Wunderkind - in der Welt von Harry Potter

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13 Kapitel - 9.259 Wörter - Erstellt von: Natasha_dudi - Aktualisiert am: 2016-04-06 - Entwickelt am: - 2.415 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Dies ist die Geschichte eines Mädchens, welches mitten in der Nacht auf eine neue Welt trifft. Woher sie kommt und wer sie wirklich ist, erfährst du nur, wenn du diese FF liest.

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    Das Erwachen Ich kann gerade nur an zwei Dinge denken: atmen und rennen. Ich muss meinen Atem unter Kontrolle bringen, denn so unregelmässig wie ich
    Das Erwachen

    Ich kann gerade nur an zwei Dinge denken: atmen und rennen. Ich muss meinen Atem unter Kontrolle bringen, denn so unregelmässig wie ich momentan ein- und ausatme werde ich nicht mehr lange rennen können. Somit kommen wir auch gleich zum zweiten. Ich weiss nicht wie lange oder wie weit ich schon renne, aber das spielt keine Rolle, denn es geht mir einzig und allein darum IHNEN zu entkommen. Ich höre mein Herz in meiner Brust unglaublich laut schlagen und mein ganzer Körper pulsiert. Ich bin völlig verschwitzt und kann mich kaum konzentrieren. Ständig falle ich über Wurzeln, Steine und vieles Andere. Mein Kleid ist ganz zerrissen, sooft bin ich bereits irgendwo hängen geblieben. Doch das ist nicht wichtig. Was dagegen sehr entscheidend ist, ist dass mein Arm nicht zu bluten aufhören will. Der Schmerz durchzuckt mich schon lange nicht mehr, denn ich konnte ihn ausblenden. Panisch drehe ich mich um, verlangsame mein Tempo jedoch nicht. Meine Sicht ist verschwommen. Im Augenwinkel kann ich meine langen, verfilzten Haare umher flattern sehen. Sonst erkenne ich nichts als Bäume, doch das ist gut, sehr gut sogar. Ich kann jetzt nicht anhalten. Letztes Mal dachte ich da wäre niemand und plötzlich tauchte wieder einer von ihnen aus dem Unterholz auf. Ausserdem würde ich Kreislaufprobleme bekommen, wenn ich jetzt einfach aus dem nichts anhalte. Somit entscheide ich mich ein wenig langsamer zu laufen, doch dabei wird mir schon fast schwarz vor Augen. Ich möchte kurz anhalten, verschnaufen. Ich höre jedoch ein Geräusch von meiner Rechten, sodass ich wieder schneller zu rennen beginne. Das Geräusch wird immer lauter und panisch drehe ich mich um. Ein Tier springt aus einem Gebüsch hervor, es ist zu weit entfernt, um das ich es genauer definieren könnte. Schnell will ich mein Blick wieder nach vorne richten, doch es ist bereits zu spät. Eine Wurzel. Ich falle. Ein dumpfer Aufschlag. Mein Kopf dröhnt und alles wird schwarz.

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    Neue Bekanntschaften

    Ich öffne meine Augen und setze mich laut atmend auf. Mein Puls ist wieder auf hundertachtzig. Vollkommen verängstigt schaue ich umher. Es ist nichts zu sehen, überhaupt nichts. Vor mir erkenne ich bloss Schwärze, doch hinter mir ist ein Fenster, worin man den Vollmond sehen kann, welcher schwaches Licht durch die blassen Vorhänge hindurch lässt. Ich taste meinen Untergrund. Er ist bequem und weich. Ich glaube, es ist ein Bett. Es könnte ein Krankenbett sein... Ich hoffe zutiefst, dass es eines ist. Wie lange ich wohl geschlafen habe? Meine Sicht wird langsam besser. Ein Stück weiter rechts, vielleicht 20 Meter entfernt, steht ein anderes Bett, auf dem jemand liegen könnte, was die Bettdecke sehr unscharf zeigt. Ich möchte aufstehen und zur der Person herüber laufen, doch als ich mich aufsetze, holt mich die Schwärze wieder ein und ich sinke in das warme Bett zurück.

    Ich werde von unterschiedlichen Stimmen geweckt. Ich traue mich noch nicht meine Augen zu öffnen, denn dieser Anblick kann mich sowohl erfreuen, als auch sehr ängstlich machen. Ich lausche ein wenig dem Gespräch:
    „Sie denken also, die beiden stehen irgendwie miteinander in Verbindung?“, eine etwas ältere, männliche Stimme.
    Ich verziehe leicht mein Gesicht. Was für ein eigenartiger Akzent! Ich brauchte einige Minuten, bevor ich den ersten Satz überhaupt als meine Sprache anerkennen und somit verstehen konnte. Die Person plauderte währenddessen weiter, womit ich dem Gespräch nicht folgen konnte. Ich versuche es noch einmal:
    „ ... und Sie sagen, dass sie keinen Zauberstab bei sich hatte? Woher sollen wir wissen, ob sie überhaupt aus der Zauberwelt stammt? Vielleicht wäre es das Beste, wenn wir ihr die Erinnerung über all dies löschen, sollte es sich herausstellen, dass sie ein Muggel ist.“
    Eine weibliche Stimme spricht, wobei ich mir jedoch nicht ganz sicher bin, ob sie das tatsächlich gesagt hat, da ihre Stimme einfach zu undeutlich für mich ist. Trotzdem zucke ich bei dem Wort <Muggel> kurz zusammen. Woher kennt sie es? Das bringt mich durcheinander.
    „Hast du das gesehen?“, fragt die männliche Person.

    Ich bekomme Panik, was soll ich tun? Sofort habe ich eine Idee. Ich öffne meine Augen, blinzle ein paar Mal und tue so, als sei ich gerade erst aufgewacht. Es ist sehr hell, jedoch kann ich sehen, dass an meinem Bettende eine Frau und ein Mann stehen, welche mich mit einem undefinierbaren Blick mustern. Ich schaue einmal kurz nach rechts und dann nach links. Wo ist meine Kette? Instinktiv fasse ich an meinen Hals und atme erleichtert auf.
    Nun gut, jetzt fehlt nur noch ein wenig Motivation. Ich muss mir etwas Schönes vorstellen. Ich schliesse meine Augen, um mich besser konzentrieren zu können und vernehme Vogelgezwischter. Perfekt! Ein warmes, verträumtes Lächeln ziert mein Gesicht. Ich stelle mir so detailliert wie möglich verschiedene Vögel vor, die im Zimmer herum fliegen, dass ich sie beinahe anfassen könnte. Nun bin ich so motiviert, dass ich mir noch ein paar andere Tiere, wie zum Beispiel einen Falken, drei Hasen und ein paar Fische und Schmetterlinge vorstelle.Ich öffne meine Augen und tatsächlich. Blaue Tiere springen, fliegen und schwimmen freudig im gesamten Raum umher und hinterlassen einen türkiser Glitzer, der sachte auf den Boden gleitet und dann verschwindet. Den beiden Leuten vor mir fallen beinahe die Augen heraus, was meine Mundwinkel noch höher nach oben wandern und meine Kette leicht leuchten lässt.
    Nachdem ihre Münder einige Minuten lang offen gestanden hatten, stottert die Frau etwas ähnliches wie: „Gut, dann haben wir ein Problem weniger“. Der ältere Mann rückt seine Brille zurecht und fragt mich: „Wie ist Ihr Name?“
    Ich öffne meinen Mund und ...

