Springe zu den Kommentaren

Erbe der Eltern

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
16 Kapitel - 6.992 Wörter - Erstellt von: Wildpfote - Aktualisiert am: 2016-08-23 - Entwickelt am: - 1.650 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Die Fortsetzung von “Blut an den Pfoten einer jungen Kätzin...“! Es geht größtenteils um die zwei Jungen von Wild und Panther, Tiger und Ice.
Außerdem erhält die frisch ernannte Heilerschülerin Fleckenpfote eine Prophezeiung.

    1
    Hierarchie:
    Anführer: Kampfstern- schwarzer Kater mit gelben Augen
    Zweiter Anführer: Dämmerwolke- roter Kater mit grauen Augen; Mentor von Säbelzahnpfote
    Heiler: Grottenmond-graubraun melierter Kater; Mentor von Fleckenpfote

    Krieger:
    Schattenfleck- schwarze Kätzin mit weißen Flecken; Mentorin von Baumpfote
    Schwarzstreif- schwarz gestreifter Kater mit weißem Bauch und eisblauen Augen
    Wirbelherz- grau-schwarz melierte Kätzin
    Blätterregen- in allen Farben gescheckte Kätzin
    Wasserschauer- graublaue Tigerkätzin
    Tigerzahn- sandfarben-graublau getigerter Kater mit gelben Augen; Mentor von Steinpfote
    Flammenschein- orangene Kätzin
    Sturmdonner- schwarz-grau getigerter Kätzin
    Gewitterkralle-schwarzer Kater mit grünen Augen
    Froschblitz- weißer Kater mit schwarzen Blitzen an den Flanken, schwarzer Schnauze und schwarzen Pfoten, Grüne Augen; ehemals Streuner namens Frog; Mentor von Blutpfote
    Hasel- normalgroße, leicht muskulöse Kätzin mit hellbraunem Fell und feuerrotem Bauch, blaue Augen; nur vorläufig im Clan

    Schüler
    Fleckenpfote- schildpattfarbene Kätzin mit großen, weißen Flecken
    Baumpfote- schildpattfarbener Kater
    Steinpfote- schildpattfarben-weiß gestreifte Kätzin
    Säbelzahnpfote- schwarz-rotbraun getigerter Kater mit grünen Augen und später mit einem zerfetzten Ohr; ehemals Streuner namens Tiger
    Blutpfote- kleine, schneeweiße Kätzin mit roten Augen (Albino); ehemals Streunerin namens Ice

    Königinnen:
    Flüsterhauch- sehr kleine und zierliche, graublaue Kätzin mit sandfarbenen Pfoten; Mutter von Nachtjunges

    Älteste:
    Herzbrust-rot getigerte Kätzin
    Kaninchenpelz- braun-weiß-rot- melierter Kater

    Katzen außerhalb der Clans
    Wild (englisch ausgesprochen)- kleine, sehr zierliche braun getigerte Kätzin mit weißer Brust und roter Schwanz- und Ohrenspitzen, Grüne Augen; ehemals als Wildfang im Clan; Mutter von Blutpfote, Dark, Säbelzahnpfote und Flame
    Panther- schwarzer Kater mit grauen Ringen und dunkelblauen Augen; ehemals als Pantherschlag im Clan
    Dark- schwarze Kätzin mit bräunlichen Schimmer, weißen Bauch und eisblauen Augen
    Flame- schwarz-rot-weiß melierter Kater mit einem eisblauen und einem dunkelgrünen Auge

    SternenClan-Katzen:
    Funkenstern- sandfarbene Kätzin mit grünen Augen und vielen Narben; erste Anführerin des SturmClan's
    Wurzelfell- braun getigerte Kätzin; Mutter von Wild
    Krallenflug- schwarz-weiß melierter Kater; Vater von Wild
    Aschenpfote- grau gefleckter Kater mit dunkelbraunen Sprenkeln
    Kastanienpfote- braun-roter Kater
    Hasenauge- brauner Kater mit roten Tupfen am ganzen Körper; Vater von Kastanienpfote
    Kranichauge- grau-sandfarbener Kater mit ungewöhnlich langer und spitzer Schnauze; Vater von Aschenpfote, Grottenmond, Tigerzahn und Flüsterhauch

    2
    Gefährten
    Wild + Panther
    Flüsterhauch + Gewitterkralle
    Herzbrust + Kampfkralle



    Mentoren (nach dem Tausch)
    Dämmerwolke -> Steinpfote
    Schattenfleck -> Säbelzahnpfote
    Froschblitz -> Baumpfote
    Tigerzahn -> Blutpfote

    3
    Prolog
    Sicht: Fleckenpfote

    Fleckenpfote folgte Grottenmond zum Mondmoor und ließ sich neben einer Wasserstelle nieder. Ihr Mentor legte sich neben sie und flüsterte: “Gleich wirst du erfahren, ob der SternenClan dich als Heilerschülerin akzeptiert.“ Fleckenpfote nickte, berührte das von den Sternen glänzende Wasser mit der Nase und schloss die Augen. Als sie sie wieder öffnete, fand sie sich auf einer wunderschönen, großen Wiese wieder und blickte sich um. Eine sandfarbene Kätzin kam auf sie zu und je näher die kam, desto deutlicher konnte Fleckenpfote den Narbenübersähten Pelz erkennen. Die Kätzin blieb vor ihr stehen. “Ich bin Funkenstern. Ich bin hier um dir zu sagen, dass wir uns freuen, dass du dich für den Weg der Heilerin entschieden hast und wir dich begleiten und unterstützen werden.“ “Klasse! Vielen Dank!“, rief Fleckenpfote fröhlich aus, als hinter Funkenstern ein großer, grau-sandfarben gefleckter Kater auftauchte und meinte: “Es gibt da noch was.“ “Stormy!“, fuhr Funkenstern den Kater an, “Das können wir auch jemand anderem sagen!“ Stormy?, dachte sie, So heißt doch der Kater aus den Geschichten, die die Ältesten uns erzählt haben! Sie sah Stormy mit großen Augen an, der nun murmelte: “Nun gut. Aber ich will trotzdem noch kurz mit ihr allein reden!“ Funkenstern neigte mit zusammengekniffenen Augen den Kopf und entfernte sich. Dann wandte sich Stormy der jungen Schülerin zu. “Fleckenpfote. Ich habe dir etwas wichtiges zusagen. Funkenstern will eigentlich nicht, dass ich es dir sage, aber ich denke, du bist dir richtige dafür.“ “Um was geht es?“, fragte sie leise. “Eine Prophezeiung. Blut, das Blut vergossen hat wird zurückkehren und großes Unheil mit sich bringen. Nur die Raubkatze und die ewige Kälte, vereint mit dem Wirbel der Farben und dem Tier der Sprünge können es verhindern.“ Auf einmal verblasste alles um sie herum und wurde dunkler. “Warte rief!“, rief sie, “Was soll das heißen?“ Doch im nächsten Moment lag sie wieder im Moor. Auch Grottenmond erhob sich langsam und sie wollte ihm gerade von der Prophezeiung erzählen, als eine Stimme durch ihren Kopf hallte: Erzähle niemandem von der Prophezeiung, Fleckenpfote!

