Das Biest und der Tyrann - Teil 29

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1 Kapitel - 4.522 Wörter - Erstellt von: Ronja - Aktualisiert am: 2015-12-27 - Entwickelt am: - 1.383 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Ein kleines Weihnachtsgeschenk von Grit und Kid an euch. ENDLICH geht es weiter!

    1
    Kids Sicht
    War ja klar. Ich schlage die Augen auf. Um mich herum ist es Dunkel. Grit schläft noch friedlich. Ich kann nicht mehr schlafen. Der Schlaf gestern während des Tages war nicht gut. Ich stehe vorsichtig auf und setze mich in den Sessel. Auf dem Schreibtisch mache ich ein kleines Licht an. Erst jetzt kann ich sehen, wie Grit liegt. Ich muss lächeln. Sie liegt auf dem Rücken mit beiden Armen von sich gestreckt. Was soll ich nur machen? Es dauert bestimmt noch zwei, vielleicht sogar drei Stunden, bis die Sonne aufgeht. Jetzt habe ich viel Zeit über das Problem von gestern nachzudenken. Ich seufze leise. Hochzeit… Ätzendes Thema. Ich muss mit Grit darüber sprechen. Anders geht es nicht. Eventuell müsste ich ihr dann einen Heiratsantrag machen. Das heißt dann einen Ring kaufen. Ich lasse meinen Blick durch den Raum gleiten. Vielleicht geht es auch anders. Mir kommt das gerade so eine Idee. Grits Waffengürtel hängt über einen Stuhl. Ich steh auf, nehme ihn und setzte mich wieder hin. Unter dem schwachen Licht begutachte ich ihn. Er besteht aus schönem Leder und einer eisernen Schnalle. Ich betrachte die Schnalle genauer. Sie ist nichts Besonderes. Das ist es! Ich lege den Gürtel zur Seite und nehme mir ein Notizbuch. Während Grit schläft, zeichne ich vor mich hin. Nicht nur einmal zerknülle ich das Papier und fange von vorne an. Mit der Zeit wird der Raum immer heller. Die Sonne geht auf. Bald wird Grit aufwachen. „Bist du jetzt unter die Künstler gegangen?“, fragt Grit plötzlich. Ich zucke zusammen. Grit lacht laut und richtet sich auf. Ich schnaube. „Sei nicht so gemein“, sage ich beleidigt. Sie hat mich erschreckt und das gefällt mir nicht. „Ach komm“, sagt sie beruhigend. „Auch der tapferste Krieger hat seine schwachen Momente. Also was machst du da?“ Ich klappe das Notizheft zu und lege es zur Seite. Ich grinse. „Sag ich dir nicht!“, antworte ich provozierend. Grit kneift ihre Augen zusammen und mustert mich argwöhnisch. „Wie gesagt, in gewisser Weise bist du immer noch ein Arschloch.“ Ich lache. „Hast du gut geschlafen?“, frage ich sie, während ich die zerknüllten Papierseiten einsammle. Grit gähnt und streckt sich. „Oh ja, ganz vorzüglich“, antwortet sie. „Wie geht es deiner Rippe?“, frage ich. Grit zuckt mit den Schultern. „Fühlt sich irgendwie so an wie ein Muskelkater“, sagt sie. Das hört sich gut an.

