Blut an den Pfoten einer jungen Kätzin...

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15 Kapitel - 6.810 Wörter - Erstellt von: Wildpfote - Aktualisiert am: 2016-08-23 - Entwickelt am: - 2.000 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Wildpfote ist eine junge Schülerin ohne Geschwister. Ihre Eltern starben als sie noch ein Junges war und niemand mag sie, alle schließen sie aus und behandeln sie unfair; selbst ihr Mentor Kampfkralle. Als zu zu allem Überfluss der Schüler Aschenpfote und sein Kumpel Kastanienpfote sie schlimm schikanieren, beschließt sie Rache zu nehmen. Erst an den beiden - und dann an allen anderen, die sie je geärgert haben. Doch womit sie nicht gerechnet hat, ist der Kater Grottenpfote, der schlimmer ist als alle anderen...

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    Hierarchie:
    Anführer: Buchenstern- hellbraun-golden getigerte Kätzin mit grünen Augen; Mentorin von Tigerpfote
    Zweiter Anführer: Kampfkralle- schwarzer Kater mit gelben Augen
    Heiler: Goldsee- golden-honigfarben gefleckter Kater; Mentor von Grottenmond

    Krieger:
    Dämmerwolke- roter Kater mit grauen Augen
    Schattenfleck- schwarze Kätzin mit weißen Flecken
    Schwarzstreif- schwarz gestreifter Kater mit weißem Bauch und eisblauen Augen
    Wirbelherz- grau-schwarz melierte Kätzin; Mentorin von Flüsterpfote
    Blätterregen- in allen Farben gescheckte Kätzin
    Kranichauge- grau-sandfarbener Kater mit ungewöhnlich langer und spitzer Schnauze
    Wasserschauer- graublaue Tigerkätzin

    Schüler:
    Grottenmond- graubraun melierter Kater
    Tigerpfote- sandfarben-graublau getigerter Kater
    Flüsterpfote- sehr kleine und zierlicher, graublaue Kätzin mit sandfarbenen Pfoten

    Königinnen:
    Herzbrust- rot getigerte Kätzin; Mutter von Flammen-, Sturm- und Gewitterjunges

    Älteste:
    Kaninchenpelz- braun-weiß-rot- melierter Kater
    Blumenkralle- schildpattfarbene Kätzin; Älteste Katze des Clans

    Katzen außerhalb der Clans
    Wild (englisch ausgesprochen) - kleine, sehr zierliche braun getigerte Kätzin mit weißer Brust und roter Schwanz- und Ohrenspitzen, Grüne Augen; ehemals als Wildfang im Clan; Muter von Ice, Dark, Tiger und Flame
    Panther- schwarzer Kater mit grauen Ringen und dunkelblauen Augen; ehemals als Pantherschlag im Clan
    Ice- kleine, schneeweiße Kätzin mit roten Augen (Albino)
    Dark- schwarze Kätzin mit bräunlichen Schimmer, weißen Bauch und eisblauen Augen
    Tiger- schwarz-rotbraun getigerter Kater mit grünen Augen
    Flame- schwarz-rot-weiß melierter Kater mit einem eisblauen und einem dunkelgrünen Auge

    SternenClan-Katzen:
    Wurzelfell- braun getigerte Kätzin; Mutter von Wildpfote
    Krallenflug- schwarz-weiß melierter Kater; Vater von Wildpfote
    Aschenpfote- grau gefleckter Kater mit dunkelbraunen Sprenkeln
    Kastanienpfote- braun-roter Kater
    Hasenauge- brauner Kater mit roten Tupfen am ganzen Körper; Vater von Kastanienpfote
    Kranichauge- grau-sandfarbener Kater mit ungewöhnlich langer und spitzer Schnauze; Vater von Aschen-, Grotten-, Tiger- und Flüsterpfote

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    Die Gefährten:
    Buchenstern + Schwarzstreif
    Kranichauge + Wasserschauer
    Herzbrust + Kampfkralle
    Wild + Panther

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    Wildpfote blickte sich grimmig auf der Lichtung um. Gerade war sie vom Kampftraining zurück - und wie immer hatte ihr Mentor Kampfkralle sie nur ausg
    Wildpfote blickte sich grimmig auf der Lichtung um. Gerade war sie vom Kampftraining zurück - und wie immer hatte ihr Mentor Kampfkralle sie nur ausgeschimpft und beleidigt. Er hasste seine Schülerin eben. Plötzlich wurde sie von hinten angeschubst, stolperte über ihre eigenen Pfoten und landete im Dreck. “Au!“, fauchte sie leise und richtete sich auf. Ihr Blick traf den von Aschenpfote. Er und Kastanienpfote waren am schlimmsten. Sie waren gemeiner als alle anderen. “Was sollte das?“, knurrte der hauptsächlich graue Kater genervt und Wildpfote murmelte ein leises: “Sorry...“ Sie wusste zwar, dass sie nichts getan hatte, aber sie wusste mittlerweile auch, dass es nichts brachte, sich gegen die zwei aufzulehnen. Also gab sie sich ihrem Schicksal hin. “Das sollte es auch!“, rief Aschenpfote wütend und schlug ihr mit ausgefahrenen Krallen auf die Ohren. Sie jaulte auf vor Schmerz und Aschenpfote grinste höhnisch. Ein paar Katzen in der Umgebung lachten belustigt und sahen sie spöttisch an, als sie plötzlich wieder von hinten gestoßen wurde und direkt in Aschenpfote krachte. Auch ohne sich umzudrehen, wusste sie, wer sie da geschubst hatte: Kastanienpfote. Die beiden Kater schubsten sie hin und her und versetzten ihr ab und zu einen ziemlich schmerzhaften Schlag. Als sie endlich weggingen, kauerte sich Wildpfote zitternd auf den Boden. Auf einmal drehte sich Kastanienpfote grinsend um und stand in Windeseile wieder vor ihr, nur um ihr einen so heftigen Schlag zu geben, dass sie für einen Moment glaubte, ohnmächtig zu werden und um dann wieder zu gehen. Wütend starrte sie ihm hinterher. Das war zu viele! Dieser eine Schlag war zu viel gewesen, das hätte er nicht tun sollen! In dem Moment schwor sie sich, Rache zu nehmen. An Kastanienpfote und Aschenpfote. Auch an ihrem Mentor und allen anderen, von denen sie je geärgert worden war! Ihr Blick fiel auf Pantherpfote. Als sie Junge gewesen waren, hatte er sie auch geärgert. Er würde auch noch drankommen, doch als erstes mussten Kastanienpfote und Aschenpfote dran glauben. Ein verrücktes, heimtückischen Grinsen breitete sich langsam auf ihrem Gesicht aus. Niemand, NIEMAND würde es je wieder wagen, ihr etwas anzutun!

