Er wird mein sein...

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7 Kapitel - 4.287 Wörter - Erstellt von: Gigi - Aktualisiert am: 2016-01-06 - Entwickelt am: - 2.388 mal aufgerufen - User-Bewertung: 4.75 von 5.0 - 16 Stimmen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 2 Personen gefällt es

Minzpfote, eine Schülerin vom SturmClan spürte nie jegliche Emotionen in ihrem Herzen, bis der junge Krieger Ahornfrost in ihr Leben trat. Doch nicht nur sie begehrt ihn: Mit unendlichen Rivalinnen begann Minzpfotes 'Sucht' zu dem jungen Krieger größer und größer zu werden. Schließlich fast sie einen Entschluss: Sie will jeden aus den Weg räumen, der ihr und ihrem Angebeteten im Weg stehen könnte...

Anmerkung: Minzpfote ist psychisch gestört und an manchen Teilen wird die FF vielleicht etwas brutal. Jeder sollte selbst einschätzen, ob er gut mit so etwas klar kommt oder nicht.

    1
    Voller Liebe betrachtete Minzpfote die Gegenstände, die sie in ihrer geheimen Baumhöhle gesammelt hatte. Einen Wühler, den er erlegte und anschließend anfing, zu essen, aber bei der Hälfte aufhörte, da er auf eine wichtige Patrouille musste... Ein wenig Moos, auf dem er für ein paar Monde geschlafen hatte und welches seinen wunderbaren Geruch trug... Und schließlich einen Zweig, an dem ein Büschel seines weichen, roten Felles hing... Er war einfach ein perfekter Kater, fand Minzpfote und seufzte leise. Ja... Ahornfrost... Wir beide gehören einfach zusammen., dachte die weiße Kätzin mit den hellgrau getigerten Flecken, erhob sich und sprang aus ihrer Baumhöhle, um zurück ins Lager des SturmClans, eine Art Kessel, welcher in die Felsen gewölbt war, zu stürmen.
    Dort angekommen, stieß sie fast mit Krähensturm, Ahornfrosts besten Freund zusammen, der sich gerade in den Wald, welcher direkt an die eher felsige Landschaft grenzte, begeben wollte.
    „Oh, guten Tag, Minzpfote.", begrüßte er sie freundlich. „Warum hast du es denn so eilig?"
    Die Schülerin versuchte erschrocken zu wirken und schluckte. „I-ich muss dir etwas erzählen, Krähensturm. Ich glaube, ich habe gerade Tupfenpfote mit einem Streuner gesehen. Sie schienen sich ziemlich gut zu verstehen und ich glaube, das sie sogar... So etwas wie... Gefährten sind.", log sie und grinste innerlich. Tupfenpfote, ihre größte Feindin, wenn es um Ahornfrost ging, würde den Druck, dass jeder denkt, das sie einen Streuner liebt, unmöglich standhalten.
    „W-was?", rief Krähensturm erschrocken auf und taumelte einen Schritt zurück. „Bist du dir da sicher?"
    „Ich weiß doch, was ich gesehen habe und kann es selbst kaum glauben: Nie habe ich an ihrer Loyalität gezweifelt und niemals hätte ich gedacht, das sie so etwas tut.", flüsterte Minzpfote und drückte mit dem Trick, lang nicht zu zwinkern, sogar Tränen aus ihren grünen Augen heraus.
    „Was? Tupfenpfote und ein Streuner? Und ich dachte immer, das darf man nicht!", ertönte plötzlich eine helle Stimme und Hoppeljunges sprang aufgeregt zu dem schwarzen Kater und der hellgrau-weiß gefleckten Kätzin.
    „Das darf man auch nicht, Süße. Wenn das wirklich stimmt, was Minzpfote erzählt, verstößt Tupfenpfote eindeutig gegen das Gesetz der Krieger!", erklärte Krähensturm und spitzte auf einmal die Ohren, als eine schöne, schildpattfarbene Kätzin im Eingang des Lagers erschien. In ihrem Maul trug sie einen ziemlich dürren, abgemagerten Eichelhäher. Schnell verzog sich der Krieger zwischen zwei Steinen und ließ Minzpfote und Hoppeljunges allein.
