Eine Reise durch die Zeitalter Ea's (Teil 2)

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12 Kapitel - 4.182 Wörter - Erstellt von: Melauriel - Aktualisiert am: 2016-01-24 - Entwickelt am: - 816 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Begleitet die Dame Lotessë durch die Geschichte ihres Lebens und ihre Abenteuer in Aman und Mittelerde. Was ist ihr Schicksal und wird es sich erfüllen? Es ist Zeit unsere Hauptdarstellerin besser kennen zu lernen.

    1
    Der Weg der Gefährten:

    Frodo Beutlin wurde gemeinsam mit 8 Gefährten von Imladris ausgesandt um den Ring der Macht in den Feuern des Amon Amarth ( Schicksalsberg) zu zerstören und Saurons Macht zu brechen.
    Angeführt von Gandalf dem Grauen durchquerten die Gefährten Eregion sie wollten das Nebelgebirge über den Pass des Caradhras überqueren, doch der Berg bezwang sie. Und so wählten sie den unheilvollen Weg durch die alte und verlassene Zwergenmine Moria. Wo sie von Orks überfallen wurden und Gandalf bei dem Kampf mit einem Balrog von Morgoth in die Finsternis stürzte. Knapp konnten sie den grausamen Minen entfliehen. Aragorn der die Gemeinschaft nun führte, geleitete die hoffnungslosen Gefährten nach Loth Lorien, dem Reich Galadriels und Celeborns. Dort erholten sie sich von ihrem Leid und verließen den Goldenen Wald nur schwermütig.
    Zur gleichen Zeit überquerte Lotesse zusammen mit dem Noldor die Nebelberge. Tom Bombadil hatte ihr den Weg gewiesen und sie zu Thranduil geschickt.

    2
    "Ich denke das Gelände ist nun eben genug um wieder zu Pferd zu reisen, meine Königin." Maglor sah fragend zu Lotessë, sie nickte zögerlich:" Ihr habt recht mein Freund, lasst uns nun weiter reiten, denn viele Meilen liegen noch vor uns bis wir Thranduils schützende Hallen erreichen, und Eile ist uns geboten, die Stunde in der sich das Schicksal dieses Zeitalters entscheiden soll, rückt unaufhaltsam näher."
    Lotessë bemerkte wie sich Maglors Miene, bei der Erwähnung des Königs der Waldelben, verfinsterte. Sie verstand ihn, der Noldor und Thranduil waren sich nie wohlgesonnen gegenüber getreten. Nie hatte Orophers Sohn das Leid und Elend vergessen welches die Söhne Feanors über Doriath gebracht hatten und wie sie Dior im Wahn ihres Vaters Fluch erschlugen. So hatte Thranduil Maglor, als er auf der Suche nach Lotessë am Ende des Zweiten Zeitalters um seinen Beistand bitten wollte ohne ihn anzuhören dem Grün Wald verwiesen und ihm den Tod versprochen sollte er je wieder seine Grenzen überschreiten.
    Und auch Lotessë selbst ritt der Begegnung mit ihrem ehemaligen Schützling mit gemischten Gefühlen entgegen. Ihr Herz war erfüllt von Freude, doch gleichsam beunruhigte sie das baldige Zusammentreffen auch. Wie würde er reagieren, wenn sie nach all dieser Zeit vor ihn treten würde, nachdem sie sich ohne ein Wort des Abschiedes heimlich in der Nacht davon gemacht hatte um dem Wort ihres Vaters folge zu leisten. Duath hatte sie zu ihm zurück geschickt, bevor sie in Edhellond das Schiff betrat welches sie zu ihrem Ziel bringen sollte. Niemand der ihr nahe war sollte sie auf diese Hoffnungslose Fahrt begleiten.
    Lotessë trieb Duath weiter an, sie hatten bereits die Ausläufe des Hithaeglir erreicht in etwa einem Tag würden sie den alten Grün Wald erreichen.