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    Wildpfote gähnte leise und streckte sich. Dann stand sie auf und schlüpfte aus dem Schülerbau. Ihr Blick streifte über die von Mondlicht überflutete Lichtung, als sie sah, wie jemand aus dem Lager ging. Ohne Zweifel - das war Aschenpfote. Wahrscheinlich machte er einen Spaziergang. Das ist meine Chance!, dachte sie und schlich durch den Schmutzplatztunnel nach draußen. Sie nahm seine Spuren auf und folgte ihr. Er stand auf einer Lichtung und sah in den Himmel. Lautlos schlich sie von hinten auf ihn zu, sprang auf seinen Rücken und riss ihn zu Boden. Er gab einen erschrockenen, erstickten Schrei von sich. Als er sie erblickte loderte Wut in seinen Augen auf. “Was soll das denn, du nutzloses Mäusehirn!“, fauchte er und sie knurrte: “Ich bekomme endlich meine Rache!“ Er riss überrascht die Augen auf, dann schlug er ungeschickt um sich, im verzweifelten Versuch, sich zu befreien. Geschickt wehrte die Kätzin die Schläge ab und drückte ihn zu Boden. Die Krallen an seiner Kehle, fragte sie leise: “Aber sag mir doch bitte noch: Wieso? Wieso hasst ihr alle mich so!“ “Du... Du hast...“ Doch weiter kam er nicht, denn Wildpfote wollte es im Grunde genommen nicht hören. Deshalb schlitzte sie ihm mit einer Bewegung die Kehle auf und seine Worte endeten in einem Gurgeln. Ein Glänzen lag in seinen Augen, das sie nicht deuten konnte, dann wurden sie glasig und ausdruckslos. Wildpfote packte seinen Leichnam und schleppte ihn zum Donnerweg. Dort legte sie ihn mitten auf die harte Fläche. Es würde nicht lange dauern, bis ein Monster den Körper des Katers erfassen würde. Dann lief wie zu einem kleinen Bach in ihrem Territorium und wusch sich die Pfoten sauber. Sie trabte zurück zum Lager und zurück in Schülerbau, wo sie sich zufrieden schlafen legte. Schnell sank sie in einen ruhigen Schlaf.

    Wildpfote stand auf einer Wiese und blickte sich verwirrt um. Wo bin ich? Sie lief ein paar Schritte, als sie etwas klebriges an ihren Pfoten fühlte. Als sie nach unten blickte, stellte sie erschrocken fest, dass sie in Blut stand, doch sie beruhigte sich schnell wieder. Langsam lief sie weiter und blickte sich um. Was soll ich hier überhaupt? Auf einmal sah sie eine Katze auf sich zu kommen und erkannte das Fell von Aschenpfote. Höhnisch verzog sie das Gesicht. >>Na, wie lebt's sich so als Toter?<< Aschenpfote warf ihr einen bösen Blick zu. >>Du bist wirklich ein dummer Fellball, Wildpfote. Es wird sich niemals ändern! Niemand von denen, die sich jetzt ärgern und nicht mögen, werden ihr Verhalten ändern! Du machst es nur noch schlimmer mit dem was du tust!<< Wildpfote fauchte und fuhr die Krallen aus, doch Aschenpfote lachte nur auf. >>Was? Willst du jetzt etwa eine SternenClan-Katze töten? Du hast sie doch nicht mehr alle!<< Frustriert bearbeitete Wildpfote den blutigen Boden unter ihren Pfoten und zischte: >>Du hast unrecht. Ich schaffe diejenigen aus der Welt, die es nicht verdient haben auf ihr zu wandeln. Ich verbessere die Welt.<< Aschenpfote machte den Mund auf um etwas zu sagen, doch seine Antwort hörte sie nicht mehr.

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    Wildpfote schreckte von wütenden Rufen und Krallen, die ihr über eine Pfote fuhren, aus dem Schlaf hoch. Das erste, was sie erblickte war, Kastanienpfote, der sie eben aufgeweckt hatte. >>Kampfkralle hat gesagt, ich soll sich wecken, Mäusehirn. Wir gehen mit ihm und Dämmerwolke auf Grenzpatrouille.<< Wütend funkelte Wildpfote ihn an und putzte sich schnell, dann folgte sie ihm aus dem Bau. >>Da bist du ja endlich!<<, knurrte Kampfkralle und zusammen verließen die vier Katzen das Lager. Während Kampfkralle und Kastanienpfote voraustrabten, ließ sich Dämmerwolke zurückfallen und murmelte mit warmer Stimme: >>Mach dir nichts aus den beiden. Sie sind einfach dämliche Mäusehirn, alle beide. Sie sollten sich nicht so behandeln.<< Dankbar, aber auch etwas niedergeschlagen sah sie den netten Krieger an und erwiderte: >>Danke, aber es sind Ba nicht nur die zwei. Die ganzen anderen Schüler, Wirbelherz, ja sogar Buchenstern können mich nicht leiden! Ich frage mich, warum ich nicht längst aus dem Clan geworfen wurde. Dämmerwolke sah sie mitfühlend an. >>Na ja, auf mich kannst du jedenfalls zählen. Wenn dich etwas bedrückt oder du über etwas reden möchtest, dann kannst du jederzeit zu mir kommen.<< >>Vielen, vielen Dank, Dämmerwolke!<< Er ist freundlich. Ihn wurde ich nicht umbringen., dachte sie zufrieden, als ein Schrei sie aus den Gedanken riss. Schnell eilten sie und Dämmerwolke zu den beiden anderen, die am Donnerweg standen. Kastanienpfote preschte zu dem leblosen Körper Aschenpfotes, der auf dem Donnerweg lag. Er wurde bereits von ein paar Monstern erfasst, aber nicht vielen. >>Nein!<<, jaulte Kastanienpfote und für einen Moment zweifelte Wildpfote an dem, was sie getan hatte, doch sie verdrängte es sofort wieder. Sie wirbelte überrascht herum, als hinter ihr eine Stimme ertönte: >>Wieso Aschenpfote? Wieso mein Bruder! Wieso nicht du!<< Voller Hass starrte Grottenpfote Wildpfote an, die schockiert von diesem starken Hass zurückwich. Noch nie - ja, noch nicht mal bei Aschenpfote und Kastanienpfote - hatte sie solch einen Hass gesehen. Der Kater machte einen Schritt vor und knurrte leise: >>Du hast ihn bestimmt umgebracht!<< In seinen Augen glaubte sie zu sehen, dass er das nicht ernst meinte, doch die Worte trafen sie hart. Wie baute sich vor ihm auf und fauchte ihn an, als plötzlich Dämmerwolke zwischen sie trat und streng erklärte: >>Streiten und besonders kämpfen bringt uns hier auch nicht weiter!<< An Grottenpfote gerichtet fuhr er fort: >>Und niemand beschuldigt hier jemanden, Aschenpfote umgebracht zu haben! Er ist wohl einem Beutetier auf den Donnerweg gefolgt und wurde von einem Monster erwischt. Kapiert?<< Als Grottenpfote antwortete, fragte Dämmerwolke diesmal schärfer nach: >>Kapiert?<< >>Ja, ich hab's ja verstanden<<, murrte der Heilerschüler, drehte sich um und rannte Richtung Lager. Als die Patrouille mit der Leiche ins Lager kam, wussten alle schon bescheid und Wasserschauer stürzte zu ihrem ältesten Sohn. >>Nein, das darf nicht wahr sein! Das darf einfach nicht wahr sein!<< Ihre traurigen, verzweifelten Rufe hallten durch das Lager und ihre derzeitigen Jungen drückten sich mit ängstlich aufgerissenen Augen an sie. Auf einmal packte jemand Wildpfote und zerrte sie aus dem Lager. Niemand bemerkte dies und Wildpfote versuchte wütend fauchend sich zu befreien, doch ihr Gegner hielt sie fest gepackt...

