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Warrior Cats - Ein dunkles Geheimnis

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5 Kapitel - 1.498 Wörter - Erstellt von: Flügelschatten - Aktualisiert am: 2016-01-10 - Entwickelt am: - 538 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Vor langer Zeit gab es eine DonnerClan-Kriegerin namens Bernsteinblüte. Sie war ihrem Clan stets treu ergeben, bis sie beschloss, das Gesetz der Krieger für immer aufzugeben, um ihren Clan zu retten ...

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    "Versprichst du, das Gesetz der Krieger zu achten, deine Ahnen zu respektieren und deinen Clan zu beschützen, selbst, wenn es dein Leben kostet?" Bernsteinpfote richtete sich auf, ihre Augen funkelten in der Abenddämmerung. "Ich verspreche es", antwortete sie und konnte ein leichtes Zittern in ihrer Stimme nicht unterdrücken. "Dann gebe ich dir mit der Kraft des SternenClans deinen Kriegernamen. Bernsteinpfote, von diesem Augenblick an sollst du Bernsteinblüte heißen. Der SternenClan ehrt deine Klugheit und deine Geschicklichkeit und wir heißen dich als vollwertige Kriegerin des DonnerClans willkommen." Flammenstern legte ihr die Nase auf den Kopf und Bernsteinblüte leckte zum Dank seine Schulter. "Ich bin so stolz auf dich", flüsterte er so leise, dass nur sie es hören konnte. Flammenstern war nicht nur ihr Anführer, sondern auch ihr Vater. "Bernsteinblüte! Bernsteinblüte!", erklangen die begeisterten Rufe des Clans. Bernsteinblütes Herz pochte. Sie hatte es geschafft, sie war eine Kriegerin. Sie löste sich von Flammenstern und tappte zu Windschweif, der einst ihr Mentor gewesen war. Der große hellgraue Kater, der ihr anerkennend zunickte. "Danke, dass du mich so gut trainiert hast", miaute Bernsteinblüte und berührte seine Nase mit der ihren. Windschweif blinzelte überrascht. "Nun, das war meine Aufgabe." "Und du hast sie gut gemeistert." Bernsteinblüte drehte sich um und sah sich ihrer Mutter Seeglanz gegenüber. "Ich bin so furchtbar stolz auf dich." Allmählich drängten sich auch die anderen Clan-Mitglieder um sie, um ihr zu gratulieren. Bernsteinblüte nahm ihre Glückwünsche dankend an, obwohl sie sich etwas bedrängt fühlte. "Bernsteinblüte! Es ist Zeit!" Sie war erleichtert, als sie Flammensterns Stimme hörte. Sie schlüpfte durch die Katzenmenge hindurch zu ihrem Vater und setzte sich. Flammenstern sah auf sie hinab. "Der Mond hat sich erhoben", verkündete er, "Es ist höchste Zeit, deine Wache anzutreten." Bernsteinblüte nickte nur, weil sie wusste, dass es ihr nicht erlaubt war zu sprechen. Sie richtete ihren Blick auf den Lagereingang, der im schwachen Mondlicht nicht mehr als ein Schatten war. Langsam leerte sich die Lichtung, die Katzen zerstreuten sich und schlüpften in ihre Baue, bis Bernsteinblüte alleine zurückblieb.

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    Unaufhörlich starrte sie in die Dunkelheit, die Ohren gespitzt, damit ihr kein Geräusch entgehen konnte. "Bernsteinblüte!" Sie erkannte die Stimme nicht. Bernsteinblüte drehte den Kopf in die Richtung, aus der die Katze gesprochen hatte, doch sie konnte nichts als Finsternis erkennen. Bernsteinblüte wagte nicht, zu fragen, wer da war. Zu wichtig war es ihr, das heilige Schweigen zu bewahren, das kein Krieger in der Nacht nach der Zeremonie brechen durfte. Stattdessen erhob sie sich und schlich auf die Schatten zu. Plötzlich durchbrach ein sanft strahlendes Licht die Dunkelheit. "Sei gegrüßt, Bernsteinblüte." Sie konnte eine Katze erkennen, die aus dem Lichtkreis trat. "Woher kennst du meinen Namen?" Bernsteinblüte war zu erstaunt, um sich an die Tradition des Schweigens zu erinnern. Die Kätzin trat einen Schritt auf sie zu. "Ich kenne die Namen aller Clan-Katzen, die von vergangenen und die von zukünftigen." Sie machte eine Pause, dann fuhr sie fort. "Mein Name ist Fleckenstern. Ich war Anführerin des DonnerClans, lange bevor du geboren wurdest." Bernsteinblüte machte große Augen. "Du bist vom SternenClan, nicht wahr?" Fleckenstern nickte und setzte sich, ihr Fell funkelte wie Eis im Mondlicht. "Schau auf zum Mond", befahl sie. Bernsteinblüte hob ihren Blick zu der Silberscheibe,, die zwischen den Sternen schwebte. "Die Nacht ist dunkel", fuhr Fleckenstern fort, "Doch der Mond erhellt sie. Aber wenn das Licht des Mondes erstirbt, werden sich die Schatten über den Wald legen. Das Leuchten der Sterne ist nicht hell genug, um das zu verhindern." Bernsteinblüte zuckte zurück. "Was meinst du damit?", hauchte sie mit bebender Stimme. Fleckenstern schwieg.