    Grits Sicht
    Ich gehe zu Frühstück. Im Gang vor mir geht gerade jemand anderes ebenfalls zum Essensraum. „John warte“, rufe ich. John dreht sich überrascht um. „Na du!“, begrüßt er mich fröhlich. „Guten Morgen!“, sage ich lächelnd. „Wie geht es dir?“ Ich zucke mit den Schultern. „Es geht“, antworte ich. „Und du?“ John grinst. Wir gehen grade durch die Tür in den Speisesaal. „Jetzt, da nur noch halb so viele im Schlafsaal sind, schläft es sich hervorragend. Mir könnte es kaum besser gehen“, antwortet John hochbegeistert. Ich kichere. „Ich schlafe ja auch ganz hervorragend“, antworte ich. John lacht laut auf. Wir sind bei unseren Plätzen angekommen. „Ja das glaube ich dir.“ „Ich habe den neuen Schlafsaal noch gar nicht gesehen“, sage ich. „Der sieht echt gut aus. Bill will den alten auch noch ein bisschen umbauen“, sagt John. „Das wird cool!“ John grinst breit. Ich lache. „Ganz bestimmt! Ich muss mir den zweiten Schlafsaal unbedingt mal anschauen“, sage ich. Aus den Augenwinkeln sehe ich, wir Kid den Raum betritt. Er geht zum Tresen und lehnt sich an. Ich kann einfach nicht meine Augen von ihm lassen. Er sieht zu gut aus. „Haaaaalloooo!“ John fuchtelt mit der Hand vor meinem Gesicht rum. Überrascht schaue ich zu ihm. „Ich weiß ja, dass Kid verdammt heiß aussieht, aber ich würde auch gerne mal deine Aufmerksamkeit genießen“, sagt John in sarkastischem Tonfall. Ich werde augenblicklich rot. „Entschuldigung“, stammle ich. Er hat ja Recht. Eigentlich. Ich weiß auch nicht, warum ich Kid jetzt immer so anstarre. Das ist irgendwie erst seitdem wir zusammen sind. Aber er sieht manchmal auch so verdummt gut aus… John lacht. „Du bist lustig!“, sagt er. Ich grinse. „Sagst Entschuldigung und machst noch in derselben Sekunde weiter.“ „Machst du mir etwa einen Vorwurf?“, frage ich. „Ach Quatsch!“, sagt John grinsend. „Ich wollte nur darauf hinweisen.“ „Ich wechsle mal ganz unauffällig das Thema“, sage ich zwinkernd. „Gibt es irgendwelche Neuigkeiten in der Welt? Ich habe schon seit Ewigkeiten keine Zeitung gelesen.“ John verzieht nachdenklich das Gesicht. „Hm“, macht er. „Ich weiß auch nicht mehr so alles. Also vorgestern stand da was drin über ein paar Inseln aus dem East, West, North und South Blue. Die wurden überfallen. Die Angreifer haben alles verwüstet und sind dann wieder abgezogen und haben sich dann aber nicht mehr blicken lassen.“ „Auch irgendetwas aus der Neuen Welt?“, frage ich nach. John guckt mich nachdenklich an. „Aber dass der Flamingo besiegt wurde weißt du schon, oder?“, fragt er skeptisch. Ich reiße meine Augen auf. „WAS?“, rufe ich aus. Wie konnte ich diese Neuigkeit bloß verpassen? „Ja schon seit einigen Tagen“, sagt John achselzuckend. „Dachte du hättest das mitgekriegt.“ „Wer war es?“ „Diese Allianz zwischen dem Strohhut und dem U-Boot Freak.“ Ich blinze ein paar Mal verwirrt. „Meinst du Law?“, frage ich schließlich. John nickt. „Letztendlich soll aber der Strohhut es geschafft haben. Es scheint als hätte es ein ziemliches Durcheinander auf der Insel gegeben, von wegen wer auf welcher Seite steht.“ Ich schüttle ungläubig den Kopf. „Wie konnte ich das nicht mitbekommen?“, murmle ich. „Naja. So aufregend ist die Neuigkeit auch wieder nicht“, sagt John. Ich ziehe eine Augenbraue hoch. „Wie bitte? Der wahrscheinlich mächtigste Samurai wird besiegt und du sagst, dass sei nicht aufregend? Dieser Ruffy wird immer stärker, aber das scheint dir egal zu sein“, sage ich leicht aufgeregt. „Vielleicht solltest du was essen, damit das Biest in dir sich beruhigt“, wirft Kid ein. Ich schaue sprachlos zu ihm und blinzle wieder verwirrt. Er schaut mich frech an. „Das Frühstück hat bereits angefangen“, erklärt er. „Ist es dir total egal?“, frage ich überrascht. „Nein! Deswegen will ich ja, dass du was isst. Vielleicht bist du ja wieder netter wenn du gegessen hast“, antwortet Kid sarkastisch. „War der Sieg über Flamingo wirklich so eine nichtige Neuigkeit für dich?