Deine Twilight -Lovestory

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1 Kapitel - 9.721 Wörter - Erstellt von: Granger99 - Aktualisiert am: 2015-10-31 - Entwickelt am: - 2.467 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

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    Info: Ich bin Cathy, ich lebe in Forks, weil ich eine Sonnenallergie habe und meine Eltern mir zu liebe an einen verregneten Ort gezogen sind. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Ich lebe gerne zurückgezogen, kann nicht gut mit Menschen umgehen. Ich bin einfach nicht gerne in ihrer Nähe, keine Ahnung wieso. Da meine Eltern mir Privatunterricht geben, habe ich hier keine Freunde. Nur ab und zu treffe ich mich mit Bella, da sie meine Nachbarin ist und sie wirklich in Ordnung ist. Nicht so aufdringlich und hyperaktiv. Ja...das bin ich. Nicht so spannend ich weiß.

    Hier kommt deine Geschichte:

    "Hey Charlie, ist sie da?", fragte ich Bellas Vater, um mich nach ihr zu erkundigen. Ich wollte mal wieder mit ihr quatschen, was wirklich selten vorkommt. Er schüttelte den Kopf. "Sie ist mal wieder mit diesem Edward unterwegs". Er hörte sich mürrisch an und schaute an mir vorbei in die Ferne. "Schade", murmelte ich, lächelte ihn zum Abschied an und ging wieder rüber, nach Hause. Die Tür fiel ins Schloss und sofort kam meine Mutter in den Flur. "Wolltest du nicht was mit Bella machen?" "Sie ist nicht zu Hause", antwortete ich und ging wortlos an ihr vorbei, die Treppe hoch in mein Zimmer. Es ist in einem dunklen Lila-Ton gestrichen. Ein großes Fenster erleuchtet den Raum und transparente weiße Vorhänge bedeckten es. Links davon stand mein Bett. Es war groß, zwei Leute hatten mindestens Platz und meine schwarze kuschelige Bettwäsche machte es komplett. Ich warf mich drauf und starrte an die weiße Decke. Ich griff nach rechts zu meinem kleinen Nachttisch und umfasste meinen MP3-Player. Ich nahm die Kopfhörer und spielte etwas von Pink Floyd ab. Dabei schloss ich die Augen und vergaß die Welt um mich herum. Es gibt einfach nichts Schöneres als das. Doch plötzlich kam meine Mutter ins Zimmer. "Hey Schatz, ich will nicht lange stören, du hast Post gekriegt", sagte sie, lächelte und überreichte mir den Brief. Ich lege den MP3-Player beiseite und umfasste die Karte. Sie war hell gestaltet. Bevor ich sie las, sah ich meine Mutter auffordernd an. Sie stöhnte und verließ mein Zimmer. Dann fing ich an zu lesen. Ich konnte es nicht glauben. Bella würde heiraten. Edward! Sie ist doch erst 18...Die müssen aber verliebt sein, ging es mir durch den Kopf. Doch dann wurde dieser Gedanken durch einen neuen ersetzt. Einen schönen Gedanken, der mich lächeln ließ. Anscheinend war ich ihr so wichtig, dass sie mich auf ihre Hochzeit einlädt. Sofort stand ich auf und lief ins Wohnzimmer. Meine Eltern saßen auf der Couch und schauten sich einen Katalog eines Möbelhauses an und stritten sich über die Farbe eines neuen Küchenschrankes. "Mum, Dad, Bella hat mich auf ihre Hochzeit eingeladen", rief ich und lächelte erwartungsvoll. "Bella? Bella Swann?", fragte mein Vater ungläubig. Ich nickte heftig und war gespannt wie sie reagieren würden, dass ich eine wirkliche Freundin habe. "Ist sie nicht etwas jung?", fragte er weiter. Ich rollte mit den Augen. "Ist doch egal Dad! Ich bin eingeladen", betonte ich noch einmal. "Das ist schön Schatz. Bella ist wirklich nett, ich finde es toll, dass ihr euch so gut versteht und sie dich eingeladen hat", strahlte meine Mutter. "Wo findet sie denn statt?", fuhr sie fort. Gute Frage, ich schaute noch einmal auf die Einladung. Bei den Cullens. Im Wald. Ich war dort noch nie. Überhaupt, ich kenne dort doch niemanden. Was soll ich denn da? Plötzlich war ich nicht mehr so glücklich darüber. "Bei den Cullens", antwortete ich stumpf und ging wieder hoch. Plötzlich hörte ich eine Autotür. Dieses Geräusch war unverwechselbar. Das war die Autotür von Bellas alten Truck. Sofort rannte ich wieder runter, nach draußen. "Hey Bella", rief ich und sie drehte sich zu mir um. "Hey Cathy", gab sie zurück und umarmte mich. "Hast du die Einladung erhalten?", fragte sie aufgeregt. "Ja, was das angeht...Ich habe mich gefreut, aber ich werde nicht kommen", antwortete ich und hoffte, dass sie nicht weiter nachhaken würde, was natürlich völlig unmöglich war. "Wieso nicht?" "Naja, ich kenne dort niemanden, ich kenne nicht mal Edward, nur dich und vielleicht Charlie, was soll ich denn dann da?", murmelte ich vor mich hin und starrte dabei auf den Boden. Ich konnte mir Bellas 'Das-ist-doch-nicht-dein-Ernst-Blick' genau vorstellen. "Ach Cathy! Natürlich kommst du. Wie gesagt du kennst Charlie. Du kennst mich. Und ich habe auch Freunde aus unserer Schule eingeladen. Die sind auch in deinem Alter und werden dich sicher mögen. Und Edward hat auch noch Geschwister! Alice zum Beispiel. Sie ist wirklich nett und offen. Mach dir darüber keine Gedanken ja?", sagte sie und hob mein Kinn etwas an. Ich schaute in ihre zuversichtlichen Augen, welche mir etwas Sicherheit gaben. Letzt endlich ließ ich mich doch überreden, ganz zur Freude von Bella und meinen Eltern.
