Blitzpfotes Abenteuer

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55 Kapitel - 28.251 Wörter - Erstellt von: Gigi - Aktualisiert am: 2016-01-05 - Entwickelt am: - 2.466 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Blitzpfote ist ein junger Schüler des
Clans der Blätter und sein Ziel hat er schon genau vor Augen: Der, etwas durchgeknallte, Kater möchte der beste Krieger der Welt und dann ein edeler Anführer werden, der seinem Clan Stärke verleiht! Doch ob das so einfach wird? Und ob die drei Clans die Gefahren durch, vor allem einen machthungrigen Psycho-Kater, bis dahin überhaupt überleben?

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    ((bold))((unli))DIE HIERARCHIE DER KATZEN((eunli))((ebold)) ((bold))Der Clan der Blätter((ebold)) Anführerin: FLÜSTERSTERN - ((cur))große, weiße
    DIE HIERARCHIE DER KATZEN

    Der Clan der Blätter

    Anführerin: FLÜSTERSTERN - große, weiße Kätzin mit hellgelben Flecken und dunkelgrauen Augen

    Zweiter Anführer: STACHELGLUT - hellgrauer Kater mit einem roten und einem bernsteinfarbenen Auge; Leiter des Team Stachel

    Heilerin: ROSENFARN - hellgraue Kätzin mit blassgelben Augen und roten Pfoten

    Kämpfer: NACHTSEELE - tiefschwarze Kätzin mit gelben Augen; Leiterin des Team Nacht

    HALMBART - hellbraun getigerter Kater mit Bernsteinaugen

    FEUERWALD - flammenfarbener Kater mit weißer Schnauze, Brustfell und braunem Augen; Leiter des Team Feuer

    STEINREGEN - grauer, grünäugiger Kater mit schwarzen Streifen auf dem Rücken

    GOLDHIMMEL - goldbraune Kätzin mit eisblauen Augen; Leiterin des Team Gold

    Krieger: TARNFELL - kleine, schildpattfarbene Kätzin mit grünen Augen

    BEERENFLUG - cremefarbener Kater mit dunkelblauen Augen

    KRÄHENSTURM - kleiner, schwarzer Kater mit eisblauen Augen

    KANINCHENSTURM - hellbraune Kätzin mit weißen Bauch und braunen Augen

    Schüler: Team Nacht:

    WEISSPFOTE - weißer Kater mit sehr hellen, heidefarbenen Augen

    SILBERPFOTE - silbern getigerte Kätzin mit braunen Augen

    GRÜNPFOTE - schwarz-weiß gefleckter Kater mit grünen Augen

    Team Feuer:

    STRAHLENPFOTE - hellgelbe Kätzin mit schwarzen Pfoten und eisblauen Augen

    ROTPFOTE - breiter, hellroter Kater mit gelben Augen

    BIRKENPFOTE - großer, dürrer, weißer Kater mit schwarzen Streifen und grauen Augen

    Team Stachel:

    BLITZPFOTE - gelber Kater mit blauen Augen, Schwanzspitze, rechte Vorderpfote und linke Hinterpfote sind orange, schwarzes Zeichen auf der Flanke

    KIRSCHPFOTE - dunkelrote Kätzin mit blassgrünen Augen

    SCHATTENPFOTE - muskulöser, schwarzer Kater mit grauen Augen

    Team Gold:

    KÄFERPFOTE - brauner Kater mit roten Flecken und bernsteinfarbenen Augen

    BLAUPFOTE - dunkelblaugraue Kätzin mit hellen, heidefarbenen Augen

    HUNDEPFOTE - weißer Kater mit dunkelbraun getigerten Flecken und braunen Augen

    Königinnen: TAUBENGLUT - graubraun getigerte Kätzin mit gelben Augen; Mutter von FLINKJUNGES

    FUCHSSCHWEIF - rote Kätzin mit grünen Augen und buschigen Schwanz; Mutter von IGELJUNGES und EICHENJUNGES

    Älteste: GRAUFEUER - dunkelgrauer Kater mit orangenen Augen

    HELLWASSER - cremefarbene Kätzin mit braunen Augen

    INSELFUSS - braun-gelb gefleckter Kater mit gelben Augen

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    Der Clan des Sandes

    Anführer: WASSERSTERN - blaugrauer Kater mit eisblauen Augen

    Zweite Anführerin: MAUSEGLANZ - dunkelbraune Kätzin mit weißen Flecken und gelben Augen

    Heiler: SEELENWIND - hellgrauer Kater mit eisblauen Augen

    Kämpfer: BÄRENTATZE - dunkelbraun getigerter Kater mit blassgelben Augen; Leiter des Team Bär

    HIMMELSFALL - weiße Kätzin mit hellgrauen Flecken und grünen Augen

    KNOCHENSCHLAG - schwarzer Kater mit weißen Streifen und braunen Augen

    Krieger: BIENENFLÜGEL - sandgelbe Kätzin mit dunkleren Streifen und grauen Augen

    TIEFENFALL - dunkelgrauer Kater mit golden getigerten Kopf und blauen Augen

    Schüler: Team Bär:

    BITTERPFOTE - schwarzer Kater mit weißen Gesicht und goldenen Augen

    ECHOPFOTE - sandgelbe Kätzin mit braunen Pfoten und dunkelgrünen Augen

    SCHERBENPFOTE - weißer Kater mit roten Ohren, schwarzer Schwanzspitze, türkisen Augen und einem schwarzen Zeichen auf der Flanke

    Älteste: EISWIND - schneeweiße, von Narben übersähte Kätzin mit eisblauen Augen

    ~Weitere unbekannte Katzen~

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    Der Clan des Nebels

    Anführer: ALGENSTERN - dunkelbraun getigerter Kater mit dunkelgrünen Augen

    Zweiter Anführer: LEOPARDENSPRUNG - goldener Kater mit schwarzen Tupfen uns braunen Augen

    Heilerin: KÄLTETEICH - weiße Kätzin mit grauen Augen

    Kämpfer: KRALLENREGEN - schwarze Kätzin mit bernsteinfarbenen Augen

    SEESTURM - grauweißer Kater mit struppigen Fell und gelben Augen

    Krieger: SCHLANGENZAHN - goldbrauner Kater mit dunkelbraunen Augen

    KLEINFLAMME - sehr kleine, zierliche, rot-schwarz gescheckte Kätzin mit grünen Augen

    ~Weitere unbekannte Katzen~



    Katzen außerhalb der Clans

    LUPUS - tiefschwarzer Kater mit weißen Ringen um die orangenen, fast roten Augen; früher als Wolfspfote im Clan der Blätter

    TOPH - schlanker, rein silberner Kater mit stechend gelben Augen

    ANKO - blaugraue Kätzin mit stechend gelben Augen; tot

    TORA - kleine, weiße Kätzin mit großen, blutroten Flecken und eisblauen Augen

    KRATZER - kleiner, hellgrauer, rotäugiger Kater; tot

    BLUTSTERN - großer, blutroter Kater mit braunen Augen

    GIFTSEE - hellrote Kätzin mit schwarzen Tigerungen und giftgrünen Augen; tot

    MONDFLÜGEL - nachtschwarze Kätzin mit grünen Augen; tot

    STRIPE - goldgelbe Kätzin mit braunen Streifen, weißen Pfoten, hellblauen Augen und einer großen Narbe auf der linken Schulter

    SCAR - braun bis hellbrauner Kater mit einem schwarzen Tigermuster und eisblauen Augen