“, frage ich diesmal präziser. Er soll nicht wieder ausweichen. Kids Miene wird etwas ernster. „Nein! Aber es löste hier auch keinen Ausnahmezustand aus. Wir haben weder mit Flamingo, noch mit seinen Feinden Geschäfte am Laufen. Wir sind nicht direkt betroffen“, erklärt Kid. Das macht schon irgendwie Sinn, dennoch wundert es mich, dass ich nichts davon mitbekommen habe. Ich stochere gedankenverloren im Essen rum. Irgendwie kann ich diese „Neuigkeit“ nicht so ganz verdauen. Der Strohhut wird immer stärker. Er bestreitet einen großen Kampf nach dem anderen und geht immer als Sieger hervor. Die zwei Jahre, in denen er untergetaucht war, haben seine Fähigkeiten unglaublich gestärkt. Wenn ich richtig gehört habe, dann besitzt er alle drei Haki Eigenschaften. Ich kann nicht einmal eine. Besitzt Kid eigentlich die Fähigkeit Haki zu benutzen? Das weiß ich gar nicht, aber ich glaube schon. Ein Kampf gegen Ruffy wird kaum zu vermeiden sein. Er wird es weit bringen und wir wollen noch weiter kommen. „Komm schon! Gleich hast du dein Müsli zu Brei verarbeitet. Iss endlich was“, höre ich Kid mit etwas sanfterer Stimme als vorhin sagen. Ich gucke überrascht auf. Wie lange sitze ich wohl schon so? Ich grinse entschuldigend und fange an zu essen. Kid grinst kopfschüttelnd. Nach dem Frühstück gehe ich in die Küche. Ich habe Abwaschdienst. Guter Dinge mache ich mich an die Arbeit. Wer auch immer als zweiter eingeteilt ist, er ist nicht da. Markus hilft mir, aber er ist total müde. Ständig gähnt er großzügig und reibt sich die Augen. „Markus“, sage ich. „Warum legst du dich nicht noch einmal hin?“ Er schüttelt den Kopf. „Dann musst du ja alles alleine machen“, sagt er mit träger Stimme. „Ach das geht schon! Du schläfst gleich im Stehen ein“, rede ich auf ihn ein. Markus trocknet seine Hände ab. „Du hast was gut bei mir!“ „Ich komme drauf zurück“, sage ich zwinkernd. Er verlässt den Raum. Pfeifend mache ich weiter den Abwasch. Die Wenigen, die noch im Raum waren, gehen einer nach dem anderen raus. Scheint gutes Wetter zu sein. Schließlich ist der Raum leer. Der Tellerstapel ist schon weg. Ich wasche nur noch ein paar Schüsseln ab. Die Tür zum Raum geht auf und knallt zu. Laute Schritte nähern sich. Neugierig schaue ich mich um. Sofort erhöht sich mein Herzschlag und ich muss lächeln. Kid! Ich wende mich wieder dem Abwasch zu. Gleich bin ich fertig. Zwei Arme schlingen sich um meinen Bauch und ein Körper schmiegt sich an mich. Kid umarmt mich von hinten. Ich spüre, wie mir die Schüssel langsam aus der Hand gleitet. Sie rutscht zurück ins Waschbecken. „Hey Kleines! Warum machst du den Abwasch, und dann auch noch alleine? Bist du nicht krankgeschrieben?“, sagt Kid mit verführerisch sanfter Stimme. Ich drehe meinen Kopf leicht in seine Richtung. „Was soll ich tun? Arbeitslos verrotten? Ich bin nicht krank“, protestiere ich schwach. „Ich habe Markus zurück ins Bett geschickt. Er war ziemlich müde.“ „Ruh dich aus. Ich mach das für dich zu Ende“, sagt Kid und lässt mich los. „Nein!“, sage ich und habe ein leicht betrunkenes Gefühl. „Die drei Schüsseln schaffe ich schon alleine!“ Kid seufzt. „Na gut! Ausnahmsweise!“ Er geht ein paar Schritte zurück. Ich konzentriere mich auf den Abwasch. Mit zitternden Händen wasche ich noch die restlichen Sachen ab und stelle sie zum Trocknen neben die Spüle. Ich versuche ruhig zu sein. Kid macht mich so verrückt. In mir rauscht das Blut. Noch immer setzt seine bloße Anwesenheit mich außer Gefecht. Wie kann das sein? Ich trockne mir die Hände ab und drehe mich um. Kid ist halb sitzend halb stehend an den Barhocker gelehnt, der am Tresen steht. Er ist sehr anziehend. Also ich meine, er zieht mich gerade zu sich heran. An meinen Waffen. Durch seine Teufelskraft. Ich wehre mich dagegen. „Kid!“, sage ich empört. „Hör auf damit!“ Ich habe mir vorgenommen, meine Waffen wieder öfter bei mir zu tragen. Einfach nur damit ich meine Freunde verteidigen kann, wann immer es nötig ist. So wie Kid. Im Moment steuere ich direkt auf meinen Liebsten zu und kann mich nicht wehren. Kid grinst. Schließlich bin ich genau vor ihm. Er umfasst meine Hüfte. „Tut mir Leid!“, sagt er lachend. „Meine Teufelskräfte haben verrückt gespielt. Ich konnte sie nicht kontrollieren.“ „Als ob!“, gebe ich zurück. Kid hört auf zu grinsen und zeigt sein verführerisches aber auch aufrichtiges Lächeln. Mein ganzer Protest schmilzt dahin. Ich schaue ihn nur an. Kid zieht mich vorsichtig näher zu sich heran und ich bin nun kaum noch einen Zentimeter von ihm entfernt. Ohne den direkten Befehl zu geben, wandern meine Finger Kids Hals hoch und vergraben sich in seinen Haaren. Mein Körper scheint zu wissen, wie man in solchen Situationen reagiert. Er will diese Information wohl nur nicht mit mir teilen. Kid kommt mir mit dem Gesicht immer näher. Ich schließe die Augen. Aber ich weiß, dass ich mich auf dieses Gefühl nicht vorbereiten kann. Seine Lippen berühren meine und die Bombe schlägt ein. Mein Körper fühlt sich schwach an, aber Kid hält mich. Seine Küsse sind vorsichtig und zärtlich. Das reicht mir nicht. Ich habe mich so lange danach gesehnt. Kid will vorsichtig sein, er will nicht zu voreilig sein, aber das braucht er nicht. Mein Körper sehnt sich nach diesen Küssen.