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    Sichtwechsel: Pantherpfote

    Pantherpfote saß mit geschlossenen Augen und gesenktem Kopf neben Aschenpfotes Leichnam. Auf seiner rechten Seite stand Kastanienpfote und auf seiner linken Wasserschauer mit ihren Junge. Von der Königin und Mutter des toten Schülers konnte man immer mal wieder leises, trauriges Maunzen hören. Er hob den Kopf und ließ den Blick schweifen. Der ganze Clan hatte sich versammelt und betrauerten den Tod des Schülers. Nun ja, sie waren momentan leider nicht sehr viele im Clan, aber alle hielten zusammen und jeder trauerte um jeden. Alle außer... Wildpfote! Sie war wie vermutet nirgends zu sehen. Wahrscheinlich wollte sie nicht im Lager sein, schließlich hatten sie und Aschenpfote sich nie verstanden. Doch dann fiel ihm noch etwas auf. Wo ist Grottenpfote? Einen Moment dachte er nach, dann riss er die Augen auf. Er gibt doch Wildpfote die Schuld an Aschenpfotes Tod! Oh nein! Er stand auf und huschte aus dem Lager. Wildpfote mochte ihn nicht - wahrscheinlich, weil er sie in der Kinderstube immer geärgert hatte - aber er konnte doch nicht zulassen, dass Grottenpfote ihr etwas antat!

    Sichtwechsel: Grottenpfote

    Grottenpfote zog die kleinere Kätzin auf eine Lichtung tief im Wald und schleuderte sie da heftig gegen einen Baum. Sie sank keuchend zu Boden und starrte ihn aus großen Augen an. “Was soll das, Grottenpfote?“, krächzte sie und er wurde noch wütender. “Was soll das, Grottenpfote?“, äffte er sie fauchend nach, “Du hast Aschenpfote, meinen Bruder umgebracht!“ Er machte einen Satz und landete mit seinem vollen Gewicht auf Wildpfote, die jetzt kaum noch Luft bekam. “Du irrst dich!“, rief sie mit schwacher Stimme und sie machte zwischendrin immer wieder Pausen zum Luftschnappen, “Ich habe ihn nicht umgebracht!“ “Lüg mich nicht an!“, knurrte er voller Zorn, “Ich weiß, dass du es warst! Ich habe dich gesehen, Wildpfote!“

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    Sichtwechsel: Wildpfote

    Wildpfote konnte es nicht fassen. Was meint er, mit “Ich habe dich gesehen“? Hat er mich etwa gesehen, als ich ihn umgebracht habe? Nervosität und Angst füllten ihren ganzen Körper, als sie einen schwachen Versuch startete, sich zu befreien, welcher jedoch kläglich scheiterte. Grottenpfote lachte auf und versetzte ihr einen Schlag mit ausgefahrenen Krallen. Erschöpft sank ihr Kopf auf den Boden und ihr Blickfeld verdüsterte sich. Komme ich jetzt zum SternenClan? Mama... Papa...

    Zeitsprung: 1 Tag später

    Wildpfotes Augenlieder wachen schwer, doch sie zwang sich wie zu öffnen und hob müde den Kopf. Sie blickte sich um und stellte fest, dass sie im Heilerbau war. Weder Goldsee, noch Grottenpfote waren da, wofür sie überaus dankbar war. Langsam erhob sie sich und steckte sich. Humpelnd, da ihre Pfote sehr schmerzte, und etwas schwerfällig lief sie zum Ausgang des Baus und spähte hinaus. Kaum jemand war im Lager. Also trat sie etwas zögerlich auf die Lagerlichtung und hielt sich möglichst im Schatten. Sie humpelte zum Frischbeutehaufen und zog sich eine abgemagerte Spitzmaus heraus, die sie schnell verschlang und dann aus dem Lager eilte. Das wird mir dieser Haufen Fuchsdung von Heilerschüler noch bezahlen!, dachte sie, Er kommt auch noch dran! Bei einer kleinen Lichtung blieb sie stehen und schlug trotz des Schmerzes in der Pfote fauchend auf einen Baumstamm ein. Ihre Krallen gruben Furchen in die Runde und es dauerte nicht lange, bis der Baum wie ein Schlachtfeld aussah. Sie hieb immer weiter und weiter darauf ein und ihre Schläge wurden immer präziser und stärker. Grottenpfote würde keine Chance haben. Aber sie musste trainieren, damit das auch wirklich so war, denn der Heilerschüler war ungewöhnlich stark, dafür dass er so einen Rang hatte. Aber er war ja auch erst Kriegerschüler. Schließlich legte sie sich schwer atmend hin und schloss kurz die Augen. Die Sonne, die auf ihr Fell schien, wärmte sie und ein angenehmes Gefühl breitete sich in ihr aus.