    KARA - schneeweiße Kätzin mit silbernen Zeichnungen und grünen Augen

    KADO - dünner, schwarz-weißer Kater mit starren, gelben Augen

    MIKO - geheimnisvoller, großer, schwarzer Kater mit bernsteinfarbenen Augen

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    ((cur))~Flashback~ Die feuerrote Kätzin biss kräftig in den Stock, der schon am Zerbrechen war. Daneben saß ein langhaariger, gelber Kater und leck
    ~Flashback~

    Die feuerrote Kätzin biss kräftig in den Stock, der schon am Zerbrechen war. Daneben saß ein langhaariger, gelber Kater und leckte ihr behutsam über das glänzende Fell. Die hellgraue Kätzin, die ebenfalls anwesend war, murmelte etwas und sah die anderen beiden bemitleidend an. „Gleich hast du es geschafft.", miaute sie. Auf einmal plumpste ein winziges Junges ins weiche Moos. Vorsichtig schob die Graue den Kleinen zu seiner Mutter und riss dann die Augen auf. Sie deutete auf ein seltsames, schwarzes Zeichen auf der Flanke des Jungen. „Was ist das?", fragte der offensichtliche Vater mit gerunzelter Stirn. „Das kann nur ein Omen des Clan der fliegenden Echos sein!", erklärte sie und keuchte. „Dieses Junge ist verflucht!" Der Kater sah seinen Sohn prüfend an und legte den Kopf schief. „Bist du sicher? Er-" „Oh nein, Herzensflug!", schrie die Hellgraue auf einmal und untersuchte panisch die Kätzin, welche mit letzter Kraft hauchte: „Nennen wir ihn Blitzjunges."
    „Nein, Herzensflug! Bitte stirb nicht!", flehte der Langhaarige. „Sei Blitzjunges... Ein guter... Vater..." Mit diesen Worten schloss Herzensflug das letzte Mal die Augen. Schmerzerfüllt jaulte ihr Gefährte auf. „Ich habe es ja gesagt.", meinte die Graue trocken. „Dieses Junge ist verflucht. Es hat seine eigene Mutter umgebracht." Mit Tränen in den Augen blickte der Kater zuerst zu seiner toten Geliebten und dann zu dem Jungen, welches leise piepste und mit seinen winzigen Pfoten um sich schlug. Er wollte nicht aufhören, den Kleinen zu lieben, schließlich war es sein Kind. Andererseits nahm er ihm seine Gefährtin und das war eigentlich unverzeihbar.

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    „Mann, wo bleibt der denn?", maulte Blitzpfote und ließ sich in den Sand der Trainingskuhle fallen. „Ich will endlich trainieren!" Lang
    „Mann, wo bleibt der denn?", maulte Blitzpfote und ließ sich in den Sand der Trainingskuhle fallen. „Ich will endlich trainieren!" Langsam drehte Kirschpfote sich zu ihm um, funkelte ihn an und fauchte dann: „Wenn du hier rumnervst, kommt er auch nicht schneller!" Demonstrativ wandte sie sich wieder zu Schattenpfote. „Stimmt's, Schattenpfote?", fragte sie mit honigsüßer Stimme. Schattenpfote blickte nur kurz zu Kirschpfote auf und zuckte mit den Schulter. Genervt verdrehte Blitzpfote die Augen. Doch auf einmal stahl sich ein verschmitztes Grinsen auf sein Gesicht und bewegte sich auf den offiziellen Eingang der Trainingskuhle zu. „Was hast du jetzt schon wieder vor?", zischte Kirschpfote und beobachtete genau die Bewegungen des Katers. „Na was wohl, ich stelle unserem 'tollen' Mentor eine Falle!"
    „Weißt du eigentlich, wie kindisch das ist!"
    „Ach komm schon, wenn er ein so toller Krieger ist, sollte er die Falle bemerken!" Mit diesen Worten fing Blitzpfote an, eine kleine Grube zu graben. Als sie seiner Meinung nach tief genug war, deckte er sie mit ein wenig Laub ab und schlich dann wieder zu Kirschpfote und Schattenpfote. „Das wird doch nie funktionieren.", kommentierte Kirschpfote und seufzte. „Wetten doch.", meinte Blitzpfote nur. Nach einiger Zeit hörte er plötzlich ein Rascheln und Pfotenschritte. „Das muss er sein.", flüsterte Blitzpfote und schaute die anderen beiden verschwörerisch an. Auf einmal wurde er von etwas Schweren, was plötzlich auf seinem Rücken landete auf den Boden gedrückt. Vergeblich versuchte Blitzpfote seinen Angreifer abzuschütteln. Aber dann stieg sein Gegner einfach von dem jungen Kater herab und schaute grinsend auf ihn herab. „Ein guter Krieger sollte auf alles vorbereitet sein.", meinte er. Blitzpfote riss die Augen auf und schrie dann: „DU bist unser Mentor?" Der graue Kater lächelte nur. „Gibt es damit ein Problem?" Blitzpfote wollte gerade etwas erwiedern, da schnippte ihm Kirschpfote mit der Schwanzspitze über den Kopf. „Er ist der Zweite Anführer, sei doch mal ein wenig respektvoller.", wies sie ihn zurecht.
    „Er ist vielleicht der Zweite Anführer, aber hat doch noch lange nicht das Recht einfach auf mich draufzuspringen!"
    „Du wolltest ihm eine Falle stellen!"
    „Er wollte was?", mischte sich der
    Zweite Anführer Stachelglut ein.
    „Mann, jetzt hast du es verraten! Er wäre bestimmt noch darauf reingefallen!"
    „Das glaube ich nicht! Er ist doch nicht einfach so Zweiter Anführer geworden!"
    „So genial, wie sie war, wäre selbst Flüsterstern in die Falle gegangen!"
    „Könnt ihr mal damit aufhören? Das nervt.", sagte Schattenpfote trocken, der auf einmal neben den Streithähnen stand. „Schattenpfote hat ganz recht." Stachelglut blickte die beiden provokant an. „Wollt ihr hier Wurzeln schlagen oder endlich mit eurer ersten Trainingsstunde beginnen?" Blitzpfote biss sich auf die Lippe und Kirschpfote schaute verlegen zur Seite. „Also, beginnen wir. Als erstes muss ich herausfinden, wo eure Schwächen liegen und wo eure Stärken. Beginnen wir zuerst mit dem Kampf. Wer möchte anfangen?" Der graue Kater schaute langsam von einem zum anderen und wartete einige Herzschläge. „Keine Freiwilligen? Gut dann beginnt... Schattenpfote!" Der Schüler grinste entschlossen und fing dann an, langsam seinen Mentor zu umkreisen. „Ach ja und als kleine Schwierigkeit" Der Mentor der drei hob mit dem Maul einen Tannenzapfen auf. „müsst ihr mir diesen Tannenzapfen abnehmen. Aber das wird doch kein Problem darstellen, oder?" Leicht schüttelte Blitzpfote den Kopf und schaute dann Schattenpfote, dem größten Angeber, den die Welt je gesehen hatte, zu. „Viel Glück!", wünschte Kirschpfote Schattenpfote noch, dann zog der Kater noch einige Kreise um Stachelglut und sprang dann völlig unerwartet auf einen Baum, stieß sich von ihm ab und sprang mit einem Kriegsgejaule auf den hellgrauen Kater, welcher wie die Ruhe selbst da stand. Im letzten Moment wich dieser aus und schnurrte belustigt, als Schattenpfote im Sand landete. „Schon ganz gut, für den Anfang.“, kommentierte Stachelglut. „Und jetzt" Er wandte sich an Blitzpfote und Kirschpfote. „zeigt Blitzpfote mir, was er kann." Blitzpfote zuckte leicht zusammen, als er seinen Namen hörte. Na toll, so wie der Schattenpfote fertig gemacht hat, wird er es wohl auch mit mir machen., dachte er frustriert und trat ein paar Schritte nach vorn. „Dann los, Kleiner." Blitzpfote nickte knapp und sprang dann auf den Zweiten Anführer zu. Er versuchte, ihm übers Gesicht zu kratzen, wurde aber von Stachelgluts rechten Vorderpfote davon abgehalten. Diesen Moment nutzte Blitzpfote, um Stachelglut die Pfoten wegzuziehen, doch der Kater schubbste ihn vorher mit der Pfote, mit der er seinen ersten Angriff abwehrte, zur Seite. Blitzpfote taumelte und versuchte sich wieder zu fangen, stolperte aber über einen Zweig und landete wie Schattenpfote im Sand. „Das war auch ganz in Ordnung.", miaute Stachelglut und schnurrte erneut belustigt. „Jetzt nur noch du, Kirschpfote."
    „In Ordnung.", sagte die Kätzin mit leicht zittriger Stimme und stellte sich ihrem Mentor gegenüber. Da fielen ihr auf einmal diese, für sie bedeutsamen, Worte ein und eine hellgelbe Kätzin ihres Alters erschien vor ihrem geistigen Auge.

