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Internat Camaya

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11 Kapitel - 5.013 Wörter - Erstellt von: Schwarzbrust - Aktualisiert am: 2015-12-05 - Entwickelt am: - 558 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Hier recht es um Tora, die neu auf dem Internat Camaya ist. Sie ist schüchtern und geht in der Menge unter. Außerdem hat sie Schwierigkeiten, sich zurechtzufinden und Freundschaft zu schließen und sie fühlt sich dort verloren.

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    Das ist mein Steckbrief:
    Name: Tora Blake
    Alter: 14 Jahre
    Klasse: 9
    Aussehen: hüftlange, leicht gewellte, schwarze Haare mit roten Strähnen und grüne Augen
    Kleidung:
    Im Sommer: während dem Unterricht die übliche Schulkleidung für den Sommer, ansonsten ein T-Shirt und eine Dreiviertel-Jeans, schwarz-graue Turnschuhe
    Im Winter: während dem Unterricht die übliche Schulkleidung für den Winter, ansonsten einen Pulli (meistens einen roten) und eine Jeans, braune Winterstiefel
    Charakter: schüchtern, höflich, klug, freundlich, still
    Beziehung: na ja, es gibt ein paar süße Junge auf dem Internat und besonders dieser eine Junge... aber eine Beziehung habe ich nicht

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    Und das hier ist die übliche Schulkleidung:
    Im Sommer:
    Jungs: Kurze, schwarze Hosen und dunkelblaue T-Shirts mit einer dunkelblau-schwarze Krawatte
    Mädchen: schwarz-dunkelblauer Rock und dunkelblaues T-Shirt
    Im Winter:
    Jungs: schwarzer Pulli und lange, dunkelblaue Hose, dunkelblau-schwarze Krawatte
    Mädchen: schwarzer Pulli und lange, dunkelblaue Hose

    Der Kampus:
    Der Kampus ist sehr groß und besteht zum einen aus dem Schulgebäude un einem großen Hof mit Brunnen. Rechts neben dem Schulgebäude sind die Mädchenwohnhäuser und Links vom Schulgebäude die Jungswohnhäuser. An das Schulgebäude angebaut ist das Lehrerwohnhaus. Direkt hinter den Gebäuden erstreckt sich eine Wiese. Der komplette Kampus ist von einem Wald umgeben, der im übrigen zum Teil innerhalb des Kampuses ist. Auf der Wiese und in dem Wald fließen ein paar hübsche Bäche.

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    Regeln des Internats:
    1. Das Frühstück ist um 7:00 Uhr und alle Schüler sollten pünktlich da sein. Mittagessen ist um 13:00 und Abendessen um 20:00 Uhr. Auch hier sollten alle Schüler pünktlich da sein.
    2. Wer zu spät zum Unterricht kommt, bekommt eine Verwarnung. Wer drei davon hat, muss eine Aufgabe erledigen, wie z.B. Müll von der Wiese aufheben.
    3. Wer sein Zimmer nach 23:00 Uhr verlässt, bekommt ebenfalls eine Verwarnung.
    4. Verwarnungen sind Zettel, auf denen steht, weshalb man diese Verwarnung bekommen hat. Sie sind stets ordentlich aufzubewahren.
    5. Es ist verboten, den Kampus ohne Erlaubnis eines Lehrers zu verlassen. Genauso ist es verboten, den Kampus ohne jegliche Begleitung zu verlassen.
    6. Niemand darf das Lehrergebäude betreten.

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    Die Lehrer:
    Der Rektor
    Mr. Hunt- ziemlich kleiner Mann mit dunkelbraunen Haaren und leichtem Bart, braune Augen
    Seine Fächer: Englisch, Deutsch

    Con-Rektor
    Mrs. Winter- blonde Frau mit langen Haaren und blauen Augen
    Ihre Fächer: Mathe, Naturwissenschaften

    Weitere Lehrer
    Mrs. Shear- rothaarige Frau mit grünen Augen
    Ihre Fächer: Geschichte, Erdkunde, Musik
    Mr. Whide- schwarzhaariger Mann mit grauen Augen
    Seine Fächer: Kunst, Philosophie, Religion
    Mr. Stare- hellbraunhaariger Mann mit goldbraunen Augen
    Seine Fächer: Ethik, Sport, Deutsch
    Mrs. Kale- schwarzhaarige Frau mit blauen Augen
    Ihre Fächer: Latein, Informatik
    Mrs. Wanewing- dunkelblonde Frau mit grünblauen Augen
    Ihre Fächer: Französisch, Italienisch, Spanisch

