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Warrior Cats - Meine Liebe ist dein Tod (Kurzgeschichte)

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8 Kapitel - 3.597 Wörter - Erstellt von: Selina Sakura - Aktualisiert am: 2016-01-05 - Entwickelt am: - 1.121 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Eispfote liebt Winterpfote schon seit sie denken kann. Sie ist die einzige, die dem Einzelgänger zur Seite steht und das, ohne je ein Wort mit ihm gesprochen zu haben. Doch dann beginnt sich Sonnenpfote für Winterpfote zu interessieren und droht das hauchzarte Band zwischen den beiden zu zerbrechen. Das kann Eispfote nicht tolerieren.

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    Er ist wieder allein. Wie fast immer. Er sitzt auf der umgestürzten Birke, das Gesicht der Herbstsonne zugewandt und genießt mit geschlossenen Augen
    Er ist wieder allein. Wie fast immer. Er sitzt auf der umgestürzten Birke, das Gesicht der Herbstsonne zugewandt und genießt mit geschlossenen Augen das warme Licht. Unter ihm plätschert ein malerischer Bach dahin. Die Wellen funkeln und glitzern wie Diamanten. Ein Vögelchen landet auf einem der Moosbewachsenen Steine, trinkt und zwitschert leise. Winterpfote öffnet die Augen und beobachtet es, so wie ich ihn beobachte. Zärtlich ist sein Blick, der auf dem kleinen Vogel ruht und er lächelt, als das Rotkehlchen schließlich davonfliegt. Mich sieht er nicht. Das kann er auch nicht. Ich habe genau darauf geachtet, dass man mein weißes Fell zwischen den Blättern nicht erkennen kann. Ich liebe es ihn zu beobachten. Alles was er tut ist einzigartig. Er ist sanft wie Sonnenlicht und seine Seele so tief wie Stilles Wasser. Er ist so zerbrechlich wie die Stille, die er so schätzt, aber gleichzeitig auch stark und wild wie loderndes Feuer. Dies hier ist sein Lieblingsplatz. Ich wusste das er heute kommen würde, darum habe ich mich schon gestern Abend in den Ästen der alten Eiche versteckt. Mein warten wurde schon am frühen Morgen belohnt, als er sich durch das goldene und rote Buschwerk schlängelte und elegant auf seinen Baum sprang. Ich habe noch nie einen so wunderschönen Herbst erlebt. Ich präge mir das Bild, das sich mir bietet, fest ein und verstaue es tief in meinem Herzen. Winterpfote, umrahmt vom flammenden Blätterdach der Bäume. Das goldene Sonnenlicht spielt mit seinem Pelz und lässt das Fell glitzern wie frisch gefallener Schnee. Unter ihm spendet der Bach den letzten grünen Pflanzen leben. Der Blick seiner Dunkelblauen Augen folgt dem fortfliegenden Vögelchen zum Himmel. Ein Bild, zum sterben schön. „Winterpfote, starrst du schon wieder ins leere?“ Es ist Regenpfote, der das alles kaputt macht. Sein dunkelgrauer Pelz zerstört jegliche Harmonie und seine hässlichen Worte sind nicht nur für Winterpfotes Herz wie Gift. Ich hasse Regenpfote. Ich wünschte, der grüne Husten würde ihn bekommen. Regenpfote springt neben Winterpfote auf den Baumstamm und grinst ihn breit an. „Pass nur auf, dass du nicht ins Wasser fällst, du Flohpelz.“ Oh, wie ich ihn hasse. Er stößt Winterpfote hart in die Seite, sodass er das Gleichgewicht verliert und abrutscht. Mit einem Platsch landet er im seichtem Wasser, das so kalt ist, dass er sofort am ganzen Leib zittert. Regenpfote lacht spöttisch. Es wird Zeit für mich, zu handeln. Geschickt und leise, wie eine Schlange klettere ich von meinem Baum, dann husche ich ein Stück in den Wald hinein. Ich zähle in Gedanken bis zehn, dann drehe ich mich um und renne zurück. Diesmal trample ich bewusst laut durch das Unterholz. Als ich wieder am Bach bin, sind Winterpfote und Regenpfote nicht mehr alleine.