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    Es war einige Zeit vergangen und Tigerjunges und Flüsterjunges waren bald 6 Monde. Außerdem war Herzbrust in die Kinderstube gezogen und würde bald Junge bekommen. Und Wildpfote trainierte nachts an dem Baum. Wildpfote ging, wie jede Nacht, zu der kleinen Lichtung und trainierte. Mittlerweile war der Baum stark zerschrammt. Lange steht der nicht mehr. Schließlich setzte sie sich und atmete stark, doch ihr Atem beruhigte sich schnell wieder. Dieses Training verbesserte nicht nur ihre Kraft, nein, auch ihre Ausdauer und Kondition. Und wenn sie sich manchmal ein bestimmtes Ziel setzte, auf das sie dann einschlug, dann wurde auch ihre Präzision besser. Schließlich stand sie auf und trabte zufrieden zurück ins Lager, als sie in jemanden reinlief. Es war Kastanienpfote, der offensichtlich mal wieder einen Spaziergang machte. Er schlief seit dem Tod seines besten Freundes wohl sehr schlecht und ab und zu - na ja, eigentlich jede Nacht - ging er raus um den Kopf frei zu bekommen oder so was in der Art. “Geh mir aus dem Weg!“, fauchte er, doch seine Stimme klang matt und es lag viel weniger Ärger und Kraft in ihr, als früher. Doch auch das reichte und die Schülerin wieder wütend zumachen und sie erinnerte sich an ihr Versprechen zu sich selbst: Als erstes werden Kastanienpfote und Aschenpfote dran glauben! Sie bäumte sich auf und Kastanienpfote machte sichtlich verwirrt ein paar Schritte zurück. Sie ließ ihre Pfoten auf ihn niedersaußen, dann schleuderte sie ihn mit einem kräftigen Tritt gegen einen Fels. Der Kater sank zu Boden und blieb dort mit seltsam verdrehtem Hals liegen. Tot, schoss es ihr durch den Kopf und sie grinste leicht, Noch einer von diesen Fuchsherzen ist tot! Sie packte den Toten und zerrte ihn hinter sich her, aus dem Territorium. Nahe von diesem war eine Schlucht, wo sie ihn runterwarf. Dann rannte sie ins Lager zurück und legte sich schlafen.
    Am nächsten Morgen wurde sie von lautem Jaulen geweckt. Verschlafen trat sie aus dem Bau und sah Blätterregen, die laut wimmernd etwas zu Buchenstern sagte. Auf einmal wurde Wildpfote von hinten so stark geschubst, dass sie hinfiel und jemand drückte sie zu Boden. Der Atem einer Katze lag auf ihren Ohren und eine Stimme knurrte leise: “Du hast nicht zufällig etwas damit zu tun, Mörderin?“ Ihr Herz schlug panisch schneller und sie hatte Angst, Grottenpfote würde ihr wieder etwas antun. Und obwohl sie genau für den Kampf so sehr trainierte, wusste sie, dass sie eigentlich noch nicht bereit war. Sie spürte, wie Grottenpfote die Krallen ausfuhr, welche sich in ihre Schultern bohrten. Schmerzhaft verzog sie das Gesicht und unterdrückte einen Aufschrei. “Hey, Grottenpfote!“, rief plötzlich jemand und der Heilerschüler lockerte seinen Griff etwas. “Lass sie doch in Ruhe! Hat das letzte Mal nicht gereicht?“ “Lass du mich doch in Ruhe!“, blaffte Grottenpfote, doch plötzlich wurde er von ihr heruntergerissen. Leicht hob Wildpfote den Kopf und sah, wie er wütend davon stapfte. Aus ihren Schultern lief ein wenig Blut und sie wollte es gerade putzen, als sich Pantherpfote neben sie setzte. Sie erstarrte und hoffte, dass er ihr nicht auch etwas tun wollte, doch er sah sie nur freundlich an. “Grottenpfote ist manchmal einfach...“ Er schien nach dem richtigen Wort zu suchen, stattdessen beendete sie seinen Satz: “Ein totales Mäusehirn?“ “Ja, genau.“ Pantherpfote lachte kurz und Wildpfote fühlte sich glücklicher. “Hast du mir eben geholfen?“, fragte sie und setzte sich auf. “Ja, aber nicht der Rede wert.“ “Trotzdem, danke.“ Auf einmal fiel ihr ein, dass sie nie gefragt hatte, ob Grottenpfote wie damals im Wald einfach in Ruhe gelassen hatte oder ob sie jemand gerettet hatte. “Hast... hast du...“, fing sie stotternd an, “Hast du mir auch in Wald geholfen?“ Kurz musterte der schwarz-graue Kater sie dann nickte er. Gerade als Wildpfote sich bedanken wollte, rief Kampfkralle: “He, du mäusehirniger Faulpelz! Beweg dich mal hierher! Pantherpfote, komm auch mit. Schwarzstreif, ich, ihr zwei und Kranichauge gehen jagen!“ “Dann lass uns mal gehen“, meinte Pantherpfote, stand auf und trabte zu den anderen. Die Schülerin hingegen blieb noch kurz sitzen, dann folgte sie den anderen aus dem Lager. Pantherpfote ist nett. Ich dachte immer er wäre gemein zu mir, aber das waren damals wohl nur ein wenig Piesacken als Junge.

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    Sichtwechsel: Pantherpfote

