Eine Reise durch die Zeitalter Ea's (Teil 1)

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10 Kapitel - 3.907 Wörter - Erstellt von: Melauriel - Aktualisiert am: 2016-01-19 - Entwickelt am: - 791 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Begleitet die Dame Lotessë durch die Geschichte ihres Lebens und ihre Abenteuer in Aman und Mittelerde. Was ist ihr Schicksal und wird es sich erfüllen?
Selbstverständlich musste ich Teile der großartigen Tolkien Saga abändern. Die Fans mögen mir verzeihen, und ihre Kritik offen kundtun. Und nun viel Spaß beim Lesen

    1
    Der Geruch von nassem Laub kitzelte Lotessë in der Nase. Wo war sie und was war geschehen? Die letzten Erinnerungen war wie sie Sauron stürzte und mit sich in den Abgrund zog, und dann fiel sie in die Dunkelheit, ohne ein Gefühl für Raum und Zeit.
    Eine Stimme ließ sie jäh aus ihren Gedanken aufschrecken, sie öffnete ihre Augen und blickte direkt in die Augen eines Elben, der ihr wage bekannt vor kam.
    "Guten Abend meine Dame, wenn ihr gestattet ich bin Elrohir aus Bruchtal, ich entdeckte euch ohnmächtig und unbekleidet heute Mittag am Wegrand liegen, ich kümmerte mich um Euch, doch gebt ihr mir einige Rätsel auf. Wer seid ihr und wie kamt ihr hier her?" Sagte der Elb in der Sprache der Menschen.
    "Alista în"? (Wisst ihr es nicht) Entgegnet die Frau auf Elbisch.
    Verdutzt schaut Elrohir die Dame an bis auf wenige der Dunedain hatte er noch keinen Menschen getroffen seit den Anfängen diesen Zeitalters der Sindarin sprach und das ohne jeglichen Dialekt, und in einer vollkommenen Reinheit.
    "Da ihr mich nicht erkennt, sollt ihr mich Lotessë nennen!
    Doch nun sagt mir mein Freund, wo in Mittelerde wir uns befinden? Ich sehe das Nebelgebirge von hier und so müssten wir hier in Eregion sein unweit von Imladris, und doch ist diese Land mir fremd und nichts ausser der Berge mir bekannt zu sein scheint. So sagt mir, welchen Tag wir heute haben?" Bei den letzten Worten zitterte Lotessës Stimme kaum merklich, in ihr keimte ein furchtbarer Verdacht auf.
    "Es ist der 1. Oktober 3018 im dritten Zeitalter. Und tatsächlich sind wir in Eregion und ich bin der Sohn Elronds dem Gründer und Herren von Imladris."
    Innerlich erstarrte Lotessë, ihre schlimmsten Befürchtungen hatten sich bewahrheitet.
    "Bringt mich sofort zu eurem Vater!" Ein Unterton welcher keine Widerrede duldete schwang in ihrer sonst so klaren Stimme mit.
    Und so war es Elrohir der die Tochter der Sterne in diesem Zeitalter als erstes erblickte und sie zu seinem Vater geleitete.