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    Tora saß auf dem Rücksitz des Ford's von ihren Eltern und starrte aus dem Fenster. Es regnete stark und sie beobachtete, wie die Tropfen am Fenster herunterliefen. “Tora?“, fragte ihre Mutter leise und drehte sich auf dem Beifahrersitz in ihre Richtung. “Ich weiß, du willst nicht auf ein Internat, aber wir haben einfach zu viel mit deinem kleinen Bruder zu tun und das hier ist die einzig richtige Entscheidung. Es ist doch auch für dich das Beste, mein Schatz.“ Statt zu antworten, blickte Tora weiterhin aus dem Fenster und schwieg. Sie wollte verdammt noch einmal nicht hören, dass ihre Eltern sie wegen ihrem Bruder auf das Internat schickten! Das war alles so unfair! Wieso konnten sie nicht ihren kleinen Bruder in ein Internat stecken? Ihre Mutter seufzte und drehte sich wieder um. Das Auto hielt vor einem riesigen, angsteinflößenden schwarzen Tor, das sich nun langsam öffnete. Als es offen war, fuhr ihr Vater weiter und Tora liefen Tränen über die Wange. Jetzt war es soweit. Sie musste sich verabschieden und würde siehe Eltern lange Zeit nie wieder sehen. Was aber noch schlimmer war: Sie würde Mira, ihre beste Freundin, lange nicht mehr sehen! Außer Mira hatte sie keine wirklichen Freunde, dafür war sie eine tolle Freundin. Und jetzt? Jetzt war sie wieder allein. Allein auf diesem scheiß Internat! Als das Auto vor einem großen Gebäude hielt, riss sie die Tür auf und sprang raus. Sofort war sie vom Regen durchnässt. Ihr Mutter holte einen Regenschirm raus und stieg aus. Mit dem aufgespannten Regenschirm über ihrem Kopf lief sie zu der Fahrertür und Tora's Vater stellte sich mit unter den Schirm. Dann liefen sie zum Kofferraum und holten die Koffer ihrer Tochter heraus. Eine Bewegung am Eingang des Gebäudes erregte die Aufmerksamkeit des Mädchens und sie sah genauer hin. Ein kleiner, braunhaariger Mann Schritt in Begleitung einer hübschen, blonden Schülerin auf sie zu und sagte bei ihnen angekommen: “Guten Tag. Ich bin der Rektor dieses Internats, Mr. Hunt und das ist Ella River. Sie ist die Vertrauensschülerin der Mädchen und Sie können sich bei Problemen jederzeit an sie wenden, Mrs. Blake.“ Kurz musterte Tora die beiden. Sie war es nicht gewohnt, von Lehrern mit ihrem Nachnamen angesprochen zu werden. Dann murmelte sie: “Ja, mach ich.“ Und vergrub die Hände in den Hosentaschen. Mr. Hunt nickte ihr noch kurz zu, dann wandte er sich an ihre Eltern. “Wenn Sie mir bitte in mein Büro folgen würden.“ Er drehte sich um und lief dicht gefolgt von Tora's Eltern auf ein Gebäude zu. “Freut mich dich kennenzulernen, Tora“, meinte Ella lächelnd und lief zu ihren Koffern. Sie nahm den größten und einen recht kleinen. “Ich helfe dir sie reinzutragen. Dann kann ich dir auch gleich dein Zimmer zeigen.“ Tora antwortete nicht und nahm sich die zwei letzten Koffer. Still folgte sie der Vertrauensschülerin, während diese ihr alles mögliche über die Schule erzählte. Vor einer Zimmertür blieb sie stehen und erklärte: “Zimmer 54. Da wären wir.“ Sie machte sie Tür auf und redete weiter: “Du hast Glück, dass du im ersten Stock wohnst und nicht bis ganz nach oben musst. Ach ja, deine beiden Zimmerpartnerinnen heißen Julie Mathews und Mya Laim. Mya ist ganz nett, aber eine von diesen typischen Strebern eben und Julie... Sie ist eine totale Dramaqueen und ihre Eltern sind steinreich. Das heißt: sie ist total verwöhnt und alle, die nicht auch reich sind, sind für sie Abschaum. Aber wenn du Glück hast, dann beachtet sie dich kaum. Und das...“ Sie deutete auf ein Bett direkt neben dem Fenster “Ist dein Bett.“ Sie legte sie Koffer daneben, verabschiedete sich und wollte schon das Zimmer verlassen, doch im Türrahmen blieb sie noch einmal stehen. “Der Speisesaal ist übrigens im Keller des Schulgebäudes.“ Dann ging sie wirklich und die Tür fiel hinter ihr ins Schloss. Tora zog ein paar Klamotten aus einem ihrer Koffer und ging ins Bad. Dort zog sie sich ein graues T-Shirt und eine schwarze Leggins an. Kurz betrachtete sie sich im Spiegel und wischte sich mit einem Handtuch das Gesicht und die Haare halbwegs trocken. Schließlich verließ sie das Badezimmer und wurde sogleich von einem Mädchen mit Grün-blau gefärbten Haaren und goldenen Augen gemustert. Dann gab sie ein “Ihhh!“ Von sich und Schritt an ihr vorbei ins Bad. Ein Mädchen mit schulterlangen, braunen Haaren, grauen Augen und einer Brille hatte die Tür geöffnet und meinte: “Das ist Julie. Ich bin übrigens Mya und du musst die neue sein. Willkommen auf Camaya!“ Sie lächelte freundlich, doch Tora nickte nur knapp und legte sich ins Bett. “Bist wohl müde.“ Mit diesen Worten knipste sie das Licht aus und Tora schlief schnell ein.

