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Das größere Wohl (Teil 5 - Even if you are on the right track, you will get run over if you just sit there ~Will Rogers)

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4 Kapitel - 1.746 Wörter - Erstellt von: Svenja Granger ; ) - Aktualisiert am: 2016-01-10 - Entwickelt am: - 525 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Leyla kann nicht fassen, was Luke getan hat und zwingt ihm zum Reden. Doch hinterher weiß sie nicht, ob sie das, was sie gehört hatte, wirklich wissen wollte.
Langsam bekommt sie Angst, dass sie ihre Freunde in etwas hineinziehen könnte, das womöglich sehr gefährlich ausgeht.

    1
    Leyla starrte Luke sprachlos an und musste mit ansehen, wie er Ruby auffing, als sie stürzte.
    „Was hast du getan?“, schrie Leyla hysterisch und zückte ihren Zauberstab. „Was hast du mit ihr gemacht? “
    Luke legte Ruby mit einer Behutsamkeit auf den Boden, die irgendwie unangebracht schien, wenn man bedachte, dass er ihr ein paar Sekunden zuvor noch das Gedächtnis an die letzten fünf Stunden genommen hatte. Er wandte sich Leyla mit einer Mischung aus Entsetzten, Traurigkeit und – vielleicht bildete sie sich das auch ein – Furcht in den Augen zu. Dann fuhr er sich durch die Haare. „Wie hast du uns gefunden?“, fragte Luke schließlich, als er sich gesammelt hatte.
    „Das ist doch nebensächlich! Sag jetzt, was du mit Rubs gemacht hast!“ Leyla richtete ihren Zauberstab auf ihn.
    Dieser schloss die Augen. „Ich glaube, ich muss dir alles erzählen“, murmelte er mehr sich zu selbst. „Und ich habe es nicht mal einen Monat ausgehalten. Ich bin ein Versager.“
    „Das stimmt“, erwiderte Leyla kalt. „Wenn ich das richtig mitbekommen habe, dann behandelst du Ruby wie ein Spielzeug. Was denkst du dir dabei? Ist dir einmal in den Sinn gekommen, was du ihr antust?“
    „Ja, das weiß ich. Aber ich weiß auch, dass das, was sonst auf sie gewartet hätte, tausend Mal schlimmer gewesen wäre.“
    „Dann bin ich mal gespannt, was das sein soll.“
    Luke sah einen Moment verzweifelt gen Himmel, dann setzte er sich neben Ruby auf den Boden und begann, Leyla alles zu erzählen.

    2
    Liv kaute nervös auf ihren Fingernägeln rum. Kilian war gerade nach unten gegangen, um sein letztes Spiel gegen Thomas Richter und dessen Mannschaft zu bestreiten. Bisher war er nicht schlecht gewesen, doch Thomas Richter natürlich auch nicht.
    Liv wünschte Kilian von ganzem Herzen, dass er es in die Quidditchauswahl der Schule schaffte. Auch wenn er nicht der Typ war, der die ganze Zeit reden musste um Mittelpunkt zu stehen, hatte er in den letzten Tagen und Wochen kaum von etwas anderem gesprochen.
    In dem Moment flogen die Spieler in die Lüfte und Liv, Megan und Vincent begannen zu klatschen.
    „Zeig´s ihm Kili!“, rief Vincent und hielt seinem Kumpel einen nach oben zeigenden Daumen hin.
    „Ich hoffe, er fängt den Schnatz, bevor es Thomas tut“, meinte Megan und lehnte sich in ihren Sitz zurück. „Dann wird Miller sicher ihn in die Auswahl stellen.“
    „Hoffentlich. Wo stecken eigentlich Leyla, Ruby und Luke?“ Liv sah sich in der Menge des Stadions um. „Es ist irgendwie unheimlich, was die so abziehen.“
    „Ich wüsste auch gerne, warum die drei nicht hier sind um sich das wichtigste Spiel ihres Freundes anzusehen“, knurrte Vinc.
    Megan sah kurz auf den Boden. „Ich weiß auch nicht... Ich hab das Gefühl, dass da mehr hinter steckt... Seht mal, Kilian scheint irgendwas gesehen zu haben!“
    Liv suchte nach dem Kopf von Kilian und es stimmte: Er war plötzlich in den Sturzflug gegangen und raste auf den Boden zu. Auch Thomas Richter war dies nicht entgangen, er war wenige Meter über Kilian.
    „Ich seh aber nirgends den Schnatz! Was macht er da?“
    „Wronski-Bluff“, antwortete Vincent nur und starrte gebannt auf die beiden Sucher. „Das kann er nicht machen ... Der alte Fuchs, so kommt er bestimmt gut bei Miller an!“ Er klatschte gefällig in die Hände und sah sehr zufrieden aus, als Kilian kurz vor dem Boden sein Besen nach oben zog und dem Aufprall entkam, während Thomas Richter keine richtige Zeit zum Ausweichen hatte und die Arme schützend vor den Kopf haltend in den staubigen Boden krachte.
    Die schrille Pfeife von Miller ertönte und das Spiel wurde unterbrochen.