    3
    Thranduil stand vor seinem Thron, er versuchte sich zur Ruhe zu zwingen, doch seit seine Wache ihm die Gäste angekündigt hatte, tobte in ihm ein Sturm an Gefühlen. Sie war zurück gekommen. Wie sollte er sich ihr gegenüber verhalten nachdem sie ihn vor all dieser Zeit verlassen hatte, ohne ein Wort oder eine Erklärung.
    Das hervortreten seiner Wache riss ihn aus seinen Gedanken und dann sah er sie, und all seine Unsicherheit und Zweifel verflogen bei ihrem Anblick. Es war ihm egal das sie in Begleitung Maglors dem verfluchen Noldor gekommen war, sie war zurück gekommen, zu ihm, nur das zählte.
    Der König trat vor und verneigte sich vor Lotessë.
    "Meine Königin, einst stürzte mein Herz in die Nacht, doch Eure Wiederkehr bringt den Morgen zurück."
    Lotessë lächelte, denn kein Vorwurf und keine versteckte Bitternis vernahm sie in seinen Worten.
    "Auch ich bin erfüllt von der Freude unseres Wiedersehens, Thranduil, doch ein Schatten liegt über dieser Zusammenkunft."
    Ihr lächeln verfinsterte sich:" Wir kommen mit Kunde von Herrn Elrond aus Bruchtal, der Ring Saurons ist gefunden worden, eine Gemeinschaft aus 9 Vertretern der freien Völker hat sich auf das gefährliche Wagnis begeben den Ring der Macht zu zerstören."
    Lotessë musterte ihren Freund.
    "Euer Sohn Legolas reist mit ihnen als Vertreter der Erstgeborenen."
    "Und wohin wird Euer Weg führen meine Königin? Seid Ihr nur als Überbringerin schlechter Nachrichten gekommen oder welche Gründe führen euch in meine Hallen?"
    Thranduils Stimme klang hart, er hatte es nicht beabsichtigt, doch die Nachricht über seinen Sohn und das sie dem Anschein nach nur als Botin zu ihm gekommen war schmerzten ihn.
    " Noch ist mir der Weg welcher vor mir liegt unklar und so will ich eine Weile in meiner alten Heimat weilen wenn Ihr es dulden wollt, Thranduil."
    " Die Tage werden froh sein, wenn Ihr in Eryn Galen verweilt meine Herrin, Ihr seid stets willkommen. Und auch Ihr Maglor sollt willkommen sein. Verzeiht meine harten Worte bei unserem letzten Zusammentreffen."
    Die folgenden Tage verbrachte Lotessë wenig Zeit mit Gedanken an die bevorstehende Aufgabe. Zu sehr genoss sie die Zeit in den Hallen Thranduils. Sie hatten sich ausgesprochen. Thranduil hatte ihr verziehen, er verstand warum sie gegangen war und warum sie nichts gesagt hatte, er wäre ihr gefolgt, auch wenn er wusste das es keine Aussicht gab zu überleben.
    Doch nicht lange währten die friedlichen Tage in Eryn Galen.
    Lotessë betrat nach einem ausführlichen Festmahl ihr Zimmer. Die Zeit schien hier still zu stehen, Thranduil hatte es nie verändert, alles war genauso wie damals als sie ihr einstiges Heim verlassen hatte. Doch heute gab es eine kleine Veränderung, auf dem runden Holztisch in der Mitte des Raumes, lag das goldene Blatt eines Malinorne, zwei Wörter waren dort zu lesen.
    "Mithrandir, Edoras"

    4
    Der Weg der Gefährten:

    Nachdem die Gemeinschaft unter der Führung Aragorns Lothlorien verlassen hatte, kam es an den Fällen des Rauros auf der Lichtung Parth Galen zu einem Orkangriff, welcher den Zerfall der Gemeinschaft nach sich zog.
    Frodo Beutlin entschied sich allein nach Mordor zu gehen, lediglich Samweis Gamdschie begleitete ihn. Merry und Pippin wurden von den Uruk-hai gefangen genommen, Boromir von Gondor starb bei dem Versuch dies zu verhindern. Aragorn, Gimli und Legolas beschlossen, die Uruk-hai zu verfolgen um die beiden Hobbits vor einem grausamen Tod zu bewahren.
    Ihre Jagd führte sie nach Rohan das Land der Pferdeherren. Dort trafen sie auf Eomer, des Königs Neffen, welcher mit seinen Eored die Uruks, welche Merry und Pippin verschleppten, erschlagen hatte. Er gab den drei Gefährten Pferde, machte ihnen aber wenig Hoffnung ihre Freunde lebend wieder zu finden.
    Die Suche nach den Halblingen, führte sie in den Wald von Fangorn, dort trafen sie auf Gandalf, welcher in die Tiefen Morias gestürzt war und zu ihnen zurück geschickt wurde. Der Istari versicherte ihnen das Merry und Pippin in Sicherheit seien. So ritten sie gemeinsam nach Edoras wo die goldene Halle Meduseld steht, der Königsitz Theodens König von Rohan.
    Doch der König war unter den langen Einflüsterungen von Grima Schlangenzunge, vom Geiste Sarumans vergiftet worden. Gandalf welcher nun der Weiße genannt wurde, konnte den Bann erfolgreich brechen und Theoden von Saruman befreien. Da ein Krieg mit dem Herren Isengards bevorstand beschloss der Pferdeherr sein Volk in der Bergfestung Helms Klamm zu verteidigen. Gandalf zog aus um Hilfe für den Aussichtslosen Kampf zu finden.

