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Dragons-Der-Stamm-der-Kutaro (Ff)

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18 Kapitel - 13.366 Wörter - Erstellt von: Lil - Aktualisiert am: 2016-01-25 - Entwickelt am: - 3.629 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Diese Ff dreht sich um die Insel Kutaro und die neuen Drachenarten dort! Kann Lil ihnen helfen?
(Wer die neuen Drachenarten inkl. Zeichnung sehen will, such mal nach meinem Rpg, da sind alle Steckis der neuen Rassen, ich sehr zu empfehlen! Link:

http://www.testedich.de/quiz37/quiz/1442004324/Dragons-Der-Stamm-der-Kutaro )

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    Erst einmal herzliche Grüße an alle aus meinem Rpg! Eure Charas, ich hoffe, es gefällt euch ;) Erzählersicht: "Was...? In Dreiteufels Namen!
    Erst einmal herzliche Grüße an alle aus meinem Rpg! Eure Charas, ich hoffe, es gefällt euch ;)





    Erzählersicht:

    "Was...? In Dreiteufels Namen! Hicks!" "Was gibt es, Grobian?", "Dort hinten! Ein kleines Fischerboot mit zwei Kindern!" Tatsächlich. Ein kleines Boot näherte sich der Insel Berk. Das Stammesoberhaupt Hicks und sein Nachtschatten Ohnezahn flogen dem kleinen Boot entgegen. Darin saßen zwei Mädchen. Eins mit schwarzen, geflochtenen Haaren und schwarzen augen, das andere ebenfalls mit geflochtenen, aber blonden Haaren und blaugrünen Augen. Sie starrten ihn mit großen Augen an, wie er und Ohnezahn  über ihnen schwebten. Als ihr Boot angelegt hatte, kletterten sie zögerlich hinaus. Fast alle Berkianer waren von Grobian über das kleine Schiffchen informiert worden und sofort zur Anlegestelle geströmt. Jetzt schauten sie die zwei Neuankömmlinge neugierig, aber auch misstrauisch an. "Äh... hallo. I-ich bin Blackberry und das ist Clarissa", stotterte die Schwarzhaarige, "u-und wir kommen von der Insel Kutaro." "Kutaro? Von dieser Insel hab ich noch nie gehört!", unterbrach Hicks. Seine Frau Astrid warf ihm einen wütenden Blick zu und er verstummte wieder. Astrid übernahm: "und was führt euch hierher nach Berk?" Jetzt ergriff Clarissa das Wort: "Unsere Insel wird von Drachen geplagt und die Geschichten von euch und euren gezähmte Drachen hat sich schon weit verbreitet." Alle Berkianer begannen zu tuscheln. "Und", fuhr sie unbeirrt fort, "Wir wurden geschickt um euch um Hilfe zu bitten." Sie wollte noch etwas sagen, aber jetzt war das Getuschel zu eine Art Geschrei mutiert und niemand hörte ihr noch zu. "Schmarotzer!" "Sollten wir ihnen nicht helfen?" "Nein, warum?" "Aber..."
    "RUHE!", rief Hicks. Er wirkte etwas verwirrt. "Ich werde darüber nachdenken und solange werden Blackberry und Clarissa unsere Gäste sein!"
    Es folgte lautstarken Murren. Astrid trat vor, bei ihr ein schlankes Mädchen mit schulterlangen, braunen Haaren, gebräunter Haut und leuchtend grünen Augen. "Ich bin Astrid. Und der, der so nachdenklich guckt ist das Stammesoberhaupt von Berk, mein Mann Hicks. Und das hier." Sie klopfte dem Mädchen auf die Schulter,"ist unsere Tochter Liliana." "Aber nennt mich Lil.", sagte sie, "Willkommen auf Berk!"

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    Blackberry's Sicht: Ich konnte nur noch staunen. Berk war... wow. Überall waren Drachen. Und Wikinger. In Frieden vereint. Ganz anders als auf K
    Blackberry's Sicht:

    Ich konnte nur noch staunen. Berk war... wow. Überall waren Drachen. Und Wikinger. In Frieden vereint. Ganz anders als auf Kutaro. Und sie schienen die Drachen gerade zu zu lieben und taten so vieles für sie! Automatische Waschanlagen, Futterspender, einen Sattler und Drachenzahnarzt und wirklich riesige Drachenställe. Und praktisch jeder auf Berk hatte einen eigenen Drachen. Und ganz andere Rassen als auf Kutaro. Aber was wenn unsere Rassen sich nicht zähmen ließen? Oder sie uns einfach nicht helfen wollten? Ich warf einen Blick auf Clarissa neben mir. Aufmerksam hörte sie Lil zu, die uns Berk zeigte. "Hast du gar keinen Drachen, Lil?", fragte sie gerade. "Nein." Eine ungewöhnlich schlichte Antwort für jemanden, der plauderte wie ein Wasserfall. "Warum denn nicht?", harte Clarissa nach. "Weil... Weißt du, ich will meinen Drachen finden. Nicht irgendeinen. Ich weiß, wie man Drachen zähmt. Wie man sie reitet. Mit ihnen umgeht, aber noch suche ich nach dem perfekten für mich." Seltsamerweise verstand ich das. Ich hatte keinen blassen Schimmer davon, wie man einen Drachen zähmte, aber ich konnte es nachfühlen, warum sie auf den richtigen Drachen wartete. "Blackberry?" Ich schreckte aus meinen Gedanken, als Lil meinen Namen sagte. "So heiße ich" Lil lachte. "Nicht träumen, ich zeige euch jetzt die Akademie!" "Die was?", fragten Clarissa und ich im Chor. "Die DrachenTrainings-Akademie von Berk!"
    Berk war aber auch immer für eine neue Überraschung gut!

    Am Abend fiel ich erleichtert in das Bett. Ich war todmüde nach der Führung über Berk. Lil lächelte mir noch einmal zu, dann ging sie nach unten. Clarissa und ich teilten uns ihr Zimmer, solange wir hier waren. Ich war etwas nervös. Was wenn uns ein paar Drachen im Schlaf angriffen? So zahm die Drachen auf Berk auch waren, es waren Drachen und ich hatte mit diesen Bestien noch nie gute Erfahrungen gemacht. Ich konnte also nicht schlafen. Ganz im Gegenteil  zu Clarissa. Sie schnarchte schon bald leise. Von unten hörte ich Hicks und Astrid diskutieren.
    "Du kannst nicht gehen, Hicks! Du bist das Oberhaupt!"
    "Du kannst mich ja vertreten!"
    "Nein, kann ich nicht! Und du hast hier Verantwortung! Nur wegen ein paar neuen Rassen, wirst du Berk nicht verlassen!"
    "Aber-..."
    "Kein aber, Hicks! Bitte, sieh es doch ein, lass jemand anderen helfen!"
    "Ich werde eine Versammlung einberufen, jetzt gleich"
    "Mach das. Wir werden schon eine Lösung finden, um ihnen zu helfen!"

    Am nächsten Morgen war ich erstaunlich ausgeschlafen. Hicks kam beim Frühstück zu uns. "Wir haben eine Entscheidung getroffen. Grobian" er schluckte, "und Lil werden mit euch nach Kutaro reisen." Ich schaute Clarissa an. Das war ja großartig! Auch Lil, am anderen Ende des Tisches lächelte zufrieden. Sie würden uns helfen! "Morgen früh legt euer Boot ab"

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    Clarissa's Sicht: Am nächsten Morgen fuhren wir also los. Grobian, dem von einem Drachen Hand und Bein abgerissen worden waren erklärte uns, da
    Clarissa's Sicht:

    Am nächsten Morgen fuhren wir also los. Grobian, dem von einem Drachen Hand und Bein abgerissen worden waren erklärte uns, das sei aber gewesen bevor die Drachen und Wikinger auf Berk Frieden geschlossen haben. Lil fragte uns eifrig über die Rassen bei uns aus. Beeindruckt  lauschte sie uns. Ich mochte sie, wegen ihrer freundlichen Art. Unglaublich, dass sie mit nach Kutaro segeln würden! Ob ich wohl auch ein Drachenreiter werden konnte?

    Dann gerieten wir in einen Sturm. Unser Boot wurde heftig geschauckelt und drohte zu kentern. Das war das Ende! Blackberry und Ich klammerte uns am  Mast fest. Doch Grobian und Lil blieben ruhig, Lil schaute konzentriert auf das wasser, als würde sie etwas suchen. Und dann schoss eine gewaltige, grüne Gestalt aus den Wellen. Ein gigantischer Meeresdrache! Würde er uns angreifen? Er blieb an der Oberfläche. Ich zitterte und schrie vor Angst, während der Sturm weiter tobte. Blitze zuckten über den pechschwarzen Himmel. Und der Drache starrte uns an. Genauer gesagt, Lil. Und sie war ruhig, ja fast entspannt, schaute dem Monster tief in die Augen. War sie verrückt? "Lil!", brüllte ich gegen den heulenden Wind, der meinen Schrei sofort mit sich fortriss. Lil streckte ihre Ahndung aus und das Ungetüm senkte den Kopf, näherte ihm unserem hilflosen Schiff. Jetzt war alles aus, er würde unser Boot versenken und wir jämmerlich ertrinken! Ich kniff die Augen zusammen und wartete auf die erlösende Schwärze.
    ....
    Doch sie kam nicht. Ich öffnete meine Augen ein bisschen und was ich sah war unglaublich. Lil hockte auf dem Rücken des Drachen, der gerade den Kopf senkte um Grobian auch hochklettern zu lassen. Lil schrie irgendwas, doch der Sturm heulte, schüttelte unser Boot und peitschte das Meer so laut, dass ich sie nicht verstehen konnte. Der Drache kam mir mit seinem Kopf näher. Ich erstarrte und blickte regungslos in seine Augen. Er... Er war kein Monster. Er... Wollte uns helfen! Zögerlich machte ich einen Schritt auf ihn zu. Er neigte den Kopf noch tiefer, sodass ich über seinen langen, dünnen Hals auf seinen Rücken klettern konnte. Blackberry folgte mir. Seine Schuppen waren glitschig und ich krallte mich wortwörtlich  fest um nicht abzurutschen. Lil streckte mir ihre Hand entgegen und half mir mich hinzusetzen. Als auch Blackberry saß, breitete der Drache seine Flügel aus und stieg aus dem wilden Wasser in die Luft. Ich schloss die Augen. Ich war noch nie geflogen und das Wesen unter mir bewegte sich. Und wenn ich fiel? Ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren, aber irgendwann wurde der Lärm des Sturms gedämpft. Sonnenschein wärmte mich und jetzt bemerkte ich, wie kalt mir war. Vorsichtig öffnete die Augen. Der Himmel war strahlend blau. Kein einziges Wölkchen war zu sehen und die Sonne schien warm auf uns. Ich sah Lil an. Sie sagte nur: "Über den Wolken." So hoch konnten Drachen fliegen? Bis über die Wolken? Ich atmete tief durch. Ich lebte noch, war nicht gestürzt oder gefressen worden. Eigentlich war fliegen wundervoll. Ich genoss es richtig durch die Lüfter zu segeln. Ganz sanft strich ich dem Drachen über die feuchten Schuppen. "Danke.", hauchte ich.