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    Kastanienpfote und Rehpfote sind bei ihnen, als ich in ihrem Blickfeld erscheine. Regenpfote sieht auf. Als er mich erkennt, verändert sich etwas in
    Kastanienpfote und Rehpfote sind bei ihnen, als ich in ihrem Blickfeld erscheine. Regenpfote sieht auf. Als er mich erkennt, verändert sich etwas in seinem Blick. Er grinst noch ein bisschen breiter und baut sich triumphierend auf Winterpfotes Platz auf. „Hey Eispfote! Du hast das beste Verpasst. Winterpfote ist baden gegangen.“ Nein, habe ich nicht, denke ich wütend, aber mein Blick bleibt so weich und sanft wie immer. Ich bin die Schwache. Die liebliche, freundliche Kätzin, die jeder gut leiden kann. Und die keiner Fliege was zu Leide tun könnte. „Oh, der Arme. Was wenn er sich erkältet?“ fragte ich. In meiner Stimme liegt keine Ironie und sie klingt samten und zurückhaltend wie immer. Rehpfote kichert fies und springt nach oben zu Regenpfote. „Also, ich finde, die Erkältung hat er sich verdient, so wie er Kastanienpfote letztens angesehen hat.“ Kastanienpfote nickt und lacht. „Genau, der hat mich doch angestarrt, als wolle er mich vernaschen. Richtig eklig:“ Ich weiß besser, warum Winterpfote Kastanienpfote so angesehen hat. Schließlich hat sie ihm doch ihre Liebe gestanden. Nur um ihn kurz darauf auszulachen. Ich weiß, dass Winterpfote wusste, das sie es nicht ernst meinte, aber als er später an seinem Platz saß, lag eine blutende Verletzung in seinen Augen. Rehpfote ist Kastanienpfotes Schwester und beste Freundin zugleich. Ich wette, sie steckt dahinter. Und ich weiß auch, wie ich es ihr heimzahlen kann. „Hast du denn heute noch Zeit, Regenpfote?“ flöte ich und springe zu den beiden hinauf. Meine Pfoten kribbeln, als sie Winterpfotes Baum berühren, aber darauf darf ich jetzt nicht achten. Demonstrativ schiebe ich mich an Rehpfote vorbei, sodass ich Auge in Auge mit Regenpfote stehe. Er stinkt nach vertrockneter Erde und abgestandenen Wasser, doch ich tue so, als würde mir sein Geruch gefallen und drücke meine Nase ganz kurz in sein Fell. Er strahlt mich an und sieht dabei so selbstsicher und hochmütig aus, dass ich kotzen könnte. „Für dich doch immer, mein Schneeflöckchen.“ Jetzt muss ich doch ein würgen unterdrücken. Ich hasse es, wenn er mich so nennt. Aber Rehpfote hasst es sogar noch mehr als ich, also lächle ich ihn nur dämlich an. „Na los, fang mich doch.“ flüstere ich verführerisch, dann Springe ich zurück auf die Erde. Regenpfote folgt mir sofort. Aus den Augenwinkeln prüfe ich, ob Rehpfote uns auch gut im Blick hat, dann rolle ich mich auf den Rücken, als wäre ich gestolpert. Regenpfote ist über mir und berührt meine Nase mit seiner. Sein Gewicht ist schwer auf mir, aber ich weiß, dass ich ihn jederzeit abschütteln könnte, wenn ich wollte. Noch nicht. Ich sehe die Tränen, die in Rehpfotes Augen brennen. Sie liebt Regenpfote. Ihr Pech, dass ich schöner bin als sie. Ihr Pech, dass sie sich gegen Winterpfote verschworen hat. Ich hole zum finalen Schlag aus. Ich hebe meinen Kopf Regenpfotes entgegen, streife hauchzart seine Wange und flüstere ihm dann die heiligen drei Worte ins Ohr. „Ich liebe dich.“ Regenpfote grinst eklig und drückt sich noch dichter an mich. „Ich liebe dich auch, Eispfote.“ sagt er laut. Kracks. Ich kann förmlich hören, wie Rehpfotes dummes Herz zerbricht. Kastanienpfote kichert wieder. Das reicht vorerst. Jetzt ist Regenpfote dran. „Wollen wir nicht … ein wenig Spazieren gehen, Liebster.“ hauche ich sanft und schenke ihm einen verführerischen Blick aus meinen großen, grünen Augen. „Natürlich, Schneeflöckchen.“ murmelt er. Jetzt sieht er gierig aus. So ein dummer Kater. Ich winde mich unter ihm hervor und laufe federnd in den Wald hinein. „Siehst du, Winterpfote? Von so einer wie Eispfote kannst du nur Träumen.“ höre ich Regenpfote hinter mir posaunen, bevor er mir folgt. Die Worte werden sich wie Krallen in Rehpfotes Herz schneiden, aber Winterpfote werden sie nichts anhaben können. Er weiß das ich zu ihm stehe. Regenpfote folgt mir bis zu einer Lichtung, am Rand des Territoriums, dann hält er ungeduldig inne. „Ich liebe dich, Eispfote. Ich werde dir beweisen, wie sehr.“ Ich drehe mich zu ihm um und lächle brav. Sein Blick gleitet über meinen Körper, er mustert mich unverhohlen bis zur Schwanzspitze. „Du bist so wunderschön.“ murmelt er und kommt näher. „Regenpfote ...“ sage ich mit süßer Stimme, sehe ihm tief in die Augen. „Du bist widerlich.“ Meine Krallen bohren sich in seine Kehle, ein sauberer Schnitt. Es fließt kaum Blut nach außen, doch sein Schicksal ist besiegelt. Er wird qualvoll ersticken. Er starrt mich an. Verwundert und entsetzt. Er hustet röchelnd und spuckt Blut, ringt nach der guten Luft, die ihm nun für immer versagt bleibt. „Ich hasse dich mit jeder Faser meines Körpers.“ sage ich, als würde ich über das Wetter sprechen. Warum?, fragt sein Blick. Die Antwort ist er nicht wert. Nie wieder sollen seine Ohren Winterpfotes wundervollen Namen hören. Ich stehe da, wunderschön und mächtig. Der Wind pustet mir ins Gesicht und wirbelt feuerrotes Laub auf. Regenpfotes Blick wird trüb. Das letzte, was er sieht, ist mein Lächeln.