    5
    In wenigen Stunden wollten sie aus Meduseld aufbrechen um König Theoden im Kampf gegen Saruman bei zustehen.
    Legolas saß mit Gimli und Aragorn an einem Tisch in der Goldenen Halle und beriet sich über die bevorstehende Schlacht, als Hama der Torwächter Theodens vor den König trat.
    "Mein König, es nähern sich drei Reiter über die Ebene, doch erscheinen sie mir seltsam, denn schneller scheinen ihre Reittiere zu sein und der eine Reiter scheint auf einem großen Elch zu reiten."
    Legolas stand auf und eilte aus der Halle. Es konnte nicht sein, es durfte nicht sein! Doch sofort erkannte er den Elch seines Vaters, und sein Herz wurde von einer Wärme durchfahren, denn zwischen seinem Vater und dem Herren Maglor erkannte er Duath und auf seinem Rücken die Dame Lotessë.
    Aragorn und Gimli waren ihm gefolgt.
    "Was wird dein Vater hier wollen, Legolas mein Freund?"
    Aragorn sah seinen Freund nachdenklich an.
    "Ich vermag es nicht zu sagen, doch stets bedeutet sein Auftreten nichts Gutes."
    "Und doch scheint es mir das du sehr erfreut bist, Elbenprinzlein," brummte Gimli amüsiert.
    Als Legolas zu einer Antwort ansetzen wollte unterbrach ihn Aragorn:" Wir müssen dem König Bescheid geben, es nicht die richtige Zeit um zu Scherzen Herr Zwerg, kommt."
    Der Waldläufer wandte sich um und ging in die Halle gefolgt von Gimli.
    Legolas seufzte, der Zwerg hatte Recht, er freute sich auf ein Wiedersehen mit Lotessë, er hatte nicht zu hoffen gewagt sie jemals wieder zu sehen.

    6
    Es war totenstill in Meduseld als Lotessë und die beiden Elben eintraten, nie zuvor und jemals danach waren so hohe Herrschaften in des Königshallen gesehen.
    Sie traten vor König Theoden doch verneigten sie sich nicht denn von höherer Abstammung waren sie.
    "Ich bin die Dame Lotessë und Maglor der Fürst der Noldor und König Thranduil Herscher über das Waldlandreich sind meine Gefährten, ich grüße euch Theoden König Rohans."
    Dann wandte sie sich lächelnd an die Gefährten und ihr Blick ruhte auf Legolas.
    "Und auch euch meine Freunde grüße ich, dunkel sind die Stunden doch unser erneutes Zusammentreffen erhellt sie.Nun sagt mir wo ist Gandalf, denn Botschaft erreichte mich ihn hier zu treffen."
    Aragorn trat vor und antwortete:" Wahrlich dunkel sind diese Stunden denn Krieg steht diesem Land bevor, Gandalf ist ausgeritten um Hilfe zu holen, wir werden ihn in Helms Klamm wiedertreffen, denn dort werden wir zuflucht finden und uns Sarumans Streitmacht entgegensetzen."
    "Dann werden wir mit euch gehen und an eurer Seite stehen sollte Olorin erfolglos sein."
    Ein dunkelblonder stämmiger Mensch trat vor und leicht spöttisch sagte er:" Verzeiht meine Dame, doch die Schlacht ist sicher kein Ort für eine so zarte Erscheinung wie Ihr es seid!"
    "Hütet eure Zunge Menschensohn, die Dame Lotessë ist weitaus gefährlicher als Ihr es erahnen könntet in Eurer Einfältigkeit."
    Thranduils Augen funkelten gefährlich als er einen Schritt auf Eomer zu machte, doch Lotessë gebot ihm mit einer leichten Handbewegung inne zuhalten.
    "Es reicht mein Freund! "
    Dann wandte sie sich Eomer zu, der dem Blick in ihre silber scheinenden Augen nicht standhalten konnte.
    "Indes Menschensohn bin ich nicht so wehrlos wie es scheint und denke ich auch wenn die Schlacht beginnt werdet ihr unsere Hilfe dankend annehmen. Wir werden mit euch reiten, so spreche ich Lotessë!"