    3
    Leyla musterte Luke mit einer Mischung aus Ratlosigkeit, Mitleid und nicht ganz verschwundener Wut.
    „Wenn das stimmt...“, setzte sie an, unterbrach sich aber wieder. „Hör mal, das klingt wirklich schrecklich, aber trotzdem kannst du doch Ruby nicht einfach wie ein Spielzeug behandeln und ihr das Gedächtnis an die letzten fünf Stunden nehmen! Das ist einfach...“ Luke zog eine Augenbraun hoch und Leyla suchte nach den richtigen Worten. „Das ist wie Diebstahl, nur tausend Mal schlimmer. Außerdem – wenn du mir das alles erzählst, warum verdammt noch mal kannst du das dann nicht auch mit Ruby machen?“
    Luke zeichnete mit einem kleinen Zweig gedankenverloren im Dreck. Dann wandte er sich Leyla zu und seufzte. „Das habe ich doch versucht, dir zu erklären. Eigentlich dürfte niemand hier die ganze Geschichte kennen. Und Ruby...“ An der Art, wie Luke ihren Namen aussprach, der aufrichtige Schmerz in der Stimme, merkte man wie sehr ihn die Sache mit Ruby ausmerzte.
    „... wenn ich ihr davon erzählen würde, dann würden wir uns weiter lieben.“ In seiner Stimme schwang keine Arroganz mit, lediglich tief traurige Überzeugung. „Und du hast ja keine Ahnung, wozu Zoe Blake fähig ist, Leyla. Es würde nicht lange dauern, dann hätte sie von Ruby und mir mitbekommen und ich weiß nicht, was Blake ihr alles antun könnte.“
    Leyla machte den Mund auf um etwas zu sagen, schloss ihn dann aber wieder.
    Sie blickte auf das, was Luke während des Gesprächs abwesend gezeichnet hatte. Eine weibliche Gestalt schien mit irgendwas – Leyla schwankte zwischen Messer und Zauberstab, in dem Dreck ließ sich das nicht genau erkennen – auf ein gekrümmtes Mädchen loszugehen.
    „Ich träume das schon seit den Sommerferien“, erklärte Luke, der Leylas Blick gefolgt war. „Immer wieder das selbe. Und seit ich Ruby getroffen habe, war mir klar, dass sie die ist, die gefoltert wird.“
    „Du kannst gut malen“, bemerkte Leyla und überging die Sache mit Ruby. „Aber um wieder zum Thema zu kommen: Was machen wir jetzt?“
    „Ich werde einen Ast vom Baum holen, ihn auf ihren Kopf hauen und sie zum Krankenflügel bringen.“
    Leyla starrte ihn entgeistert an. „Das kannst du nicht machen. Du wirst ihr jetzt irgendein Gegenzeugs geben und ihr alles erklären. Ansonsten werde ich das nämlich tun.“
    „Ich fass es nicht“, stieß Luke leise hervor und sah sie wütend an. „Nach allem, was ich dir erklärt habe, willst du Ruby und mir das wirklich antun!“
    „Ja. Hast du nun ein Gegenmittel da?“ Leyla verschränkte die Arme.
    „Ich...“ Luke sah sie immer noch säuerlich an, doch nun machte sich ein anderer Ausdruck in seinen Augen breit: Gequältheit.
    „Ja. Hier.“ Er nahm dieselbe Spritze, die er schon vorhin in Rubys Arm gerammt hatte, doch diesmal schimmerte die Flüssigkeit da drin gelb.
    Leyla nahm sie entgegen und drückte die Spitze in Rubys Schulter.