    Kranichauge schubste Wildpfote lachend hin und her und Kampfkralle und Schwarzstreif beobachteten ihn grinsend, als Pantherpfote versuchte sich einzuschalten: “Lasst das doch bitte! Wir müssen weiter jagen!“ “Wir sind doch nicht hier, um zu jagen!“, entgegnete Kampfkralle. “Ach nein?“ Der Schüler schien verwirrt. “Nein“, erwiderte sein Mentor Schwarzstreif, “Kranichauge zeigt dir nur, was du machen musst, um deine Kriegerprüfung zu bestehen.“ Entgeistert starrte er ihn an. “Was! Das will ich aber nicht!“, rief er aus, doch Kampfkralle knurrte: “Jeder muss seinen Platz in Clan finden und sie ist dazu da herumgeschubst zu werden. Und du kannst ein toller Krieger, ja vielleicht sogar Anführer werden, sobald du ihr gezeigt hast, wer hier das sagen hat.“ Pantherpfote schluckte und sah zu Wildpfote. In ihrem Augen spiegelte sich seine eigene Fassungslosigkeit und Angst. Er wollte das nicht tun. Nein, ganz und gar nicht. Aber er wollte um jeden Preis Krieger werden. Aber ist es das wert? Da bemerkte er, dass Wildpfote ihm irgendwelche Zeichen gab und Verstand: Er wollte es tun. Nochmal kurz Luft holen und dann... Während Kranichauge sie festhielt, sprang er vor und versetzte ihr einen Schlag, der sie zu Boden schleuderte. Er schlug noch zweimal auf sie ein, dann gab sie einen lauten Schmerzensschrei von sich, als das Blut aus ihrem Rücken spritzte und sofort hörte er auf. “Du, hör auf zu schreiben, und du, Pantherpfote, nach weiter!“ “Nein!“, sagte er mit fester Stimme und legte sich neben Wildpfote, die ihn überrascht, aber auch dankbar anblickten. Sie hat so wunderschöne Augen... “Was!“, rief Kampfkralle entgeistert, “Das glaube ich ja nicht!“ “Lass uns zurück ins Lager gehen“, schlug Schwarzstreif vor und als die drei Kater davon liefen, warf er seinem Schüler einen missbilligenden Blick zu. “Danke“, flüsterte Wildpfote leise, “Aber das hättest du nicht tun sollen. Vielleicht behandelt man dich jetzt genau so wie mich.“ “Dann ist es eben so. Ich konnte das nicht tun, Wildpfote. Das war zu viel.“ Sie schloss die Augen und lehnte sich leicht an ihn und er konnte ein leichtes Lächeln in ihrem Gesicht sehen. Nun musste auch er leicht Lächeln und legt den Kopf hin. Wildpfotes Atem wurde gleichmäßiger und ruhiger, was ihm zeigte, dass sie schlief. Sanft legte er sie auf dem Boden auf und beschloss, erstmal zu jagen. Er fing eine Amsel und machte sich auf den Rückweg. Kann es sein, dass ich in sie verliebt bin?, fragte er sich und als er zurück auf die Lichtung kam und sah, wie sie leise gähnend den Kopf hob, konnte er sich die Frage selbst beantworten: Ja. Er legte die Amsel vor ihr ab und forderte sie auf, zu essen. Dies tat sie auch und dann liefen sie - die Schülerin an seine Schulter gestützt - zurück ins Lager. Ohne auf die abfälligen Kommentare der anderen zu achten, brachte er sie in den Heilerbau und legte sie in ein Nest. Goldsee nickte ihm kurz zu, dann fing er mit der Behandlung an. Pantherpfote verließ den Bau und hörte auf einmal Buchenstern: “Alle Katzen, die alt genug sind, ihre eigene Beute zu sammeln, fordere ich auf, sich hier, unter dem Schlangenfels, zu einem Clantreffen zu versammeln!“ Pantherpfote schluckte. Werde ich jetzt zu so was wie einem Diener, anstatt zu einem Krieger ernannt? Und obwohl es diesen Rang nicht mal gab, bohrte sich die Angst mit jedem Schritt, den er auf den Schlangenfels zumachte, immer mehr in seine Brust.

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    “Pantherpfote, trete jetzt vor!“ Alle Katzen hatten sich versammelt und mit zittrigen Schritten lief er vor. “Du hast dich zwar geweigert, deine Aufgabe zu erledigen und deinem Mentor die Stirn geboten, doch damit hast du ein großes Herz und viel Mut bewiesen! Deshalb werde ich dich zum Krieger ernenne!“ Überrascht riss er den Kopf hoch. Ich dachte, ich werde bestraft oder so was! Er konnte es kaum fassen! “Pantherpfote, versprichst du dich das Gesetz der Krieger zu ehren und deinen Clan zu schützen, selbst wenn es dein Leben kostet?“ “Ich verspreche es!“ “Und schwörst du“, Buchenstern's Stimme war scharf und Pantherpfote schluckte. “Dass du dich auch an meine Gesetze halten wirst?“ Er warf einen Blick zum Heilerbau. Ihre Gesetze waren
    Wildpfote ist so etwas wie ein Diener
    Wildpfote ist ein nutzloses Mäusehirn
    Wildpfote darf sich nie wehren
    Man darf mit Wildpfote alles machen

    Alle hatten damit zu tun, dass Wildpfote mäusehirnig war. Als er zögerte fragte sie mit schneidender Stimme nach: “Schwörst du es?“ “Ich schwöre es...“, antwortete mit leiser Stimme, doch das genügte Buchenstern und sie nickte zufrieden. “Dann gebe ich dir mit der Kraft des SternenClans deinen Namen! Pantherpfote, von nun an sollst du Pantherschlag heißen! Wir ehren deinen Mut und deinen Kampfgeist!“ “Pantherschlag! Pantherschlag!“ Die Katzen umringten und beglückwünschten ihn, doch er konnte nicht glauben, was er gerade geschworen hatte. Ich kann ihr doch niemals wehtun!

    Zeitsprung: 1 Mond später
    Sichtwechsel: Wildpfote


    Wildpfote schlug wieder wütend auf den Baum ein. Wieso machte Pantherschlag so etwas! Wieso? Erst war er so freundlich zu ihr, aber kaum war er Krieger behandelte er sie, als wäre sie Luft! Er war halt nicht anders als alle anderen! Und kurz hatte ich gedacht, dass ich einen Freund gefunden hätte! Hinter ihr knackte ein Zweig und sie wirbelte herum. “Kranichauge“, zischte sie, als sie dem Kater in die Augen sah. Er betrachtete den Baum. “Was soll das hier sein? Ein Trainingsplatz?“, seine Stimme klang spöttisch, “Los, geh lieber zurück in dein Nest!“ Wildpfote kniff die Augen zusammen und fauchte: “Geh du lieber ganz schnell zurück ins Lager!“ Er sich erschrocken einen Schritt zurück und Wildpfote sprang vor. Sie riss ihn von den Pfoten und trat ihm in den Bauch. Dann packte sie ihn am Nacken und schleifte ihn, trotz seiner Zappeleien, zum Donnerweg. Sei wartete bis eines von diesen Transport-Monstern langsam vorbeifuhr, holte Schwung und warf den, mittlerweile kraftlosen Kater hinten auf den langen Rücken des Monsters, wo er anscheinend keuchend liegen blieb. Sie lächelte und drehte sich zufrieden um, als Pantherschlag hinter ihr stand. Er starrte sie fassungslos an, dann wirbelte er herum und raste Richtung Lager, Wildpfote dicht hinter ihm. Plötzlich blieb er auf einer Lichtung stehen und sah sie aus seinen dunkelblauen Augen kalt an. Seine Stimme war leise, aber fest, als er sagte: “Du bist anders. Anders als die Kätzin, die ich so mochte. Du bist....“ Seine Stimme brach, doch seine Augen waren noch genauso kalt. Dann lief er langsam weiter. Wildpfote holte ihn ein und fragte: “Wirst es jemandem erzählen?“ “Nein“ Mehr sagte er nicht. Dann kam schon das Lager in Sicht und sie ließ sich zurückfallen. Ich sollte kein schlechtes Gewissen haben!
    Am nächsten Morgen wurde sie von dem neu ernannten Schüler Tigerpfote wachgerüttelt. “Kampfkralle will mit dir in den Wald.“ Wildpfote knurrte genervt, doch Tigerpfote wich nicht zurück. Er sah sie fröhlich an und Wildpfote lächelte jetzt freundlich. Während seine Schwester und seine Mutter sie, wie alle anderen, als Mäusehirn behandelten, war er immer freundlich zu ihr. “Danke, Tigerpfote.“ Sie setzte sich auf und putzte sich schnell. Dann trabte sie aus dem Bau. Grottenpfote warf ihr einen bösen Blick zu, kam näher und zischte: “Man hat Kranichauge's Spur bis zum Donnerweg verfolgt, dort hört sie auf. Als wäre er auf ein Monster gesprungen.“ Wildpfote sah ihn kurz an, dann lief sie schnell zu ihrem Mentor. Pantherschlag stand bei ihm und der Zweite Anführer erklärte: “Wir werden Kampftraining machen. Pantherschlag ist nur als Unterstützung dabei. Also los!“ Sie folgte den beiden aus dem Lager und sah immer wieder zu Pantherschlag. Und wenn er doch etwas verrät?

