm, sprang ich sofort auf. Ein wundervoller Geruch erfüllte die Küche als ich den Kuchen aus dem Ofen nahm und auf den Tisch stellte. Ich sog den Duft gierig ein, und für einen kurzen Moment wurde mir warm ums Herz. Entspannter als vorher löste ich den Kuchen aus der Form und stellte den Teller ans offene Fenster, dann rannte ich in mein Zimmer, schnappte mir meinen Laptop und ein Verbindungskabel und rannte zurück ins Wohnzimmer. Ich steckte das Kabel ein, suchte im Internet ein wenig nach einem Film und fand dann eine Komödie die ich a) noch nicht kannte und b) nach der Beschreibung höchst interessant fand. Die Zeit verging, der Film entlockte mir einige Lacher und ich war so vertieft in die Handlung, dass ich keinen Gedanken mehr an Jack „verschwendete“. Ich glaubte, dass die Uhr kurz vor 5 anzeigte, doch mein Bewusstsein schwand langsam dahin, die flackernden Bilder auf dem Bildschirm verschwammen langsam, bis ich in meine bunte Traumwelt eintauchte.

Kommentare Seite 0 von 0
Klicke hier um ein Kommentar zu schreiben - Wenn du Mitglied bei testedich bist logge dich bitte hier ein
Noch keine Kommentare.

Sie haben die Möglichkeit den Text zu gestalten.
((bold))Fett((ebold)) ((cur))Kursiv((ecur)) ((unli))Unterstrichen((eunli))
((big))groß((ebig)) ((small))klein((esmall))
((green))grün((egreen)) ((maroon))dunkelrot((emaroon)) ((olive))graugrün((eolive)) ((navy))marineblau((enavy)) ((purple))violett((epurple)) ((teal))teal((eteal)) ((gray))grau((egray)) ((red))rot((ered)) ((blue))blau((eblue)) ((fuchsia))fuchsia((efuchsia))
Bitte beachten Sie, dass Sie immer beide Codes, z.B. ((bold)) hier der Text der fett sein soll ((ebold)), gebrauchen, mit dazwischen den Text.