    4
    Rubys Träume ergaben keinen Sinn.
    Als Erstes stand sie auf einer großen runden Steinplattform. Es war dunkel und nur ein paar Fackeln um den Platz herum erleuchteten die Umgebung. Vor Ruby stand eine alte Frau mit hüftlangen grauen Haaren und eingesunkenen Gesicht und musterte sie mit zugekniffenen Augen und um den Platz herum waren lauter Blicke auf die beiden gerichtet.
    „Trete vor, Ruby Meyer“, sagte die alte Frau mit tiefer Stimme.
    Zitternd setzte Ruby einen Fuß vor den anderen, bis sie schließlich nur noch knapp ein Meter vor der Dame entfernt stand. Diese streckte ihre Arme aus. „Gebe mir deine Hände.“
    Ruby tat wie geheißen und legte ihre Hände in die der Grauhaarigen.
    Sobald ihr Unterarm die Haut der Frau berührte, verschwamm der Platz um sie herum und Ruby sah kurze Zeit nur eine graue Wolke, dann klärte sich ihre Sicht. Sie war in einem dunklen Raum mit nur einem kleinen Fenster, alles in allem kam sie sich vor wie in einer Gefängniszelle. Dann bot sich ihr eine Szene, die sie am liebsten hatte wieder vergessen wollen.
    In der hintersten Ecke der Zelle lag sie selbst; zusammengekrümmt und stark zitternd. Vor ihr lief eine Frau hin und her und Ruby erkannte sie von den Fotos der Zeitungen: Zoe Blake.
    Sie spielte mit ihrem Zauberstab und sah die wimmernde Ruby an. „Was mach ich nun mit dir?“
    „Freilassen?“, presste Ruby mit schwacher Stimme hoffnungsvoll nach.
    „Ich muss sagen, ich kann verstehen, weshalb der junge Clark so vernarrt in dich ist“, erwiderte Blake und musterte die Gestalt auf dem Boden. „Selbst nach so vielen Einheiten besitzt du immer noch die Frechheit, mir dumm zu kommen. Ich würde dich wirklich gerne für unsere Sache gewinnen. Aber ich denke, du hast deine Meinung immer noch nicht geändert?“
    Die zusammengekauerte Ruby schüttelte den Kopf, zu mehr war sie anscheinend nicht in der Lage.
    Zoe Blake seufzte. „Dann tut es mir Leid. Ich denke, wir versuchen es mal anders.“ Blake drehte sich zur anderen Seite um, zu der Seite, an der eine Gittertür sperrangelweitoffen stand. Offenbar hatte Blake kein Befürchten, dass Ruby fliehen könnte. „Marcus, Hektor, holt ihn rein!“, rief sie.
    Zwei großgewachsene Männer, wahrscheinlich Marcus und Hektor, schoben einen Jungeb mit lockigen Braunen Haaren in den Raum: Luke.
    Dann wechselte die Szene und Ruby war mit ebendiesen Luke in einem Wald. Sie standen eng umschlungen und küssten sich. (innerlich verfluchte Ruby ihr Unterbewusstsein) Luke löste sich von ihr und flüsterte: „Es tut mir Leid.“ Dann rammt er ihr eine Spritze in die Haut und Ruby kam wieder zu sich.

Kommentare (31)

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Emilia Lillyan v. R. (35210)
vor 86 Tagen
Oder auch nicht... Schade :( Ich hätte gern gewusst wie es weiter geht...
Emilia Lillyan v. R. (35210)
vor 86 Tagen
Boah! Deine Geschichte ist einfach total super geschrieben, das muss man jetzt einfach sagen. ❤️ Du musst unbedingt weiterschreiben! Ich bin gespannt wie es mit Luke, Ruby und co. weitergeht... 🤗 Das war eine tolle Idee, das mit der Zauberschule in Deutschland ect. Wirklich coole Geschichte! ❤️
Svenja Granger ; ) (38349)
vor 424 Tagen
Hey Leute!
Mir ist eben eine Idee gekommen und ich wollte mal schauen, was ihr dazu meint: Soll ich vielleicht bei Teil10 noch mal alle zusammen online stellen? Durch die vielen Pausen ist wahrscheinlich schon so manches in Vergessenheit geraten und diejenigen, die die FF zum ersten Mal lesen, finden gleich rein. Schreibt mir, was ihr von der Idee haltet :)
Svenja Granger ; ) (45537)
vor 427 Tagen
@Claire: Vielen Dank für dein liebes Review! Ich freu mich über jeden Kommentar und beeile mich so gut es geht: Bleibt dran :)
Claire (83865)
vor 432 Tagen
Die Geschichte ist soooo toll! Bitte poste den nächsten teil so schnell wie möglich!!! ♡♥
Svenja Granger ; ) (76605)
vor 443 Tagen
@pokemon und LilyPotter: Vilen Dank :) Ich weiß, es kam schon ewig nichts mehr, aber ich bleibe auf jeden Fall dran. Brauche noch ca. ein Abschnitt und dann wird hocheladen :)
LG
LilyPotter (03709)
vor 448 Tagen
Bitte schreib weiter.
Ich würde mich total freuen!!!!!
Glg LilyPotter
pokemon (92402)
vor 472 Tagen
Schreib bitte weiter 🙏 🙏 🙏
Die ff ist so 😍 😘 😙 cute
Apap (43278)
vor 540 Tagen
Liest sich schnell weg. Ist ja auch ordentlich was los bei Luke, Ruby
& Co. Und Du beschreibst die Gefühle der Figuren sehr gut.
Ich hoffe Ruby und Luke finden am Ende zusammen ...