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    ~Flashback~

    Eine kleine, dunkelrote Kätzin saß in einer Höhle und starrte weinend auf ihre Pfoten. „Warum? Warum ich?", schluchzte sie immer wieder.
    Zur selben Zeit stolzierte eine hellgelbe Kätzin des gleichen Alters nach einem langen Ausflug zum Teich wieder zurück ins Lager. Den ganzen Morgen saß sie an dem Gewässer, um sich ausgiebig ihr Fell zu pflegen. Schließlich war ihrer Meinung nach ein gutes Aussehen der Schlüssel zu
    allem. Kurz bevor die Kätzin im Lager ankam, hörte sie auf einmal ein leises Schluchzen. Verwundert folgte sie dem Geräusch und kam bei einer Lichtung an. Von hier kam das Schluchzen, aber hier war niemand! Noch verwirrter sah die Kätzin sich um und schritt dann selbstbewusst auf einen Busch zu, von dem das Geräusch zu kommen schien. Als sie in dem Busch war, wollte sie gerade 'Hallo?' rufen, als die Kätzin auf einmal keinen Boden mehr unter den Pfoten spürte und in eine Höhle rutschte. Sie wollte schreien, doch davor kam sie sanft auf dem Boden auf, der komischerweise mit Moos gepolstert war. Einige Herzschläge schaute sie sich um und erschrak dann furchtbar, als ein Paar blassgrüner Augen sie traurig anstarrten. Langsam kamen die Augen näher an sie heran und nach einer Weile erkannte die Hellgelbe die Umrisse einer Kätzin. „Wer...? Moment, bist du nicht Kirschjunges, die Kätzin, die geärgert wird, weil sie keine Krallen hat?", fragte der Neuankömmling. Kirschjunges nickte schwach und fragte dann genauso leise und schwach: „Strahlenjunges, oder?" Strahlenjunges nickte und schaute sie dann mit ihren eisblauen Augen prüfend an. „Wurdest du wieder von den anderen gehänselt, oder warum weinst du?"
    „J-ja, genau deswegen." Strahlenjunges sah, das die Augen ihrer Gegenüber sich mit Tränen füllten. „Also, weißt du was ich denke?", fragte sie schnell. Kirschjunges schniefte und schüttelte den Kopf. „Das dich das zu etwas Besonderem macht!"
    „Meinst du?"
    „Aber klar!"
    „A-aber was ist, wenn ich dadurch keine Kriegerin werden kann?"
    Das war eine berechtigte Frage, fand Strahlenjunges und überlegte. „Zähne hast du ja auch noch!"
    „Aber das reicht doch nicht, um eine gute Kriegerin zu werden!", erwiederte Kirschjunges trotzig und schniefte erneut. „Ach komm schon, auf solche doofen Krallen bist du doch gar nicht angewiesen!", versuchte Strahlenjunges die Dunkelrote aufzuheitern. „Du kannst alle Dinge um dich herum nutzen! Steine, Stöcke, ja sogar Sand kannst du im Kampf verwenden! Und Beute tötest du einfach mit deinen Zähnen, kapiert? Und jetzt verkriech' dich nicht länger hier in deinem Loch und schöpf' endlich ein wenig mehr Selbstbewusstsein, okay, du bienenhirnige Fellkugel?"
    Mit offenen Maul starrte Kirschjunges die hübsche, hellgelbe Kätzin an. Und murmelte dann ein 'Okay.'. Mit erhobenen Kopf ging sie den Weg, der aus der Höhle führte, entlang. Als die beiden Kätzinnen endlich am Ausgang ankamen, schaute Kirschjunges Strahlenjunges zögerlich an. „Und... Sind wir jetzt Freunde?", wollte sie leise wissen. Strahlenjunges grinste nur leicht und miaute dann: „Beste Freundinnen für immer!"

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    Eine Weile starrte Kirschpfote Stachelglut nur an. Dann drehte sie sich langsam um und sammelte ein paar Steine ein. Skeptisch beobachtete ihr Mentor sie. Was hat sie vor?, dachte er und legte leicht den Kopf schief. Kirschpfote stapfte mit ein paar Kieseln im Maul auf einen Baum zu und sprang dann so hoch sie konnte auf einen Ast. Anschließend balancierte sie bis zum nächsten Ast, welcher direkt über Stachelglut lag. Dieser sah verwirrt aus, wahrscheinlich hatte er die junge Kätzin aus den Augen verloren. Kirschpfote lächelte verschmitzt, öffnete das Maul und ließ die Kieselsteine somit auf Stachelglut herabregnen. Dieser riss die Augen auf und wich so schnell wie möglich den Geschossen aus. Kirschpfote beobachtete dies kurz und sprang dann selbst auf ihn herab. Stachelglut aber machte einen Buckel, sodass letzten Endes auch Kirschpfote in den Sand viel. „Kreativ.", meinte Stachelglut und sah nun alle drei seiner Schüler an. Es sind alle drei sehr talentierte Krieger..., dachte er und kurz rief er sich seine eigene Schülerzeit ins Gedächtnis. Doch diese Erinnerungen schüttelte der Kater schnell wieder ab und wandte sich wieder der Gegenwart zu. „Nun, ihr drei seid alle gut. Auf verschiedenste Weise... Kommen wir zum Jagdtraining. Ihr schwärmt jetzt aus und bringt so viel Beute wie möglich mit. Alles klar? Dann los!"
    Nachdem Stachelglut diese Worte sagte, stürmte Blitzpfote in weniger als einem Herzschlag los. Schattenpfote trottete langsamer und gelassener in die anderer Richtung. Nur Kirschpfote blieb noch kurz stehen und hüpfte dann hinter Schattenpfote her. „Hey, warte! Wir können doch zusammen jagen!" Schon waren ihre Rufe verklungen. Stachelglut schaute lächelnd seinen Schützlingen hinterher, setzte sich hin und legte den Schwanz ordentlich um die Pfoten. Fröhlich lauschte er dem Gesang der Vögel und dem Pfeifen des Windes, welcher die Blätter zum Rascheln brachte. Auf einmal stieg ihm ein scharfer Geruch in die Nase. Stachelglut riss die Augen auf, spitzte die Ohren und sprang kampfbereit auf die Pfoten. „Ich weiß das du da bist. Komm raus und zeig dich, Wolfspfote."