    Es geschieht nichts. Kein Laut kommt heraus. Ich räuspere mich, doch auch jetzt gibt es keine Geräusche. Das ist mir ja noch nie passiert! Scheint als hätte ich meine Stimme verloren. Sofort verschwindet mein Lächeln und alle Tiere zerfallen. Ich senke meinen Kopf und eine kleine Träne bahnt sich ihren Weg nach unten. Gleich darauf kommt die nächste und noch eine und noch eine und... „Nicht weinen“, sagt die Frau, welche sofort zu mir kommt und mich umarmt, „das wird schon wieder“ Mein ganzer Körper bebt, aber nichts kommt aus meiner Kehle. Nach einigen Minuten wische ich mir ungeschickt mit meiner Hand über mein Gesicht. Ich schaue sie an. Wie freundlich sie doch ist. Dieser Gedanke lässt mich mit dem Weinen aufhören. Sie löst sich aus unserer Umarmung und sieht mich ebenfalls an. Sie streckt mir ihre Hand hin und sagt: „ Mein Name ist Poppy Pomfrey, das hier ist der Schulleiter von Hogwarts. Es ist mir eine Ehre Sie kennen zu lernen. Da Sie mir scheinbar Ihren Namen nicht nennen können, wäre es in Ordnung, wenn ich mir für Sie einen aussuche? Was denken Sie über den Namen Sina?“ Ich schüttle schnell meinen Kopf. „und wie wäre es mit Sarah?“ Ich überlege hin und her, kann mich aber nicht richtig mit diesem Namen identifizieren und schüttle darum meinen Kopf ein zweites Mal. Ich könnte ihr ja meinen echten Namen aufschreiben, aber ich halte das für zu gefährlich „Annabeth“ Ich schaue sofort auf. Ein Lächeln schleicht sich auf meine Lippen. Scheint als hätten wir einen passenden Namen gefunden. Madame Pomfrey nimmt meine Hand und sagt: „Willkommen Miss Annabeth. Schön sie kennen zu lernen“

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    Einen Tag mit Madame Pomfrey

    ~am nächsten Morgen~
    Madame Pomfrey ist sehr freundlich zu mir. Sie konnte den Schulleiter überzeugen, dass ich in Hogwarts zur Schule gehen kann. Sie erzählt mir, dass ich geradewegs zur Lichtung des Waldes vor einem Schloss gerannt sei. Dieses Schloss ist die sogenannte Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei und lehrt jungen Hexen und Zaubern die Anwendung von Magie. Bevor ich jedoch ebenfalls an einem solchen Unterricht teilnehmen kann, muss ich meine Stimme zurückbekommen. Madame Pomfrey wird mir die nächsten Wochen dreimal täglich einen Trank geben. Sie sagt, dass ich in zwei Monaten aller spätestens wieder normal sprechen könne und ich freue mich schon sehr darauf.

    Immer wieder sehe ich nach rechts. Gestern dachte ich, dass ich dort einen anderen Patienten gesehen habe. Jetzt bin ich neugierig geworden. Ich setzte mich langsam auf, drehe mich zur Seite und lasse meine Beine hängen. Ob ich wohl schon stehen kann? Ein Versuch ist es wert. Ein wenig zu schnell stehe ich auf und sofort wird mir schwarz vor Augen. Fast wäre ich umgefallen, doch ich kann mein Gleichgewicht halten. Meine Sicht ist verschwommen, aber ich mache tapfer einen Schritt vor den nächsten. Ich bin am anderen Bett angekommen und atme erleichtert auf. Ich warte bis meine Sicht wieder klarer wird. Nun kann ich das Bett ansehen. Es ist leer. Ich war mir sicher, dass hier gestern noch jemand lag! Mit einem lauten "Wums" geht die grosse Tür auf und jemand kommt mit schnellen Schritten zu mir.

    Es ist Madame Pomfrey. „Was tun Sie denn? Sie sollen doch noch nicht aufstehen! Was wollen Sie denn hier?“, fragt Sie mit leicht gereizter Stimme. Ich verbeuge mich und ernte einen verwirrten Blick von ihr. Mit Händen und Füssen versuche ich nun Madame Pomfrey meine Gründe zu erzählen. Nach ein paar Minuten, in dem sie immer wieder versucht hat, meine Gestik in Worte zu fassen, hat sie mich verstanden. Sie erzählt mir von einem Jungen, der heute morgen das Krankenhaus verlassen durfte. Er wäre gestern Abend mitten in der Nacht mit einem gebrochenem Arm in den Krankenflügel gekommen. Kurz vorher wäre ich ohnmächtig auf einem der Krankenbetten gefunden worden. Ob das ein Zufall ist? Ich bin mir nicht sicher...

    Wird reden noch lange miteinander. Besser gesagt: Sie erzählt und ich höre aufmerksam zu. Noch immer finde ich ihren Akzent äusserst merkwürdig und oft verstehe ich nicht, was sie sagt. Wir haben bereits ein Zeichen abgemacht, sodass sie mir erläutern oder wiederholen kann, was sie gerade erzählt hat. Ich strecke meine Hand nach oben und lege meinen Kopf schief. Es ist ziemlich eigenartig: Nach meinem Alter, sollte ich nach dem Schulsystem von Hogwarts nun in das sechste und somit ins zweitletzte Schuljahr kommen. Ich finde das eine sehr schlechte Idee. Madame Pomfrey jedoch hält mich für äusserst talentiert und möchte unbedingt, dass ich in meiner freien Zeit (und davon habe ich momentan ja noch reichlich) Nachhilfe von verschiedenen Schülern aus verschiedenen <Häusern>, wie sie sie nennt, bekomme.
    Sie sagt, den Zauber, den ich gestern angewandt habe, habe ich als ungesagten Zauber ausgeführt. Diese Ausführung sei ausgesprochen schwer und man müsse bereits sensationell zaubern können, um dies zu beherrschen. Es geht nur, wenn der Zauberspruch, der sonst während der richtigen Bewegung mit dem Zauberstab laut ausgesprochen wird, in der Vorstellung so deutlich wird, dass er die notwendige Zauberwirkung auslösen kann. Dazu ist es notwendig, sich ganz auf den Zauberspruch und auf dessen gewünschte Auswirkung zu konzentrieren und den Zauber auch wirklich nur mit Willenskraft auf den Zauberstab zu übertragen. Was sie so fasziniert, ist, dass ich keinen Zauberstab besitze. Ich würde ihr dies gerne erklären, doch wie bereits erwähnt: Ich habe keine Stimme und so etwas zu erklären scheint mir doch etwas zu kompliziert. Morgen werde ich meine erste Unterrichtsstunde bei einer sogenannten Ms Green haben. Ich bin schon sehr aufgeregt. Sie soll mich in Geschichte der Zauberei unterrichten. Wie ich von Madame Pomfrey hörte, ist sie 16 Jahre alt und weder verlobt, noch verheiratet. Ihr Leben wird wohl nicht so gut verlaufen. Vielleicht ist sie hässlich oder ihre Familie hat einen sehr schlechten Ruf. Morgen werde ich ja sehen.

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    Die erste Nachhilfestunde und ein neuer Haarschnitt