    2
    Ein Zeitalter der Welt war sie also durch die ewige Finsternis getrieben. Prüfend sah Lotessë in den Spiegel.
    Elrond selbst hatte sie in ihr Zimmer geleitet. Er hatte sie sofort erkannt, als sie nur in Elrohirs Umhang gehüllt in Imladris eintraf und nach einer kurzen Unterredung hatte er sie in dieses Zimmer gebracht, damit sie sich erfrischen und ankleiden konnte.
    Man hatte ihr ein Kleid aus mitternachts blauer Seide gebracht, es schmeichelte ihrer Figur und ihre schwarzen Haare fielen offen bis zu ihren Hüften, ihre Augen welche die Farbe von flüssigen Silber hatten funkelten ihr entgegen. Lotessë verlässt mit einem letzten zweifelnden Blick in den Spiegel ihr Zimmer und macht sich auf den Weg zu Elrond. Denn tausende Fragen schwirrten ihr durch den Kopf, was war geschehen nach dem Numenor vergangen war, was war aus Sauron geworden, und aus Elendil hatte er es geschafft Mittelerde zu erreichen?
    Und der Herr von Imladris beantwortete ihr all diese Fragen.
    Elrond erzählte ihr von der Ankunft Elendils und dem wieder Aufstiegs Saurons, er sprach von dem letzten Bündnis zwischen Menschen und Elben, von der letzten Schlacht am Fuße des Orodruin, in der Gil-galad, Oropher, Elendil und viele andere welche Lotessë gekannt hatte fielen. Doch letzten Endes wurde Sauron abermals gestürzt, aber Isildur welcher Sauron besiegte nahm den Meisterring an sich statt ihn zu zerstören, und so konnte Sauron nur geschwächt und nicht vernichtet werden.
    " Und nun befindet sich der Ring in der Hand eines Hobbits auf dem Weg hier her, wo über ihn entschieden werden soll!" endete Elrond.
    Lange sahen sie sich schweigend an. Dann erhob sich Lotessë:" Ich danke Euch Herr Elrond, doch jetzt muss ich für mich alleine sein, denn viele Fragen hatte ich und nun muss ich über die Antworten nach denken." Sie verließ das Zimmer und Elrond blieb nachdenklich zurück.
    Er hatte gedacht sie wäre nach Valinor zurück gekehrt, dem Leben in diesen Landen überdrüssig geworden. Nie hatte Elendil davon gesprochen, wer sie nach Mittelerde schickte und nie wäre Elrond der Gedanke gekommen, dass sie sich Sauron stellen würde.

    3
    Gedanken verloren sitzt Lotessë an einem Brunnen, vieles was sie die letzten Stunden gehört hatte, war noch nicht recht zu ihr durchgedrungen. Plötzlich lauter werdendes Hufgetrappel ließ sie aufschrecken. Dort kam ein Reiter auf einem pechschwarzen Pferd direkt auf sie zu galoppiert. Eine freudige Unruhe ergriff sie.
    " Konnte das sein?"fragte sie sich. Doch dann wurden jegliche Zweifel zerrissen, das Pferd wieherte laut, warf den Elb auf seinem Rücken ab und stand mit einem Satz vor Lotessë.
    " Duath mein alter Freund!" liebevoll strich sie dem Hengst, welcher ihr einst von ihrem Vater geschenkt wurde und sie durch alle Gefahren begleitet hatte, über die Blüten förmige Blesse, und das erste Mal seid ihrer Wiederkehr überkam sie ein tiefer Frieden.
    "Verzeiht meine Dame, doch würde ich gerne erfahren, wer ihr seid und woher ihr mein Pferd kennt, denn euch kenne ich nicht!", der Elb den Duath abgeworfen hatte, war zu ihnen herüber gekommen.
    " Ich bin die Dame Lotessë, und leider muss ich euch mitteilen, dass dies mein Pferd ist, welches ich vor langer Zeit bei einem alten Freund zurück lassen musste! So sagt mir Herr Elb, wie also kommt ihr in den Besitz von Duath?" Lotessë sah die Verwirrung in dem Gesicht des jungen Elben, innerlich musste sie schmunzeln, nicht vielen gelang es einem Elben die Sprache zu verschlagen.
    " Wie wäre es wenn ihr euch erst einmal vorstellt? So wie es die Höflichkeit fordert!" fügte sie, eine Spur strenger als gewollt, hinzu.
    Der Elb mit den dunklen Augen schien langsam die Fassung wieder zu finden, er deute eine Verbeugung an und lächelte:" Verzeiht, der Sturz hat mich leicht durcheinander gebracht, und so vergas ich meine Manieren. Ich bin Legolas Grünblatt, Sohn des Herren Thranduil König des Waldlandreiches."
    "Thranduils Sohn?", schoss es Lotessë durch den Kopf, er hatte also eine Frau gefunden und war glücklich geworden, und auch wenn sie ihn nie geliebt hatte, so versetzte es ihrem Herzen einen Stich.
    " Dies erklärt wie Duath in euren Besitz kam. Einst kannte ich euren Vater und viele Gefahren teilten wir miteinander, doch hatte ich eine Aufgabe zu bestehen, bei der mich keiner begleiten sollte und so ließ ich Duath bei eurem Vater zurück."
    Legolas schien abermals sehr überrascht zu sein.
    "Wer seid ihr? Und woher kennt ihr meinen Vater.?", fragte er Lotesse erneut.
    " Ich bin die Dame Lotesse, und da Thranduil euch nicht gesagt hat wem dieses Pferd gehört, so will ich sein Schweigen nicht brechen. Wer ich wahrhaft bin, werdet ihr alleine herausfinden müssen, junger Elbenprinz!"
    Der Elb setzte zu einer Antwort an, doch da trat Elrond in den Hof.
    " Legolas Grünblatt, kommt ihr mit Botschaften eures Vaters? So folgt mir und berichtet!"
    Mit einem letzten fragenden Blick zu Lotessë ging er Elrond hinterher.

