Manchmal ist alles unfair-Harry Potter Lovestory

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14 Kapitel - 13.472 Wörter - Erstellt von: Nici Potter - Aktualisiert am: 2016-06-09 - Entwickelt am: - 4.524 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Sie weiß nicht wer sie ist, sie kennt ihren Namen nicht, sie weiß nur, dass sie ihre Vergangenheit schrecklich ist. Aber wer ist sie?

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    1. Prolog
    Ich lief und versuchte die Eule nicht aus den Augen zu verlieren. Sie waren hinter mir, da war ich mir ganz sicher. Es war nicht auszumalen, was passieren würde wenn sie mich kriegen. Deshalb rannte ich, um nicht durchstehen zu müssen, was ich die letzten 13 Jahre hatte durchstehen müssen. Ich hatte nie einen Grund gehabt abzuhauen. Niemand brauchte mich, niemand liebte mich, niemand vermisste mich. Die Schmerzen waren unerträglich gewesen, trotzdem war ich dort geblieben. Ich konnte mich an keine Zeit vor den Schmerzen erinnern. Meine Eltern, kannte ich deshalb nicht und ob ich Geschwister hatte, wusste ich nicht. Nicht mal meinen Namen kannte ich. Sie hatten mich nur „Miststück“ oder „Nichtsnutz“ genannt. Sie, die die mir die Schmerzen zugefügt haben. Nie hatte ich versucht wegzulaufe, aber jetzt. Ein Brief hatte mich dazu gebracht. Nicht der Inhalt, darin stand nur, dass ich auf irgendeiner Schule aufgenommen war. Das was mich interessierte war, wer den Brief geschickt hatte. Er oder musste wissen, dass ich dort gewesen war und wahrscheinlich wusste er es die ganzen 13 Jahre. Aber nie hatte er oder sie mir geholfen. Das musste einen Grund haben. Deshalb setzte ich hier mein Leben aufs Spiel um der Eule zu folgen, die meinen Brief gebracht hatte. Ich hatte 3 Jahre gebraucht um auszubrechen, aber in der Zeit hatte ich trainiert. Ich wich jedem Baum aus der mir im Weg stand, sprang über jeden Stamm der im Weg lag. Meine schwarzen Haare hangen mir im Gesicht, was es sehr schwer machte alles zu sehen. Aber ich hatte keine Zeit sie aus meinem Gesicht zu streichen. Ich schielte nach hinten und sah niemanden. Aber ich rannte nur noch schneller. Vielleicht waren sie weit hinter mir, aber sie sollte gar nicht mehr hinter mir sein. Ich konnte schon lange nicht mehr, aber ich durfte keine Pause machen, die Eule machte auch keine. Ich triefte förmlich vor Schweiß und das weiße Kleid was sie mir gegeben hatten, was inzwischen mehr braun als weiß war, war schon nass. Ich schaute noch einmal nach hinten, aber sah sie immer noch nicht. Als ich wieder nach vorne sah, kam ich gerade noch früh genug zum Stehen. Die Eule flog über einen wunderschön blauen See rauf zu einem Schloss, das mir den Atem raubte. Es war wunderschön. Aber ich konnte die Aussicht nur kurz genießen. „Jetzt sitzt du in der Falle!“, hörte ich und drehte mich um. Lucius Malfoy. Er war für viele meiner Schmerzen verantwortlich gewesen. Die meisten wären wahrscheinlich wütend geworden, aber ich spürte nur Angst, pure Angst. Er zog seinen Zauberstab und kam mir näher. Ich schaute mich um, nirgendwo ein Ausweg. Wenn ich nach links rennen würde, würde er mich töten. Wenn ich rechts laufe würde er mich töten und hinter mir war der See. Was also tun? Ins Wasser springen. Ich hätte gerne einen witzigen Spruch abgelassen. Aber ich konnte es nicht, deshalb sprang ich einfach. Als ich im See unterging, sah ich den Zauber über mich hinweg schießen. Ich fing an mit meinen Armen zu paddeln. Ich wollte schließlich nicht ertrinken. Aber es schien nicht zu klappen. Ich kam nicht vorwärts. Wollte schreien, aber ich konnte nichts sagen. Ich war unter Wasser. Meine Lunge fühlte sich an als würde sie gleich zerplatzen. Alles wurde verschwommen. Das letzte was ich sah, war ein Zauber, der Lucius traf und ein alter Mann der zu mir schwamm, dann wurde alles schwarz.

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    2. Glücklich… Was ist das?
    Niemals in meinem Leben hatte ich mich so gut gefühlt, wie als ich meine Augen öffnete. Ich war nicht wieder in diesem dreckigen Stall. Ich war in dem genauen Gegenteil. Ein sehr weiß gehaltenes Zimmer. Neben und gegenüber von meinem Bett, waren weitere Betten nebeneinander die alle samt gleich aussahen. Weißes Gitter, eine saubere Matratze, eine weiße Decke und ein weißes Kissen. Kein Mensch hielt sich hier auf, außer mir. Aber genau deshalb hatte ich dieses Gefühl im Bauch. Dieses schöne Gefühl, dass ich nicht identifizieren konnte. Niemand war hier, der mir wehtun konnte, niemand der mich beleidigen konnte, niemand der mich anfassen konnte. Niemand. Ich schloss wieder die Augen und genoss kurz den Augenblick. Genießen? Dieses Wort war mir einfach so in den Kopf geschossen. Ich hatte noch niemals etwas genossen. Ich hatte immer nur Angst und Schmerzen gespürt. Ich öffnete die Augen wieder, irritiert von diesem unbekanntem, aber schönem, Gefühl. Ich schaute auf einen kleinen HölzernenStuhl, der neben meinem Bett stand. Darauf lag mein dreckiges Kleid, aber auch saubere Anziehsachen. Ich setze mich hin, ich war zwar nackt, aber ich war ja allein. Ich nahm ein schwarzes, komisch aussehendes Ding in die Hand. War das was zum Anziehen? Es sah aus wie zwei halbe Kokosnüsse die mit Stoff überzogen wurden und zusammen genäht. Da ich nicht wusste wofür das Teil gut sein sollte, legte ich es erst mal zur Seite. Wo sollte man den so etwas tragen? Meine Hand umschloss eine Unterhose, die ich sofort überzog. Eine Jeans mit abgerissenen Beinen lag darunter. Ich nahm es in die Hand. Also hatte mir der Mann der mich gerettet hat doch nicht neue Sachen hingelegt. Komisch. Der Raum war so groß und das Schloss erst, da musste man doch genug Geld für so was haben. Aber ich sollte mich nicht beschweren, wenigstens bekam ich ihm fertige Sachen, früher hatte ich nur Lacken oder Stoff bekommen, die ich selbst zu Kleidern zusammen stecken musste. So auch mein weißes Kleid. Also streifte ich auch die abgerissene Jeans, die nicht viel länger als meine Unterhose war über. Da hätte ich sie auch gleich auslassen können. Aber sie passte perfekt. Also schaute ich wieder auf den Stuhl. Ich nahm einen weißen Pullover in die Hand und sah, dass auch hier die Ärmel fehlten. Aber diesmal sah es so aus, als wäre es Absicht. An den dünnen Trägern die noch blieben, waren keine Abreismuster zu sehen und der Stoff war dünn. Man konnte hindurch sehen. Ich schaute meinen Körper an. Wenn ich den Pullover so anziehe, sieht man meine Brüste, dass wollte ich nicht. Aber auf dem Stuhl lag nur noch mein Kleid und das schwarze Kokosnuss teil. Vielleicht war es nicht dafür gedacht, aber ich nahm mir das Ding und machte es unter meinen Brüsten zu und zog es hoch und ich hatte recht gehabt. Es verdeckte alles. Ich zog den weißen Pullover ohne Ärmel drüber, man sah zwar das schwarz, aber nicht was darunter war. Ich stand auf und ging ein paar Schritte. Neben dem Stuhl, war ein Spiegel, indem ich mich jetzt betrachtete. Meine schwarzen Haare waren nicht mehr fettig, wahrscheinlich wegen dem Wasser, fielen mir aber mit vielen Knoten über die Schulter bis zu meinem Bauchnabel. Mein Gesicht war auch sauber gewaschen, keine Pickel waren zu sehen, Matsch ist halt doch gut für die Haut, und die Beulen auf meiner Stirn waren verschwunden. Ich ging näher an den Spiegel und sah mein Gesicht genauer an. Alle Schrammen waren verschwunden, nur die Narbe war geblieben. Sie zog sich von meiner rechten Wange bis zu meiner linken Stirn. Sie war weiß und deshalb gut zu sehen auf meiner dunkel braunen Haut. Ich erinnerte mich noch ganzgenau an den Tag, als ich sie bekam. Außerdem hatte ich seit dem Tag nicht mehr gesprochen. Ich war 5 Jahre alt gewesen und hatte zum ersten Mal nach meinen Eltern gefragt. Lucius hatte mich geschlagen und mir gesagt, dass ich so etwas nicht fragen sollte. Ich hatte geweint. Das erste und letzte Mal, dass ich wütend gewesen war. Ich hatte ihn angeschrien, gesagt, dass ich ihm nichts getan hätte und dass er böse wäre. Ich erinnere mich noch genau an die Schmerzen die ich hatte, als er das Messer nahm und es mir in die Wange rammte und es durch mein Auge zog. Ich hatte geschrien. Es hatte so wehgetan. Später hatten sie es rausgeholt, damit ich nicht starb und meine Wunde versorgt. Aber ein neues hatten sie mir nie gegeben. Stattdessen schaute ich jetzt in eine leere die nie aufzuhören schien und erinnerte mich an die Schmerzen, die ich gehabt hatte. Um es zu vergessen, sah ich in mein anderes Auge. Es war giftgrün, meine Pupille darin war groß, so groß, dass man meine Iris fast nicht sah. Ich ging wieder einen Schritt zurück. Meine Nägel waren kurz, da sie immer abbrachen, wenn ich für sie gearbeitet hatte. Meine Beine waren beharrt und ich dachte, dass es sehr ungepflegt aussah. Ich konnte mir über so etwas Gedanken machen! Ich machte mir zum ersten Mal Gedanken über mein Aussehen. Ich war so froh, mich so hässlich zu finden. Das klingt zwar komisch, aber wenn man immer nur Schmerzen gespürt hat und eigentlich nicht weiß wie man aussieht. Immer Angst hat getötet zu werden, dann macht man sich über so was keine Gedanken. Aber ich war in Sicherheit und konnte mir darüber Gedanken machen. Wieder hatte ich dieses komische Gefühl, dass ich nicht zuordnen konnte. Ich schaute mich um und sah auf einem Tisch ein Messer liegen. Ich holte es mir und fing an mir damit die Beine zu rasieren. Das klappte gut, ich war geschickt und schnitt mir nicht einmal ins Bein. Als ich fertig war lies ich meine Finger einmal über meine Beine gleiten. Ich spürte kein Haar mehr, aber trotzdem waren sie weich. Ich schaute zu meinem Stuhl auf dem immer noch mein Kleid lag. Ich nahm es in die Hand und betrachtete es. Dann lächelte ich und zerriss es einmal in der Mitte. Damit wollte ich meine ganze Vergangenheit zerreißen. Ich wollte nie wieder daran denken. Ich legte das zerrissene Kleid auf den Stuhl und sah dabei etwas Schwarzes unter dem Stuhlliegen. Ich bückte mich und holte ein paar Schuhe hervor. Ich setzte mich auf den Boden und schaute sie an. Noch nie in meinem Leben hatte ich Schuhe besessen. Na gut, sie gehörten nicht mir, aber es fühlte sich so an. Ich würde zum ersten Mal Schuhe tragen. Aber ehrlich gesagt, wusste ich nicht wie man sie anzog. Ich stand auf und setzte mich auf das Bett. Dort zog ich die schwarzen Schuhe über. Aber wie man Schnürsenkel bindet konnte ich beim besten Willen nicht wissen. Also stopfte ich sie einfach zu meinem Fuß in den Schuh. Dann stand ich auf und bewegte meine Zehen, was man natürlich nicht sehen konnte. Ich ging ein paar Schritte und fühlte mich wohl in den Schuhen. Ich schaute auf und sah mich im Spiegel an. Das komische kurze Zeug, was ich trug, sah schon gut aus. Ich fragte mich, ob das wohl so gehörte. Ich schaute zur Tür und beschloss den alten Mann zu suchen, der mich gerettet hatte. Also setzte ich mich in Bewegung und öffnete langsam die Tür. Der Gang war leer, das beruhigte mich wieder und ich ließ die Tür ins Schloss fallen. Kurz blieb ich stehen und schaute eine silberne Ritterrüstung an. Ich ging einen Schritt auf sie zu, als es laut klingelte. Ich hielt mir die Ohren zu. Erst als es zu Ende war, beruhigte ich ´mich wieder, aber auch nicht lange, denn kurz darauf gingen alle Türen auf und viele Menschen stürzten aus den Räumen. Alle gingen in verschiedene Richtungen und ich wurde immer wieder angerempelt und jedes Mal wenn mich jemand berührte, dachte ich an früher, wenn sie mich berührt hatten. Mein Atem beschleunigte sich immer mehr und ich versuchte daraus zu kommen. Ich fing an mich zu drehen und nach einem Weg zu suchen. Niemand sah mich an, alle sahen nur nach vorne. Aber als jemand mit seinem Arm mein Gesicht streift war es zu viel. Ich schrie. Plötzlich drehten sich alle zu mir um. Alle blieben stehen und sahen mich an. Ich schloss meine Augen, aber ich atmete immer noch viel zu schnell. Also fing ich wieder an zu laufen, weg zu laufen vor meiner Vergangenheit. Ich öffnete meine Augen wieder, um nicht irgendwo gegen zu laufen. Schnell hatte ich mehrere Gänge hinter mich gebracht. Ich schaute kurz nach hinten, da lief ich schon in jemanden rein. Wir fielen beide zu Boden und in meinen bis gerade noch perfekten Beinen steckte jetzt ein Kugelschreiber. Es tat ein bisschen weh, aber nichts im Gegensatz zu dem, was ich schon gespürt hatte. Also schaute ich es nur kurz an und zog ihn dann raus. Ich schaute mich und sah einen Mann mit braunen Haaren. Er trug einen alt aussehenden Umhang. „Entschuldigung.“, sagte er und fing an seine Unterlagen aufzuheben. Ohne ein Wort zu sagen, half ich ihm beim Aufsammeln und stand auf. Als auch er aufstand gab ich ihm die Blätter die ich aufgehoben hatte. Er sah mich an. „Ich habe dich noch nie hier gesehen. Wo ist deine Uniform? Gehst du nicht hier zur Schule?“ Anstatt etwas zu sagen, schüttelte ich nur den Kopf. Er legte den Kopf schräg. Lächelte mir aber zu. Als ich nicht zurück lächelte, hörte er auch auf. „Was ist los?“ Ich wollte nichts sagen, ich konnte nichts sagen. Ich wollte es einfach nur vergessen und meine Stimme würde mich nur an früher erinnern. Er schaute mich genauer an und schien dann geschockt. Er hatte mein Auge bemerkt. „Was ist mit deinem Auge?“ Ich antwortete nicht. Er seufzte. „Na gut. Komm mal mit.“ Er setzte sich in Bewegung und ich ging ihm hinterher. Warum wusste ich nicht, war aber auf jeden Fall besser als allein hier rum zu irren. „Ich bring dich zu Dumbledor, vielleicht kann er ja mit dir reden und kriegt aus dir heraus, warum du nicht glücklich bist.“ Glücklich? Was ist das? Hätte ich gerne gefragt, aber ich konnte immer noch nicht reden. Deshalb folgte ich ihm stumm und überlegte für mich, was glücklich wohl heißen könnte.