    7
    Stumm ritt Legolas auf Arod hinter Aragorn her. Sein Vater hatte mit ihm gesprochen und das erste Mal hatte er seinen Sohn Anteil an seinen Gefühlen gewährt. Lotessë war seine Lehrmeisterin gewesen in Menegroth und später war er in ihren Dienst getreten, und viele Gefahren bestritt er mit ihr.Doch als Beleriand verging wurde Lotessë schwer verletzt, nur mit der Hilfe Maglors hatte sein Vater sie retten können. Nach ihrem Erwachen hatte sie Maglor gebeten Mittelerde zu verlassen, in die Unsterblichen Lande heimzukehren und das Andenken Feanors zu bewahren. Sie selbst, erfüllt von dem Schmerz über das Leid welches über Mittelerde und die Elben gekommen war, zog durch das Land, oft begleitete sie Thranduil. Und als Oropher das Elbenreich im Grün Wald gründete ließ sie sich dort nieder, sie war des Kämpfens und dem Tod überdrüssig geworden, so griff sie nicht in das Geschehen ein als Sauron erstarkte. Selten verließ sie den Schutz des Waldes, Oropher und Thranduil verstanden es zu dem gut schlechte Nahrichten von ihr fern zu halten. Doch dann kehrte Glorfindel, welcher aus Mandos Hallen wiedergekehrt war und von den Valar selbst zurück gesandt wurde, in Eryn Galen ein. Thranduil wusste nicht welche Botschaft er Lotessë überbracht hatte, doch am nächsten Morgen war sie fort gewesen. Und als Duath zu ihm zurück gekehrt war, wusste er das sie Mittelerde verlassen hatte.
    Legolas war dankbar für die Ehrlichkeit seines Vaters und so hatte er ihm erzählt wie er Lotessë kennen lernte und sein Herz an sie verlor. Sie hatten sich gestritten, Thranduil war außer sich gewesen, er hatte Legolas verboten um sie zu werben.
    "Was bewegt Euch mein Prinz und lässt Euch verstummen. Ich hatte den Anschein unser Wiedersehen erfreute Euch ebenso wie mich und doch meidet Ihr mich!"
    Lotessë hatte mit Duath zu ihm aufgeholt ernst schaute sie ihn an.
    "Verzeiht meine Dame, mein Vater überbrachte Nachrichten welche die Freude unseres Wiedersehens trübten. Doch bitte zürnt mir nicht, denn nichts vermag mir mehr die Dunkelheit aus meinem Herzen zu vertreiben als der Glanz Eurer Augen wenn Ihr lächelt."
    Sie bemerkten nicht wie Thranduil sie beobachtete. Er hatte es sofort gewusst, als sie Meduseld betreten hatten und er sah wie sein Sohn Lotessë anschaute. Als Legolas ihm dann seine Gefühle offenbarte, hatte er ihm untersagt sich ihr anzunähern. Es schien nicht so als würde Legolas seinem Befehl folgen. Es schmerzte den Elbenkönig, wie vertraut sie miteinander umgingen. Eine Vertrautheit um die er ein Leben lang gekämpft hatte, doch stets hatte sie ihn zurück gewiesen. Nie war er mehr als ein Ziehsohn und Freund für sie gewesen.

