Lily Allenson - Untrennbar (Kapitel 3)

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1 Kapitel - 1.627 Wörter - Erstellt von: Adhara - Aktualisiert am: 2015-10-14 - Entwickelt am: - 1.094 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

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Ich brauchte nur wenige Sekunden um in die Unterwelt zu reisen, doch ich musste noch ein Paket abschicken. Das war der Vorteil, wenn man der Inhaber eines Paketservices war: Man musste nichts bezahlen. Inständig hoffte ich, dass es rechtzeitig ankam. Und zum ersten Mal fragte ich mich, wie der Laden weiterlaufen sollte, wenn ich nicht mehr da war. Vielleicht konnte Iris den Job mit übernehmen. Doch ich hatte gehört, dass sie jetzt so einen Ökokostladen führte und eine Wolkennymphe ihre Aufgaben übernahm. Wenn sie einen Ersatz fand, warum dann nicht auch ich? Vielleicht wollte Ganymed das Geschäft übernehmen, der beschwerte sich doch seit Jahrzehnten, dass sein Job zu schäbig sei. Doch ein wenig stimmte es mich auch traurig. Als Zeus mir die Arbeit anbot war ich alles andere als begeistert. Ich war vorher nur ein Gauner und ein Betrüger, aber Zeus bläute mir immer ein, dass ich Pflichten als Gott hätte. Und am Ende hatte es mir gefallen, ich hatte gelernt Verantwortung zu übernehmen. Ich wurde zu einem pflichtbewussten Gott. Ich nahm meine Aufgaben sehr ernst, im Gegensatz zu meinem Brüdern Apollo und Dionysos. Und es war mir egal, wie viele Enttäuschungen ich von meiner Familie erfahren musste. Zeus tötete alle, die er als Bedrohung empfand. Er betrog seine Frau tausendmal. Er war zu stolz, Ratschläge anzunehmen. Und dennoch konnte ich nie die Familie aufgeben. Außer meinen Kindern hatte ich ja niemanden. Besonders Luke. Aber selbst zu ihnen durfte ich keinen Kontakt halten. Wegen meinem Vater. Vater. Das klang so falsch, wenn ich an Zeus dachte, an Zeus und Ares und Hera. Nein, ich wollte nicht mehr Teil seiner Familie sein. Lily war nun meine neue Familie. Ich würde an ihrer Seite gegen Gaia kämpfen. Für die Götter, ja, denn die Alternative war noch schlimmer. Und verdammt, wenn ich starb, würde ich an ihrer Seite sterben und das war mir lieber, als tausend Leben.