    4
    Ice schlich sich von hinten an ihren Bruder Tiger ran, doch auf einmal ertönte hinter ihr ein Jaulen. Sie wirbelte herum und im nächsten Moment landete ihr andere Bruder Flame auf ihr. Auch Tiger drehte sich herum und stürzte sich dazu. Dark hielt sich am Anfang eher raus, doch als sie leicht von ihren Geschwistern gerammt wurde, sprang auch sie gespielt knurrend hinzu. Plötzlich purzelten die Jungen einen Hügel hinunter und knallten gegen jemanden. Ice war ganz schwummrig und sie blieb noch kurz liegen, während ihre Geschwister sich aufrappelten und murmelten: “Entschuldigung.“ “Schon in Ordnung. Ich bin Hasel und dürfte ich auch erfahren, wer ihr seid?“, ertönte eine Stimme und auch Ice setzte sich auf. Noch kurz behielt sie die Augen geschlossen und schüttelte sich, dann öffnete sie sie, blickte aber stur auf den Boden. Alle hatten immer Angst vor ihr, sobald sie ihre Augen sahen. “Ich bin Flame und das sind Dark, Tiger und Ice.“ “Freut mich, ihr vier“, schnurrte Hasel und Ice hob zögerlich den Kopf. Hasel schien ganz nett, vielleicht... doch als die hellbraune Kätzin Ice' Augen sah zuckte sie erschrockenen zusammen, blieb aber ansonsten ruhig. “Interessante Augenfarbe, hast du da.“ “Du hast keine Angst vor mir?“, fragte Ice erstaunt und Hasel schüttelte den Kopf. “Nein, wieso denn auch? Du kannst ja nichts dafür, dass du rote Augen hast. Außerdem find ich, sieht es ganz cool aus.“ Hasel zwinkerte und Ice musste unwillkürlich lächeln. Sie ist wirklich nett zu uns!, dachte sie und folgte mit ihren Geschwistern Hasel, die gerade den Hügel hochlief. Ihre Mutter lugte aus ihrer Höhle und erblickte ihre Jungen und Hasel. “Was habt ihr denn jetzt wieder angestellt, dass euch jemand zurückbringen muss?“, wollte sie wissen und Flame sprang fröhlich zu ihr und kletterte auf ihren Rücken. Dark und Tiger taten es ihr gleich und Ice erklärte: “Wir haben gespielt und sind dann gegen Hasel gerollt.“ “Das tut mir leid, Hasel“, entschuldigte sich Wild, “Ich bin übrigens Wild.“ “Ach, macht nichts Wild.“ “Hast du vielleicht Lust diese Nacht bei uns in der Höhle zu bleiben? Es ist ja schon fast dunkel“, schlug Wild vor und Hasel stimmte zu. “Hört sich gut an.“ In dem Moment kam Panther mit zwei Kaninchen angetrabt und legte sie bei ihnen ab. “Papa!“, riefen die Jungen und rannten zu ihm, doch Ice war als erstes da. Sie landete mit einem großen Satz auf seinem Rücken und er schnurrte. “Nicht so stürmisch, meine kleinen Krieger.“ “Wild ging zu ihm und begrüßte ihn Nase an Nase, dann erzählte sie: “Panther, das ist Hasel. Sie hat die vier da zurückgebracht, als sie beim Spielen vom Hügel gerollt sind. Und Hasel, das hier ist mein Gefährte, Panther.“ Die Katzen gingen in die Höhle, verspeisten die Beute und nachdem die Jungen gebettelt hatten, ihre Eltern mögen ihnen noch einmal Geschichten von ihrem Clan erzählen, die ihnen die Älteste Blumenkralle immer erzählt hatte. Ice' Lieblingsgeschichte war die von Ghost und irgendwann, ja. Irgendwann wollte sie einmal zu dem früheren Clan ihrer Eltern. Dem SturmClan.

    5
    Sichtwechsel: Tiger

    Tiger schlich aus dem Bau seiner Familie und rannte los. Nach einiger Zeit blieb er stehen und blickte zurück. Wann werde ich sie wohl wiedersehen? Werde ich sie überhaupt wiedersehen? Schnell verdrängte er diese Gedanken und blickte wieder nach vorne. Er würde den SturmClan finden! Er rannte immer weiter und weiter, bis seine Pfoten ihn nicht mehr trugen. Sie gaben nach und er ließ sich am Rande eines Waldes hinfallen. Schon nach kurzer Zeit war er eingeschlafen.

    “Wie er wohl heißt...“ Die Stimme einer Kätzin.
    “Keine Ahnung.“ Das sagte ein Kater. “Vielleicht Mäusehirn?“
    “Sei doch nicht so gemein, Grottenmond!“
    “Er ist direkt neben unserem Territorium, Fleckenpfote. Das ist mäusehirnig. Also kenne ich ihn Mäusehirn.“
    “Sein Name ist Tiger“, knurrte eine Stimme und Tiger erkannte sie sofort. Ice!
    Mühsam schlug er die Augen auf und sah, wie eine Kätzin, wahrscheinlich Fleckenpfote zusammenzuckte, als sie Ice' Augen erblickte. Langsam richtete er sich auf und seine Beine schmerzten noch vom ewigen Rennen. Ice lief zu ihm und fragte besorgt: “Alles in Ordnung?“ “Ja, mir geht's gut, schätze ich“, grummelte er und sah zu Grottenmond und Ice. “Ich bin Tiger und das ist meine Schwester Ice. Ihr... ihr habt Clannamen. Gehört ihr einem Clan an?“ “Woher weißt du von Clans, kleiner Kater?“, fragte Grottenmond und nach kurzem Zögern erzählten Tiger und Ice von ihren Eltern. Tiger konnte sehen, wie Grottenmond erstarrte, dann zischte er: “Kommt mit. Ich bringe euch zu Kampfstern.“ Sie folgten ihm und während Ice vorne lief, ging Tiger dahinter ihr, als plötzlich Fleckenpfote neben ihm auftauchte. “Ich hab die Geschichte von euren Eltern gehört“, erklärte sie und Tiger knurrte: “Und jetzt hältst du sie und uns für Monster, Hm?“ “Nein!“ Schnell schüttelte Fleckenpfote den Kopf. “Ich finde, man sollte jemanden nicht beurteilen ohne ihn selbst kennen gelernt zu haben.“ Überrascht sah er sie an und lächelte dann. “Gut, das freut mich.“ Tiger hielt inne und sah, wie sie auf einen dichten Wall zuliefern. Das Lager...