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    Kein Blut ist an meinen Krallen, als ich ins Lager zurück kehre. Dafür rollen heiße Tränen über meine Wangen und meine Stimme ist schon ganz heis
    Kein Blut ist an meinen Krallen, als ich ins Lager zurück kehre. Dafür rollen heiße Tränen über meine Wangen und meine Stimme ist schon ganz heiser, vom vielen Schluchzen. Ich bin ganz außer Atem, weil ich so schnell gerannt bin und mein Körper zittert wie Espenlaub. „Eispfote, was ist denn passiert?“ fragt Nesselherz entsetzt. Er ist mein Mentor. Ihm habe ich das Wissen zu verdanken, dass Regenpfote getötet hat. „Es … es war ein S-Streuner.“ stottere ich erbärmlich und fange auch gleich wieder laut zu schluchzen an. „Nun erzähl doch erst einmal.“ sagt Libellenflügel sanft, während sie mir beruhigend über den Kopf leckt. „Hat er dir etwas angetan?“ Ich schüttele heftig den Kopf. „Über die Grenze ist er gekommen. Regenpfote war bei mir. Er wollte … er wollte diesen Flohpelz vertreiben, aber … aber der hat ihn einfach niedergeschlagen. Regenpfote war sofort … Oh heiliger Sternenclan, dabei hat er mir doch gerade erst seine Liebe gestanden.“ Libellenflügel drückt sich entsetzt an mich. Auch in ihren Augen schimmern jetzt Tränen. „Oh, Eispfote. Das ist ja grauenhaft.“ Nesselherz dagegen sieht hart und wütend aus. „Wo war das?“ „An der Grenze, beim Fluss.“ flüstere ich. Es war ziemlich anstrengend Regenpfote so weit zu schleppen, aber das Wasser wird jeden Geruch aus seinen Pelz waschen. Auch den eines vermeidlichen Streuners. Rotstern, der schweigend alles mit angehört hat, nickt Nesselherz zu. „Du führst eine Patrouille zum Fluss. Nimm am besten Reiherschwinge, Donnerblume, Wirbelsturm und Bachkralle mit.“ Die Namen unserer besten Krieger. Wie gut, dass ihnen keine Gefahr droht, nicht wahr? Libellenflügel leckt mir sanft und beruhigend über das Fell, das immer noch ein bisschen nach Regenpfote riecht. Ich werde diesen ekelhaften Gestank wohl noch eine Weile dulden müssen. Es wäre viel zu auffällig, mich jetzt zu putzen. Ich muss das labile, zitternde Wrack Mimen, das soeben die große Liebe verloren hat. Ich stelle mir vor, es wäre Winterpfote, der von dem Streuner ermordet wurde und sofort setzt der gewünschte Effekt ein. Mein Körper verkrampft sich, während ich einen leisen, verzweifelten Schrei ausstoße. „Alles wird gut. Alles wird gut.“ flüstert Libellenflügel wie ein Mantra. Sie begleitet mich in den Heilerbau, dort soll ich meine Ruhe haben. Die Heilerin selbst, Fenchelblatt, betrachtet mich besorgt und bietet mir einen Mohnsamen zur Beruhigung an. Ich fresse ihn und flehe nach mehr, dabei sind meine Augen jetzt schon ganz schwer. Fenchelblatt gibt mir noch einen. Ich rolle mich in meinem neuen Nest zusammen, dass Libellenflügel mir aufmerksamer Weise rasch gebaut hat und wimmere mich leise in den Schlaf. Jetzt wird er dich nie wieder ärgern, Winterpfote, denke ich. Dann übermannen mich die Träume.