    4
    Legolas hatte die Nachricht seines Vaters überbracht. Nachdem Herr Elrond ihn entlassen hatte, machte sich Legolas auf den Weg zu den Stallungen, er wollte nach Duath sehen und außerdem vermutete er Lotessë dort. Er hatte noch viele Fragen an sie, eine davon war woher sie seinen Vater kannte. Über den er selbst kaum etwas wusste, außer das er verbittert war und sich für nichts außerhalb seines Reiches interessierte.
    Als er die Stallungen erreichte, fand er Duath nirgendwo und auch von der Dame Lotessë fehlte jede Spur. Ratlos machte er sich auf die Suche, bis er von weitem eine Stimme vernahm, eine Stimme so klar wie die Sterne, und die Stimme sang, sang vom Untergang Beleriands. Und so sehr berührte es sein Herz, dass er seine Suche vergaß und in die Richtung ging aus welcher der traurige Gesang kam.
    Und auf einer Lichtung fand er sie, Lotessë lag auf dem Rücken des grasenden Duaths und sang mit einer Süße und zugleich mit einer Bitternis, wie er nie zuvor vernommen hatte. Der Elbenprinz war gefesselt von ihrer Erscheinung, unfähig etwas zu sagen, stand er bloß da und lauschte ihrer Stimme.
    Nachdem Lotessë geendet hatte, schwang sie sich elegant Duath seinen Rücken hinab und ging Legolas lächelnd entgegen.
    "Ich habe auf euch gewartet, Legolas Grünblatt. Da ihr durch mich nun kein Pferd mehr habt, so möchte ich euch gerne einen Wunsch erfüllen. Doch wählt ihn mit bedacht."
    Bevor er Lotessë hatte singen hören, hätte er sie gebeten alles über seinen Vater zu erzählen, doch all das war nun nebensächlich.
    "Bitte, meine Dame singt für mich."
    Sie ließ sich am Fuß einer alten Eiche nieder und deutete dem Elb es ihr gleich zu tun und dann sang sie von Doriath, von Thingol und Melian, von Gondolin und vielem mehr. Und während sie sang, zog die Nacht vorüber.
    Doch je wurden sie aus dieser Zweisamkeit gerissen. Elrond kam, in Begleitung eines in grauen Kleider gewandeten alten Mannes, auf die beiden zu.
    "Ein Zeitalter der Welt hat sich Mittelerde nach der Lieblichkeit eurer Stimme gesehnt und auch mir erwärmt es das Herz. Doch meine Dame ist nun nicht die rechte Zeit um singend mit einem Elbenprinzen die Nacht zu verbringen. Vieles gibt es das wir zu besprechen haben!"
    Lotessë lachte hell auf:" Olorin (Gandalf) in all den Jahrhunderten habt ihr euch doch nicht geändert. Trotzdem will ich eurem Wunsch nachkommen, und mich mit euch beraten.
    Mein Herr Legolas wie ich euch bedauerlicher Weise mitteilen muss, geziemt es sich nicht für mich, mich Nächtens der Freude des Singens oder einem Elbenprinzen hinzugeben. Verzeiht mir also wenn ich euch nun alleine lassen muss!"
    " Er wird es überleben und ich glaube auch nicht das Thranduil es gut heißen würde, wenn er wüsste was sein Sohn hier tut!" brummte Gandalf, reichte Lotessë seinen Arm und ging mit ihr und dem Herrn Elrond in Richtung des Haupthauses.
    Legolas erschien es als würde er aus einem Traum erwachen, noch immer wusste er nicht wer sie war, doch sie hatte sein Herz berührt.