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    Lil's Sicht: Ich hatte ein gutes Gefühl bei Blackberry und Clarissa. Sie würden sicherlich gute Drachenreiter abgeben. Der Glutkessel, der uns
    Lil's Sicht:

    Ich hatte ein gutes Gefühl bei Blackberry und Clarissa. Sie würden sicherlich gute Drachenreiter abgeben. Der Glutkessel, der uns nach Kutaro brachte aber auch. Er schien eine Sympathie für Blackberry zu hegen, warf die ganze Zeit Blicke auf sie. "Er braucht einen Namen." "Was? Oh, ihr gebt euren Drachen ja Namen!", sagte Blackberry. Ich nickte erfreut. "Das ist wichtig! Willst du ihm einen geben?" Sie sah erstaunt aus, "Ich?" Ich kicherte. "Ja, du!" Sie überlegte und ich konnte förmlich sehen wie ihr Gehirn krampfhaft nach einem wunderschönen, passenden, besonderen Namen suchte. Ja, sowas brauchte seine Zeit... "Was ist das überhaupt für eine Rasse?", warf Clarissa ein. "Ein Glutkessel." Und ich legte los, erklärte die besonderen Merkmale dieser Art. "Wasserspeier!", sagte Blackberry unvermittelt und strahlte über das ganze Gesicht. "Er soll Wasserspeier heißen!" Ich lehnte mich etwas nach vorn. "Na, magst du den Namen?", fragte ich ihn.
    "Ruurrrr!", Er wandte den Kopf, ein Lächeln in den Augen.
    Erfreut streichelte Blackberry den blass türkis grünen Rücken. Ich hatte so ein Gefühl, dass Wasserspeier und Blackberry gut zusammenpassten. Und ich war stolz darauf. Es stimmte mich optimistisch, dass ich den Menschen auf Kutaro helfen konnte.

    "Dort unten! Das ist Kutaro!", rief Clarissa. Ich versenkte mir fast den Hals bei dem Versuch die Insel zu erspähen. "Wasserspeier, runter!" Er gehorchte sofort und ging in den Sinkflug. Von oben sah Kutaro wunderhübsch aus. Es war vollständig bewaldet, nur ein Fleckchen war für das Dorf frei. Hohe Klippen, ein paar Berge und sogar ein aktiver Vulkan. Doch beim Näherkommen entdeckte ich auch ein paar Drachen. "ANGRIFF!", brüllte jemand und uns flogen Steine und Pfeile um die Ohren. Wasserspeier schreckte zurück als ein paar Geschosse ihn nur knapp verfehlten. "Alles gut, du schaffst das!", flüsterte ich und erneut setze er tiefer. "STOPP!", schrie Clarissa. War mein Trommelfell geplatzt? Sie konnte unglaublich laut schreien. Und tatsächlich, wir wurden nicht mehr beschossen. "Lande, Großer!", murmelte ich und Wasserspeier setze zur Landung an. Wir sprangen von seinem Rücken, er neigte wie zum Abschied den Kopf, doch ich glaubte, dass er sich noch ein Weilchen vor der Küste herumtreiben würde... "Wer seid ihr?", sagte ein Mann. Blackberry ergriff das Wort: "Das sind Grobian und Lil. Sie kommen von Berk. Um uns zu helfen!"
    Sofort löste sich die Angriffspositionen auf. "Sie... Sie wollen uns wirklich helfen?" Blackberry nickte. Ich lächelte. "Dann, herzlich Willkommen auf Kutaro, ich bin Korbian. Und das" er zog eine hübsche Frau zu sich, "ist meine Frau Leticia."
    Sie zeigten uns ein kleines Holzhaus in dem Grobian und ich wohnen konnten.

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    (Das auf dem Bild ist übrigens Lil ;)) Ein Schrei zerriss die friedliche Abenddämmerung: "DRACHENANGRIFF!" "WELCHE?" " &quo
    (Das auf dem Bild ist übrigens Lil ;))
    Ein Schrei zerriss die friedliche Abenddämmerung:
    "DRACHENANGRIFF!"
    "WELCHE?" "
    "STACHELFLÜGLER, DORNENFALLEN, KRALLENGLEITER!"
    Ich kannte mich gut mit Drachen aus, aber von diesen Arten hatte ich noch nie gehört. "Unser Auftritt!", sagte Grobian mit einem fast fröhlich en Lächeln. Ich nickte und ging nach draußen. Die Hölle war los. Wilde Drachen tobten durch das Dorf, spien Feuer und verwüsteten es nach Leibeskräften. Ich rannte auf den Dorfplatz wo scheinbar am meisten Drachen waren. Ein riesiger, orangegelber Drache, der mich irgendwie an einen Holzklau erinnerte zerquetscht mich fast. Ich hob die Arme hoch, er bremste scharf, doch kam erst Zentimeter vor mir zum Halt. "Ruhig, Großer... Alles gut...",, jubelte ich, schaute ihm tief in die Augen und streckte langsam die Hand aus. Er wich zurück, musterte mich fast ängstlich, dann ganz langsam senkte er den Kopf und legte seine Schnauze gegen meine Hand. Ich lächelte, "Fein, Großer, magst du mir helfen?" Er schaute mich warm an und ließ mich bereitwillig aufsitzen. Was nebenbei gar nicht so einfach war, weil er wirklich ein sehr großer Drache war... Ich schätzte ihn ungefähr auf die Größe eines Taifumerangs. Ganz leicht stieß er sich ab, flog in die Luft und schaute mich fragend an. "Mach einfach, was ich sage, es ist ganz leicht!", sagte ich liebevoll. Dieser Drache war toll. Vielleicht bildete ich es mir ein, aber er schien zu nicken. "Sag allen Drachen, sie sollen aufhören zu kämpfen. Die Menschen werden dann auch sofort inne halten!" Er kreischte laut. Und tatsächlich! Zögerlich hielt einer nach dem anderen auf Feuer zu speien, wurde leise, manche landeten sogar. Und stattdessen starrten sie uns an. Vermutlich verstanden die Drachen nicht, wieso er mich auf seinen Rücken hatte steigen lassen, als auch warum ich ihn nicht schon angegriffen hatte. "Danke", hauchte ich leise, "du bleibt genau hier in der Luft schweben, okay?" Er grummelte wie zur Antwort und ich sprang von seinem Rücken. Ich zog die Schulter ein, beugte mich nach vorn, sodass ich viel kleiner erschien als ich eigentlich war. So näherte ich mich einem zweiköpfigen Drachen, der knurrte und aussah, als würde er mich jeden Moment rösten. Doch ich ging unbeirrt immer weiter auf ihn zu, hielt Blickkontakt und summte ganz leise eine Melodie. Er schloss das Maul wieder und legte den Kopf schief. Ich streckte beide Hände aus und die zwei Köpfe musterten sie misstrauisch. Dann legte vorsichtig der größere Kopf die Nase gegen meine Handfläche. Der kleinere tat es ihm gleich und ich lächelte zufrieden. Ganz sanft streichelte ich den Drachen und nickte. Er sah mich verwirrt an, schnaubte jedoch dann zustimmend. Die ganzen anderen Drachen, die uns wie gebannt zugesehen hatten, kamen zögerlich einen Schritt näher. Die Menschen hielten den Atem an, doch ich winkte sie in den Kreis, den die Drachen gebildet hatten. Noch viel vorsichtiger als die Drachen kam einer nach dem anderen in den Kreis wo sie eine verschreckt Traube bildeten. Das würde noch ein ganzes Stück Arbeit werden, aber ich hatte gerade zu glänzende Grundvoraussetzungen! "Darf ich vorstellen?", wandte ich mich an die Drachen, "Ich bin Lil und das sind die Menschen von Kutaro, mit denen ihr ab jetzt in Frieden zusammenleben könnt." Ich drehte mich zu der Traube, "Ich präsentiere, die Drachen von Kutaro, die von nun an sogar erwünschte Mitbewohner dieser Insel sein werden!" "Gut gesprochen!", raunte Grobian mir ins Ohr, als er neben mich trat. Ich grinste fröhlich. Das würde noch was werden...

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    "Zuerst musst du das Vertrauen deines Drachen gewinnen! Am besten, du gibst ihm zuerst einen Namen. Dann kannst du ihm zum Beispiel mit Fischen zeigen, dass du ihm nichts Böses willst. Und äh, eine Anmerkung dazu: wenn der Drache am Ende den halben Fisch auf deinen Schoß spuckt, ist das ein gutes Zeichen." Ich kicherte. Vater hatte mir oft die Geschichte erzählt, wie er und Ohnezahn sich kennengelernt hatten. Und Ohnezahn hatte ihm den Fisch fast ins Gesicht gereihert. Und Hicks hatte den angesammelten Fisch dann essen müssen. Ich schüttelte kurz den Kopf und wandte mich wieder meinen 'Schülern' zu. Ich wollte eigentlich auch etwas vorführen, aber da ich die ganzen Rassen hier noch nicht kannte, wollte ich noch etwas warten. "Kannst du uns das mal zeigen?", warf jemand ein. Ich hatte eine Idee. Ich lächelte: "Nicht ich. Aber ich werde euch zeigen, dass das wirklich funktioniert, kommt mit!" Alle standen auf und folgten mir zum Strand. Dort standen sie und schauten mich erwartungsvoll an. "Blackberry, komm bitte her." Mit erstaunt aufgerissenen Augen trat sie vor. "Was... Soll ich denn machen?", fragte sie entspannt. "Tu einfach, was ich sage", sagte ich und lächelte bei dem Gedanken an den Drachenangriff und den Holzklau ähnlichen Drachen. Sie nickte. "Ruf ihn. Ruf Wasserspeier!"
    Sie schaute mich verwirrt an, tat aber, was ich verlangte: "Wasserspeier? Wasserspeier!"
    Doch es geschah nichts. Alle atmeten hörbar aus, da sie offenbar die Luft angehalten hatten. Doch ich grinste gut gelaunt, bis plötzlich das Wasser vor dem Strand zu blubbert begann. Dann tauchte ein blass türkis grüner Kopf aus dem Wasser. Ich warf einen kurzen Blick nach hinten. Stielaugen, schoss es mir durch den Kopf. "Ruurrrr?" Wasserspeier blickte verwirrt die ganzen Menschen an. "Begrüße ihn! Freundlich!", zischte ich.
    "Ha-hallo, Wassersp-speier! Sch-schön dich wiederzusehen!", stotterte Blackberry, überwältigt von Wasserspeiers Größe. "Ruurrrr!" Er neigte kurz den Kopf, als wolle er sagen: "Finde ich auch."
    "Rede weiter mit ihm!"
    "Wie geht's dir so?" Langsam wurde ihre Stimme wieder fester, "Ich hab dich vermisst, Großer, weißt du das?"
    "Ruurrr!"
    "Ich wollte mich noch einmal bedanken, dass du uns gerettet und nach Kutaro gebracht hast, das war wirklich mutig von dir!"
    "Jetzt streckt langsam deine Hand aus, senke den Blick und warte!"
    Blackberry hob vorsichtig die Hand in Wasserspeiers Richtung, neigte den Kopf zum Boden, "und ich fände es mindestens genauso mutig, wenn du mir jetzt vertrauen würd-..." Sie hatte das letzte Wort nicht zuende gesprochen, als sie schon erschrocken die Augen öffnete und Wasserspeier ansah, der seine Nase sanft gegen ihre Hand drückte und ihr in die Augen schaute. Ich hörte erschrockenes Keuchen, gerührtes Seufzen und sogar eine hochgezogenen nase hinter mir. Blackberry hob die andere Hand und streichelte ganz sanft Wasserspeiers Gesicht, vollkommen verzückt. Sie wandte den Blick nicht ab, doch hauchte zu mir: "Wow... Lil, ich... Ich danke dir, das ist echt... unglaublich!" Ich wusste, was sie meinte. Wenn man seinen Drachen fand, konnte man ihn spüren. Es erschien, als könnte man die verschiedenen Stränge sehen, aus denen das Universum bestand. Man hatte sozusagen, seinen fehlenden teil gefunden und spürte die tiefe Verbundenheit mit seinem Drachen. Ich ging zu ihr und klopfte Blackberry auf die Schulter, flüsterte ihr noch ein kleines: "gut gemacht!" Zu bevor ich mich zu den anderen wandte: "So, so zähmt man einen Drachen. Wir haben unseren ersten Drachenreiter auf Kutaro!" Jetzt sah ich Blackberry noch einmal in die Augen und strich Wasserspeier über den Hals "Aber ihr habt noch eine Menge zu lernen!" Blackberry lächelte glücklich: "Wir schaffen das! Oder, Wasserspeier?" "Ruurrrr!"