    ~am nächsten Tag~
    Die Tür geht leise auf, doch ich höre sie trotzdem. Meine Augen sind noch zu, aber ich schlafe schon seit längerem nicht mehr. Ich öffne sie und schaue zur Tür. Ich blinzle zwei Mal. Verschwommen kann ich eine Gestalt erkennen. Als die fremde Person näher kommt, erkenne ich, dass es ein Mädchen ist. Sie ist vielleicht ein Jahr älter als ich und sieht selbstbewusst im Krankenzimmer umher. „Annabeth?“ Ich strecke meine Hand nach oben. „Ah, hier bist du! Ich habe dich gar nicht gesehen. Ist dir langweilig? Hier ist ja gar niemand ausser dir.“ Ich bin kurz verwirrt, weil sie unglaublich schnell geredet hat. Dann zucke ich mit den Schultern. „Ach ja, Madame Pomfrey sagte bereits, dass du deine Stimme verloren hast. Wie schlimm du aussiehst! Wer hat dir das nur angetan? Das müssen wir sofort beheben! Los komm“, sie sagt auch dies in Rekordsgeschwindigkeit und zieht an meiner Hand, bevor ich auch nur meine Augen verdrehen kann. Aber warum nicht? Sie hilft mir aus meinem Krankenbett und ich mache einen kurzen Knicks.
    Wieder dieser verwirrte Blick, den ich gestern bei Madame Pomfrey gesehen habe. Dann grinst sie jedoch und knickst ebenfalls. „Du bist ja eigenartig drauf. Gehen wir? Wir haben nicht viel Zeit“ Ich überlege kurz, doch sie hat mich bereits mit sich gezogen. Sie bewegt sich sehr schnell und es ist schwer für mich ihr zu folgen. Sie hält ohne Vorwarnung an einer Ecke an und ich laufe in sie hinein. Ich falle um und lande auf meinem Allerwertesten. „Oh, entschuldige! Das wollte ich nicht. Weisst du, das ist mir noch nie passiert. Das wird so aufregend. Mir müssen aufpassen, dass uns niemand sieht. Ich darf dich eigentlich nicht raus lassen. Aber-“, sie hält inne und legt ihr Zeigefinger auf ihre Lippen. Im Gang wird es lauter. Ein paar Schüler in komischen Kleidern laufen an uns vorbei. Sie bemerken uns nicht. „Puh! Das war knapp. Los komm! Wir sind fast da.“ Sie nimmt wieder meine Hand. Jedes Mal wenn sie anhalten möchte sieht sie kurz zu mir und gibt mir ein Zeichen. Wir biegen einmal nach rechts, dann nach links, dann noch wieder nach links und dann einen langen Gang entlang. Dann gehen wir wieder nach rechts und so weiter.
    Nach ca. fünf Minuten sind wir in einem grossen Bad. „Tadaa das ist die Mädchentoillette. Ich komme oft hier her, um mich zwischendurch kurz aufzufrischen. Aber bei dir wird das nicht reichen“ Als sie ihren Blick kurz abwendet, verdrehe ich meine Augen. So schlimm kann ich gar nicht aussehen. Ich schaue in einen Spiegel und erschrecke. Ich bin voller Dreck, meine Haare sind verfilzt und stehen in alle Richtungen ab. „Ich komm gleich wieder“, höre ich da Ms Green sagen, wobei mir erst jetzt einfällt, dass ich gar nicht weiss, ob das wirklich Miss Green ist. Ich versuche die Knoten in meinen Haaren zu lösen, doch ich erreiche eher das Gegenteil. Ich gehe zu einem Waschbecken und lasse Wasser über meine Arme und Beine laufen. Erst jetzt sehe ich, dass ich überall weisse Narben habe, wo Madame Pomfrey mir wahrscheinlich eine Wunde geheilt hatte. Ich versuche es auch an meinem Gesicht, aber meine Finger sind einfach zu rau. „Hier bin ich wieder“, sagte sie froh gelaunt und fügt hinzu: „Warte ich helfe dir“ Sie nimmt einen Stock hervor und beginnt ihn hin und her zu schwingen. Das muss also ein Zauberstab sein.
    Eine halbe Stunde später habe ich einen Meter kürzere Haare. (Dafür hat sie einen Todesblick von mir kassiert. Sie sagte: „Ich schneide dir nur den verfilzten Teil ab.“ Ich hörte die Schere, die sie vorher geholt hatte einmal "Zip" machen und dann gleitet ca. einen Meter von meinem Haar auf den Boden. Ich hätte beinahe geweint. Soviel Mühe hatte ich mir gegeben, dass meine Haare bis beinahe auf den Boden reichen und nun hatte sie sie einfach abgeschnitten.) Jetzt gehen sie nur noch bis kurz über die Brust. Sie hilft mir beim waschen meines Körpers und gibt mir eine Crème, die meine Haut ganz weich macht und mich angenehm duften lässt. Ich fühle mich fast wie neu geboren.
    Sie geht einige Schritte rückwärts um mich zu betrachten. „Wie hübsch du bist! Jetzt sind deine braunen Haare lockig an den Spitzen“, sagt sie mit einem Lächeln, „So jetzt können wir beginnen. Mein Name ist Tamara Green und es freut mich sehr dich kennen zu lernen“ Sie streckt mir ihre Hand hin und ich ergreife sie.
    „Gehen wir zurück?“ ohne eine Antwort abzuwarten dreht sie sich um und geht davon. Schnell folge ich ihr.

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    Unheimliche Träume

    Ein dunkler Raum. Leise Stimmen. Wo bin ich bloss? Ich bekomme eine Gänsehaut. Es ist sehr kalt. Ich sehe nach oben. Licht. Ich erkenne Formen, wie ich sie von der Wasseroberfläche kenne. Aber was machen sie an der Decke? Ist das normal? Ich weiss es nicht. Ich kann mich an nichts erinnern. Wo bin ich bloss? Ich schaue wieder nach unten. Ich kann bis zu meinen Füsse sehen. Aber weiter nicht. Überall Schwärze. Ich reibe meine Arme, um mich zu wärmen und versuche mich zu beruhigen. Doch es will nicht funktionieren. Ich atme lauter und lauter und es kommen bereits die ersten Tränen. Mir wird schlecht. Ich sehe alles doppelt. Wanke hin und her. Alles verschwimmt und ich wache auf.


    „Ganz ruhig“, höre ich eine Stimme sagen, „das war bloss ein Traum. Habe keine Angst. Beruhige dich“ Ich versuche meine Tränen abzuwischen und hebe meinen Kopf. Ich sehe in das Gesicht von Tamara Green. Sie umarmt mich kurz und redet dann weiter: „Du musst eingeschlafen sein, während ich dir aus dem Buch Geschichte Hogwarts‘ vorgelesen habe. War es so langweilig?“ Ich schüttle meinen Kopf. Ich vermute, es lag eher daran, dass sie das Buch so langsam und monoton vorgelesen hatte, dass ich eingenickt bin. „Ich komme bald wieder. Dann bring ich dir die Geschichtsbücher, die ich im ersten und zweiten Schuljahr gebraucht habe. Soll ich dieses Buch da lassen?“ Ich nicke und schenke ihr ein Lächeln. Sie möchte aufstehen und gehen, aber ich greife nach ihrem Arm. „Bitte bleib“, sagt mein Hundeblick. „Ok“. Sie setzt sich wieder ans Bett. „Schliesse deine Augen und versuche an nichts zu denken. Lass dich einfach fallen. Ich bleibe bis du eingeschlafen bist...“

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    Schwarzhaariger Liebeskummer

    Am nächsten Tag wache ich aufgeregt auf. Heute ist Zaubertränke angesagt. Früher hatten wir das auch schon, aber da konnten wir nur Heilungstränke und sonst nichts. Meine Schwester war darin sehr gut. Wenn ich mich nicht irre, hat sie einige Tränke sogar per Zufall herausgefunden. Die Tür geht auf und ein Junge mit schwarzen Haaren betritt den Raum. Er ist wahrscheinlich im gleichen Alter wie ich. Sein Blick ist beinahe mürrisch. Scheint, als geht es ihm heute nicht gut. Ich springe aus dem Bett und möchte mich verbeugen, aber er sagt: „Bleib sitzen. Mamdame Pomfrey sagte mir bereits, dass du dies nicht so ernst nimmst“ Ich bin kurz verwirrt. Einen Jungen Herrn begrüsst man mit einem Knicks oder nicht? Er kommt zu mir, ergreift meine Hand und schüttelt sie als wäre seine Hand ein nasser Salat. Verschwitzt und schlabbrig. Was ist das denn für eine Begrüssung? Ich denke Handkuss wäre angenehmer gewesen.
    Dann stellt er sich vor. Dies aber so schnell und so undeutlich, dass ich seinen Namen nicht richtig verstehen kann. Ich mache ein verwirrtes Gesicht und er versteht es falsch: „Findest du meinen Namen etwa hässlich?“ Wow, der ist aggressiv. Ich schaue ihm direkt in die Augen. Ich kann seine unterdrückte Wut beinahe spüren. Ich mache ein mitleidendes Gesicht und deute an, dass er sich setzten soll. Er setzt sich und ich berühre mit der flachen Hand seine Brust, dort wo sein Herz ist. Seine Maske fällt, ich hatte Recht. Er ist verliebt. Mit einem Lächeln zeige ich ihm, dass er mir vertrauen kann. Er beginnt zu erzählen: „Da ist so ein Mädchen. Sie hat rote Haare und ich kenne sie eigentlich schon sehr lange.“ Er macht eine kurze Pause „Heute habe ich gesehen, wie sie jemanden geküsst hat und da wurde ich eifersüchtig und dann...“ Er bricht ab. Ich umarme ihn und streiche ihm behutsam über den Rücken. Irgendwie schön, dass ich immer noch den Eindruck erwecke, dass ich vertrauenswürdig bin. Gut, dass werde ich natürlich nicht ausnutzen, aber trotzdem.
    Nach einer halben Stunde geht es ihm schon um einiges besser und meine erste Zaubertränke Unterrichtsstunde kann beginnen. Er sagt die ganze Zeit ich bin ein ‘Naturtalent‘. Ich glaube ihm zwar nicht, aber bereits nach drei Stunden haben wir fast einen viertel des Stoffes vom erste Jahr durchgerackert. „Du lernst sehr schnell, aber ich glaube, für heute haben wir genug gearbeitet“ Er lässt das Buch für mich da und ich lese noch eine Weile darin. Die Zaubertränke, die wir heute gemacht haben, liess er mit einem Schwenker seines Zauberstabes verschwinden. Ob er mir das beim nächsten Mal vielleicht beibringen kann?