    8
    Sie hatten nur kurz gerastet in dieser Nacht. Noch vor dem Abend würden sie Helms Klamm erreichen. Eowyn die Nichte Theodens schritt neben Maglor her und bedrängte ihn mit Fragen über seine Herkunft:" Mein Herr eine alte Legende besagt, dass auf dem Volk der Noldor ein schrecklicher Fluch liegt?"
    "Ja Maglor, warum erzählt Ihr der Menschentochter nicht von dem Fluch Eurer Sippe, war es doch Euer Vater der den Fluch auf die Noldor zog."
    Thranduil schaute herablassend zu dem Noldor hinüber.
    "Der Fluch wurde aufgehoben, so haben die Aratar einst entschieden und Finwes Volk vergeben!" Eisig war die Stimme Lotessës, die trotz der Unterhaltung mit Legolas jedes Wort gehört hatte.
    "Meine Königin, Vergebung war von je her nicht Thranduils Stärke, so verzeiht ihm. Und Euch Eowyn werde ich von dem Fluch der Noldor erzählen."
    Maglor nahm seine Harfe und begann mit trauriger Stimme zu singen. Er sang das Lied, welches er einst aus all seinem Leid und seiner Reue über vergangene Taten heraus komponiert hatte, die Noldolantë.
    Und als er geendet hatte war die Reiterschaft still geworden und Trauer hatte sie ergriffen.
    Lotesse hielt es nicht an ihrer Seite, zu sehr hatte Maglors Lied sie in die Vergangenheit zurück versetzt und sie an ihr eigenes Versagen erinnert. So drückte sie Duath sanft die Waden in die Seiten und gab ihrem Hengst zu verstehen, dass sie nun alleine sein wollte.
    Legolas erschrak, als Lotesse plötzlich aus der Reihe der Reiter ausbrach und davon galoppierte. Sofort wollte er hinter her, doch sein Vater hielt ihn auf: " Es ist zwecklos mein Sohn. So schwer ist die Wunde die Feanors Tod hinterließ, dass keiner sie zu heilen vermag. Sie wird zurückkehren wenn sie den Schatten der Vergangenheit vertrieben hat."
    Sie ritten weiter, doch von Lotessë fehlte jede Spur. Sie überquerten eine weite Ebene, als sie ein heller Schrei aufschreckte. Und dann sahen sie Lotessë, die etwa eine Meile entfernt nordöstlich von ihnen, über einen Hügel galoppierte dicht gefolgt von einem Wargreiter. Thranduil und Maglor stürmten ihrer Herrin entgegen. Und auch Legolas wollte ihr zur Hilfe eilen, doch er war wie erstarrt. Lotessë hatte schon die hälfte des Weges der zwischen ihnen lag hinter sich gebracht, als Duath sich im vollem Galopp umwandte, Lotessë ihr Schwert zog und mit einem Hieb ihren Verfolger und sein abscheuliches Reittier enthauptete.
    Dann war ihre Stimme in ihren Köpfen:" Flieht!"
    Thranduil und Maglor hatten Lotessë erreicht, doch über den Húgel von dem sie gekommen war, stürmte nun eine ganze Schar Wargreiter heran.
    Der Bann war gebrochen, Legolas schwang sich hinter Gimli auf Arod und ritt mit Aragorn und den Kriegern Theodens dem Kampf entgegen.

    9
    "So wenige sind zurückgekehrt?" Fassungslos stand Eowyn, welche die Flüchtenden nach Helms Klamm gebracht hatte, vor ihrem Bruder.
    "Niemand hätte überlebt Schwester, wenn die Dame Lotessë und ihre Gefährten nicht gewesen wären. Nie habe ich jemanden sö kämpfen sehen."
    "Wie ich höre habt Ihr also Eure Zweifel über meine Wehrhaftigkeit ablegen ķönnen, Eomer Eomunds Sohn." Lotessë war zu ihnen getreten.
    Eomer verneigte sich:" Verzeiht meine Worte in Meduseld meine Dame. Unwissend war ich, doch Ihr habt mich gelehrt, dass die schönste Blume die tödlichsten Stachel haben kann!"
    Lotessë musste schmunzeln, der Menschensohn war sichtlich bemüht die richtigen Worte zu finden.
    "Ich danke Euch für Eure schönen Worte und nichts gibt es das zu Verzeihen wäre.So begleitet mich nun zum König und lasst uns gemeinsam über die bevorstehende Schlacht beraten."
    Lotessë machte sich mit Eomer auf den Weg zu Theoden.
    Und selten waren sich Thranduil und sein Sohn Legolas in ihren Gefühlen so nah wie in diesen Moment, als sie dem Gespräch zwischen den beiden folgten.