    Ich war jetzt schon aufgeregt und trauerte um jeden Tag der verging, da somit die Hochzeit immer näher kam. Und letztlich war es so weit. Ich wachte schon früh auf. Aufgeregt drehte ich mich im Bett von der einen auf die andere Seite, bis ich es nicht mehr aushielt. Ich erhob mich und öffnete meinen Kleiderschrank. Dort hingen viele Kleider, die mir meine Eltern schenkten, damit ich mal mit Freundinnen ausgehen konnte. Dazu kam es natürlich nie, deshalb waren sie alle ungetragen. Heute sollte sich das ändern. Bis zur Hochzeit waren es zwar noch ein paar Stunden, doch ich probierte jetzt schon alle möglichen Kombinationen von Kleidern, Schuhen, Schmuck, Frisur und einer ungefähren Vorstellung des Make-Ups aus. Nach zwei Stunden stand dann das Outfit. Ich betrachtete mich im Spiegel. Ich sah ein kleines unsicheres Mädchen in einem dunkelgrünen Kleid, was eng anlag und ab der Taille abwärts etwas ausgestellt war. Dazu schwarze High-Heels und goldenen Schmuck. Meine Haare habe ich mir grob hinten hochgesteckt, später würde ich es natürlich richtig machen. Und mit etwas Fantasie sah ich auch schon das perfekte Make-Up vor mir. Gegen Mittag gab ich dem Outfit den letzten Schliff und betrachtete mich abermals im Spiegel. Doch mit jeder Sekunde gefiel ich mir weniger. Ich wollte das Kleid schon wieder ausziehen, als meine Mutter reinplatzte und hinter mir stehen blieb. "Du siehst wunderschön aus mein Engel", flüsterte sie und gab mir einen Kuss auf den Hinterkopf. Ich drehte mich zu ihr um und fiel ihr in die Arme. "Ich bin so nervös Mum", murmelte ich. "Ich weiß, aber das wird schon. Du bist doch meine Tochter. Du machst das schon", antwortete sie und strich mir beruhigend über den Rücken, Sie wusste, wie es mir ging. Früher war sie selber schüchtern und verschlossen und war auch nervös vor größeren Veranstaltungen mit vielen Menschen. Ich drückte mich von ihr weg und lächelte sie so selbstbewusst wie ich konnte an. Wir gingen die Treppe runter und dort stand schon mein Dad, bereit mich zu den Cullens zu fahren. "Hübsch", grummelte er und öffnete die Haustür. Draußen atmete ich erstmal die frische klare Luft ein und verabschiedete mich dann von meiner Mutter. Vorsichtig stieg ich in das Auto, um mein Outfit nicht zu gefährden. Etwa eine Viertelstunde fuhren wir stillschweigend durch Forks, immer weiter in den Wald hinein. Mit jedem Meter wurde ich nervöser. Vom Weiten war ein helles Licht zu erkennen. Langsam sammelten sich die Autos die am Straßenrand parkten und die Leute, die gut gekleidet in die Richtung liefen, aus der das Licht stammt. Mein Vater fuhr rechts ran und stellte den Motor ab. "Na dann...Pass auf dich auf und lass dich nicht blöd anquatschen ok?", sagte er besorgt. Ich musste lachen und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Ich stieg aus und ging ebenfalls auf das Licht zu. Je näher ich kam, desto genauer wurde das Bild. Überall Lichterketten, Baumstämme als Bänke, kleine Tische mit weißen Decken, Blumen überall. Es sah wunderschön aus. Beeindruckt lief ich unter den Girlanden und großen Weiden her. Plötzlich lief ich in jemanden hinein. Sofort entschuldigte ich mich und schaute hoch. Es war eine junge Frau, in meinem Alter ungefähr, mit kurzen schwarzen Haare und einer faszinierenden Augenfarbe. Sie schaute mich wirklich böse an, was mich dazu brachte, mich noch einmal zu entschuldigen. Sie musterte mich und ging an mir vorbei. Na toll. Das fing ja gut an. Betreten stellte ich mich in eine Ecke und schaute nach unten, so wie ich es immer tat, wenn ich nervös war. "Hallo, ich bin Edward Cullen, du musst Cathy sein oder?", fragte mich jemand, der mir sofort die Hand hinhielt. Ich ergriff sie und murmelte: "Ja, das bin ich. Und du musst der Bräutigam sein schätz ich" und lächelte ihn freundlich an. "So ist es", kicherte er. Auch er hatte diese seltene Augenfarbe. Bevor ich ihn genauer betrachten konnte, kam ein weiterer Junge hinzu. Auch er hatte diese Augenfarbe. "So Bruder, ich würd' sagen, du bewegst dich mal Richtung Altar, sonst kommst du noch zu spät zu deiner Hochzeit", lachte er und stieß Edward in die Seite. "Ist ja gut Jasper, ich gehe ja schon! Viel Spaß noch", sagte er zu mir und ging. Jasper blieb bei mir stehen, was mich wieder sehr nervös machte. Er sah unglaublich aus. Seine blasse Haut, die geheimnisvollen Augen, seine Statur, sein Wesen. Er wirkte ruhig, aber doch humorvoll, gesittet, aber nicht spießig. So anders...Er musterte ich und lächelte schwach. Er machte Anstalten zu gehen, doch das wollte ich nicht. "Hey ich bin Cathy", brach es aus mir heraus. "Ich bin Jasper", gab er zurück und gab mir die Hand. Sie war ganz kalt. Dabei war es doch gar nicht so kalt heute. "Es ist mir eine Ehre, dich kennen zu lernen", fuhr er fort. Ach du liebe Zeit, damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Hitze schoss mir in die Wangen, ich wusste nicht, was ich sagen sollte. "Ähm, die Freude...ist ganz meinerseits", stammelte ich und kam nicht von seinen Augen los. "Du bist eine Freundin von Bella?" "Ja, wir sind Nachbarn", antwortete ich mit einer unnatürlich hohen Stimme. "Wieso habe ich dich noch nie zuvor gesehen? Oder gehst du im Reservat zur Schule?, fragte er. Die zweite Frage fragte er schon etwas distanzierter und kühl. "Nein nein, meine Eltern geben mir Privatunterricht, ich bin nicht oft draußen, oder unter Leuten. Vermutlich hast du mich deshalb nicht gesehen". Er wurde wieder entspannter. Was er wohl gegen das Reservat hatte? Zum Glück gehe ich dort nicht zur Schule, sonst hätte ich jetzt bestimmt verspielt. "Privatunterricht..okay. Dann kennst du hier sicher nicht viele Leute, wenn du kaum unter Menschen bist", nahm er an. Toll, jetzt denkt er, dass ich total langweilig und schüchtern bin. Bin ich ja auch, aber ich will nicht dass er so denkt. Naja, wenn wir schon mal bei der Wahrheit sind..."Ich wollte auch erst nicht kommen, eben will ich hier niemanden kenne außer Bella und Charlie. Bis eben kannte ich nicht mal Edward", lachte ich etwas nervös. "Jetzt kennst du ja mich", lächelte er freundlich und warm. "Ja", war alles was ich herausbrachte. Schweigen kam auf, aber es war nicht unangenehm. Ich versank schon wieder in seinen Augen. Plötzlich stand das schwarzhaarige Mädchen neben ihm, welches ich zu Beginn angerempelt habe. "Kommst du Jas? Es geht gleich los", fragte sie und ergriff seine Hand. Es wirkte so, als würde er aus einer Art Trance aufwachen und drehte sich zu seiner offensichtlichen Freundin. Das stimmte mich sofort traurig und ließ mich wieder auf den Boden starren. "Ähm ja ich komme Alice", murmelte er und folge ihr zu einer Bank in der vordersten Reihe. Mich beachtete sie gar nicht. Was hatte sie nur gegen mich. Alice...Meinte Bella nicht, dass Alice so nett sei? Naja, vielleicht kommt das ja noch. Ich setzte mich zwei Reihen hinter die beiden und beobachtete, wie Alice fest Jasper's Hand umklammerte und sie ihn verliebt ansah. Hm..die müssen echt verliebt sein. Und gegen sie hätte ich keine Chance. Sie ist so wunderschön und sieht einfach bezaubernd aus. Dann kam Bella und die ganze Aufmerksamkeit lag auf ihr. Sie sah sehr nervös aus und starrte Edward wie hypnotisiert an. Ich beneide sie so...Als das Ritual vollzogen war, ging die Feier los. Ich stellte mich wieder etwas an den Rand und beobachtete lieber, als zu tanzen. Ich sah auch Jasper mit Alice tanzen. Sie hatten wirklich Spaß. Ich wandte den Blick ab und holte mir etwas Punch. Hoffentlich ist da Alkohol drinnen, der hilft ja angeblich immer. Ich füllte mein Glas auf und nahm sofort einen Schluck. Es ging mir sofort etwas besser und ich nahm noch einen. Das Zeug schmeckte wirklich gut. Ich füllte das Glas noch einmal auf und noch einmal...Ich wurde ganz locker und lehnte mich an einen Baumstamm. Auf einmal stand Jasper neben mir, ich hab ihn gar nicht kommen sehen. Er nahm mir das Glas aus der Hand uns stellte es auf einem kleinen Tisch ab. "Trink nicht zu viel davon, das vernebelt die Sinne", sagte er spielerisch. "Mach dir da mal keine Sorgen", erwiderte ich und wollte wieder nach dem Glas greifen. Doch er nahm meine Hand in seine und zog mich auf die Tanzfläche. "Ich kann nicht tanzen", lachte ich und versuchte mich aus seinem Handgriff zu lösen, doch er war zu stark. "Dann bring ich es dir bei", sagte er und legte eine Hand auf meine Hüfte und mit der anderen umgriff er immer noch fest meine Hand. Er zeigte mir ein paar einfache Schritte, die selbst ich hinbekam. Nach einiger Zeit fingen wir wirklich gut an zu tanzen. Zum Glück war ich betrunken, sonst wäre ich nicht so locker gewesen. Wir lachten viel und er wirbelte mich über die ganze Tanzfläche. Ab und zu fing ich mir einen bösen Blick von Alice ein, aber in dem Moment machte es mir nichts aus.