    5
    2 Tage waren seit Gandalfs Ankunft vergangen. 2 Tage in denen Lotesse kaum geruht hatte. Sie hatten sich beraten und Pläne für ihr weiteres Vorgehen gemacht. Doch was nutzte das, der Ring war in den Händen eines Halblings auf dem Weg zu ihnen, doch wurde er von den Nazgul verfolgt, welche Aussicht auf Erfolg hatte er also?
    Lotessë erhob sich plötzlich von ihrem Stuhl, sie sah zu Gandalf und Elrond hinüber:" Verzeiht meine Herren, doch sehe ich kein Sinn uns weiter die Köpfe zu zerbrechen, so lange der Ring sich nicht in Imladris befindet. Mich verlangt es nach frischer Luft und dem Licht der Sterne, ihr entschuldigt mich also."
    Ohne eine Antwort abzuwarten verließ sie das Zimmer.
    Lotessë begab sich zu den Stallungen, sie wollte mit Duath raus reiten.
    Als sie den Stall betrat fand sie neben Duath auch den Sohn Thranduils. Legolas sprang auf und verneigte sich elegant.
    "Heute war ich es der auf Euch gewartet hat, meine Dame."
    "Mir steht nicht der Sinn nach langen Gesprächen Herr Elb, doch wenn Ihr wollt, so begleitet mich." Sie stieg auf Duaths Rücken und hielt Legolas ihre Hand entgegen, kurz zögerte er, doch dann schwang er sich hinter sie aufs Pferd.
    Duath wieherte wild und stürmte los. So ritten sie durch die Nacht und erst als der Morgen schon weit fortgeschritten war kamen sie zurück nach Imladris.
    Im Hof wurden sie bereits von Arwen erwartet.
    "Meine Herrin, er ist hier. Und der Halbling ist schwer verletzt. Mein Vater schickt nach euch."
    " Dies sind gute und zugleich auch schlechte Neuigkeiten, Frau Arwen, so bringt mich schnell zu ihm."
    Mit einem entschuldigenden Lächeln wandte Lotesse sich an Legolas: " Verzeiht mein Herr Legolas, doch aber mals ruft die Pflicht nach mir, würdet Ihr Duath versorgen für mich?
    "Ich werde gut für ihn Sorgen, tut unbesorgt was ihr tun müsst, Lotessë!"
    "Ich danke Euch!" Mit einem letzten Lächeln ging Lotessë Arwen hinter her.

    6
    Erschöpft saß Lotessë in einem Stuhl neben Frodos Bett. Es war geschafft, sie hatten den Splitter der Morgulklinge gefunden und den Schatten aus dem Hobbit vertreiben können. Er würde immer einen Makel an sich tragen, doch er würde leben.
    Auf des Halblings Brust ruhte an einer Kette, der eine Ring. Saurons Ring der Macht, für einen einzigen Augenblick verspürte Lotessë den Wunsch ihn an sich zu nehmen. Doch sofort besann sie sich. Sie kannte das Übel aus welchem er geschaffen worden war, und nichts Gutes könnte je daraus hervorgehen.
    Sie spürte Gandalfs Blick auf sich ruhen, ob er ahnte was sie dachte?
    "Nun muss der Schlaf die Heilung bringen. Und auch ich werde nun ruhen. Sorgt euch nicht zu sehr Olorin."
    Als Lotessë das Zimmer verließ wurde sie schon erwartet.
    Doch nicht nur Legolas wartete dort, es waren auch drei Hobbits und Glorfindel, welcher ihr einst die Botschaft ihres Vaters brachte welche sie veranlasste nach Numenor zu segeln, und für einen Moment erstarrte Lotessë, dann lachte sie, und wandte sich an den Menschen:" Ihr seid der Erbe Numenors, stark ist Elendils Blut in euch."
    "Aragorn ist mein Name und in der Tat ist Elendil mein Ahnherr. Doch wer seid ihr meine Dame?"
    Doch noch ehe Lotessë zu einer Antwort ansetzten konnte, begann Glrofindel zu sprechen: Dies ist die Dame Lotessë welche noch viele andere Namen trägt. Und ein Zeitalter der Welt ward sie nicht mehr in diesen Landen gesehen. Umso mehr erfreut es mein Herz das der Glanz der Sterne nach Mittelerde zurück gekehrt ist." Er verneigte sich in Richtung Lotessë.
    " Verzeiht, ich möchte ja nicht unhöflich erscheinen, doch wie geht es dem Herren Frodo, ist meine Frage, zwischen all den schönen Worten." ein dunkel haariger Hobbit war vor getreten, als Lotessë ihm in die Augen schaute, senkte er verlegen seinen Blick.
    " Verzagt nicht junger Freund, deinem Herren geht es gut, er wird jetzt lange schlafen müssen. Ruhen werde auch ich nun, und ihr meine Freunde solltet es mir gleich tun, den unruhige Zeiten liegen vor uns allen."