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    Frustriert fauchte Blitzpfote, als er bestimmt schon zum hundertsten Mal eine leichte Beute nicht erwischte. „Ach, Fuchsdung!", schimpfte er. „Ich hab noch nichts gefangen!" Der junge Schüler stampfte schließlich, inzwischen schon wütend, weiter und prüfte immer wieder die Luft. Doch auf einmal blieb er abrupt stehen und traute sich sogar nicht mal mehr zu atmen. Denn in ungefähr drei Schwanzlängen Entfernung saß ein Eichhörnchen auf einem Baumstumpf und knabberte nichtsahnend an einer Eichel. Jetzt darf nichts schief gehen., sagte er in Gedanken zu sich selbst und stellte mit einem siegessicheren Grinsen fest, dass er Gegenwind hatte. Du gehörst mir, Eichhörnchen! Er verfiel in die Jagdposition und pirschte sich dann, so leise er konnte, an das Tier an. Doch auf einmal, Blitzpfote war nicht mal eine Schwanzlänge von dem Eichhörnchen entfernt, drehte der Wind und einen Herzschlag später piepste das Tier erschrocken auf und flüchtete auf einen Baum. Doch Blitzpfote wollte nicht aufgeben, er hetzte hinter dem Eichhörnchen her, welches panisch durch die Wipfel sprang. „Ich krieg dich schon noch!", schwor Blitzpfote, obwohl er wusste, dass das Eichhörnchen ihn nicht versteht. Doch auf einmal bremste er auf einen Ast und ließ somit das immer noch verängstigte Tier entkommen. War das... Stachelglut?, fragte Blitzpfote sich. Er hatte doch deutlich die Stimme seines Mentors gehört! Neugierig kletterte der Schüler den Ast, auf dem er hockte, weiter. Da war der Trainingsplatz! Und da Stachelglut! „Ich sage es noch einmal: Komm raus oder ich hole dich raus!" Ertappt zuckte Blitzpfote zusammen und wollte gerade etwas sagen, da ertönte eine weitere Stimme. Sie schien zwar freundlich, doch trotzdem jagte sie Blitzpfote einen kalten Schauer über den Rücken. „Stachelglut... Immer noch so ungeduldig wie früher?" Blitzpfote sah, wie ein schwarzer Kater, älter als Stachelglut, aus dem Schatten trat. Stachelglut stellte das Nackenfell auf und fuhr die Krallen aus.
    „Warum so aggressiv? Es ist nicht sehr freundlich, so seinen alten Mentor zu begrüßen!"
    „Was willst du hier, Wolfspfote?"
    „Ach komm schon, was ist denn das für ein Name? Wolfspfote... Ich heiße doch jetzt anders." Der Fremde spuckte diesen Namen so aus, wie Blitzpfote das manchmal tat, wenn er sich an einer Feder verschluckt hatte. Trotzdem blieb seine Stimme noch so freundlich und honigsüß.
    „Du hast noch nicht meine Frage beantwortet.", meinte Stachelglut mit einer Kälte in der Stimme, welche Blitzpfote noch nie bei dem eigentlich fröhlichen und unbekümmerten Zweiten Anführer gehört hatte.
    „Ach so, das hatte ich ganz vergessen. Dieser Name hat mich so aus der Fassung gebracht."
    „Schinde keine Zeit."
    „Na na na, ich hab dir diesen Ton aber nicht beigebracht. Also, was ich hier mache, willst du wissen? Nun, ich sage es mal ganz direkt: Ich und meine, sagen wir, kleine Gruppe, haben vor, den Clan der Blätter zu zerstören. Der Clan des Sandes hat sich leider zu sehr gewehrt, als wir ihn angegriffen haben, deshalb kommt jetzt erstmal der Clan der Blätter und dann der Clan des Nebels. Wenn wir die alle besiegt haben, versuchen wir uns noch einmal am Clan des Sandes.", erklärte der schwarze Kater völlig gelassen.
    „Aber was-"
    „Nun fragst du dich vielleicht, was das für einen Sinn hat. Wir wollen die Clans nicht vollständig zerstören, nein. Wir wollen nur die wiederspenstigsten Katzen unterwürfig machen und somit über alle Clans herrschen. Einfach nicht? Das solltest sogar du verstehen." Entgeistert schaute Blitzpfote den fremden Kater an. Ist das sein Ernst? Wenn ja, werde ich alles tun, um meinen Clan zu beschützen!, schwor er sich und zeigte die Zähne.
    „So ist das also.", sagte Stachelglut und schaute nachdenklich in die Ferne. „Weißt du, Wolfspfote, das war schon immer dein Problem. Du bist zu optimistisch. Denn die Krieger des Clans der Blätter" Der Hellgraue legte eine Pause ein und sah seinen Gegenüber nun in die rot-orangenen Augen. „werden alles tun, was in ihrer Macht steht, um den Clan, ihre Heimat zu beschützen."
    „Na warte! Gruppe 2, ihr greift an, Gruppe 1, ihr dringt bis zu ihrem Lager vor!", fauchte der Schwarze und funkelte Stachelglut an. „Und du! Nenn mich nie wieder Wolfspfote! Mein Name ist Lupus!"

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    „Was jetzt, Schattenpfote? Sie wollen angrei-" Schnell legte Schattenpfote seinen Schweif auf den Mund der Kätzin. „Halt den Mund, wenn sie uns entdecken, haben wir keine Chance auf einen Überraschungsangriff!", wies er Kirschpfote zurecht, welche niedergeschlagen nickte. „Also schön, du rennst so schnell du kannst ins Lager und sagst Bescheid, das wir angegriffen werden. Dann führst du die Gruppe Katzen hierher, die Flüsterstern wahrscheinlich losschicken wird. Verstanden?" „Verstanden!", miaute Kirschpfote, nickte entschlossen und stand auf um sich auf den Weg ins Lager zu machen. „Ach ja und Kirschpfote?", sagte Schattenpfote, als die rote Kätzin schon fast im Gebüsch verschwunden war. „Pass auf dich auf." Über Kirschpfotes Gesicht huschte ein verlegenes Lächeln. „Mach ich." Dann verschwand sie schließlich und Schattenpfote wandte sich wieder dem angehenden Kampf zu. Stachelglut ist deutlich in der Unterzahl, was die Sache nicht gerade einfacher macht. Aber ich kann mir vorstellen, dass er stärker als die Hälfte dieser dahergelaufenen Streuner ist. Wenn ich ihn im Kampf unterstütze, hätten wir vielleicht eine Chance zu gewinnen. Wo ist eigentlich Blitzpfote? Obwohl, der würde sowieso nur im Weg herumste- Noch bevor Schattenpfote seinen Gedanken beenden konnte, zerschnitt ein lautes Jaulen die bedrohliche Stille und ein hellgelber Kater kam ins Freie gestürmt. Blitzpfote. „Attackeeeeee!", schrie er und warf sich auf einen dunkelbraun getigerten Streuner. Genervt verdrehte Schattenpfote die Augen und trat nun auch aus dem Gebüsch. Das plötzliche Auftreten Blitzpfotes schien die Feinde dazu zu verleiten, diesen Kampf endlich zu beginnen, denn einer tappte auf den von Blitzpfotes Aktion sichtlich verwirrten Stachelglut zu und griff ihn mit einer Pfote an. So einen schwachen Kampfzug, konnte der Zweite Anführer natürlich leicht abwehren. Schnell suchte auch Schattenpfote sich einen Gegner aus. Eine Kätzin, deren weißes Fell von roten Flecken, die wie Blut aussahen, übersäht war. Als Schattenpfote auf sie zu ging, musste sie belustigt schnurren. „Denkst du wirklich, du hast es mit mir leichter, als mit meinen männlichen Kollegen?", fragte sie provokant und grinste fies. Doch Schattenpfote schüttelte nur den Kopf. „Weißt du, du siehst nicht schwach aus, weil du eine Kätzin bist, sondern weil du einfach so schwach und zerbrechlich aussiehst. Sogar Igeljunges, ein Junges meines Clans, sieht stärker als du aus!" Die Kätzin knurrte wütend und mit den Worten 'Diesen Mäusedreck hättest du jetzt besser nicht gesagt, du dreckiges, stinkendes Bienenhirn, das seine eigenen Flöhe frisst!' stürzte sie sich auf Schattenpfote, welcher sich auf die Hinterbeine stellte und sich dann auf die Kätzin, die vor ihm in den Sand fiel, fallen ließ. Diese versuchte aufzustehen, um Schattenpfote abzuschütteln, doch dieser hatte sie fest im Griff und bohrte seine Krallen in ihren Rücken. „Lass los, hässlicher Flopelz!", kreischte sie. Schattenpfote aber lächelte leicht und fuhr mit den Krallen, die immer noch tief in dem Fleisch der Kätzin steckten langsam ihren Rücken hinab. Sie schrie vor Schmerzen und schlug panisch um sich. „Hast du genug?", zischte Schattenpfote und ließ noch immer nicht locker.
    „Ja- Nein! Niemals!" Der Schwarze kratze weiter über ihren Rücken und da kam ihm eine Idee. „Bist du sicher?" Schattenpfote lächelte böse und legte eine Pfote auf ihre Wirbelsäule und durchbohrte mit seinen Krallen die Haut der Kätzin, bis er auf Knochen stieß und darauf kratzte. „Hör auf!", flehte die Kätzin und schrie mit rauer Stimme auf.
    „Dann verschwinde.", flüsterte Schattenpfote bedrohlich. Die weiße Kätzin mit den blutroten Flecken nickte. Ihre Augen liefen schon mit Tränen über. Der Schüler ließ sie nun endlich frei und so schnell sie konnte, stolperte sie in die Büsche. Schwächling., dachte Schattenpfote verächtlich und blickte sich mit einem seltsamen Glitzern in den Augen nach weiteren Gegnern um. Nur kurz schoss ihm in den Sinn, was gerade mit ihm los war.