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    Emely's Sicht:

    Ich saß am See von Kutaro und dachte nach. Was wäre wohl der perfekte Drache für mich? Mittlerweile gab es schon einige Duos auf der Insel. Blackberry und Wasserspeier. Clarissa hatte Zrakia, einen ungewöhnlich braunsilbernen kleinen Walddrachen für sich gewonnen. Und es gab noch einige andere auf Kutaro, die jetzt täglich mit Lil sich und ihre Drachen trainierten. Leaf und ihr kleiner Walddrache Forrestshadow zum Beispiel .Warum hatte ich noch keinen? Das Einzige, was mich tröstete war, dass ich nicht die Einzige war, die noch keinen Drachen besaß. Lil selber hatte noch keinen, Kira, die Tochter von unserem Oberhaupt Korbinian, die aber auch erst zehn war, sowie Blackheart, Bran, Lucy und Mia, meine Freunde. Ich schaute hoch zur Sonne. Bald war Mittag und dann wollte sich Lil mit denen, die noch keinen Drachen hatten treffen. Seufzend flocht ich meine Haare zu dem übliches Fischgrätenzopf, dann stand ich auf und machte mich auf den Weg zum Dorfplatz. Ich war die Letzte. Lil lächelte. "Dann sind ja alle da. Heute" Sie kramte ein großes, ledergebundenes Buch aus ihrer Tasche, "zeige ich euch das Buch der Drachen! Dort sind alle bekannten Drachenarten verzeichnet! Und die hier auf Kutaro möchte ich gerne hinzufügen! Und dafür brauche ich euch!" "Warum fragst du nicht die, die schon Drachen haben, die haben sicher mehr Ahnung!", murrte Mia. "Aber die sind mit ihren Drachen beschäftigt! Ich bin gerade eine Woche auf Kutaro, etwas mehr Begeisterung bitte!" Ich freute mich. Wir durften Lil helfen! Andererseits, einer musste es ja tun, denn Grobian war nach einigem Bedenken nach Berk zurückgekehrt. "Kommt schon!" Wir folgten Lil in ihr Haus, wo sie sich an den Tisch hockte und anfing zu erklären. "Drachen werden in unterschiedliche Klassen eingeteilt, die gewisse Merkmale haben. Die sieben Klassen sind: Gezeiten-Klasse, alle Wasserdrachen, Wackerstein-Klasse, schwer, aber gutmütig und fressen häufig Gestein oder ähnliches, die Pfeil-Klasse, besonders Schnell und leicht gebaut. Dann ist da noch die Aufspürer-Klasse, Drachen mit ausgeprägtem Geruchsinn, die Chaos-Klasse, Drachen mit besonderer Feuerkraft und Stärke. Die Angriffs-Klasse... Besonders schnell, klug und mutig. Und zu guter Letzt die Phantom-Klasse. Das sind Drachen mit außer gewöhnlichen Fähigkeiten und anderen Merkmalen."
    "Und wir sollen dir jetzt alle uns bekannten Rassen nennen, damit du sie hinzufügen kannst...?", sagte Kira. Lil nickte geduldig. Keine schlechte Idee. "Also?", fragte sie und auffordernd. "Äh... Der kreischende Krallengleiter?", warf Bran ein. "Der müsste zur Pfeil-Klasse gehören!" Lil nahm ihren Stift und begann auf einer leeren Seite zu schreiben. Ich mochte es eigentlich nicht zugeben, aber das hatte sie klug eingefädelt. Alle die keinen Drachen hatten, mithelfen lassen, sie so indirekt die Merkmale wiederholen lassen, uns das Gefühl zu geben gebraucht zu sein und gleichzeitig selbst einen Nutzen davon zu haben. Musste ich mir unbedingt merken.

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    Bran's Sicht:

    Erleichtert verließ ich Lils Hütte. Ich mochte Drachen, aber einen ganzen Nachmittag die Stärken der Rassen hier zu analysieren und zu bewerten, machte dann doch nicht so viel Spaß. Warum hatten eigentlich schon alle ihren Drachen, nur ich nicht? Unfair! Ich wäre der beste Trainer von allen! Mein Drache wäre ein mordsgefährlicher, wunderschöner, blitzschneller und einmalig genialer Drache! Seufz. Wieso dauerte das so lange!
    Unbewusst näherte ich mich den hohen Klippen. Kein Wunder! Ich hatte in der Klippe eine Höhle entdeckt, die offenbar nur ich kannte und ich ging dort oft hin, wenn ich allein sein wollte. So oft, dass meine Füße den weg auswendig kannten und von allein losliefen. Als ich den Rand erreichte, stellte ich mich an die kante und starrte auf das Meer. Die Wellen warfen sich unermüdlich gegen die Felsen. Als wollten sie mir sagen, dass ich nicht aufgeben sollte. Okay, ich musste dringend zu meiner Höhle, ich wurde schon so.... komisch! Ich schwang mich über die Kante und kletterte vorsichtig entlang der feuchten und salzigen Felsen nach unten. Ich zuckte nicht, als der Wind zunahm und mich theoretisch wegblasen könnte. Er peitschte die Wellen bis zu mir hinauf und ließ die Tränen des Meeres sich in meine Kleidung sickern. Höhle! Ganz schnell! Endlich konnte ich mich auf den schmalen Sims fallen lassen. Ich setze mich ohne zu zögern hin und ignorierte die Wellen die mich bis auf die Knochen durchnässten. Wenn ich mich konzentrierte, meinte ich den Gesang eines Sturmsingers hören zu können. War das eigentlich nur eine Legende, oder gab es diesen Titan wirklich?
    "Queerrrraaa!"
    Ich spürte, wie ich kreidebleich wurde. Das hatte ich mir nicht eingebildet.
    Aber es war auch nicht aus dem Meer gekommen, sondern aus dem Dunkeln in der Höhe hinter mir. Meine Nackenhaare sträubten sich, während ich mich langsam umwandte.
    "QUEERRRRAAA!"
    Noch lauter war der schrei. Eindeutig ein Drache. Und es klang beinahe so wie... eine dämonische Narbenkralle! Ein klischeehafter Horrordrache! Wie in Zeitlupe stand ich auf. Lil hatte versucht uns auf alle möglichen Situationen mit wilden Drachen vorzubereiten. War das vielleicht der Zeitpunkt, an dem ich meinen Drachen erhalten würde? Jetzt erst bemerkte ich, dass ich mich meine Füße zum Ende der Höhle getragen hatte. Aber da war nichts. Nur nasses Gestein! Was war hier los? Von wo war der Schrei denn dann gekommen? Ich kniff die Augen zusammen und trat noch einen Schritt näher an die Wand... Dort... Hinter dem sperrigen Felsen... war... ein Weg! Beängstigend eng und schaurig dunkel, aber wie magisch angezogen betrat ich den schmalen Durchgang. Irgendwie spürte ich, dass ich dort hin musste. Was würde jetzt kommen? Einen Schritt nach dem anderen, bis ich ein buntes schimmern am Ende des Gangs sah.
    Mein Mund klappte auf als der Gang sich verbreitete und eine wunderschöne Höhle, voll von bunten Kristallen und Tropfsteinen offenbarte. Von nirgendwo kam Licht und doch schimmerte die Steine und tauchten alles in farbiges Licht. Es war wunderschön. Ich trat weiter in die Höhle. Sie war erstaunlich groß mit mehreren Säulen aus Kalkstein. Wow. Ich konnte hierfür keine Worte find-...
    "QUEERRRRAAA!"
    Laut hallte der schrei von den Wänden wieder, so ohrenbetäubend laut, dass es unmöglich zu sagen war, von wo er genau kam. Ich zuckte unwillkürlich und ein eisiger Schauer überfahren mich.
    Wieso war ich nur hergekommen? Hätte ich es mal bleiben lassen!
    Noch während das letzte Echo verklang, hörte ich ein Schnaufen. Weiter hinten in der Höhle. Endlich hatten sich meine Augen an das diffuse Licht gewöhnt und als ich sorgfältig noch einen Schritt näher trat, konnte ich die Silhouette eines Drachen erkennen. Einer dämonischen Narbenkralle um genau zu sein. Schluck.
    Ihre kalten, silbernen Augen waren auf mich gerichtet und schimmerte unheilvoll. Als ihr Blick mich tarf, blieb ich wie angewurzelt stehen. Ein Knurren stieg aus der verunstalteten Kehle hoch. Ich konnte mich nicht rühren. Dann glitzerte etwas dunkel zu den Krallen des Drachen. Ich schaffte es den Blick darauf zu wenden. Blut. Und plötzlich konnte ich es riechen. Es war heiß und dickflüssig. Dieser Drache war verletzt. Nur... warum? Was war geschehen? Sie knurrte erneut und erhob sich langsam. Ich konnte mich immer noch nicht rühren. Es war wie in einem dieser fruchtbaren Alpträumen in denen man sich nicht rühren kann und dann aufwacht, kurz bevor man stirbt. Aber ich würde nicht aufwachen. Das hier war real. Mit eleganten schritten umkreist sie mich einmal und zog dabei eine Blutspenden hinter sich her. Der metallische Geruch brannte unangenehm in meiner Kehle. Als sie wieder vor mir stand schaute sie mir tief in die Augen und musterte mich scharf. Ich starrte nur zurück und versuchte zu erraten, was sie in mir sah, als sie sich zurückzog und wieder in der Ecke niedersinken ließ. Sie stieß eine Art Stöhnen aus und begann das Blut von den Wunden auf ihrem Körper zu lecken. Und auf einmal löste sich meine Starre. Ich machte vorsichtig Schritt auf sie zu, was sie mit einem Seitenblick quittierte und ansonsten ignorierte. Langsam näherte ich mich ihr immer weiter. Ich streckte meine Hand aus und berührte ganz sacht die trockene Haut. Sie wandte ruckartig den Kopf und starrte mir in die Augen. Ich konnte für diesen Moment keine Worte finden. Ich... Verstand sie. Als wären wir Seelenverwandte. Sie schaute mich so schlicht an und ich konnte Gefühle in ihnen sehen. Gefühle, die meinen verdammt ähnlich waren. Es war wunderbar, faszinierend und verachtenswert zugleich. Warum? Ich wollte nicht, dass jemand meine Gefühle kannte, doch ich konnte sehen, dass sie es konnte. Das war wirklich wie ein wahr gewordener Alptraum!

    So würde ich sie nennen. Nightmare. Passte. Ihre dunklen, blau schwarzen Schuppen hatten ein eigentümliches, aber hübsches Muster.
    War sie jetzt mein Drache? Eine dämonische Narbenkralle? Ich schüttelte den Kopf, trat zurück und beobachtete sie. Sie leckte wieder ihre Kratzer und ignorierte mich. Schön, das konnte ich auch.