    Auch Geschichte Hogwarts‘ lese ich ein wenig. Nach einiger Zeit halte ich erschreckt inne. „Vor eintausend Jahren wurde Hogwarts von vier Zaubern gegründet. Ihr Namen sind Godric Gryffindor, Helga Hufflepuff, Salazar Slytherin und Rowena Ravenclaw“ Eine Träne bahnt sich über meine Wange. Sie geht bis zu meiner Lippe und lässt dort einen salzigen Geschmack zurück. Sofort folgt die nächste und noch eine. Madame Pomfrey eilt herein und nimmt mich sofort in den Arm und wiegt mich behutsam hin und her. „Weine nicht. Ich zauber dir wieder ein Lächeln auf dein Gesicht. Ich hab dir Essen mitgebracht“, sagt sie freudig und wischt mir die Tränen weg.

    Der Gedanke an Essen lässt mein Weinen tatsächlich aufhören, doch schluchze ich noch ein letztes Mal. Sie sieht mich strahlend an. Ich beobachte sie verwirrt und lege meinen Kopf schief. Woher wusste sie überhaupt, dass ich weine? „Du kannst wieder schluchzen, deine Stimme kommt zurück“ Freude überkommt mich nun ebenfalls und entlockt mir ein Kichern. Und tatsächlich. Meine Stimme ist zwar unglaublich rau, aber das geht in Ordnung. Schlimmer ist es, wie sehr es mich schmerzt, ein Geräusch zu verursachen. Aber ich werde nicht aufgeben. Ich lächle Madame Pomfrey an. Sie sagt leise: „Eigentlich hätte dies viel länger dauern sollen. Es scheint, als hättest du dich beinahe selbst geheilt. Wenn das weiter so schnell geht, werden wir wohl in einem Monat deine Stimme vollständig regeneriert haben“ Glücklich esse ich meine Suppe auf. Die ist ja lecker. Sie betrachtet mich von oben bis unten: „Hast du heute morgen auch schon so ausgesehen?“ Ich lächle und streiche mir einmal durch die Haare. Schön weich sind sie jetzt. Vielleicht waren sie vorher wirklich ein wenig zu lang. Ich mache die Bücher auf das Tischchen neben dem Krankenbett und lege mich ein wenig schlafen. Das war ein anstrengender Tag.

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    Unerwartet geküsst

    Schweissgebadet wache ich mitten in der Nacht wieder auf. Ich hatte wieder diesen komischen Traum. Ich kann mich nur an die Kälte und die Dunkelheit erinnern. Was war da noch? Ich hatte mich auf den Boden gelegt und die Decke betrachtet. Dort hatte ich nur verschwommene Bilder gesehen. Doch plötzlich konnte ich ein Gesicht erkennen. Erschrocken war ich aus meinem Traum erwacht. Ich sehe mich um. Der Mond scheint in den Krankenflügel. Ich kann jetzt nicht mehr schlafen. Ich steige aus dem Bett. Möglichst langsam und ohne auch nur einen Laut von mir zu geben schleiche ich Richtung Ausgang. Ich öffne die Tür einen Spalt und husche hinaus. Ich kann mich leider nicht mehr an den Weg zur Mädchentoilette erinnern, sonst wäre ich dorthin gegangen. Also gehe ich nach rechts und dann einen langen Gang entlang. Ich laufe bis zur nächsten Kreuzung, dann höre ich ein Geräusch und bleibe stehen. Mein Herz rast. Eine schwarze Gestalt huscht von links nach rechts an mir vorbei. Die Person packt mich und ehe ich schreien kann hat sie ihre Lippen bereits auf meine gepresst. Eine Unverschämtheit ist das! Reflexartig beisse ich meinen Gegenüber. Er spuckt und flucht. Bevor ich erkennen kann, wer es genau ist, ist die Person bereits verschwunden. Wo ist sie bloss hin. Ich berühre verwirrt meine Lippe. Wer war das?

    8
    Was geschieht wenn du die Wand im Krankenflügen näher betrachtest?

    Die ganze Woche vergeht reibungslos. Ich lerne viele neue Leute kennen, die mir in den unterschiedlichsten Fächern weiter helfen können. Der Junge mit den schwarzen Haaren besucht mich nicht wieder, dafür kommt Tamara Green jeden Tag. Sie lacht mich jedes Mal aus, wenn ich einen Kicks mache und nach dem fünften Mal hat sie mir verraten, dass diese Art von Begrüssung hier nicht <in> ist. (Was auch immer das heissen soll)
    Weil ich noch immer kaum reden kann, sieht sich mich als eine Art Tagebuch und verrät mir all ihre Sorgen, Wünsche und Geheimnisse. Sie ist in ihren besten Freund verliebt und das schon immer. Gerade jetzt befinden wir uns auch in so einem <Gespräch>. „und heute beim Mittagessen hat er einfach meine Banknachbarin angelächelt. Weisst du, die aus Hufflepuff, mit den schwarzen Haaren. Da wurde ich so eifersüchtig und dann habe ich-“ Ich unterbreche sie mit einem Räuspern. „Oh“ Sie wird leicht rosa an den Wangen „Du kannst deine Stimme wieder benutzen“, bemerkt sie jetzt peinlich berührt. „Das ist ja wunderbar“ Sie umarmt mich herzlich. Dann fährt sie fort: „Das ging ja viel schneller als erwartet, hast du schon zu sprechen versucht?“ Ich schüttle meinen Kopf. Jetzt wäre ein guter Moment dafür. Ich schaue sie an und sage: „Was bedeutete nicht <in> sein?“ Und tatsächlich, es kommt über meine Lippen, als hätte ich meine Stimme nie verloren. Sie lacht. „Das heisst ungefähr so viel wie, dass wir das nicht machen“ „und was macht ihr dann?“ „Wir winken“ „Was?“, frage ich verwirrt. „Das hier“, sagt sie und wedelt mit ihrer Hand hin und her, als würde sie eine Fliege vertreiben wollen. Ich rümpfe die Nase. Daran muss ich mich wohl gewöhnen. Eigenartige Welt.