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    Tora wachte schon um 6:00 Uhr auf und sah aus dem Fenster. Es regnete nicht mehr und die Sonne ging gerade auf. Sie begann damit leise, um die beiden anderen nicht zu wecken, ihre Kleidung auszuräumen. Dann nahm sie sich die Schulkleidung und zog ging ins Bad. Eine halbe Stunde verbrachte sie mit Duschen und Föhnen, dann zog sie sich die Klamotten an um Gong aus dem Bad. “Wird ja auch mal Zeit!“, schnaubte Julie und schubste sie zur Seite. Wortlos nahm Tora das hin und Julie betrat das Bad. Nun verließ Tora das Zimmer und lief den langen Flur entlang. Die trat aus dem Mädchenwohnhaus und wanderte ziellos über den Kampus. Kaum jemand war schon wach, außer ein paar Lehrern. Doch auf der Wiese waren ein paar Jungs und Mädchen. Tora lief weite rund jemand rief zu ihr rüber: “Hey, du bist doch die Neue, oder?“ Schnell lief sie weiter und tat so, als hätte sie das nicht gehört. Ich will mit niemandem hier reden! Ich will nur zurück nach Hause! “Die ist wohl auch so eine arrogante Tusse!“, zischte jemand und ein paar Mädchen fingen an zu kichern. Nach einer Weile warf Tora einen Blick auf ihre Armbanduhr. 6:55. Erschrocken wirbelte sie herum und rannte los zum Schulgebäude. Genau um 7:00 stand sie vor dem Speisesaal. Kurz schluckte sie sie, dann betrat sie den großen, mit Gelächter gefüllten Saal. Sie schritt direkt auf das Buffet zu, nahm sich ein Tablet und lud ein Sandwich und ein Glas Milch auf dieses. Dann drehte sie sich um und ließ den Blick schweifen. Überall saßen ein paar Gruppen zusammen, redeten und lachten. Und Tora war sich sicher: nirgends würde sie dazugehören. Aber irgendwo musste sie sich hinsetzen, also lief sie zu irgendeinem Tisch und stellte ihr Tablet ab. Sie setzte sich und blickte in die Runde und unterdrückte ein Aufstöhnen, als sie in das Gesicht von Julie blickte. “Wer ist denn das?“, fragte ein Mädchen mit lila Haaren und extrem hoher und schriller Stimme. “Das ist... wie heißt du gleich noch einmal?“, wollte Julie nicht ohne verächtlichen Unterton in der Stimme wissen. “Tora...“, murmelte sie und Julie nickte kurz. “Tora. Sie ist neu und in mein Zimmer eingezogen.“ “Und was macht sie jetzt hier?“ “Keine Ahnung.“ Scharf blickte sie Tora an, die jedoch nur mit den Schultern zuckte. Julie seufzte. “Dann bleib halt hier sitzen, aber wenn du nicht urplötzlich reich und cool wirst, dann bleibst du hier nicht auf Dauer. Kapiert?“ Sie nickte stumm und begann ihr Sandwich zu essen, während die anderen am Tisch sich über die neusten angesagten Haarfarben und Nagellack unterhielten und ab und zu lachten. Als sie fertig waren, standen sie auf und nahmen ihre Tablets. Schnell nahm auch Tora ihr Tablet. Die Mädchen stellten sich in einer Reihe auf und liefen mir hoch erhobenen Köpfen zur Tabletabgabe. Tora reihte sich ein und legte ihr Tablet direkt bei ihren ab und folgte ihnen dann aus dem Speisesaal. Im Vorbeigehen hörte sie Getuschel. “Ich hab doch gesagt, die ist so eine reiche Tusse.“ “Sie ist halt auch nicht anders, als Julie und ihre Clique.“ Sie huschte aus dem Saal und lief auf ihr Zimmer. Dort schnappte sie sich ihre Schultasche und holte ihren Stundenplan raus. Als erstes hatte sie Mathe. “Na, das kann ja toll werden“, murmelte sie und lief los.