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    Lil's Sicht:

    Ich gähnte zufrieden. Wir hatten eine ganze Menge eingetragen und ich hatte viel gezeichnet, aber jetzt wusste ich im Groben eine ganze Menge über die Drachen hier auf Kutaro. Ich hatte auch schon einige Schwärme schreckliche Schrecken entdeckt, aber ein Großteil der Insel war von diesen anderen Arten bewohnt. Ich verließ nach kurzer Zeit mein Haus. Ohne Grobian wirkte es leer, weshalb ich nicht gerne allein darin war. Ich sollte mal wieder an Mom und Dad schreiben. Sicher hatte Grobian ihnen vieles erzählt, aber alles konnten sie noch nicht wissen. Ich würde ihnen das Buch der Drachen schicken, damit sie auch davon lernen konnten. Ich streifte durch das kleine Dorf und fand nach kurzer Suche zwei Schrecken, die sich am Boden balgten. Meinen Brief hatte ich bereits geschrieben und band ihm den roten ans Bein. Dem blauen schnallte ich das Buch um, dann flüsterte ich ihnen noch zu: "Fliegt nach Berk und überbringt das meinem Vater!"
    Ein kleines Kreischen, dann flogen sie bereits davon. Ich seufzte. Hier war es schön und ich fühlte mich auch sehr willkommen und wohl, aber es war halt nicht Berk. Heimweh, das hatte ich. Ich sah den Schrecken noch ein ganzen Weilchen hinterher, während es langsam zu dämmern begann.
    Ich erschreckte mich und zuckte heftig zusammen als sich hinter mir jemand räusperte.
    "Äh... hi Lil, wollte dich nicht erschrecken"
    "Hi, Julien. Ist was?"
    Ich sah ihm in die Augen und überlegte. Ich hatte Kopfschmerzen von dem ganzen Nachdenken am Nachmittag und eigentlich auch keine Lust mehr auf nichts.
    Er wirkte unbehagt und biss sich auf die Lippe, dann aber sprach er doch: "Ich hab komische Geräusche gehört... Ich glaube von einem Drachen und irgendwie klang es halt seltsam und ich hab gedacht du hast doch mehr Ahnung davon..."
    Ich nickte müde. Jetzt wo er es sagte meinte ich auch ein leises Geräusch in der Stille zu hören. Julien drehte sich um und ging los, ich folgte ihm einfach. Nach einiger Zeit blieb er stehen.
    "Jetzt ist es weg...", murmelte er. Ich unterdrückte den Seufzer und zuckte nur die Schulter.
    "Macht nichts." Ich wollte noch etwas von wegen wenn es wichtig gewesen wäre hätte es nicht aufgehört sagen oder so ähnlich, als ich aus dem Augenwinkel einen dunklen Schatten blitzschnell vorbeihuschen sah. An der Art wie Julien inne hielt, ja fast erstarrte erkannte ich, dass er es auch gesehen hatte und ich es mir nicht nur einbildete. Ich hob den Kopf zum mittlerweile nächtlich dunklen Himmel. Der Schatten tauchte wieder auf und majestätisch glitt ein schwarzblauer Drache auf uns zu und landete elegant. Wenn mein müdes Hirn mich nicht täuschte war es eine dämonische Narbenkralle. Sie schnaufte einmal und wandte mir die geheimnisvoll silbernen Augen zu. Die Rädchen drehten sich langsamer als sonst... lag wohl an der Müdigkeit... Narbenkralle... gefährlich... selten... ätzendes Feuer... Insgesamt war nur sehr wenig über diese mystischen Drachen bekannt und wir hatten sie zur Angriffs-Klasse gezählt. Natürlich viel zu spät bemerkte ich, den Mensch der von ihrem Rücken glitt. "Hi!"
    Es war Bran. Offensichtlich hatte er seinen Drachen gefunden. Glückwunsch! Ich hätte mich ja für ihn gefreut, aber mein Körper sträubte sich gegen alles was nicht "Bett", "Decke" oder "schlafen" hieß. Ich lächelte also nur matt und gab ein schläfriges: "Hi" zurück.
    Trotz seiner Mühen es zu verbergen konnte ich sehen, dass er innerlich vor Glück strahlte. Und das war der Moment wo mich ein kleiner Schlag durchfuhr. Würde ich das auch irgendwann erleben? Diese unendliche Freude, wenn man seinen Seelenverwandten traf? Hoffentlich.
    "Dann haben wir wohl morgen ein weiteres Duett in der Trainingsstunde mit Drachen!" Ich konnte mir ein kleines verschmitztes Grinsen nicht verkneifen, "bei Sonnenaufgang am Strand!"
    Er erwiderte das Grinsen und klopfte der Drachin den Hals. Ich nickte ihm noch einmal zu, dann drehte ich mich um um endlich schlafen zu gehen. Dann fiel mir Julien auf, der wie erstarrt Bran und seinen Drachen anstarrte. "Julien, Mund zu, die Milchzähne werden sauer!", sagte ich in liebenswürdigen Tin zu ihm, dann verschwand ich mit einem kleinen: "Gute Nacht!"
    Heute war ein anstrengender, aber erfolgreicher Tag auf Kutaro gewesen...
    Als ich endlich in meinem Bett lag war mein letzter Gedanke bevor ich einschlief: Hoffentlich hat sich Bran warm angezogen...

    10
    Lil's Sicht:

    Ich sprang von Baum zu Baum und hangelte mich flink vorwärts, bis ich gegen einen Baum klatschte. Mit einem Ruck fuhr ich hoch. Ein Traum, natürlich! Jetzt bemerkte ich die zwei schrecklichen Schrecken, einer auf meinem Bauch, auf den er sich offensichtlich hatte fallen lassen, der andere flatterte in der Luft daneben. Und nachdem ich ein paar Mal geblinzelt hatte sah ich auch, dass einer einen Brief um das Bein gebunden hatte. Ich nahm ihn ihm ab und las. Wie ich meine Eltern vermisste. Und Grobian. Und meine Freunde! Ich wischte einmal mit der Hand durch mein Gesicht, bis ich mich wieder eingekriegt hatte. Der Brief war wirklich nichts Besonderes! Auf Berk war nicht wichtiges passiert, es stand nur drin, dass Hicks und Astrid mich vermissten. Gedankenverloren streichelte ich die Schrecken. Bis mir einfiel, dass ich die Drachenreiter zu Sonnenaufgang an den Strand bestellt hatte. Es dämmerte bereits, also stand ich auch und machte mich auf den Weg zum Treffpunkt. Mir fiel wieder mal auf, wie lang der Weg doch war, wenn man nicht flog. Als ich von den Klippen runter sah, waren die meisten schon da. Das Geschwätz konnte ich selbst hier oben hören. Ich beeilte mich nach unten zu kommen. "Hi, Lil! Was machen wir heute?", fragte Leaf. Ja, was machen wir heute, Lil? Gute Frage! Ich wusste es nicht. Normalerweise hatte ich mir immer am Abend vorher sowas überlegt, aber ich war gestern einfach zu müde gewesen. Ich strengte mich an. "Morgen erstmal! Äh... wir machen heute Balanceübungen! Bran, kannst du mich mitnehmen? Du sollst die Übungen noch nicht machen." Bran sah etwas enttäuscht aus, reichte mir aber seine Hand und half mir auf den Rücken von seinem Drachen. "Wie heißt sie überhaupt?", fragte ich kurz. "Nightmare." Ich lächelte: "Ein schöner Name!" "Queerrrraaa", grummelte Nightmare. Ich wandte mich wieder den anderen zu. "Aufsteigen und über das Meer fliegen!" Alle stiegen auf und flogen los. "Zeig mal, was du schon kannst!", sagte ich zu Bran, der sofort Nightmare aufforderte den anderen zu folgen. Sie schoss los und trotz des halsbrecherischen Tempo konnte ich sehen, dass Bran richtig Spaß hatte. Ich grinste und hielt mich fest. Nach sehr kurzer Zeit hatten wir die anderen schon eingeholt und setzen uns an die Spitze. Ich drehte mich um, sodass ich die anderen ansehen konnte. "Fliegt knapp über dem Wasser!" Und schon verringerten alle die Höhe und ließen ihre Drachen kurz über der Wasseroberfläche hersausen. Der Wind pfiff mir in den Ohren, aber ich war sicher die anderen würden mich verstehen können. "Hinstellen!", kommandierte ich. Sie waren es bereits gewohnt, dass ich bei den Übungen ziemlich wortkarg bis ruppig war. Ohne zu fragen stellten sich alle wackelig hin, auch wenn ich sehen konnte, dass sie mit dem Wind zu kämpfen hatten. Aber das war ja der Klu. Leaf und Clarissa flogen nah beieinander und es sah aus, als wollen sie sich an der Hand nehmen um nicht umgeweht zu werden. Ich verkniff mir das Lachen und machte ein paar Übungen vor. Nightmare benahm sich mustergültig, auch als ich mich an ihrem Schwanz weiter nach hinten hangelte. Sie drehte kurz verwundert den Kopf, flog aber ruhig weiter. Erstaunlich dieser Drache. Die anderen gaben ihr Bestes und ich war wirklich überrascht, wie gut es funktionierte. Ich kletterte wieder auf ihren Rücken und wollte ein: "Gut gemacht, Leute!" zu ihnen rufen, als mich wie schon am Abend davor eine Bewegung, die ich im Augenwinkel sah unterbrach. Diesmal war der Schatten leuchtend rot und im blauen Wasser gut zu erkennen, doch als ich den Kopf wandte war da nichts. Ich spürte wie ich eine Gänsehaut bekam als eine ungute Vorahnung in mir hochkroch. "Vors-...!", wollte ich die anderen warnen, als ein feurig orange Gestalt aus dem Wasser hochschoss und dabei Nightmare fast von unten rammte. "Queerrrraaa!", kreischte sie auf und schlug einen so heftigen Harken, dass ich fast von ihrem Rücken geschleudert wurde. Das orange Monster wendete blitzschnell und stieß mich von ihrem Rücken. Ich schnappte noch nach Luft bevor die dunklen Wellen über mir zusammenschlugen. Ich sah noch einmal kurz den in milde Farben getauchten Himmel und war überzeugt, es würde das letzte Mal sein.

    11
    Blackberry's Sicht:

    Es war einer dieser Momente, die unglaublich schnell passierten, die man aber wie in Zeitlupe wahrnahm. Träumte ich? Das war alles so verrückt! Ich konnte mich nicht rühren und starrte nur regungslos auf die Stelle im Wasser wo Lil eben verschwunden war. Was war eben passiert? "Ruurrrr!", schrie Wasserspeier und ich endlich lief alles wieder im gewohnten Tempo. Ich bemerkte den Wind, der versuchte uns wegzuwehen und die Gischt, die aus dem Meer spritzte wieder. Aber Lil's Kopf tauchte nicht mehr auf. Als hätte der Drache sie in einen tiefen, blauen Schlund geworfen. Drache! Das Wort hallte durch meinen Kopf, aber ich konnte keinen Zusammenhang erstellen. Dann zischte die orange Gestalt dicht an uns vorbei. Wasserspeiers Kopf ruckte zurück, so plötzlich, dass ich fast ebenfalls stürzte. Ich klammerte mich fest, während eine zweite, mächtige Gestalt aus dem Wasser in die Höhe schoß. Endlich erinnerte ich mich. Ein Flammenflügel und ein Tritonis! Eine quälend heiße Flamme verfehlte uns nur knapp, als der Flammenflügel seinen Kampf mit dem Tritonis fortsetzte. Rot gegen blau, Feuer gegen Wasser. Der Tritonis feuerte nun einen dampfenden Wasserstrahl ab, dem der Flammenflügel auswich und auf seinen Gegner zustürzt, um ihn mit seinen Krallen anzugreifen. Ich erinnerte mich, dass der Tritonis eine verwandte Rasse des Glutkessels war. Wasserspeoer schreckte zurück und ich benötigte alle meine Kraft um Wasserspeier wieder etwas zu beruhigen. Ich wollte ihn zur Wasseroberfläche lenken, doch immer bei einem Versuch versperrten uns die in einander verkeilten Drachen den Weg. Lil war noch dort unten. Langsam aber sicher wurde ich panisch. Ich begann zu zittern und hoffte, dass ich gleich aufwachen würde und mir auffiel, dass ich verschlafen hatte und ich möglichst schnell an den Strand musste um noch pünktlich zu kommen. Egal was, Hauptsache, das hier war nicht real.




