Balto - Rising Star

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4 Kapitel - 12.709 Wörter - Erstellt von: Rosie Mayer - Aktualisiert am: 2015-09-25 - Entwickelt am: - 516 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Star ist frustriert. Allem Anschein nach hat jeder in Nome einen festen Partner, bis auf ihn. Hoffnungsvoll begibt er sich auf die Suche nach seiner großen Liebe, um den ewigen Schikanen seiner Freunde ein Ende zu setzen. Eines Nachts trifft er zufällig auf Balto, bei dem er sich in vollem Vertrauen den Frust von der Seele redet. Seine Probleme scheinen zumindest in dieser Nacht weit entfernt, doch bereits am nächsten Morgen steht neuer Ärger ins Haus: Star empfindet mehr für Balto und ist hin- und hergerissen. Als Steele dann auch noch sein kleines Geheimnis aufdeckt, eskaliert die Situation...

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Es war schon immer mein größter Herzenswunsch, einen Partner zu finden. Jemanden zu haben, mit dem man über absolut alles reden kann. Jemanden, der zuhört und einen versteht. Jemanden, mit dem man zärtliche Berührungen und Intimitäten austauschen kann. Bei dem man sich sicher und geborgen fühlt. Dass dieser Wunsch sich eines Tages erfüllt, daran hätte ich niemals gedacht, geschweige denn geglaubt. Ich war schon immer der Schwächste von allen, kann mit den anderen selbst unter größter Anstrengung nicht mithalten. Deshalb erschien es mir damals unmöglich, dass sich irgendwann einmal jemand ernsthaft für mich interessieren und sich schon gar nicht in mich verlieben könnte. Ich habe mich mit meiner Einsamkeit abgefunden und die Liebe schon fast aufgegeben, als plötzlich er in mein Leben kam. Er hat mich auf Anhieb verstanden, meine Bedürfnisse und Sehnsüchte gleich erkannt. Er hat mir das Gefühl gegeben, geliebt zu werden und mir gezeigt, wie sich Zärtlichkeit anfühlt. Er hat mich nicht als kompletten Vollidioten abgestempelt, so wie meine damaligen vermeintlichen Freunde. Dank ihm durfte ich endlich einmal spüren, was Leidenschaft ist. Aber eines nach dem anderen: Mein Name ist Star und ich wohne in einem kleinen, idyllischen Dorf namens Nome in Alaska. Zu meinen Hobbys gehört unter anderem das Herumtoben im kalten Schnee und – wenn auch etwas ungewöhnlich – das Sammeln von Eiszapfen. Ich weiß selbst nicht mehr so genau, wie ich zu diesem recht kuriosen Zeitvertreib gekommen bin, aber Fazit ist, dass ich mir über die Jahre eine recht ansehnliche Sammlung aufgebaut habe. Eiszapfen in den verschiedensten Größen und Formen, in den spektakulärsten und unglaublichsten Ausführungen. Ich weiß, dass es bestimmt furchtbar kitschig klingt, aber ich bin stolz auf jeden einzelnen, den ich mir im Laufe der Zeit zu Eigen gemacht habe. Mit jedem verbinde ich eine besondere Erinnerung und ein einmaliges Erlebnis. Einen habe ich zum Beispiel beim Spazierengehen im Wald gefunden, einen anderen während einer wilden Schneeballschlacht im Dorf. Das Glanzstück und Kronjuwel dieser Sammlung stellt allerdings ein sehr langer, spitzer Eiszapfen dar, in den ein Herz geritzt ist. Damit sie ja nicht schmelzen, bewahre ich sie im Jagdviertel, dem kühlsten Ort von ganz Nome, auf. Wir nennen es deshalb so, weil dort regelmäßig Hundeschlittenrennen veranstaltet werden und das ganze jedes Mal einer wilden, verwegenen Jagd gleicht. Ich selbst habe bisher noch niemals an einem solchen Rennen teilgenommen, da ich mich immer zu schwach dazu fühle. Wie ich schon sagte, ich kann mit den anderen im Dorf nicht mithalten, erst recht nicht bei Schlittenrennen. Meine ehemaligen besten Freunde haben mich zwar des Öfteren ermutigt, mir einen Stoß zu geben und es doch einmal zu versuchen, aber darauf habe ich mich nicht eingelassen. Zum einen, weil ich etwas Angst davor hatte, von den anderen Teilnehmern überrannt zu werden. Zum anderen deshalb, weil ich wusste, dass mich meine Freunde nur ermutigten, um