    Kids Sicht
    Ihre Küsse werden etwas wilder. Ich bin mir immer unsicher den nächsten Schritt zu gehen. Diesmal ist Grit weiter gegangen. Ich lächle und erwidere die Küsse. Es tut so gut. SIE tut so gut. Ihre Nähe bringt mich um. Mein Körper ist maximal fixiert auf sie. Jede Berührung hinterlässt eine Flamme in meinem Körper. Ein Geräusch. Die Tür öffnet sich. „Kid?“ Ich ziehe Grits Waffe und richte sie auf den Störenfried. Grit beißt mir vor Schrecken auf die Unterlippe und verschränkt ihr Finger fester in meinen Haaren. Diese Geste macht mich ziemlich an und ich umfasse Grits Hüfte stärker. Dies alles passiert innerhalb einem Bruchteil einer Sekunde. Wir lösen uns nicht einen Millimeter, während die Person im Raum sich überlegt erschossen zu werden oder abzuhauen. Ich ziehe die Sicherung der Waffe zurück und es macht „Klack!“ Wenig später wird die Tür geschlossen. Ich sichere die Pistole wieder und stecke sie zurück. Ein Wunder, dass ich so klar denken konnte. Grit löst sich nach einiger Zeit leicht und legt ihre Stirn an meine. Noch immer ganz nah, schauen wir uns in die Augen. Zu mindestens versuchen wir es. Ich kann es kaum aushalten, so stark reagiert mein Körper darauf. Mein Kopf und mein Bauch und sowieso dieses komplette Glücksgefühl.

    Ich genieße die Ruhe. Nach der ganzen Aufregung gestern kommt mir dieser langweilige Alltag sehr entspannend vor. Meinen Mantel habe ich unter Deck gelassen. Es ist wieder mal ein warmer Tag. Wir sind schon seit ziemlich langer Zeit in dieser warmen Gegend. Das Meer rauscht und die Wellen schlagen gegen den Rumpf des Schiffes. Plötzlich fällt ein Schatten auf mich. Ich weiß wer es ist. „Du stehst mir in der Sonne, Grit“, sage ich ironisch. „Ich pass nur auf, dass du keinen Sonnenbrand bekommst“, antwortet sie. Ich öffne ein Auge und ziehe meine Augenbrauen skeptisch zusammen. Grit steht genau vor mir. „Du solltest vielleicht mehr aufpassen, wenn ich mich richtig erinnere“, sage ich etwas spöttisch. Grit geht in die Hocke. „Du“, sagt sie und sticht mir mit dem Finger in den Bauch. „musst mir beibringen Haki zu benutzen!“ Überrascht öffne ich auch das zweite Auge. „Haki?“, frage ich nach. Sie nickt. „Rüstungs- und Vorahnungshaki!“ Ich schaue sie einen Moment skeptisch an. „Warum denkst du, dass ich die Fähigkeiten besitze, diese beiden Techniken anzuwenden?“, frage ich verwundert nach. Sie zuckt mit den Schultern. „Du bist ein sehr starker Pirat. Natürlich besitzt du Haki“, erklärt Grit und setzt sich hin. Sie scheint tatsächlich sehr davon überzeugt zu sein. Ich seufze. „Hast du mich etwa schon einmal Haki benutzen sehen?“, frage ich nach. „Nein!“, antwortet Grit bestimmt. „Also warum glaubst du nun, dass ich Haki besitze?“ „Weil ich es weiß!“ Ich seufze wieder. „Aha…“ „Bringst du es mir nun bei oder nicht?“, fragt Grit. „Vorahnungshaki besitzt du doch schon fast“, erwidere ich. Grit schaut mich überrascht an. „Echt?“, fragt sie begeistert nach. Ich nicke. „Du benutzt es häufig im Kampf. Wenn du das noch ein wenig trainierst, dann kannst du es beherrschen“, erkläre ich. „Zeigst du mir, wie es geht?“ „Ich besitze kein Haki!“ Grit schnellt nach vorne und hält mir ihre geballte Faust unter die Nase. Ihr Gesicht ist wütend verzogen. „Lüg mich ja nicht an Eustass Kid! Ich weiß, dass du es besitzt. Du musst es nicht vor mir verheimlichen!“ In Grits Stimme liegt ein sehr ernster Ton. Mein Blick schweift zu ihren Lippen. Ich muss daran denken, wie es sich anfühlt, sie mit meinen Lippen zu berühren. „Kid!