    10
    Ihre Kleider waren durchnässt von dem Regen der in Strömen auf sie niederbrach, der Wind heulte Unheil verkündent über den Klamm Wall, doch Lotessë fror nicht, wie eine marmone Statue stand sie mit gezogener Waffe neben Thranduil und blickte voller Abscheu auf die Scharen der Uruk-hai. Es war das letzte Atemholen vor der Schlacht. Ihre Chancen standen schlecht Saumans Armee war 10.000 Mann stark und sie standen ihnen mit nichtmal 1000 Kriegern gegenüber. Lotessë wusste wenn Gandalf nicht rechtzeitig käme, würde auch sie die Schlacht nicht wenden können zu groß war die Übermacht.
    Und dann begann es, der Feind stürmte gegen den Wall. Mit Leitern und Enterhaken versuchten sie ihn zu erklimmen, doch die Menschen Rohans waren tapfer und es schien als wären die bemühen der Orks den Wall zu überwinden vergebens, als das Schicksal sich wendete.
    Die Erde bebte als der Wall mit einem ohrenbetäubenden Knall zerbarst, die Orks hatten ihn gesprengt.
    Fassungslos starrte Lotessë auf die Stelle an der die Orks nun zu hunderten den Wall durchbrachen. Dann nickte sie Maglor und Thranduil zu und gemeinsam stürzten sie sich den Uruks entgegen. Sie versuchten sich zu Aragorn und Eomer durch zu kämpfen und Blut säumte ihren Weg. Doch war die Zahl der Feinde erdrückend, und so wurde Lotessë von den beiden Elben getrennt.
    Alleine schritt sie ihren Gegnern nun entgegen und in einem tödlichen Tanz bahnte sie sich ihren Pfad. Weder Uruk-hai noch Dunländer bestand gegen sie, denn zu groß war ihre Macht und Vanwa ihr Schwert durchschnitt ihre Rüstungen als wären sie aus Leinen und so erreichte sie schließlich die Hornburg und ein Weg toter Feinde lag hinter ihr.
    Sie mussten sich in die Veste zurück ziehen, der Feind wimmelte nun überall, und viele der Rohirrim waren gefallen. Hoffnungslos war diese Nacht.

    11
    "Das ist Torheit wir werden alle sterben." Hitzig sprach Eomer zu seinem König. Sie waren in der Torhalle und Theoden wollte einen letzten aussichtslosen Ausbruch aus dem Haupttor reiten.
    "Lange wird das Hauptor nicht mehr standhalten, es ist..." Aragorn verstummte.
    Lotessë hatte die Halle betreten, die schlanke Frau schien größer zu sein und ein strahlen ging von ihr aus das sie selbst die Willensstarken nicht direkt anzublicken vermochten, ihre Augen glühten. Und dies war die Stunde als der Schleier zerriss und Legolas erkannte was sein Herz schon wusste. Und er lachte denn keine Dunkelheit vermochte diesen Moment der Schönheit zerstören.
    "Fürchtet euch nicht meine Freunde, denn die Dämmerung naht in welcher das Licht der Sterne am hellsten erstrahlt und die stets der Vorbote des Morgens ist welcher die Hoffnung bringt."
    Lotesses Stimme hallte kalt und klar wie eine Winternacht von den Mauern wieder.
    "Ich werde sie zermalmen. Denn ich bin jene Eine welche geschaffen wurde um geboren zu sein, ich bin Ilmare, die Tochter Manwe Sulimos und Varda der Erhabenen. Dies ist mein Schwert Vanwa welches Aule geschaffen hat und nicht eher soll diese Klinge ruhen bis alle Feinde besiegt und meine Kleider von ihrem Blut durchtränkt sind. So reitet mit mir Theoden König, und sorgt Euch nicht in den Abgrund der Finsternis werden wir diese abscheulichen Kreaturen schicken!"
    Sie bestieg Duath und ritt vor den König an die Spitze der Schar, Thranduil und Maglor bildeten mit Legolas und Aragorn die dritte Reihe.
    "Möge mir mein Vater den Weg weisen und meine Mutter mir verzeihen!" Und mit dem Ruf "Iluvatar" stürmte die Tochter der Sterne los, das Tor zerbrach unter einem Blitzschlag und sie bahnte sich ihren tödlichen Weg in das Klamm Tal. Die Feinde schreckten vor ihr zurück wo immer sie und Duath bedrängten. Doch all ihre Macht schien vergebens, zu groß war die Zahl ihrer Feinde und grade als sie die Hoffnung aufgeben wollte, fielen die ersten Sonnenstrahlen in das Tal. Und auf einem Hügel zu ihrer Flanke sah sie ihn, den weißen Reiter. Olorin war gekommen und mit ihm Erkenbrand und 1200 Rohirrim und sie wendeten das Schicksal und die Feinde flohen aus dem Klamm Tal, hinein in einen Wald der über Nacht am Eingang des Tals gewachsen zu sein schien und in einem einzigen markerschütterndem Schrei ließen sie ihr Leben.
    Unweit davon trafen Theoden, Eomer, und die Gefährten auf Gandalf.
    "Erfreut bin ich euch alle wohlauf zu sehen, knapp haben wir den Sieg errungen, doch wo ist die Dame Lotesse, denn nicht gering ist ihr Anteil daran."
    Eomer trat kreidebleich hervor:" Ich sah die Dame wie sie den Orks in den fürchterlichen Wald folgte." sagte er leise.
    In diesem Moment zerteilte sich die Wand aus Bäumen und Schatten und eine blutüberströmte Gestalt kam mit gezogenem Schwert aus dem Wald geschritten.
    Legolas entfuhr ein schmerzerfüllter Aufschrei er hatte die Person sofort erkannt und wollte zu ihr eilen, doch Gandalf hielt ihn auf:" Sorgt Euch nicht Freund, es ist nicht ihr Blut. Ich hatte vergessen wie mächtig sie ist:"