    6
    Tiger wechselte einen kurzen, nervösen Blick mit Ice. Doch sie schien so selbstsicher, dass er selbst tief Luft holte und sich Mit zusprach. Dann trat er in das Lager ein und sofort richteten sich sämtliche Augenpaare auf ihn und Ice. “Wer ist das?“, wollte ein roter Kater wissen und trat zu Grottenmond. Dieser flüsterte dem Kater etwas ins Ohr und der bekam immer größere Augen. Dann wandte er sich an Tiger und Ice. “Folgt mir.“ Langsam folgten sie ihm zu einem Bau. “Kampfstern? Hier ist Dämmerwolke.“ “Komm rein“, kam es aus dem Bau und der Kater namens Dämmerwolke bedeutete uns, ihm hinein zu folgen. Unsicher folgte Tiger ihm und seiner Schwester. “Wer seid ihr zwei? Und wieso seid ihr in unserem Territorium?“ Dort saß ein schwarzer, schon recht alt wirkender Kater mit gesträubtem Fell, der sie misstrauisch musterte. Tiger entschloss sich, statt Dämmerwolke zu sprechen und stellte sich vor. “Ich bin Tiger und das ist meine Schwester Ice. Unsere Eltern waren einmal in diesem Clan. Damals hießen sie noch Wildfang und...“ “Erwähne nicht den Namen von diesem dämlichen Fuchsherz!“, unterbrach der Kater ihn fauchend. Erschrockenen fuhr Tiger zusammen und räusperte sich dann. “Tut mir leid. Ich weiß, was sie getan hat, aber... ich bin extra hierhergekommen, weil ich wissen will, wie es in einem Clan ist. Ich würde dem Clan gerne als Schüler beitreten.“ Der Anführer kniff die Augen zusammen. “Nun gut“, stimmte er schließlich zu, “Und was ist mit dir Ice?“ Wieso betont er ihren Namen denn so?, fragte er sich verwirrt, schüttelte dann aber kaum merklich den Kopf. Das war jetzt unnötig. Er richtete seinen Blick auf Ice, die ihn ebenfalls ansah und hin- und hergerissen zu sein schien. NAch einiger Zeit flüsterte sie mir erstickten Stimme: “Ich schließe mich auch an.“ “Gut“ Der Kater neigte den Kopf. “Ich bin übrigens Kampfstern. Ich werde gleich ankündigen, dass ihr dem Clan beitretet.“ Tiger nickte und sah Kampfstern erfreut an, doch im nächsten Moment erstarrte er. Irgendetwas glänzte da in den Augen des Clananführers. Etwas beunruhigendes. Er hatte jedoch keine Zeit weiter darüber nachzudenken, denn Kampfstern schob sie aus seinem Bau und folgte ihnen mit Dämmerwolke selbst. Dann rief er den Clan zusammen. “SturmClan! Heute wollen sich uns zwei Streuner anschließen! Tiger, Ice, tretet vor!“ Die beiden liefen etwas unsicher nach vorne. “Tiger, du heißt von nun an Säbelzahnpfote! Dein Mentor wird Dämmerwolke sein! Und Ice, du heißt von nun an Blutpfote!“ Säbelzahnpfote konnte sehen, wie seine Schwester bei diesem Namen zusammenzuckte. Er wurde ein bisschen wütend, dass Kampfstern ihr so einen Namen wegen ihrer Augen gab. “Dein Mentor wird Froschblitz! Er weiß wie es ist, als Streuner zum Clan zu kommen und ich vertraue ihm, dass er dir hilft, sich hier einzuleben.“ Ein Weiß er Kater mit schwarzen Abzeichen neigte den Kopf und Dämmerwolke und er traten zu ihren neuen Schülern. Säbelzahnpfote sah zu seiner Schwester und flüsterte: “Jetzt gehören wir zum Clan!“ Sie nickte nur leicht. “Mach dir nichts aus deinem Namen!“, ertönte eine neue Stimme. Sie gehörte zu Froschblitz. “Es ist mäusehirnig von Kampfstern, dich so zu nennen, aber der Name sagt noch lange nichts über dich selbst aus.“ Ein wenig Freude spiegelte sich in Blutpfotes Augen. “Danke!“, flüsterte sie zurück und ihr Mentor lächelte sie nur freundlich an. “Kannst du mir das Territorium zeigen?“, wandte Säbelzahnpfote sich dann an seinen eigenen Mentor, der zustimmend den Kopf neigte. Nebeneinander liefen Mentor und Schüler aus dem Lager.