“, sagt Grit scharf und holt mich zurück in unsere Diskussion. Ich lehne mich leicht nach vorne und flüstere ihr ins Ohr. „Es tut mir Leid!“, sage ich ernst gemeint. Mein Haki habe ich bisher tatsächlich kaum benutzt. Also das Rüstungshaki. Das Vorahnungshaki ist einfacher unbemerkt einzusetzen. Ich habe es eigentlich immer geheim gehalten. Es ist sozusagen meine Geheimtechnik in einem harten Kampf. Das soll es auch bleiben, bis ich in einem Kampf bin, in dem es um Leben und Tod geht. Grit lehnt sich wieder zurück und sitzt im Schneidersitz vor mir. Ihr muss ich es natürlich nicht verbergen, da hat sie Recht. „Ich bring es dir bei“, verspreche ich ihr. Grit lächelt. „Dankeschön“, sagt sie. „Ich sage dir Bescheid wann es losgeht.“ Sie schaut überrascht. „Können wir nicht jetzt gleich anfangen?“, fragt sie. Ich lehne mich gemütlich zurück und schließe die Augen. „Nö!“, sage ich. „Warum denn nicht?“, fragt Grit quengelig. „Weil ich keine Lust habe“, antworte ich und gähne zur Verdeutlichung. Grit seufzt. Ich höre, wie sie aufsteht und weggeht. Ich öffne ein Auge und schaue ihr hinterher. Grinsend genieße ich einfach diese Ruhe und Gemütlichkeit.

    Lautes Geschrei. Ich mache meine Augen schlagartig auf. Scheint als hätte ich gerade tatsächlich geschlafen. Vom Hinterdeck kommt lautes Geschrei. Es ist kein Angriff, so viel ist sicher. Seufzend stehe ich auf und schlendre zur Treppe. Mal schauen was da los ist. Die Stimmen werden lauter und besser zu verstehen. „JETZT HÖRT VERDAMMT NOCHMAL AUF. DAS IST JA NICHT AUSZUHALTEN!“, höre ich Grit aufgebracht schreien. Ich stapfe die Treppe hoch. „HALT DU DICH DA RAUS, DU SCHNEPFE! DENK JA NICHT, DASS DU WAS BESSERES BIST! VIELLEICHT SOLLTE ICH DIR EINE KLEINE ABREIBUNG VERPASSEN!“, schreit Luke zurück. Diese kleine Sau. „VIELLEICHT SOLLTE LIEBER ICH DIR EINE ABREIBUNG VERPASSEN, DAMIT DU DICH NICHT IMMER SO AUFSPIELST!“, schreit Grit drohend. „DAS WÜRDE KID NIEMALS DULDEN!“, entgegnet Luke. Schreiend und überheblich natürlich. Ich komme oben an und schaue um die Ecke. Luke und Grit stehen sich zornig gegenüber. Ein paar Schaulustige lehnen an der Reling oder sitzen auf dem Boden. Luke holt zu einem Schlag aus. Ich schnappe mir seinen Arm und zerre ihn hinter mich her. Ein Zischen der Zuschauer ist zu hören. Sie halten die Luft an. In mir bahnt sich bereits was an. Alle wissen was jetzt kommt. Ich zerre Luke hinter mir her zum Navigationsraum. Er protestiert nicht. Die Männer, an denen wir auf dem Deck vorbeikommen, werfen Luke Beileidsblicke zu. Das wird ihm nicht helfen. Ich öffne die Tür und schubste ihn hinein. Bevor ich anfange schließe ich die Tür. Ich hole tief Luft. „VEDAMMT NOCHMAL! DU KLEINE RATTE! WANN WIRST DU ES ENDLICH KAPIEREN? ICH LASSE DICH NICHT EWIG SO ARROGANT RUMLAUFEN! WENN DU DIE REGELN NICHT BALD VERSTEHST, DANN SCHWÖRE ICH DIR, WIRST SEHR SCHNELL WEG VOM FENSTER SEIN! ICH HABE DIR EINE CHANCE GEGEBEN! ICH HABE NICHT DARUM GEBETTELT, DASS DU ARSCHLOCH IN MEINE CREW EINSTEIGST! ABER GLAUBE MIR, DU BIST KEIN STÜCK BESSER ALS IRGENDWER IN DIESER MANNSCHAFT! ICH BIN DEIN KÄPT’N!“ Ich schreie noch weiter. Luke wird immer kleiner. Als es mir wo vorkommt, als hätte er es verstanden, sage ich: „HAST DU NOCH ETWAS ZU SAGEN?“ Luke schüttelt den Kopf. Ich öffne die Tür nach draußen aufs Deck. Er drückt sich an mir vorbei und stielt sich nach draußen. Mit schnellem Schritt geht er übers Deck und verschwindet hinter einer Tür. Ich schüttle den Kopf. Hoffentlich hat er es endlich kapiert.