    12
    Lotesse schritt durch den Wald der lebenden Bäume, dunkel rot gefärbt war ihr Kleid und Blut tropfte von ihrem Haar auf den Boden unter ihren nackten Füßen. Langsam beruhigte sich die Maiar wieder. Sie war in einen Rausch geraten, einen Rausch nach Blut und Rache. Und als ihre Feinde in den Wald flohen, folgte sie ihnen. Und sie genoss das Blutbad welches Yavannas Geschöpfe in ihrem Zorn anrichteten.
    Die Zeit des Versteckens war vorüber, Sauron würde es erfahren und dann würde die Jagd beginnen. Doch keine Angst verspürte sie, den gebadet in dem Blut ihrer Feinde fühlte sie sich mächtiger und freier denn je. Und gestärkt in ihrem Willen trat Ilmare aus dem Wald.

Kommentare Seite 2 von 2
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Tinúviël Ithildraug ( 40011 )
Abgeschickt vor 434 Tagen
Das ist anmaßend. Ich denke deine Art zu schreiben geht ganz gut in die Richtung Tolkien's. Es ist eh fast unmöglich so zu schreiben wo er, schließlich hat Tolkien viele Sprachen studiert oder zumindest sich mit ihnen ausführlich beschäftigt. Außerdem war es eine andere Zeit. Aber ss hängt auch davon ab, wer gerade spricht. Ein Zwerg würde sich viel direkter ausdrücken als ein Hobbit. Ein Elb viel wortreicher als ein Rohirrim.
Natürlich sind deine Kapitel wieder sehr schön. Es sieht so aus als würde sich ein großes Unheil anbahnen...
Namarië, meldis nîn
Melauriel ( 98387 )
Abgeschickt vor 434 Tagen
Freut mich das zu hören. Ich hoffe ich kann euch auch weiterhin begeistern.
Lonukira ( 74527 )
Abgeschickt vor 434 Tagen
Schon wieder ein so schönes Kapitel. Es ist einfach so unglaublich, wie du den Leser voll und ganz in Mittelerde eintauchen lassen kannst. Und auch deine Charaktere sind so glaubwürdig, so lebendig....einfach unbeschreiblich.
Melauriel ( 11049 )
Abgeschickt vor 446 Tagen
Tolkien und seine Werke begleiten mich, meiner Mutter sei dank, seit meiner frühen Kindheit, so zu sagen meine erste große Liebe. Ich war auch von Beginn an darauf bedacht so zu schreiben, wie ich denke, dass Tolkien es am ehesten ausgedrückt hätte (ich finde mich grade furchtbar anmaßend). Eher eine ergänzende Geschichte, als eine Neue.
Und ich freu mich jedes mal wie ein kleines Kind über deine Komentare. :D
Ein kleiner geheim Tip, jetzt wo meine eigentliche Geschichte erst richtig beginnt, ist es klug den Frieden zu genießen, aber die Taschentücher nicht, all zu weit weg, zu stellen. ;)
Bis Bald
Tinúviël Ithildraug ( 59556 )
Abgeschickt vor 447 Tagen
Du scheinst es dir als Ziel gesetzt zu haben mich zum Weinen zu bringen. Schon wieder so schöne Kapitel. Es ist schön auch mal ein bisschen was über den Frieden in dieser Welt zu lesen, ohne dass die Geschichte einfach nur kitschig wird. Ganz im Gegenteil, sie wirkt auf mich sehr realistisch. Die Beziehung zwischen Lotesse und Thranduil, aber auch im allgemeinen zu allen Person z.B. Maglor oder Feanor, ist total schön gestaltet. Ich liebe deine Geschichte, deine Charaktere und deinen Schreibstil. Ach, eigentlich alles!
Namarië, meldis nîn
Melauriel ( 12090 )
Abgeschickt vor 454 Tagen
@ Tinuviel
Es freut mich total das zu hören. Ich war mir selbst so unsicher, und hab alles irgendwie hundertmal umgeschrieben, es hat mich fast wahnsinnig gemacht. Umso aufbauender sind deine Worte für mich, hab dank. :)
Tinúviël Ithildraug ( 59556 )
Abgeschickt vor 455 Tagen
Der Teil ist so wunderschön. Ich könnte weinen so schön *schnief*.
Namarië, meldis nîn
Melauriel ( 12090 )
Abgeschickt vor 458 Tagen
@ Nandomiel
Danke, es freut mich wenn es dir gefällt. :D