    Alice' Sicht:
    Verdammt, sie soll ihn mir nicht wegnehmen. Ich hab sie schon lange kommen sehen, will es aber trotzdem nicht wahrhaben. Ich liebe Jas doch. Wieso wird er mich nicht mehr lieben? Was ist an ihr so toll? Sie ist ein Mensch. Das kann sich doch kaum zügeln? Eigentlich sollte sie nicht mal diese Nacht überleben. Aber ich habe es gesehen, wie sie verliebt durch den Wald laufen, wie sie sich küssen, wie er sie anschaut. Wie er sie jetzt schon anschaut. Ich kann mir nicht helfen, ich mag sie einfach nicht. Diese Eifersucht. Dieser Schmerz. Alles machte mich so wütend. Konnte sie nicht zu Hause bleiben. Wenn sie Jasper doch nie kennengelernt hätte. Ich wollte es Bella noch ausreden, sie einzuladen, aber da ich ihr den Grund nicht nennen wollte, konnte ich sie nicht aufhalten. Irgendwann musste ich ihn gehen lassen...Aber nicht jetzt!
    Deine Sicht:
    Wir tanzten immer noch und es war unglaublich witzig, doch plötzlich prallte ich wieder gegen jemanden. Durch den Alkohol geriet ich zusätzlich ins Wanken und fiel zu Boden. Dabei verstauchte ich mir leicht den Fuß und stöhnte laut auf. "Alice, was machst du denn?", fragte Jasper entgeistert. "Das war keine Absicht", erwiderte sie und zuckte mit den Schultern. Ich schaute sie erschrocken an und sie blickte mich nur verachtend von oben herab an . Doch dann verwandelte sich ihre Verachtung in Schuldbewusstsein. "Es tut mir leid", sagte sie schnell und ging. Ich blickte ihr nach, während sich Jasper zu mir runterbeugte. Sie schien verwirrt und aufgebracht. "Ist alles in Ordnung?", fragte er besorgt. Ich drehte meinen Kopf zu ihm und schon war Alice wieder vergessen. "Es wird schon gehen", versicherte ich ihm und versuchte aufzustehen. "Ich gehe besser nach Hause", murmelte ich und humpelte von der Tanzfläche. Ich ging an einen ruhigen Ort und wollte meinen Vater anrufen. Als ich auf mein Handy schaute, war es schon halb 4. Verdammt! Mein Vater hatte mich mehrmals angerufen und eine Nachricht hinterlassen. "Hey Cathy, ich stehe hier schon seit einer Stunde und versuche dich zu erreichen, da du aber scheinbar zu beschäftigt bist, werde ich jetzt nach Hause fahren. Ich warte hier schließlich nicht ewig. Sie zu wie du nach Hause kommt, vielleicht kann dich ja jemand bringen, gute Nacht". Seine Stimme klang aufgebracht. Super, auch das noch. Dann krieg ich morgen schön Ärger. "Mist", sagte ich, wohl etwas zu laut. "Was ist los?", fragte Jasper. "Ich weiß nicht wie ich nach Hause kommen soll, meinen Vater hab ich verpasst", sagte ich und deutete auf mein Handy. "Soll ich dich fahren?", bot er sich an. Ich überlegte. Alice wird das sicher nicht gefallen, aber ich musste einfach nach Hause und es ist doch nichts dabei, also bejahte ich.
    "Dann komm", sagte er fröhlich und ich folgte ihm bis zu seinem Haus. In der Garage standen zwei Autos. Sie sahen wirklich sehr teuer und sehr edel aus. Er öffnete mir die Beifahrertür. Spielerisch machte ich einen Knicks "Danke der Herr", und setzte mich rein. "Gerne, schöne Frau", antwortete er und lachte leise. Er schloss die Tür und stieg auf der anderen Seite ein. Während der Autofahrt lief plötzlich ein Song von 'The Who'. "Oh mein Gott, mach lauter", bettelte ich. "Wie Sie wünschen", sagte er und drehte voll auf. Ich liebte dieses Lied und lächelte die ganze Zeit durch, während ich aus dem Fenster sah und die Bäume verschwommen an mir vorbei zischten. Ich bemerkte gar nicht, wie Jasper mich von der Seite begutachtete.
    "Hier kannst du anhalten", sagte ich und zeigte mit dem Finger auf das völlig verdunkelte Haus. Vor der Einfahrt hielt er an und schaute zu mir rüber. "Danke fürs bringen", sagte ich fröhlich. "Kein Problem", erwiderte er. Ohne nachzudenken fragte ich ihn, ob er noch mit reinkommen will. "Ähm natürlich", sagte er wohl etwas überrascht. Wir stiegen aus und ich kramte aus meiner Tasche den Hausschlüssel. Leise öffnete ich die Tür. Auf Zehenspitzen folgte er mir hoch in mein Zimmer. Ich schloss leise die Tür und machte dann erleichtert das Licht an, da meine Eltern nicht aufgewacht sind. Ich warf den Schlüssel auf mein Bett und ließ mich daneben fallen. Ich zog die Schuhe aus und hielt mir den rechten Knöchel. "Autsch", murmelte ich. "Du hast ihn dir verstaucht hm?", fragte er und setzte sich neben mich aufs Bett. "Ja, aber halb so wild", winkte ich ab und setzte mich ihm im Schneidersitz gegenüber. Ich machte Musik an, natürlich nur sehr leise, wegen meinen Eltern, aber trotzdem lockerte es die Stimmung. Die ganze Nacht unterhielten wir uns. Es war wirklich angenehm und schön. Wir lachten viel, ich erzählte ihm alles von mir, was wirklich ungewöhnlich war, vermutlich noch vom Alkohol. Er erzählte zwar nicht viel von sich, aber das störte mich nicht. Er war wohl auch etwas schüchtern. Ich mochte ihn immer lieber. "Da die Sonne geht schon auf", bemerkte ich und stellte mich ans Fenster. Ich schaute wieder zu ihm und er schaute nervös nach draußen. "Ich muss dann auch nach Hause. Alice macht sich bestimmt Sorgen". "Willst du nicht zum Frühstück bleiben? Es ist noch nicht mal ganz hell, also...", versuchte ich ihn umzustimmen, doch er unterbrach mich: "Nein das geht wirklich nicht, ich gehe jetzt". "Na schön", gab ich mit trauriger Miene nach und führte ihn zur Haustür. Er zog seine Jacke wieder an und drehte sich zu mir. "Auf Wiedersehen Cathy", sagte er und gab mir einen schnellen Kuss auf die Stirn. "Bis dann", stammelte ich verlegen und schloss die Tür hinter mir. Wow. Das war unglaublich. Noch nie habe ich mich mit jemanden so unterhalten. Ich muss ihn unbedingt wiedersehen!
    „Bist ja doch noch nach Hause gekommen“, brummte mein Vater am nächsten Morgen durch die Zeitung, als ich in der Küchentür stand. „Tut mir leid, ich hab die Zeit vergessen“, erklärte ich und setzte mich zu ihm an den Tisch. Er legte die Zeitung beiseite, sodass ich sein verschlafenes Gesicht sehen konnte. „Wie bist du nach Hause gekommen?“, fragte er sehr ernst. „Ein Freund hat mich nach hergefahren“, murmelte ich. „Einen Freund?“, mischte sich meine Mutter ein. „Ja, ich habe ihn auf der Hochzeit kennengelernt, er hat mich freundlicherweise gefahren, da ich nicht zu Fuß durch den Wald gehen sollte“. Meine Mutter grinste, aber meinem Vater schien diese Geste nicht zu gefallen. „Wer ist dieser Freund? Wie alt ist er? Wohnt der hier in Forks?“, löcherte er mich mit Fragen. „Also er heißt Jasper Cullen und wohnt auch da, wo Edward wohnt! Mehr weiß ich eigentlich gar nicht über ihn“, erkannte ich stutzig. Er hatte mir wirklich gar nichts über sich erzählt. Mein Dad verschwand wieder hinter der Tageszeitung und brummte etwas Undeutliches vor sich hin. „Hat es dir denn gefallen Schatz?“, fragte meine Mutter putzmunter. „Ja es war toll! Erst hatte ich Angst, dass ich alleine da rumstehen würde, aber mit Jasper hat es echt Spaß gemacht“, erzählte ich, versuchte aber dabei so cool wie möglich zu wirken. Sie nickte und drehte sich zur Kaffeemaschine. Sie freut sich wirklich für mich, dass es so gut gelaufen ist, das weiß ich. Am liebsten würde ich mich jetzt mit Bella treffen, aber die ist weit weg und nicht erreichbar. Ich sprang unter die Dusche, machte mich fertig und für einen Spaziergang bereit. Ich hatte meinen MP3-Player dabei, die Musik lief, ich zog meine Regenjacke an und verließ das Haus. Doch ich kam nicht weit, denn an unserer Einfahrt stand jemand, den ich nicht erwartet hatte. Alice.
