Lily Allenson - Untrennbar (Kapitel 10)

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1 Kapitel - 1.351 Wörter - Erstellt von: Adhara - Aktualisiert am: 2016-01-17 - Entwickelt am: - 924 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Jemand wollte ja eigentlich, dass ich ein Kapitel genau zu Weihnachten rausbringe. Da Testedich aber zur Weihnachtszeit auch gerade in den Ferien war, war das leider nicht möglich. Aber ich habe nächsten Dienstag Geburtstag und würde vielleicht ein kleines Geburtstagsspecial rausbringen.
Das ist eine kleine romantische Szene, die eigentlich noch zur Zeit von Unerreichbar spielt, es aber irgendwie nicht in die Geschichte geschafft hat. Wollt ihr so etwas in die Richtung. Ja oder Nein? Schreibt es in die Kommentare!

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    Ich stand vor Hades´ Thronsaal. Langsam ging mir diese Warterei ganz schön auf den Nerv. Autoritäten nutzten dass als Einschüchterungstechnik. Ind
    Ich stand vor Hades´ Thronsaal.
    Langsam ging mir diese Warterei ganz schön auf den Nerv.
    Autoritäten nutzten dass als Einschüchterungstechnik. Indem sie andere Leute warten ließen drückten sie ihre Überlegenheit aus; sie zeigten dass eigentlich alles von ihnen abhing und dass sie diese anderen Leute eigentlich gar nicht brauchten. Dass sie ersetzbar waren.
    Allerdings war ich mir ziemlich sicher, dass mein Onkel so ein Gehabe eigentlich gar nicht nötig hatte.
    Jeder der nur ein wenig Verstand hatte fühlte sich von ihm eingeschüchtert. Die Aura des Todes, die ihn umwehte, ließ alle erzittern, selbst die mit dem größten Ego. Oder vielleicht auch besonders die. Denn sie alle fürchteten den Tod. Was möglicherweise der Grund war, warum ich ihn so sehr mochte. Ich hatte keine Angst vor dem Tod.
    Deswegen hatte ich auch kein Problem damit gehabt, die Toten über den Styx zu schaffen. Am Ende hatte ich das Ruder seelenruhig wieder Charon übergeben können.
    Sein Gesichtsausdruck war nun wahrlich göttlich gewesen. Versteht ihr? Göttlich? Wegen den Göttern und so? Naja, egal, dann eben nicht.
    Auf jeden Fall hatte ich die düstere Vorahnung, dass die Aufgaben nicht so leicht bleiben würden. Nicht alle würden mir so sehr entgegenkommen. Schließlich war ich einige Jahrtausende ein Gott gewesen und es würde schwer sein, mit Aufgaben konfrontiert zu werden, die an meine Menschlichkeit appellierten. Wenn ich überhaupt so etwas wie Menschlichkeit besaß…

    Früher als ich noch ein junger Gott war, war ich nichts weiter als ein Gauner. Ich rühmte mich dafür, wie clever und durchdacht meine Räubereien waren. Ich habe immer behauptet, dass Diebstahl eigentlich kein echtes Verbrechen war. Niemand wurde verletzt oder getötet. Ich war ja schließlich kein Mörder. Für mich war es einfach nur ein Kavaliersverbrechen.
    Doch eines Tages hatte Zeus genug von den ganzen Beschwerden. Die Götter mussten als Vorbilder fungieren. Wieso sollten die Menschen zu Göttern beten, die sie bestahlen?
    Also beschloss der Göttervater, dass mir eine verantwortungsvolle Aufgabe übertragen worden sollte. Und so wurde ich der Götterbote.
    Es war ja nicht so, dass ich damit aufhörte zu stehlen, aber ich wurde auf jeden Fall so weit abgelenkt, dass die Sterblichen sich nicht mehr beschwerten.
    Doch eines Tages änderte sich alles.
    Ich erfuhr dass ein Mann, denn ich bestohlen hatte, gestorben war. Er hatte mit Schweiß und Blut ein Unternehmen aufgebaut und als ich ihm alles genommen hatte, brachte er sich selbst um, weil er keine Perspektive mehr im Leben sah. Seine Tochter war seitdem eine Waise und seitdem auf der Straße.
    Und in dem Moment beschloss ich, dass sich etwas ändern musste. Nur weil ich niemanden direkt tötete, bedeutete das nicht, dass mich das zu einem besseren Menschen machte. Ganz im Gegenteil. Ich entzog mich sogar der Verantwortung, mich den Folgen meiner Taten zu stellen.
    Ich fühlte mich schuldig und begann dem Mädchen, was meinetwegen eine Waise geworden ist, Dinge zu schicken. Nahrung meistens oder Kleidung, manchmal sogar Spielzeug.
    Später begann ich alle Sterblichen zu beliefern. Sehr viel später gründete ich sogar einen Paketdienst.
    Ich genoss es Liebesbriefe weiterzusenden und zu sehen, wie die Menschen darauf reagierten.
    Ich genoss es Familien zu vereinen, die sich nur über die Briefe miteinander verständigen konnten.
    Ich half Brieffreundschaften zu erschaffen und zu pflegen.
    Es erschien mir wie ein kleines Wunder, wie nah sich die Menschen auf einmal waren, obwohl sie so weit auseinander lebten. Sie waren sich näher als wir Götter uns jemals sein könnten.
    Vielleicht begann seit dem die Sehnsucht in mir zu wachsen, wie sie zu sein. Ich wusste nicht so recht, was ich von alldem halten sollte.
    Einerseits freute ich mich sehr darauf, endlich mit Lily vereint zu sein und ein Mensch zu werden. Aber andererseits hatte ich auch furchtbare Angst wieder zu dem zu werden, was ich war bevor ich der Götterbote war.

    Schließlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen, als die gigantischen Tore sich öffneten. Mein Onkel saß auf seinem Thron mit einem ziemlich zufriedenen Ausdruck auf dem Gesicht. Doch dieses Mal war nicht Persephone bei ihm, sondern ein Geist kniete zu seinen Füßen.
    »Das ist der, von dem ich geredet habe. «, begrüßte mein Onkel mich. »Komm doch näher, Hermes. «
    Ich trat zu den Beiden heran und der Geist drehte sich zu mir herum.
    Er sah aus wie Mitte 70 oder so. Er hatte ein kastenförmiges Gesicht und eine Frisur, die diesen Eindruck noch verstärkte. Er war relativ kräftig gebaut und wirkte, als ob er mich, trotz der durchsichtigen Gestalt und des hohen Alters trotzdem noch verprügeln könnte. Eine Art Rentnerversion von einem Mafiaboss vielleicht.
    »Darf ich dir Mr Calderon vorstellen, Hermes? «, stellte Hades ihn vor.
    Mr Calderon musterte mich von unten bis oben und gab mir schließlich die Hand. Diese glitt dann logischerweise durch mich hindurch.
    »Ich vergesse manchmal, dass ich eigentlich schon tot bin. « Mr Calderon lachte herzhaft und seine raue Stimme klang wie eine Motorsäge. Mir war dieser Mensch sofort sympathisch.
    »Na, sie haben ja noch genug Eingewöhnungszeit, nicht wahr? «, erwiderte ich grinsend.
    Plötzlich sah mich der Geist vollkommen ernst an und ich dachte schon, ich wäre zu weit gegangen, da prustete er wieder los.
    »Sie müssten mal ihren Gesichtsausdruck sehen. Einfach göttlich!«
    Und da musste auch ich einfach mit lachen. Hades räusperte sich im Hintergrund.
    »Die Aufgabe, Mr Calderon.«
    »So eine Spaßbremse. « Der Geist zeigte mit dem Daumen auf Hades.
    Doch dann wurde sein Gesichtsausdruck plötzlich ernst. Er musterte mich intensiv.
    »Ich komme schon damit klar, tot zu sein und alles. Doch meine Frau… Sie muss da oben ohne mich auskommen. «
    Er schluckte. »Ich meine, sie schafft das schon. Sie ist ein starkes Mädel. Aber jetzt ist zu allen Überfluss ihr Hochzeitsring verschwunden und sie hat sich mit unserer Tochter zerstritten. Mir sind hier unten die Hände gebunden, deswegen wollte ich sie bitten, vielleicht mal nachzusehen, was passiert ist. «
    »Ja, natürlich das ist kein Problem. Es wäre mir ein Vergnügen ihnen und ihrer Frau zu helfen. «
    Der Geist sah erleichtert aus. »Vielen, vielen Dank, sie wissen ja nicht wie viel mir das bedeutet.« Plötzlich wurde seine Gesichtsausdruck misstrauisch.
    »Sagen sie mal, was bekommen sie eigentlich als Gegenleistung, dieser Totentyp hat etwas davon erzählt, dass sie noch mehr solche Aufgaben zu lösen hätten. «
    »Sterblichkeit. Ich gebe mein Dasein als Gott auf. «
    Plötzlich riss Mr Calderon die Augen auf und seine Gesichtszüge verzerrten sich zu einer Maske.
    »Das ist nicht ihr Ernst, oder? « Entsetzen breitete sich auf seinem Gesicht aus. »Ihr lasst die anderen Götter im Stich in der Stunde ihrer größten Not? «
    Und da stürzte sich Mr Calderon mit wutverzerrten Gesicht auf mich.

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Lily Allenson - Untrennbar (Kapitel 10)
Lily Allenson - Untrennbar (Kapitel 10)
Jemand wollte ja eigentlich, dass ich ein Kapitel genau zu Weihnachten rausbringe. Da Testedich aber zur Weihnachtszeit auch gerade in den Ferien war, war das leider nicht möglich. Aber ich habe nächsten Dienstag Geburtstag und würde vielleicht ein kl...
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2016-01-16
406G
Percy Jackson

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