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    3. Wer bin ich?
    Ich stand da nur und schaute zu Boden, während der Mann, der sich als Remus Lupin herausstellte, erklärte, dass er mich auf dem Gang aufgegabelt hatte. „Ach so, ich verstehe. Sie haben doch bestimmt jetzt Unterricht, ich kümmere mich hierum.“ Ich konnte nicht sehen, was er tat, aber ich hörte Schritte, also ging er wahrscheinlich. Professor Dumbledor wartete noch einige Sekunden, nachdem die Tür zugefallen war, bis er mich ansprach: „Willst du dich nicht bei mir bedanken?“ Ich schaute auf. Ihm fiel mein nicht vorhandenes Auge auf, ich sah es an seinem Gesichtsausdruck, aber er sagte nichts. Lange sagte keiner was. Bis ich nach gab und seufzte. Ich sagte nichts, ich wollte meine Stimme nicht hören. Stattdessen legte ich den Kopf schräg und hoffte, dass er die Nachricht verstand. Er lächelte. „Ich habe dir das Leben gerettet. Da kannst du mir ruhig danken.“ Ich nickte, sagte aber immer noch nichts. Er lehnte sich nach vorne. „Na schön, ich stelle dir ein paar Fragen und du nickst für Jaoder schüttelst den Kopf für Nein, okay?“ Ich nickte und er lachte. „Du hast das Spiel schnell verstanden. Ich lächelte, konnte aber nicht lachen. „Nun gut, spaß beiseite. Du kannst nicht sprechen?“ Ich schüttelte den Kopf. Ich konnte reden. Ich wollte nur nicht. „Du sprichst trotzdem nicht mit mir?“ Ich schüttelte den Kopf. „Liegt es an mir?“ Wieder schüttelte ich den Kopf. Ich würde mit niemandem Reden. „Dann willst du also insgesamt nicht reden?“ Ich nickte langsam. „Warum?“ Ich blinzelte. Das war keine Ja- oder Nein-Frage. „Hat er dich verfolgt, weil er dir etwas antun wollte? Schmerzen zufügen?“ Mein Gehirn schaltete sofort. Ich wusste was er meinte, trotzdem brauchte mein Kopf lange um zu wissen, dass er nicken sollte. Seine Augen verengten sich zu Schlitzen. „Das erste Mal?“ Ich sah ihm in die Augen. Mein Atem beschleunigte sich. Ich wollte nicht darüber nachdenken müssen. Aber als seine Augen sich wieder normal legten, hatten sie etwas Beruhigendes. Ich nickte. Was sollte ich tun? Lügen? Niemals. Ich würde niemals lügen. Ich wollte es einfach nicht, weil es noch schlimmer war, als sich an die Schmerzen zu erinnern. Wenn ich jemanden täusche, bin ich nicht besser als sie. „Warst du bei ihm gefangen?“ Wieder nickte ich. „Wie lange?“ Ich schaute auf meine Finger und zeigte zuerst 10 und dann 3. 13 Jahre. 13 Jahre von denen ich dachte sie würden niemals enden. „Wie alt bist du?“ Wieder zeigte ich zuerst eine 10 und dann eine 3. Er schaute mich an. Mein Auge wurde feucht. Er schaute mich mitleidig an. Ich wollte kein Mitleid. Ich wollte es vergessen. Hinter mir lassen. Er schob mir ein Blatt Papier hin. „Schreib mir doch bitte deinen Namen auf.“ Ich schaute den Stift und das Blatt an. Ich konnte nicht schreiben und meinen Namen kannte ich auch nicht. Ich schaute ihn an. Er schlug sich auf die Stirn. „Wenn du dein ganzes Leben dort warst kannst du wahrscheinlich gar nicht schreiben, oder?“ Ich schüttelte den Kopf. Man das war echt kompliziert. „Kennst du denn deinen Namen?“ Wieder schüttelte ich den Kopf. Ich wusste nicht wer ich war. Ich wischte mir über mein Auge. „Dann gebe ich dir einen Namen.“ Ich ging zu ihm. Er schrieb etwas auf den Zettel. „So.“ Er drehte den Zettel um. „Schau. Das erste, das Runde ist ein O.“ O. „Das zweite, diese Striche sind ein L.“ L. O-L. „Das dritte, der Strich mit dem Punkt ist ein I.“ I. O-L-I. „Und das ist ein V.“ V. „Das vor letzte ist wieder ein I und das letzte ist ein A.“ O-L-I-V-I-A. Olivia. „Also heißt du ab jetzt Olivia, in Ordnung? Oder gefällt er dir nicht?“ Ich lächelte. Er war wunderschön. „Versuch mal es zu schreiben.“ Ich nahm den Stift und malte das nach, was er geschrieben hatte. Ich versuchte es mehrere Male bevor es leserlich war. Ich schaute wieder Dumbledor an. Er schrieb mir den Namen noch mal auf. Dann gab er mir den Zettel. „Wenn dich jemand fragt wer du bist oder wie du heißt, zeig ihm den Zettel.“ Ich nahm den Zettel an mich und steckte ihn in die kleine Tasche, die in meiner Hosewar. Dann warf ich mich ihm um den Hals. Ich wollte danke sagen, aber ich konnte immer noch nichts sagen. Er verstand es auch so. Er erwiderte meine Umarmung. „Wenn du Hunger hast, es ist Zeit zum Abendessen.“ Ich nickte. Ich würde etwas zu essen bekommen. Einfach so. Ohne etwas dafür getan zu haben. Das war neu, aber es war schön. „Du wirst auch in dein Haus geteilt, deshalb musst du erst noch draußen warten, bis ich dich rufe, in Ordnung?“ Wieder nickte ich, fragte mich aber wie sie ermitteln wollten in welches Haus ich muss. Außerdem fragte ich mich, welche Häuser er meinte, das hier war doch ein Schloss? Na ja, ich ließ mich überraschen.