    „Alice?“, fragte ich unsicher und ging auf die zu. „Hallo Cathy, ich wollte mich für gestern noch einmal entschuldigen. Das war nicht fair von mir, dich so zu behandeln“, sagte sie und schaute mich entschuldigend an. Sie kann ja doch nett sein. „Macht nichts, jeder hat mal einen schlechten Tag“. „Ja…“, murmelte sie. „Was hattest du denn gestern gegen mich?“, frage ich. „Das wirst du noch erfahren, aber nicht jetzt“. Okay, das ist seltsam. Wieso erzählt sie es mir nicht jetzt? Trotz der Fragen in meinem Kopf nickte ich verständnisvoll. „Danke, dass du dich damit zufrieden gibst“, sagte sie und lächelte mich an. Jetzt fand ich sie doch sehr nett und fragte sie prompt, ob sie nicht Lust hätte, was mit mir zu unternehmen. Etwas zögerlich stimmte sie zu und begleitete mich auf den Spaziergang. „Wir können ja zu mir gehen“, schlug sie vor, als wir nicht mehr wussten, wo wir hingehen sollten. Ich stimmte sofort zu, vielleicht ist Jasper ja auch da. Obwohl…Er hat ja Alice. Aber er ist nur ein Freund. Ich will ihn freundschaftlich wiedersehen! Oder? In diesen Gedanken versunken, hörte ich nicht, was Alice sagte. Sie schaute mich fragend an. „Was?“. „Wie dir die Hochzeit gefallen hat?“, wiederholte sie. „Es war toll. Alles sah wunderschön aus mit den Blumen, den Girlanden und Lichtern“, schwärmte ich. Das schien sie sehr glücklich zu machen. Scheinbar hat sie das so organisiert. Als wir bei den Cullens ankamen, sah ich das Haus nun auch bei Tageslicht. Es war total schön, was komplett aus Glas und sehr modern. Alice öffnete die Tür und machte mit uns eine Tour durchs Haus. „Hey Leute, das ist Cathy“, stellte sie mich einigen Leuten vor, alle haben diese merkwürdige Augenfarbe und die blasse Haut. Sie sind alle wunderschön und scheinen sehr besonnen zu sein. „Herzlich Willkommen“, begrüßte mich Esme, ihre Mutter. Auch ihr Mann grüßte mich freundlich. Ich kenne ihn sogar ein bisschen. Er ist der Arzt hier in Forks. Ein sehr guter sogar. „Hey, ich bin Emmett“, stellte er große sportliche Junge vor. „Rosalie“, sagte das blonde schöne Mädchen, eher distanziert und forsch. Ich bildete mir nichts drauf ein und führte Smalltalk mit Alice und ihren Eltern. Dann hörte ich, wie jemand die Treppe runterkam. „Leute, wann habt ihr vor ja-“, sagte er und stoppte mitten im Satz, als er mich sah. „Ähm, wann habt ihr vor…draußen aufzuräumen?“, stammelte er. Komisch, eben wollte er doch noch was anderes sagen. „Später, Jasper“, antwortete Esme. „Cathy, das ist-“ „Jasper“, beendete ich ihren Satz. „Ihr kennt euch?“, fragte Emmett verschmitzt. „Ja wir haben uns gestern kennengelernt“, erklärte er, während er mir starr in die Augen schaute. „Komm, ich zeig dir mein Zimmer“, sagte Alice nervös und zog mich aus dem Wohnzimmer, an Jasper vorbei. Plötzlich war sie nicht mehr so gut gelaunt. Sie setzte sich auf eine weiße Couch und beobachtete mich. „Ist etwas?“, fragte ich. „Nein gar nichts“, gab sie kühl zurück.
    Alice Sicht:
    Was soll ich nur tun? Cathy ist unglaublich. Gerade habe ich gesehen, wie gut wir uns mal anfreunden werden, aber das geht gerade einfach nicht. Ich werde Jasper verlieren, nur wegen ihr und trotzdem kann ich sie nicht wirklich hassen. Ich weiß nicht was ich fühlen sollte und war total verwirrt. Sollte ich mit Jas Schluss mache? Oder so lange warten, bis er es tut? Mit Cathy kann ich darüber schlecht reden, sie weiß nichts von meiner Gabe und dass wir alle Vampire sind. „Hast du Durst?“, lenkte ich mich ab. Sie nickte. „Wasser?“. „Gerne“, antwortete und lächelte schwach. Ich nickte und stand auf. Ich ging runter und holte ein Glas und hielt es unter den Wasserhahn. Als ich wieder oben war, stand sie vor meiner CD-Sammlung. „Das ist unglaublich. Du hast so viele tolle CDs“, staunte sie. Ihr gefällt meine Musik. Wie wunderbar! Ich grinste und stellte das Glas auf einem kleinen Tisch ab. Lange unterhielten wir uns über Musik und die Geschichten der Künstler. „Ich denke ich geh dann mal“, sagte Cathy irgendwann und stand auf. Sie nahm ihr leeres Glas in die Hand und ging schon zur Tür. Etwas betrübt stand ich ebenfalls auf und führte sie in die Küche. Jasper war auch dort.

    Deine Sicht:
    Ich wollte das Glas auf die Anrichte stellen, doch als über meine eigenen Füße gestolpert bin, fiel es mir aus der Hand und zersprang auf dem Boden in tausend Teile. „Entschuldigung“, stammelte ich und kniete mich hin. Schnell versuchte ich die Scherben aufzusammeln, habe mich aber an einer scharfen kannte geschnitten. Wie peinlich. Und ausgerechnet Jasper musste das sehen.
    Etwas Blut tropfte auf den Boden, ebenfalls sehr unpassend. Ich schaute hoch zu Jasper, der mich wirklich sehr seltsam anschaute. Sein Blick wich nicht von meinem Finger. „Raus“, sagte er. „Was?“, murmelte ich unsicher. „Verschwinde los“, rief er. Ich wusste ja, dass das mit dem Glas blöd gelaufen ist, aber muss man deswegen gleich sauer werden? „Es-es tut mir leid“, stotterte ich und stand auf. Ich schaute in seine Augen, doch sie waren voller Wut und Hass. Er verkrampfte sich total und entfernte sich immer weiter von mir. „Geh schon Cathy“, sagte Alice, allerdings viel liebevoller und führte mich schnell zur Tür. „Ich erklär dir das später, geh jetzt“, schupste sie mich über die Türschwelle und verschloss die Tür. Toll.

    Alice’ Sicht:
    Wie konnte er sich so gut beherrschen? Das hätte ganz schön nach hinten losgehen können. Plötzlich rauschte er an mir vorbei und öffnete die Tür. „Jasper, wo willst du hin?“, fragte ich aufgebracht. Ich hatte schon eine Vorahnung. „Ich halte das nicht aus“, rief er und wollte Cathy nachlaufen. „Du wirst sie nicht töten!“, entgegnete ich und versuchte ihn festzuhalten. Doch er war zu stark und riss sich los. „Jasper“, schrie ich ein letztes Mal, bis er hinter den Bäumen verschwand.