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    Tora betrat den Unterrichtssaal und wurde von einer schlanken, rothaarigen Frau zu sich gebeten. “Hallo, du bist bestimmt Tora. Ich bin deine Mathelehrerin, Mrs. Winter. Willkommen an Camaya.“ Alle Blicke waren auf sie gerichtet, was Tora äußerst unangenehm war, also murmelte sie nur: “Danke.“ Und setzte sich schnell auf einen freien Platz in der letzten Reihe. Sie saß neben einem Jungen mit blonden Haaren und blauen Augen. “Hi, ich bin Logan Grey.“ Sie sah nur kurz auf, dann wendete sie sich schnell wieder dem Unterricht zu. Verdammt! Der muss mich für total dämlich halten! Wieso bin ich auch so schüchtern? Während des ganzen Unterrichts meldete sie sich nicht und genauso lief es auch in den anderen Stunden. Endlich war 13:00 Uhr und sie nahm sich beim Mittagessen Spaghetti. Sie steuerte wieder auf den Tisch von Julie zu, als jemand rief: “Hey, Tora! Setz dich doch zu uns!“ Sie drehte den Kopf und sah Logan. Er saß bei einem schwarzhaarigen Jungen, bei dem sich ein blondes Mädchen eingehakt hatte. Außerdem saß ihm gegenüber eine hübsche rothaarige, die ihn anhimmelte. Kurz überlegte sie, dann schüttelte sie aber den Kopf und ging zu Julie's Tisch, die sie entgeistert anstarrte. “Du hast grade nicht ernsthaft Logan Grey angewiesen, oder? Er ist Captain unserer Fußballmanschaft und total beliebt! Man hat total Glück, wenn er mal mit einem ausgeht!“ “Na ja...“, schaltete sich nun ein Mädchen himmelblauen Haaren ein, “Eigentlich geht er mit fast jedem Mädchen in seinem Alter aus. Aber man hat Glück, wenn man mal länger als eine Woche seine Freundin sein kann. Die rothaarige dahinten, Lucy, ist jetzt seit zwei Tagen mit ihm zusammen, aber wir sind uns alle sicher, dass das nicht mehr lange hält.“ Julie nickte zustimmend. “Ja, Sky hat recht. Und wenn es zwischen ihnen aus ist, dann schnapp ich ihn mir.“ Kurz hielt sie inne und musterte Tora. Schließlich meinte sie: “Weißt du was? Von mir aus kannst du an unserem Tisch sitzen bleiben. Nicht dass ich dich hübsch oder cool oder so finde, aber du bist die erste, die Logan zurückgewiesen hat. Deshalb darfst du bleiben.“ “Danke.“ Mehr brachte sie nicht raus. Julie schüttelte seufzend den Kopf und begann zu essen.