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    Gespannt lauschte Flüsterstern dem Bericht der jungen Schülerin. „Und deshalb müssen wir jetzt sofort los!", endete Kirschpfote und schaute Flüsterstern eindringlich an. „Wenn du nicht so lang erzählt hättest, Kleine,", sagte die Anführerin und erhob sich. „wären wir schon längst bei ihnen. Jetzt sag schnell Goldhimmel und ihrem Team Bescheid, dass sie mitkommen sollen, ich kümmere mich um weitere Krieger." Flüsterstern und Kirschpfote eilten aus dem Anführerbau und während Kirschpfote Goldhimmel suchen ging, tappte Flüsterstern zielstrebig auf den Kriegerbau zu. „Beerenflug, Kaninchensturm. Mitkommen.", befahl sie knapp den beiden Katzen, die in dem Bau saßen und anscheinend nichts zu tun hatten. Draußen erwartete sie schon Kirschpfote, die Goldhimmel, Käferpfote, Blaupfote und Hundepfote herbei bestellt hatte. „Los.", miaute Flüsterstern und trabte aus dem Lager, in Richtung des Trainingsplatzes, wo der Kampf stattfinden sollte. Doch auf einmal stieß sie fast mit einem schildpattfarbenen Kater zusammen, welcher sie anfunkelte. Hinter ihm standen circa zehn weitere Katzen. „Dann müsst ihr wohl die Gruppe sein, die Wolfspfote in unser Lager geschickt hat, um es und uns zu zerstören."
    „Warum nennt mich jeder Wolfspfote? Das ist mein alter Name, denn nun heiße ich Lupus." Ein schwarzer Kater trat hervor, den Flüsterstern nur zu gut kannte. „Lupus also? Ein seltsamer Name. Aber egal. Namen spielen keine Rolle. Was allerdings wichtig ist, das ihr also die Clans unterwürfig machen wollt? Tss, wie soll das denn funktionieren?", fragte Flüsterstern gespielt gelangweilt und blickte den Kater mit hochgezogener Augenbraue an. „Wie das funktionieren soll, willst du wissen? Ach, Flüsterstern, du bist doch kein Mäusehirn! Wir werden euch besiegen, was gibt es da groß zu erklären?" Lupus schnippte kaum merklich mit der Schwanzspitze. „Aber wenn du willst, können wir euch demonstrieren, wie das funktionieren soll." Der Schildpattkater von eben und eine silbern getigerte Kätzin tappten ein paar Schritte nach vorn, lächelten böse und fuhren die Krallen aus. „Toph, Anko, zeigt es ihnen!"

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    Flüsterstern hatte nur kurz Zeit, ihre Gegner zu analysieren, denn im Bruchteil einer Sekunde deutete der silberne Kater, der wahrscheinlich Toph hieß, einen Angriff an Flüsterstern an, welchen sie abwehren wollte. Doch diese Gelegenheit nutzte ihr Gegner, um ihr die Pfoten wegzuziehen und sie somit zu Boden zu werfen. Er ist schnell... Sehr schnell, dachte sie, kniff die Augen zusammen und rappelte sich wieder auf. Hundepfote war inzwischen auf Tophs Rücken gesprungen und biss sich in seinen Fell und Fleisch fest, während Toph vergeblich versuchte, ihn abzuschütteln. „Lästig wie eine Fliege... Da muss man wohl härtere Maßnahmen ergreifen!", verkündete der Silberne, ließ sich nach hinten fallen und zerquetschte so Hundepfote. Inzwischen war Kaninchensturm hervorgeeilt und attackierte den freien, empfindlichen Bauch von Toph. Doch dieser wehrte alle ihrer Schläge mit bloßen Pfoten ab. Die blaugraue Kätzin Anko, die bis jetzt gelassen daneben stand, brach auf einmal zusammen, da ein brauner auf ihr gelandet war. Käferpfote. Doch Anko stand erstaunlicherweise unter der Last leicht zittrig auf, ließ sich erschlaffen und machte dann einen Buckel, sodass Käferpfote abgeschüttelt wurde und verschwand im Gebüsch. Verwirrt blickte Flüsterstern ihr hinterher, wandte sich dann aber wieder Toph zu, der inzwischen am Boden lag und auf dem triumphierend Kaninchensturm stand. Hundepfote stand daneben, grinste Toph an und streckte ihm die Zunge heraus. Plötzlich hörte Flüsterstern ein Rascheln im Gestrüpp und heraus kam Anko, welche spöttig auf ihren besiegten Kameraden herabsah. „Sonst bist du doch sonst nicht so leicht zu besiegen. Schwächer geworden?", nuschelte sie. Warum...? Hat sie etwa etwas im Maul?, fragte sich Flüsterstern und musterte die Kätzin. Toph verdrehte nur die Augen und knurrte Hundepfote wütend an, welcher ihn weiterhin verhöhnte.
    „Na dann werde ich sie jetzt eben fertig machen. Geschwindigkeit ist eben nicht alles, kleiner Bruder.", meinte Anko und tappte auf Käferpfote zu, der sie böse anstarrte. „Und du.", begann sie. „Hast du vorhin ernsthaft geglaubt, mich austricksen zu können?", fragte sie grinsend. Käferpfote stand nur da und erwiderte nichts. „Wenn ja... Hast du dich gewaltig getäuscht!", schrie sie und stürzte sich auf ihn. Was zur- Sie hat ihre Krallen nicht ausgefahren! Was hat diese Kätzin nur vor?, fragte sich Flüsterstern und beobachtete den Kampf mit geweiteten Augen.
    Käferpfote versuchte auszuweichen, wurde aber von Anko am Boden festgenagelt. „Okay, Kleiner und jetzt" Sie spuckte etwas kleines, knallrotes aus, spießte es mit einer Kralle auf und hielt es vor Käferpfotes Nase. „Friss das!" Sie stopfte das Ding mit Gewalt in Käferpfotes Maul und brachte ihn dazu, es herunter zuschlucken. Danach stieg sie wieder von Käferpfote herab und meinte mit einem mordlustigen Funkeln in den Augen: „Das, verehrte Anwesende, war ein Todesbeere. Dieser Schüler wird sterben." Käferpfote riss die Augen auf und holte hörbar Luft. Flüsterstern blickte Anko nur mit zusammen gebissenen Zähnen an. „Was bist du nur für ein Monster... Schnell, Blaupfote, hol Scharfgabe!", befahl die Anführerin schon fast panisch. Sofort stürmte die blaugraue Kätzin los.
    „Oh, ihr wollt es mit Scharfgarbe versuchen? Nette Idee, aber ich habe die Beeren dem Kleinen da so tief in den Rachen gestopft, das er in weniger als ein paar Momenten nicht mehr leben wird.", säuselte Anko und murmelte: „Einen weniger..."
    „Du... Du... Ich werde dir niemals verzeihen, wenn mein Teamkamerad wegen dir stirbt!", schrie Hundepfote und rannte auf Anko zu. „Dein Ernst? Du willst wohl auch mal von den Todesbeeren probieren?", fragte Anko und duckte sich weg, als er sich auf sie stürzen wollte. Doch Hundepfote kam sicher auf den Pfoten auf und attackierte sie erneut. Anko, die gar nicht so schnell reagieren konnte, wurde von Hundepfote zu Boden gedrückt. Doch so stark wie sie war, stand sie auf und funkelte den Schüler an, welcher wild auf sie sprang und ihr kräftig in den Rücken biss, anschließend wieder herunter sprang und ihr übers Gesicht kratzte. Anko sank zu Boden und blickte schockiert auf ihre Pfoten, auf die Blut tropfte. Hundepfote, der immer noch vor Wut zitterte meinte nur: „Überleg dir besser das nächste Mal, wen du mit deinen Beeren fütterst!"