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    Als ich aufwache, regnet es draußen. Ironie des Schicksals, denke ich und grinse. Fenchelblatt ist nicht im Bau, vermutlich sieht sie nach Mondlicht
    Als ich aufwache, regnet es draußen. Ironie des Schicksals, denke ich und grinse. Fenchelblatt ist nicht im Bau, vermutlich sieht sie nach Mondlicht und ihren Jungen. Ich gähne herzhaft. Mein Kopf ist immer noch ein bisschen schummerig von den Mohnsamen. Ich muss den halben Tag und eine Nacht geschlafen haben. Ich strecke mich und putze endlich die Gerüche der vergangenen Zeit aus meinem Blütenweißen Pelz. Ich fühle mich gut. Erholt und erfrischt und mein Herz lacht, weil Winterpfote jetzt nichts mehr zu befürchten hat und Rehpfote gebrochen ist. Für sie wird Regenpfotes ableben wie ein Schlag in die Magengrube sein, auch nachdem, was passiert ist. Ich beschließe, mir die Beine zu vertreten und gleich nachzusehen, ob meine Vermutung richtig ist. Ohne zu zögern trete ich in den kalten Regen, der mein Fell schon bald schwer an meinen Körper klebt. Nur wenige Katzen sind unterwegs. Regenpfotes Leiche liegt mitten im Lager und die Katzen, die um ihn trauern, haben sich um ihn versammelt. Das hatte ich total vergessen. Seine Mutter Wolkensturm ist da und auch sein Vater Windkralle. Seine beiden Brüder Sturmpfote und Gewitterpfote liegen eng beieinander und haben die Nasen in seinem nassen Fell vergraben. Natürlich liegt auch Rehpfote bei ihnen, zusammen mit Kastanienpfote. Und Sonnenpfote hat es sich neben Donnerblume gemütlich gemacht. Ich atme zischend die Luft ein, als würde mir der Anblick große Schmerzen bereiten und lasse ein paar Tränen in meinen Augen funkeln. Dann gehe ich entschlossen zu ihnen hinüber und lege mich neben Sonnenpfote, um Totenwache zu halten. Hoffentlich hole ich mir seinetwegen nicht noch eine Erkältung.