    Deine Sicht:
    Überrumpelt schlurfte ich durch den Wald. Doch dann hörte ich das Knacken eines Astes. Ich drehte mich um und sah Jasper. Sicher wollte er sich entschuldigen. „Hey“, sagte ich und ging ein paar Schritte auf ihn zu. Auf einmal mit einer unmenschlichen Geschwindigkeit raste er auf mich zu, griff mich bei den Schultern und warf mich auf den Waldboden. Er war unglaublich stark. Seine Augen waren hasserfüllt, ich erkannte ihn kaum wieder. „Was tust du denn?“, schrie ich voller Angst. Eine Träne lief mir die Wange herunter. Was hat er nur vor? Plötzlich blitzten spitze Zähne auf und er grinste verschmitzt. „Jasper“, hauchte ich und habe mit meinem Leben schon abgeschlossen. Doch dann packte ihn eine Hand und zog ihn nach hinten. Es war Carlisle. „Jasper, Jasper, beruhig dich“, sagte er immer wieder und zog ihn immer weiter von mir weg. Die beiden kämpften. Aber nicht wie Menschen. Sie waren viel mächtiger. Geschockt schaute ich mir dieses Schauspiel an, unfähig mich zu bewegen. Carlisle schaffte es, Jaspers Hände auf seinem Rücken festzuhalten. Er hatte ihn. „Es tut mir so leid Cathy“, flüsterte Carlisle. Ich starrte ihn entgeistert an. Was ist gerade passiert? Das sind doch keine Menschen! Wollte Jasper mich töten. Jetzt stand auch Esme da und Emmett. Er kam auf mich zu und bot mir seine Hand an. Ich rutschte weg von ihm. Wenn er auch so war? Wenn er mich auch töten will? „Komm schon Cathy, ich tu dir nichts“, sagte er. Er schien die Wahrheit zu sagen und mit einem Ruck ergriff ich seine starke kalte Hand. Zusammen gingen wir zurück ins Haus. Carlisle brachte Jasper in irgendein separates Zimmer und Esme ging mit mir in die Küche. Mit einem großen Pflaster bedeckte sie die Schnittwunde. Sie und Emmett setzten sich mir gegenüber an den Tisch, sagten aber nichts. „Was ist hier los?“, schrie ich, eher unfreiwillig. „Wenn wir es dir erzählen, musst du vorher versprechen, dass du ruhig sitzen bleibst, genau zuhörst und uns nicht voreilig verurteilst okay?“, fragte Esme etwas unsicher und schaute immer wieder zu Emmett. Ich nickte und lehnte mich zurück. Jetzt war ich gespannt. Sie erzählten mir, was sie waren, von ihren Fähigkeiten, ihrem Leben und Ängsten. Ich sagte die ganze Zeit über kein Wort. Deshalb die blasse kalte Haut, die Augenfarbe und das Meiden des Sonnenlichts. Deshalb ist Jasper vor Sonnenaufgang gegangen. Um mich nicht zu verletzen, schickte er mich vorhin nach Hause. Komischerweise empfand ich die Tatsache in einem Haus voller Vampire zu sein keinesfalls schlimm. Jetzt wo ich weiß was los ist, fiel sogar die ganze Angst von mir ab. „Gibt’s ja nicht“, grinste ich. Ich war wirklich beeindruckt. Emmett lachte. „Goldwerte Reaktion“, lachte er. Esme entspannte sich auch und hakte noch mal nach, ob es mir nichts ausmachen würde. Ich schüttelte wild den Kopf. „Das ist unglaublich. Ich werde niemanden etwas sagen, versprochen“. Esme lächelte und ging in das Zimmer, in dem Jasper und Carlisle verschwunden sind. „Er muss sich noch beruhigen. er ist unser jüngster Vegetarier und kann sich oft nicht kontrollieren, wenn er Menschenblut riecht. Aber das wird schon noch“, erklärte Emmett. Ich nickte und schaute auf die Zimmertür. „Er muss dich sehr mögen“, fuhr er fort. „Wieso?“, fragte ich überrascht. „Sonst hätte er dich eben in der Küche in einer Sekunde getötet. Irgendwie konnte er sich zusammenreißen. Sehr ungewöhnlich für einen neuen Vegetarier“, sagte er verschmitzt und grinste mich an. Ich wollte etwas erwidern, als sie die Tür öffnete und Carlisle und Esme heraustraten. „Du kannst zu ihm wenn du willst“, sagte er und zeigte auf das Zimmer. Mutig stand ich auf und schaute vorsichtig in das Zimmer. Ein völlig fertiger Jasper saß auf der Bettkante. Seine Hände vergrub er in seinen Haaren und wippte die ganze Zeit mit seinem rechten Bein. „Hey“, sagte ich zaghaft. Erschrocken sah er zu mir auf. „Geh besser, sonst tu ich dir wieder weh“, sagte er und drehte seinen Kopf wieder von mir weg. „Du hast mir nichts wehgetan“, entgegnete ich und setzte mich zu ihm auf die Bettkante. Es war natürlich gelogen. Meine Schultern taten höllisch weh, da sein Griff sehr fest war, aber ihm das zu sagen, wäre wohl sehr unangebracht. Ich legte ihm meine Hand auf die Schulter und versuchte ihn zu beruhigen. Er drehte sich wieder zu mir und schaute mich an. „Es tut mir so leid. Ich weiß nicht, wie ich es wieder gut machen soll“, stammelte er und musste an sich halten, nicht zu weinen. „Du musst gar nichts“, antwortete ich und strich ihm über seine kalte Wange. „Emmett hat es mir erzählt, du hast keine Schuld an dem ganzen hier. Eigentlich ist es sogar meine Schuld. Wäre ich nicht so Tollpatsch, hätte ich mich gar nicht erst geschnitten“, sagte ich und lächelte ihn aufmunternd an. Auch er grinste und schüttelte dabei den Kopf. „Komm schon, wir gehen spazieren“, sagte ich stellte mich vor ihn. Ich zog ihn auf die Beine und zerrte ihn nach draußen. Wir gingen durch den Wald. Stundenlang. Plötzlich sahen wir aus der Entfernung ein Reh. Jasper fixierte sich total darauf. Entschuldigend schaute er zu mir rüber. „Tu dir keinen Zwang an“, sagte ich und machte den Weg für ihn frei. Er rannte los, nur ein Luftzug blieb bei mir zurück. Grinsend machte ich mich auf den Weg nach Hause. Was für ein Tag.
    In der folgenden Nacht schlief ich sehr unruhig. Alpträume verfolgten mich und zwangen mich immer wieder dazu, aufzuwachen. Jedes Mal verfolgte mich Jasper, wollte mein Blut, sah grausam und furchteinflößend aus. Ich war nirgends sicher, bis er mich eines Abends fand und tötete. Es war derselbe Traum, unendliche Male. Zum 7. Mal wachte ich auf und saß kerzengerade in meinem Bett. Ich schaute zum Fenster und konnte schwören, dass sich dort etwas bewegt hatte. Ich ging zum Fenster, doch was es auch war, es wurde von der Dunkelheit verschluckt. Am nächsten Morgen ging ich völlig verschwitzt und leichenblass ins Badezimmer. Ich wusch mir durchs Gesicht mit der Hoffnung, dass ich so die Müdigkeit vertreiben konnte, doch vergebens. Nach dem Unterricht verschwand ich in mein Zimmer. Ich legte mich in mein Bett, konnte aber trotz der Müdigkeit nicht schlafen. Ich beschloss die Cullens erneut zu besuchen. „Ich geh zu den Cullens, bis später“, rief ich durch das ganze Haus und zog meine Regenjacke über und öffnete die Haustür. „Schon wieder?“, fragte mein Vater mürrisch. „Ja, ich mag sie und den Weg dorthin kann man mit einem schönen Waldspaziergang verbinden, heute Abend bin ich wieder da“, versicherte ich ihm und ließ die Tür ins Schloss fallen. Ich zog die frische kühle Luft ein und ging los.