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    4. Glück
    Langsam atmete ich ein und aus. Ich hörte ihn schon reden. Gleich würde ich vor alle treten und alle würden mich anstarren. Aber niemand würde etwas tun. Dumbledor hatte mir das mehr als einmal erklärt, versprochen. Also wartete ich jetzt hier, darauf dass er meinen Namen sagte. „… und außerdem möchte ich euch eine neue Schülerin vorstellen. Olivia! Komm rein!“ Ich öffnete die Tür und spürte sofort wie alle Blicke zu mir schossen. Ich versuchte es zu ignorieren, so gut es ging. Aber trotzdem hörte ich hier und da jemanden sagen „Das ist doch die, die heute so geschrien hat, oder?“ oder „Was hat die denn an?“ Als ich vorne angekommen war, kam Dumbledor zu mir und sagte noch in die Runde: „Ich möchte, dass ihr alle nett zu ihr seid. Sie hat schlimmeres durchgemacht, als die meisten von euch in ihren Albträumen sehen. Außerdem spricht sie nicht, ich weiß nicht warum, aber ich möchte, dass ihr das respektiert!“ Ich atmete langsam und schaute zu Boden, ich wollte nicht all die Gesichter sehen und in ihnen lesen, was ihre Besitzer von mir hielten. Dumbledor klopfte mir auf den Rücken und sagte dann zu mir: „Dann wollen wir doch mal gucken in welches Haus du kommst.“ Ich wollte aufsehen, allen zeigen dass ich kein Feigling war. Vielleicht über sie hinwegsehen, damit ich sie nicht ansehen muss. Aber ich wollte nicht das ängstliche kleine Mädchen sein. Aber ich traute mich nicht auf zu sehen und vielleicht wieder dieses böse Grinsen in einem dieser Gesichter zu sehen. Ich setzte mich auf den Stuhl, den Dumbledor hinter mich gestellt hatte und er setzte mir einen Hut auf. Zuerst passierte gar nichts. Dann hörte ich eine Stimme in meinem Kopf. Mmm. Das ist schwierig. Ich erschrak und setzte mich aufrecht hin. Im Publikum kicherte jemand. Aber ich konnte nichts dazu denken, denn die Stimme redete sofort weiter. Etwas Schreckhaft? Süß. Aber ängstlich bist du nicht, oder? Ich wusste nicht, was ich denken sollte. Ich wusste nicht, was diese Stimme von mir wollte. Sprachlos? Ichglaube das könnte etwas länger dauern. Ja, das konnte es. Mmm. Ravenclaw schließe ich mal aus. Du bist nicht gerade das hellste Köpfchen! Blöde Stimme! Was sollte das überhaupt sein, Ravenclaw? Hey! Ich habe auch Gefühle, selbst wenn ich nur ein Hut bin! Ach, der Hut redete mit mir? Das schien aber keiner mitzukriegen. Ich bin in deinem Kopf! Du bist echt schwer von Begriff. So weiter. Die anderen haben bestimmt Hunger. Ich schaute mich in der Halle um. So hungrig, wie sie mich ansahen, war das ein durchaus realistischer Fakt. Nun ja. Du bist nicht hinterlistig. Wie auch, wenn du niemals eine Lüge in den Mund nimmst? Nein. Ich würde niemals jemanden anlügen. Aber da wärst du auch nicht gut aufgehoben. Also kein Slytherin. Bleiben noch Griffindor und Hufflepuff. Ich sah von einem Tisch zum anderen. Vier lange Tische standen in der Halle, an jedem Schüler mit anders farbigen Krawatten. Die machten es sich kompliziert… Das ist nicht kompliziert! Das ist ganz simple. Weißt du, Hogwarts wurde von 4 Zauberern und Hexen gegründet, nach denen unsere Häuser benannt sind. Sie legten alle Wert auf etwas anderes. Ravenclaw wollte nur die schlauen unterrichten, Slytherin nur die rein blutigen, die alles für sich zum Vorteil machen können. Hufflepuff nimmt die netten, nimmt alle die nicht wissen wohin, sie fand, dass alle gleich viel wert sind. Griffindor, will die mutigen unterrichten, die, die sich im Leben durch Mut und Stärke beweisen. Na dann los. Er sollte mich nach Hufflepuff stecken, denn mutig war ich nicht und stark erstrecht nicht. Da wäre ich mir nicht so sicher. Dein ganzes Leben wurdest du gequält, aber trotzdem willst du jetzt zur Schule gehen. Du bist Stark. Ich glaube ich weiß wo du hin musst. In Hufflepuff hättest du es leicht, aber du willst es nicht leicht, du willst Glücklich sein. Da war wieder dieses Wort, was dieses Gefühl ausdrücken sollte. Glücklich. So wie Glück. Beides hatte ich nie gehabt. Aber vielleicht, würde das noch kommen. GRIFFINDOR! Icherschrak, als ich dieses Wort laut hörte und sah, wie der Tisch mit den roten Krawatten anfing zu Jubeln. Dumbledor nahm mir den Hut ab und gab mir einen Stups. Ich ging die Treppe runter und setzte mich zu einem Mädchen mit braunen Locken, einem schwarzhaarigen Jungen mit Brille und einem rothaarigen Jungen, die in meinem Alter. Ich schaute hoch und sah wie Dumbledor mir zu lächelte. Ich lächelte zurück. Dann erschien das Essen und ich spürte wieder dieses Gefühl und dieses Mal wusste ich was es war. Glück, pures Glück.

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    5. Rennen nur rennen
    Harry, der schwarzhaarige mit der Brille, und ich verstanden uns sofort. Dafür musste ich nicht reden, dass funktionierte auch so. Ron, der rothaarige, war auch nett, er sprach auch mit mir, stellte mir aber Fragen, die ich nicht beantworten konnte. Hermine, das Mädchen, sagte nichts. Ich fand sie trotzdem sympathisch, denn statt mich nach meiner Vergangenheit zu fragen, sagte sie lieber gar nichts. Das war auch gut so, ich wollte nicht in meine Vergangenheit gezogen werden, nur weil sie es wissen wollte. Sie respektierte mich aber und fragte nicht nach, aber ich sah die Neugier in ihren Augen. „Olivia ist ein schöner Name!“, sagte Ron und ich lächelte ihm zu und zeigte auf Dumbledor. Er sah ihn an und dann zu mir, anscheinend verwirrt. Ich sah zu Harry. Er lachte. „Hat Professor Dumbledor ihn für dich ausgesucht?“ Ich nickte. Harry verstand mich eben. „Warum?“ Ich sah Ron an. Wie sollte ich das jetzt erklären, ohne an die Schmerzen denken zu müssen? Aber es war schon zu spät. Ichdachte an sie und meine Zeit im Stall. Um mich abzulenken sah ich zu Harry. Ich zeigte mir auf die Brust und zeigte mit meinen Fingern eine 10 und eine 3. Dann zeigte ich auf mein nicht vorhandenes Auge und wieder zeigte ich 10 und 3. „Das ist ja schrecklich!“, sagte dann Hermine, dass erste was sie zu mir gesagt hatte. Ich versuchte, nicht zu sehr zurück zu denken. Ron war wohl schwer von Begriff, denn er fragte: „Was?“ Harry sah zu ihm. „Sie ist 13, wie wir. Von diesen 13 Jahren hat sie 13 in Gefangenschaft verbracht.“ Nun schien auch Ron es verstanden zu haben. Mein Atem beschleunigte sich. Ich fasste mir an meine Narbe. Ich konnte es an dieser Narbe spüren, meine kaputte Seele konnte ich spüren. Um zu wissen, dass das nicht gut war, musste man kein Doktor sein. Meine Augen füllten sich mit Tränen. Ich stand auf und ging. Ich ging einfach. Ich wollte nicht, dass sie mich weinen sahen. Ich lief aus der großen Halle und ließ mich sofort hinter der Tür zu Boden fallen. Die Tränenliefen mir übers Gesicht. Plötzlich war alles wieder da. Die Schmerzen und die schlechten Gefühle, die Angst, einfach alles. Ich hörte jeden Atemzug. Ich lehnte meinen Kopf gegen die Wand und versuchte mich zu beruhigen. Nach einiger Zeit, kam ein Junge aus der großen Halle. Es war nicht Harry und auch nicht Ron, sie mussten wissen, dass ich Zeit für mich brauchte. Dieser Junge schien es nicht zu wissen. Als er sich umdrehte, stockte mir der Atem. Er erinnerte mich nicht nur an Lucius, es war sein Sohn. Die gleichen Haare, die gleichen Augen, der gleiche Gesichtsausdruck. Ich hatte Draco noch nie zuvor gesehen. Ich hatte sogar bezweifelt, dass er wusste, dass ich die Gefangene seines Vaters war, aber trotzdem hatte ich Angst vor ihm. Er hatte so eine Ähnlichkeit mit seinem Vater. Es war erschreckend. Er ging vor mir auf die Knie. „Was ist los?“ Fast hätte ich ihm geantwortet, fast wären Wörter über meine Lippen gekommen, aber ich wollte meine Stimme nicht hören, ich hielt sie zurück.Ich schaute ihm nur in die Augen. Ich schaute ihm in die Augen, weil es das einzige war, was nicht seinem Vater glich. Ich fuhr mir durch die Haare. Meine Haare waren mir ins Gesicht gefallen. Er erschrak. „Was ist mit deinem Auge?“ Mein Atem beschleunigte sich. Wieso fragte er so was? Er sollte so was nicht fragen. Ihn würde es bestimmt hart treffen, wenn er wüsste, dass sein Vater zu so etwas fähig ist. Ich machte mir Sorgen und hatte Angst. Aber zum ersten Mal nicht um mich, sondern um ihn. Vor lauter Sorgen, vergaß ich was er mich gefragt hatte. Also stand ich auf und schüttelte den Kopf. Er schaute mich nur komisch an. Ich wusste nicht was ich tun sollte. Ich hatte totale Panik. Ich wollte Weg. Weg von ihm, weg von meiner Vergangenheit. Aber er stand genau vor mir und schaute mich an, mit einem Blick voller Sorge. Ich hoffte so sehr, dass er mich durchlassen würde. „Entschuldigung.“, flüsterte ich und hielt mir sofort den Mund zu. Ich drängte mich an ihm vorbei. Tränen liefen mir die Wange runter. Es konnte nicht sein. Ich erinnerte mich, so stark wie nie zuvor. Ich lief jede Treppe hoch die ich finden konnte. Ich lief durch jeden Gang, denn ich sah. Bis ich in einem runden Raum ankam. Es war ein Klassenraum. Tische waren hintereinander gereiht und vorne stand ein größerer Tisch. Hinter dem Pult, war eine Wand aus Glas. Man konnte von dort über den ganzen Schulhof, bis zum See sehen. Ich setzte mich auf das Pult und zog die Knie an. Machte mich klein um mich sicher zu fühlen. So wie ich mich gefühlt hatte, als ich aufgewacht bin. Aber nichts. Da waren nur die Tränen, die Schmerzen und die Vergangenheit. Ich fühlte alles wieder. Alle Schmerzen, die er mir zugefügt hatte. Die Einsamkeit, das Gefühl von niemandem gebraucht zu werden, das Gefühl von niemandem gewollt zu werden. Ich weinte, ich wollte schreien, aber ich konnte es nicht. Ich konnte nicht noch einmal meine Stimme benutzen und noch mehr in meine Vergangenheit gezogen werden. Ich wischte mir eine Träne aus dem Gesicht. „Du brauchst nicht weinen.“ Ich erschrak. Ich drehte mich ruckartig, verlor das Gleichgewicht, kippte nach hinten und fiel vom Tisch. „Geht es dir Gut?“, fragte die Stimme etwas schrill und ich hörte Schritte, die sich auf mich zu bewegten. Ich setzte mich hin und sah ein paar unrasierte Beine. Ich bewegte mich ein Stück zurück, da streckte mir die Person, der die Beine gehörten, eine Hand entgegen. Ich ergriff sie und wurde auf die Beine gezogen. Eine Frau stand vor mir. Was sie trug konnte ich nicht sehen, da es schon dunkel war. Ich schaute sie an. „Was ist denn los?“ Ich schaute zu Boden und setzte mich wieder auf den Tisch. Ich konnte die Frau nicht sehen, spürte aber ihren Blick auf mir. „Du sprichst nicht?“ Ich schüttelte den Kopf, obwohl ich wusste, dass sie mich nicht sehen konnte. „Was ist denn los mit dir?“ Meine Vergangenheit? Das alles mich aufholt? Das ich nicht mal reden kann ohne die Schmerzen wieder zu spüren? Alles. Einfach, dass ich es nicht vergessen kann. Aber ich will es vergessen, ich will nicht daran denken. Es wäre so schön es mit jemandem Teilen zu können, aber meine Stimme… „Weißt du, meiner Meinung nach, kann man die Vergangenheit nicht vergessen. Man kann nur vor ihr weglaufen oder von ihr lernen.“ Mein Auge wurde groß. Hatte sie gerade meine Gedanken gelesen? Ihre schrille Stimme, passte nicht zu dem Weisen Satz, den sie mir gerade anvertraut hatte. Ich dachte nach. Vielleicht hatte sie Recht. Aber wieso muss ich denn diese Schmerzen, diese Erinnerungen immer wieder durch leben? „Weil du läufst. Du läufst und bleibst immer wieder stehen, weil du glaubst, dass es nicht mehr da ist. Aber es kommt dir immer hinterher. Es bleibt nicht stehen und gibt nicht auf. Aber du gibst auch nicht auf und läufst weiter. Aber du darfst nicht weiter laufen. Du musst es über dich ergehen lassen und versuchen daraus zu lernen.“ Aber ich will es nicht über mich ergehen lassen. Nicht das alles noch einmal spüren. Nicht noch einmal etwas Schlimmes erleben. Das würde mich brechen. Dann würde ich es nicht mehr schaffen können. Nichts. Ich wäre verloren. „Man ist nur verloren, wenn man sich selbst aufgibt.“ Ich sah sie an. Sie hatte Recht. Aber ich hatte mich schon vor langer Zeit aufgegeben. „Olivia?“ Das war Harrys Stimme. „Olivia!“ Ron? Suchten sie nach mir? „Hey! Olivia!“ Hermine. Die drei suchten mich tatsächlich. „Sie machen sich Sorgen um dich.“ Ich lächelte. Ich konnte es nicht fassen. Ich glaubte ihr. Ich konnte lächeln. Vielleicht würde ich es doch schaffen. Ich war stark. „Du schaffst das. Aber jetzt geh zu ihnen, bevor sie sich noch mehr Sorgen machen!“ Ich stand auf. Hörte wieder Schritte. Sie ging weg. Aber ich auch, ich ging zur Treppe. Dort drehte ich mich noch einmal um. Ich lächelte. Vielleicht hatte diese Frau Recht. Vielleicht aber auch nicht. Ich war stark genug um zu laufen. Um zu laufen bis ans Ende meiner Tage und das würde ich tun. Rennen, nur rennen und mich nicht überholen lassen.