    Madame Pomfrey lässt mich noch eine Nacht hier schlafen. Mittlerweile habe ich schon drei Wochen im Krankenflügel verbracht. Gestern hat sie auf meinen Wunsch hin Farbe für mich gekauft. Ich habe die ganzen Wände angemalt. Ich malte Gesichter aus meinen Träumen, Landschaften aus meinen Erinnerungen und den wunderbaren Sternenhimmel. An einer Wand habe ich bloss den Krankenflügel gezeichnet, so wie er von dort aus aussah. Jetzt sieht es aus, als wäre dort ein Spiegel. Als ich diese Wand berührte leuchtete sie kurz blau auf und dann konnte ich tatsächlich mein Spiegelbild erkennen. Bewegte ich mich, tat es mein Gegenüber ebenfalls. Ich malte noch ein paar Vögel an die Wände und ein Bild eines Waldes, bei dem in der Mitte ein See zu sehen war. Danach wurde mir langweilig, da begann ich zu singen.
    Meine Stimme war klar und hell. Als ich Schritte auf dem Flur hörte, legte ich mich unauffällig auf mein Krankenbett. Die Krankenschwester kam ins Zimmer und betrachtete geschockt meine Wandmalerei. „Es ist nicht erlaubt, die Wände zu bemalen“, sagte sie traurig und liess meine Werke mit einem Schwenker ihres Zaubers verschwinden. Da habe ich sie völlig aufgelöst angeschaut und sie sagte: „Keine Angst, ich habe deine schönen Bilder nicht vernichtet. Nur wer nahe genug an die Wand geht, kann sie sehen“ Ich ging also so nahe an eine Wand bis meine Nase diese fast berührte und tatsächlich: Meine Bilder erschienen wie von Zauberhand. Ich umarmte sie glücklich. „Das war eine super Idee“, rutschte es mir heraus. Ich hielt sofort meine Hand vor den Mund. Sie sah mich ungläubig an und fragte: „Seit wann kannst du wieder sprechen?“ und so musste ich es ihr dann doch berichten. Wie schon gesagt, meine letzte Nacht im Krankenflügel, denn <krank> bin ich ja jetzt nicht mehr und morgen geht es direkt ins Büro des Schulleiters.

    9
    Geruch der alten Zeiten

    ~nächster Tag~
    Wie bereits angekündigt befinde ich mich nun im Büro des Schulleiters. „Guten Tag, Sir“, sage ich nun schon zum zweiten Mal. Er erschrickt und richtet sofort seine Halbmondbrille, die ihm fast heruntergefallen wäre. „Guten Tag junge Dame. Ich habe sie gar nicht bemerkt. Sind sie schon lange hier?“ Ich schüttle meinen Kopf. Mittlerweile sind meine Haare an den Spitzen beinahe blond geworden und fallen mir in sanften Wellen über die Schultern. Liegt vielleicht an dem tollen Shampoo, dass mir Tamara ausgeliehen hat. Sein Blick wird wieder glasig. Ich räuspere mich und beginne dann zu sprechen: „Madame Pomfrey schickt mich. Ich bin das Mädchen, dass vor dem Schloss zusammenbrach und auf mysteriöse Weise im Krankenhaus landete. Erinnern Sie sich an mich?“
    Er schaut mich kurz ohne jegliche Mimik an, blinzelt dann zweimal und antwortet: „Natürlich. Sie hatten keine Stimme und bewiesen schon im ersten Moment ihre magischen Kräfte. Madame Pomfrey war sich jedoch sicher, dass Sie fast zwei Monate keinen Laut von sich geben könnten und jetzt sitzen Sie hier in meinem Büro und es sind gerade mal zwei Wochen vergangen. Wie erklären Sie sich das?“ „Ich weiss es ehrlich gesagt nicht.“, sage ich nach kurzem Überlegen. Ich sehe mich für einen Augenblick im Raum um und als ich mich wieder zum Schulleiter wende, scheint er bereits wieder in seine eigenen Gedanken vertieft zu sein.
    „Professor!“, sage ich dieses Mal lauter. Er scheint einen Moment verwirrt und schaut mir dann direkt in die Augen „Entschuldigen Sie“, flüstert er beinahe, „aber ich habe fast nicht geschlafen“ Ich mache ein mitleidendes Gesicht und nicke dann verständnisvoll. „Also Sie sind heute hier in meinem Büro, weil wir Sie einem Haus zuordnen wollen. In letzter Zeit wurden Sie von möglichst vielen verschiedenen Schülern aus den vier Häusern unterrichtet. Sie haben bereits das erste und die Hälfte des zweiten Jahres aufgeholt, wie ich hörte“, er schaut mich kurz anerkennend an und fährt fort: „Es ist bald Zeit fürs Abendessen. Gehen Sie nachher zum Tisch ihres Hauses. Sie können sich einfach zu den Schülern setzten, die Sie kennen. Ich glaube, das ist am unauffälligsten“ Er atmet kurz hörbar aus.
    „Dies hier ist der Sprechende Hut“ Er weist auf einen alten, verschrumpelten Hut, den ich bis eben noch nicht auf seinem Schreibtisch wahrgenommen habe. „Ich werde ihn Ihnen nun aufsetzten. Bitte bewahren Sie Ruhe“ Gesagt, getan. Der Sprechende Hut rutscht mir über die Augen und es wird sofort dunkel. Mein Herz beginnt schneller zu schlagen. Dieser Geruch kenne ich doch. Warum ist mir dieser Hut nicht sofort bekannt vorgekommen? So oft habe ich ihn bereits bei ... Nein! Das kann nicht wahr sein...

    Ich werde von einem lauten Räuspern aus meinen Gedanken gerissen. „Wenn du jetzt bitte deinen Gedankenfluss unterbrechen und dich auf das hier konzentrieren könnten, das würde ich sehr beherzigen.“ Verwirrt frage ich: „Wer bist du?“ Sofort höre ich eine Stimme nahe meinem Ohr. (So kommt es mir jedenfalls vor.) „Der Sprechende Hut natürlich! Ich werde dich jetzt einem Haus von Hogwarts zuteilen. Ich sehe bereits, dass du alle vier Charaktereigenschaften besitzt, die den jeweiligen Häusern wichtig sind.
    Du könntest in jedes Haus. Listig bist du, oh ja. Aber du siehst es als Schwäche. Du würdest es niemals nutzen. Du unterdrückst es sogar, schämst dich beinahe deswegen. Slytherin wäre definitiv nicht deine erste Wahl, würde jedoch hervorragen zu dir passen.
    Was haben wir den da! Mutig bist du auch noch! Und wie! Beinahe lebensmüde! Aber auch dies hälst du in Zaun. Nun ja, manchmal. Aber manchmal wirfst du auch einfach alles über den Haufen und stürzt dich ohne Angst in die Gefahr. Gryffindor scheint jedoch trotzdem nicht dein Wunsch zu sein.
    Du hast scheinbar bereits eine genaue Vorstellung davon, wie du sein willst.
    Intelligenz ist dein bester Freund. Scheinst Logik ebenfalls sehr gerne zu haben. Du bist wissensbegierig und liebst es zu lesen. Stundenlang könntest du dich nur mit einem Buch oder auch nur einer Zeile davon beschäftigen und über Gott und die Welt nachdenken.
    Aber fast wirkt es, als würdest du nicht ganz dorthin gehören. Dann bleibt nur noch eines.
    Nächstenliebe ist deine oberste Regel. Güte deine wichtigste. Niemals würdest du etwas tun was anderen schädigen würde, niemals könntest du jemanden verletzten. Du würdest dich für jeden opfern, sogar wenn es dein Feind wäre. Darum schicke ich dich nach-“
    „HALT!“, schreie ich dazwischen. Gespannt habe ich dem Sprechenden Hut zugehört. Aber immerhin geht es hier um mich. Ich habe auch ein Recht darauf, mitzubestimmen wohin man mich schickt. „Das ist wahr“, sagt der Sprechende Hut, als hätte er meine Gedanken gerade gelesen. „In welches Haus möchtest du denn?“ Ich atme einmal ein, dann wieder aus und schliesse meine Augen. Ich versuche auf mein Bauchgefühl zu hören und beginne zu sprechen: „Schon immer bin ich zwischen zwei Häusern hin und her geschleudert worden. Ich möchte mich gerne für meine Mutter entscheiden...“ Kurz ist es still. Ob der Hut weiss was ich damit meine? Ob ich deutlich genug war? Ob er sich überhaupt erinnern kann? Ob...
    „RAVENCLAW“, schreit es plötzlich von überall her. Fast wäre ich vom Stuhl gefallen. Ich grinse. Er hat es nicht vergessen. Ich setzte den Hut wieder auf den Tisch und schaue in die Augen des Schulleiters. Sie sind glasig geworden und er scheint wieder wie in einer anderen Welt. Sein Blick wird wieder klarer und er schaut mich leicht verträumt an und fragt dann mit eigenartiger Stimme: „Wie war noch gleich ihr Name?“ Schreck erfasst mich. Sollte ich es ihm erzählen? Ich schaue in seine blauen, spiztbübigen Augen. Wenn ich ihn so anschaue, kann ich ihn mir gut als Kind vorstellen. Hörbar atme ich aus: „Also gut. Mein richtiger Name ist ...“