    Tora stellte sich in der Mädchendusche der Umkleide schwitzend unter eine Dusche. Als sie wieder herauskam zog sie sich ein schwarzes T-Shirt und eine Dreiviertel-Jeans an. Dann ging sie aus der Umkleide und setzte sich auf einen Stein. Sie malte mit einem Stock Bilder in den Sand, als plötzlich hinter ihr eine Stimme ertönte: “Das sieht schön aus.“ Erschrocken sprang sie auf und wirbelte herum. Und dort stand Logan und lächelte sie an. “Gerade machte er den Mund auf, um noch etwas zu sagen, als der schwarzhaarige Junge vom Mittagessen rief: “Logan, das Fußballtraining fängt gleich an!“ “Ja, ich komme, Mike!“, an sie gewandt fügte er hinzu: “Wir seh'n uns noch.“ Dann lief er zu Mike und die beiden gingen Richtung Fußballplatz. Seufzend zog Tora ihr Handy aus der Hosentasche und lief über die Wiese. Dann wählte sie Mira's Nummer, doch sie ging nicht ran. Also sprach sie auf ihre Mailbox.
    Hey Mira!
    Es ist erst ein halber Tag vorbei und schon will ich wieder weg! Es ist hier total scheiße! Ich bin in einem Zimmer mit der größten Zicke der Schule und einer totalen Streberin! Und alle halten mich für arrogant! Und darin hab ich sie auch noch bestätigt, indem ich mich heute aus Versehen an den Tisch der arroganten und superreichen Zicken gesetzt hab! Ich schaff's ja nicht mal den Mund aufzumachen und was zu sagen, wie soll ich da jemals Freunde auf diesem scheiß Internat finden? Wieso kann ich nicht einfach mit jedem so reden, wie mit dir? Ach ja, da ist dann noch dieser Logan. Er ist der beliebtesten Junge an der Schule und ich hab mich im Unterricht neben ihn gesetzt! Ich wünschte du wärst hier. Oder noch besser, ich wäre bei dir.
    Bitte ruf zurück. Tora.

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    “Sky, Andi, heute Abend bei uns. Das geht doch, oder Tora?“ Schnell nickte sie. Heute Abend wollten sie sich in ihrem Zimmer treffen, um über den bevorstehenden Eröffnungsball zu reden und sich Kleider und Schuhe rauszusuchen. Da Tora jetzt ungewollt auch zu der Clique gehörte, musste sie da durch.

    Es war Abend und Sky und Andi betraten das Zimmer, vollgepackt mit Kleidern und Schuhen. Sie stellten alles ab und Julie meinte: “Okay... Tora, mit dir fangen wir an. Nehm dein Bestes Kleid und zieh es an.“ Unsicher öffnete Tora ihren Schrank und holte ein schwarzes Kleid hervor. “Nein!“, kreischte Andi hysterisch, “Das geht ja mal gar nicht! Nehm ein anderes!“ “Hab keins...“, flüsterte Tora. Die anderen Drei stöhnten auf und schließlich zog Julie ein dunkelrotes Kleid hervor und reichte es ihr. “Hier, das kannst du dir für den Ball ausleihen.“ Dankbar nahm sie das Kleid entgegen und zog es an. “Wow, das ist klasse!“, rief Sky aus und Andi nickte zustimmend. Auch Julie schien zufrieden und durchwühlte ihre Schuhe. Schließlich gab sie ihr ein Paar rot-schwarzer Schuhe, die perfekt zu dem Kleid passten. Tora schlüpfte in die Schuhe und stand auf, doch sie wurde sogleich auf einen Stuhl gedrückt und die Anderen fingen an, an ihren Haaren herumzumachen. Schließlich schienen sie zufrieden, lösten ihre Frisur jedoch gleich wieder auf. Tora hätte sie zwar zu gerne gesehen, traute sich aber nicht etwas zusagen. Auf einmal begann ihr Handy zu vibrieren doch Julie fixierte sie mit ihren Augen und zischte: “Geh da jetzt bloß nicht ran! Wir wollen uns hier schließlich um den Ball kümmern, kapiert?“ Tora nickte und lief in das Bad, wo sie sich umzog. Dann redeten die anderen seit er und suchten noch Sachen für sich selbst raus. Sky zog ein dunkelblaues Kleid an, passend zu ihren Haaren und blaue Schuhe, während Andi ein weiß-silbernes Kleid an und dazu silberne Schuhe. Doch Julie sah einfach nur Klasse aus. Sie trug ein schwarzes Kleid, das mit silbernen Pailletten besetzt war, die sie Sterne funkelten. “Wow“, hauchten alle drei gleichzeitig und Julie stieß ein fröhliches Quietschen aus. “So wird Logan sich bestimmt in mich verlieben! Und dann werden wir ein Paar! Und jetzt wo es mit ihm und Lucy, wie erwartet aus ist, wird er mich sicher fragen, ob ich mit ihm zum Ball gehen möchte!“ Und mit genau dieser Art von Gespräch ging es den ganzen Abend weiter, doch Tora wurde erst wieder aufmerksam, als Andi sie etwas fragte: “Und wer denkst du wird dich fragen, Tora?“ “Niemand.“ Wie immer brachte sie mehr heraus, doch Andi erklärte: “Du siehst darin echt schön aus. Dich fragt bestimmt jemand!“ Sie schüttelte nur den Kopf und ging dann schnell zu ihrem Bett. Sie schnappte sich Kleid und Schuhe und verstaute sie schnell im Kleiderschrank. Ihr war bewusst, dass sie dabei die ganze Zeit beobachtet wurde. Dann legte sie sich in ihr Bett und starrte aus dem Fenster. Julie flüsterte etwas, dann verließen die beiden Anderen das Zimmer und das Licht wurde ausgemacht, doch Tora starrte noch eine Weile aus dem Fenster.