Wieder einmal stand ich vor den Toren eines riesigen Thronsaales. Doch der Palast der Unterwelt war ganz anders als der Olymp, er war nicht weiß und golden. Er war schwarz und bronzen und stand im starken Kontrast zum Olymp. Mir war klar, dass Hades mit Absicht die Farben so gewählt hatte. Er durfte nur einmal im Jahr auf den Olymp. Auch wenn er es immer abstritt, war der Olymp seine Heimat. Ich hatte irgendwie Mitleid mit ihm. Er war der älteste Sohn des Kronos. Eigentlich war er der rechtmäßige Nachfolger. Auch wenn Zeus den Umsturz geplant und angeführt hatte, hatte doch auch Hades einen beträchtlichen Anteil daran gehabt. Trotz alldem war er nur in die Unterwelt degradiert worden. Allein. Für immer. Grundlos ausgestoßen. Ja, er war launisch und jähzornig, aber das war Zeus auch. Hades war schon immer einsam gewesen, bis er Persephone entführt hatte. Einsame Menschen hatten schon immer verzweifelte Dinge getan, das stimmte. Aber ich hatte auch immer schon den Eindruck gehabt, dass es Persephone in der Unterwelt ziemlich gut gefiel; bei der Mutter wunderte mich das nicht. Außerdem war sie die einzige Person, die für Hades so etwas wie Liebe empfinden konnte. Und dennoch ist ein Aufenthalt in der Unterwelt für sie das blanke Gift. Das Fehlen von Licht und Regen nahm der Frühlingsgöttin jegliche Lebensenergie. Sie litt mit jeder Sekunde, die sie da unten verbrachte. Hades erschuf ihr einen Garten auf künstlichen Blumen. Diamanten, Saphiren, Rubinen und Smaragden. Der Garten war wunderschön, aber keine Option für die Göttin des Frühlings; sie wurde dennoch krank und nur der Frühling gab ihr ihre Gesundheit zurück. Ich wollte mir gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlte, wenn man nicht mit seiner wahren Liebe zusammen sein kann ohne sie fast umzubringen.
Die Tore öffneten sich und obwohl ich mich in der Unterwelt befand, fiel die Begrüßung für mich weitaus herzlicher aus, als oben im Olymp. Zwei gigantische Throne waren in dem gigantischen Thronsaal aufgestellt und beide waren besetzt. Ein Thron war ganz aus schwarzem Onyx; es war wie ein festgewordenes schwarzes Loch, das immer seine Aufmerksamkeit auf einen zog. Darauf saß Hades in seiner drei Meter großen Gestalt. Der Thron daneben war geformt wie eine schwarze Blume und ganz mit Gold überzogen; auf ihm hatte Persephone Platz genommen. Sie sah überhaupt nicht gut aus. Sie war geisterblass und die Blumen, die sonst ihr Kleid schmückten waren verwelkt. Und dennoch lächelten beide. Etwas gequält, aber ehrlich erfreut. Mehr als ich jemals von meinen Vater erwarten konnte.
»Neffe«, sagte er freundlich. »Hast du eine Lieferung? «
Ich verzog das Gesicht. »Heute nicht, Onkel. Ich bin aus persönlichem Interesse hier. «
»Persönliche Interessen? Seit wann dürfen die Götter persönliche Interessen verfolgen? «, fragte Persephone traurig.
»Das dürfen sie nicht, aber genau deswegen bin ich hier. Ich möchte nicht länger ein Gott sein. «, sagte ich ernst.
»Das ist nicht dein Ernst, oder? «, Hades wurde noch blasser als er ohnehin schon war.
»Ich fürchte doch. «
»Es ist ziemlich selbstsüchtig von dir dich mitten im Krieg aus den Reihen der Götter zu entfernen. «, Hades betrachtete mich tadelnd.
»So selbstsüchtig, wie sich im Titanenkrieg in der Unterwelt zu verstecken? «, erwiderte ich und Persephone schnaubte.
»Ich mochte den Jungen schon immer. Er hat Schneid, er war immer schon mein Lieblingsneffe. Oder Halbbruder. Oder was auch immer. «, Persephone lächelte amüsiert. Hades legte ihr sanft eine Hand auf den Arm.
»Die Zeiten haben sich geändert, Hermes. Ich weiß, wo mein Platz ist. «, sagte er.
»Ich auch. So wie ich das sehe benötigen die Camper aus dem Halbblutcamp genauso viel Unterstützung. «, sagte ich.
»Ja, aber wenn ich dir deine Unsterblichkeit nehmen würde, wären auch deine Götterkräfte dahin. Selbst Halbgötter wären mächtiger als du. «, meinte Hades besorgt.
»Jason hatte auch keine göttlichen Kräfte und er erlegte die Stiere von Kolchis und bezwang die Knochenkrieger. «, warf ich ein.
»Mit Medeas Hilfe. «, meinte Persephone stirnrunzelnd.
»Lily würde mir ebenso helfen. «, sagte ich überzeugt.
»Schon vergessen: Medea hat Jason umgebracht. «
»Na, eigentlich hat sie Jasons Kinder getötet und der hat sich vor Verzweiflung selber umgebracht. «, sagte ich mit einen schiefen Grinsen.
»Ist das besser? «, erwiderte Hades mit einen ebenso schiefen Grinsen.
»Gibt es ein „besser“ bei den Halbgöttern? Außerdem brachte Medea nur Jasons Kinder um, weil er sie betrogen hatte. «
»Und du denkst, du bist zu nichts dergleichen fähig? «, meinte Hades überrascht.
» Nicht mal, wenn ein Gott in der Unterwelt lebt, ist er imstande seine Finger von Frauen zu lassen. « Persephone warf Hades einen wütenden Seitenblick zu. »Ich sag nur Mynthe oder Leuke oder Maria di Angelo - «
»Und du bist besser? «, unterbrach Hades seine Frau. »Ich erinnere mich da an so jemanden. Warte, wie war sein Name noch gleich? Ach ja, Adonis!«
Persephone wurde rot vor Zorn. »Wag es nicht -«
»Ich würde so etwas nicht mehr tun. Ich liebte viele Frauen, das stimmt. Aber keine so wie sie. «, sagte ich, um die beiden vom Thema abzulenken.
»Na gut, Hermes. «, seufzte Hades. Gern ging er auf den Themenwechsel ein. »Wenn du dich als würdig erweist, werde ich dir die Unsterblichkeit nehmen. «
»Würdig? «, sagte ich erstaunt.
»Ja, was glaubst du denn? Das es einfach wäre sterblich zu werden? Wenn du solange mit den Tod zu tun hast, wie ich, siehst du ihn als nichts Schlimmes. Wenn es einfach wäre zu sterben, denkst du nicht, ich hätte es nicht schon längst versucht? «, Hades lachte bitter und Persephone legte ihm eine Hand auf die Schulter.
Ich sah ihn mit offenem Mund an. »Ich wusste nicht dass ihr den Tod sehnt? «, sagte ich.
»Sehnen ist so ein starkes Wort. Ich weiß, wo meine Pflichten liegen. Außerdem wenn du deiner Lily wirklich eine Hilfe sein willst, musst du meine Prüfungen ablegen. Hast du denn jemals einen Kampf geschlagen, ohne deine Götterkräfte zur Hilfe zu nehmen? «
Ich schüttelte den Kopf. »Ehrlich gesagt, nein. «
Hades lachte. »Was nützt du deiner Lily, wenn du nach dem ersten Kampf stirbst? «, sagte er.
»Okay, was muss ich tun, Onkel? «, sagte ich enthusiastisch.
»Du musst zwölf Aufgaben innerhalb eines halben Jahres lösen. Aufgaben des Herakles würdig. Doch du musst nicht deine Göttlichkeit unter Beweis stellen, sondern deine Menschlichkeit. Keine Götterkräfte. Kein Fliegen. Kein Heilen. «, sagte er ernst.
»Warum innerhalb eines halben Jahres? «, fragte ich neugierig.
»In einen halben Jahr marschieren die Römer in Camp Half-Blood ein. Wenn du es bis dahin nicht geschafft hast deine zwölf Aufgaben zu lösen, wird dir deine Sterblichkeit nicht mehr viel nützen. «, sagte er traurig.
»Du meinst...«, mir blieben die Worte im Halse stecken.
»Ganz genau, Neffe. Wenn du es bis dahin nicht geschafft hast, ist Lily vielleicht schon tot. «
Persephone sah mich mitleidig an. »Eine griechische Tragödie.«
»Ich mag Komödien lieber. «, sagte ich leise, doch niemand sagte etwas darauf.