    „Hallo, Tupfenpfote! Na, wie geht es dir und deinem heimlichen Gefährten?", trompetete die kleine, getigerte Kätzin los. Eine kleine Gruppe Krieger, welche sich gegenseitig die Zunge gaben, horchten interressiert auf.
    „Heimlicher Gef- Wovon sprichst du da überhaupt, Hoppeljunges?", fragte die Schildpattkätzin irritiert und schaute sich leicht nervös um. „Und bitte nicht so laut!" Langsam entfernte Minzpfote sich von den beiden. Tupfenpfote würde schon unter den schweren Anschuldigungen auf ihren Schultern zusammenbrechen. Wie leichtgläubig Lebewesen doch sein können., dachte Minzpfote und schüttelte leicht verständnislos den Kopf. Doch plötzlich tat sich etwas in ihrem Herz, das sie so lang gefangen gehalten hatte. „Er ist hier.", hauchte die Kätzin und bekam große Augen. Auf einmal trat Ahornfrost aus dem Kriegerbau und lief auf Minzpfote zu. Er... Er geht zu mir! Er bemerkt mich!, freute die Schülerin sich und automatisch schoss das Blut in ihre Ohren und ihr Herz schien aus ihrer Brust springen zu wollen. Aber gerade, als Ahornfrost Minzpfote am nächsten war, trottete er einfach an ihr vorbei und ging auf die Felsen zu, bei denen Krähensturm verschwand. Enttäuscht senkte die Schülerin den Kopf, nur damit sie gleich darauf von einem freudigen Schnurren und einem 'Hallo, Krähensturm!' den Kopf hob und mit den Ohren zuckte. Ein leichtes, diabolisches Lächeln schlich sich auf das Gesicht der Kätzin. Genau... Er muss auch sterben.
    Er steht uns im Weg.

    2
    Minzpfote trabte neben Krähensturm und seiner älteren Halbschwester Herzmond, die gleichzeitig die Mentorin der Schülerin war, her. Die Bergpatrouille hielt nach Feinden, wie Greifvögeln oder fremden Katzen Ausschau, wobei diese sich aufgrund ihrer meist zu zarten Ballen nicht oft in die schroffe Felslandschaft trauten.
    „Alles ruhig.", stellte Herzmond mit rauer Stimme fest und räusperte sich.
    „Geht es dir gut, Schwesterherz? Du wirkst kränklich.", meinte Krähensturm und blickte sie besorgt an.
    „Es geht schon.", winkte die schwarze Kätzin mit den weißen Pfoten ab. „Aber wolltest du Minzpfote nicht noch etwas zeigen?"
    Plötzlich wirkte der sonst so ruhige Kater ziemlich nervös und nickte knapp. Dann erklomm er einen kleinen Steinhaufen, bedeutete Minzpfote, ihm zu folgen und verschwand dann. Ermutigend nickte Herzmond ihr zu, worauf Minzpfote sich in Bewegung setzte. Nach einer kurzen Kletterpartie kamen die zwei Katzen an einem Felsvorsprung an, von dem aus man einen fantastischen Ausblick auf die Umgebung hatte. Jedoch nicht, wenn man Höhenangst hatte und die Aussicht nach unten 'genoss':
    Es war ziemlich tief.
    Perfekt, um jemanden einfach verschwinden zu lassen., dachte Minzpfote, welche sich in der Zwischenzeit neben den schwarzen Kater gesetzt hatte.
    Für eine Weile herrschte eine, für Krähensturm furchtbar erdrückende Stille, bis er sie zerschnitt. „Also, weißt du, die meisten finden dich vielleicht ein bisschen komisch, weil du... Nun ja, manchmal ein wenig Stimmungsschwankungen hast... Aber genau das finde ich geheimnisvoll an dir. U-und ich liebe geheimnisvolle Katzen... Ich liebe dich, Minzpfote. Möchtest du meine Gefährtin werden?"
    Für einen Moment war Minzpfote ein wenig aus der Fassung, ließ sich aber nichts anmerken. „Schließe die Augen. Ich habe eine Überraschung für dich." raunte sie mit leicht verführerischen Unterton. Der Schwarze gehorchte und schien ziemlich entspannt zu sein. Fast lautlos erhob Minzpfote sich und trat hinter ihn.