    Bran's Sicht:

    Blackberry kam einfach nicht durch! Wasserspeier war ein Wasserdrache und somit am besten geeignet um ins Wasser zu tauchen, aber immer wieder auf's Neue wurde ihm der Weg abgeschnitten. Ich beugte mich vor und flüsterte Nightmare zu: "Jetzt musst du mir vertrauen, ja? Wir schaffen das!" "Queerrrraaa!", antwortete sie mir und ich wusste, ich konnte mich auf sie verlassen. Ich trieb sie an und wir flogen exakt zwischen die Fronten der wütenden Drachen. Es war Nightmare zu verdanken, dass ich nicht von einem glühend heißen Wasserstrahl getroffen wurde, als der Tritonis noch einmal schoss. "QUEERRRRAAA!", heulte Nightmare und tatsächlich hielten die zwei inne. Als hätten wir uns abgesprochen, erschienen Leaf und Clarissa, jede bei einem Drachen und versuchte ihn zu beruhigen. "Jetzt, Blackberry!", brüllte ich sie an. Aber ich konnte nicht schauen, ob sie auf mich hörte, weil der Flammenflügel laut fauchte. Ich hörte ein Platschen und hoffte, es möge von Wasserspeier und Blackberry kommen.
    Der Tritonis wollte an Clarissa vorbei und begann Zrakia anzugreifen. Diese schreckte zurück. Der Flammenflügel nahm Anlauf als wollte er Leaf und Forrestshadow gleich rammen. Nightmare machte einen Satz vorwärts und die zwei Drachen gingen wieder aufeinander los. Das Kreischen dröhnte in meinen Ohren, doch ich hörte trotzdem ein weiteres, leises Wasserplatschen. Wasserspeier erhob sich aus dem Wasser, auf ihm Blackberry und Lil. Doch ich hatte keine Zeit um erleichtert aufzuatmen, ich schrie: "Flieg zum Strand!" Blackberry nickte und lenkte ihren Glutkessel Richtung Strand. Eigentlich hatte ich ihnen sofort folgen wollen, aber die zwei Drachen sahen nicht sonderlich gut aus... Zumindest der Tritonis hatte einige tiefe Kratzer an der Brust. Ich bedeutete Leaf Clarissa mit dem Tritonis zu helfen, während ich zum Flammenflügel flog. Er musterte mich feindselig und seine goldenen Augen funkelten auf unheilvolle Art. Es erinnerte mich an Nightmare, nur das ihre Augen kalt und silbern waren und seine goldenen nur so vor heißem Zorn sprühten. "Queerrrraaa!", brüllte Nightmare und schaffte es, ihn ein Stückchen zurückzutreiben. Dann stieß er Dampf aus den Nüstern und plötzlich spürte ich seinen Zorn. Ich wurde ebenso wütend und könnte.... MAN ICH WAR EINFACH UNGLAUBLICH ZORNIG! Nightmare drehte besorgt den kopf zu mir und grummelte beruhigend. Was dann geschah würde ich mir nie verzeihen und niemals vergessen. Der Flammenflügel nutzte Nightmares Unaufmerksamkeit und spie eine Flamme auf sie. Da ihr Kopf zu mir gedreht war, konnte ich die unglaublichen Qualen sehen, die sie litt. Flammenflügel Feuer hatte es in sich... Es sorgte dafür, dass der Getroffene den für ihn persönlich schlimmsten Schmerz fühlte. Nur einen und trotzdem unvergesslichen Moment konnte ich in ihre Augen sehen, als sie sich heftig herum warf und ich mich ordentlich festklammern musste um nicht zu stürzen. Sie flog so schnell sie konnte zurück zum Strand. Diesmal konnte ich das Tempo nicht genießen, weil sie es nur vom Schmerz beflügelt hielt. Trotzdem fiel ein winziges, ganz kleines bisschen Panik von mir ab, als ich Blackberry und auch Lil am Strand sah. Doch das hielt nicht lange, nämlich genau bis ich die Blicke der zwei sah und den fürchterlichen Schrei hinter mir hörte. Ich drehte den Kopf. Der Flammenflügel verfolgte uns. Und plötzlich wurde mir klar, dass das gerade eben nichts im Vergleich zu jetzt war. Nightmare war nicht mehr sie selbst vor Schmerz. Halb wahnsinnig, wie ein Vogel, mit gebrochenen Flügeln zwischen den Krallen einer Katze hängt. Ich schloss die Augen. Ich musste jetzt ruhig bleiben. Sonst würde ich eine Katastrophe erleben.

    12
    Elvea's Sicht:

    Ich stand oben an den Klippen und starrte geschockt nach unten. Was ging da vor sich? Ein böser Streich? Mein Gehirn weigerte sich zu glauben, dass das, was da unten geschah wahr war. Das konnte schlicht nicht sein. Als wenn! Ich zuckte als sich etwas auf meine Schulter setze. Fred, natürlich! Der Drache war schlecht erzogen! Und wie auf Kommando tauchten auch James in Begleitung von Melissa und Firelight auf. Die zwei hatten sich heute vom Drachentraining abgemeldet und offenbar war das keine schlechte Idee gewesen. Jetzt konnte ich mir sicher sein, dass ich es mir nicht nur einbildete, denn auch die Zwillinge erstarrten, als sie sahen, was ich schon die ganze Zeit anschaute. Bran und Nightmare, die in verzweifeltem Sprint auf den Strand zujagden um nicht von einem wutschnaubendem Flammenflügel verspeist zu werden. Und plötzlich, ohne dass ich erklären konnte warum, kam Bewegung in mich. Ich rannte los, hinunter zum Strand, so schnell mich meine Füße trugen. Mittlerweile waren Nightmare, Bran und ihr Verfolger dem Strand schon sehr nahe. Ich wollte schreien, sie sollten woanders hin fliegen und den Flammenflügel von Kutaro fernhalten, aber erstens kam kein Laut aus meinem Mund und zweitens hätte ich schon übernatürlich laut brüllen müssen. Näher, immer näher. Der Flammenflügel war ein unheilvoller Drache, rot wie der Sonnenuntergang und in Flammen gehüllt. Dann setzte mein Gehirn einfach komplett aus, weil das so verrückt war, was jetzt geschah.
    Aus dem Nichts düste ein Drache und ein Reiter heran. Ich erkannte weder den Drachen noch das schmächtige blonde Mädchen auf seinem Rücken. Nur einen seltsamen Schrei den sie vor sich gab, als Soe ihren Drachen genau zwischen Bran und seinen Verfolger lenkte. Ich wollte meinen Augen nicht trauen als der Drache tatsächlich bremste. Die funkelnden Augen richtete er auf das Mädchen und als sie merkwürdige Geräusche von sich gab löste er sein Rundumfeuer auf. Sie drehte sich um ihn und er mit ihr. Es war schlicht unglaublich, wie sie den Drachen beruhigen und offenbar auch lenken konnte. Aber unglaublich oder nicht, Soe war unsere Rettung. Bis eine kleine Wasserfontäne von unten Schoss. Ich würde wetten, es war der Tritonis von eben. Das Schicksal würde seinen Lauf nehmen und ich hatte bereits vor Augen, wie das Dorf in Schutt und Asche gelegt wurde und meinte sogar die Hitze zu spüren.

    13
    Doch ich irrte. Tatsächlich schoss ein Mondquallensichler aus dem Wasser! Ich zuckte zurück als das Wasser mich nass spritzte. Der Flammenflügel warf wild den Kopf hin und her, während der Sichler furchtlos auf ihn zu flog und böse knurrte. Nein, nicht noch ein Drachenkampf! Der Drache des fremden Mädchens, ich hatte entschieden es war ein Sandgeist, wich zurück und machte dem Mondquallensichler und dem Flammenflügel Platz. Ich konnte nicht mehr nachdenken, denn mein Gehirn schien aus Meerwasser zu bestehen, dass einfach nur hin und her schwappte und sich nicht von den Geschehnissen beeindrucken ließ. Ich schloss die Augen und war sicher, ich würde ohnmächtig. Nur das laute Fauchen, das Kreischen, das gleichmäßige "schsch" des Meeres wiesen darauf hin, dass ich es nicht war. Dann ein kleiner schrei, doch ich kniff die Augen weiter zusammen. Erst als ein "ZWUSCH!" ertönte öffnete ich sie wieder. Der Flammenflügel war verschwunden. Das fremde Mädchen ebenso und nur der Sichler war noch am Strand. Doch er blutete! Das konnte ich nicht mitansehen, nicht nachdem dieser Drache uns gerettet hatte, wie ich glaubte! Ich suchte den Blickkontakt und tatsächlich schaute mir der Sichler schon in die Augen. Ein erwartungsvolles Kribbeln breitete sich in mir aus, auch wenn ich nicht erklären könnte, weshalb. Der Sichler landete auf dem feuchten Sand und schaute mich nach wie vor an. Bildete ich es mir ein, oder hatte er einen ähnlichen Blick drauf wie ich? Weshalb? Ich hatte mich langsam vorwärts bewegt, während ich dachte und war schon ziemlich nah an dem Drachen dran. Ich sah wie sich das Sonnenlicht in den kleinen Wassertropfen auf seiner Haut fing. Aber auch die wie das Blut daran herunterlief. Ich roch den salzigen, brennenden Geruch des Meeres. Aber auch den metallischen des Bluts, rote Perlen auf blauem Untergrund. Der Drache blutete und trotzdem stand er hier am Strand und beobachtete mich. Ich hob langsam den Arm. Er regte sich nicht. Aber er wendete den Blick zu meinen leicht zitternden Fingern. Und wieder wurde mein Gehirn zu Meerwasser, das im Gleichklang mit der See hin und her wiegte und das eintönige "schsch" sang. Curan, dachte ich. Wieso, direkt danach. Wieso fiel mir oder dem Meer JETZT ein Name für den Sichler ein? Ich hatte ihn doch grad eben überhaupt zum ersten Mal gesehen! Die Augen von Curan funkelten als hätte sie meinen Gedanken gelauscht. Aber... wie...hä? Das konnte soweit ich weiß kein Drache und -... Ich bemerkte, dass ich abschweifte. Und dass ich in der Bewegung erstarrt war. Und dass Curans Augen eher verwirrt als wissend funkelten. Ich lächelte entschuldigend und streckte sie etwas weiter vor, meine Hand. Jetzt kam auch Aktion in Curan. Sie hob den Kopf höher, schlug leicht mit den Flügeln und pustete mir ihren Atem auf die Hand. Ich schluckte hart, zwang aber meine Muskeln nicht zu zucken. Ich durfte jetzt nicht losschreien. Ich war kein Angsthase, aber trotzdem, wenn man bedachte, was Curan mit mir anstellen konnte, so nah wie ich ihr stand... So nah, ich könnte die Haut berühren, die bestimmt ganz glitschig war. Und bestimmt könnte ich ihre Wunden versorgen und den Blutfluss stoppen, damit sie wieder gesund würde. Und ich könnte sie zu meinem Drachen machen und wenn sie gesund war mit ihr über die Insel fliegen. Fliegen bis über die Wol-.... Jetzt musste ich noch größere Willenskraft beweisen um nicht zu zucken. Während ich schon wieder in Gedanken ans andere Ende der Welt gereist war, hatte Curan die Zeit genutzt und Vertrauen zu mir aufgebaut. So schien es mir jedenfalls.