    7
    Sichtwechsel: Blutpfote

    Die junge Kätzin sah ihren Mentor fast schon flehentlich an. “Können wir mitgehen das Territorium erkunden?“ “Nein“ Enttäuscht ließ sie den Schweif sinken. Doch schlagartig hellte sich ihre Stimmung wieder auf, als ihr Mentor belustigt schnurrend weiter sprach. “Wir gehen mit Schattenfleck und Baumpfote zum Kampftraining. Sie warten bereits vor dem Lager.“ “Klasse!“ Fröhlich sprang sie ihm hinterher und folgte ihm aus dem Lager. Kaum trat sie aus dem Tunnel, musste sie ihren Kiefer daran hindern, aufzuklappen. Das wäre so peinlich gewesen! Dort stand ein seh attraktiver Schildpatt-Kater in ihrem Alter. Das musste Baumpfote sein.
    “Kommt schon, ihr zwei!“, miaute Schattenfleck und die beiden trotteten ihnen schweigend hinterher zum Trainingsplatz. Dort erklärte Froschblitz, was sie heute machten. “Wir werden lernen, wie man zwei Gegner auf einmal besiegen kann. Baumpfote, du gehst dorthin.“ Er deutete auf einen Felsen am Rand des Platzes. Dann deuteten er auf einen Baum auf der anderen Seite.“ Und du dorthin, Blutpfote. So. Und gleich greift ihr zwei mich an. Oft, wenn der Gegner zu zweit ist, stellen sie sich auch so auf und greifen einen gleichzeitig an. Also werdet ihr das auch machen. Greift irgendwann an, aber denkt daran gleichzeitig anzugreifen.“ Blutpfote tauschte einen kurzen Blick mit Baumpfote, dann rannten sie los. Froschblitz blieb einfach stehen und spielte das panische Opfer. Doch als sie beide kurz vor ihm waren, rollte er sich blitzschnell seitlich weg und die beiden Schüler knallten gegeneinander. Gerade wollte Blutpfote sich aufrappeln, dann spürte sie eine kräftige Pfote, die sie runterdrückte. Dann ließ Froschblitz die Schüler los und trat zurück.
    “Habt ihr gesehen, was ich gemacht habe?“ “Du hast gewartet, bis wir nicht mehr ausweichen konnten und bist dann ausgewichen!“, rief Blutpfote und Froschblitz nickte ihr anerkennend zu. “Richtig, Blutpfote, gut festgestellt. Und dann?“ “Du hast uns runtergedrückt, damit wir nicht mehr aufstehen können“, kam es nun von Baumpfote, “Wären wir echte Gegner gewesen, hättest du uns wahrscheinlich mit ausgefahrenen Krallen geschlagen.“ “Ja, wirklich gut Baumpfote!“, lobte Froschblitz Baumpfote. “Jetzt bist du dran, Baumpfote. Ich und Blutpfote greifen dich an.“ Wieder stellten sie sich auf, nur dass Baumpfote und Froschblitz diesmal Plätze tauschten. Blutpfote und ihr Mentor rannten gleichzeitig auf ihn zu, doch Baumpfote führte den Zug perfekt aus. Er rollte sich weg und drückte sie dann zu Boden. Doch Blutpfote meinte, ihn beim Wegrollen spöttisch in ihre Richtung grinsen zu sehen, entschloss sich aber, dass sie sich getäuscht haben musste. Als sie dran war, klappte es nicht gleich so gut, doch sie verbesserte sich mit den Versuchen und am Ende wurde sie von Froschblitz auch gelobt und war mit sich selbst sehr zufrieden.
    Schließlich liefen die Katzen ins Lager zurück und Blutpfote ließ sich müde im Schülerbau nieder. Auf dem Weg durch das Lager zum Schülerbau brannte jedoch die ganze Zeit ein Blick auf ihrem Pelz, sie wollte sich nur nicht zu dem Blick umdrehen.

    8
    Sichtwechsel: Kampfstern

    Kampfstern saß auf dem Versammlungsfelsen und beobachtete Blutpfote, die zum Schülerbau lief und darin verschwand. Er kniff die Augen zusammen und zog die Lefzen zu einem leisen Knurren zurück, dann stakste er in seinen eigenen Bau und rollte sich in seinem Nest zusammen. Den Schweif über der Schnauze lag in seinem Bau, die Augen jedoch waren offen und es schien als würden sie durch die Wand des Baus hindurch blicken können. Wartet nur ab..., dachte sich der Anführer, Ich werde meine Rache bekommen. Und ich weiß auch schon wer mir dabei hilft... Er sprang auf und bewegte sich lautlos durch das dunkle Lager, nur von Mond und Sternen erhellt. Er steuerte direkt auf den Heilerbau zu. Grottenmond würde ihm helfen!

    Sichtwechsel: Hasel

    Hasel lief in der Nähe der Höhle von Wild, Panther und ihren Jungen herum und suchte die Gegend nach Spuren von Tiger und Ice ab. Wo sind sie nur hin? Nirgends irgendeine Spur! Seufzend tappte sie wieder zu der Höhle zurück und schüttelte den Kopf, als Zeichen, sie nirgends gefunden zu haben. Wild schien wirklich verzweifelt. Panther strich ihr beruhigend mit dem Schweif über die Flanke und sie lehnte leicht an ihm. “Was, wenn sie in Schwierigkeiten stecken?“ “Ihnen geht es bestimmt gut“, beruhigte Panther seine Gefährtin. Plötzlich kamen Dark und Flame angerannt und stolperten dabei fast über ihre eigenen Pfoten. “Wir haben...!“, setzte Flame an, musste aber erst mal Luft schnappen. Deshalb fuhr Dark keuchend fort: “Wir haben eine Duftspur entdeckt!“ Wild und Panther tauschten einen Blick und rannten ihren zwei Jungen hinterher, Hasel dicht hinter ihnen. Die beiden führten sie zu einer Wiese mit vielen stark duftenden Kräutern.. Hasel beugte sich runter und schnupperte, dann nickte sie. “Sie sind hier vorbeigekommen. Aber...“ Sie hob den Blick und sah in die Richtung, in die die beiden vermutlich gegangen waren. Die Wiese erstreckte sich sehr weit. Soweit, dass man das Ende gar nicht sehen konnte. “Es sieht aus, als wären sie weit gegangen. Wie wäre es da mit: ich gehe ihnen hinterher und bringe sie euch zurück und ihr bleibt hier. Ich glaube, der Weg wäre zu beschwerlich, wenn alle gehen würden.“ “Das würdest Du für uns tun?“, fragte Wild hoffnungsvoll und Hasel nickte. “Natürlich. Bis bald!“. Dann drehte sie sich rum und preschte los dem Duft der beiden hinterher.

    9
    Sichtwechsel: Säbelzahnpfote

    Die beiden Wurfgefährten waren nun schon etwas länger im Clan und es gefiel ihnen ausgesprochen gut - außer Blutpfotes Namen natürlich.
    Säbelzahnpfote trottete hinter Fleckenpfote her. Sie war plötzlich vor ihm gestanden und hatte ihn gefragt, ob er ihr beim Kräutersammeln helfen könne. Also suchten sie jetzt im Wald und suchten nach Ringelblumen, Katzenminze und was sonst noch. Er verstand nun mal nicht viel von Kräutern. Plötzlich ertönte ein Schrei vor ihm und er riss den Kopf hoch. “Fleckenpfote?“, rief er. Keine Antwort. “Fleckenpfote!“ Immer noch nichts. Etwas nervös, aber kampfbereit fuhr er die Krallen aus. Auf einmal landete etwas schweres auf seinem Rücken und er jaulte entsetzt auf. Mit einem Ruck bäumte er sich auf und Fleckenpfote fiel lachend von seinem Rücken. Er machte einen Sprung nach vorne in legte eine Pfote auf die Flanke von Fleckenpfote. Gespielt knurrte er sie an. “Gibst du auf?“
    “Niemals!“
    “Das werden wir ja noch sehen!“
    Fröhlich rollten sie über den Boden und trugen einen Spielkampf aus. Am Ende hatte er wieder eine Pfote auf ihrer Flanke. Doch anstatt sie zu “besiegen“ sah er ihr in die Augen und brachte kein Wort heraus. Ihr schien es ähnlich zu gehen. Gerne hätte er ihr gesagt, was er empfand: dass er sie wirklich gerne hatte. Dass sein Herz schneller wurde, sobald er sie nur sah. Dass sein ganzer Körper zu kribbeln begann, wenn sie ihn nur leicht streifte. Dass er sie liebte. Doch das alles ging nicht. Sie war Heilerin, sie durfte keinen Gefährten haben. Und zudem war er ja erst 8 Monde. Und doch wollte er es ihr so gerne sagen...
    Bevor er dies tun konnte, zog er jedoch schnell seine Pfote zurück, drehte sich um und murmelte: “Wir sollten weiter nach Kräutern suchen.“ Hinter ihm stand Fleckenpfote auf und lief an ihm vorbei. “Ja.“ Ihre Stimme war auf einmal so eisig und das versetzte ihm einen Stich. Sein Herz tat noch mehr weh, als wenn Säbelzahnpfote daran dachte, dass er und Fleckenpfote niemals zusammen sein konnten. Es war, als würde sein Herz zerreißen. Voller Schmerz folgte er ihr langsam.