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    6. Träume, Wahrheit oder Wunsch?
    Ich trug ein wunderschönes Kleid. Es war schwarz, oben eng anliegend und der Rock ging auseinander. Es war ungefähr knielang und meiner Meinung nach wunderschön. Meine Haare fielen mir offen über den Rücken. Ich hatte noch meine beiden Augen, von der Narbe nichts zu sehen. Ein Mikrofon stand vor mir und ich stand in einem sonst leeren Saal. Über mir hing ein wunderschöner Kronleuchter. Ich nahm das Mikrofon in die Hand. Ich hatte es geliebt zu singen, vor dem Unfall. Ich hatte Lieder geschrieben und sie mir selbst vorgesungen. Aber ich hatte mich nie daran erfreuen können. Die meisten Lieder hatte ich nach kurzer Zeit wieder vergessen, weil ich ja nicht schreiben konnte. Aber singen konnte ich und das tat ich. Meine Finger schlangen sich förmlich gierig um das Mikrofon. Ich wollte singen. Musik fing hinter mir zu Spielen. Ich lächelte, konnte es genießen und fing an zu singen: „Every time I look at you, I saw me in your eyes. And now, I see lies. I don’t want to know, what you want tosay. I want you, I want the truth. I want to see me, when I look at you. The truth. But I will never get the truth. I will get lies. But every lie I ever live. My favorite was you and I.” Ich sang es mit Gefühl. Versuchte es schön zu singen. Ich liebte es zu singen. Meine Stimme hallte in dem leeren Saal. Die Tür am anderen Ende des Saals, war geschmückt mit Weihnachtsbeleuchtung. Bald war ja auch Weihnachten, außerdem ich liebte Weihnachten. Ich hatte nicht viele schöne Erinnerungen, aber eine davon war an Weihnachten geschehen. Es war nichts Besonderes, lediglich zwei Tage allein. Ohne Qualen und ohne Schmerzen. Es schneite. Ich konnte den Schnee zwar nicht berühren, aber er war wunderschön. An Weihnachten, konnte ich den Stall verlassen und ins Haus gehen. Mich aufwärmen und stärken. Das Essen, dass ich aß, war nur wenig, machte mich aber satt. Ich musste nicht frieren, weil es im Haus warm war. Zweimal konnte ich in einem richtigen Bett schlafen. Eine schöne Zeit. Dobby machte mir ab und zu Geschenke. Er und ich waren gut befreundet, aber letztes Jahr, war er nicht mehr zu mir gekommen. Man hatte ihn freigelassen. Die Zeit war ohne ihn sehr viel schlimmer gewesen, aber ich gönnte es ihm. Er hatte sich so oft die Hände gebügelt oder seinen Kopf stundenlang gegen die Wand geschlagen, dass ich glaubte ihm ginge es selbst ohne ein Dach über dem Kopf besser. Ich habe gerne die Arbeit von ihm übernommen, wenn er dafür frei war. Ich hatte ihn lange nicht gesehen, hoffte aber ihn bald wieder sehen zu dürfen. Ich sang immer noch, aber das Lied war gleich zu Ende. Als ich den letzten Ton von mir gab, schlug die Tür auf. Ich erschrak und machte einen Satz zurück. Draco betrat den Raum, zuerst dachte ich, es wäre sein Vater, der mich wieder quälen wollte, aber es war nur Draco. Nun ja, nur konnte man nicht sagen. Wir waren verfeindet, er und ich. Einer Seitz wegen Harry, anderer Seitz wegen… ich wusste gar nicht warum. Er mochte mich einfach nicht, aber das war auch gut so. Er war Anhänger von Voldemord und mit so jemandem wollte ich nicht befreundet sein. Er kam auf mich zu. Seine Schritte waren groß und schnell. Seine Schritte hallten in der leeren Halle und sie wurden immer lauter. Als er bei mir war, blieb er stehen. Mein Herz schlug schnell. Ich war nervös, hatte Angst. Ich hatte Angst, dass er war wie sein Vater oder dass sein Vater ihn behandelte wie er mich behandelt hatte. Ich hatte Angst vor ihm, gleichzeitig doch auch um ihn. Ich schaute nicht in seine Augen, ich traute mich nicht. Ich schaute auf seine Lippen. Sie öffneten und schlossen sich leicht, wenn er atmete. Doch dann begann er zu sprechen: „Ich hasse dich nicht.“ Ich blieb regungslos, aber mein Herz schlug auf seine Worte noch schneller. „Wir könnten vielleicht sogar Freunde sein, wenn diese eine Sache nicht wäre…“ Welche Sache? Wusste er etwas, was ich nicht wusste? „Ich habe es gewusst. Die ganze Zeit habe ich es gewusst und dir nicht geholfen.“ Er lächelte nicht mehr und seine Mundwinkel fielen auch nicht. Auch in seinem Ton war nicht zu erkennen wie er zu diesem Satz stand. Aber ich wusste wie er es meinte. Ein Buch fiel von der Decke. Unsere beiden Köpfe schauten zu Boden auf das Buch mit dem Titel: Du bist kein schlechter Mensch. Genau das hatte ich gedacht. Er sah mich an und begann zu lächeln. Ein schönes Lächeln, dem viele Mädchen verfallen waren. „Das ist zwar auch ein Punkt, aber nicht der Punkt. Aber du hast Unrecht. Ich bin ein schlechter Mensch und würde dir nicht gut tun. Aber da ist etwas anderes, was nun mal voraussetzt, dass du weißt, dass ich wusste dass du da warst. Mein Vater hat oft über dich gesprochen und über deine Familie.“ Meine Familie? Sollte das heißen, dass er wusste wer meine Familie war? „Meine Familie mag deine nicht besonders, um es gewagt auszudrücken. Eigentlich, hasst meine Familie deine zutiefst. Auch ich.“ Warte. Er hasst meine Familie, aber nicht mich? Das machte ja mal null Sinn. „Nun ja eigentlich ist die wichtige Information nicht, dass ich sie hasse, sondern etwas anderes. Aber erstens ist meine Zeit gleich um und zweitens würdest du wenn du aufwachst eh nur glauben, dass du geträumt hast.“ Geträumt? Aufwachen? Moment ich träumte das hier alles nur? Dann war ich nicht echt und er auch nicht? Er bückte sich und hob das Buch auf. „Ich glaube das behalte ich. Als Souvenir. Es kommt nicht jeden Tag vor, dass ich Träume sprenge weißt du? Richtig, heute ist mein erstes Mal.“ Er lachte. „Das hört sich falsch an.“ Dann schaute er mir in die Augen, aber ich traute mich immer noch nicht. Seine Lippen waren so rot und warm, was anderes wollte ich nicht sehen. Seine Lippen gaben mir ein warmes Gefühl, etwas, was seine Augen bestimmt nicht schaffen würden. Er beugte sich zu mir vor. „Ich bin der einzige, der deine Stimme hören durfte. Sie ist wunderschön und es wäre mir eine Ehre sie noch einmal hören zu dürfen. Aber es liegt natürlich ganz bei dir. Aber sie ist schön.“ Er drehte sich um und ging mit dem Buch zur Tür. Ich hatte nie gewollt ihn meine Stimme hören zu lassen. Er sollte sich nicht besonders fühlen. Er drehte sich noch einmal um, als er an der Tür war. „Ich liebe Weihnachten übrigens auch, aus dem Grund, dass ich immer allein zu Hause war. Aber ich war gar nicht alleine und dass machte es noch schöner.“ Er lächelte mir zu und schloss die Tür hinter sich. Mit dem knall der Tür, öffnete ich meine Augen. Ich setzte mich auf und hielt meinen Kopf. Er schmerzte. Trotzdem versuchte ich an meinen Traum zu denken. Er hatte ein Buch mit aus meinem Traum genommen. Ich musste unbedingt herausfinden, ob er es wirklich besaß. Ich musste ihn nach der Sache Fragen, die ihn von mir weghielt. Er hatte mich an Weihnachten immer beobachtet, auch darüber musste ich mit ihm reden… oder ihn reden lassen. Nicht noch einmal würde ich ihn meine Stimme hören lassen. Ich fuhr mir über die Lippen. Die Stunden, die ich wieder in der Vergangenheit gewesen war, waren es vielleicht wert gewesen, dass er glaubte mehr von mir als alle anderen zu wissen. Moment. Sie waren es nicht wert gewesen! Es ist es nicht wert, dass ich stundenlang traurig bin und er vielleicht ein paar Minuten glücklich! Aber ich musste immer wieder an etwas anderes denken, was er gesagt hatte. Ich hasse dich nicht, hatte er gesagt. Mein Herz begann schneller zu schlagen. Er hasste mich nicht. Moment, es war nur ein Traum. Aber das war die Wahrheit oder nicht? Es gab bestimmt einen Zauber, mit dem man in die Träume anderer Leute einsteigen konnte. Das war auf jeden Fall die Wahrheit, denn sonst wäre es ein Wunsch. Ich würde es mir nicht wünschen, niemals. Ich hasste seine Familie doch auch. So was würde ich mir nicht wünschen. Ich stand auf und schlich mich in den Raum, wo ich die Frau getroffen hatte. Ich war oft dort und sprach auch oft mit ihr. Nun ja, indirekt. Sie sprach und ich hörte zu. Ich hatte herausgefunden wer sie war. Professor Trelawney, meine Wahrsage Lehrerin. Ich liebte das Fach, es war einfach mein Element. Ich setzte mich auf das Pult und wartete und dachte immer und immer wieder an meinen Traum. Mein Traum, war das die Wahrheit oder nur ein Wunsch von mir. Aber Professor Trelawney kam nicht. Wahrscheinlich schlief sie noch. Ich machte mich also wieder auf den Weg zum Gemeinschaftsraum und versuchte selbst eine Antwort auf meine Frage zu bekommen. Wahrheit oder Wunsch?