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    Ich hole mir eine Erkältung. Kaum das Regenpfotes Leiche fortgeschafft wurde, fange ich auch schon an zu Niesen. Ein bisschen wütend darüber beobac
    Ich hole mir eine Erkältung. Kaum das Regenpfotes Leiche fortgeschafft wurde, fange ich auch schon an zu Niesen. Ein bisschen wütend darüber beobachte ich Rehpfote, die zusammengesunken vor dem Schülerbau sitzt. Ich sitze ähnlich zusammengesunken da, aber meine Trauer ist nur gespielt. Rehpfotes ist echt. Ihre Augen sind schon ganz tot und trübe und ich frage mich, wann sie es tun wird. Es ist offensichtlich, dass sie ihrem Leben ein Ende bereiten wird. Wie Schade. Mein Blick wandert weiter zu Winterpfote. Er sitzt ganz alleine am Lagerrand und hängt seinen Gedanken nach. Er blinzelt verwundert als ein Regentropfen direkt auf seine Nase fällt. Er ist einfach süß. Sonnenpfote scheint das auch so zu sehen, denn sie lacht und geht auf ihn zu. Neugierig beobachte ich die beiden. Sonnenpfote redet auf ihn ein und schnippt mit dem Schweif und tatsächlich bringt sie Winterpfote zum Lachen. Das ist selten. Dann redet er mit ihr und sie hört ihm mit einem verträumten Lächeln zu. Mein Herz rast vor Eifersucht. „Hallo Eispfote. Du bist sicherlich noch ganz geschockt wegen dem, was passiert ist.“ Libellenflügel ist aufgetaucht und setzt sich neben mich. Sie nervt und wenn mir Regenpfote wirklich etwas bedeutet hätte, hätte sie mir mit ihren Worten gerade ziemlich wehgetan. Man stochert nicht in Wunden. Ich zucke dementsprechend gebührend zusammen und werfe ihr einen verletzten Blick zu. Libellenflügel erkennt ihren Fehler und scharrt verlegen mit den Pfoten. „Oh, tut mir leid. Ich wollte dich nicht daran erinnern. Es ist nur … ich habe ja auch einmal einen Gefährten verloren. Hundesprung, erinnerst du dich? Er war ein so liebevoller Kater, ganz bestimmt wären wir für immer zusammen geblieben, aber dann ist er von einem Baum erschlagen worden. Also … was ich damit sagen will ist, ich kann dich verstehen.“ Und wie sie nervt. Hundesprung ist vermutlich absichtlich stehen geblieben, als der Baum stürzte, um ihren Geschnatter zu entkommen. Trotzdem lächel ich sie dankbar an. „Vielen Dank, Libellenflügel. Danke, dass du so zu mir stehst.“ Sie nickt und es glänzen schon wieder Tränen in ihren Augen. Ich wende mich wieder Winterpfote und Sonnenpfote zu. Sie reden immer noch miteinander. Winterpfote lacht glücklich und stößt sie an. Da scheinen sich ja welche gefunden zu haben.

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    Rehpfote ist tot. Nun liegt sie irgendwo auf dem Grund des Flusses, in den sie sprang. Kastanienpfote zufolge, versuchte sie nicht einmal zu schwimmen
    Rehpfote ist tot. Nun liegt sie irgendwo auf dem Grund des Flusses, in den sie sprang. Kastanienpfote zufolge, versuchte sie nicht einmal zu schwimmen. Selbstmord. Für ein paar Tage hält das Lager den Atem an, dann ist alles wieder vergessen. Kastanienpfote hat in Sturmpfote einen treuen Begleiter gefunden. Die beiden sind wirklich ein schönes Paar. Sonnenpfote klebt immer noch an Winterpfote, wie ein lästiges Parasit. Und er tut nichts dagegen. Nein, er scheint es sogar richtig zu genießen. Auf seinem Lieblingsplatz war er jetzt schon seit Tagen nicht mehr und bei seinen langen Streifzügen durch den Wald, bin ich nicht mehr seine einzige Begleiterin. Sonnenpfote. Meine Wut auf sie hat mich fast sogar die Kriegerzeremonie vergessen lassen, die bevorsteht. Ich habe meine Prüfung bestanden. Nesselherz war sehr stolz auf mich, als ich den riesigen Feldhasen anschleppte. Er war wirklich große Arbeit ihn zu fangen. Sonnenpfote hatte ihre Prüfung übrigens auch bestanden, genauso wie Winterpfote. Kastanienpfote und Regenpfotes Brüder dagegen, sind noch zu jung, um Krieger zu werden. Erst jetzt fällt mir auf, wie jung Regenpfote eigentlich war. Ich glaube, er war erst ein paar Monde Schüler.
    Am Abend, als das Licht der untergehenden Sonne die Landschaft in warmes orange taucht, versammelt sich der Clan auf Rotsterns ruf. Die Zeremonie ist mir nicht wichtig, ist mir nie wirklich wichtig gewesen. Darum fliegt sie an mir vorbei und als ich mich in mein Nest im Kriegerbau kuschele, heiße ich Eisfeder. Und er heißt Winterkralle. Eisfeder und Winterkralle. So soll es sein und nicht anders. Kurz deuten meine Gedanken auf Sonnenglut, aber ich unterdrücke es, an sie zu denken. Sie ist so lästig. Sie soll mir nicht den Abend verderben.