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    Tora lief schweigend zum Fußballplatz. Dort war jetzt Training und Julie, Sky und Andi waren Cheerleader, also feuerten sie dort die Mannschaft während des Trainings an. Und Tora hatte versprochen, auch wenn sie kein Cheerleader war, zu kommen und von der Tribüne aus zuzusehen. Zudem spielte sie auch selbst Fußball. Die Jungs machten ein Testspiel und Logan rannte mitten in den Strafraum. Mike schoss von rechts eine Flanke und Logan köpfte den Ball direkt ins Tor. Die Cheerleader jubelten laut und auch die Jungs klopften ihm auf die Schulter. Als sie weiter trainierte flog der Ball plötzlich direkt auf sie zu und sie konnte gerade noch so ausweichen. “Sorry!“, rief Logan zu ihr und sie überlegt kurz, entschloss sich aber dann den Ball rüber zuschießen. Er flog direkt zu Logan, der ihn in die Hände nahmen. Alle Blicken waren nun auf sie gerichtet, was ihr sehr unangenehm war. “Hey, du!“, rief Mr. Stare, der Trainer der Mannschaft, “Komm mal her!“ Unsicher lief sie die Tribüne runter und auf den Platz. Die Mannschaft stand nun um sie und den Coach herum. “Logan“, rief er seinen Teamcaptain zu sich, “Was meinst du dazu?“ “Also... ich denke, wir können jeden gebrauchen, der gut spielt.“ Tora begriff, von was sie redeten und rief entsetzt: “Was!“ “Hey, sie kann ja doch reden!“, scherzte einer und alle anderen begannen zu lachen. Alle außer Logan und dem Coach. Die beiden sahen sie ernst an und Logan meinte: “Es steht bald ein großes Spiel bevor und uns fehlt noch ein Stürmer neben mir. Wir können nicht unsere ganze Aufstellung ändern und da ist es perfekt, dass du jetzt da bist!“ Der Coach nickte zustimmend und sah sie abwartend an. “Ich... Nein, ich kann das nicht!“ Damit drehte sie sich um und verließ den Platz zügig. Sie konnte doch nicht in der Mannschaft hier spielen! Sie zog ihr Handy hervor und stellte fest, dass sie eine Mailbox-Nachricht hatte.
    Hey Tora, ich bin's, Mira!
    Echt schade zu hören, wie's dir da geht. Aber Hey, du hast mir doch versprochen, das beste daraus zu machen, oder? Bitte halt dich da dran! Ich wünschte natürlich auch, bei dir sein zu können, aber deine Eltern wollen nun mal, dass du auf das Internat gehst und meine wollen nicht, dass ich auf das Internat gehe. Und deine Mitbewohnerinnen klingen ja echt schrecklich!
    Ruf zurück, vielleicht verpassen wir uns dann mal nicht.