    Endlich angekommen klingelte ich an der Tür und wartete. Wenige Sekunden später öffnete sich schon die Tür. „Hallo Cathy“, begrüßte mich Alice fröhlich und umarmte mich. „Hey“, erwiderte ich. „Ich dachte ich schau mal vorbei“. „Wie schön, also haben wir dich wirklich nicht vergrault“, sagte Esme, die gerade aus dem Wohnzimmer kam und mich warm anlächelte. „Wo denkst du hin? Ich komme jetzt jeden Tag“, scherzte ich und folgte Alice hoch in ihr Zimmer. Auf der Treppe kam mir Jasper entgegen. Ein Feuerwerk explodierte tief in mir drin und ich lächelte ihn an. „Hey Cathy, was machst du denn hier?“, fragte er überrascht. „Nur vorbeischauen“, antwortete ich. Alice schaute uns skeptisch an, ging dann aber doch voraus. „Das heißt, du magst uns immer noch?“. „Natürlich. Wieso sollte ich dich nicht mehr mögen? Du bist doch immer noch du“, sagte ich und musterte sein Gesicht und seine schönen Augen. „Nun ja, ich bin ein blutsaugendes Monster und-“ „Das bist du nicht Jasper, hör auf dir das einzureden! Ich kenne niemanden der so charmant, zuvorkommend, nett und unglaublich ist wie du“, sprudelte es aus mir heraus. Oh Gott, habe ich das gerade wirklich gesagt? Er lächelte schwach. „Alice, darf ich mir Cathy kurz ausleihen?“, rief er den Flur hinauf. „Das tust doch sowieso schon“, gab sie bissig zurück. Ein breites Grinsen zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. „komm mit“, sagte er und bot mir seinen Arm an. Ich umschloss einen Unterarm mit meiner Hand. Plötzlich schwang er mich auf seinen Rücken und umfasste meine Hände. „Halt dich fest“, sagte er und rannte los. Die Treppe runter, zur Tür hinaus. Wir wurden immer schneller und schneller, die Bäume rauschten nur so an uns vorbei. Es war ein tolles Gefühl. Abrupt blieben wir stehen, sodass ich fast vorne rüber flog. Ich schaute mich um. Es war wunderschön. Ein klarer großer See erstreckte sich vor uns, überall blühende Bäume, Stille. Vögel zwitscherten, flogen hin und her. Durch den Wind bildeten sich kleine Wellen auf dem Wasser. „Es ist unglaublich schön“, hauchte ich und löste mich von ihm. Langsam ging ich an ihm vorbei und schaute mich weiter um. Es fühlte sich so an, als wäre überall Frieden. Als gäbe es kein Leid mehr auf dieser Welt. Lächelnd begutachtete Jasper, wie ich fröhlich durch das hohe Gras wanderte. „Ich dachte mir schon, dass es dir gefällt“, sagte er stolz. „Du beeinflusst doch nicht etwa meine Gefühle oder?“, fragte ich spielerisch. „Würd' ich nie“, erwiderte Jas mit erhobenen Händen. Misstrauisch schaute ich ihn an, doch im Moment beeinflusst er mich wirklich nicht. Es ist einfach ein schöner Platz, der mir sehr gefällt. Gelassen legte ich mich ins Gras. „Steh nicht nur so da, komm her“, befahl ich und deutete neben mich. Es dauerte einen Wimpernschlag, da lag er neben mir. Wir schauten in die dichte Wolkendecke, redeten über ihn. Er erzählte mir, wie er verwandelt wurde. Es lief mir kalt den Rücken runter und ich drehte mich zu ihm damit ich in seine trauererfüllten Augen sehen konnte. Dann erzählte er von Alice. Dass sie ihn aufgefangen hat. Wie dankbar ich ihr war. „Alice ist toll“, flüsterte ich. „Ja..“, brummte er und schaute wieder in den Himmel. „Was ist?“ „Nun ja in letzter Zeit verhält sie sich komisch. Klammert. Versucht mir alles Recht zu machen…Sie verändert sich einfach, doch sie will mir nicht sagen was los ist“. Er schaute in mein bedrücktes Gesicht. „Ich sollte nicht mit dir darüber reden, tut mir leid“, stammelte er und setzte sich auf. Er fuhr sich mit einer Hand durch seine blonden Haare, die ihm immer wieder ins Gesicht fielen. „Vielleicht macht sie gerade eine Phase durch“, versuchte ich zu erklären, doch ich wusste natürlich auch nichts. Jasper zuckte nur mit den Schultern und schaute auf das Wasser. „Oder sie hat etwas in der Zukunft gesehen, was sie so aufgewühlt hat“, hakte ich weiter nach, das schien schon viel wahrscheinlicher. „Bring mich zu ihr, ich rede mit ihr“, schlug ich vor und lächelte ihn zuversichtlich zu. Er half mir hoch, was durch seine Stärke ein leichtes war und rannte mit mir auf dem Rücken zurück zu ihm nach Hause. „Bis später“, sagte ich und klopfte an Alice’ Zimmertür. Ich sprach sie sofort darauf an, vermutlich hat sie das Gespräch sowieso schon kommen sehen. doch sie wollte es mir nicht erzählen. „Warum denn nicht?“, fragte ich schon zum 5. oder 6. Mal. „Weil es dabei um dich geht“, schrie sie und hatte kurz die Beherrschung verloren. „Um-um mich?“, stotterte ich ungläubig. Sie nickte. Mehr bekam ich nicht aus ihr heraus. „Was auch immer es ist, ich kann mir nicht vorstellen, dass ich dich absichtlich verletze oder so. Ich mag dich“, murmelte ich. „Ich weiß..“, hauchte sie und wollte dass ich jetzt gehe. Traurig verließ ich ihr Zimmer und ließ langsam die Tür ins Schloss fallen. Jasper kam schon auf mich zu, aber ich wollte es ihm nicht erzählen. „Nicht jetzt“, sagte ich und ging schnell aus dem Haus. Er folgte mir zum Glück nicht. Zuhause malte ich mir aus, was sie denn gesehen haben könnte. Hatte sie gesehen, wie ich mich auch verwandle? Wie ich, wie auch immer ich es anstellen sollte, die Familie auseinander reiße? Ihr Jasper wegnehme? Das dritte ließ mich stocken. Jasper meinte doch, dass sie so klammerte. Deshalb ist sie so launisch. Sie hat Angst Jasper zu verlieren. Sie hat gesehen, dass er sich in mich verlie…Nein. Moment. Das ist nicht möglich. Wieso sollte er? Oder hat er schon? Hab ich mich in ihn verliebt? Plötzlich spürte ich einen Luftzug. Ich schaute zum Fenster und sah Jasper. Vor lauter Schreck schrie ich laut auf. „Hey ruhig bleiben“, lachte er und kam rein. Ich hörte wie jemand die Treppe hochging. Mein Dad. „Versteck dich!“, befahl ich. Er kletterte wieder aus dem Fenster und klammerte sich an der Hauswand fest. Dann flog auch schon die Tür auf. „Was ist los? Ich hab dich schreien hören! Und warum ist das Fenster offen?“, fragte er beunruhigt und wartete auf eine Erklärung. „Ähm, also ich…ich sah einen niedlichen Vogel dort im Baum und hab vor lauter Glück aufgeschrien und hab das Fenster geöffnet um ihn mir genauer anzusehen, doch da ist er weggeflogen…Entschuldige, ich wollte nicht stören“, stammelte ich. Er sah mich ungläubig an. Doch letztendlich schüttelte er nur den Kopf und ging wieder. Ich atmete laut auf und drehte mich wieder zu Jasper, der natürlich schon wieder im Zimmer stand. „Was hat Alice dir erzählt“, fragte er sofort. Wir setzten uns auf mein Bett. „Ich kann es dir nicht sagen“. Er schien sichtlich verwirrt. „Tut mir leid, aber das geht wirklich nicht. Doch ich kann Alice jetzt verstehen und werde mich einige Zeit nicht blicken lassen. Und ich möchte, dass du dich hier nicht mehr blicken lässt“, sagte ich immer selbstbewusster. Seine traurigen Augen brachen mir das Herz. Doch ich wollte Alice’ Liebesglück nicht zerstören. „Geh jetzt, ich will dich nicht mehr sehen“, sagte ich laut und deutlich und zeigte auf das offene Fenster. „Cathy was..