    „Ich habe wirklich nichts gegen dich Krähensturm.", begann sie sanft, doch dann wurde ihre Stimme eiskalt. „Aber du stehst zwischen mir und Ahornfrost. Und das geht nicht."
    Erschrocken riss Krähensturm die Augen auf, doch da hatte Minzpfote ihn schon kräftig von hinten gestoßen, sodass er nach vorn fiel und sich gerade noch halten konnte. Er drehte sich herum doch da rammte Minzpfote ihn erneut. Nun fiel er endgültig hinunter, nur um sich für den Bruchteil eines Herzschlages am Rand der Klippe festzuhalten.
    Als ihre Augen sich ein letztes Mal trafen, waren die sonst so leuchtenden, gelben Augen von Krähensturm, die stets das Gute in einer Katze sahen von einem Schleier der Trauer bedeckt.
    Die grau-weiß gefleckte Kätzin wand nicht den kalten Blick, in dem man keine Reue erkennen konnte, von dem Kater ab, selbst nicht, als er hilflos den Abgrund herunter stürzte und mit lauten Knochenknacken auf den rauen Gestein zerschellte. Blut spritzte und an dem dünnen, geschmeidigen Körper des Katers waren tausende Platzwunden zu erkennen. Außerdem waren seine Gliedmaßen merkwürdig verdreht.
    Jetzt sind die größten Probleme fast alle aus dem Weg geräumt., dachte Minzpfote stolz und fing diabolisch an zu grinsen, dann kicherte sie und lachte laut los.
    „Ahornfrost wird mir gehören! Für immer mir!", brüllte Minzpfote und lauschte dann immer noch fies lächelnd ihrem eigenen Echo.

    3
    Mit einer perfekten Trauermiene trottete Minzpfote neben Herzmond her, welche zwar wegsah, aber man an Hand ihres immer wieder ungleichmäßig zuckenden Körper erkennen konnte, dass sie noch immer Tränen vergoss. Schließlich kamen die Kätzinnen im Lager des SturmClans an, wo sie sofort von allen besorgt gemustert wurden.
    Falkenstern, die gerade mit dem Vertilgen einer Eidechse beschäftigt war, ließ das Reptil liegen und tappte auf die beiden zu. „Was ist passiert? Wo ist Krähensturm?", fragte sie, jedoch sah man in ihren klugen, grünen Augen, dass sie bereits die Antwort wusste.
    „E-er... Er ist... Er ist...", schluchzte Herzmond, wurde aber von Minzpfote unterbrochen. „Er ist tot."
    Betroffen senkte die Anführerin den Kopf und schwieg einige Herzschläge.
    „Er war einer der besten Krieger. Mutig, stark, loyal und höflich. Wahrscheinlich wäre er irgendwann sogar Zweiter Anführer geworden. Sein Tod ist ein großer Verlust für den Clan."
    Minzpfote nickte mit geschlossenen Augen. Doch plötzlich klopfte ihr Herz schneller und sie riss die Augen auf. Ihr Fell begann warm zu kribbeln, denn am Lagerrand saß Ahornfrost mit hängenden Kopf und ausdruckslosen Augen und starrte in die Ferne.
    Minzpfote schluckte und bewegte sich dann wie ferngesteuert auf ihn zu. Ihr Kopf sagte nein, sie konnte nicht einfach zu ihm gehen, doch ihre Pfoten machten einfach nicht das, was Minzpfote wollte und schritten immer weiter auf Ahornfrost zu, bis sie vor ihm stand und er sie mit seinem Blick fixierte. „Willst du etwas?", fragte Ahornfrost nach einiger Zeit und legte den Kopf schief. Minzpfote öffnete den Mund, doch es wollten einfach keine Worte herauskommen. Kurzer Hand drehte sie sich um und preschte in den Wald. Sie musste unbedingt in ihre Baumhöhle.
    Dort angekommen nahm sie das Moos, was sie dem Krieger vor einem halben Mond gestohlen hatte und sog gierig den Geruch von ihm ein. Dann leckte sie ein paar Mal über die Stelle, an der Ahornfrost seine Zähne in das Fleisch des Wühlers geschlagen hatte. Jetzt ging es ihr viel besser und so rollte Minzpfote sich in der Baumhöhle zusammen, um wieder ihre wunderbaren Träume zu haben.