    Lil's Sicht:

    Ich hätte mir so richtig die Hand vor die Stirn hauen können, weil Elvea in Gedanken gar nicht anwesend gewesen war. Aber heraus kam ein gluckendes Kichern, dass aber schnell wieder verstummte, weil es schmerzhaft in der Kehle brannte. Salzwasser trinken konnte ich nur in Maßen weiter empfehlen... Aber Elvea sah aus als würde sie auch gerne Lachen. Ihr Gesicht strahlte nur so und ihre Mundwinkel hoben sich bereits. Ich lächelte. Obwohl ich gedacht hatte, im Meer zu ertrinken, hatte genau das Elvea die Chance gegeben, ihren Drachen zu finden. Und allein für diesen Anblick von Elvea, als würde sie vor Glück am liebsten Platzen, allein dafür würde ich es jederzeit noch einmal machen. Alle anderen sahen auch zu wie Elvea den Mondquallensichler anschaute und ihre Augen leuchteten. Wie automatisch bewegten sich meine Füße zu ihr und mit rauer Stimme krächzte ich: "Steig auf!" Sie wirkte zwar verwundert gehorchte aber. Die Reaktion des Sichlers war genauso, verwundert, aber trotzdem machte er mit. Ich lächelte und sagte zu den anderen: "Begleitet sie... Passt auf und Blackberry" Ich hielt sie am Arm zurück, "haltet Ausschau nach dem fremden Mädchen, ihrem Drachen, dem Flammenflügel und auch dem Tritonis!" Sie nickte ernst und alle stiegen auf. Ich machte mich mit wackeligen Beinen daran wieder die Klippen hoch und zum Dorf zu kommen. Einen Blick über die Schulter und sofort sah ich Leaf, die Elvea bereits erklärte was die Grundlagen des Fliegens waren. Zu spät, dass ich nicht wusste, wo Bran war. Ein eiskalter Schauer verdrängte das bisschen Wärme, dass mein Körper wieder gewonnen hatte nachdem ich ins Meer gefallen war. Wo waren Bran und Nightmare?

    14
    KlickKlick's Sicht:

    Ich öffnete die Augen und zuckt etwas. Mein Rücken schmerzte ungeheuerlich. Flame stand über mich gebeugt und musterte mich besorgt. Mühsam setzte ich mich auf. Er stupste sanft mein Bein an und grunzte. Ich lächelte gequält. Was wohl passiert war? Ich konnte mich nicht mehr richtig erinnern. Ein flammenflügel war da gewesen. Und... und... Ach verdammt, ansonsten war alles weg! Aber ich wollte unbedingt wissen was geschehen war! Ich richtete mich auf und ignorierte den schmerz so gut es ging. Flame grunzte wieder und ich tätschelte seinen Kopf. Ich wollte mich nicht ausruhen, wer wusste, was alles in meinem Gedächtnis fehlte. Ich kämpfte mich auf seinen rücken und er flog ohne weiteren Kommentar los. Wann immer eine noch so kleine Windböe uns entgegen kam und Flame ganz leicht holperte, durchzuckte mich unfassbarer Schmerz. Wenn ich das richtig deutete, würde ich auf meinem Rücken Brandnarben vorfinden. Ich saß verkrampft auf Flame, der dadurch etwas nervös wurde. Bemüt beherrscht strich ich über seinen Hals und murmelte ihm beruhigend ins Ohr. Der Ausflug war meine Idee gewesen, also sollte nicht Flame auch noch irgendwie beunruhigt sein, nur weil ich meinen Dickkopf durchsetzen musste. Ich schloss die Augen als ein neuer Wind uns zart schüttelte. Hoffentlich waren wir bald da! Ich lächelte unwillkürlich, denn Flame wusste wohin ich wollte. Ich konnte zwar nicht direkt mit ihm reden, aber auch so verstanden wir uns blind. Allerding gefror das Lächeln aif meinen Lippen, als ich den Strand vor Kutaro sah. Mit einem Schlag war alles wieder da. Die Drachenreiter! Ich spürte wie Wut mich erfüllte. Flame hatte kich gerettet als ich ein kleines Kind war. Diese Menschen konnten nicht alle bei drachen aufgewachsen sein und ich war sicher, dass man anders das vertrauen der Drachen nicht gewinnen konnte. Garantiert quälten sie ihre Drachen und zwangen sie zum Gehorsam. Kurz musste ich wieder überlegen, warum ich noch einmal zwischen sie und den Flammenflügel gegangen war. Weil er die Narbenkralle getroffen hatte. Nur um sie zu retten. Egal wie sehr diese Menschen ihre Drachen auch quälten, nichts bereitete mehr Schmerzen als das Feuer von Flammenflügeln. Meine Miene wurde grimmig. Ich hatte sie gerettet und ich würde die Drachen wieder retten. Sie sollten nicht mehr leiden. Denn sie waren nicht böse. Ohne Föame wäre ich damals gestorben. Ich wusste nichts genaues, aber ich war überzeugt, dass diese Menschen auf Kutaro die Drachen als diener hielten. Nur warum ich das nicht früher gemerkt hatte? Och war fast immer hier. Ich hätte es früher merken müssen! Ganz sicher hätte ich es! Und dann tauchte ein Geaicht vor meinem inneren Auge auf. Ein Mädchengesicht mit langen, braunen Haaren und grünen Augen. Sie war neu. ... Sie war Schuld an dem Leid der Drachen! Hass erfüllte mich. Das würde sie bereuen. Ich wirde aus meinen Gedanken gerissen, als eine besonders fiese Böe Flame aus der Bahn warf. Ich stöhnte schmerzhaft und Flame grunzet wieder. Er drehte ab. Ja, richtig so, ich brauchte einen Plan. Ich würde sie alle büßen lassen!

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    (Kleine Exkursion zu Snogletogle auf Kutaro )

    Snogletogle- Das Fest der Lichter

    Inselsicht:

    Und wieder fiel leise der Schnee auf die Insel und ließ alles unter einer funkelnden Decke zurück. Die Nächte wurden kürzer und das war für alle das Zeichen, dass bald wieder Snogletogle vor der Tür stand. Snogletogle, das Fest der Lichter. Überall wurden Kerzen entzündet und große Feuer entfacht. Es war Symbol für die Stärke und Widerstandskraft der Wikinger auf Kutaro. Und natürlich gab es stets ein großes Fest in der großen Halle. Es gab verschiedene Vorführungen rund um das Feuer und alle waren fröhlich. Es wurde getanzt, gelacht und gesungen. Aber dieses Snogletogle sollte etwas ganz besonderes werden, denn jetzt gab es ein paar feuerspeiende, fliegende Monster auf Kutaro, die mitfeiern sollten. Die Drachen! Aber wo es zahme Drachen gibt, da sind die Reiter nicht fern. Und jetzt wollen wir schauen, wie sich das Fest mit den Drachen so abspielte...


    Leaf's Sicht:

    Ich war furchtbar aufgeregt und konnte nicht stillhalten. Elvea, Viktoria, Lil und ich würden eine Vorstellung mit unseren Drachen machen. Ich hockte am Waldrand auf einem Baum und beobachtete Forrestshadow, der fröhlich um die Baumwipfel zischte. Langsam färbte sich der Himmel rot, das Zeichen für mich, zur großen Halle zu fliegen. Ich pfiff nach meinem Drachen, der sofort angeflogen kam und mich gespannt musterte. Forrest wusste natürlich was vor sich ging, doch er war deutlich entspannter als ich. Ich hüpfte auf seinen Rücken und er schoss Richtung große Halle. Lil und Elvea warteten bereits. Ich landete neben ihnen. Sie lächelten zwar, aber Lil war etwas blass um die Nase und Elvea kaute auf ihrer Unterlippe. Dann kam auch endlich Viktoria. Ohne Worte und wie abgesprochen, flogen wir alle los und wärmten unsere Drachen auf. Lil hatte das Gesicht etwas angespannt. Von uns allen, musste sie wohl am nervösesten sein, weil nachher in der Show... Ich schluckte. Die Show. Und wieder fing ich etwas an zu zittern. Ich freute mich darauf, doch trotzdem könnte ich vor Nervosität sterben. Als die letzten Sonnenstrahlen hinter dem Horizont verschwanden, da begann das Fest. Musik ertönte aus der großen Halle. Wir stiegen von unseren Drachen und huschten hinein um auch etwas von den Vorführungen zu sehen. Feuertänzer, Feuerspeier, jemand der sein Huhn ansteckte. Ich erschrak, bis ich sah, dass das Huhn in dasselbe Leder gehüllt war, aus dem Lil eine Hose trug. Sie grinste nur. Ich lächelte auch, als mir einfiel, dass ich gleich ankündigen musste, dass alle nach draußen gehen sollten. Ich huschte in die Halle und als ein Wikinger über glühende Kohlen gelaufen war, fehlte nur noch unsere Show. Ich nahm seinen Platz ein und schluckte angesichts sämtlicher Augen, die sich auf mich richteten. "So!" Wie froh ich war, dass meine Stimme nicht über meine Angst verriet, sondern kräftig und laut durch die Halle schallte. "Jetzt wird es noch eine Show geben! Die Drachenreiter von Kutaro haben eine kleine Einlage vorbereitet, für die jetzt bitte alle einmal nach draußen gehen." Damit verschwand ich von der Bühne und quetschte mich wieder nach draußen. Auf dem kleinen Platz vor der großen Halle tummelten sich die Wikinger und schauten gespannt zu mir, die ich grad auf Forrests Rücken kletterte. Ich lächelte verkrampft und wartete bis alle da waren. Leider waren auch die anderen Drachenreiter da. Bram saß auf Nightmare um besser sehen zu können. Forrest scharrte mit den Krallen über den Stein, dann schoss er gerade in die Luft. Er drehte elegant einige Loopings und Pirouetten und ich hörte leise "Oh!"s und "Ah!"s. Curan und Elvea kamen dazu und wir zogen gemeinsam schöne Muster über den Himmel. Die Musik begleitete uns. Dann wurde sie plötzlich hart, als Lil und Viktoria scheinbar aus dem Nichts hervorschossen. Sie flogen wesentlich schärfere Kurven und schneller als Elvea und ich. Ich war selbst beeindruckt, wie echt es aussah, dass Viktoria und Lil ein Team gegen Elvea und mich waren. Wir wirbelten durcheinander und dann flogen Lil und ich ganz nah aneinander vorbei, sodass es aussah, als würde ich sie rammen. Red entzündete sich und warf mit einem wütenden Brüller den Kopf in den Nacken. Mir schien als würden sämtliche Zuschauer zurück zucken. Natürlich drehte Red nicht wirklich durch, aber es sah wirklich sehr gefährlich aus. Viktoria ließ ihren Taifumerang bei Reds Schrei einen Feuerwirbel um Lil und ihn erzeugen und sie sahen wirklich atemberaubend aus. Noch schneller schossen Lil und Viktoria hinter Elvea und mir her, dann teilten wir vier uns auf, jeder in eine andere Richtung und ließen unsere Drachen feuern. Die Flammen trafen aufeinander und in einem bunten Regen rieselten Funken auf die Zuschauer. Alle atmeten hörbar auf. Wir landeten und ein tosender Applaus brandete auf. Ich lachte glücklich und klopfte Forrest den Hals. "Das hast du klasse gemacht!"
    "Und nun!", ertönte Korbinians Stimme, "Lass und feiern!" Laute Rufe der Zustimmung erschallten und alle gingen in die Halle. Elvea, Viktoria, Lil und ich blieben wo wir waren und lächelten uns zu. Das Lichterfest Snogletogle hatte begonnen! Eigentlich wollte ich auch in die Halle als sich die Türen plötzlich wieder öffneten und alle Bewohner Kutaros hinausströmten. Sie hatten die Tische und Stühle dabei und brachten alles auf den Marktplatz. Sie sangen fröhlich. Die Fischer brachten ganze Schiffsladungen Fisch mit. Elvea lachte bei meinem verdutzen Gesicht. "Die Drachen feiern ab jetzt mit!", rief sie mir zu. Und tatsächlich! Es schien mir später als wären alle Drachen von Kutaro gekommen und friedlich feierten wir. Friede zwischen Drachen und Menschen. Ich glaubte, ich müsse weinen, so glücklich und gerührt war ich. Deshalb also hatte Elvea eine Vorführung gewollt. Um nicht nur das Lichterfest zu geiern, sondern auch als Symbol der Harmonie zwischen Drachen und Wikingern. Stattdessen stieß ich lieber einen Freudenschrei aus. Snogletogle war perfekt!