-“, begann er, doch ich unterbrach ihn. „Hau ab Jasper“. Er schluckte und stand von meinem Bett auf. Vom Fenster aus schaute er ein letztes Mal zu mir. Völlig kalt schaute ich ihn an, selbstbewusst und entschlossen. Dann verschwand er. Sofort fing ich an zu weinen. Ich werde ihn nicht wiedersehen. Höchstens wenn sich die Vision verändert hat. Wenn Alice nichts mehr zu befürchten hat. Hoffentlich hat sie das was geschehen ist gesehen und kann beruhigt sein. Ich schmiss mich auf mein Bett und weinte. Meine Mum kam rein und strich mir über den Rücken. Zum Glück fragte sie nicht nach, was passiert ist. Die Tage vergingen nur langsam…und sie waren schrecklich. Ich blieb nur noch im Bett, hab im Unterricht nicht aufgepasst, nichts und niemand konnte mich von dem Schmerz ablenken. Ich hörte dass Bella und Edward endlich aus den Flitterwochen zurückgekommen sind. Doch besuchen konnte ich sie nicht, da sie bei den Cullens wohnte. Doch eines Tages stand Edward plötzlich vor unserer Tür. „Hallo Cathy“, begrüßte er mich mit belegter Stimme. Sehr glücklich sah er nicht aus. „Bella würde dich gerne sehen“. „Das geht nicht. Nicht so lange sie bei euch wohnt. Kann sie nicht hierher kommen?“, fragte ich, so unbeeindruckt wie es nur ging, obwohl in mir ein Sturm wütete. „Es geht ihr sehr schlecht, sie kann nicht aufstehen und hierherkommen, bitte Cathy, steig in den Wagen“, bettelte er. Nun machte ich mir Sorgen. Sie kann nicht mal aufstehen? Ich nickte und ging mit ihm mit. Ich setzte mich auf den Beifahrersitz und hatte große Angst vor dem, was kommen wird. Die Fahrt ging mir viel zu schnell, denn schon standen wir vor der Haustür. Edward führte mich ins Wohnzimmer. Bella lag auf der Couch, Rosalie saß besorgt auf der Kante. Emmett stand gegen eine Wand gelehnt. Alice und Jasper waren nicht da. Zum Glück. Rosalie stand auf und trat beiseite, sodass ich sehen konnte, was mit Bella geschehen ist. Sie war schwanger! Eigentlich würde ich mich freuen, wenn sie nicht so fertig und abgemagert aussehen würde. „Bella“, sagte ich entgeistert und setzte mich zu ihr. Ich strich ihr über die kalte Wange. „Was passiert mit dir?“, fragte ich besorgt und musterte sie von oben bis unten. Sie erzählte mir alles was sie weiß und beruhigen tat mich das nicht wirklich. „Bleibst du?“, fragte sie letztendlich. Eigentlich wollte ich nicht, da es dann unumgänglich war, Jasper zu begegnen, doch die Umstände ließen diese Antwort nicht zu. „Natürlich“, sagte ich und lächelte. Das schien ihr Kraft zu geben und sie schlief vorübergehend friedvoll ein. Ich setzte mich mit den Cullens ins Nebenzimmer an den Tisch. Wie es kommen musste, kamen auch Alice und Jasper hinzu. Doch sie redeten nicht miteinander. Schauten sich nicht an und sagten kein Wort. Oh nein und ausgerechnet jetzt muss ich auch noch im Raum sein. „Cathy, was machst du denn hier?“, fragte Jasper kühl, doch sein Blick verriet, dass er überrascht ist. „Bella hat nach mir gefragt und mich gebeten bei ihr zu bleiben“, sagte ich, während ich stur auf den Holztisch starrte und jede Furche darin mit meinen Blicken nachfuhr. Er nickte und setzte sich mir schräg gegenüber an den Tisch. Er sieht immer noch wunderschön aus. Alice ging zu Bella. Nach einer schrecklichen Stille konnte ich es nicht länger ertragen mit Jasper in einem Raum zu sein. Wortlos stand ich auf, um frische Luft zu schnappen. Ich hörte, wie eine weitere Person aufstand und mir folgte. Hoffentlich war es Emmett oder Rosalie oder Carlisle oder Esme oder Rosalie oder Edward. Aber nein, das Leben hasst mich - Jasper ging mir nach, bis nach draußen auf die Veranda. Er stellte sich neben mich und schaute in den Wald. Die Bäume schienen für uns beide sehr interessant zu sein. „Was ist los bei dir und Alice?“, fragte ich mit kratziger Stimme. „Sie hat unsere Beziehung beendet. Aus Gründen, die sie mir nicht erklären kann. Das komische ist…es tut mir nicht mal weh. Und ihr anscheinend auch nicht wirklich, dennoch redet sie nicht mit mir“, murmelte er vor sich hin. Sie hat Schluss gemacht. Alice hat wirklich Schluss gemacht. Aber das wollte ich doch nicht. Irgendwie schon, weil Jasper einfach unglaublich ist, aber Alice unglücklich zu sehen ist ein hoher Preis für das was folgen könnte. „Wieso hast du mich so lange gemieden Cathy?“, fragte er. „Lass gut sein Jasper“, murrte ich und wollte wieder reingehen. Doch er packte mich am Arm und zog mich zu sich zurück. Ich stand ganz nah be ihm. Unsere Nasenspitzen berührten sich beinahe. Seine Augen hypnotisierten mich wieder. „Ich will endlich Antworten Cathy“, flüsterte er. „Aber die kann ich dir nicht geben. Erst wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist“, flüsterte ich zurück, den Tränen nahe, da ich ihn schon wieder enttäuschte. Er antwortete darauf nicht, sondern fixierte mit seinen wunderschönen Augen meine Lippen. Nein, das war nicht der passende Zeitpunkt. Ich löste mich aus seinen Armen und ging ein paar Schritte zurück. Es wirkte so, als würde Jasper aus einer Art Trance aufwachen und fragte sich, was er gerade getan hat. Zumindest sagte das sein Blick. „Früher oder später erklär ich dir alles, aber jetzt komm erstmal mit rein“, sagte ich und nahm seine Hand. Ich zog ihn zurück ins Haus zu den anderen. Emmett schaute mal wieder so komisch verschmitzt, was mir gar nicht gefiel. „Kein Wort“, drohte ich ihm, als ich mich zu ihm an den Tisch setzte. Unschuldig hob er die Hände.
    *Zeitsprung*
    Renesmee war nun geboren und Bella ist ein Vampir geworden, so wie sie es wollte. Doch dieses kurze Glück hielt nicht lange an. Die Volturi glauben, sie sei ein unsterbliches Kind und wollen sie umbringen. Die Cullens schwärmten aus, um nach Zeugen zu suchen. Auch Alice und Jasper verschwanden, was mich sehr beunruhigte. Ausgerechnet die beiden? In der letzten Zeit habe ich mich mit Jasper wieder sehr gut verstanden und auch die Alpträume verschwanden wieder. Er tat mir gut, das wusste ich. Doch trotzdem wollte ich Alice das nicht antun. Und jetzt ist sie mit ihm abgehauen? Ich blieb natürlich hier in Forks. Als Mensch habe ich bei der Mission nichts zu suchen. Meine freie Zeit verbrachte ich bei Charlie und Sue. Er war sehr beunruhigt wegen Bella und ich machte es mir zur Mission, ihn abzulenken.