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    7. Raus
    Im Gemeinschaftsraum, war niemand mehr, also ging ich zur großen Halle. Ich kam an einigen Fenstern vorbei und bei einem blieb ich einfach stehen. Ich schaute raus. Schnee lag überall und nicht ein Fußstapfen war darin zu sehen. Es hatte wohl geschneit diese Nacht. Ich schaute mich um. Es war kühl und die Schuluniform hielt nicht wirklich warm. Ich schlang einen Schal den Hermine mir gegeben hatte enger um mich. ich versuchte mich auf draußen zu konzentrieren, aber ich konnte es nicht. Ich dachte an meinen Traum und fragte mich wieder ob es wirklich ein Traum gewesen war. Ich drehte mich um und atmete laut aus. Ein Luftzug lief an mir vorbei und ich zitterte. Es war mir zu kalt, also ging ich weiter. Meine Schritte hallten in dem leeren Gang. Ich kam an der Treppe zum Kerker vorbei und blieb stehen. Ich schaute mich um. Alle waren jetzt beim Frühstück. Niemand war im Gemeinschaftsraum oder in den Gängen unterwegs. Ich dachte an meinen Traum und an das Buch. Ich schaute mich noch einmal um. Keiner zu sehen. Also machte ich mich auf den Weg in den Kerker zum Slytherin Gemeinschaftsraum. Ich kam an einem langgezogenen Raum an. Keine Tür war zu sehen, in die man hätte eintreten können. Ich strich mit meinen Fingern an der roten Steinwand entlang. Ich spürte eine tiefe Einkerbung. Wahrscheinlich war die Tür hinter der Mauer versteckt. Ich schaute mich um. Immer noch niemand zu sehen. Wie sollte ich die Tür aufbekommen? Vielleicht wie bei den Gryffindors, ein Passwort. Ich überlegte. Es musste irgendwas sein, was zu den Slytherins passte. Sie waren vielleicht gerissen, aber nicht besonders schlau. Ich berührte die Wand und dachte an ein paar Adjektive, wie ich es bei der fetten Dame immer machte. Nichts geschah. Ich überlegte weiter. Schlange? Immer noch rührte sich nichts. Ich schaute mich wieder um. Niemand da. Niemand durfte mich entdecken. Ich schaute zur Decke und sah dort einen einzigen Schrumpfkopf hängen. Das war komisch. Wieso hängt da ein Schrumpfkopf? Ichschaute wieder zur Wand. Vielleicht konnten sie sich das Passwort ja nicht merken und hängen es deshalb an die Decke, diese Dummis? Ich dachte ganz fest an Schrumpfköpfe und die Wand ging auseinander. Ich zog meine Hand weg und beobachtete das geschehen. Sie verschoben sich bis ein Durchgang zu sehen war. Ich schaute mich noch einmal um und trat dann ein. Ich achtete nicht viel auf das Aussehen des Raumes, in den ich trat. Aber er war ähnlich wie der Raum der Gryffindors, nur grün. Ich ging die Treppen runter zu den Jungen Schlafsälen. Als ich hatte gleich in dem ersten Raum Erfolg. Als ich die Tür öffnete, sah ich ein Bild von Draco an der Wand hängen. Ich schloss die Tür hinter mir und ging zu seinem Bett. Ich schmiss seine Decke von seinem Bett, da war aber nichts zu sehen. Also legte ich sie wieder drauf. Ich kniete mich und schaute unter sein Bett und entdeckte eine kleine Tasche. Ich zog sie hervor, öffnete sie und nahm das Buch heraus, was darin lag. Ich schaute es an und traute meinen Augen nicht. Es war unmöglich. Der Titel lautete: Du bist kein schlechter Mensch! Ich öffnete das Buch, aber die Seiten waren leer. Dari stand nichts. Ein Traumbuch. Aus meinem Traum. Unmöglich. Er hatte mich besucht und mir gesagt, dass er weiß wer ich bin. Plötzlich überkam mich ein Gefühl, dass ich lange nicht mehr gespürt hatte. Wut. Ich steckte das Buch wieder zurück an seinen Platz und stand auf. Wut, ein nicht sehr schönes Gefühl. Es wägte Erinnerungen. Erinnerungen an früher. Das letzte Mal als ich wütend gewesen war. Mein Auge. An das Gesicht, was dem seines Vaters so ähnlich war. Ich unterdrückte Tränen. Ich wollte raus. Ich ging. Raus aus seinem Zimmer, raus aus seinem Gemeinschaftsraum, raus aus seinem Kerker und raus aus seinem Leben…

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    8. Familie
    Ich konnte mich nicht entscheiden, weinen oder schreien? Zu ihm gehen oder raus bleiben aus seinem Leben. Ich wollte nicht in sein Leben gehören. Ich wollte nicht in seinen Gedanken sein. Ich wollte nicht, dass er in meinen Gedanken war! Aber das war er leider. Ich bekam nicht mehr aus dem Kopf, dass er mir all die Jahre nicht geholfen hatte. In letzter Zeit, war ich so oft wütend auf ihn. So oft. Ich ging gerade mit Harry den Gang entlang zu Verteidigung gegen Die Dunklen Künste. Er sagte: „Ich mag Verteidigung gegen die Dunklen Künste, du auch?“ Ich nickte und lächelte. Remus… Ich meinte, Professor Lupin war sehr nett und sein Unterricht machte mir wirklich Spaß. Nun ja, aber Wahrsagen war immer noch mein Lieblingsfach. Ich öffnete die Tür zu unserem Raum und wem schaue ich genau ins Gesicht? Draco. Unmöglich dieser Kerl, stellt sich einem einfach in den Weg. Er lächelte mir zu. „Hallo Olivia.“ Harry hinter mir räusperte sich. „Würdest du uns durchlassen.“ Draco schaute Harry angewidert an. „Siehst du nicht, dass ich gerade mit Olivia rede, nicht mit dir Potter?“ Sein Kopf wanderte wieder zu mir und das schien ihm zu gefallen, denn er lächelte wieder. Mir verging das Lachen mehr, als ich ihn sah. Wut breitete sich wieder in mir aus. Ich tippte ihn einmal gegen die Seite um ihm klar zu machen, dass ich an ihm vorbei wollte. Er blieb jedoch stehen. Dieser Mistkerl. „Was möchtest du von mir? Ich habe gar nichts gehört.“ Das wollte er damit bezwecken. Ich würde nicht für ihn reden. Ich überlegte kurz und schaute an ihm rauf und runter. Dann schaute ich ihm ins Gesicht, lächelte kurz und tritt ihm auf den Fuß. Er schrie nicht, zuckte nur zusammen und nahm sein Fuß in die Hand und machte so Platz, dass Harry und ich an ihm vorbei konnten. Ich sah ihn noch einmal böse an und ging dann an ihm vorbei. Als ich an meinem Platz war, konnte Harry sich nicht mehr halten vor Lachen. „Dem hast du es gezeigt!“ Ich wollte auch lachen, aber ich konnte nicht. Ich sah noch einmal nach hinten. Draco kam auf mich zu und stellte sich zwischen mich und Harry. „Wenn du nicht reden willst, rede ich. Bitte gib mir eine Chance dir alles zu erklären.“ „Was zu erklären.“ Harry hatte aufgehört zu lachen und schaute uns beide jetzt an. Ich sah zu ihm und zuckte mit den Schulter. Er schaute daraufhin zu Draco, doch er schenkte ihm keine Beachtung. Ich hielt den Atem an. Draco schaute mich so bittend an und so nett. Ich schaute ihm in die Augen, ohne richtig auf sie zu achten. Kurz bevor ich mich wegdrehen konnte und ihm damit ein `Nein´ zu geben, fügte er noch leise hinzu: „Bitte.“ Ich atmete aus und stöhnte kurz. Ich konnte ihm doch nicht nein sagen, wenn er mich so anschaute. Also stand ich auf, schaute Harry kurz entschuldigend an und folgte Draco dann nach draußen. Ich war wirklich gespannt, was er mir sagen wollte. Er schaute mich an und in seinen Augen sah ich, dass er überlegte. Er überlegte was er mir sagen wollte. Das war nicht sein Ernst. Er hatte lange Zeit gehabt etwas auszusuchen, außerdem hatte er doch mit mir sprechen wollen! Ich atmete laut. Die Wut spiegelte sich wieder in meinem Herzen. Ich war wütend auf ihn, weil er nicht mit mir redete. Aber ich war nicht nur wütend auf ihn, auch auf mich. Ich konnte jetzt nichts zu ihm sagen, weil es mir im Herzen wehtat. Automatisch fasste ich mir an die Wunde. Mein Kopf tat weh. Ich sah ihn an und erinnerte mich an meine erste Nacht in Hogwarts. Als ich Professor Trelawney traf und sie meine Gedanken gelesen hatte. Meine Gefühle hatte sie gesehen, gewusst, was ich denke und mir gesagt ich solle aufhören zu rennen. Vielleicht sollte ich aufhören. Vielleicht, war der Schmerz, den ich dann einmal ertragen müsste, nicht so schwer wie weiterlaufen zu müssen. Vielleicht sollte ich ihm sagen, dass er mir sagen soll, wer ich bin. Aber vielleicht, würde mir das auch nur wehtun. Dazu führen, dass die Schmerzen nie wieder aufhören. Das Risiko war zu groß. Ich wusste wie es war zu laufen aber nicht wie es war stehen zu bleiben. Also musste ich laufen, laufen bis ich sterbe. Denn sicher würde ich erst sein, wenn ich Tod war, denn sonst konnten sie mich kriegen. Immer, zu jeder Zeit, an jedem Ort. Ich sah ihn immer noch an, als er nach einer gefühlten Ewigkeit endlich etwas sagte: „Es tut mir leid, dass ich einfach so in deinen Traum geplatzt bin, in Ordnung?“ Ich schluckte. Dafür wollte er mich sprechen? Hatte er herausgefunden, dass ich in seinem Zimmer gewesen war? „Nun ja und ich wäre bereit, wenn du es wissen willst, dir zu sagen, wer du bist und wer deine Familie ist.“ Meine Augen weiteten sich. Er würde es mir sagen? Aber wollte ich es wirklich wissen? Wollte ich wirklich wissen, wer so grausam gewesen war und mich zu ihnen gebracht hatte? „Die Geschichte ist etwas länger.“ Was meinte er damit? Ich schaute ihn fragend an, während mein Herz sich beruhigte und die Wut verschwand. Er streckte mir seine Hand entgegen und verbeugte sich leicht. „Würden sie mir die Ehre erweisen mit mir zu schwänzen, damit ich ihnen erklären kann was es mit ihrer Verwandtschaft auf sich hat?“ Ich schaute in den Klassenraum. Harry sah nervös aus und schaute auch immer wieder zu uns. War mir diese Familie, die ich nicht kannte wirklich wichtiger als mein bester Freund? So wichtig, dass ich ihn einfach alleine lasse? Kurz schaute ich zurück zu Draco, der daraufhin sagte: „Bitte, Mister Potter wird sie schon nicht vermissen.“ Oh und wie er mich vermissen würde. Er würde sich totale Sorgen machen. Das würde ich ihm nicht antun. Ich wollte gerade den Kopf schütteln, als er meinen Arm griff und mich zwang ihm in die Augen zu sehen. „Bitte Miss Potter.“