    „Hey Leute! Es gibt Abendessen“, ruft jemand übers Deck. Killer, Bill und ich stehen auf und schlendern zum Speisesaal. Wir haben eine ganze Zeitlang miteinander geredet. Drinnen sind noch längst nicht alle da. Ich setze mich erst noch einmal hin. Grit kommt mit Bob und seinen Freunden rein. Sie lacht. Wahrscheinlich haben die wieder ein bisschen Musik gemacht. Ich lächle. Scheint als wären jetzt alle da. Ich stehe auf und schaue durch die Reihen. Luke ist schon wieder nicht da. Er hat schon das Mittagessen verpasst. „Wo ist Luke?“, frage ich laut. Es kommt viel Gemurmel. „In der Kajüte, glaub ich“, ruft einer. Ich gehe zum alten Schlafsaal. „Luke?“, rufe ich laut hinein. Es kommt keine Antwort. Ich gehe in den Raum rein und schaue mich um. Luke sitzt auf seinem Bett im hinteren Teil des Zimmers. „Komm jetzt!“, sage ich ruppig. Luke führt sich manchmal noch ziemlich unreif auf. Kein Wunder! Er ist ja auch erst 16 Jahre alt. Als ich ihn getroffen habe, war er bis zum Hals in irgendwelche Sache verwickelt. Er war ein Kind der Gosse, aber ein ziemliches Kämpferherz. Ich war, und bin noch immer davon überzeugt, dass er ein guter und treuer Kämpfer werden kann. Luke brummt vor sich hin. „Markus hat sich mit dem Kochen Mühe gegeben. Es gibt keine Essensverweigerung“, sage ich in einem Ton, der keine Widerrede duldet. Luke steht auf und schlurft zur Tür. Ich folge ihm. Als wir den Speiseraum betreten, rufe ich laut: „Guten Appetit!“ Die Aufmerksamkeit, welche kurzzeitig auf Luke fiel, wird jetzt dem Essen gewidmet. Ich setze mich auf meinen Platz. „Uuuuuuund?“, fragt Grit. Ich gucke auf. sie schaut mich vielsagend an. „Was und?“, sage ich und ziehe eine Augenbraue hoch. „Benimmt er sich jetzt anständig?“ Ich zucke mit den Schultern. „Er hat es immerhin bis zum Tisch geschafft“, antworte ich. Mehr kann man noch nicht sagen. Ich habe Luke den ganzen Nachmittag nicht gesehen, wer weiß, was er für sich beschlossen hat. Diesmal verläuft das Essen ziemlich still. Zu mindestens bei uns auf der Ecke. Ich habe keine Lust viel zu reden. Nach dem Essen gehe ich mit Killer in den Navigationsraum. Wir holen die Akten aus dem Tresor und setzen uns gemütlich in die Sessel. Ich nehme mir eine Mappe und Killer nimmt sich eine Mappe. Beim letzten Mal habe ich das Zeug nur überflogen. Jetzt lese ich es gründlich durch. Hin und wieder schreibe ich etwas auf einen Notizzettel. „Oh man!“, seufze ich nachdem alles durchgelesen habe. Ich lege die Mappe zur Seite und lege die Beine hoch. „Der Typ scheint kaum einen schwarzen Fleck zu haben.“ Killer schaut von seinen Zetteln auf. Er ist noch nicht ganz fertig mit seiner Mappe. „Was hast du denn erwartet?“, entgegnet er. „Wenn du so ein großer Pirat wärst, dann würdest du auch alle Schwachstellen beseitigen.“ „Ja, schon klar!“, murmle ich. „Aber selbst das nützt dir nicht immer was!“ Killer klappt die Mappe zu. Anscheinend will er lieber reden, als zu lesen. „Wir können es schaffen, auch ohne Schwachpunkt. Wenn ihr drei euch nicht immer streiten würdet, wären wir sogar noch effektiver“, erklärt Killer und legt einen vorwurfsvollen Ton in seine Stimme. Ich schnaube verächtlich. „Wie soll man den bitte mit diesen beiden Vollidioten anständig verhandeln können? Die haben doch gar kein Interesse für eine Allianz“, entgegne ich verächtlich. „Warum sollten sie denn sonst mitmachen? Vielleicht kann man auch mit DIR nicht verhandeln“, sagt Killer und zeigt auf mich. Ich schnaube wieder. „Apoo und Hawkins wollen doch nur das Gold und die Gebiete, die dabei für sie herausspringen. Am liebsten würden sie dafür keinen einzige Finger rühren.