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    KlickKlick's Sicht:

    Am nächsten Tag, sah es nicht gut für mich aus. Ich stand wie immer früh auf. Flame war ebenfalls wach und grummelte leise als ich mich erhob. Ich verließ meinen kleinen Unterschlupf, mitten im dichten Wald auf Kutaro. Flame folgte mir, ich saß auf und ohne mein Kommando flog er los zu den Klippen. Ich genoss den Wind, der uns entgegen wehte, als wolle er sagen "Ihr seid nicht allein auf der Welt!". Irgendwie tröstlich, obwohl ich genau wusste, dass ich allein war. Natürlich hatte ich Flame, aber ich wusste nichts über meine echte Familie und jetzt hatte ich den Menschen auf Kutaro und diesem sonderbarem Mädchen den Krieg erklärt. Leicht landete Flame am Rand der Klippen und riss mich so aus meinen Gedanken. Egal wie ich den Teufel an die Wand malte, irgendwie schaffte ich es auch wieder positiv zu denken. Noch war es dunkel, aber am Horizont konnte ich bereits sehen wie die Sterne verblassten. Ein leichter, blass blauer Streifen erschien. Ein winziges Lächeln spielte um meine Lippen. So wie der Tag die Nacht vertrieb, so würde ich die Drachen aus den Klauen der Kutaroianer retten. Der Streifen wurde breiter und verfärbte sich langsam von blau zu rosa, orange oder gelb, wie die Blätter im Herbst. Aus diesem wunderschönen Schauspiel funkelten noch einige, tapfere Sterne. Ich konnte mich nicht sattsehen, jeden Morgen auf's neue bewunderte ich die nicht enden wollende Schönheit. Doch dann schloss ich die Augen. Ich konnte spüren, wie meine anderen Sinne sich schärften. Ich roch den unvergleichlich salzigen Geruch des Meeres und die Algen, die an die Küste geschwemmt wurden. Einmalig unter tausenden. Würzig, dennoch frisch, mild, dennoch intensiv. Der Wind spielte mit meinen Haaren. Mal wehte er sie mir vor die Augen, dann strich er sie zurück, dann wieder verwuschelte er sie. Ich ließ mich auf meine Ohren ein. Das leise, rhythmische "schsch" der Wellen klang zu mir hoch. Als würde das Meer singen, als wolle es mich ermutigen. Ich stellte mir vor, wie die Meeresdrachen im Wasser schwammen. Hier und da blitze eine Flosse auf, nur um wieder in den Tiefen der Wellen zu verschwinden. Dann drang ein anderes Geräusch an meine Ohren. Ganz leise, sodass ich erst dachte, ich hätte es mir eingebildet. Aber dann ertönte es noch einmal. Der Ruf eines Drachen, der leidet. Auch wenn er, vermutlich von sehr weit weg, durch den Wind an mein Ohr getragen wird, konnte ich hören, welche Qualen dieser Drache litt. Meine Nackenhaare stellten sich auf und ich konnte sehen, dass auch Flame es gehört hatte. Ich kletterte wortlos auf seinen Rücken und wir flogen in die Richtung aus der das Geräusch kam. Oder zumindest schien zu kommen. Ich glaubte nicht, dass der Drache an der Klippe hing, aber an ihr entlang führte uns der Klageruf. Ich wollte Flame dazu bringen höher zu fliegen und auf dem Land nach dem Hilfesuchendem Drachen zu suchen, aber er flog weiter die Klippenwand entlang, ohne sich beirren zu lassen. Er stieß ein leises Kreischen aus und hielt sich vor einem schmalen Durchgang in der Luft. Dann flog er hinein und landete. Ich hatte keine Angst, aber ich gebe zu, mir war etwas mulmig. Es war vollkommen still, bis plötzlich erneut der Schrei erklang, ohne Zweifel aus der Dunkelheit vor uns. Ich kniff meine Augen zusammen, dann unterdrückte ich nur mühsam ein leises Aufschreien, als ich im spärlichen Licht der Dämmerung einen Drachen entdeckte. Die gebogenen Flügel mit den ungewöhnlich scharfen Krallen, der vernarbte Körper und die kalten, silbernen Augen... Eine dämonische Narbenkralle hockte dort, den Kopf gesenkt und wimmerte kläglich. Sie schien nicht verletzt, aber Blutgeruch lag in der Luft. Ich erstarrte, als ich zu Boden sah. Dort lag jemand in einer entsetzlich großen Blutpfütze! Und mir blieb wortwörtlich die Luft weg, als ich sie erkannte. Es waren die Narbenkralle und der Reiter von gestern! Aber... Warum flog sie nicht weg, offenbar konnte sie es doch. Ich starrte nur auf das, was sich mir als Anblick bot und konnte keinen Muskel rühren. Was sollte ich jetzt tun?

    (Nicht wundern, dass KlickKlick ein weiteres Kapitel in Folge bekommen hat, das ist ihre Belohnung, dass sie zuerst ein Rätsel gelöst hat. Herzlichen Glückwunsch ;))

    17
    Kira's Sicht:

    Holzbalken. An denen sicher gerne mein Drache rumturnen würde. Dann würde er mich am Abend anstupsen, damit wir einen Flug im feurigen Licht des Sonnenuntergangs machten. Wir würden bis über die Wolken fliegen und dann den Mond aufgehen sehen, wie die Sonne am Morgen. Später würde ich ihm sein Abendessen servieren und zusehen wie er es fraß und friedlich dabei schmatzte. Wenn es dann wirklich spät war, würden wir noch einmal kuscheln und danach würde er sich auf einem der Holzbalken über meinem Kopf bequem machen. Und ich würde schlafen, in Vorfreude am nächsten Tag sein Gesicht zu sehen. Plötzlich stieg ein wehmütiges Gefühl in mir auf. Das alles würde nur passieren, wenn ich denn auch einen Drachen hätte. Aber das hatte ich nicht, also starrte ich nur die Holzbalken an und träumte davon. Wie leblos lag ich auf meinem Bett, doch es störte mich nicht. Warum auch? Sollte ich etwa aufstehen? Nur um zu sehen, wie Lil draußen unsere Drachenreiter trainierte? Und dann wieder neidisch zu sein, dass ich nicht auch von Berk stammen konnte? Dann hätte ich sicher schon einen Drachen! Allerding, wenn ich hier nur so rumlag und die Zeit totschlug, würde ich ihn ja auch nicht finden. Meine Muskeln waren schon ganz steif als ich mich aufsetzte. Dann beschloss ich, mich zusammenzureißen. Ich musste ja auch was über die Monster wissen, mit denen ich mich anfreunden wollte. Trotz allem faszinierten sie mich. Ein leichtes Lächeln huschte über meine Lippen, ohne dass ich hätte sagen können, warum genau. Ich stürmte nach draußen. Der Geruch nach Fisch wehte um mich. Ja, hier war mein Platz. Nicht drinnen, nein, draußen! Wo das Leben spielte! Mit dem Wind im Rücken, als würde nur er mich antreiben ging ich los. Aus dem Dorf, zum Strand. Ohne weiter nachzudenken zog ich meine Schuhe aus. Die Kälte kroch in wenigen Sekunden in meine Füße, aber ich genoss das Gefühl. Der Sand schubberte die Haut zwischen meinen Zehen wund, aber auch diese Feststellung erfreute mich. Wie von selbst trugen meine Füße mich weiter, langsam taub werdend, doch ich wendete meinen Blick zum Meer. Ein Drache schoss kurz über der Wasseroberfläche daher und darauf eine Gestalt, dicht über den Hals des Drachens gebeugt. Ich gebe zu, ich war etwas stolz, dass ich erkannte, dass es ein Mondquallensichler war. Vermutlich Elvea und Curan, wer auch sonst. Traurig lächelte ich. Das würde ich auch nur zu gerne tun. Ich drehte meinen Kopf wieder, betrachtete was auf dem Boden so alles lag. Muscheln, Algen, Steine, hier und da ein Stück Treibholz. Was wäre wohl mein Drache? Eine Schattenflamme? Ein Kletrop? Einen Keulenschwanz? Einen Walddrachen oder einen Stachelstern so wie meine Schwestern? Eigentlich war es mir egal. Solange es MEIN Drache war. Ein Schnaufen ertönte hinter mir. Ich spürte Wärme von dem etwas hinter mir. Als ich mich umdrehte, blickte ich in ein Gesicht, dass mich neugierig beschnupperte und eins, dass mich fröhlich angrinste. Curan und Elvea. Wer auch sonst? "Hi Kira!" wurde ich begrüßt. Von Elvea natürlich, wenn Curan gesprochen hätte, fände ich das etwas beunruhigend. "Hallo Elvea" antwortete ich. "Was machst du denn hier?" Diese Frage machte mich etwas wütend. Ich war kein kleines Kind wie vielleicht alle dachten! Ich war alt genug für einen Drachen! Ich war nicht hilflos verdammt noch einmal! "Spazieren gehen! Etwa verboten?" Das war etwas zu schnippisch, das merkte ich selbst, aber es musste einfach mal alles raus. Sie schaute mich belustigt an. Als wollte sie mich ärgern. "Nein, ich glaube du darfst hier langgehen.". "Danke?", fauchte ich. Elvea lachte nur: "Kira, jetzt sei doch nicht so eingeschnappt!" Ich drehte mich einfach um und spazierte weiter. Sollte sie doch denken was sie wollte! Doch schon bald war Curan neben mir, Elvea selbstverständlich oben drauf. "Kira? Entschuldige, das war nicht nett. Magst du mir sagen was du hast?" Ich seufzte leise. Letztendlich konnte sie ja auch nichts dafür. "Ihr habt alle schon eure Drachen! Und dürft trainieren! Aber alle denken, ich bin zu klein!".
    "Kira, niemand denkt, dass du zu klein für einen Drachen bist", sagte Elvea, doch erstens kam das zu schnell und zweitens klang sie ertappt.
    "Doch, genau das tut ihr!" Ich wendete den Blick und schaute sie an.
    Ein leichter Hauch rot färbte ihre Wangen. "Na gut, Leaf zum Beispiel sorgt sich etwas..."
    Ich kniff die Lippen zusammen um nicht irgendwas zu sagen, was ich später garantiert bereuen würde. War ja klar, dass Leaf vorneweg allen eintrichterte, dass ich noch zu jung war. Ich wusste, dass ich nicht fair war, aber so war es doch!
    "Hör mal, Kira... Wie wär es, wenn ich dich mit Curan mitnehme? Wenn du beweisen würdest, dass du mit Drachen umgehen kannst, dann vielleicht...?"
    Das war's doch! Ja! Ich würde trainieren, bis ich dann meinen Drachen fand und ihn zähmen konnte! "Ja?"
    Elvea nickte erleichtert und lächelte. Soe hielt mir eine Hand hin. Ohne Zögern ergriff ich sie und ließ mich hochziehen. Curans Haut war etwas glitschig und ich war ganz schön nervös, aber das vorfreudige Kribbeln in meinem Bauch, sagte mir, dass es bestimmt wundervoll war zu fliegen.