    10
    Hey Leute (ich denke zwar nicht, dass hier noch jemand vorbeischaut, aber egal)

    Es tut mir so extrem leid, dass ich nie geschrieben habe! Aber mein Bruder war im Krankenhaus. Er ist auch auf Teste dich und heißt übrigens Donnerzahn/Rain. Ich hab hier nie bescheid gesagt und das tut mir so Verdammt leid. Ich hab's einfach vergessen. Aber ich bin jetzt wieder hier und ob es jemand liest oder nicht, ich werde hier weiterschreiben ;)
    Also, noch einmal: es tut mir so leid!

    LG Wildpfote

    11
    Sichtwechsel: Hasel

    Hasel hatte die Duftspur der beiden leider verloren und saß nun betrübt auf einer Lichtung in einen Wald. Hier roch es stark nach Katzen. Auf einmal konnte sie Katzen riechen, die sich näherten. Sie spitzte die Ohren und da! Tatsächlich, es kamen Katzen. Sie schnupperte noch einmal und ihr Herz tat einen Sprung. Es waren Tiger und Ice unter diesen Katzen!
    Sie sprang auf und kurz darauf traten einige Katzen auf dem Gebüsch. Es waren ein schwarz-weißer Kater, ein sandfarben-graublauer Kater und die zwei Jungen von Panther und Wild. Die ersten zwei umkreisten Hasel knurrend, während Ice und Tiger nur wie erstarrt dastanden. Doch auf einmal trat noch ein Kater hervor. Er hatte ein rotes Fell und funkelnde graue Augen, die Hasel den Atem raubten. Er war wirklich wunderschön.
    “Dämmerwolke“, sprach der sandfarben-graublaue Kater, “Diese Streunerin war einfach so hier. Was sollen wir tun.“
    Kurz musterte Dämmerwolke die Kätzin. “Wer bist du?“
    “Hasel“, antwortete Ice statt Hasel - wofür sie ihr doch recht dankbar war. Sie hätte keinen Ton herausbekommen.
    “Du kennst sie, Blutpfote?“, fragte der schwarz-weiße erstaunt, woraufhin Ice nickte. Anscheinend hieß “Ice“ jetzt “Blutpfote. Und bei diesem Namen fuhr ein Schauer über Hasel's ganzen Körper. Wie konnte man der armen kleinen Kätzin nur so etwas schreckliches antun?
    “Ja“, erwiderte nun Tiger, “Das ist Hasel. Wir haben sie kennengelernt, kurz bevor wir hierher kamen. Sie war wirklich nett zu uns.“ Nun wandte er sich an Hasel und in seiner Stimme lag eine Mischung aus Unverständnis und Freude über das Wiedersehen. “Was machst du hier? Hast du uns gesucht? Für unsere Eltern?“
    “Ja.“ Sie nickte. “Sie machen sich Sorgen um euch.“
    Betreten sahen die zwei zu Boden Kurz schnurrte Dämmerwolke belustigt. Er gab Tiger einen sanften Schlag mit eingefahrenen Krallen auf die Ohren. “Eure Eltern wissen also nicht, dass ihr hier seid?“
    Langsam schüttelten sie den Kopf.
    “Na gut. Aber nun seid ihr ein Teil des Clans. Ihr habt hier Freunde. Anscheinend gefällt es euch hier. Nicht wahr?“
    Sofort nickten beide begeistert.
    “Also... solltest du“ Er richtete seine sturmgrauen Augen auf Hasel, “vielleicht ihren Eltern sagen, dass sie sich keine Sorgen zu machen brauchen. Ach und... sag Wild viele Grüße von Dämmerwolke. Und dass ich mich für sie freue, dass sie anscheinend glücklich eine Familie hat. Aber verpasse nun bitte auf der Stelle unser Territorium.“
    Mit diesen Worten schnippte er mit dem Schweif und bedeutete den anderen ihm zu folgen. Und so verschwanden sie wieder in Unterholz, Blutpfote und Tiger einen letzten Blick zu Hasel werfend.

    12
    Sichtwechsel: Blutpfote

    Mit einem letzten Blick zu Hasel, folgten Blutpfote und Säbelzahnpfote den anderen ins Unterholz, als hinter ihnen erneut Hasel's Stimme ertönte.
    “Halt, wartet!“
    Sie sprang hinter ihnen auf die Lichtung.
    “Tiger“ “Säbelzahnpfote“, unterbrach Blutpfotes Bruder die Kätzin leise. “Ähm... also, Säbelzahnpfote, Blutpfote, wollt ihr wirklich eure Eltern verlassen?“
    Kurz tauschten die zwei Blicke aus, dann begann Blutpfote.
    “Wir lieben unsere Eltern natürlich. Aber wir fühlen uns hier im Clan einfach wohl. Viel wohler als als Streuner. Es tut uns wirklich sehr leid, Hasel. Sag das bitte auch unseren Eltern. Aber hier ist jetzt unsere Heimat.“
    Zustimmend nickte Säbelzahnpfote und Blutpfote entging der warme Blick von Tigerzahn nicht, der ein wenig stolz schien. Vielleicht weil sie eben gesagt, dass hier ihre Heimat war?
    “Aber... Ich verstehe das nicht. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist das doch der Clan, der eure Eltern verstoßen hat. Sie umbringen wollte!“ Erschrocken zuckte die junge Schülerin zusammen. Anscheinend merkte Hasel gar nicht, dass sie immer lauter wurde. “Wie könnt ihr zwei euch diesem Clan anschließen!“
    “Hasel-“, setzte Blutpfote an, brach allerdings wieder ab und drückte sich eng ihren Bruder, der sie beruhigend mit der Nase am Ohr berührte, bevor er zu sprechen begann.
    “Hasel, ich verstehe dich. Aber es ist toll hier. Alle sind freundlich und wir wurden wirklich gut aufgenommen. Sieh es dir doch mal. Bitte, nur ein paar Tage. Dann kannst du ja entscheiden, ob du es wirklich so schrecklich ist. Natürlich nur wenn das auch geht“, fügte er schnell mit einem Blick auf Dämmerwolke hinzu, welcher den Kopf nachdenklich schief gelegt hatte. Schließlich schnippte er mit dem Schweif.
    “Das liegt bei Kampfstern“, entschied er letztendlich, “Wir haben noch keine Beute. Also. Ich bringe Hasel zu Kampfstern. Tigerzahn, Froschblitz, ihr beendet mit den zwei Schülern die Jagdpatrouille. Tigerzahn, im Notfall hast du das Kommando.“
    Der Tigerkater nickte und als Dämmerwolke mit Hasel im Unterholz verschwand, erklärte er, dass sie sich aufteilen würden. Säbelzahnpfote ging Richtung Fluss, Froschblitz zur Grenze nahe des Donnerwegs. Tigerzahn hingegen würde zur Grenze Richtung Wiese und Schlucht gehen, während Blutpfote zur großen Wiese ging.
    Sie rannte gerade einem Eichhörnchen hinter her, als in jemanden reinlief. Erschrocken taumelte sei zurück und hob den Kopf. Vor ihr stand Tigerzahn, der bekommen den Kopf schüttelte und sie dann auf funkelnden Augen ansah.
    “Tu...Tut mir leid!“, entschuldigte die Kätzin sich schnell, doch Tigerzahn schnurrte belustigt.
    “Schon okay. Pass das nächste mal nur besser auf. Wie viel hast du gefangen?“
    “Zwei Läufe und einen relativ kleinen Zaunkönig.“
    Der Kater nickte. “Dann gehen wir langsam mit den anderen zurück zum Lager. Mal sehen, was Kampfstern sagt.“
    Blutpfote nickte und die zwei holten ihre Beute, dann tappten sie zurück.