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    Sichtwechsel: Grottenpfote

    Grottenpfote lief hinter seinem Mentor zum Mondteich, wo sie sich mit dem SternenClan die Zunge gaben. Doch gerade als er seine Schnauze zum Wasser senken wollte, rief Goldsee: “Warte! Ich denk, du bist bereit deinen Namen zu erhalten!“ Die Augen des Schülers begannen zu leuchten und Goldsee sprach weiter: “Grottenpfote, versprichst du unsere Gesetze zu achten und jede Katze zu heilen, egal ob aus dem Clan oder nicht?“ “Ich verspreche es!“ “Dann sollst du von nun an Grottenmond heißen!“ Grottenmond reckte stolz den Kopf. Er war jetzt vollwertiger Heiler!

    Sichtwechsel: Pantherschlag

    Pantherschlag prüfte kurz die Luft, als er den Gestank eines Fuchses wahrnahm. Er wirbelte herum und wollte es den anderen zwei zurufen, als der Fuchs plötzlich aus dem Gebüsch brach und sich auf ihn stürzte. Pantherschlag wurde von ihm zu Boden gedrückt und warf den Kopf herum, um seine Kehle zu packen, doch der Fuchs war schneller und gab ihm einen Schlag auf die Schnauze. Er zerkratzte den Rücken des Katers, der versuchte sich zu befreien. Als er sah, dass Wildpfote von einem weiteren Fuchs angegriffen wurde und Kampfkralle nur schadenfroh grinsend daneben stand, sammelte er seine ganze Kraft, bäumte sich auf und warf den Fuchs ab. Er drehte sich auf den Hinterbeinen und schlug mit ausgefahrenen Krallen auf den Bauch des Tieres ein, dann raste er zu Wildpfote, die mit dem Fuchs rang, jedoch eindeutig schwächer war. Er versetzte dem Fuchs einen Tritt mit den Hinterbeinen und schleuderte ihn so ein Stück weit. Wildpfote blieb kurz keuchend liegen, dann sprang sie auf. Pantherschlag wandte sich an den Zweiten Anführer: “Helf doch auch mal mit!“ Doch ein schmerzerfülltes Jaulen ließ ihn herumfahren. Wildpfote lag stark blutend auf dem Boden hinter ihm und er wusste sofort was passiert war. Sie hat sich vor mich geworfen, damit der Fuchs nicht mich angreift! Ohne weiter auf Kampfkralle zu achten, schob er den Körper der kraftlosen Kätzin unter sich, stand auf und stolperte so schnell es ging ins Lager. Immer wieder murmelte er: “Bleib wach, Wildpfote! Du darfst nicht sterben!“

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    Zeitsprung: Ein paar Tage später
    Sichtwechsel: Buchenstern

    Buchenstern rief alle Katzen zu einer Versammlung ein und gestand widerstrebend: “Vor ein paar Tagen hat sich Wildpfote mutiger Weise einem Fuchs gestellt um einen unserer Krieger zu schützen und das hat eine Belohnung verdient! Wildpfote, bitte tritt vor!“ Die Kätzin lief langsam vor und Buchenstern fuhr fort: “Wildpfote, versprichst das Gesetz der Krieger zu achten und deinen Clan zu schützen, selbst wenn es dein Leben kostet?“ “Ich verspreche es.“ “Dann heißt du jetzt Wildfang!“ “Wildfang! Wildfang!“ Die Rufe kamen zögerlich und es riefen auch nicht viele diesen Namen. Buchenstern selbst sprang vom Felsen und trabte ohne weitere Umschweife zu Schwarzstreif. “Lass uns einen Spaziergang machen.“ Ihr Gefährte stimmte zu und sie liefen gemeinsam aus dem Lager. “Wieso hast du sie denn zur Kriegerin gemacht?“, wollte er schließlich wissen. “Ich hätte sie ja nicht ihr ganzes Leben Schülerin bleiben lassen können.“ Schwarzstreif brummte nur kurz zustimmend.

