Eiszauber

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1 Kapitel - 1.296 Wörter - Erstellt von: Amaraen - Aktualisiert am: 2015-10-10 - Entwickelt am: - 680 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Auszug: Das leise Plätschern von Wasser hallte durch den schwarzen Tunnel. Mit festen Schritten lief sie durch das kniehohe, eiskalte Wasser, dass auf seiner obersten Schicht eine dünne Decke von Eis trug. Schon bald durchzog ein gerader Weg das Eis, doch bereits nach wenigen Minuten sollte er wieder geschlossen werden, bis kein Zeichen mehr vom Eindringling zu sehen war.

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    Das leise Plätschern von Wasser hallte durch den schwarzen Tunnel. Mit festen Schritten lief sie durch das kniehohe, eiskalte Wasser, dass auf seiner
    Das leise Plätschern von Wasser hallte durch den schwarzen Tunnel. Mit festen Schritten lief sie durch das kniehohe, eiskalte Wasser, dass auf seiner obersten Schicht eine dünne Decke von Eis trug. Schon bald durchzog ein gerader Weg das Eis, doch bereits nach wenigen Minuten sollte er wieder geschlossen werden, bis kein Zeichen mehr vom Eindringling zu sehen war.
    Die Wände des Tunnels waren aus einem schwarzen Stein erbaut worden und wenn ihre Hand zur Wand glitt, spürte sie darunter die kalte, glatte Oberfläche. Unter ihren Füßen spürte sie eine gallertartige Masse und zuweilen auch etwas hartes, dass unter ihren Schritten zerbrach. Da die Dunkelheit in dem Tunnel ausgebreitet war, konnte sie nicht erkennen, was es war, doch sie wusste ganz genau, über verwesende Leichen zu laufen.
    Der schwere Geruch von Morast lag in der Luft, der sich mit einer übelerregenden süßen Fäule vermischte. Wenn sie auf eine der Leichen trat, konnte sie hinter sich das unverwechselbare Aufsteigen von Gasen hören, gefolgt von dem Duft der Verwesung. Hätte sie sich nicht schon längst an den Geruch gewöhnt, so würde sie sich schon längst übergeben haben. Doch die Zeit mit den Toten auf dem Friedhof, hatten sie widerstandsfähig gemacht.
    Die Zeiten standen schlecht für die Menschen und immer mehr starben an Kälte, Hunger, Krankheiten oder durch ein Messer in ihrer Brust. Sie gehörte zu den wenigen Leuten, die alles davon überlebt hatte. Der Friedhof bot Sicherheit, denn jeder glaubte daran, dass von dort die Krankheiten ausbrachen, die sich wie ein schwarzer Nebel über die Menschen legte und sie in den Tod zog.
    In der Ferne konnte sie zwei matte Lichter erkennen und umso schneller lief sie durch die Überreste von Menschen, die einem grausamen Schicksal entgegengetreten waren und nur mit dem Tod belohnt wurden. Das matte Licht stammt von zwei Wachskerzen, die in zwei Schädeln mit aufgerissenen Mündern standen, als wollten sie die Reisenden mit einem ungehörten Schrei davonscheuchen. Sie hingen an der schwarzen Wand des Tunnels und einige Stufen führten zu einem trockneren Gang.
    Sie ging unbeirrt weiter, denn sie war nicht zum ersten Mal in ihrem Leben an diesen Ort gekommen. Seit sie ein kleines Kind war, kam sie hierher. Damals noch in einem kleinen Boot, da sie in dem Wasser untergegangen wäre, dass damals noch frei von Leichen war. Der Tunnel der hinter den beiden Schädeln lag war in großen Abständen von Fackeln behangen, die ein trauriges Licht verströmten, als würden sie ebenfalls an einer Krankheit leiden und bald erlöschen.
    Hinter sich zog sie eine Spur des dunklen Wasser her und das laute Klackern ihrer Stiefel war weithin zu hören, doch es gab nur Ratten, die sie hätten hören können. Ihr Atem war als eine weiße Nebelwolke zu sehen und der Boden war von einer dünnen Eisschicht überzogen, ähnlich dem Wasser hinter ihr. Die Kälte nahm mit jedem Schritt zu und an den Wänden zog sich der dünne Forst empor, wie Ranken an einer Wand. Nur würde in diesem Tunnel niemals eine Pflanze überleben.
    Der Gang endete in einer schwarzen Tür, die mit Stahl verstärkt war, und ihr silberner Knauf, der eine geschlossene Knochenhand darstellte, schimmerte in dem dämmrigen Licht. Unter ihrem kurzen Mantel holte sie einen Schlüssel hervor, der in das kleine Loch passte, dass hinter einer dünnen Silberplatte versteckt lag. Die Tür öffnete sich von selbst und sie trat ein.