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    9. Berühmte Verwandtschaft
    Er veräppelte mich doch. Harry und ich, wir sahen uns schon ähnlich, aber nicht so! Außerdem, wenn Harry eine Schwester hätte, was er nicht hatte, wüsste er es nicht? Er wüsste es. Oder? „Komm schon. Ich belüge dich nicht, wieso sollte ich dir die Hoffnung geben eine Familie zu haben, wenn du keine hättest?“ Aus Gemeinheit? Ach, ich weiß es nicht. Aber es ist auch egal. Ich schaute wieder in die Klasse. Harry saß auf seinem Stuhl. Ich sah wieder zu Draco. Ich glaubte ihm nicht, trotzdem wäre es gut zu wissen, wenn es stimmt. Aber er musste mir Beweise geben. Ich atmete tief ein und wieder aus. Dann setzte ich mich in Bewegung, sollte er mir doch beweisen, dass ich Verwandtschaft hatte. Auch er setzte sich in Bewegung. Ich fragte mich wie wir einen Raum finde sollten, wo Professor Lupin uns nicht finden würde. Ich lies mich überraschen. Die Antwort war auch überraschend, er blieb vor einer Wand stehen und schaute sich um. Eine Wand. Sie war an dieser Stelle kahl, nicht mal Bilder hingen dort, aber das schien Draco gar nicht zu interessieren. Er tippte irgendwie auf den Steinen herum. Jeder andere hätte ihn als verrückt abgehackt, aber ich nicht. Ich sprach nicht, obwohl ich es konnte und das hatte einen Grund, also warum sollte es nicht auch einen Grund geben, weshalb er auf den Steinen rumtippte. Alles hatte einen Grund, nur manchmal, kennt man den Grund eben nicht. Als er aufhörte die Wand zu betatschen, bewegten sich die Steine zur Seite, bis ein Tor entstand. Ich hatte das schon mal gesehen, beim Gemeinschaftsraum der Slytherins, aber was das war wusste ich beim besten Willen nicht. Draco drehte sich zu mir um und lächelte. „Geheimgang.“, sagte er knapp und hielt mir seine Hand hin. Also bitte, gehen konnte ich schon noch alleine. Ich ging an ihm vorbei, ohne ihm zurück zu lächeln. Er atmete laut aus und kam hinter mir her. Ich bekam kurz Panik, als die Tür sich hinter uns schloss, aber gleich darauf hörte ich ein leises „Lumus“ und der Gang wurde wiederbeleuchtet. Der Gang sah ungepflegt aus. Einige Steine waren zerbröckelt und an der Decke waren ein paar Spinnennetze, aber von Spinnen keine Spur. Er war eng und nicht gerade hoch. Ich konnte gerade noch so stehen. Kurz schielte ich nach hinten und sah, dass Draco sich schon ein Stück bücken musste. Ich kicherte, das sah ganz schön komisch aus. Dann schaute ich zurück i den Gang. Er schien endlos zu sein. Insgeheim fragte ich mich, wo der Gang hinführte und wollte ihn entdecken. Aber ich unterdrückte den Drang und drehte ich mich um. Als ich Draco sah, wie er versuchte zu stehen, musste ich wieder kichern und als er deshalb auch noch aufsah und sie den Kopf stieß, wurde aus dem kichern ein Lachen. Er schaute mich böse an. „Ja haha.“ Ich versuchte das Lachen zu unterdrücken und schaute ihn nur belustigt an. „Nun, willst du dich vielleicht entschuldigen?“ Ich legte den Kopf schräg. Er wollte wirklich, dass ich mit ihm rede. Ich schüttelte den Kopf, dass hatte er verdient, dafür dass er in meinen Träumen gewesen war, ohne meine Erlaubnis. Ich strich mir meine Haare hinter mein Ohr, lange Haare waren echt nervig. Er sah mich an. „Dann nicht. Also, wir wollten über deine Familie sprechen nicht wahr?“ Ich nickte. Er hatte es doch vorgeschlagen, also warum musste er mich noch einmal danach fragen? „Aber was bekomme ich dafür, wenn ich es dir sage?“ Genervt sah ich ihn an. Musste das sein? „Wie wäre es mit einem Kuss?“ Ich atmete langsam ein und aus. Mein Herz musste vergessen haben wie schnell es eigentlich schlagen muss, denn es schlug schneller als jemals zuvor. Aber es war keine Angst, es war etwas anderes, etwas Schönes. Er interessierte sich für mich, er wollte einen Kuss von mir. Aber ich durfte ihm nicht zeigen, dass sich das gut anfühlte. Er würde sich nur etwas darauf einbilden. Also verdrehte ich dich Augen und nickte. Er lächelte, als hätte man ihm gesagt, er hätte im Lotto gewonnen. „Gut, aber das könnte etwas länger dauern, also kannst du dich wohl hinsetzten. “Wir setzten uns beide hin und er begann zu erzählen…

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    10. Wer bin ich und wo komme ich her?
    „Zwei Kinder wurden von allen geliebt. Sie konnten noch nicht reden und noch nicht gehen, trotzdem gab es so viele Leute, die ihnen ihre Liebe gaben. Bruder und Schwester. Sie liebten sich. Sie lebten nicht lange zusammen und trotzdem hatten sie viele schöne Erinnerungen zusammen. Diese mussten sie natürlich vergessen, sie hatten noch kein Gedächtnis. Aber sie waren dazu bestimmt eine schöne Kindheit zu haben. Nun ja, eigentlich ja schön, gäbe es da nicht die Prophezeiung. Diese Besagt, dass der Dunkle Lord einen Gegner hat. Ein Kind, das ihn besiegen könnte. Im Juli geboren, sollte es sein und noch sehr Jung. Drei Kinder passten auf diese Beschreibung, Neville Longbottom, Harry Potter und Makenzie Potter. Der Dunkle Lord kannte die Potters und wusste dass sie wahrscheinlich eine größere Bedrohung darstellten. Also entschied er sich dazu, diese Bedrohung auszuschalten. Aber die Potters wussten um die Gefahr und versteckten sich mit ihren Kindern. Ein guter Freund der Potters verriet sie an den Dunklen Lord und so fand er die Kinder. Nachdem er die Eltern getötet hatte, stand er vor euch zwei. Er war der Meinung, dass der Junge sehr viel gefährlicher sein Würde. Also nam er die kleine Makenzie aus dem Bettchen und gab sie meinem Vater. Mit ihr konnte er anstellen was er wollte, schließlich war sie nicht wichtig. Der Dunkle Lord versuchte doch den Jungen umzubringen und versagte. Er selbst verlor seinen Körper, einige sagten sogar er wäre Tod, besiegt. So wurde Harry Potter zu dem Jungen, der überlebte. Eine Berühmtheit in der ganzen Zauberwelt, ohne selbst etwas davon zu wissen. Aber niemand erinnerte sich mehr an das kleine Mädchen um dass sich mein Vater kümmern sollte. Nur die besten Freunde von James Potter, wussten dass sie existiert und diese teilten sich nach der Geschichte auf. Sirius Black, kam nach Askaban wegen Massenmord. Peter Pettigrew war Opfer dieses Mords. Und Remus Lupin, zog sich zurück, bis er nach Hogwarts gerufen wurde um hier Verteidigung gegen die Dunklen Künste zu unterrichten. Aber Black du Lupin glauben beide dass die liebe Makenzie auch von dem Dunklen Lord getötet wurde. Niemand rechnet auch nur damit, dass sie groß und wunderschön geworden ist und jetzt gerade, in diesem Moment, mir gegenüber sitzt.“ Ich war geschockt. Nein, schockiert konnte nicht beschreiben wie ich mich gefühlt habe. Was erzählte er mir hier? Das musste alles eine Lüge sein. Niemand liebte mich. Ich war einfach da, obwohl ich nicht da sein sollte. Da wollte er mir weismachen, dass meine Familie berühmt war. Ich schüttelte den Kopf. Er schaute mich traurig an. „Das war noch nicht alles.“ Es ging noch weiter? Wie dachte er sich diese Geschichte nur aus? So was wäre mir nicht in den Sinn gekommen… „Nun ja. Zuerst wollte mein Vater Makenzie töten. Ein Messerstich und alles wäre anders verlaufen. Aber Dobby bettelte kein Kind umzubringen. Also ließ er Dobby sich um sie kümmern. Ich fragte meinen Vater immer wieder wer du warst. Aber sagte immer nur, dass du unwichtig wärst. Ich hörte wie er dich anschrie, manchmal hörte ich auch, wie er dich Schlug. Eine Nacht, ich war schon im Bett, wurde ich von einem lauten Schrei gewägt. Natürlich wollte ich wissen wo er herkam. Also lief ich runter, sah wie das Messer in deinem Auge steckte. Ich lief zu meinem Vater und bettelte, dass sie dir helfen sollten. Zuerst wollte er nicht. Er wollte dich sterben lassen, aber irgendwann gab er nach und ließ dich behandeln. Es war schrecklich dich da so liegen zu sehen, mit den ganzen Schmerzen. Ich wollte nie wieder sehen wie jemand leidet.“ Ich fasste an mein Auge. Die Narbe brannte nicht, sie tat nicht mehr weh. Er gebettelt, dass sie mich nicht töten? Warum sollte er das getan haben? Als ob er meine Gedanken gelesen hätte redete er auch gleich weiter: „Du fragst dich bestimmt, warum ich das getan habe. Das hat etwas mit meinem Lieblingsfest zu tun, das übrigens auch deshalb mein Lieblingsfest ist. Weihnachten. Mein Vater fuhr immer Weg, aber ich blieb da. Du wusstest das nicht. Das weiß ich, weil du dich an Weihnachten immer ins Haus geschlichen hast, du hast etwas gegessen und hast die Nacht im warmen verbracht. Dabei hab ich dich immer beobachtet. Ich wollte immer zu dir gehen, aber ich hab immer Angst gehabt, dass du mich nicht magst, oder dass du Angst vor mir hast. Deshalb habe ich dich immer nur beobachtet. Ich fand dich wunderschön. Naja, ich finde dich immer noch wunderschön.“ Er lächelte. Ich wusste nicht warum, aber dieses Lächeln gab mir ein warmes Gefühl. Ich lächelte zurück. Ich glaubte ihm immer mehr. So etwas kann man sich nicht ausdenken, dass kann keine Lüge sein. Das Lächeln verging mir und ich vergrub mein Gesicht in meinen Händen. „Hey. Jetzt weißt du endlich wer deine Familie ist.“ Das hörte sich fast mitfühlend an. Er fühlte mit mir. Er fand mich schön… Aber darum ging es nicht. Ich hatte wirklich Menschen die mich kannten, aber niemand von denen hatte mich vermisst. Sie dachten alle mich gäbe es nicht mehr und wenn ich nun behaupten würde Makenzie zu sein, würde mir niemand glauben. Das Leben war wirklich kompliziert.