    13
    Sichtwechsel: Hasel

    Schweigend tappte die Kätzin hinter Dämmerwolke her und war in ihren Gedanken versunken. Würden sich Wild und Panther nicht Sorgen machen, wenn sie nicht wieder auftauchte, um ihnen Bericht zu erstatten? Und was war mit Säbelzahnpfote und Blutpfotes Geschwistern? Die würden die zwei doch bestimmt vermissen!
    “Sag mal“, riss Dämmerwolke sie aus ihren Gedanken, “Wie geht es Wild und Panther?“
    “Gut. Sie sind glücklich zusammen. Aber als Säbelzahnpfote und Blutpfote auf einmal weg waren...“ Sie schüttelte kurz den Kopf. “Sie haben sich solche Sorgen gemacht. Sie machen sich solche Sorgen. Ich hab ihnen gesagt, dass ich nach den zwei suchen werde. Sie mussten ja noch auf die zwei anderen Jungen aufpassen.“
    “Sie haben noch zwei Jungen?“ Mit glänzenden Augen blickte er sie an, woraufhin sie nickte. “Ja. Sie heißen Dark und Flame. Ein Kater und eine Kätzin.“
    Leise schnurrte er. “Das ist schön. Jetzt hat Wild endlich das Leben, das sie verdient hat.“
    “Du magst sie. Das hat sie mir auch erzählt, als sie mir von ihrem Leben im Clan erzählt hat. Dass es nur wenige Katzen gab, die nett zu ihr waren. Dich mochte sie aus dem Clan am meisten.“
    “Außer Panther natürlich“, erwiderte Dämmerwolke schnurrend, “Aber das ist auch klar. Ich glaube, sie hat ihn von dem Moment an geliebt, an dem er sich als Schüler seinem Mentor und weiteren Kriegern gestellt hat, um sie zu verteidigen. Er war für sie da und hat sie beschützt, wenn es niemand sonst getan hat. Und er... Er hat sich in sie verliebt, als er sie näher kennen lernte. Von da an gab es für ihn nur noch sie. Und dafür hat er sein Leben hier aufgegeben. Er war beliebt im Clan, weißt du? Aber das hat ihm nichts bedeutet. Weil es für Wild keinen guten - keinen richtigen - Platz im Clan gab. Und ohne sie gab es für ihn auch keinen Clan.“
    Schweigend nickte Hasel und nach einer Weile sagte sie: “Ja. Er ist ein klasse Gefährte für sie. Jede Kätzin kann sich so jemanden wünschen.“
    Kurz sah Dämmerwolke sie an, dann blieb er stehen. “Wir sind da.“
    Langsam folgte sie ihm in das Lager und nach einem kurzen Gespräch, war sie Teil des Clans - wenn auch nur vorläufig und ohne Kriegernamen. Doch Clanmitglied war Clanmitglied.
    Schon bald kamen die restlichen vier Katzen von der Patrouille zurück. Nachdem Säbelzahnpfote und Blutpfote sie schnurrend willkommen geheißen hatten, tappte Blutpfote zu einer schildpattfarbenen Kätzin mit weißen Streifen. Säbelzahnpfote hingegen nahm ein Eichhörnchen von einem kleinen Haufen mit Beutetieren und ließ sich allein am Rand des Lagers nieder. Also ging Hasel zu ihm legte sich neben ihn. Er sah sie erfreut an und die zwei unterhielten sich ein wenig.