    Träume, in denen sie eine Kriegerin war und alle außer Ahornfrost getötet hatte.
    Träume, in denen er endlich ihr gehörte. Träume, in denen sie glücklich war.

    4
    Als die Schülerin aufwachte, streckte sie sich zunächst und gähnte herzhaft. Dann sprang sie aus ihrer Baumhöhle und tappte zurück in das Lager des SturmClans. In der Luft lag der feine Geruch von Harz und das sanfte Zwitschern etlicher Singvögel. Warmes Licht fiel durch die Tannenzweige und verursachte Lichtspiele auf dem Boden. Eigentlich ein perfekter Morgen, bis Minzpfote schließlich den Wald verließ und im Lager ankam. Tupfenpfote hockte aufgelöst in einer Ecke des Lagers, cirka vier Schwanzlängen entfernt eine kleine Gruppe Schüler, die kicherten und immer wieder zu ihr schauten.
    Doch was Minzpfote wirklich störte, waren Herzmond und Ahornfrost, die dicht nebeneinander saßen und sich einen etwas größeren Vogel teilten. Zuerst war Minzpfote froh, ihren zukünftigen Gefährten zu sehen, doch dann wurde dieses Gefühl von Wut verdrängt. „Herzmond...", zischte sie kaum hörbar und versuchte, ihre Nackenhaare glatt zu halten. Sie schritt auf die beiden zu und lächelte verkrampft. „Herzmond? Ich w-wollte dich fragen..." Minzpfote schluckte. Verdammt! In Ahornfrosts Nähe kann ich einfach nicht richtig sprechen!, dachte sie und versuchte sich zusammenzureißen.
    „Ich wollte dich fragen, ob... Also... Was aus m-meiner Kriegerzeremonie wird... Ich glaube, ich b-bin langsam alt genug... Und... Und...", druckste sie herum und schaute verlegen auf den Boden, als sie Ahornfrosts irritierten Blick auf ihrem Pelz spürte. „Ach so! Natürlich!", lachte Herzmond und erhob sich. „Ich habe schon mit Falkenstern gesprochen. Sie meinte, dass dir vielleicht noch ein bis zwei Trainingsstunden gut tun würden. Und die Prüfung musst du ja auch noch machen!"
    Minzpfote nickte eifrig. „Ich kann es kaum erwarten! A-also können wir..."
    Herzmond lächelte freundlich. „Wenn Ahornfrost es allein schafft, das aufzuessen." sagte sie mit einem fragenden Unterton und deutete auf den Vogel. Ahornfrost nickte knapp und zuckte mit den Ohren.
    „Gut, gehen wir also!", rief Herzmond und trottete los. Als die beiden Kätzinnen das Lager hinter sich hatten, fing die Kriegerin an, zu erzählen. „Also, Ahornfrost ist wirklich nett! Er bringt mich immer zum Lachen, selbst jetzt, wo Krähensturm..." Sie verstummte und ein Schatten huschte über das hübsche Gesicht. „Wie findest du ihn eigentlich? Also, ich meine Ahornfrost.", versuchte sie vom Thema abzulenken.
    Minzpfote blinzelte. „Er ist nett.", meinte sie knapp und führte ihre Worte in Gedanken weiter. Und gutaussehend, cool, stark, mutig... Sie wurde aus ihrem Gedankengang gerissen, als Minzpfote und ihre Mentorin beim Trainingsort, einer mit Moos ausgestatteten Senke, ankamen.
    „Gut. Greif mich einfach mal an.", befahl Herzmond und begab sich in die Kampfstellung. Minzpfote fixierte sie kurz mit ihrem Blick und murmelte, als sie schließlich lossprang: „Jetzt oder nie!"
    „Hey! Minzpfote, verdammt! Fahr deine Krallen ein!", schrie Herzmond erschrocken und wich der Schülerin im letzten Moment aus. „Bist du wahnsinnig geworden?", fuhr sie die grau-weiß gefleckte Kätzin streng an.