    Sichtwechsel: Wildfang
    Stolz reckte die junge Kriegerin den Kopf, doch es kamen nur wenige um sie zu beglückwünschen. Dämmerwolke und Goldsee kamen als erstes zu ihr, gingen aber kurz darauf wieder. Dafür sprang Tigerpfote zu ihr und schnurrte fröhlich: “Jetzt bist du Kriegerin! Bestimmt erlebst du jetzt viele aufregende Sachen!“ “Ja, bestimmt“, ertönte eine andere Stimme und Pantherschlag kam dazu. “Wildfang, kann ich mit dir reden? Allein?“, fügte er mit einem Blick auf Tigerpfote hinzu. Wildfang neigte zustimmend den Kopf und lief aus dem Lager, dicht gefolgt von Pantherschlag. “Also, was gibt's?“, wollte sie wissen und Pantherschlag erklärte: “Es ist nur... ich habe mich noch gar nicht richtig dafür bedankt, dass du mich vor dem Fuchs gerettet hast.“ Sie blinzelte und legte leicht den Kopf schief. “Keine Ursache.“ “Und es tut mir leid.“ Abrupt blieb sie stehen und sah ihn verwirrt an. “Was tut dir leid?“ Auch er blieb nun stehen und blickte auf seine Pfoten. “Dass ich so kalt zu dir war, in der einen Nacht.“ “Du hattest allen Grund dazu“, flüsterte sie, “Ich habe etwas schreckliches getan.“ “Darf ich dich was fragen? Es ist auch nicht schlimm, wenn du nicht drauf antwortest.“ Sie nickte nur stumm und er stellte seine Frage: “Hattest du auch etwas mit dem Tod von Aschenpfote und Kastanienpfote zu tun?“ “Ja.“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein leises Hauchen und sie wagte es kaum hoch zu sehen. Sie hatte Angst, was sie in den Augen von Pantherschlag sehen könnte. Doch schließlich hob sie den Blick und in seinen Augen stand vieles. Verwirrung. Mitgefühl. Doch nichts in der Art, wie Wut oder Verachtung. Er strich ihr kurz mit dem Schweif über den Rücken und blickte dann in den Himmel. Auch Wildfang blickte in den Himmel und fragte mit brüchiger Stimme: “Hasst du mich jetzt?“ “Hassen?“ Er klang entsetzt und Wildfang sah ihn wieder an. “Ich würde dich nie hassen, Wildfang!“ Erleichterung machte sich in ihr breit und sie flüsterte: “Gut.“ “Also...“, fing er unsicher an, “Da gibt es noch etwas, das ich dir sagen muss.“ Nervös trat er von einer Pfote auf die andere, als er fort fuhr: “Ich... Wildfang, ich liebe dich.“ Wildfang blieb der Mund offen stehen. Meint er das ernst? Liebt er mich wirklich? “Wirklich?“, fragte sie leise nach und er nickte. Ihr Herz machte einen Sprung und sie schnurrte. “Ich liebe dich auch, Pantherschlag!“ Auch er schnurrte, doch plötzlich sprang jemand aus dem Gebüsch und starrte sie mit funkelnden Augen an. Es war.... Buchenstern! “Ich habe alles gehört!“, fauchte sie, “Du hast zwei gute Schüler und einen meiner besten Kriege umgebracht!“ Ihre Augen fixierten Wildfang die sich ängstlich zusammenkauerte und Buchenstern anstarrte. “Aber...“ “Ich will nichts von dir hören! Pantherschlag, bring sie ins Lager! Und macht ja nichts Mäusehirniges!“ Ihre Augen waren zu Schlitzen geworden und sie drehte sich um und stapfte Richtung Lager. Voller Angst sah Wildfang zu Pantherschlag, der sie sanft anstupsen und Fell an Fell liefen sie zum Lager. Was passiert jetzt mit mir?

    13
    Sichtwechsel: Pantherschlag
    Pantherschlag saß im Lager und sah nervös zu Buchenstern hoch, während Wildfang sich an ihn drückte. “Ich habe eine wichtige Ankündigung zu machen!“, rief die Anführer in und fixierte Wildfang, “Es hat etwas mit den Toden von Aschenpfote, Kastanienpfote und Kranichauge zu tun! Es waren keine Unfälle, nein! Eine Katze dieses Clans hat sie umgebracht!“ Erschrocken schnappten die Katzen nach Luft und Rufe hallten durch das Lager. “Wer tut denn so was?“ “Wieso!“ “Wer war es?“ “Es war Wildfang!“ Alle Blicken richteten sich auf Wildfang, einige entgeistert, einige wütend. “Wir werden sie bestrafen! Erst darf jeder sie ein paar Mal schlagen, dann wird sie verbannt. Pantherschlag, da du ihr nicht direkt geholfen hast, würden wir dich verschonen. Allerdings nur, wenn du dieser Verräterin auch ein paar Schläge versetzt.“ Er erstarrte, schüttelte aber ohne zu Zögern den Kopf. “Niemals!“ Zu Wildfang flüsterte er: “Komm, lass uns schnell verschwinden.“ Sie nickte und die beiden drehten sich rum und rannten zum Ausgang, doch während Pantherschlag durch kam, prallte Wildfang gegen Grottenmond, der sie auftauchte und mit einem Schlag durch das halbe Lager schleuderte. Er lief auf sie zu, um sie erneut anzugreifen, aber Pantherschlag sprang mit einem großen Satz auf seinen Rücken und riss ihn zu Boden. Mit den Zähnen in seinem Nacken und den Krallen seine Flanken aufreisend, rollten sie über den Boden. Als er sah, dass Wildfang sich durch die Katzen zum Lagerausgang gekämpft hatte, ließ er ab und raste schnell zu ihr. Pelz an Pelz preschten sie durch den Wald und raus aus dem Territorium. Erst seit entfernt kamen sie keuchend zum Stehen und die beiden blickten zurück Richtung Territorium. Ob wir es wirklich zum letzten Mal sehen werden?

    Sichtwechsel: Wild
    Wild lag in der Höhle, in der sie und Panther schliefen und wartete darauf, dass ihr Gefährte von der Jagd zurückkam. Sie leckte sich ein paar Mal über den stark angeschwollenen Bauch, da kam Panther mit einem großen Kaninchen und legte sich neben sie. Schnurrend sah er sie aus warmen Augen an und flüsterte: “Die Jungen werden wunderschön sein“ Auch Wild schnurrte und gemeinsam aßen sie das Kaninchen. Obwohl das Leben als Einzelläufer hart war, war Wild freier denn je und solange Panther an ihrer Seite war, würde sie nie wieder so etwas tun, wie damals im Clan. Nie wieder würde sie unnötig Blut vergießen. Und sie konnte sich nicht erinnern, jemals so glücklich gewesen zu sein, wie in diesem Moment, als sie sich leicht an Panther lehnte und langsam einschlief. Das war ihr neues Leben.

    14
    Zeitsprung: Ein paar Tage später
    Wild ließ erschöpft den Kopf auf den Boden sinken und Panther fuhr ihr mit der Zunge sanft über den Kopf und schnurrte: “Du hast es geschafft, Wild. Die Jungen sind da.“ Auch Wild schnurrte schwach und betrachtete die vier kleinen Fellkugeln, die sich an ihren Bauch drängten. “Wie wollen wir sie nennen?“, fragte sie ihren Gefährten, der ihr antwortete: “Wie wäre es damit: Du suchst die Namen von den beiden Katern aus und ich die von den beiden anderen?“ Wild nickte zustimmend und Panther deutete auf eine schwarze Kätzin, die leicht bräunlich schimmerte und einen weißen Bauch hatte. “Wie wäre es mit Dark?“ “Hört sich schön an. Und der schwarz-rotbraun getigerte Tiger.“ Er nickte und sah dann die schneeweiße, kleine Kätzin an. “Sie soll Ice heißen.“ “Und er Flame.“ Sie nickte zu dem rot-schwarz-weiß melierten Kater. Panther schnurrte zufrieden und Wild legte ihren Kopf an seinen. “Sie werden die wunderbarsten Katzen aller Zeiten.“ “Ganz bestimmt“, stimmte sie zu und sah Panther liebevoll an. Sie hatten jetzt eine Familie.