    14
    Sichtwechsel: Blutpfote

    Blutpfote putzte sich am Rand des Lagers, als jemand ihren Namen rief. Aufmerksam blickte sie auf und entdeckte Tigerzahn, der sie zu sich winkte. Also stand sie auf und trabte zu ihm.
    “Ja?“
    “Kampfstern wollte etwas neues ausprobieren. Die Schüler und Mentoren tauschen für einen Mond. Also trainierst du den nächsten Mond lang mit mir.“
    Langsam nickte sie. Sie kannte Tigerzahn nicht so gut, also wusste sie auch nicht, ob es nun ein guter Wechsel oder nicht war.
    “Und wenn trainiert jetzt Froschblitz? Und mein Bruder? Von wem wird er trainiert?“
    “Froschblitz neuer Schüler ist Baumpfote und Säbelzahnpfote wird von Schattenfleck trainiert. Jetzt weißt du ja auch, dass Dämmerwolke Steinpfotes vorübergehender Mentor ist.“
    “Ja. Und was machen wir jetzt?“
    “Erstmal möchte ich, dass du mir zeigst, wie du kämpfst.“
    Mit eine Nicken folgte sie dem jungen Kater und ihre Gedanken schweiften mit einem Mal völlig ab.
    Wieso ist Tigerzahn eigentlich schon Mentor? Er ist doch noch ziemlich jung, oder? Zumindest wirkt er noch sehr jung... aber laut Steinpfote ist er ein guter Mentor, also...
    “So“, sagte Tigerzahn auf einmal und drehte sich zu Blutpfote um, “Greif mich an.“
    Kurz musterte die Schülerin den Kater und ging in eine gedruckte Haltung, dann fixierte sie seine linke Schulter, sprang vor, allerdings auf die rechte Seite, duckte sich unter seine Pfote hinweg und tauchte von der Seite unter seinen Bauch. Sie bearbeitete ihn mit eingezogenen Krallen, war allerdings schnell genug wieder weg, bevor er etwas machen konnte. Als sie jedoch wieder neben ihm stand und ihn anspringen wollte, wirbelte er so schnell herum, dass sie nicht mehr abbremsen konnte und sprang direkt in seine Pfoten. Er drückte sie sanft zu Boden und legte ihr leicht die Zähne an den Nacken. Als er von ihr abließ, setzte sie sich keuchend auf.
    “Du bist eine gute Kämpferin, Bl...“, setzte er an, brach aber ab und räusperte sich. “Du musst aber auch mit so etwas rechnen. Wäre ich wirklich dein Gegner gewesen, dann hätte ich dich eben mit einem Zug besiegt.“
    “Ja. Ich werde dran denken“, meinte Blutpfote. Kurz schwiegen beide, bevor Blutpfote wieder etwas sagte. “Tigerzahn? Wieso hast du eben meinen Namen nicht ausgesprochen? Ich meine, du hast doch dazu angesetzt, oder?“
    “Ja“, murmelte er und sah sie mit leicht schiefgelegtem Kopf an, “Aber ich mag den Namen nicht. Er sagt nichts über dich aus. Er bezieht sich nur auf deine Augen und ich finde ihn beleidigend.“
    Schnell senkte die Kätzin den Blick. “Danke, Tigerzahn“, flüsterte sie und als sie wieder den Blick hob, sah sie direkt in seine klaren, gelben Augen.

    15
    Sichtwechsel: Säbelzahnpfote

    Abwartend sah Säbelzahnpfote Schattenfleck an, der ihm gerade sagen wollte, was sie heute machten. Der Mentorenwechsel war vor ein paar Tagen eingetreten. Auf einmal tauchte Kampfstern auf.
    “Hallo Schattenfleck. Säbelzahnpfote. Ich würde heute gerne das Training von dem jungen Kater übernehmen und mich von seinen Leistungen überzeugen. Du kannst dich heute anderweitig beschäftigen, Schattenfleck.“
    Der schwarz-weiße Kater neigte den Kopf und entfernte sich.
    “So. Heute fangen wir mit Jagen an.“
    Begeistert nickte Säbelzahnpfote und folgte dem Anführer aus dem Lager.
    “Fang an. Zeig mir, wie gut du jagen kannst.“
    Also prüfte der Schüler die Luft und schnell machte er eine Amsel ausfindig. Er schlich sich an und brauchte nur noch ein kleines Stück, bis er abspringen konnte, als auf einmal ein Jaulen erklang. Der Vogel erhob sich mit einem schrillen Alarmschrei in die Luft und war schnell verschwunden.
    Ein sichtlich wütender Kampfstern trat auf die Lichtung.
    “Jetzt hast du den Vogel verjagt und mit seinem Schrei hat er jede Beute im Umkreis vertrieben! Die Jagd können wir jetzt wohl abhaken!“
    “Aber...“
    “Kein Aber, Säbelzahnpfote!“
    “Kampfstern! Da hat jemand gejault, sehr laut sogar! Deswegen ist der Vogel weggeflogen!“
    Zornig knurrte der recht alte Kater und zog Säbelzahnpfote mit ausgefahrenen Krallen die Pfote über den Kopf. Erschrocken keuchte der Schüler auf und starrte Kampfstern mit großen Augen an. Bisher war er immer so freundlich und verständnisvoll gewesen!
    “Hör auf zu lügen!“, fauchte der schwarze Kater, “Da war kein Schrei! Mach keine anderen für deine Fehler verantwortlich! Du bist eben nicht besser als deine verdammten Eltern!“
    Aufgebracht plusterte Säbelzahnpfote sein Fell auf, er wollte etwas dagegen sagen, doch kam damit nicht weit. Kaum machte er den Mund auf, drang ein drohendes Knurren aus Kampfsterns Kehle und er fletschte die Zähne.
    “Dann machen wir jetzt Kampftraining!“
    Kampftraining
    Ein unangenehmer vorahnender Schauer jagte über seinen Körper, als die beiden zur Trainingslichtung tappten.

    16
    Unsicher stellte sich Säbelzahnpfote in die Mitte der Trainingslichtung, während Kampfstern um ihn herumschlich. Und dann setzte er vor. Mit aufgerissenen Augen, erkannte der Schüler, die ausgefahrenen Krallen und rollte sich zur Seite weg. Die Krallen des Anführers streiften ihn noch und hinterließen leichte Spuren an seiner Flanke, mehr allerdings auch nicht.
    Er sprang schnell auf die Pfoten und duckte sich direkt unter dem nächsten Schlag weg. Und so ging es weiter, die ganze Zeit wich er den Angriffen aus, bis er nicht mehr konnte; Kampfstern traf ihn an einer Schulter und riss ihn von den Pfoten. Voller Schmerz verzog der kleine Kater das Gesicht und unterdrückte einen Aufschrei. Schwankend stand er wieder auf, nur um einen heftigen Schlag auf den Kopf zu kassieren, der ihn erneut zu Boden schleuderte. Blut lief ihm in die Augen und verschleierte seine Sicht.
    Keuchend blieb er liegen, wurde allerdings von Kampfstern unsanft am Nacken wieder auf die Pfoten gezogen.
    “Du bist schwach“, knurrte er leise, “Wir gehen zurück ins Lager. Und du wirst keinem, hörst du, keinem erzählen, was wirklich passiert ist. Für die anderen haben wir einen Fuchs getroffen und konnten ihn verscheuchen. Verstehst du das?“
    Zögerlich blickte Säbelzahnpfote seinen Anführer an. Keine gute Entscheidung, stellte er schnell fest. Denn Kampfsterns Kopf schoss augenblicklich vor und verbiss sich in seinem Ohr. Erschrocken stieß der Schüler einen erstickten Schrei aus und verspürte einen noch schlimmeren Schmerz, als Kampfstern den Kopf wieder hob. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und schnell nickte er.
    “Ja, ich hab verstanden“, krächzte er leise.