    Minzpfote warf ihr einem bösen Blick zu und knurrte. „M-minzpfote?", hauchte die Schwarze ängstlich. Doch von der Schülerin kam nur erneut ein Knurren. „Sch-schluss jetzt mit dem Unsinn!", rief Herzmond, doch Minzpfote ignorierte sie und stürmte auf ihre Mentorin zu. Gekonnt sprang diese ab, doch Minzpfote sprang hinterher und rammte sie im Flug. Unsanft kamen die beiden auf dem Boden auf. Schnell nagelte die Jüngere Herzmond am Boden fest und biss ihr kräftig in die Kehle. „MINZPFOTEEEE!", kreischte die Kätzin, bis ihr Schreien leiser wurde und zu einem Gurgeln wurde, was irgendwann erstickte. Kaltblütig sah die Grau-Weiße auf ihr neues Opfer herab und blickte sich dann um. „Spinnenweben.", murmelte sie und rannte los. Zwischen zwei Bäumen, nicht weit vom Trainingsort, entdeckte sie wirklich etwas von den seidenen Fäden, zum Glück ohne Bewohner. Vorsichtig nahm sie sich die Weben und trug sie zurück zu der toten Herzmond.
    Noch etwas unbeholfen stillte sie damit die Blutung. Dann packte sie Herzmond am Nackenfell, achtete darauf, nicht zu viele Spuren zu hinterlassen und zog die Kätzin zum nahegelegenen Fluss, der irgendwann in einem Wasserfall enden würde und warf sie mit Schwung in das Gewässer. Schnell wusch sie sich die blutbefleckten Pfoten, blickte sich hektisch um und verfolgte den eben gegangenen Weg zurück, um die Schleifspuren zu verwischen. Doch als sie wieder am Trainingsort ankam, hatte die Kätzin ein viel größeres Problem: Ein blutiges Problem. Es war nicht viel, aber aus der Verletzung waren ein paar Tropfen auf den Boden gelangt. Unauffällig, aber trotzdem eine Spur. Minzpfote überlegte nicht lang. Sie scharrte kurzer Hand Nadeln darüber und hoffte einfach, dass niemand etwas bemerken würde.
    Nach getaner Arbeit ließ sie sich seufzend auf einen besonders moosigen Fleck fallen und ging erneut alle Schritte zum sauberen Verschwindenlassen einer Leiche durch. Jetzt brauchte sie nur noch eine gute Ausrede und der Mord war perfekt. Nach einer Weile stand die Kätzin auf, fing auf dem Weg noch ein wenig Beute und betrat dann das Lager. Fast wäre sie mit Tupfenpfote zusammen gestoßen, die sie mit schwacher Stimme begrüßte und aus dem Lager tappte.
    Kurz durchströmte Minzpfote Stolz, dann versuchte sie aber, wieder ernst zu werden und tappte auf Falkensterns Bau zu. Durch ein leises Miauen kündigte sie sich an und trat dann ein. Die dunkelbraun getigerte Anführerin bedeutete ihr, sich zu ihr zu setzen, was Minzpfote auch tat und dann zu erzählen begann: „Also, Herzmond wollte mein Jagen testen und schickte mich allein los. Als ich aber wieder zurückkam, war sie nicht mehr da. Ich habe ewig gewartet, aber sie kam einfach nicht. Ich habe gerufen, dass das nicht lustig sei, aber als sie dann immer noch nicht zurückkam, hab ich mir Sorgen gemacht, dass irgendjemand oder irgendetwas sie erwischt hat, wusste aber auch, dass ich sie nicht allein finden kann. Deshalb bin ich ins Lager gerannt."
    Falkenstern nickte verständnisvoll. „Eine kluge Entscheidung. Ich werde sofort eine Suchpatrouille losschicken.", meinte die Kätzin, stand auf und ließ Minzpfote allein. Diese starrte lächelnd auf den Boden, lachte kurz auf und folgte der Anführerin schließlich.

    5
    Schon seit dem Morgengrauen beobachtete Minzpfote ihn. Ahornfrost saß trauernd am Teich und starrte Löcher in die Luft. Entschuldigung, Süßer., dachte die Schülerin, obwohl es ihr nicht wirklich leid tat. Aber jeder der sich unserer Liebe in den Weg stellt, muss sterben. Plötzlich, als hätte er ihre Worte gehört, sprang Ahornfrost in den Teich, packte etwas und zog es an Land. Dieses Etwas war fellig, getupft und... „Tupfenpfote!", schrie Ahornfrost so laut, dass die Vögel aufgeschreckt in den Himmel flogen. Ja, es war Tupfenpfotes Leichnam. Ohne vorher sein nasses, rotes Fell zu trocknen, ließ sich der Kater ins Gras fallen, was nur an wenigen Orten in diesem Wald so üppig wuchs.