    12
    ~Flashback~

    Ein kleines, blaugraues Kätzchen, nicht älter als drei Monde, spielte vergnügt in dem Garten ihres Zweibeiners mit ihrem silbernen Bruder. „Fang mich doch!", jauchzte sie und hüpfte so schnell sie konnte über die von Sonne beschienene Wiese. Doch auf einmal blieb sie schlitternd stehen und ihr Bruder rannte fast in sie hinein. „Hey, was ist denn los, Anko?", fragte er und sah seine Schwester verwirrt an, welche fröhlich auf das Hindernis vor ihr starrte.
    „Wie gern würde ich mal erfahren, wie die Welt hinter dem Zaun aussieht.", seufzte die kleine Kätzin und träumte vor sich hin.
    „Bestimmt ganz furchtbar!", meinte der Silberne. „So wie Mama es immer gesagt hat. Groß und gefährlich!" Anko verdrehte die Augen.
    „Ach, Mama war bestimmt auch noch nie draußen, woher soll sie also wissen, wie es da aussieht, hm?"
    „Es hat bestimmt einen guten Grund, warum sie noch nie draußen war!", wand der Kater ein und blickte seine Schwester eindringlich an.
    „Mann, Toph! Du bist so ein Langweiler!"
    „Langweilig aber sicher!"
    „Bitte, komm mit raus! Alleine getraue ich es mir auch nicht!" Toph seufzte ergeben und fragte dann: „Meinetwegen, aber wie willst du denn bitteschön raus kommen? Der Zaun ist doch soooooo hoch!" Das silberne Junge stellte sich kurz auf die Hinterbeine und verdeutlichte es noch einmal mit den Vorderpfoten.
    „Springen!", rief Anko und stürmte auf dieses graue, eckige Ding zu, worein die Zweibeiner immer ihre Reste taten. Mit einem einzigen Satz sprang die Kätzin hinauf und von da aus über den Zaun. Seufzend folgte ihr ihr Bruder mit ein paar mehr Schwierigkeiten. Als Anko auf der anderen Seite war, hörte sie für einen Moment auf zu atmen. So viele neue Gerüche und Dinge gab es hier! „In Ordnung, du hast alles gesehen, können wir dann wieder gehen?", drängelte Toph und schaute sich nervös um. Anko ignorierte ihren Bruder allerdings und schritt weiter voran ins unbekannte.
    Es dämmerte bereits, die Geschwister hatten den ganzen Tag im Wald verbracht. Lachend kehrten sie heim. Insgeheim freute sich Anko endlich wieder nach Hause zu kommen und de vertrauten Duft ihrer Mutter einzuatmen. Doch als die beiden es geschafft hatten, über den Zaun zu gelangen und in ihr Zweibeinernest trotten wollten, blieb Anko wie angewurzelt stehen. Diese Stille gefiel ihr nicht. Langsam und mit einer bösen Vorahnung schritt sie weiter voran. Aber auf einmal blieb sie wie angewurzelt stehen. Auf dem Boden, in einer Blutlache lag ein Zweibeiner.
    Ihr Zweibeiner! „Mama!", schrie sie verzweifelt und suchte jedes Zimmer nach ihrer Mutter ab. Aus einem Zimmer kamen die Stimmen von Zweibeinern. Vorsichtig trat sie ein. Ein Zweibeiner, der schwarzes Fell hatte und einen glänzenden, scharf aussehenden Gegenstand in der Hand hielt, stand vor Ankos Zweibeiner, welcher gefesselt dasaß und den anderen flehend anschaute. Der blickte nur kalt zurück, ging auf Ankos Zweibeiner zu und stach mit dem glänzenden Ding auf ihn ein. Schließlich laß er von ihm ab und schaute nun die beiden Katzenjungen an. Er murmelte etwas und warf dann den Gegenstand nach ihnen. Anko schloss die Augen und sah ihr junges Leben vor ihren Augen an sich vorbeilaufen.
    Spielen mit Toph,
    Kuscheln mit Mama, ...
    Doch plötzlich gab es einen Aufschrei, Anko spürte etwas Warmes, flüssiges auf ihrem Pelz und öffnete die Augen. Ihre Mutter lag vor ihnen, das Ding steckte in ihrem Bauch.
    „M-mama...", stotterte Anko. Der Zweibeiner zuckte mit den Schultern, zog das Ding aus ihrem Bauch und verschwand schnell. Langsam kam Anko ihrer Mutter näher. Aus ihrer tiefen Verletzung strömte Blut. „Mama?", piepste Toph. „Meine Kleinen...", hauchte die Mutter und spuckte Blut. „M-meine Zeit ist gekommen. Ihr müsst von nun an allein zurechtkommen.", meinte sie sanft und schaute ihre Kinder warm an. „Mama... Nein..." Ankos Wange kullerte eine Träne hinab, die auf den Boden tropfte. Die Mutter lächelte noch einmal leicht, dann schloss sie das letzte Mal die Augen.
    Schweigend trat Toph aus dem Zweibeinernest. Anko folgte ihrem Bruder mit dem Blick auf dem Boden. „M-mama.", schluchzte sie noch einmal.
    „Eure Mama? Ihr armen Kleinen. Seid jetzt ganz allein, was?", sagte plötzlich eine Stimme mitfühlend. Auf dem Zaun hockte ein schwarzer Kater und schaute auf die beiden jungen Katzen herab. „W-wer bist du?", fragte Anko und versuchte dabei, tapfer zu klingen. „Oh, das tut jetzt erstmal nichts zur Sache." Der Kater sprang vom Zaun und ging auf die Geschwister zu. „Aber ich weiß, wie ihr zwei armen, hilflosen Geschöpfe euch jetzt fühlt." Er drehte sich um und zwinkerte den beiden zu. „Aber wenn ihr wollt, kann ich euch ein Zuhause geben. Ihr müsst mir nur folgen." Mit diesen Worten sprang der Fremde auf den Zaun und wartete geduldig und bevor Anko wusste, was sie sagte, miaute sie: „W-wir kommen mit!"