    7
    Nachdem Frodo wieder zu Kräften gekommen war, wurde ihm zu Ehren ein Festmahl abgehalten. Am nächsten Tag würde es ein Rat geben, welcher über das weitere Schicksal des Rings entscheiden würde.
    Nach dem Mahl ging die Gesellschaft in die Halle des Feuers um den Abend in Harmonie ausklingen zu lassen. Lotessë ließ sich neben Legolas nieder, den ganzen Abend hatten sie sich unterhalten, er hatte erzählt vom Düsterwald und seinem Vater, welchen er so wenig verstand. Immer schon war Thranduil anders gewesen, doch es klang nun als würde er sich zügellos seiner Verbitterung hingeben. Lotessë hing ihren Gedanken nach an lang vergangene Tage, als sich die Türen der Halle öffneten, und ein dunkel haariger Elb die Halle betrat.
    Alle Gespräche und der Gesang verstummten augenblicklich. An Elrond seinem fassungslosen Gesicht sah Lotessë, dass auch er ihn erkannt hatte.
    Lotessë erhob sich und ging dem Elben in den dunkel blauen Umhang entgegen. Sie fühlte sich wie in einen Traum versetzt, wie konnte es sein, sie selbst hatte doch das Schiff verabschiedet, welches ihn Maglor den letzten lebenden Nachkommen Feanors, nach Valinor bringen sollte.
    " Meine Königin, einst schickte mich euer Vater mit einer Botschaft für Euch zurück nach Mittelerde, lange musste ich auf Eure Rückkehr warten."
    Maglor kniete vor ihr nieder und hielt ihr ein Schwert entgegen.
    "Euer Vater sandte mich aus, Euch "Vanwa" Euer Schwert zu überbringen. Doch von Eurer Mutter soll ich Euch folgende Worte ausrichten:
    Verzage nicht am meisten Geliebte,
    Das Ende naht, doch stets trägt die Dunkelheit auch Hoffnung,
    Und so sollst auch du meine Tochter dein Schicksal erfüllen

    Lotessë zog das Schwert aus seiner Scheide, Aule selbst hatte die Klinge einst für sie geschmiedet, ohne ein Zeichen war es, doch schien ein weißes Licht von der Uralten Klinge auszustrahlen.
    "So soll es sein!" Sprach Lotessë:" Nun mein alter Freund erhebt euch, sicher seid Ihr von Eurer Reise erschöpft, so begleitet mich auf mein Zimmer und erzählt mir Eure Geschichte."
    Als sie gemeinsam mit Maglor die Halle des Feuers verließ sah sie den Schmerz in dem Gesicht des jungen Elbenprinzen nicht.