    „Warum?", hauchte Ahornfrost, senkte den Kopf und schloss die Augen. „Warum sterben immer Katzen, die mir etwas bedeuten? Erst mein bester Freund, dann diejenige, die mir nach dessen Tod Trost spendete und dann auch noch die süßeste und liebevollste Schülerin des ganzen Waldes. W-warum?" Eine Träne lief über seine Wange und ein leises Schluchzen drang aus seiner Kehle.
    Zu gern wäre Minzpfote zu ihm gerannt und ihn getröstet, ihm die Nässe aus dem Fell geleckt und ihn anschließend gewärmt. Doch das wäre viel zu auffällig und auf Erklärungen hatte sie jetzt wirklich keine Lust.
    Noch eine Weile lag ihr Liebster so schlaff auf dem Boden, als wäre er nun auch zum SternenClan gegangen. Doch dann seufzte er tief, stand mit einem Ruck auf und schliff Tupfenpfotes Körper in Richtung Lager. Schnell ging Minzpfote in bessere Deckung und folgte ihm dann leise. Geschickt sprang die Grau-Weiße über eine Wurzel, wich einem morschen Ast aus und achtete darauf, nicht auf spitze Steine oder Dornen zu treten, bis Ahornfrost im SturmClan Lager ankam und Minzpfote das Schauspiel aus sicherer Entfernung beobachtete.
    Sofort stürzten einige Krieger, wie Löwenfeuer, Mistelsturm oder Hermelinbart zu ihm und betrachteten mit geschockten Gesichtern die Leiche. Selbst die kleine Gruppe Schüler, die sich zuvor über Tupfenpfote lustig machten, waren ziemlich überrascht und in ihren Augen konnte man erkennen, dass sie nicht wollten, dass es so weit kommt.
    Mit trüben Augen trat Falkenstern vor. „Das k-kann nicht sein...", flüsterte sie und reckte mit Tränen der Wut und Trauer in den Himmel. „Warum tust du uns das an, SternenClan?", schrie sie und senkte erschöpft den Kopf. „Wie soll ich einen Clan führen, in dem die Katzen sterben wie Fliegen?", schluchzte sie. „Falkenstern... Wir werden das schaffen! Verliere nur nicht den Glauben in dich, deinen Clan und den SternenClan.", redete der Heiler Pfützenregen ihr zu und lächelte gequält.
    „Ich glaube nicht,", erklang plötzlich eine Stimme, so klar und selbstsicher wie noch nie. „dass der SternenClan Schuld ist. Jemand von uns ist das Übel."
    Alle Katzen wandten sich auf einmal in eine Richtung, nämlich in die, aus der die Stimme kam. Auch Minzpfote tat dies. Wer wäre in der Lage, so etwas laut auszusprechen?

    6
    Das Fell war schneeweiß, nur Ohren Pfoten und die Schnauze waren in einem tiefen braun gefärbt und die unglaublich blauen Augen musterten jeden Anwesenden kritisch.
    „Warum sollte jemand so etwas tun, Blasspfote? Welche Katze hätte so wenig Ehre im Leib?", fuhr Pfützenregen seinen Schüler an.
    „Sehen wir es doch mal so: Was haben wir getan, um den SternenClan zu erzürnen?"
    Stille.
    „Genau, nichts.", gab Blasspfote die Antwort.
    „Aber, wenn es wirklich eine Katze ist,", wandt Mistelsturm ein. „warum hilft der SternenClan uns dann nicht?"
    Der Heilerschüler schloss die Augen. „Entweder, unsere Ahnen wissen selbst nicht, wer derjenige ist, oder" Er öffnete die Augen wieder und legte eine Pause ein. „es ist eine Prüfung. Von jemandem, der viel mächtiger ist, als die Sternenkrieger."
    Prüfung?, wiederholte Minzpfote in Gedanken und begann unruhig mit dem linken Ohr zu zucken. Das heißt, dass a-alle meine Bewegungen gesteuert werden? Alles... Alles was ich tue, sage und denke?