    13
    „Was soll das, Anko? Jetzt steh auf und lieg hier nicht nur faul rum!", fauchte Lupus und kam bedrohlich auf die Kätzin zu, welche noch immer zitternd da lag.
    „Hast du nicht gehört? Weiter kämpfen!" Der Schwarze knurrte und kratzte Anko über die Flanke. „Ich wusste, ich hätte dich niemals bei mir aufnehmen dürfen! Eine Katze mit Angst vor Blut, ist ja nicht zu fassen! Solcher Abschaum" Jetzt war seine Stimme nur noch ein Zischen. „verdient es nicht zu leben." Er hob leicht den Kopf der blaugrauen Kätzin mit der Pfote und fuhr die Krallen aus. „Stirb!", schrie Lupus und rammte die Krallen in ihre Kehle. Ein lautes Jaulen ging durch den ganzen Wald und zerschnitt die erschrockene Stille die bis jetzt herrschte. „Anko! Nein!" Toph kam unter Kaninchensturms Griff frei und stolperte mit vor Schrecken geweiteten Augen auf seine tote Schwester zu. „Nein...", hauchte er noch einmal. „Sie war es nicht wert.", meinte Lupus kühl und wandte sich an den silbernen Kater. „Los, jetzt kämpfe wenigstens du weiter, oder willst du auch sterben?" Langsam schüttelte Toph den Kopf und drehte sich zu den Clankatzen. „Ihr..."
    „Ich habe mich so sehr beeilt, wie es nur ging! Tut mir leid, dass ich so spät komme, aber hier ist die Scharfgarbe!" Blaupfote kam aus dem Gebüsch geprescht, auf Käferpfote zu, der bis jetzt regungslos da lag, damit sich das Gift nicht noch mehr in seinem Körper verteilte. „Sehr gut. Essen, Käferpfote." Schwach hob der Kater seinen Kopf und aß das Kraut, welches Blaupfote ihm vor die Schnauze hielt. Toph wollte sie davon aufhalten und stürzte nach vorn, wurde aber von Beerenflug abgehalten, welcher blitzschnell auf den Kater sprang und ihm am Boden festnagelte. „Bis hier hin und nicht weiter.", knurrte Beerenflug, doch Toph rollte herum, sodass er nun mit einem siegessicheren Grinsen auf Beerenflug stand. „Ach ja? Jetzt hab ich aber Angst.", höhnte der Silberne und fuhr Beerenflug mehrmals mit den Krallen übers Gesicht, wobei er bei jedem Schlag ein Wort murmelte, bis dann der vollständige Satz 'Unterschätze mich nicht!' lautete. Schließlich sprang er von ihm herab und stürmte wild auf Käferpfote und Blaupfote zu. Er sprang ab und stürzte sich mit ausgefahrenen Krallen auf Blaupfote.

    14
    Ein Schlag. Ein einziger, gezielter, fester Schlag auf den Kopf des silbernen Katers. Tophs Flug wurde ausgebremst und er landete im Dreck. Voller Verachtung sah Flüsterstern auf den bewusstlosen Kater herab, schüttelte ihre Vorderpfote, mit dem sie ihm den Schlag verpasst hatte und wandte sich an Blaupfote und Käferpfote. „Geht es euch gut?", fragte sie etwas schroff. „J-ja, danke, Flüsterstern.", stotterte Blaupfote und blickte die Anführerin bewundernd an. Wie stark sie aussieht... Und sie hat ihn mit einem Schlag außer Gefecht gesetzt! So würde ich auch gern mal werden..., träumte die junge Schülerin vor sich hin. „Mir geht es ebenfalls gut.", meinte Käferpfote knapp und stand schon wieder auf den Pfoten. Flüsterstern nickte knapp und wandte sich dann wieder an Lupus. „Jetzt verschwindet oder wir, die Katzen des Clans der Blätter werden euch noch mehr Schaden zufügen.", drohte die gelb-weiß gefleckte Kätzin und durchbohrte Lupus fast mit ihrem kalten, grauen Blick, dem er aber Stand hielt und mit seinen glühenden, orangenen Augen zurückstarrte. „Ach, Flüsterstern. Denkst du ernsthaft, dass wir einen Rückzieher machen, nur weil jetzt zwei Katzen kampfunfähig sind? Komm schon, du kennst mich doch gut genug um zu wissen, dass ich so etwas nicht tue."
    „Das hätte ich dir, ehrlich gesagt auch nicht zugetraut.", meinte Flüsterstern und lächelte leicht. „Katzen des Clans der Blätter, greift an!", jaulte Flüsterstern und stürmte auf ihren Feind zu.