    11
    11. Gebrochen, gesprochen
    Ich wusste nichts mehr. Sollte ich ihm glauben oder nicht? Ich weinte. Ich fühlte mich so schrecklich. Mein ganzes Leben hatte ich wissen wollen, zu wem ich gehöre. Ob ich zu jemandem gehöre. Jetzt wusste ich es. Mein bester Freund. Er hatte es nicht gewusst. Ich hatte es nicht gewusst. Niemand hatte es gewusst. Wie sollte ich ihm das beibringen? Würde er mir glauben? Würde er danach noch mit mir sprechen? Und Ron und Hermine, was würden sie dazu sagen? Ich spürte Dracos Hand auf meiner Schulter. Ich sah auf. Er lächelte mir zu, dann zog er mich in eine Umarmung. „Ich weiß, dass es schwer ist.“ Er wusste dass es schwer ist? Er wusste wie ich mich fühlte? Das war nicht sein Ernst? Er wusste gar nichts! Warum mussten andere einen nur immer verstehen? Warum mussten sie behaupten zu wissen wie schlecht man sich fühlte, obwohl sie es nicht wussten? Draco wusste nichts! Er hatte gesehen wie ich mein Auge verloren hatte, aber er hatte nicht die Schmerzen gespürt! Er wusste nicht wie es sich anfühlte allein zu sein. Wie es sich anfühlte nicht gebraucht zu werden. Wie es ist, vergessen zu sein. Ich befreite mich aus seiner Umarmung. Er schaute mich verwirrt an. Ich schüttelte nur den Kopf, stand auf und ging den Gang wieder zurück. Die Wand öffnete sich vor mir und ich konnte raus gehen. Ich hörte wie er mir hinterher kam. Vielleicht, war ich zu hart. Er hatte mich nur trösten wollen. Meine Schritte wurden langsamer. „Hey! Olivia!“ Ich drehte mich um und schaute in sein Gesicht. „Hab ich etwas falsch gemacht?“ Ja, ja hatte er. Aber ich sprach nicht. Meine Stimme wollte ich nicht hören, nicht stehen bleiben, nur laufen. Keine Pause. Ich atmete laut. „Es ist schwer das alles zu begreifen, aber du schaffst das.“ Ich würde das schaffen, ja? Ich konnte das? Alle sagten das ohne es zu meinen. Sie wollten mir Mut machen, obwohl sie alle wussten, dass ich irgendwann an all diesen Schmerzen zerbreche. Aber wer war denn schon ehrlich? Niemand und das ist das Problem. Ich wusste selbst, dass ich das alles nicht schaffen konnte. „Ich kann dich verstehen.“ Draco riss mich aus meinen Gedanken. Er machte mich wütend. Konnte er das? Konnte er das? Die Tränen in meinen Augen wurden größer. Sie liefen meine Wange runter. „Ich kann dir helfen.“ Das war zu viel. Die Wut gewann überhand. „Du kannst mir helfen? DU KANNST MIR HELFEN? Nein! Niemand kann mir helfen!“ Eine Tür flog auf und Professor Lupin kam raus. Aber ich achtete gar nicht auf ihn. Die Tränen brannten auf meiner Haut wie Feuer. „Genauso wie keiner mich versteht! Alle sagen `Ich weiß wie du dich fühlst´! Aber keiner weiß es! Niemand hat durchgemacht, was ich durchgemacht habe! Oder hast du es? Du verstehst mich doch! Bist du schon eingeschlafen und hast nicht gewusst ob du wieder aufwachst?“ Draco schaute mich nur geschockt an. Harry drängte sich an Lupin vorbei. Leise flüsterte er meinen Namen und die anderen Schüler drängten sich auch nach vorne um etwas sehen zu können. „Nein! Hast du schon mal vor jemanden gestanden und Angst gehabt, dass er dich tötet? Nein! Hast du jemals Angst gehabt nichts zu essen zu bekommen? Nein! Hast du jemals erfahren, dass alle die dich einmal liebten glauben das du Tod bist ohne dass du überhaupt wusstest, dass es Menschen gibt die dich lieben? Nein! Du weißt gar nichts! Du bist einfach nur ein verwöhntes Arschloch, das versucht mir zu sagen, dass er ein armes Schwein ist! Aber weißt du was. Du bist einfach nur verwöhnt und hast keine Ahnung wie ich mich fühle! Es ist mir scheiß egal was du über mich denkst. Es ist mir egal, was du über mich weißt! Es ist mir egal! Denn die Person, von der du sagst, dass ich sie bin, die gibt es nicht! Vielleicht gab es sie mal, früher, aber das alles, alles was ich erlebt habe, hat mich zu dem gemacht was ich jetzt bin. Wenn ich nicht da gewesen wäre, wenn ich das alles nicht erlebt hätte, dann wäre ich bestimmt das kleine Mädchen, dessen größtes Problem es ist, welches ihrer tausend Kleider sie anziehen soll. Aber dieses Mädchen bin ich nicht, verstehst du? Nein, tust du nicht! Aber nur, weil du nicht so verkorkst bist wie ich. Mein Leben hat mich so verkorkst, dass ich nicht mal sprechen kann und glaubst du etwa, dass das schön ist!“ Ich atmete schnell durch den Mund ein und aus. Draco war sichtlich geschockt. Langsam beruhigte ich mich und realisierte was gerade passiert war. Ich schaute mich um. Alle starrten mich an. Selbst Lupin schien geschockt. Ich setzte mich in Bewegung. Ich ging zu Harry und lies mich von ihm in den Arm nehmen. Ich weinte. Was machte Draco nur aus mir? Lupin löste sich aus seiner Starre und sagte: „Was glotzt ihr denn alle so? Beeilt euch bitte und geht wieder rein.“ Dann flüsterte er Harry etwas ins Ohr und ich spürte wie er nickte. „Ich meinte auch sie Mister Malfoy.“

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    12. Sorgen um Sorgen
    Was hatte ich getan? Ich hatte gesprochen, ich hatte geschrien. Die ganze Wut, die in mir gekocht hatte, war wie weggeblasen und durch Trauer ersetzt worden. Ich löste mich aus Harrys Umarmung und sah ihm in die Augen. In die grünen Augen, bei denen mir jetzt erst auffiel, dass sie genau die gleiche Farbe hatten wie mein Auge. Sein Haar, immer verstrubbelt auf dem Kopf, das die gleiche Farbe hatte wie meine Haare. „Wenn du deshalb gesprochen hast, muss es wohl etwas schlimmes sein, was passiert ist.“ Ich nickte. Es war schlimm. Er war schlimm. Warum war Draco nur so ein Arschloch? Ich hatte gerade angefangen ihn gern zu haben und dann, das! Ich wischte mir eine Träne weg. „Willst du es mir erzählen?“ Wieder schaute ich in seine Augen. Sie waren so vertraut. Sie gaben mir das Gefühl, nicht allein zu sein. Früher hätte ich sofort den Kopf geschüttelt, aber jetzt, dachte ich darüber nach. Professor Trelawney hatte gesagt: ´ Weißt du, meiner Meinung nach, kann man die Vergangenheit nicht vergessen. Man kann nur vor ihr weglaufen oder von ihr lernen` Damals hatte ich mich dazu entschlossen zu rennen. Rennen war leichter, es tat nicht weh. Aber früher hatte ich es noch nicht begriffen. Immer und immer weiter zu rennen, dass brachte mir weder Glück, noch war es einfacher. Es war schwieriger, aber ich wollte es nicht begreifen. Jetzt kamen alle Schmerzen wieder hoch, alles. Aber es war nicht so schlimm, denn ich sah in Augen, die sich Sorgen um mich machten. Harry würde für immer bei mir bleiben. „Ja, ich möchte es dir erzählen.“ Da fing ich an, ihm zu erzählen, was Draco mir erzählt hatte. Außer das mit Weihnachten, nur das mit unserer Familie. Harry war zwar mein bester Freund, aber alles musste er nicht wissen. Es war ungewohnt, meine Stimme zu benutzten. Sie hörte sich zuerst rau an, wurde aber mit der Zeit immer klarer. Es tat gar nicht so weh, meine Stimme zu hören, nachdem ich meine Vergangenheit akzeptiert hatte. Die Worte gingen mir über die Lippen, ohne dass ich groß zurück denken musste. Als ich ihm alles erzählt hatte, sagte er nichts. Kurz schien er zu überlegen. Dann lächelte er leicht und nahm mich in den Arm. „Wir werden es allen erzählen, du wirst es allen erzählen.“ Ich sah in seine Augen. Er fragte mich nicht ob ich das auch wollte. Nein, er wusste einfach, dass das das Beste war. Er musste nicht fragen. Ich wischte die Tränen weg und lächelte ihm zu. Es fühlte sich so gut an alles raus zu lassen. Alles mit jemandem teilen zu können. Wir hatten so viele Sorgen und trotzdem konnten wir dort sitzen und uns nur ansehen. Ja, ich konnte mir keinen besseren Bruder wünschen. Wir mussten lange so da gesessen haben, denn der Gong beendete unsere Pause und den Unterricht der anderen. Ich schaute mich im hellen Gang um. Die Türen flogen auf und tausende Schüler strömten raus. Ich schaute zu dem Klassenraum, in dem Harry und ich jetzt eigentlich sein müssten. Von drinnen kam leise Musik während die Schüler raus liefen und sich unterhielten, konzentrierte ich mich auf die Musik im Hintergrund. Sie war schön. Schnell, gespielt mit einem Cello. Harry tippte mir auf die Schulter und riss mich damit aus meinen Gedanken. „Singst du auch?“ Ich war verwirrt. Wie kam er darauf? Ich hatte gerade erst wieder angefangen zu sprechen. Ich sang zwar wirklich, aber nur in meinen Träumen und ganz früher… Aber das konnte er nicht wissen. „Wie kommst du darauf?“ „Du hast gesummt. Eine schöne Melodie.“ Ich lächelte. Gesummt? Wahrscheinlich zur Melodie die ich gehört hatte. „Ich habe lange nicht mehr gesungen.“ Er lächelte mir zu. Verlegen schaute ich zu Boden. „Hey, Leute!“ Wir schauten beide auf und sahen Ron und Hermine, sie kamen auf uns zu. „Jetzt darfst du alles noch einmal erzählen.“, sagte Harry und ich lachte. „Das kannst du laut sagen.“