    “Säbelzahnpfote!“
    Blutpfote stürzte sofort zu ihrem Bruder und drückte sich an ihn. “Was ist passiert?“
    Säbelzahnpfote warf einen flüchtigen Blick zu Kampfstern, der zu einer Erklärung ansetzte. Während Blutpfote ihn zum Heilerbau brachte, erklärte der Anführer allen von dem angeblichen Fuchs. Im Heilerbau sprang sofort Fleckenpfote zu ihm.
    “Großer SternenClan, was ist denn mit dir passiert?“, rief sie erschrocken aus und führte ihn zu einem Nest.
    “Ein Fuchs“, krächzte er heiser, “Wir konnten ihn vertreiben.“
    Verstehend nickte die Heilerschülerin und suchte einige Kräuter und Spinnenweben raus. Grottenmond war nirgends zu sehen, Fleckenpfote war hier allein. Als sie fertig mit der Behandlung war, legte sich Blutpfote neben ihren Bruder.
    Fleckenpfote verließ den Bau und Blutpfote stupste Säbelzahnpfote leicht an.
    “Du magst sie mehr, als nur eine Freundin, nicht wahr?“
    Kurz sah er sie nur an, dann nickte er.
    “Ja. Aber das geht nicht. Ich werde meine Gefühle wohl zurückdrängen müssen.“
    Mitfühlend berührte Blutpfote ihn am Ohr.
    “Was ist mit dir?“ Fragend sah Säbelzahnpfote seine Schwester an. “Gibt es jemanden, den du magst, Schwesterchen?“
    “Schwesterchen?“ Kurz schnurrte sie belustigt, dann legte sie den Kopf auf die Pfoten. “Ja, ehrlich gesagt schon.“
    Säbelzahnpfote wollte nachfragen, aber er beschloss, es doch nicht zutun. Stattdessen legte er auch er den Kopf hin und schloss die Augen.

Kommentare (53)

autorenew

Ahornpfote ( von: Ahornpfote)
vor 182 Tagen
Schreib bitte weiter!
Sandi ( von: Sanddornblüte)
vor 233 Tagen
Die Geschichte ist wirklich spektakulär! Das ist eine der besten Geschichten die ich je gelesen habe! auch wenn ich den Namen Grottenmond nicht ganz so toll finde.....
Fatie &Co (97677)
vor 239 Tagen
Die Geschichte ist sooooo tooooooooooolll
Eisblatt ( von: Eisblatt)
vor 240 Tagen
SCHREIB ENDLICH WEITER, VER-DAMMTE [BEEP]!!!(Das [BEEP] bezieht sich nicht auf dich, sondern darauf, wie sehr ich meine Worte unterstreichen möchte!)
Eisblatt ( von: Eisblatt)
vor 240 Tagen
Toll, toller, am tollsten!
Schreibst du weiter? Ja? Jetzt gleich?
Und ich hab gelesen…du hast ein Pferd! ICH WILL AUCH EINS!!!!!!!!!!!!!!
Schreib weiter! Sofort! Sonst gibt es keine…Kekse…und keine…Waffeln und keine…äh…äh…//schhei-ße, mir fällt nix ein//…sonst gibt es keine…Cookies! Und keine Brownies!
Haselkristall (77509)
vor 246 Tagen
Hey Wildpfote!

Super! Weiter so! Ich freue mich schon auf das nächste Kapitel!
Mondschweif (71109)
vor 271 Tagen
Ich finde diese ff total gut! Im Ernst! Sie ist nicht endlos lang aber auch nicht kurz!! Gut getroffen!!!
Hellstern ( von: Hellstern_Helli)
vor 324 Tagen
Hey Wildpfote! ^^
Ich freue mich sehr darüber, dass du weiter geschrieben hast.
Aber wenn so etwas schlimmes passiert, dann muss man das einfach verstehen :3 Du musst dich eigentlich für gar nichts entschuldigen, entweder Sie warten, bis du weiter schreibst oder halt nicht ^-^
Haselkristall ( von: *Astrid*)
vor 328 Tagen
Hey Wildpfote!
Geht's deinem Bruder wieder gut?
Schön, dass du weiterschreibst.
Es gefällt mir bis jetzt super, mach weiter so!
shadow ( von: Iceymaleficent)
vor 328 Tagen
Schreib weiter sonst kriegst du keine Muffin!

Ps: total coole ff.
Wildpfote (19207)
vor 340 Tagen
Ich bekomme Waffeln?! o.O wieso sagst du das nicht gleich?! XD
Sorry, hatten die letzten Tage kein Internet, deswegen konnte ich nicht weiterschreiben. Aber ich will heute noch weiter schreiben ;)
*Silberherz* (17273)
vor 343 Tagen
Du hast ein Pferd?! *vor Neid fast platz*
Schreib unbedingt weiter sonst... Ehm... Ehm... Ehm... Gibt es keine... Waffeln.
Wildpfote (49724)
vor 349 Tagen
Das freut mich wirklich sehr, Drache :D
Oh! Kekse!!! XD
Ich schreib nachher weiter, jetzt muss ich erstmal zu meinem Pferd ;)
Drache (50215)
vor 349 Tagen
Hey Wildpfote!

Ich freue mich wahnsinnig darüber das du weitergeschrieben Hast! Ich hatte diese FF schon abgehakt aber jetzt schreibst du doch weiter! Ich bin richtig happy und finde deine Geschichte auch klasse “) Schreib unbedingt schnell weiter sonst.... Gibt's keine Kekse!* fröhlich mit einem Keks vor deiner Nase herumreden * XD
Viele Grüße
Drache
P.S. Ich werde deine Geschichte verfolgen :-)
Wildpfote (21617)
vor 353 Tagen
Danke Silberteich! Echt toll! :D
Und auch danke, ami :)
Ich schreib jetzt mal weiter ^^
Silberteich (57836)
vor 354 Tagen
@Wildpfote
Hey! Ich habe ein kleines Special für ein paar Leute gemacht, eine MMFF für die, die in dieser Liste stehen: http://www.testedich.de/quiz43/quiz/1470213986/Leute-auf-TD-die-ich-besonders-gerne-mag
Würde mich freuen, wenn du mal vorbeischaust!
(Das soll keine Werbung sein, sondern nur ein Hinweis. Ihr anderen habt den Kommentar einfach übersehen, ok?)
ami (g.) :) ( von: ami (g.) :))
vor 354 Tagen
Ich kenne Donnerzahn/Rain.Er hat ein Kommentar bei einer Fanfiktion hingeschrieben.Jedenfalls,tolle Geschichte,Daumen hoch!
Silberteich (57836)
vor 355 Tagen
Ich liebe die Geschichte! Blut an den Pfoten einer jungen Kätzin habe ich auch schon gelesen. Schreib bitte bitte weiter!
Haselkristall (48533)
vor 547 Tagen
Super Wildi^^! Mach weiter, es wird immer besser!
*Silberherz* (70085)
vor 547 Tagen
Das neue Kapitel ist schön!