Kommentare Seite 12 von 12
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Adhara ( von: Adhara )
Abgeschickt vor 28 Tagen
Ich habe bei Estrellas Bilderliste einen Steckbrief von ihr und Hermes hinterlassen..
Bianca ( von: Paradise )
Abgeschickt vor 30 Tagen
Ich könnte Lily theoretisch auch zeichnen, habe aber keinen blassen Schimmer wie sie aussieht ...
Adhara ( 97453 )
Abgeschickt vor 66 Tagen
Vielen Dank :D Percy ist einfach cool, das stimmt ;)
Oh das wäre klasse, Lynn!
Lynn ( 65784 )
Abgeschickt vor 66 Tagen
Ist echt gut geworden! :3
(Und ich könnte Lily zeichnen ^^)
Oceana ( 00320 )
Abgeschickt vor 72 Tagen
Wow, du schreibst so toll!!! Wenn ich deine Geschichte lese, wünsche ich mir auch einen Bruder wie Percy. Ich finde es so toll, dass die Geschichte parallel zu denen von Rick Riordan spielen. Nur Lily an sich mag ich nicht so gern.
Adhara ( von: Adhara )
Abgeschickt vor 82 Tagen
Vielen, lieben Dank für das Lob :3
Saphirkralle ( 55672 )
Abgeschickt vor 82 Tagen
OMG! Deine Fanfiktion sind so cool! So spannend! Manchmal glaube ich das deine Geschichte besser ist als die von Percy Jackson. WeIter so!;)
Adhara ( von: Adhara )
Abgeschickt vor 83 Tagen
Oh Mann, ich bewundere Vegetarier für ihre Willenskraft... Ich wünschte, ich könnte das auch^^
Naja, ich geb mir Mühe so schnell wie möglich weiterzuschreiben :)
Amethyst ( 78904 )
Abgeschickt vor 89 Tagen
Der Gestank von Fischen hasse ich. Vor allem von toten Fischen. Vegetarier for Life. Wo war ich stehengeblieben?
Ich finde, das Kapitel ist dir wieder mal gut gelungen und ich hoffe, dass du bald weiterschreibst ;)
Adhara ( von: Adhara )
Abgeschickt vor 106 Tagen
Ja das könnte in etwa hinkommen...