    10
    Essen, lauter Essen!

    ~beim Abendessen~
    Ich betrete den Raum und betrachtet die vielen Schüler an den Tischen. Menschenmassen bin ich nicht gewöhnt. Ich sehe Tamara und gehe zu ihr. Zu erst selbstbewusst, dann aber doch ein wenig schüchtern. Ich setzte mich neben sie und schau sie an. Sie hat gerade eine riesige Portion Spaghetti in den Mund gestopft und kaut diese genüsslich. „Tamara?“-„Hm?“ sie dreht sich zu mir um. Sie kaut noch ein wenig und schluckt dann. Nachdem ihr Mund nun frei ist, beginnt sie zu sprechen: „In welches Haus bist du nun gekommen. Etwa in meines?“ Ich nicke „Das ist ja wunderbar“, sagt sie und umarmt mich, so gut das im sitzen eben geht. Sie stopft sich wieder eine grosse Portion Spaghetties in den Mund und sagt dann mampfend: „Los greif zu! Man darf so viel nehmen wie man will. Hauptsache man ist satt!“ Elegant greife ich nach einem Apfel. Das ist ein guter Anfang, denke ich und beisse hinein. Mhm, lecker! Auf jeden Fall viel besser als das Krankenflügelessen. Danach nehme ich noch ein wenig Kartoffelbrei und Fleischsauce dazu. Dann noch ein leckere Nachspeise und schon bin ich zufrieden 

    11
    Erster Schultag, neue Identität

    Heute beginnt mein erster normaler Unterrichtstag in der sechsten Stufe in Hogwarts. Nun ja, normal ist das ja nicht, aber für meine Verhältnisse schon. Ich bin jetzt seit drei Wochen hier, aber noch immer kann ich mir nicht erklären, was davor in meinem Leben passiert ist. Immerhin bin ich 16. Was habe ich 16 Jahre lang gemacht? Ich bin mir sicher, auch du hast dir diese Frage gestellt. Beantworten werde ich sie dir heute noch nicht, entschuldige. Dafür bin ich heute viel zu aufgeregt. Mein erster Schultag!

    Ich sitze gerade neben Tamara Green, meiner ersten richtigen Freundin. Wie auch gestern Abend stopft sie sich Essen in den Mund, als hätte sie schon seit Jahrtausenden nichts mehr gegessen. Genüsslich schlingt sie dann alles mit einem Mal herunter. Also ich könnte das nicht. Ich sitze bloss da und trinke das Glas Orangensaft, das ich mir vorher eingeschenkt habe. Tamara schluckt einmal und fragt dann: „Willst du nicht mehr essen? Sonst verhungerst du mir noch!“ „Doch“, antworte ich ihr, „aber ich kann nicht. Ich bin so nervös“ „keine Angst, das wird schon“, sagt sie gelassen und streicht mir über den Rücken. Ich nehme also noch ein Stück Brot und mache Marmelade darauf. Ich beisse hinein und lege es dann wieder auf den Teller. Das ist viel zu süss.
    Alles hier ist zu süss. Wie sie das Essen hier würzen, finde ich dagegen wirklich toll. Bei mir gab es das nicht. Die Gewürze waren zu teuer, um das wir sie täglich benutzen konnten. Hier ist das anders. Alles ist ein wenig gewürzt und schmeckt somit sehr lecker.

    „Bereit für Zaubertränke?“, fragt mich Tamara. „Ja, los geht’s“ Wir stehen auf und gehen aus der grossen Halle. Dann nehmen wir die Treppe zu den Kerkern. Tamara hat mir ihre alte Hogwartskleidung ausgeliehen. Sie ist zwar etwas zu klein und der Umhang etwas zu kurz, aber ich muss nach der Schule sowieso noch mals zu Dumbledore. Mir ist nämlich noch was Wichtiges eingefallen. „So da sind wir schon. Willkommen in unserem Zaubertrankzimmer. Den heutigen Unterricht haben wir..“, sie hält mir die Tür offen und ich trete ein. Dann verdreht sie ihre Augen und sagt genervt „..mit den Slytherins“ Sie wirft mir einen undefinierbaren Blick zu und lässt sich an einen Tisch in der hintersten Reihe plumsen. Ich möchte mich gerade auf den Stuhl neben sie setzen, als der Lehrer herein kommt und sagt: „Entschuldigen Sie, aber neben Miss Green darf sich in dieser Stunde niemand setzen, sonst kann sie sich nicht konzentrieren“, er macht eine kleine Pause und fügt dann noch dazu, „So wie in der letzten Stunde“ Beim letzte Satz hat er die Augenbrauen nach oben gezogen und schaut Tamara wissend an. Empörung breitet sich auf ihrem Gesicht aus. Sie streckt ihre Nase nach oben und dreht sich zu mir. Sie flüstert: „Wir treffen uns nach der Stunde beim Ausgang, ok?“ Ich nicke und gehe in die Mitte des Zimmers und dort fühle ich mich nun ziemlich hilflos. Wo soll ich mich den nun hinsetzen? Ich kenne ja noch gar niemanden...

    „Du kannst neben mich sitzen, wenn du möchtest“, höre ich jemanden von meiner Linken flüstern. Ich drehe mich zu der Person, die mich gerade angesprochen. Es ist der Junge, bei dem ich meine erste Zaubertränkeunterrichtsstunde gehabt habe. „Vielen Dank“, sage ich erleichtert und setze mich.

    Der Lehrer schaut kurz von Schüler zu Schüler. Sein Blick bleibt bei mir hängen.
    „Bevor ich mit dem Unterricht anfange, möchte ich Euch jemanden vorstellen.“ Er deutet auf mich „Dies ist Miss-“ „Stone“, rutscht es mir heraus, ohne dass ich darüber nachgedacht habe. „Annabeth Stone“, rede ich weiter „ich komme aus Schottland und lebe dort auf einem Bauernhof“ „Freut mich sehr, Sie kennen zu lernen. Mein Name ist Professor Slughorn. Willkommen an unserer Schule“ „Vielen Dank, Professor“ Meine Wangen haben zu brennen begonnen und ich kann es weder aufhalten, noch bessern. Ich lasse meine Haare über mein Gesicht fallen, sodass man es weniger sieht. Der Lehrer atmet einmal laut ein, dann aus und sagt mit leicht verträumtem Unterton: „Also, in unserem heutigen Unterricht geht es um einen sehr bekannten Glückstrank.“ Er schaut von Schüler zu Schüler. „Weiss jemand seinen Namen?“