    Also rief sie zurück und tatsächlich ging Mira diesmal dran! “Mira, klasse dass ich dich diesmal erwische!“
    “Tora! Wie geht's dir?“
    “Nicht so gut...“
    “Hey, was ist los?“
    “Also...“ Tora begann ihr von allem zu erzählen, was bisher passiert war und Mira rote ihr verständnisvoll zu.
    “Zum Großteil versteh ich dich ja, aber der Ball und die Fußballmanschaft klingen doch gar nicht so schlecht.“
    “Ja, aber für den Ball hab ich keine Begleitung und werde bestimmt auch keine mehr bekommen und was die Mannschaft angeht: Ich hab keine Lust in einer Mannschaft von einer Schule zu spielen, die ich hasse!“
    “Du hasst das Camaya Internat?“ Erschrocken schrie Tora auf und fuhr herum. Hinter ihr stand Logan und sah sie an.
    “Tora? Tora, was ist los?“, kam es aus dem Handy und Tora hielt es sich wieder an's Ohr. “Sorry, muss auflegen. Bis bald!“ Dann legte sie auf und machte ein paar Schritte zurück, doch Logan folgte ihr. “Also, du hasst das Internat. Warum?“ “Warum?“, wieder war ihre Stimme leise und mehr sagte sie auch nicht. “Ja, genau das will ich wissen. Ich will wissen, warum du Camaya hasst.“ Wiedereinmal bekam sie vor Schüchternheit kein Wort heraus, drehte sich um und versenkte die Hände in ihrem Gesicht. Was war nur los mit ihr? “Ich lass dich wohl lieber mal allein. Aber denk bitte noch einmal über die Fußballmanschaft nach. Und... was Camaya angeht. Es ist hier gar nicht so schlecht. Gib dem Internat Zeit.“

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    Julie war krank und Sky und Andi machten sofort ein Drama draus und brachten ihr alles zum Zimmer, was dazu führte, dass Tora allein zum Essen ging. Mit einem Tablet mit Essen stand sie da und sah sich unschlüssig um. Wo sollte sie jetzt essen? Allein an den Tisch? Dann müsste sie mit niemandem reden, aber dann wäre sie wohl noch mehr ausgeschlossen. “Setz dich doch zu uns, Tora!“, rief Logan auf einmal und Tora sah rüber. Schließlich lief sie zögerlich hin und setzte sich dahin, wo Lucy sonst gesessen hätte, aber da sie und Logan nicht mehr zusammen waren, hatte sie sich woanders hingesetzt. “Hey, Tora! Was ist jetzt? Kommst du in die Mannschaft?“ Fragend sahen die Jungs sie an und sie fühlte sich gerade gar nicht wohl in ihrer Haut. Nachdenklich stocherte sie in ihrem Essen rum und murmelte: “Mal sehen...“ Mike seufzte. “Wir können nicht ewig warten. Im nächsten Spiel brauchen wir dich!“ Tora sah kurz auf, senkte den Blick aber sofort wieder. Sie merkte, dass Logan sie von der Seite neugierig betrachtete, ignorierte es aber. Nach dem Essen stand sie auf und stellte ihr Tablet weg. Auch Logan war fertig und brachte es weg. Beide verließen den Speisesaal und Logan fing an zu reden. “Ich weiß, es geht mich vielleicht nichts an, aber mit wem hast du da neulich am Telefon geredet? Da warst du so offen und überhaupt nicht schüchtern.“ Seufzend blieb sie stehen und blickte ihn kurz an. Ich werde hier nie richtige Freunde finden, wenn ich nicht mal ein bisschen rede. Also gab sie sich einen Stoß und sprach leise: “Meine beste Freundin. Mira. Sie durfte nicht auch auf das Internat.“ “Wollte sie das denn?“ “Na ja... eigentlich nicht. Aber wäre sie mitgekommen, wären wir jetzt noch auf der selben Schule. Und dafür hätte sie das gemacht.“ “Du scheinst eine gute Freundin zu haben.“ Sie nickte und hob den Blick. Er lächelte, dann bog er zum Jungsgebäude ab, rief aber noch: “Wir seh'n uns ja im Unterricht! Bis gleich!“