    8
    Es dämmerte bereits, Lotesse saß allein auf einer Bank. Sie hing ihren Gedanken nach. Sie hatte es gewusst, seit sie wieder erwacht war, doch die Botschaft ihrer Eltern war eindeutig, sie musste sich Sauron stellen, und dieses Mal würde sie ihn vernichten. Sie betrachtete ihren Ring, er hatte die Form einer 8 blättrigen Blüte, Fëanor hatte ihr ihn einst geschenkt. Fëanor, die Rückkehr Maglors, hatte all die alten Wunden wieder aufgerissen. Sie erinnerte sich und doch war es als wäre es das Leben einer anderen, als sie gemeinsam mit Curufinwe die unendlichen Weiten von Aman erkundet hatte, bevor Melkors Schatten auf sie nieder fiel. Es waren friedvolle, glückliche Jahre gewesen. Lotessë atmete tief ein, sie verschloß sich vor den alten Gefühlen, 7000Jahre waren vergangen seit Fëanor fiel und doch hatte Lotessë den Schmerz nicht überwinden können.
    "Die Seele ist ein Quell, der sich in Tränen offenbart. Wer nicht weint, weiß nicht, daß er eine Seele hat."
    Lotessë schreckte aus ihren Gedanken auf, Legolas kniete vor ihr, sie hatte ihn nicht kommen hören.
    "Meine Dame welches Leid ist über Euch gekommen, Euch weinen zu sehen bricht mir das Herz." Der Prinz aus dem Düsterwald zögerte kurz, doch dann wischte er Lotessë zärtlich die Tränen aus dem Gesicht. Sie griff nach seiner Hand:" Die Schatten der Vergangenheit haben mich eingeholt, doch ihr habt sie vertrieben Legolas. Und so lasst uns jetzt nicht mehr davon sprechen."
    Sie zog den Elben neben sich auf die Bank:" Dunkle Zeiten kommen auf uns zu, lasst uns diesen Morgen noch genießen, bevor Herr Elrond uns zum Rat ruft welcher das über das Schicksal diesen Zeitalters entscheiden soll."
    So verbrachten sie den Morgen in friedvoller Zweisamkeit und bitter schien ihnen die Glocke zu läuten, welche zum Rat Elronds rief.

    9
    Der Rat hatte getagt, der Halbling Frodo würde sich mit Gandalf und 7 weiteren Gefährten auf die gefährliche Reise nach Mordor machen um den Ring der Macht zu vernichten. Sie hatten Lotessë gebeten mit ihnen zu kommen. Doch noch war ihre Zeit nicht gekommen, sie würde mit Maglor zu Iarwain Ben-arda (Tom Bombadil) reisen, es verlangte sie nach Antworten, welche nur er geben konnte.
    Lotessë betrat den Hof, viele warteten dort um sie zu verabschieden. Und nachdem Lotessë sich von Elrond, Gandalf und Frodo verabschiedet hatte, trat sie zu Duath welcher neben Legolas stand. Der Elbenprinz half ihr galant aufs Pferd, doch hielt er ihre Hand fest.
    "Ihr sagtet Dunkle Zeiten kommen auf uns zu, doch ihr habt mir die Nacht erhellt, und so will ich hoffen auch wenn es keine Hoffnung gibt, dass wir uns wiedersehen werden, Tochter der Sterne, denn so will ich euch nennen meine Dame!"
    Lotessë schaute dem Elben tief in die Augen, dann lächelte sie:" Mögen die Sterne euch auf euren Weg sicher geleiten, bis wir uns in ihrem Licht wieder treffen."
    Und mit einem letzten Lächeln ritt Lotessë los und ward in Imladris nie mehr gesehen.