    Elvea's Sicht:

    Als Curan sich wieder in die Luft erhob, merkte ich, wie Kira sich von hinten etwas an mich klammerte. Ich zwang mich, nicht zu grinsen. Denn ich war bei meinem ersten Flug kein bisschen besser gewesen. Und ich musste mich konzentrieren! Lil hatte mich eigentlich losgeschickt um nach Bran und Nightmare Ausschau zu halten, nicht mit Kira einen Rundflug zu machen. Die anderen kreisten ebenfalls um die Insel. Aber bisher hatten wir noch nichts gefunden. Auch ich war natürlich besorgt, aber ich vertraute darauf, dass Nightmare ihren Besitzer beschützen würde und umgekehrt. Schließlich entspannte sich Kira hinter mir. Ich strich Curan über den Hals, pfiff leise und sofort flog sie senkrecht nach oben. Ich hörte wie Kira auflachte. Und auch ich genoss es immer noch, auf dem warmen Rücken meines Drachen durch die Luft zu segeln. Dann spürte ich weder die Kälte, noch den Wind der uns entgegenpeitschte. Ich stimmte in das Lachen mit ein. Wenn ich so zurückdachte, ich war so furchtbar glücklich, dass Lil zu uns gekommen war. Alles war gut! Und es würde noch besser! Ich schaffte es einfach nicht, den Teufel an die Wand zu malen, das passte nicht zur mir, ich musste immer das positive betrachten. Und mich darüber freuen. Das neue Leben auf Kutaro war einfach klasse!

    18
    Luna's Sicht:

    Ich war etwas nervös. Ohne genau erklären zu können, warum. Oder? Ich hatte doch schon einen Drachen, einen wunderschönen, silbernen Klingenpeitschling namens Sturmklinge. Ich war sehr gut im Drachentraining und Lil war stets zufrieden mit Sturmklinge und mir. Nie musste ich Angst haben, was falsche zu machen. Was also machte mich so nervös? Seltsam. Ich ging durch das Dorf. Alles war ruhig, arbeitende Wikinger, ich entdeckte Korbinian, aber nichts war ungewöhnlich oder so. Ich schaute zum Himmel. Auch da nichts. Wolken, die friedlich daherzogen. Und mich förmlich einluden, das mit Sturmklinge zu ändern. Aber auch das- absolut nichts könnte mich beunruhigen! Und trotzdem war es da. Dieses leise, unwohle Kribbeln in meinem Bauch. Jetzt fing ich auch noch an zu spinnen! Egal, einfach ignorieren!, sagte ich mir. Ich dachte kurz nach. Wo war Sturmklinge überhaupt? Ich hatte sie etwas allein losfliegen lassen und ich glaubte, sie war Richtung Meer geflogen. Also setze ich mich in Bewegung und lief zu den Klippen. Und schreckte wieder zurück. Es hatte mich beinahe umgeflogen. Oder, nein, nicht es. Sturmklinge! Ich drehte mich herum. "Sturmklinge!" Sie wendete und kauerte sich vor mich. "Alles okay meine Süße?" Statt mir wie üblich eine Antwort zu geben, wie ich es mir einbildete wenn sie brummelte, schnaufte sie. Es sah aus als würde sie zittrig Luft holen. Hä? Das war so gar nicht typisch für meinen furchtlosen Drachen. Dann sah ich die Wunde an ihrer Seite. War sie etwa angegriffen worden? "Hey...". Sie kam mir näher und drückte ihren Kopf gegen meine Brust. Ich umarmte sie. Mühsam musste ich mir das Lachen verkneifen. Als wäre sie mein Hund. Nach einiger Zeit ließ ich sie los und guckte endlich über die Kante der Klippe. Nichts. Nur Wellen. Oder? Halt, gar nicht, am Horizont konnte ich ein Boot sehen! Warte, halt, auch das war nicht ganz richtig! Ein Boot, ja, aber da war noch etwas.... "Schauen wir uns das mal an?" Ich war zwar etwas besorgt, wegen der noch recht frischen Wunde, aber sie war weder tief, noch blutete sie noch. Und Sturmklinge sah nicht geschwächt aus. Ich kletterte auf ihren Rücken und sofort flog sie los. Ich genoss das Gefühl, wie schnell wir uns dem anfangs so scheinbar unendlich weit weg treibendem Boot. Und schon bald erkannte ich, was das etwas vor dem Schiffchen war. Ein Drache oder genauer ein grün brauner Gronckel flog vor dem Boot her und zog es. Ein zahmer Drache, offenbar. Er zog einen relativ stämmigen Junge und ein Mädchen mit langen, dunkelbraunen Haaren. Sie blickten mir entgegen. Das Mädchen schaute zu dem Jungen und sagte etwas. Lächelte dabei, doch er nickte ernsthaft. Der Gronckel musterte uns, die Zunge aus dem Maul hängend und flog trotzig weiter gegen den Wind. Sturmklinge drehte den Kopf und schaute mich an. Fragend, als ob sie wissen wollte, was sie tun sollte. "Hey Du!" Ich schaute zu dem Jungen. "Was?", antwortete ich ihm. Und ich verfluchte mich in Gedanken, weil meine Stimme lange nicht so stark und mutig klang, wie ich es beabsichtigt hattd. "Ähm... Magst du nicht runterkommen? Wir sind Freunde" Sofort fühlte ich kich besser, weil auch er nicht so selbstbewusst klang. Ich hüpfte von Sturmklinges Rücken und landete geschickt auf dem Boot. Sie grummelte besorgt, aber ich bedeutete ihr einfach über uns herzufliegen. Dann drehte ich mich zu den anderen. "Was ist?" Zufrieden, das war ich, weil meine Stimme jetzt viel mehr nach mir klang und ich war ja nicht ängstlich. Kurz kam mir in den Sinn wie ich vorhin grundlos nervös geworden war, aber wieder verdrängte ich den Gedanken. "Du kennst nicht zufällig Lil?", fragte das Mädchen. Ich nickte. "Ja" Eigentlich sollte ich jetzt wohl sagen, dass Sturmklinge und ich uns ohne sie nie kennengelernt hätten, aber zu meiner Verteidigung, die zwei waren fremd! "Dann sind wir richtig". Wieder der Junge. Er war pummelig, aber groß. "Hab ich doch gesagt!", meinte das Mädchen etwas schnippisch. Dann wandte sie sich mir zu. "Wir kommen auch von Berk." Hätte ich mir wohl denken können, angesichts der Tatsache, dass ein Gronckel sie begleitete. "Ich bin Viktoria und das ist Daniel", fuhr sie fort. Daniel ergänzte "Aber nenn mich Danger". "I-Ich bin Luna" Wieso bei Odins Bart stotterte ich denn! "Und wir würden uns freuen, wenn du uns zu Lil bringen könntest, Luna...." "Mach ich." Einfach wenig sagen, dann fiel bestimmt nicht auf, dass ich stammelte. Okay, offenbar kamen noch mehr Berkianer nach Kutaro. Lil würde sich bestimmt freuen. Also, die 2 wieder zu sehen, versteht sich. Ich war zwar etwas verwirrt, zum Beispiel, warum Lil uns nichts gesagt hatte, aber eigentlich war es auch egal. "Nett euch kennenzulernen, Viktoria und Danger" Das nahm ich zumindest an. Mal sehen, wie es mit den beiden werden würde. Und was sie hier überhaupt wollten

Kommentare (50)

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Mc'Namara (09075)
vor 465 Tagen
super cool , Lil! Super kapitel ,super drachenarten
Elina (49590)
vor 494 Tagen
wann kommt neues kapitel?
Leaf&Forrestshadow (&co) (04957)
vor 544 Tagen
Richtig tolle Kapitel ;)
Und bei Kiras Drache bin ich mir noch nicht so sicher... welcher es werdet wird^^
Elvea (69863)
vor 553 Tagen
Huuiii das neue Kapitel ist echt erstsahnig! x3
Mach' weiter so!
Leaf&Forrestshadow (14148)
vor 579 Tagen
Coooooooooooooool! :3
KlickKlick (35593)
vor 582 Tagen
:33333333333333333333333 Danke :33333333333333 sehr cooles Kapi :333333333
Bran (30156)
vor 586 Tagen
Coole Fortsetzung;) Meeehr!!
Lil (92813)
vor 589 Tagen
Äh... also, jedenfalls stehe ich nicht jede Nacht vor deinem Fenster, Neeeeiin! O.o
Hahaha Spaß xD
Keine ahnung... Intuition? ;)
Elvea (98097)
vor 589 Tagen
Seit wann kennst du mich bitte persönlich, Lil? Ungefähr so hätte ich das auch gemacht xD

Super Kapitel!
KlickKlick (55144)
vor 594 Tagen
Ja, toll! :D
Elvea (15710)
vor 595 Tagen
Ich liebe es ❤️ Danke, dass du mich berücksichtigt hast ^^
Aisope (21531)
vor 597 Tagen
echt cool ^^ mach weiter so!
Leaf&Forrestshadow (94439)
vor 598 Tagen
Suuuuuuuuuuuuuuuuper! Tolles Kapitel!
KlickKlick (09589)
vor 602 Tagen
*grins* Perfekt! (Zumindest im RPG... Schule, Schule, Schule...O.o xD)
Elvea (96337)
vor 602 Tagen
•-• Freitag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag...
Hey, wie wärs' mit
Freitag, Freitag, Freitag, Freitag, Freitag, Freitag, Freitag? xD
KlickKlick (09589)
vor 602 Tagen
Ja! Das wäre toll ^^ wie wärs wenn man den Montag in Freitag umbenennt *^*
Elvea (96337)
vor 602 Tagen
Danke Lil ;)
... Und könnte Freitag nicht auch 2x in der Woche sein? xD
Bran (30156)
vor 602 Tagen
*heul* Nightyyyy!
Ist aber sehr spannend;)
KlickKlick (37147)
vor 603 Tagen
(Ja sehr schönes Kapi :D man das gleiche wollt ich auch fragen, aber egal ^^)
Lil (62749)
vor 603 Tagen
Ich bemühe mich ;)