    Nach einer gefühlten Ewigkeit herrschte endlich wieder Leben im Haus der Cullens. Sofort machte ich mich auf den Weg. Vielleicht waren ja auch Alice und Jasper wieder da. Doch keine Spur von den beiden und niemand hörte etwas von ihnen. ‚Jasper wo bist du nur?‘, dachte ich und schaute betreten auf den Boden. „Ein Mensch?“, fragte Garrett entgeistert. Einige von den unbekannten Gesichtern schauten mich an, als wäre ich ihr Mittagessen. „Lasst sie in Frieden, sie gehört zu uns“, mahnte Carlisle, wofür ich ihm sehr dankbar war. „Carlisle, du weißt, dass sie sterben muss, die Volturi werden es eh herausfinden“, sagte er. Bevor Carlisle etwas antworten konnte, sagte ich: „Dann werde ich eben auch ein Vampir“. Schweigen. „Ich mein, ich will sowieso mitkämpfen! Ich schaute doch nicht tatenlos zu, wie ihr euer Leben für Renesmee aufs Spiel setzt und ich sitze hier rum!“. Carlisle sah mich skeptisch an. Abwegig schien die Idee nicht zu sein. Er wusste, dass ich sonst sterben würde. „Na schön, aber nur weil es keine andere Möglichkeit gibt, dich am Leben zu lassen“, gab er nach und nahm mich mit in sein Arbeitszimmer, abgeschottet von den anderen. „Tu es“, sagte ich ihm und hielt ihm mein Handgelenk hin. Zögerlich biss er hinein. Sofort durchzog ein stechender Schmerz meinen ganzen Körper. Er hörte nicht auf, wurde nicht schwächer. Alles war verschwommen, da sich meine Augen mit Tränen füllten. Die Kehle wurde mir zugeschnürt, es fühlte sich an, als würde ich ertrinken. Es war grauenvoll. Es soll aufhören, dachte ich immer und immer wieder. Ich schrie wie am Spieß, wollte doch lieber sterben, da es so schien, als würde der Schmerz nie aufhören. Doch dann, Ewigkeiten später, hörte es plötzlich auf und müde fielen mir die Augen zu.
    Als ich aufwachte stand Esme neben mir. „Hallo Cathy“, sagte sie liebevoll. Ich öffnete meine Augen und sah alles messerscharf und keine Bewegung entging mir. Ich schaute an mir herunter. Ich hatte mich nicht groß verändert. Die blasse Haut hatte ich zuvor schon, nur meine Augenfarbe hatte sich verändert. Nun hatte ich schöne rote strahlende Augen. Nachdem ich mein Äußeres begutachtet habe, spürte ich plötzlich einen heftigen Durst. Einen Durst nach Blut. „Ich weiß. Los, du musst jagen. Ich komme mit“, sagte Esme und begleitete mich in den Wald. Wir rannten los, so schnell wir konnten. Es war unglaublich. Es fühlte sich so an, wie damals, als Jasper mich mitgenommen hatte. Ach Jasper, wo bist du nur?
    Die nächsten paar Wochen waren hart für mich. Der ständige Durst machte mich fertig, doch ich lernte langsam ihn zu kontrollieren. Bella und ich gingen oft zusammen jagen. Es machte tierisch viel Spaß. Wir rannten gerade um die Wette, es war sehr knapp, doch letztendlich habe ich gewonnen. „Tja, schon wieder gewonnen“, lachte ich triumphierend. „Jaja“, grummelte Bella. Sie kam auf mich zu und drückte mir plötzlich einen Zettel in die Hand. „Hier für dich“, sagte sie und verschwand. Ich setzte mich auf einen Stein und entfaltete den Zettel. Er war von Jasper!
    Liebe Cathy,
    Alice hat mir erzählt, dass Carlisle dich verwandelt hat. Eigentlich bin ich nicht sehr begeistert davon, hoffe aber trotzdem, dass es dir gut geht und du deinen Durst schnell kontrollieren kannst. Es tut mir leid, dass ich ohne ein Wort zusagen gegangen bin. Alice musste gehen, da Aro ihre Fähigkeit haben will und sie brauchte jemanden, der sie beschützte. Alle anderen von uns waren schon damit beschäftigt, Zeugen zu finden, also bot ich mich an. Mach dir bitte keine Gedanken. Wir werden uns wiedersehen.
    Dein Jasper

    Keine Gedanken machen. Er ist lustig. Ich verstehe ihn ja, aber ich will ihn endlich wieder sehen. Ich stopfte den Zettel in meine Hosentasche und rannte zurück zum Haus, immer leise und leichtfüßig wegen Sam und seiner Bande stinkender Hunde. Bald war es so weit. Der Plan war geschmiedet, wir trafen uns mit den Volturi. Ich war sehr nervös. Ich wollte nicht kämpfen, würde es aber trotzdem tun, wenn es nötig ist. Meine Fähigkeit, Leute dazu zu zwingen, dass zu sagen, was ich will war mir im Kampf wohl weniger hilfreich. Glücklicherweise kann ich meine Gefühle vor anderen verschließen, weshalb Jasper auch nie aus mir schlau wurde und gar nicht wissen kann, was ich über ihn denke. Nun standen wir den Volturi gegenüber. Aro bat Renesmee zu sich und war überzeugt, dass sie nicht als Kind gebissen wurde. Ich war schon erleichtert, doch dann kippte die Lage wieder. Er wollte sie trotzdem töten. Aus Angst vor dem Ungewissen. Doch dann kamen Alice und Jasper aus dem Wald. Alice lief voran, Jasper lief direkt hinter ihr. Unsere Blicke trafen sich und ich schaute ihn verzweifelt und hilfesuchend an. Er stattdessen lächelte, als bräuchte ich mir um nichts Sorgen zu machen. Alice zeigte Aro ihre Vision. Er schien geschockt zu sein und sah sie ungläubig an. Ein Krieg war ausgeschlossen, als sie auch noch eine Frau mitbrachte, die, wie Renesmee, nur zur Hälfte ein Vampir und völlig ungefährlich war. Er ließ Alice und Jasper gehen und die Volturi verschwanden. Überglücklich rannte ich auf Jasper zu. Ich war wohl etwas zu schnell, denn er mich nicht halten und wir fielen in den Schnee. „Ich hab dich vermisst“, hauchte ich und legte meine Stirn an seine. „Ich dich auch…Darf ich dich jetzt endlich küssen?“, flüsterte er. „Ja darfst du“, kicherte ich. Er nahm mein Gesicht in seine Hände und zog mich zu sich herunter. Endlich lagen seine Lippen auf meinen. Es war ein unglaubliches Gefühl. Er küsste mich ganz vorsichtig, als hätte er Angst, mich zu zerbrechen. Die ganze Liebe, die ich für ihn empfand kam nun klar und deutlich hervor. Ich will niemals aufhören, ihn zu küssen. Doch als wir uns voneinander lösten, habe ich es doch geschafft aufzustehen und zu Alice zu gehen. „Es macht mir nichts aus, keine Sorge. Ich habe mich damit abgefunden“, sagte sie, bevor ich überhaupt eine Frage stellen konnte. Ich lächelte und fiel ihr in die Arme. „Danke Alice“, flüsterte ich. Sie lächelte mich an und strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Jetzt geh schon wieder zu ihm“, lachte sie und schupste mich in Jaspers Richtung. Er zog mich wieder in seine Arme. Ich liebe dich Cathy“, sagte er sehr ernst und schaute mir fest in die Augen. „Ich dich auch Jasper, sehr sogar“, antwortete ich und legte meine Lippen wieder auf seine. Alles war einfach perfekt.

    Zukunft:
    Alice schien gut damit klarzukommen, dass Jasper und ich zusammen waren. Darüber war ich sehr froh, denn die Liebe, die ich für ihn empfand konnte ich nicht unterdrücken. Oft rannten wir zum See, wo er mich hinbrachte, als ich noch ein Mensch war. Manchmal besuchten wir meine Eltern, die anfangs nicht sehr begeistert waren, dass ich auszog, sich aber doch daran gewöhnen konnten. Sie mögen Jasper. Er ist sehr zuvorkommend und wirklich gesittet. Nun war mein Leben perfekt. Danke Jasper.

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mia ( 7.117 )
Abgeschickt vor 393 Tagen
Eigentlich eine tolle Geschichte, aber ziemlich nachgemacht. Sie ist fast genauso wie die von Edward und Bella
Bella ( 83.41 )
Abgeschickt vor 436 Tagen
Die Story ist echt gut. Vielleicht könntest du nächstes mal die Abschnitte Zürich leere Zeilen trennen. Dann wäre es übersichtlicher. Ansonsten echt coole Geschichte und fast keine Schreibfehler :))
Anastasia ( 1.204 )
Abgeschickt vor 443 Tagen
OMG die Geschichte ist so gut kannst du noch eine schrieben aber mit einem Werwolf z.b. Seth oder Jacob bitte bitte bitte