sich über mich lustig machen zu können. Das haben sie schon immer getan. Ich war quasi eine lebende Zielscheibe für sie. Wann immer es ihnen beliebte, haben sie mir wieder einen dummen Spruch reingedrückt, der nicht nur sehr unpassend, sondern auch sehr verletzend war. Aber damals wusste ich es nicht besser und dachte, das müsse alles so sein. Vor allem in puncto Liebe haben sie mich ständig aufgezogen, weil sie alle Freundinnen hatten und ich nicht. Die Mädchen an sich waren nicht das Problem, denn das waren allesamt Vorzeigetussen, die schön brav immer genau das nachplappern, was man ihnen vorsagt. Vielmehr war ich eifersüchtig auf die Tatsache, dass absolut jeder einen Partner hatte außer mir. Aber ich wollte nicht einen von diesen aufgetakelten, willenlosen Robotern, deren Schatten allein mehr wiegt als sie selbst. Ich wollte jemanden, mit dem ich mich identifizieren konnte. Jemanden, der dieselbe Sprache sprach wie ich, dieselben Gefühle zeigte und dieselben Vorstellungen von Liebe hatte. Doch davon gab es bei uns ihm Dorf nicht einen einzigen. Natürlich gab es hier und da mal ein Mädchen, das mir optisch gut gefiel, doch spätestens beim zweiten Gespräch wurde deutlich, dass wir alles andere als auf einer Wellenlänge waren. So blieb mir nichts anderes übrig als weiterhin partnerlos herumzulaufen. Jedenfalls bis zu jener Nacht. In jener Nacht habe ich ihn getroffen. Den einen, der all das hatte, wonach ich mich sehnte. Der mir das gab, was ich vermisste. Es war ein schönes Gefühl, zum ersten Mal verliebt zu sein. Sicher war es anders als ich mir das vorgestellt hatte, denn schließlich war er ein anderer Mann. Es dauerte auch ein bisschen, bis ich realisierte, dass ich schwul bin. Aber ich habe mich sehr gut damit abgefunden und bereue es absolut nicht. Schließlich zählt doch in der Liebe nicht das Geschlecht, sondern das Herzgefühl. Und mein Herzgefühl hat mir gesagt, dass er der richtige für mich ist. Das war alles, was für mich wichtig war. Er hat sich auch zu meiner großen Freude auf eine Beziehung mit mir eingelassen und alles hat wunderbar funktioniert. Zumindest bis zu diesem Tag. Dem Tag, an dem meine Freunde herausgefunden haben, was los ist. Dass ich einen anderen Mann liebe. Steele, mein ehemaliger bester Freund, hat mich sofort aus unserer Bande geworfen, mich aufs Schlimmste beschimpft und mir sogar Gewalt angedroht, wenn ich nicht zur Vernunft komme und mir eine Freundin suche. Er hat mir und meinem Freund ständig aufgelauert und Ausrufe wie „dreckige Schwuchtel“ waren an der Tagesordnung. Irgendwann ist die Sache dann eskaliert und er hat mich brutal zusammengeschlagen. Nur, weil er mich mit meinem Freund beim Kuscheln erwischt hat. Ich war so dermaßen eingeschüchtert, dass ich ernsthaft mit dem Gedanken gespielt habe, mich zu trennen. Doch nach einem langen Gespräch mit meinem Schatz haben wir schließlich beschlossen, uns unsere Liebe durch nichts und niemanden kaputtmachen zu lassen. Wir haben Steele mit unserer Entscheidung konfrontiert, woraufhin er völlig die Nerven verloren hat. Doch zu unserer großen Überraschung haben sich die anderen Mitglieder von Steeles Bande plötzlich auf unsere Seite geschlagen und uns verteidigt. Steele war fassungslos und hat Hals über Kopf die Flucht ergriffen. Soweit ich mitbekommen habe, hat er Nome verlassen und wir haben seitdem auch nichts mehr von ihm gehört. Zum Glück. Denn auf so einen wie ihn können wir gut verzichten. In Nome sind wir seit diesem Tag das beliebteste Paar überhaupt. Und seit diesem Vorfall haben sich auch einige andere Paare geoutet. Das erfüllt mich ein bisschen mit Stolz, denn wir haben es tatsächlich geschafft, der Homophobie in Nome den Garaus zu machen. Denn wenn ich aus dieser Sache eines gelernt habe, dann, dass Liebe kein Verbot kennt und dass es sich lohnt, für sie zu kämpfen. Immer.

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