Und ich kann jetzt auch mit einer Woche Verspätung mitteilen, dass Teil 6 fertig ist! Tut mir leid, aber irgendwie hatte ich eine kleine Denkblockade.
Nandomiel ( 07327 )
Abgeschickt vor 465 Tagen
Dein Schreibstil und deine Ideen sind einfach der Wahnsinn! Mir kommt es fast so vor als hätte die Geschichte Tolkien höchstpersönlich geschrieben! Mach weiter so. Ich freue mich schon sehr auf die nächsten Teile. ;)
Melauriel ( 12090 )
Abgeschickt vor 466 Tagen
Es tut mir leid,ich musste leider sehr viel arbeiten, jetzt hab ich aber frei und mach mich an Teil 6. Ich denke nach dem Wochenende gehts weiter.
Tinúviël Ithildraug ( 59556 )
Abgeschickt vor 469 Tagen
Und ich bereue meine Antwort. Ich möchte unbedingt wissen wie es weitergeht. Ich bitte dich: Beeile dich mit dem nächsten Teil
Namarië
Tinúviël Ithildraug ( 59556 )
Abgeschickt vor 470 Tagen
Aiya!
Ich hätte lieber einen kürzeren 5. Teil und einen langen 6.Teil.
Wie immer wunderschöne Kapitel.
Namarië
Melauriel ( 12090 )
Abgeschickt vor 470 Tagen
@Lonukira

so liebe Kommentare, darfst du von mir aus immer wieder schreiben.
Lieben Dank ich freu mich
Lonukira ( 38587 )
Abgeschickt vor 473 Tagen
Ich weiß, ich habe es schon gesagt, aber deine Geschichte ist einfach der Wahnsinn! Sagenhaft!
Melauriel ( 12090 )
Abgeschickt vor 475 Tagen
Hallo ihr Lieben, hab grade Teil 4 abgeschickt. Ich finde es schön das euch der bisherige Verlauf der Geschichte so gefällt.
Hättet ihr lieber einen etwas kürzeren 5. und einen langen 6. Teil, oder einen sehr langen 5. Teil?
Lucy ( 17772 )
Abgeschickt vor 475 Tagen
Das ist echt cool!
Du musst unbedingt weiter schreiben!
Morgoth25 ( 27398 )
Abgeschickt vor 482 Tagen
Wahnsinn. Ich kann nicht mehr dazu sagen, denn auch den 2 Teil finde ich sagenhaft :D
Lonukira ( 18583 )
Abgeschickt vor 482 Tagen
Ich kann mich Tinúviël und Morgoth nur anschließen. Dein Schreibstil passt einfach nach Mittelerde! Weiter so!
Tinúviël Ithildraug ( 59556 )
Abgeschickt vor 484 Tagen
Bei Iluvatar! Was für eine atemberaubende Geschichte. Keine Worte könnten besser passen als deine. Von der Geschichtsidee ganz zu schweigen. Ein reiner Genuss!
Namarië, meldis nîn
Melauriel ( 68775 )
Abgeschickt vor 486 Tagen
Habt Dank ihr beiden. Ich kann gar nicht sagen wie sehr ich mich über eure Kommentare freue. Die Fortsetzung ist schon in Arbeit. Ich hoffe ich kann euch weiter begeistern. :