    10
    Sie waren die Nacht durch geritten. Und Maglor hatte sich nicht getraut seine Herrin anzusprechen, sie wirkte tief in Gedanken, während das Land unter den Hufen ihrer Pferde vorbei zog.
    Doch als sie an einem kleinen Bach hielten um die Tiere zu tränken und sich selbst zu erfrischen wagte er das Wort an sie zu richten:" Euer Aufbruch in Bruchtal erinnerte an eine Flucht, der Sohn Thranduils, er hat Euer Herz berührt, mit dem was er sagte, doch glaube ich nicht, das dies seine Absicht war und er Euch erkannt hat, meine Dame."
    Lotesse sah Maglor streng an:" Ich denke nicht das es Euch zu steht über mein Herz zu urteilen. Indes habt Ihr recht der junge Elbenprinz hat mich berührt. Umso dringender war es sofort aufzubrechen, da er Teil der Ringgemeinschaft ist und er für diese Aufgabe all seine Konzentration brauchen wird, und er nicht durch eine Träumerei abgelenkt werden darf!"
    "Verzeih meine Herrin, in der Tat steht es mir nicht zu Eure Entscheidungen in Frage zu stellen. Ich wünsche mir bloß für Euch, dass auch Ihr einer glücklichen Zukunft entgegen geht."
    Sie lachte höhnisch:" Ihr wisst genauso gut wie ich, dass mir das nicht vergönnt ist mein Herr Maglor, es macht also keinen Sinn über eine Zukunft zu sprechen die es nie geben wird!"
    Sie wandte sich von dem Elben ab. Die Wahrheit war, je mehr Zeit sie an der Seite Legolas verbracht hatte, umso mehr hatte sie versucht einen Weg zu finden ihrem Schicksal zu entgehen. Doch keinen Ausweg und keine Hoffnung gab es für sie. Und so hatte Lotesse entschieden Bruchtal sofort zu verlassen, bevor sie nicht mehr die Kraft gehabt und ihrem Herzen nach gegeben hätte.

Kommentare Seite 2 von 2
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Tinúviël Ithildraug ( 40011 )
Abgeschickt vor 379 Tagen
Das ist anmaßend. Ich denke deine Art zu schreiben geht ganz gut in die Richtung Tolkien's. Es ist eh fast unmöglich so zu schreiben wo er, schließlich hat Tolkien viele Sprachen studiert oder zumindest sich mit ihnen ausführlich beschäftigt. Außerdem war es eine andere Zeit. Aber ss hängt auch davon ab, wer gerade spricht. Ein Zwerg würde sich viel direkter ausdrücken als ein Hobbit. Ein Elb viel wortreicher als ein Rohirrim.
Natürlich sind deine Kapitel wieder sehr schön. Es sieht so aus als würde sich ein großes Unheil anbahnen...
Namarië, meldis nîn
Melauriel ( 98387 )
Abgeschickt vor 380 Tagen
Freut mich das zu hören. Ich hoffe ich kann euch auch weiterhin begeistern.
Lonukira ( 74527 )
Abgeschickt vor 380 Tagen
Schon wieder ein so schönes Kapitel. Es ist einfach so unglaublich, wie du den Leser voll und ganz in Mittelerde eintauchen lassen kannst. Und auch deine Charaktere sind so glaubwürdig, so lebendig....einfach unbeschreiblich.
Melauriel ( 11049 )
Abgeschickt vor 391 Tagen
Tolkien und seine Werke begleiten mich, meiner Mutter sei dank, seit meiner frühen Kindheit, so zu sagen meine erste große Liebe. Ich war auch von Beginn an darauf bedacht so zu schreiben, wie ich denke, dass Tolkien es am ehesten ausgedrückt hätte (ich finde mich grade furchtbar anmaßend). Eher eine ergänzende Geschichte, als eine Neue.
Und ich freu mich jedes mal wie ein kleines Kind über deine Komentare. :D
Ein kleiner geheim Tip, jetzt wo meine eigentliche Geschichte erst richtig beginnt, ist es klug den Frieden zu genießen, aber die Taschentücher nicht, all zu weit weg, zu stellen. ;)
Bis Bald
Tinúviël Ithildraug ( 59556 )
Abgeschickt vor 392 Tagen
Du scheinst es dir als Ziel gesetzt zu haben mich zum Weinen zu bringen. Schon wieder so schöne Kapitel. Es ist schön auch mal ein bisschen was über den Frieden in dieser Welt zu lesen, ohne dass die Geschichte einfach nur kitschig wird. Ganz im Gegenteil, sie wirkt auf mich sehr realistisch. Die Beziehung zwischen Lotesse und Thranduil, aber auch im allgemeinen zu allen Person z.B. Maglor oder Feanor, ist total schön gestaltet. Ich liebe deine Geschichte, deine Charaktere und deinen Schreibstil. Ach, eigentlich alles!
Namarië, meldis nîn
Melauriel ( 12090 )
Abgeschickt vor 399 Tagen
@ Tinuviel
Es freut mich total das zu hören. Ich war mir selbst so unsicher, und hab alles irgendwie hundertmal umgeschrieben, es hat mich fast wahnsinnig gemacht. Umso aufbauender sind deine Worte für mich, hab dank. :)
Tinúviël Ithildraug ( 59556 )
Abgeschickt vor 401 Tagen
Der Teil ist so wunderschön. Ich könnte weinen so schön *schnief*.
Namarië, meldis nîn
Melauriel ( 12090 )
Abgeschickt vor 403 Tagen
@ Nandomiel
Danke, es freut mich wenn es dir gefällt. :D