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    Als ich die Augen am nächsten Morgen nach der Nachtwache wieder öffne, ist das erste was ich sehe, wie sich Sonnenglut noch etwas näher an Winterkr
    Als ich die Augen am nächsten Morgen nach der Nachtwache wieder öffne, ist das erste was ich sehe, wie sich Sonnenglut noch etwas näher an Winterkralle kuschelt. Jetzt hat sie die Grenzen endgültig überschritten. Von mir aus darf sie sich mit meinem Winterkralle anfreunden, aber seine Liebe hat sie nicht verdient. Niemals. Die gehört ganz allein mir. Ich starre die beiden wütend an, doch sie bemerken es gar nicht, weil sie friedlich schlafen. Winterkralle lächelt ein bisschen, als sie leise in sein Ohr seufzt. Zu viel. Das ist zu viel für mich. Kracks. Ich kann förmlich hören wie mein Herz zerbricht. Arme Rehpfote. Jetzt verstehe ich ihren Schmerz. Aber ich bin nicht so dumm wie sie. Ich werde mich nicht umbringen. Nein, ich werde einfach das Übel bei den Wurzeln packen und Sonnenglut bei Seite räumen. Ich sehe nach draußen. Der Himmel ist ganz grau, aber es regnet nicht. Ein perfekter Tag zum Jagen. Ich grinse der schlafenden Sonnenglut böse zu und springe davon, an die frische Luft. Der Wind ist eisig und zieht an meinem Pelz. Der Frischbeutehaufen ist klein und als ich mir eine Taube nehme, sieht er ganz und gar erbärmlich aus. Der perfekte Tag zum Jagen. Als Sonnenglut verschlafen aus dem Bau tritt, bin ich sofort bei ihr. „Guten Morgen Sonnenglut!“ strahle ich. „Rotstern sagt, wir sollen jagen gehen.“ Sonnenglut gähnt und blinzelt überrascht, aber als ihr Blick auf den Frischbeutehaufen fällt versteht sie und nickt eifrig. „Ich komme.“ Ich laufe eilig aus dem Lager und führe sie quer durch den Wald zu der Lichtung, an der auch Regenpfote sein Ende fand. Wenn ich schon den Wald verschmutzen muss, dann zumindest immer die selbe Stelle. Ich warte bis sie aufgeholt hat, dann wirble ich herum und greife sofort an. Meine Krallen krachen in ihre Schulter und sie schreit entsetzt auf, doch sie ist eine gute Kämpferin und weicht reflexartig zurück. „Eisfeder, warum tust du das?“ Ich antworte nicht. Sie ist die Antwort nicht wert. Ich schlage nach ihr und seufze zufrieden, als ich die Haut auf ihrer Brust aufreiße. Dunkelrotes Blut tropft zu Boden. Noch immer wehrt sie sich verbissen, doch ich bin jetzt nicht mehr zu halten. Der Duft von Blut. Herrliches, warmes Blut. Blut. Blut. Blut. Sonnenglut ist tot. Sie liegt zu meinen Füßen und starrt mich aus gebrochenen Augen an, doch ich kann nicht aufhören, auf sie einzuschlagen. Blut. Blut. Blut. „Eisfeder?“ Wer immer es auch wagt mich in meinem Rausch zu stören, er hat großes Pech gehabt. Meine Krallen finden seine Kehle von ganz alleine. Als ich irgendwann wieder zur Besinnung komme, ist Sonnenglut unter ihrem eigenen Blut gar nicht mehr zu erkennen. Ich wende mich von ihr ab, will gehen, als meine Pfote gegen einen anderen, bereits kalten Körper stößt. Richtig, die andere Katze. Ich senke den Blick und wünsche sofort, ich hätte es nicht getan. Es ist Winterkralle. An seiner Kehle ist ein dünner, tödlicher Schnitt und sein Blick ist so traurig, dass es mir heiße Tränen in die Augen treibt. Mein Leben ist verwirkt. Ich habe den wundervollsten Kater dieser Welt getötet.

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    Der Clan hatte sich um die drei Toten versammelt. Sonnenglut, die blutverschmiert etwas abseits lag und Eisfeder, die sich im Tod an Winterkralle geku
    Der Clan hatte sich um die drei Toten versammelt. Sonnenglut, die blutverschmiert etwas abseits lag und Eisfeder, die sich im Tod an Winterkralle gekuschelt hatte, beide mit aufgeschlitzten Kehlen. Eisfeders Krallen steckten noch immer in ihrem eigenen Hals, es war klar, das sie auch die beiden anderen ums Leben gebracht hatte. Libellenflügel schluchzte leise. „Wie konnte sie das nur tun?“ Rotstern neigte den Kopf. „Vielleicht hatten sie sich gestritten.“ Kastanienpfote schluckte. „Wisst ihr, was ich am wenigsten verstehe? Wie sie Winterkralle töten konnte. Immerhin war er doch ihr Bruder.“ Irgendwo in den Zweigen zwitscherte ein Rotkehlchen.