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    Bernsteinblüte glaubte schon, die ehemalige DonnerClan-Anführerin würde nichts mehr sagen, doch dann holte sie tief Luft und fuhr fort. "Der SternenClan hat mich geschickt, um dir die Augen zu öffnen, für das, was passieren wird. Er hat mir gesagt, dass nur ein Krieger, der bereit ist, das Gesetz der Krieger zu brechen, den Clan noch retten kann." Bernsteinblüte schnappte nach Luft. "Aber, ich habe das Gesetz der Krieger noch nie gebrochen!" "Doch, das hast du. Genau in diesem Moment." Und plötzlich begriff Bernsteinblüte: Sie hatte das heilige Schweigen gebrochen eine der ältesten Traditionen der Clans. "Aber wenn du zu einem anderen Krieger gekommen wärst, hätte der bestimmt dasselbe getan!", protestierte sie. Fleckenstern wandte den Blick ab. "Vermutlich", miaute sie, "Aber als der letzte Krieger des DonnerClans ernannt wurde, gab es diese Gefahr noch nicht. Und wenn der nächst ernannt werden wird, wird es zu spät sein." Ihre Stimme wurde eindringlich. "Du bist die einzige, die den DonnerClan - die alle fünf Clans - noch retten kann." Bernsteinblüte holte mit bebender Stimme Luft. "Was muss ich tun?"

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    Fleckensterns Blick schweifte zur Kinderstube. "Eines der Jungen wurde mit der Dunkelheit der Nacht im Fell geboren." Bernsteinblüte dachte an Abendlicht, die mit ihren drei Jungen Mondjunges, Schattenjunges und Sturmjunges friedlich in der Kinderstube schlief. "Ich kann den Jungen nichts antun", klagte sie. "Du musst!" Fleckensterns Stimme klang eindringlich. Bernsteinblüte schloss voller Verzweiflung die Augen, als sie sie wieder öffnete, war Fleckenstern verschwunden. "Komm zurück!", wimmerte Bernsteinblüte, doch es kam keine Antwort. Bernsteinblüte tappte ein paar Schritte auf die Kinderstube zu, als die drei Jungen plötzlich herausgestolpert kamen. Ihre Felle schimmerten im Mondlicht. Was machten die Jungen nur hier draußen? Dann entdeckte sie ein bernsteinfarbenes Augenpaar, das aus der Kinderstube leuchtete. Also hatte Fleckenstern die Jungen zu ihr geschickt. Bernsteinblüte sprang zu den kleinen Kätzchen, als ihr Blick auf Schattenjunges fiel. Fleckensterns Worte hallten durch ihren Kopf: "Eines der Jungen ist mit der Dunkelheit der Nacht im Fell geboren ..." Konnte sie das gemeint haben. Bernsteinblüte deutete mit einer Pfote auf das Junge mit dem schwarzen Fell. Fleckenstern, die nur als ein Schatten in der Kinderstube zu erkennen war, nickte.

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    Lange blickte Bernsteinblüte auf das Junge hinab. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Dann schob sich plötzlich eine Wolke vor den Mond und ließ sein Licht ersterben. Bernsteinblüte schauderte. Sie wusste, dass Fleckenstern durch den verschwundenen Mond mit ihr sprach. Sie holte tief Luft, ging zur Kinderstube und scheuchte Sturmjunges und Mondjunges hinein. Als Schattenjunges hinter seinen Geschwistern herstolpern wollte, hielt sie ihn zurück. Mit klopfendem Herzen beugte sie sich hinab, hob den kleinen Kater mit den Zähnen am Nackenfell hoch und rannte über die Lichtung. Das Junge quiekte protestierend und zappelte, doch Bernsteinblüte hielt ihn fest. Sie verließ die Lichtung und rannte durch den Wald. Schattenjunges' Quieken wurde immer lauter. Bernsteinblüte tat das Herz weh. Sie blieb stehen und setzte das klagende Junge ab. "Es tut mir so leid", flüsterte sie, dann fuhr sie die Krallen aus und setzte sie an seine Kehle. Schattenjunges wimmerte und stolperte zurück. Bernsteinblüte drückte ihn mit einer Pfote zu Boden, dann holte sie tief Luft und bohrte ihre Krallen in seinen Hals. Sein Wimmern erstarb, er brach zusammen, seine Pfoten zuckte schwach, dann lag er still da. Bernseinblüte blickte wie gebannt auf den kleinen, leblosen Körper hinab. Sie hatte ein Junges getötet. Sie hatte das Gesetz der Krieger gebrochen. Fleckensterns Gestalt flackerte neben ihr auf. "Du hast das Richtige getan." Dann verschwand die SternenClan-Kätzin. "Schattenjunges!" Bernsteinblüte erkannte Abendlichts verzweifelte Stimme in der Ferne. Bernsteinblüte wusste, dass sie niemals mehr würde zu ihrem Clan zurückkehren können. Das Blut eines Jungen klebte an ihren Pfoten. Bernsteinblüte wandte sich zum Gehen. Sie lief los, überquerte die Grenze zu unbekanntem Territorium und tauchte in den fremden Wald.

Kommentare (3)

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Eisblatt ( von: Eisblatt)
vor 278 Tagen
Wunderschöne Geschichte! Aber auch sehr traurig. Bitte schreib weiter! Geht es weiter?

LG, Eisblatt
Tauschweif (77029)
vor 647 Tagen
Sehr schön aus er auch sehr traurig und schade :(
Aber bitte bitte bitte y greif weiter würde mich freuen^^
LG Tauschweif
Libellenglanz (57431)
vor 686 Tagen
Super! Aber irgendwie auch traurig. Geht's noch weiter? Würde mich freuen.
Lg Libellenglanz