Tja, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt^^ Aber ich denke Lily wird das überleben, auch wenn es natürlich seine Vorteile hat, mit einem Gott zusammenzusein...
Lupa ( von: Lupa )
Abgeschickt vor 106 Tagen
Etwas so gutes wird einfach nicht alt... xD und ka, müsste so umgefähr ein bis eineinhalb Jahre her sein...

Noch etwas zu Hermes und Apollo, wegen der Sterblichkeit: Hermes hat noch den Vorteil, dass er sein gutes Aussehen behält... hoffe ich zumindest xD
Aber leider kann er dann nicht mehr so coole Sachen bringen wie beim Tanzen in die Luft schweben oder meinetwegen auch Blumen aus dem nichts holen... :(
Adhara ( 19152 )
Abgeschickt vor 107 Tagen
Ach ja und nochmal vielen Dank :) Ich freue mich immer riesig, wenn andere Menschen meine Geschichten gern lesen. Die GF ist ja mittlerweile schon drei Jahre alt.... Ich bin immer wieder erstaunt, wie lange die Geschichte noch gelesen wird.
Adhara ( 19152 )
Abgeschickt vor 107 Tagen
Oh Mann, es ist ja schon Ewigkeiten her, dass ich in diesem RPG war 😊
Ich weiß nicht, mir ist nie aufgefallen, dass Teile von der Seite geflogen wären. Versuch eventuell sie Mal in der Google Suchleiste zu finden.... Ansonsten kann ich die Teile auch nochmal hochladen, aber ich bin sicher, dass die Teile noch irgendwo sind :)
Aber natürlich erinnere ich mich an dich ;)
Lupa ( von: Lupa )
Abgeschickt vor 107 Tagen
Hey Adhara (oder sollte ich lieber Becky sagen, wo ich dich doch unter dem Namen kennen gelernt habe?),
Ich hab schon vor längerem diese beiden FFs angefangen und sie als ziemlich gut empfunden. Jetzt habe ich sie noch einmal komplett durchgelesen und bin der Meinung, dass sie seeeehr gut gelungen ist, von Idee, Schreibstil,... einfach in jeder Hinsicht. Allerdings finde ich einige Teile nicht, zum Beispiel untrennbar 9. sind die vielleicht von der Seite geflogen? Wäre nämlich schade, weil dann doch ein Teil der Geschichte fehlt...
Liebe Grüße,
Lupa

PS: wenn du dich fragst, wer zum teufel ich bin... vielleicht erinnerst du dich ja noch an das Camp halfblood-rpg von Nicky... :)
Amethyst ( 43351 )
Abgeschickt vor 180 Tagen
Oh mann, cool, dass du Reyna eingebaut hast. Sie ist meine Lieblingsperson und tut mir irgendwie total leid...
Ista ( 25240 )
Abgeschickt vor 181 Tagen
Jippieh! :) Ein neues Kapitel! Das warten hat sich gelohnt. Ich finde die Amazonen einfach toll und finde Rick Riordan's Idee mit Amazon einfach lustig XD. Außerdem ist Reyna mein Lieblingschara in den HdO Büchern und deshalb mag ich auch Hylla. Freue mich schon auf das nächste Kapitel :)
Adhara ( 33468 )
Abgeschickt vor 182 Tagen
So meine Lieben, endlich ist das neue Kapitel online :) Ich hoffe es gefällt euch und die Wartezeit war nicht zu lang...
Adhara ( 86644 )
Abgeschickt vor 216 Tagen
Ja, nicht wahr? Ich mag den Humor einfach^^
Vielen Dank :)
Ista ( 82865 )
Abgeschickt vor 216 Tagen
Die Teaser waren echt lustig XD. Und das Kapitel war auch gut. Mal schauen was so passieren wird...
Amethyst ( 39700 )
Abgeschickt vor 216 Tagen
Okay, jetzt habe ich den dritten gefunden. "Music". Natürlich.