    In der vordersten Reihe schellt eine Hand nach oben. Slughorn nickt der Person zu und diese beginnt zu sprechen: „Es handelt sich um den Zaubertrank Felix Felicis, bereits kleine Mengen davon bringen dem Trinkenden eine riesige Menge Glück“ „Sehr gut Mr. Mulciber. Fünf Punkte für Slytherin“, sagt der Professor mit einem zufriedenen Lächeln und stellt sogleich die nächste Frage: „und was geschieht, wenn man eine Überdosis zu sich nimmt?“ Jemand, der in der Mitte sitzt, streckt seine Hand nach oben. „Ja bitte, Mr. Howten?“ Er beginnt zu sprechen und jetzt sehe ich, dass es sich dabei um Joseph Howten, meine Astronomie Hilfe aus dem Haus Ravenclaw handelt. Ich werde in die Seite gestupst und zucke kurz zusammen. Dann sehe ich nach links. „Ja?“, flüstere ich. „Es tut mir leid, dass ich nicht mehr gekommen bin, um dir weitere Nachhilfestunden in Zaubertränke zu geben“, flüstert er ebenfalls und ich frage ihn in der selben Lautstärke: „Warum bist du nicht mehr gekommen?“ Einen kurzen Moment herrscht Stille. „Ich hatte viel zu tun und musste mir über einiges klar werden“- „Geht es um das rothaarige Mädchen?“ Er nickt „Sie hasst mich immer noch“ Um ihm ein wenig Hoffnung zu machen sage ich: „Ich glaube nicht, dass sie dich hasst. Vielleicht braucht sie einfach ein wenig mehr Zeit“- „Ja, vielleicht“ Ich schaue wieder nach vorne und bekomme gerade noch mit, wie Slughorn sagt: „So und nachdem wir jetzt einiges über den Trank wissen, könnt ihr euer Glück selbst versuchen. Bitte bildet Paare“ Ich sehe zu meinem Nachbarn und er schenkt mir ein kleines Lächeln, das sofort wieder verschwindet. Aber immerhin, oder? „Kannst du die Zutaten holen?“, frage ich ihn und erröte, „ich habe nämlich keine Ahnung, was für Zutaten man braucht“- „Ja, sicher. Warte hier. Ich komme gleich wieder“- „Danke“, rufe ich ihm hinterher.

    Und so nimmt die Unterrichtstunde ihren Lauf. Während ich die Zutaten vorlese (Nicht mehr so schwer für mich übrigens, weil ich mich mittlerweile an die Schrift gewöhnen konnte), ändert der Junge die ganze Zeit das Rezept ein wenig ab und sagt mir, was ich in sein Buch schreiben soll. Es ist wirklich voll von Notizen. „Ich liebe Zaubertränke, weisst du“, sagt er und holt mich so aus meinen Gedanken, „und darum ist es auch so einfach für mich einen Trank zu verbessern“- „Hast du denn schon mal einen Felix Felicis gebraut?“, frage ich ihn und er antwortet: „Nein, noch nie. Aber die Zutaten kenne ich und kann darum gut mit ihnen umgehen. Wie steht es mit dir?“ Ich schüttle den Kopf. Ich habe keine Ahnung. Ich kannte weder den Zaubertrank vorher, noch eines seiner Zutaten.

    Der Lehrer klatscht in seine Hände. „Gut, tretet alle einen Schritt zurück und lasst mich Eure Resultate sehen“ Wir gehorchen und Slughorn geht von Kessel zu Kessel. Sein Gesicht wird immer angeekelter. Als er kurz beim dritten Kessel anhält und diesen begutachtet, explodiert dieser. Slughorn kann im letzten Moment wegspringen, aber der Boden ist nicht mehr zu retten. Die eigenartig, grüne Flüssigkeit, die aus dem Kessel gekommen ist, hat kleine Krater in den Steinboden gefressen. Mit einem Schwenker seines Zauberstabes lässt er alle Zaubertränke verschwinden. Unseren hat er sich nicht mal angesehen, dabei schien er recht gut herausgekommen zu sein.
    „Nun ja, Sie dürfen alle gehen. Der Unterricht ist beendet“, sagt Slughorn mehr zu sich selbst als zu uns und murmelt dann weiter, „diesen Trank lasse ich keine Klasse mehr brauen, das hat bis jetzt nur zu Unfällen geführt..“

    Mein Nachbar steht auf, verabschiedet sich und möchte aus dem Zimmer gehen. Ich schreie ihm, Halt‘ hinterher, aber er ist bereits verschwunden. „Dann frage ich dich halt beim nächsten Mal, wie du heisst“, sage ich leise zu mir selbst.

    Ich gehe ebenfalls aus dem Zimmer. Wo ist Tamara? Wir haben doch abgemacht, dass wir uns nach der Stunde beim Ausgang treffen. Ich nehme den Gang nach rechts. Von dort sind wir vorher gekommen. Am Ende des Ganges schaue ich um die Ecke. Zuerst nach links, dann nach rechts und dort sehe ich sie. „Tamara“, schreie ich. Sie dreht sich erschrocken um. Dann schaut sie mich wütend an, wartet aber auf mich. Ich laufe zu ihr „Was ist denn?“, frage ich sie verwirrt. „Hast du dich etwa mit dem Feind verbündet?“ -„Was?“, frage ich zurück. Ich habe keine Ahnung wovon sie redet. „Du hast doch mit einem Slytherin geredet, oder?“ Ich nicke. „Slytherin ist der Feind“ Sie verschränkt die Arme. Ich frage sie: „Wer sagt das?“- „Mein bester Freund natürlich. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz! Du solltest dich auch daran halten. Mein bester Freund sagt-“ „Es ist mir egal was er sagt“, falle ich ihr ins Wort, „Ich werde keine Vorteile haben, nur weil du welche hast“ Jetzt schaut sie mich wirklich sauer an. Sie ist ganz rot geworden. Nach ein paar Minuten, in denen wir uns einfach nur anschauen, nimmt ihr Gesicht langsam wieder ihre normale Hautfarbe an. Dann frage ich sie: „Gehen wir in den Unterricht? Ich denke, die nächste Stunde hat bereits begonnen“ Sie wird bleich vor Schreck. „Du hast recht. Los gehen wir“ Ich folge ihr. „Als nächstes ist Geschichte der Zauberei dran“, sagt sie zu mir gewandt und ich nicke.

    12
    Unterhaltung mit dem Schulleiter

    Den Nachmittag habe ich gut überlebt. Die Nachhilfe von Tamara über das zweite Jahr in Geschichte der Zauberei habe ich jetzt auch schon hinter mir. Wir haben den ganzen Stoff noch einmal angeschaut, den ich bis jetzt bei ihr gelernt habe. Nächstes Mal lässt sie mich einen Test schreiben um zu sehen, ob ich wirklich alles verstanden habe.

    Ich stehe gerade vor dem Büro des Schulleiters.

    Ich traue mich noch nicht zu klopfen, denn ich weiss nicht, wie ich ihm beichten soll, dass ich mich im Zaubertränkeunterricht vorgestellt habe. Ich tat es aber nicht wirklich, denn es entstand bloss aus Panik und entsprach keineswegs der Wahrheit.

    Ich atme laut aus und klopfe „Herein“, sagt der Schulleiter und ich gehorche. Ziemlich scheu gehe ich bis zum Schreibtisch und setzte mich. „Professor“- „Ja?“ Er schaut auf. „Ich muss ihnen etwas mitteilen“ -„Das weiss ich schon“ Ich bin sichtlich verwirrt „Tatsächlich?“, hacke ich nach. Er nickt „Ja, Professor Slughorn hat sich heute Mittag bei mir beschwert, dass ich ihn nicht informiere, wenn jemand Neues in seinen Unterricht kommt. Er hat mir erzählt, dass es sich dabei um eine Annabeth Stone handelt, die-“ „Ja, ich weiss was ich gesagt habe“, falle ich ihm ins Wort. Sofort bereue ich es, „Entschuldigen Sie, ich wollte Sie nicht unterbrechen“, sage ich schuldbewusst. „Jedenfalls“, spricht er weiter, als wäre nichts geschehen, „habe ich mich dann sofort nach einer Familie Stone umgesehen, die auf ihre Beschreibung passt“, er macht eine kurze Pause und fährt dann fort, „und ich habe zwei Familien gefunden, die passen würde. Ich habe sie sofort kontaktiert. Wenn einer der beiden Familie einverstanden ist, könnten diese Sie adoptieren. Was denken Sie dazu?“ Erleichtert atme ich aus. „Das wäre wunderbar“-„Dann gebe ich Ihnen Bescheid, sobald ich mehr weiss, in Ordnung?“ Ich nicke.