    A-aber das kann nicht sein... Ich mache doch alles nur wegen Ahornfrost... W-weil ich ihn liebe! Diese... Diese dreckige Fellkugel von Heilerschüler lügt doch...
    Ich...
    Muss...
    Ihn...
    Töten!

    Sie riss die Augen auf und fuhr die Krallen aus und ein.
    „Ich werde die Katze finden, die all die Morde verübt. Und wenn ich dies nicht schaffen sollte, dürft ihr euch alle auf mich stürzen und eure ganze Wut an mir auslassen. Ihr dürft mich umbringen.", versprach Blasspfote mit ernster, monotoner Stimme. Minzpfote lachte leise auf. Der hat doch viel zu viel Selbstbewusstsein! Ich werde ihn vorher aus dem Weg räumen... Und dann... Und dann... Werden Ahornfrost und ich endlich zusammen sein!
    Die Kätzin drehte sich um und verschwand wieder in Wald. Sie war ziemlich aufgeregt, aber sie hatte jetzt keine Zeit, um sich irgendwie mit Ahornfrost zu beruhigen. „Mal sehen... Soll ich ein Gerücht über ihn verbreiten? Nein, dass bringt nichts. Er ist psychisch nicht so schwach wie Tupfenpfote. Ich könnte versuchen, ihn irgendwo hinzulocken... Aber er ist sehr vorsichtig. Ach Mist!", fauchte Minzpfote. „Es wird echt schwer, ihn zu beseitigen! Aber... Ich tue ja alles für meinen Ahornfrost! Dieser Gedanke wird mir Kraft geben!", lachte sie uns sah grinsend in den Himmel.

    7
    Am nächsten Tag saß die Schülerin im Lager und putzte sich das Fell. Schließlich wollte sie ja für jemand Gewissen gut aussehen... Doch Minzpfote spürte immer wieder brennende Blicke auf ihrem Pelz, die ihn wieder zu verschmutzen schienen. Nach einiger Zeit war sie mit den Nerven am Ende und schaute sich nach dem Besitzer der Blicke um und sah direkt in kalte, blaue Augen. Sie schickte ebenfalls eisige Kälte in ihre Grünen und starrte zurück. Wind strich durch das hellgrau-weiße Fell und zerzauste es wieder, doch das störte Minzpfote nicht. Sie musste sich jetzt konzentrieren und all ihren Hass in ihren Blick schicken.
    Plötzlich unterbrach ihr 'Gegner' den Wettstreit und schritt langsam auf sie zu. „Du schaust aber böse... Magst du mich etwa nicht?", fragte Blasspfote, mit leichter Ironie in der Stimme.
    „Du hast mich doch zuerst angestarrt!", fauchte Minzpfote und zog damit mehrere Augenpaare, zum Beispiel die von Ahornfrost auf sich. Leicht beschämt sah sie auf den Boden. Blasspfote war inzwischen zum Frischbeutehaufen getappt, hatte einen Frosch geholt und das grünliche Tier vor Minzpfote fallen gelassen. „Hunger?", fragte er knapp. Die Schülerin wusste, dass er damit nur versuchen wollte, sie zu verhören. Doch sie würde sich ganz bestimmt nicht so schnell verplappern, also willigte sie ein.
    „Und,", begann Blasspfote nach einiger Zeit. „weißt du, wer der Mörder sein könnte?" Minzpfote sah von dem Beutestück auf und schüttelte den Kopf. „Woher soll ich das wissen?"
    Ohne sie weiter zu beachten, fuhr der Heilerschüler fort. „Ich glaube, dass Ahornfrost irgendwie damit in Verbindung steht."
    Minzpfotes Herz setzte für eine Weile aus, dann kochte sie innerlich vor Wut, äußerlich ließ sie sich jedoch nichts anmerken. „Und was ist mit Tupfenpfote?"
    „Ja, Tupfenpfote...", murmelte Blasspfote nachdenklich. „Sie hat sich selbst getötet, weil sie sich angeblich mit einem Streuner getroffen hat. Wir müssten nur herausfinden, wer dieses Gerücht in die Welt gesetzt hat, was schwierig wird. Aber um noch mal auf Ahornfrost zurückzukommen: Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass er selbst die Morde verübt. Ich denke, dass jemand wegen ihm tötet."