    Ein weitläufiger Raum erstreckte sich vor ihr. Die Wände waren gesäumt von grotesken Statuen, die Menschen in ihrem letzten Kampf darstellten. Sie fragte sich jedes Mal, wie der Künstler diesen letzten Moment hatte einfangen können.
    In der Mitte des Raums stand ein einst schwarzer Tisch aus Holz, doch er war vollkommen vom Eis überzogen, ebenso wie die vielen Stühle, die um ihn standen. Der Kälte trotzend, saßen große Gestallten auf den Stühlen und sahen zu ihr empor. Es waren sowohl Frauen, als auch Männer, die sie mit blauen Augen anstarrten und darauf warteten, dass sie sich ebenfalls setzte.
    Es gab nur noch einen einzigen Platz am Tisch, auf dem sie würdevoll Platz nahm und zu der Menge blickte, die um ein weiteres Mitglied gewachsen war. Die Gesichter der Menschen waren von roten Malen bedeckt, die sich im Schein der flackernden Fackeln als zahllose Narben erwiesen. Nur das neue Mitglied wies noch keine auf.
    Sie erhob sich langsam von ihrem Platz und ihre Stimmte hallte durch den weitläufigen Raum. » Das Eis vermag die Herzen der schwachen Menschen einzuschließen, doch wir haben alles überstanden, was das schwere Schicksal uns auferlegt hatte und seine Narben zieren unsere Gesichter. Die Menschen meiden uns, sie hassen uns, aber sie sind unwissend. Eine schwere Zeit liegt vor uns, denn das Land ist von Eis und Schnee bedeckt und immer mehr fallen ihnen zum Opfer. Doch nicht wir, denn Ich habe die alten Schriften entdeckt und sie führten mich zu den Zaubern, die uns vor der Kälte retten werden. «
    Während sie sprach, ging sie zu dem jungen Mann herüber, dessen Gesicht noch unbeleckt war und sie fand, dass er schöne Gesichtszüge hatte. Er hatte schwarze Augen, die mit Furcht gefüllt waren und seine Hände waren an den Stuhl gefesselt, auf dem er saß. Die Frau neben ihm grinste breit, denn sie hatte ihn zum Rat gebracht und sie würde die Belohnung erhalten, sollte er würdig sein.
    » Und hier sitzt nun die Jugend, die unsere Ränge stärken soll. « Beinahe zärtlich fuhr sie ihm über die Wange. » Nimm die Kälte in dein Herz auf «, flüsterte sie und ihre Hand packte sein junges Gesicht. Ihre Lippen formten fremde Worte und die erstickenden Schreie des Mannes hallten in dem Raum wieder, als würden tausende Menschen schreien. Seine Haut riss auf und Blut tropfte auf den vereisten Boden.
    Nicht zu sehen und nicht zu hören, war sein Herz, dass vom frischen Frost überzogen wurde und je weiter er sich ausbreitete, desto leiser wurden seine Schreie und die Menge sah, wie sich seine weitaufgerissen Augen blau färbten. Als der letzte Laut aus seinem Mund entwich, riss sie endlich ihre Hand von seinem Gesicht und mit schwerem Atem sah sie zu ihm hinab, wie er reglos auf dem Stuhl saß.
    Dann bewegte er sich und blinzelte mehrmals. Die Frau neben ihm lachte triumphierend, denn er war einer von ihnen geworden. Die blutigen Furchen in seinem Gesicht schlossen sich langsam und zurück blieben die roten Narben, die ihn von da an zeichnen sollten. Der Rat klatsche beifällig, verstummte jedoch als ihre Anführerin ihre Hand hob.
    » Der Rat ist gewachsen und unsere Macht mit ihm. Das Eis kennt keinen Halt… «

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Eiszauber
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Auszug: Das leise Plätschern von Wasser hallte durch den schwarzen Tunnel. Mit festen Schritten lief sie durch das kniehohe, eiskalte Wasser, dass auf seiner obersten Schicht eine dünne Decke von Eis trug. Schon bald durchzog ein gerader Weg das Eis, ...
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2015-10-08
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eisfee ( 38342 )
Abgeschickt vor 442 Tagen
Irgendwie, habe ich mitleid mit denen.
Sie kennen kein Mitleid und kein Erbarmen.
Die kälte hat ihr Herz vollkommen Zerstört.
Wer weis, Warum, Warum sie da an diesem tisch sitzen.
Aber sie haben Überlebt, doch, wenn ich zwischen Tod, und dem wählen könnte,
ich würde mich für den Tod entscheiden.

Solche Geschichten bringen mich zum Nachdenken.
Was war davor? Was hat diese menschen dazu gebracht, so etwas zu tun?
Sie wollten Leben!