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    13. Shoppen zum vergessen
    Es war soweit. Schon seit ein paar Tagen Ferien und heute ist Heiligabend! Harry und ich wollten heute Morgen noch nach Hogsmead, ein paar Geschenke besorgen. Ich stand mit einem Lächeln auf, das mir sofort verging. Allein der Gedanke daran Draco heute Morgen beim Frühstück zu sehen ruinierte mir den ganzen Tag. Ich stand auf und versuchte ihn aus meinen Gedanken zu verbannen, während ich mir ein Kleid anzog. Es war nichts Besonderes. Ein rotes Kleid, es ging mir bis zur Mitte der Oberschenkel. Das Oberteil war ein Top mit dicken Trägern und es lag eng an. Der Rock wurde weiter und war mit ein paar Pailletten verziert. Harry hatte es für mich gekauft. Zuerst hatte ich es nicht annehmen wollen, er sollte nicht Geld für mich ausgeben. Aber er sagte, dass alles was sein war auch mein wäre. Ich hatte mich geschmeichelt gefühlt. Bei dem Gedanken daran lächelte ich mein Spiegelbild an. Wieder ließ es der Gedanke an Draco verschwinden. Ich atmete tief ein und aus. Er durfte mir nicht Weihnachten versauen. Ich zog mir meine roten Chucks an und schnappte mir meinen Zauberstab und in den Gemeinschaftsraum. Von Schminken hielt ich nichts. Es gab wichtigeres auf der Welt als gut aus zu sehen. Die paar Pickel in meinem Gesicht waren natürlich und mussten deshalb auch nicht überschminkt werden. Als ich unten war musste ich auch nicht lange warten bis Harry kam und zusammen gingen wir zum Frühstück. Ron und Hermine waren über die Ferien nach Hause gefahren, aber Harry wollte nicht nach Hause und ich hatte kein Zuhause, also waren wir zurück geblieben. Nur leider hatte Draco auch beschlossen hier zu bleiben. Ich schaute meine Schuhe an und versuchte an etwas anderes als ihn zu denken. Ohne Erfolg. Harry stupste mich an. „Hey. Heute und Morgen verschwendest du keinen einzigen Gedanken an dieses Arschloch.“ Ich lächelte ihm zu. Ich wünschte es wäre so einfach. Ich fuhr mir einmal durch meine Haare. Harry öffnete die Tür zur großen Halle und wir betraten sie und sahen die Lehrer an ihrem Tisch sitzen. Kurz schaute ich mich um. Der Hufflepuff-Tisch war ganz leer. Am Ravenclaw-Tisch saßen zwei Mädchen mit braunen Haaren. Eine trug eine Brille und sie unterhielten sich über irgendwas. Am Griffendor-Tisch saßen nur ein paar Jungs, ich kannte sie nur vom Sehen. Sie waren ein paar Jahre älter als wir. Dann sah ich zum Slitherin-Tisch. Er war auch leer, bis auf Draco. Er saß alleine dort und schaute mich an. Mein Herz begann schneller zu schlagen. Er lächelte mir zu, aber ich konnte mich nicht bewegen. Bis Harry meine Hand nahm und mich zu unserem Tisch zog. „Nur weil er dich beobachtet nicht gleich weich werden. Er muss sich bei dir entschuldigen bevor du wieder mit ihm redest.“ Er hatte ja so Recht. Ich schaute zum Essen. Wie immer war der Tisch voll gedeckt, es würde viel Überich bleiben. Ich nahm mir ein Stück Brot und schmierte Marmelade darauf. Dann bis ich einmal rein. Draco war immer noch in meinen Gedanken und ich versuchte ihn auszuschließen indem ich Harry fragte: „Schenken wir Ron und Hermine etwas Großes zusammen oder jeder etwas Kleines?“ Er schien zu merken, dass ich das eigentlich nicht wissen wollte. Ich wollte mich nur ablenken. „Jeder etwas kleines, das ist glaube ich schöner für die zwei.“ Ich nickte und aß mein Brot auf. Harry aß eine Schüssel Müsli. Er hatte sie erst halb auf, als ich fragte: „Können wir gehen?“ Es war komisch wie leicht es mir nun fiel zu sprechen. Kritisch schaute er erst mich und dann sein Müsli an. Er nahm noch einen großen Löffel in den Mund und nickte dann. Als ich aufstand fiel mein Blick kurz zu Draco, der immer noch alleine an seinem Tisch saß. Ich schluckte und machte mich auf den Weg aus der großen Halle. Ich spürte seinen Blick. Harry legte mir den Arm um die Schulter. „Heute haben wir mal richtig Spaß, dann vergisst du ihn.“ Ich brachte ein Lächeln zu Stande. Kurz schaute er sich um und dann schaute er mir in die Augen. „Aber bevor wir vergessen… Wann willst du es Dumbledor sagen?“ Ich wusste sofort was er meinte. Ich hatte mich dagegen entschieden allen zu sagen, dass ich wusste wer ich war. Sie würden mich nur als Lügnerin bezeichnen. Harry hatte zwar Recht, irgendwann musste ich es ihnen sagen, aber ich wollte nun mal nicht als Lügnerin da stehen. Außerdem konnte Draco ja immer noch gelogen haben. Ich zuckte mit den Schultern und schaute in traurig an. „Können wir mit dem vergessen anfangen?“ Wirklich glücklich sah er nicht, aber er nickte. Schnell gingen wir noch einmal in den Gemeinschaftsraum. Ich holte mir eine schwarze Lederjacke und ging wieder zu Harry. Er hatte sich eine dicke graue Jacke geholt, die die gleiche Farbe wie seine Hose hatte. Sein Outfit passte perfekt zusammen. Das war bestimmt keine Absicht gewesen. Zusammen gingen wir nach draußen und machten uns auf den Weg. Langsam bewegten wir uns durch den Schnee und hatten einen schönen Tag. Aber in meinem Kopf, da war immer noch Draco und er wollte nicht weggehen…

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    Kein Kapitel ⬇⬇ wen es nicht interessiert, einfach überspringen ;)


    ES TUT MIR SOOOOOOOO LEID
    Das hier ist kein Kapitel, das nächste kommt erst morgen, da ich gerade im Bett liege und das hier von meinem Handy schreibe, aber ich muss es jetzt einfach los werden.
    ES TUT MIR LEID
    Ich habe so lange nicht weiter geschrieben, weil mein Computer kaputt gegangen ist und es ziemlich umständlich ist, vom Handy zu schreiben! Ich dachte nicht, dass es so lange dauert einen neund Computer zu besorgen....
    Aber auf jeden Fall versuchen och jetzt wieder regelmäßig Kapitel hochzuladen. Wenn diese Geschichte überhaupt noch jemand liest 😅
    Nochmal ES TUT MIR ECHT LEID
    Ich selbst hasse es, wenn irgendjemand einfach mitten in der Geschichte aufhört zu schreiben und deshalb fühle ich mich auch so schlecht! Ich hoffe, die den diese Geschichte gefällt, sind noch da und wollen auch weiter lesen...
    Aber es war echt kompliziert und ich hatte fast EIN JAHR keinen Computer:(
    Also ich hoffe, diese Geschichte wird weiterhin gelesen.
    Aber ich werde sie auf einer anderen Seite, fanfiktion.de veröffentlichen, da es für mich einfacher ist. Wenn irgendjemand da ist, der gerne weiterlesen möchte, dann auf dieser Seite! Die Geschichte wird dort genauso heißen.
    Ich bin offen für Ideen, denn ich schreibe die Geschichte spontan, nicht vorgeplant.
    Wenn jemand Ideen hat einfach äußern, vielleicht baue ich sie dann ein ;)
    Aber auch Kritik brauche ich immer noch! Also ich hoffe ich bekomme noch VIELE Kommentare!
    Und ausserdem DANKE an alle die so nette Kommentare geschrieben haben! Und noch einmal SORRY
    ICH HOFFE IHR VERGEBT MIR
    Ich verspreche ich schreibe jetzt wieder weiter! Und ich hoffe, dass es dieses Mal keine große Pausein gibt, sondern dass ich einfach durch schreiben kann!
    Also DANKE und SORRY an alle die meine Story lesen!

    Morgen Nachmittag, wenn ich aus der Schule komme, schreibe ich gleich ein neues Kapitel! Ich hoffe da ist noch jemand, der immer noch auf neue Kapitel wartet... (Wie oft habe ich das jetzt erwähnt?)
    DANKE SORRY und BIS MORGEN
    VERSPROCHEN!
    (Nicht vergessen, Fanfiktion.de!)

Kommentare Seite 2 von 2
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gdheuchr ( 73543 )
Abgeschickt vor 289 Tagen
Veröffentlich sie bitte auch hier.!
HaileyShooter ( 72091 )
Abgeschickt vor 360 Tagen
OH. MEIN. GOTT. Diese Geschichte ist so, so mega gut, mir kommen fast die Tränen (also im übertragenem Sinne)! Schreib gaaaaanz schnell weiter, sonst ... ! (Spass) Du hast wirklich total viel Talent! Und sehr schöne Ideen, ich musste so lachen, als ich das mit den halben Kokosnüssen gecheckt habe! Also: mach weiter so!
HarryEvans ( 63532 )
Abgeschickt vor 373 Tagen
Du MUSST weiter schreiben. Biiiiiiiiitteeeeeee!♥ *Dackelblick*
Ginny05/Siss(i) ( 62647 )
Abgeschickt vor 411 Tagen
Ich finde diese Story Super!!!!!!!!! Bitte schreib weiter!!!!!!!!!!!!!!!!!
😍
Lucy Andrews ( 77960 )
Abgeschickt vor 413 Tagen
Echt coole Story, ich wünschte ich könnte das auch!!!!
;-) ( 75193 )
Abgeschickt vor 416 Tagen
Bitte die Geschichte weiterschreiben!!!
Die war echt klasse
Cool ( 30862 )
Abgeschickt vor 416 Tagen
Mach weiter, du musst unbedingt weiterschreiben, es ist total spannend
Laura ( 63638 )
Abgeschickt vor 417 Tagen
Bitte schreib weiter!!!!
Klee🍀 ( 68882 )
Abgeschickt vor 419 Tagen
Bitte Schreib Weiter voll coole FF Schreib bitte bitte weiter
Alice ( 52493 )
Abgeschickt vor 429 Tagen
Die Geschichte ist einfach nur toll bitte bitte bitte weiterschreiben
lunizarbin ( 08716 )
Abgeschickt vor 433 Tagen
Super Geschichte schreib bitte bitte weiter !!!
Snowsun ( 42893 )
Abgeschickt vor 435 Tagen
Tolle Story 😘
Als erstes dacht ich so >Halbe Kokosnüsse mit stoff? < Aber dann * LACHFLASCH*
ich ( 11115 )
Abgeschickt vor 435 Tagen
WAHNSINN. Die Story ist der Hammer. Bitte schreib weiter.
Mes ( 04849 )
Abgeschickt vor 440 Tagen
Geile Story aber wieder draco🙁😑😡
AmyAnime Lovegood ( 83090 )
Abgeschickt vor 453 Tagen
Richtig cool!
Mehr muss man da glaub ich gar nicht mehr sagen!
HarryEvans ( 45625 )
Abgeschickt vor 462 Tagen
LOVE THIS STORY♥♥♥ Schreib biiiiitte weiter
ginnyharry007 ( 20211 )
Abgeschickt vor 463 Tagen
Bitte, Bitte, Bitte schreib weiter! Richtig gut. Du musst wissen, dass ich bei Harry-Potter Fanfiktions sehr kritisch bin, aber an dieser Geschichte habe ich nichts auszusetzen. War echt gut👍
Nessa 2002 ( 69365 )
Abgeschickt vor 465 Tagen
Schreib bitte weiter
Thestralmädchen111 ( 16815 )
Abgeschickt vor 465 Tagen
OMG ich liebe diese ff die beste die ich bis jetzt gelesen habe bitte bitte schreib weiter ❤
Morgana ( 33280 )
Abgeschickt vor 465 Tagen
Schreib weiter bitte!