“ Die beiden Affen sind Feiglinge. Große Klappe, aber kaum was dahinter. Killer seufzt. „Du solltest anfangen, dich damit abzufinden, dass wir ohne Allianz das Ziel nicht erreichen können.“ Ich kann es einfach nicht leiden. Killer hat ständig Recht. Das nervt. Ich brumme einfach nur und belasse es dabei. Wir sitzen eine Weile einfach stumm da. Killer steht auf und legt die Akten zurück in den Tresor. Er hebt seine Hand zum Abschied und geht raus aufs Deck. Ich seufze und stehe auch auf. Allerdings gehe ich nicht übers Deck, sondern durch die Gänge unter Deck. Ich gehe in meine Kajüte und setze mich in meinen Sessel. Grit ist noch nicht da. Wahrscheinlich spielt sie noch mit John und Kalle Karten oder sing mit Bob und seinen Leuten. Ich nehme mir wieder mein Notizbuch zur Hand und zeichne drin rum. Bis zur nächsten Insel muss ich fertig werden. Es soll eine neue Gürtelschnalle für Grit werden. Ein Zeichen, dass sie zu mir gehört. Nicht ganz so schnulzig wie ein Heiratsantrag. Ich weiß irgendwie noch nicht so ganz genau, was es sein soll. Gedankenverloren kritzle ich in dem Buch rum. Ich lege meinen Kopf schief und betrachte meine jüngste Idee. Vielleicht sollte ich auch Künstler werden. Es ist nie zu spät neue Wege einzuschlagen. Ich lege das Zeug zur Seite, lege meinen Kopf in den Nacken und seufze. Mir fällt nichts Gutes ein! So ein Mist! „Was ist denn los?“, fragt Grit plötzlich mit Mitleidsstimme. Verwundert schaue ich auf. Grit steht in der Tür und schaut mich an. „Kapitänenkram“, antworte ich und lächle müde. „Weißt du, was wir heute noch gar nicht so richtig getan haben, Kid?“, fragt Grit und lächelt. Ich lege den Kopf schräg und schaue sie fragend an. Grit kommt näher setzt sich quer auf meinen Schoß und kuschelt sich an mich. Zufrieden lächelnd lege ich meine Arme um sie. Da hat sie Recht. Das haben wir heute noch gar nicht so richtig gemacht. „Wie war denn dein Tag heute?“, frage ich sie sanft. „Hm…“, sagt Grit. „Es war ein guter Tag. Hab den ganzen Nachmittag mit Bob und seinen Freunden Musik gemacht. Das hat Spaß gemacht. Eben haben wir noch Karten gespielt. Wir haben dich und Killer vermisst.“ Ich streichle ihr sanft über den Arm. „Und wie war dein Tag?“, fragt Grit nun. „Ach“, sage ich. „Eigentlich ganz entspannt. Außer der Zwischenfall mit Luke. Hatte viel Zeit mich mit Bill und Killer zu unterhalten.“ Grit gähnt. „Ich bin so hundemüde“, sagt sie und gähnt noch einmal. „Das Singen hat mich ganz schön müde gemacht. Ich glaube ich gehe ins Bettchen.“ Ich grinse und gebe sie frei, damit sie aufstehen kann. Grit schnappt sich ihre Schlafsachen und verschwindet im Bad. Seit neustem lässt sie die Tür offen stehen. Ich lächle. Sie vertraut mir. Ich ziehe mich ebenfalls um und putze dann mit Grit zusammen die Zähne. Wir gehen ins Bett. „Gute Nacht“, sagt Grit und lächelt mich an. „Gute Nacht!“, sage ich ebenfalls. Wenige Minuten später ist Grit eingeschlafen. Auch mich überkommt die Müdigkeit.

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Bahar ( 99888 )
Abgeschickt vor 165 Tagen
Ich finde es echt klasse das du immer am
Spannendesten Platz aufhörst da bekommt Mann
ja mehr Lust zu lesen
Hikari ( 52165 )
Abgeschickt vor 177 Tagen
Nein würde ich nicht Ronja , aber deswegen iSt es so blöd weil es genau wirklich die spannendste stelle ist
Ronja ( 57034 )
Abgeschickt vor 177 Tagen
Ich weiß, ich weiß. Würdest du schlecht über mich denken, wenn ich dir sage, das war mit Absicht? Fortsetzung folgt bald...