    Tora schloss die Zimmertür auf und erstarrte sofort wieder. Mitten im Zimmer stand ein in schwarz gekleidetes Mädchen mit knallroten Haaren. Es starrte mindestens genauso geschockt zurück und Tora versuchte ihre Schüchternheit zu überwinden, wie eben bei Logan. Sie schluckte und fragte dann laut, aber mit zittriger Stimme: “Wer bist du? Was machst du in unseren Zimmer?“ Das Mädchen wirbelte herum und rannte zum Fenster, das weit offen stand. Im nächsten Moment war sie verschwunden und Julie tauchte aus dem Bad auf. Kurz sah sie ihr hinterher, dann krächzte sie: “Das war Sina. Ich glaube, sie versucht manchmal die Hausaufgaben von Mya zu stehlen, sie ist nämlich richtig schlecht in der Schule.“ Dann legte schloss sie das Fenster, zog die Vorhänge vor und legte sich wieder ins Bett. Im Dunkeln schnappte sich Tora ihre Schultasche und ging damit aus dem Zimmer und direkt auf das Schulgebäude zu. Sie lief die Treppen hoch und sah, dass die Tür des Unterrichtssaal's bereits offen war. Sie huschte unauffällig rein und ließ sich auf ihren Platz neben Logan sinken. “Du hast Glück gehabt, dass Mrs. Schear die Tür noch nicht geschlossen hat. Sie hasst es, wenn man zu spät kommt.“ Tora nickte kurz und zog schnell ihre Geschichtssachen heraus. “Heute schreiben wir einen Test!“, erklärte Mrs. Shear und teilte Blätter aus. Ein Stöhnen ging durch die ganze Klasse und Tora starrte verloren das Blatt an. Geschichte war überhaupt nicht ihr's. Als sie merkte, dass die Zeit fast um war, kritzelte sie schnell etwas auf das Blatt, von dem sie hoffte, dass es richtig war. Dann wurde ihr der Test auch schon aus der Hand gerissen. “Ihr macht jetzt Stillarbeit. Bearbeitet in euren Büchern auf der Seite 69 die Nummer 3 bis 7. Was ihr nicht schafft, macht ihr als Hausaufgaben. Am Ende der Stunde kriegt ihre eure korrigierten Tests wieder.“ Die Aufgaben im Buch waren größtenteils Partnerarbeiten, also musste sie mehr oder weniger gezwungener Maßen mit Logan zusammenarbeiten.

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    Endlich klingelte es und der Schultag war um. Sie saß an dem Brunnen und dachte nach, als Logan an ihr vorbeilief. “Ich bin jetzt beim Fußballtraining. Bitte sag uns bald bescheid, wie du dich entschieden hast.“ Sie hob den Kopf und sah, wie er zum Fußballplatz joggte. Seufzend stand sie auf, ging auf ihr Zimmer, schnappte sich Sportklamotten und zog sich im Bad um. Leise verließ sie das Zimmer wieder, da Julie schlief und sie sie nicht wecken wollte. Dann lief sie zum Fußballplatz und beobachtete das Training kurz, doch Logan bemerkte sie schnell. “Tora?“ Sie holte tief Luft und sagte leise: “Ich mach mit.“ Für einen Moment schienen die Jungs es, nicht zu kapieren, dann fingen sie an zu jubeln. “Na dann. Machen wir ein Testspiel, Jungs“, rief der Coach, verbesserte sich aber sofort. “Äh... ich meine Leute.“ Tora konnte ein Grinsen nicht unterdrücken, doch sie blickte sich überrascht um, als ihr gesagt wurde, dass sie und Logan zwei Teams wählen würden. Sie nahm sich ein paar Jungs in die Mannschaft, die ihr ganz gut erschienen. Unter anderem Mike. Dann begann das Spiel. Es war schwierig und anstrengend und am Ende gewann Logan's Mannschaft. Ein paar Spieler setzten sich kurz ins Gras, doch sie stützte sich nur kurz auf den Knien ab und schnaufte leicht. “Du kannst gut spielen.“ Tora erschrack und drehte sich um. Hinter ihr stand ein Junge namens Nick. Er hatte rotblonde Haare und graublaue Augen. “Danke.“

Kommentare (2)

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Arina (51692)
vor 615 Tagen
Die Geschichte ist sehr gut geshrieben, schreib bitte bald weiter ;)
Tora (50993)
vor 671 Tagen
Hey das ist mein Name !