    ENDE

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Warrior Cats - Meine Liebe ist dein Tod (Kurzge...
Warrior Cats - Meine Liebe ist dein Tod (Kurzge...
Eispfote liebt Winterpfote schon seit sie denken kann. Sie ist die einzige, die dem Einzelgänger zur Seite steht und das, ohne je ein Wort mit ihm gesprochen zu haben. Doch dann beginnt sich Sonnenpfote für Winterpfote zu interessieren und droht das ha...
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2015-12-29
406A
Warrior Cats

Kommentare (13)

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Blütenpfote ( von: Blütenpfote)
vor 356 Tagen
Cool, aber auch echt grausam. Meine Lieblingskatze in dieser Geschichte ist Sonnglut. Für mich hört es sich an als wäre sie eine Herzensgute, liebevolle, aufrichtige, loyale und ehrliche Kriegerin. Ich ha... Eisflügel. Wie kann sie nur Regenpfote töten, damit er sie und Winterkralle nicht weiter belästigt ? Das hatte ja sogar Rehpfotes Tod zu Folge!!! Und dann noch Sonnenglut, damit sie ihrem Bruder nicht zu nahe kommt, hat sie gerade Pech wenn sie in ihrem Blutrausch ihren Bruder tötet und sich dann selbst umzubringen ? Schon echt komisch aufeinmal dann alles zu bereuen. Und gruselig so viel für seine Liebe zu tun. Für die Liebe zu ihrem Bruder !! Wie hat sie sich das eigentlich vorgestellt ? ?? Das er sie auch lieben würde !?? Widerlich !!! Was wäre dan aus den Jungen geworden?? Gute Geschichte die echt zum Nachdenken anregt. Aber auch sehr, sehr gruselig.
WaCa4ever (44697)
vor 504 Tagen
Deine Geschichte ist einfach nur WOW *_*
Ich liiiieebbeee sie
aber wenn ich das richtig verstanden hab dann ist Winterkralle ihr Bruder?
Und warum weiß sie nicht das Winterkralle ihr bruder ist ???
Sonst supeeeer coooool *_*
Schattenwind (13611)
vor 516 Tagen
Einfach nur WOW!!!! Du hast einen sehr schönen Schreibstil! Einfach klasse FF!
Funkensturm (12682)
vor 535 Tagen
Sehr traurig : ( Aber wie kann man so grausam sein und nur wegen seiner großen Liebe andere umbringen ?!
Silberteich (20957)
vor 540 Tagen
Waaaahhhhhnsinn!! Ich liebe deine Geschichten Selina! Du kannst so schön und auch so traurig schreiben.
Rari (06531)
vor 630 Tagen
Hmmh...

Das mit Graustreif hat mich auch ein bisschen gewundert xD
Selina (58109)
vor 631 Tagen
Na ja, Winterkralle hätte die Liebe ja nicht erwieder (er muss sich sowieso ziemlich gestalkt gefühlt haben) und Eisfeder hat ihn ja immer nur aus der Ferne beobachtet.
Aber das mit Graustreifs Eltern hab ich auch gehört O.o
Gigi (14210)
vor 632 Tagen
Dann wären sie noch wie Graustreifs Eltern geworden... O.o
Und echt gute FF. Traurig, und das Ende ist... Äh... Leicht überraschend?
Rari (61566)
vor 632 Tagen
*Sonnenglut
Rari (61566)
vor 632 Tagen
Ewdz... Okay xD
Gut, dass Sonnenkralle so genervt hat (wer weiß was sonst „passiert“ wäre? x3)
Sel (77112)
vor 632 Tagen
Ne hast du schon richtig verstanden. SIe ist ein bisschen Psycho und das sollte so der Überraschungs-Effekt sein XD
Rari (61566)
vor 632 Tagen
Diese Geschichte... So traurig T-T
Hat Eisfeder sich in ihren Bruder verliebt, oder habe ich einfach was falsch verstanden?
Ansonsten... Ein ziemlich perfektes Drama!
Schneefall (51371)
vor 632 Tagen
Wow tolle Geschichte