    Verdammt!, fluchte die Kätzin in Gedanken. Der hat ja schon ziemlich viel herausgefunden.

Kommentare Seite 4 von 4
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IrgendeinKeks ( von: IrgendeinKeks )
Abgeschickt vor 9 Tagen
Maaaannnn, schreib endlich weiter! Ist das so schwer? Ich warte schon so lange und die anderen auch. Also beweg deinen faulen Hintern und schreib ne Fortsetzung :c Dx Mach endlich... Bitte!
ztrdesrftzui ( 48118 )
Abgeschickt vor 55 Tagen
Wann schreibst du endlich weiter?! Dx ic warte seine fortsetzung und sie kommt und kommt nicht! tu mir das nicht an und schreib endlich weiter! so schwer wird das nun auch nicht sein Dx :O
Distelblatt/Srernenfunke ( 81291 )
Abgeschickt vor 97 Tagen
Du willst es drauf anlegen das ich sterbe!!!!
Distelblatt ( 81291 )
Abgeschickt vor 105 Tagen
SCHREIB WEITER SONST STERBE ICH NOCH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
distelblatt ( 95135 )
Abgeschickt vor 114 Tagen
xD please schreib weiter:))xD
distelblatt ( 95135 )
Abgeschickt vor 114 Tagen
Die FANFICTION ist MEGA nice
Nachtrose ( 55130 )
Abgeschickt vor 182 Tagen
Minzpfote ist voll creepy... Das mag ich! Schreib weiter!
Hoffnungsschimmer & Co ( 45651 )
Abgeschickt vor 356 Tagen
Schreib weiter....
vcefvercfdxcvs ( 27310 )
Abgeschickt vor 449 Tagen
wann schreibst du endlcih weiter? :O ich warte nun schon ewig lang dadrauf das du weiterschriebst! bitte schreib schnell weiter! ja? danke!
Pantherkralle ( 04739 )
Abgeschickt vor 483 Tagen
Alta,ist die Nice!!
Bitte schreib weiter :3
Shado und co ( 88953 )
Abgeschickt vor 483 Tagen
geht diee ff noch weiter?
Haselkristall ( 48533 )
Abgeschickt vor 485 Tagen
Mach weiter!
Honigreh ( 73603 )
Abgeschickt vor 485 Tagen
Ganz meiner Meinung!!!!!!!!!!!!!!!
Phönixstern ( 04608 )
Abgeschickt vor 485 Tagen
Schreib weiter oder ich Schlitz dir den bauch auf. .. ich habe scharfe krallen😈! LG Phönix
Rari ( 17283 )
Abgeschickt vor 491 Tagen
Hey, stimmt... Gut aufgepasst, Traumi!
Naja, mir kommt es jedensfalls jetzt wo du es sagst auch bekannter vor o.O
Traumblick ( 45889 )
Abgeschickt vor 493 Tagen
He, die geschihte erinnert mich an den Yandere Simulator ;) Ist sie an ihn angelehnt? Denke ich mal, oder? Die ANgebissene Maus (im Simulator ist es ein angebissener Apfel des Geliebten) usw.
Nein, ich habe nichts dagegen, im Gegenteil! Ich finde das voll cool! Mach weiter so!
Rußglanz ( 78526 )
Abgeschickt vor 496 Tagen
Mir fehlen wirklich die Worte... Das ist so geplant! Was kann man da schon sagen außer SUUUUUUUUPER! Weiter schreiben! Bitte! Auch zwischen schule☺
Gigi ( 69937 )
Abgeschickt vor 497 Tagen
!Durchsage!
Ich werde wohl nicht mehr so oft weiterschreiben können, da ich diese Woche noch viel mit der Schule zu tun habe. Aber nächste Woche kommt auf jeden Fall ein neues Kapitel.
*Silberherz* ( 96489 )
Abgeschickt vor 498 Tagen
Oh wie cool!

Das ist der Hammer,schreib weiter!!!!
@Honig Ich glaub du musst oben auf Rollenspiele gehn und dann auf Top10 der User.Außerdem habe ich meine eigene FanFiktion weitergeschrieben;)
Honigreh ( 73603 )
Abgeschickt vor 500 Tagen
Wo sieht man die top zehn?