    ENDE
    Oder doch nicht?

    15
    Und hier geht es zur Fortsetzung:

    http://www.testedich.de/quiz38/quiz/1449516733/Erbe-der-Eltern

Kommentare Seite 3 von 3
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Eisblatt ( von: Eisblatt )
Abgeschickt vor 123 Tagen
ICH.BIN.SPRACHLOS!!!!!!!!!!!!!!!!
Das ist mit abstand die BESTE Geschichte, die ich auf TD je gelesen habe!!!!!!!! Dein Schreibstil ist fantastisch und man kann sich wahnsinnig gut in die Figuren hineinversetzen! Ich habe sofort angefangen den Clan(bis auf Wildfang, Pantherschlag und Tigerpfote) zu hassen!^^
Ich werde jetzt sofort auf die Fortsetzung klicken, aber eine Frage habe ich noch(hoffentlich wird sie nicht in der Fortsetzung beantwortet, sonst musst du mir nämlich nicht antworten, und es wäre mir eine Ehre, wenn du mir antworten würdest^^) Warum hassen alle Wildpfote so?

Hochachtungsvoll, deine
Eisblatt!
geifer_ ( von: geifer_ )
Abgeschickt vor 157 Tagen
Die Schönste Geschichte allerzeiten! Man sieht das du dir richtig viel Mühe gegeben hast!!!!! ;D
Schneesturm ( 62254 )
Abgeschickt vor 192 Tagen
Coole Geschichte !😀 Aber warum mag niemand Wildpfote?
Wildpfote ( 21617 )
Abgeschickt vor 236 Tagen
Vielen Dank an euch. Es freut mich wirklich, wenn jemand die Geschichte liest und es ihm so gefällt :D
Silberteich ( 57836 )
Abgeschickt vor 239 Tagen
Wow, richtig tolle Geschichte! Du Fortsetzung lese ich AUF JEDEN FALL!!!
Apfelherz ( 04673 )
Abgeschickt vor 393 Tagen
Ganz großes Lob an Wildpfote! Die Story ist super!
Blattschweif&co ( 87298 )
Abgeschickt vor 436 Tagen
@Wildpfote: Toll! :D Werde es mir lesen
Wildpfote ( 16020 )
Abgeschickt vor 449 Tagen
@Blattschweif es gibt eine Fortsetzung ;) sie heißt Erbe der Eltern
Blattschweif&co ( 99066 )
Abgeschickt vor 459 Tagen
Beende die Geschichte doch nicht jetzt !!!DDD:



BITTE WEITER D:
Haselkristall ( 92116 )
Abgeschickt vor 476 Tagen
Wildi, Tanni hat dein Bild fertig! ;)
Wildpfote ( 79347 )
Abgeschickt vor 477 Tagen
Danke!
Und ja, Zufall :D
Krallenflug ( 92813 )
Abgeschickt vor 477 Tagen
Hab deine Ff erst jetzt gelesen und sie ist echt gut ;)
Und okay, es ist nur blöd, woe gesagz.. naja, Zufall :D
Wildpfote ( 79347 )
Abgeschickt vor 477 Tagen
Ich hab den Namen nirgends her, ich hab ihn mir selbst überlegt. Aber eigentlich ist das hier auch keine FF für Steckis. Haselkristall durfte es nur, weil sie meine aktivste Leserin ist ;)
Krallenflug ( 92813 )
Abgeschickt vor 477 Tagen
Mann! Warum wird mein Lieblingsname immer wieder benutzt?!? *schluchz* Magst du mir verraten, woher du den Namen Krallenflug hast? Ich hasse es, mich irgendwo anzumelden und dann gibt es schon eine/einen mit meinem Namen :"( ;)
Haselkristall ( 19032 )
Abgeschickt vor 477 Tagen
Danke!!!!! :DDDDDDDDDDD
Wildpfote ( 79347 )
Abgeschickt vor 477 Tagen
Werd ich einbauen ;)
Haselkristall ( 68775 )
Abgeschickt vor 477 Tagen
Danke!

Alsoooo....

Name: Haselkristall (früher als Streunerin Hasel)
Alter: 36 Monde
Geschlecht: weiblich
Rang im Clan: Kriegerin
Aussehen: normalgroße, leicht muskulöse Kätzin mit hellbraunem Fell und feuerrotem Bauch, blaue Augen
Charakter: klug, freundlich, aufbrausend, kühl, mutig, wild, frech
Stärken: jagen, klettern, kämpfen
Schwächen: rennen, schwimmen, tauchen
Besonderheit: sie kennt einige der wichtigsten Heilkräuter
VERGANGENHEIT: sie lebte mit ihrer Mutter Wolke und ihrem Bruder Fleck in einem kleinen Wald. Dort war ihr Vater gestorben, als Hasel noch seht klein war. Sie wollte den Ort nicht verlassen, doch dann kamen Zweibeiner und zerstörten das Leben der Familie. Bei der Flucht verloren sich Hasel und ihre Mutter und ihr Bruder. Hasel war lange Zeit in der Nähe des alten Zuhauses gewesen, fand ihre Familie aber nicht. Irgendwann entdeckte sie den halb verwesten Leichnam ihres Bruder
Wildpfote ( 33485 )
Abgeschickt vor 478 Tagen
Ich hab mal was kleines zwischen rein geschoben. Hier ist der Link:
http://www.testedich.de/quiz38/quiz/1449510997/Blumenkralle-erzaehlt-Geschichten
Wenn mir genug Sachen einfallen, schreibe ich daran ein wenig, aber die, ich sage mal “Hauptpriorität“ hat die Fortsetzung von der Geschichte hier ;)
Wildpfote ( 33485 )
Abgeschickt vor 478 Tagen
Ja klar, kannst du machen!
Wenn du willst, kannst du auch einen Winschgefähten aus der FF dazu schreiben, vielleicht lässt es sich ja einrichten ;P
Haselkristall ( 49049 )
Abgeschickt vor 478 Tagen
Ja, hoffentlich kommt sie bald raus!

Ich hoffe ich darf mal fragen.............

Kann ich meinen Steckbrief schicken und mitmachen?
Ich fände es schön wenn du mich mal vorkommen lassen würdest, aber wenn du nicht möchtest, verstehe ich das. Dann warte ich mal auf die Antwort und die Fortsetzung.