Hikari ( 52165 )
Abgeschickt vor 177 Tagen
OMG! SO ETWAS DARF MAN KEINEM ANTUN😱 an der spannendsten
Stelle einfach aufhören.......Bitte schreib schnell weiter!!!!!!!
P.S.
Respekt, ich könnte Soetwas nicht . Mach weiter so😉
alegssa ( 22446 )
Abgeschickt vor 181 Tagen
Ich hab schon so gespannt gewartet. Bitte schreib schnell weiter 😍😍
Bahar ( 10063 )
Abgeschickt vor 183 Tagen
Respekt du kannst schreiben wie ne Profi.
P.S
Mich hast du schon als Bewunderer
angle of life ( 63895 )
Abgeschickt vor 184 Tagen
Coool der neue Teil ist echt so toll 😊
Ich finde die Story eine von den besten ! Bitte mach schnell weiter!
Ich möchte gern wissen wie es weiter geht. Mach weiter so!
loliee ( 10932 )
Abgeschickt vor 254 Tagen
Das ist DIE BESTE ff, die ich bis jetzt gelesen hab, um ehrlich zu sein;)
♥☺♥☺♥☺♥☺♥☺
Monkey D Woosmann ( 89282 )
Abgeschickt vor 263 Tagen
cool der neue Teil
SAKURA ( 64916 )
Abgeschickt vor 290 Tagen
Wann kommt der 36 Teil die Geschichte is voll cool
Ronja ( 14911 )
Abgeschickt vor 307 Tagen
Ich find es super cool, dass du dir so Gedanken machst, wie es wohl weitergeht. Ob Grit Königshaki hat weiß ich nicht so genau. Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, aber wer weiß. Sie überrascht einen immer wieder ;)
Gol D. Lea ( 64467 )
Abgeschickt vor 307 Tagen
Bittttee schreib weiter ich finde diese geschichte so cool ich hätte
sogar eine Idee wie es weiter gehen könnte ; nähmlich das die kid piratrn
in einen kampf mit der marine haben aber da dabei auch der admiral
kuzan oder wie der heisst dabei ist könnnen die kid piraten nicht gewinnen
Den sie sind dan alle auch schon stark mitgenommen und als dan dieser
Admiral dan kid und die anderen töten will setzt dan Grit Königshawki frei
Und besiegt sie dan weil du hast schon so mit dem Hawki angefangen das
Sie und kid es trainieren da wäre das glaube ich eine coole wenden das dan
Grit Königshawki erweckt aber es ist deine FF es wäre jetzt nur von mir
Ein Vorschlag.
Bahar ( 00301 )
Abgeschickt vor 333 Tagen
Ist nicht schlimm aber es würde mich freuen wenn
du bald weiter schreiben könntest den das ist
meine aler Liebste Geschichte überhaupt ❤️😍😂😜
Vicky ( 55748 )
Abgeschickt vor 359 Tagen
OK danke für die Info
Ronja ( 58949 )
Abgeschickt vor 360 Tagen
Hey Vicky. Bisher sind es nur 33 Teile. Schreibe grade den nächsten aber bin in letzter Zeit kaum zu Hause. Deshalb dauert es ein bisschen 😊
Vicky ( 40966 )
Abgeschickt vor 363 Tagen
Hallo Ronja wie viele Teile giebt es den insgesamt ? Die fanaction war so cool ich bin jezt bei 33 giebt es noch mehr ?
Lu ( 48365 )
Abgeschickt vor 377 Tagen
Ich finde die story echt cool obwohl ich mir garnicht mag😃! Bitte schreib weilet
Rika Nara/Weasley ( 16164 )
Abgeschickt vor 383 Tagen
Ach so, bei Kid kann man ja nie wirklich wissen
wie er gerade so drauf ist :-) Schreib bitte
schnell weiter. Bei so SCHÖNEN Geschichten
kann ich es immer NICHT ABWARTEN. :-)
Ronja ( 45778 )
Abgeschickt vor 385 Tagen
@Rika Nara/Weasley Kid hat nur eine Ansage gemacht. Es wurde niemand zusammengeschrien ^^
Rika Nara/Weasley ( 60541 )
Abgeschickt vor 386 Tagen
Wieso musste Kid denn laut werden, wer hat denn
[BEEP] gebaut? :-) Wie immer schönes Kapitel.
Mach bitte schnell weiter. :-)