    „und wenn ich schon dabei bin“, fährt Dumbledore fort, „soll ich ihnen eine gebrauchte Schuluniform schicken?“ -„Ja, vielen Dank, Professor. Sie denken wirklich an alles“-„Bei so einer Legende wie Sie-“„Übertreiben Sie bitte nicht, Professor. Behandeln Sie mich wie eine ganz normale Schülerin. Das würde ich sehr beherzigen. Können Sie mir vielleicht einen Stock ausleihen?“-„Einen was?“-„Ich meine einen Zauberstab, entschuldigen Sie“ Sein Blick wird wacher. „Natürlich. Gut das Sie daran gedacht haben. Gehen Sie zu Professor McGonagall. Ich weiss nicht, ob Sie es wissen, aber sie ist eine exzellente Schnitzerin. Sie kann Ihnen sicher einen Zauberstab schnitzen“-„Nein, das wusste ich noch nicht. Na dann, bis zum nächsten Mal Professor“

    13
    Das Schicksal und seine Ironie
    Ich komme in unseren Gemeinschaftsraum, zu dem mich ein anderer Ravenclaw begleitet hat, als Tamara mir entgegenspringt. „Ich habe dir doch sicher schon mal von meinem besten Freund erzählt, oder?“ Am liebsten hätte ich meine Augen verdreht, aber das wäre nicht sehr freundlich gewesen. Darum nicke ich einfach nur. Sie fährt fort: „Er kommt uns nach dem Nachtessen besuchen“ „Okay“ Ich bin kurz ab mir selbst verwirrt, denn das Wort <okay> habe ich noch nie zuvor in den Mund genommen. „Alles in Ordnung mit dir?“ Ich erzähle es ihr „Was?“, fragt sie. Ich möchte alles widerholen, doch als ich einatme, um zu sprechen zu beginnen, fällt sie mir ins Wort und sagt: „Ich weiß, was du gesagt hast, aber WAS?“ „Ich-“ Sie fällt mir wieder ins Wort: „Woher kommst du eigentlich? Vom Mond?“ Sie lacht kurz auf und ich antworte leise mit: „So ähnlich. Gehen wir jetzt essen?“ „Okay“. Sie lacht ab sich selbst, weil sie bei <Okay> wieder daran denkt, dass ich diese Wort vorher noch nie benutzt habe. Das werde ich nie wieder los. Ich verdrehe die Augen und diese Mal ist es mir egal, dass Tamara es sehen könnte.

    Jetzt sitzen wir also in der Großen Halle. Tamara stopft sich unaufhörlich Essen in den Mund und sagt dazwischen Dinge wie, Es ist so schön, dass ich nie zunehme, egal wieviel ich esse‘ oder, Ich mache eigentlich nie Sport, aber ich habe trotzdem eine tolle Figur‘ Ich stehe auf. Was auch immer hier los ist, ich habe genug davon. So eigenartig war sie bis jetzt noch nie. Die ganze Zeit über, in der wir zur großen Halle gelaufen sind, wollte sie sich beweisen und zeigen, dass sie besser als alle anderen ist. „Was ist?“, sie sieht mich genervt an „Ich habe keinen Hunger mehr“ „Aber du hast noch gar nichts gegessen“ Ich schaue sie kurz an „Stimmt“, sage ich und gehe aus der Halle. Ich habe mir dummerweise nicht gemerkt, wie ich zurück zum Ravenclaw Gemeinschaftsraum komme. Also biege ich einfach wahllos ein paar Mal nach links und nach rechts. Merke mir jedoch, wann ich wo durchgelaufen bin. Nur zur Sicherheit. Ich befinde mich an einem Tor. Dahinter kann ich den Wald sehen. „Was tust du denn hier?“, fragt jemand zu meiner linken. Ich drehe mich um und sehe der Person in die Augen. „Mary, oder?“ Sie nickt und fügt hinzu: „Ich helfe dir bei Kräuterkunde“„ Du machst das übrigens sehr gut. Ich hab da aber noch eine Frage-“ „ne Frage gut. Stell sie“ Sie lächelt eigenartig. Etwas stimmt nicht, ich rede trotzdem weiter: „Das Kraut, das wir letztes Mal angeschaut haben- “ „Diptam“ „Ja, genau. Marry, bist du nervös?“
    Mir ist aufgefallen, dass sie mich bis jetzt nur unterbrochen hat. Sie nickt verängstig und zeigt hinter sich. Jetzt sah ich sie auch. Weiter hinten im Gang, an einer Wand ist eine Gestalt zu erkennen. Ich nicke Mary zu und zeige in die andere Richtung: „Los gehen wir da entlang. Du bist doch in Gryffindor, oder? Wir könnten in deinen Gemeinschaftsraum gehen, wenn du willst. Ich habe nämlich keine Ahnung, wo meiner ist.“ Sie sieht kurz zu der Gestalt hinter mir, dann in meine Augen und nickt schnell. Recht zügig läuft sie voraus und ich ihr hinterher, bis wir zu einem Bild kommen, auf dem eine mollige Frau mit vielen Früchten abgebildet ist. „Passwort“ „Erdbeertörtchen“ Das Gemälde rückt zur Seite und wir treten ein. Vor uns sind ein paar Sessel und Sofas.

    Ich sehe auf den nächstbesten Sessel und wer sitzt da? „Tamara!“ sie schreckt hoch, schaut verschlafen umher, bis ihre Augen bei meinen hängen bleiben. „Was machst du hier?“, frage ich sie, „Das könnte ich dich auch fragen“ „Nun ja. Nachdem ich aus der Grossen Halle geflüchtet bin, begegnete ich Mary und sie hat mich hierher gebracht. Jetzt du“ „Mein bester Freund und ich hatten uns für heute Abend verabredet und ich wollte ihm“, sie bricht ab, schaut kurz zu Marry herüber, die immer noch im Eingang steht und spricht dann weiter, „ ja du weißt schon. Er ist aber nicht gekommen. Also bin ich in den Gryffindor Gemeinschaftsraum gegangen um nach ihm zu sehen und dort saß er, seine Zunge steckte im Hals einer Schwarzhaarigen und dann bin ich sofort rausgerannt und dort habe ich diese Flasche Tequila hinter einem Vorhang gefunden und dann-“ „Warte, halt!“, rufe ich dazwischen „Bist du betrunken?“ „Nur ein bisschen“, nuschelt sie. Ich überlege kurz und sage dann: „Ich hol dir was zu trinken. Nach einem Glas Wasser geht es dir sicher viel besser, warte hier“ Ich gehe rüber zu einem Fenster. Setzte mich auf die Fensterbank und schließe meine Augen. Dann stelle ich mir ein Glas Wasser vor. Ich fasse mir an meine Kette und öffne meine Augen wieder. Vor mir steht nun ein Glas Wasser. Ich lächle und gehe zu ihr zurück. Auf halbem Weg bleibe ich stehen. Jemand ist gerade die Treppe herunter gekommen und steht nun genau vor mir. Ich schaue die Person an. Mein Herz bleibt stehen. Das Glas fällt aus meiner Hand. Die Zeit scheint still zu stehen. Kein Ton ist zu hören. Graue Augen. Dunkle Haare. Das Glas hat den Boden erreicht. Es zerspringt in tausend Teilchen. Dieses Gesicht. Ich kenne es...

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1453043911
Wunderkind - in der Welt von Harry Potter
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Dies ist die Geschichte eines Mädchens, welches mitten in der Nacht auf eine neue Welt trifft. Woher sie kommt und wer sie wirklich ist, erfährst du nur, wenn du diese FF liest.
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2016-01-17
402D
Harry Potter

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