Machst das toll!
Svenja Granger ; ) (81669)
vor 542 Tagen
@Zoé Castellan: Ich versteh nicht ganz?😂
Zoé Castellan (58946)
vor 542 Tagen
Oh, ich heiße auch Zoé. Mist;)
Svenja Granger ; ) (15835)
vor 543 Tagen
@Beccor: Vielen Dank!
Ich werde mal bei dir vorbeischauen :)
Beccor (07163)
vor 568 Tagen
Echt coole Idee. Ich habe deine ff gefunden, weil du für sie Werbung gemacht hast auf der Startseite von ff Harry Potter. Währe echt cool, wenn du bei meinem Profil nachschaust und unter Lieblinbsquizz, die ff Alaska Winter, die Eiskönigin von Hogwarts anschaust. Ist meine erste ff
Svenja Granger ; ) (90286)
vor 584 Tagen
Hehe, bei mir nämlich auch ;-)
der vierte Teil zu dieser Reihe gehört und ihr könnt ihn somit nicht unter "die anderen Teile dieser Geschichte" finden. Hier mal der Link:

http://www.testedich.de/quiz38/quiz/1449935605/Das-groessere-Wohl-Teil-4-ueberraschende-Wendungen

Viel Spaß beim Lesen (und Lasst mir ein Kommi da und schreibt, wie es weiter gehen soll) :)
MiaMaria (66793)
vor 600 Tagen
Um ehrlich zu sein, immer wenn ich Kommi schreibe muss ich Autokorrektur "umgehen", sonst steht da auch Kommission (^_-)
Svenja Granger ; ) (48234)
vor 600 Tagen
@MiaMaria: Vielen Dank für dein lieben Kommi :)
Mir ist ganz warm um's Herz geworden, als ich ihn gelesen habe^^.
Haha, ja stimmt, das ist mir gar nicht aufgefallen x'D
Den Text hatte ich nämlich per Handy geschrieben und das hatte dann wohl seine eigene Vorstellung, was man aus 'Kommi' noch so alles machen kann... :D
MiaMaria (66793)
vor 601 Tagen
Ich habe eine kurze Frage; schreibst du mit Autokorrektur? Denn es heisst Kommentar, nicht Kommission :-D
MiaMaria (66793)
vor 601 Tagen
Ich habe alle drei Teile deiner Geschichte an einem Stück gelesen, und bitte schreib bald weiter! Denn sie ist echt gut! Und auch wenn vielleicht nicht sehr viele Kommis kommen, ich glaube trotzdem mehrere Leute lesen deine Geschichte - ich habe an Anfang auch keine hinterlassen und war ein sogenannter Schwarzleser, aber wenn man einen Kommi schreibt schreibt oft der Autor bald weiter! *lach*
Svenja Granger ; ) (43730)
vor 603 Tagen
Hey Leute... der nächste teil ist da!^^
Diesmal sogar in der richtigen Kategorie xD
Für alle, die neu sind und die ersten beiden Teile suchen: Klickt einfach auf "die anderen Teile der Geschichte" (und lasst mir ein Kommission da :))
Svenja Granger ; ) (35209)
vor 620 Tagen
@Auriga: Lass dich überraschen... der nächste Teil ist in Arbeit ;-)
Haha, jaah schön wär's... ^^