Und ich kann jetzt auch mit einer Woche Verspätung mitteilen, dass Teil 6 fertig ist! Tut mir leid, aber irgendwie hatte ich eine kleine Denkblockade.
Nandomiel ( 07327 )
Abgeschickt vor 410 Tagen
Dein Schreibstil und deine Ideen sind einfach der Wahnsinn! Mir kommt es fast so vor als hätte die Geschichte Tolkien höchstpersönlich geschrieben! Mach weiter so. Ich freue mich schon sehr auf die nächsten Teile. ;)
Melauriel ( 12090 )
Abgeschickt vor 411 Tagen
Es tut mir leid,ich musste leider sehr viel arbeiten, jetzt hab ich aber frei und mach mich an Teil 6. Ich denke nach dem Wochenende gehts weiter.
Tinúviël Ithildraug ( 59556 )
Abgeschickt vor 414 Tagen
Und ich bereue meine Antwort. Ich möchte unbedingt wissen wie es weitergeht. Ich bitte dich: Beeile dich mit dem nächsten Teil
Namarië
Tinúviël Ithildraug ( 59556 )
Abgeschickt vor 415 Tagen
Aiya!
Ich hätte lieber einen kürzeren 5. Teil und einen langen 6.Teil.
Wie immer wunderschöne Kapitel.
Namarië
Melauriel ( 12090 )
Abgeschickt vor 416 Tagen
@Lonukira

so liebe Kommentare, darfst du von mir aus immer wieder schreiben.
Lieben Dank ich freu mich
Lonukira ( 38587 )
Abgeschickt vor 418 Tagen
Ich weiß, ich habe es schon gesagt, aber deine Geschichte ist einfach der Wahnsinn! Sagenhaft!
Melauriel ( 12090 )
Abgeschickt vor 420 Tagen
Hallo ihr Lieben, hab grade Teil 4 abgeschickt. Ich finde es schön das euch der bisherige Verlauf der Geschichte so gefällt.
Hättet ihr lieber einen etwas kürzeren 5. und einen langen 6. Teil, oder einen sehr langen 5. Teil?
Lucy ( 17772 )
Abgeschickt vor 420 Tagen
Das ist echt cool!
Du musst unbedingt weiter schreiben!
Morgoth25 ( 27398 )
Abgeschickt vor 427 Tagen
Wahnsinn. Ich kann nicht mehr dazu sagen, denn auch den 2 Teil finde ich sagenhaft :D
Lonukira ( 18583 )
Abgeschickt vor 427 Tagen
Ich kann mich Tinúviël und Morgoth nur anschließen. Dein Schreibstil passt einfach nach Mittelerde! Weiter so!
Tinúviël Ithildraug ( 59556 )
Abgeschickt vor 429 Tagen
Bei Iluvatar! Was für eine atemberaubende Geschichte. Keine Worte könnten besser passen als deine. Von der Geschichtsidee ganz zu schweigen. Ein reiner Genuss!
Namarië, meldis nîn
Melauriel ( 68775 )
Abgeschickt vor 432 Tagen
Habt Dank ihr beiden. Ich kann gar nicht sagen wie sehr ich mich über eure Kommentare freue. Die Fortsetzung ist schon in Arbeit. Ich hoffe ich kann euch weiter begeistern. :