    15
    Blitzpfote und Schattenpfote standen Rücken an Rücken auf dem Schlachtfeld. Stachelglut kämpfte gerade gegen zwei Gegner gleichzeitig und generell sah es für die drei eher schlecht aus. Sie hatten die Streuner wohl doch unterschätzt, denn ein paar von ihnen hatten wirklich etwas drauf. „Du nimmst dir den davor und ich kämpfe gegen ihn.", befahl Schattenpfote knapp und wand den kritischen Blick nicht von den Feinden. „Alles klar! Du kannst dich auf mich verlassen!", rief Blitzpfote voller Tatendrang und preschte auf den Streuner zu, auf den Schattenpfote gerade gezeigt hatte. Kann der denn nicht einmal ruhig bleiben?, fragte sich Schattenpfote genervt und tappte dann auf seinen Gegner zu. Blitzpfote war in der Zwischenzeit auf den großen, weißen Kater gesprungen, welcher ihn schnell wieder abschüttelte. „Ist das alles?", fragte er ruhig und starrte Blitzpfote an. „Oh nein, das war noch lang nicht alles! Nimm das!", jaulte der gelbe Kater und rannte auf den Weißen zu. Schnell tauchte Blitzpfote unter dessen Pfoten hindurch und attackierte seinen Bauch. Der weiße Kater ließ sich jedoch auf Blitzpfote fallen und zerquetschte den Schüler. „Hey, geh runter du... du...", keuchte er und schnappte nach Luft. „Langsam wird es interessant.", meinte der Weiße. „Was... Was redest du denn da?", fragte Blitzpfote panisch. Langsam wurde es für Blitzpfote eng und an einem Erstickungstod wollte er auf keinen Fall sterben.
    „Du scheinst ziemlich schwach zu sein."
    „Was! Ach, halt doch den Mund und kämpfe ehrenhaft!"
    „Es ist deine eigene Schuld. Wenn du vorsichtiger gewesen wärst, wäre es für dich nicht so weit gekommen."
    „Du... Aber warte nur! Denn ich, Blitzpfote, Sohn des ehemaligen Anführers Löwenstern und Schüler des Zweiten Anführers Stachelglut, gebe niemals auf!", schwor Blitzpfote und knurrte. Der weiße Kater schüttelte nur langsam den Kopf. „Im Angeben gibst du nie auf, was? Du bist doch nur- Hey, wer zur-?" Auf einmal nahm die Last auf Blitzpfote ab. Erleichtert schnappte der hellgelbe Kater nach Luft und blickte sich nach seinem Retter um. „Neeeeeeiiiiiin! Warum der!", schrie Blitzpfote und fuhr hoch. Sein Helfer, der gerade mit dem weißen Kater kämpfte, war niemand anderes, als sein 'netter' Teamkamerad Schattenpfote! „Was willst du hier? Ich hätte das auch allein gescha-"
    „Sah mir auch ganz danach aus.", entgegnete Schattenpfote, während er einem Schlag seines Gegners auswich.
    „Ich-"
    „Halt zum Clan der freien Seelen noch einmal die Klappe und such dir einen anderen Gegner! Der hier ist nichts für dich!", fauchte der schwarze Kater und fuhr mit den Krallen über das Gesicht des Streuners.
    „Soll das heißen, das ich zu schwach bin!", knurrte Blitzpfote. Seine Augen funkelten wütend.
    „Verschwinde!", jaulte Schattenpfote und warf sich auf den weißen Kater.
    Blitzpfote fauchte noch einmal wild, bohrte die Krallen in den Boden und wandte sich ab. Stachelglut hatte inzwischen beide seiner Gegner besiegt und kämpfte gegen einen Neuen. Blitzpfote war nur einen Moment unaufmerksam, da zog ihm auf einmal jemand die Pfoten weg. Ein zierlicher, kleiner, dunkelgrauer Kater nagelte Blitzpfote triumphierend am Boden fest.
    Ha...! Den werde ich so was von fertig machen!, dachte Blitzpfote und machte einen Buckel, sodass der Kater herunter fiel. Sofort hielt Blitzpfote ihn am Boden fest, doch der Dunkelgraue trat dem Schüler kräftig in den Bauch. Er fiel zurück und ihm wurde schlecht. Doch tapfer rappelte er sich wieder auf, stürmte auf den Gegner zu und sprang. Der Streuner bäumte sich auf, was ein großer Fehler war, denn Blitzpfote bohrte ihm die Krallen direkt in den Hals und schlitzte ihm einen Teil der Brust auf. Schlaff viel der Kater nach hinten um und blieb liegen.

    16
    Ein Jaulen ließ Blitzpfote hochfahren. Goldhimmel kam auf die Lichtung gestürmt. Hinter ihr waren Kirschpfote, Käferpfote, Blaupfote und Hundepfote. „Da seid ihr ja endlich.", murmelte Blitzpfote grinsend. Die goldbraune Kätzin stürzte sich auf einen grau-schwarz getupften Streuner, welcher wenig später jaulend im Gebüsch verschwand. Nun stand es für ihre Gegner schlecht und nach einiger Zeit waren alle vertrieben oder getötet wurden. „Blitzpfote! Oh, ich bin so froh, dass dir nichts passiert ist!" Blaupfote kam auf den Schüler zugetrabt und blickte ihn erleichtert an. „Hehe. Ach, was soll mir den schon passiert sein? Die hab ich alle in der Luft zerrissen!", prahlte Blitzpfote und grinste. „Ähm... Das ist toll, aber..." Die Kätzin deutete auf einen großen Kratzer auf seiner Schulter. „Das sollte sich trotzdem mal Rosenfarn ansehen.", meinte sie besorgt. „Ach, ist doch nur ein Kratzer." Als Blitzpfote mit den Schultern zuckte, spürte er auf einmal, dass es wirklich ziemlich anfing zu brennen, doch er ließ sich nichts anmerken. „Bitte. Nicht, dass sich das noch entzündet!", flehte sie.
    „Ähm, okay. Wenn dir das so wichtig ist. Hey, seid ihr eigentlich der Gruppe begegnet, die ins Lager wollte?"
    „Ja. Aber wir haben sie zum Glück besiegt. Aber Momentan kämpft Flüsterstern noch gegen den Anführer... Lupus hieß er glaub ich. Kaninchensturm ist mit Beerenflug ins Lager gegangen, ein Streuner hat ihm böse das Gesicht zerkratzt als er versucht hat, mich und Käferpfote zu beschützen.", berichtete Blaupfote, der schon längst das Blut in die Ohren geschossen war. Fragend schaute Blitzpfote sie an. „K-käferpfote wurde... Vergiftet. Mit Todesbeeren. Aber jetzt geht es ihm zum Glück wieder besser!", fügte sie hinzu und lächelte verlegen.
    „Na dann ist gut! Wir-"
    „Stachelglut!", schrie auf einmal Goldhimmel erschrocken. Blaupfote und Blitzpfote trabten zu dem Zweiten Anführer, welcher zusammen gebrochen war. Sein ganzer Körper war voller tiefer Wunden. „Was ist mit ihm?", fragte Kirschpfote, die inzwischen auch mit Schattenpfote dazugekommen war. „Er hat sehr viel Blut verloren.", antwortete Goldhimmel, die nun etwas ruhiger war. „Da-da müssen wir ganz schnell Spinnenweben drauflegen!", miaute Blaupfote und war im nächsten Moment losgeprescht. Blitzpfote schaute ihr hinterher und blickte dann wieder entsetzt zu seinem Mentor, dessen Atem immer flacher zu werden schien.

    17
    „Wann wacht dieser Langschläfer denn endlich auf?"
    „Blitzpfote, ich kann heilen aber nicht hellsehen, also gedulde dich ein wenig, kapiert?"
    „Er... Wird doch wieder aufwachen, oder Rosenfarn?"
    „Er-"
    „Er MUSS wieder aufwachen! Wer soll mich denn sonst trainieren?"
    „Dich! Hallo, Schattenpfote und ich sind auch seine Schüler, Mäusehirn!"
    „Ihr habt aber-"
    „Haltet doch mal den Mund. Seht ihr denn nicht? Er wacht auf."
    Blinzelnd öffnete Stachelglut die verschiedenfarbigen Augen. Er lag im Heilerbau und im Halbkreis standen Rosenfarn, Schattenpfote, Kirschpfote und Blitzpfote um ihn herum. „Stachelglut! Wie geht es dir?", fragte Kirschpfote, in deren Augen Besorgnis lag. „Mir würde es besser gehen, wenn ihr drei mich noch ein wenig schlafen gelassen hättet.", meinte der Zweite Anführer, hob den Kopf und wollte aufstehen, doch Rosenfarn warf ihm einen bösen Blick zu. „Nichts da. Du bleibst schön hier im Heilerbau, bis es dir besser geht." „Aber ich muss mich doch-"
    „Der Clan kommt auch ein paar Tage ohne dich aus und deinen Schülern tut eine kleine Pause auch mal ganz gut.", fiel die Heilerin ihm streng ins Wort und funkelte dann die drei Schüler an. „Und jetzt raus hier! Euer Mentor braucht seine Ruhe!"
    „Aber wir-"
    „Komm einfach, Blitzpfote.", knurrte Schattenpfote, der mit Kirschpfote schon im Eingang stand. Blitzpfote verdrehte die Augen und folgte schließlich seinen Teamkameraden. „Und was wollen wir jetzt bitte machen?", fragte Blitzpfote, als sie im Freien waren. „Wir?", wiederholte Schattenpfote, schüttelte abschätzend den Kopf und trottete aus dem Lager. Sofort rannte Kirschpfote ihm hinterher. Seufzend machte sich Blitzpfote auf den Weg zum Frischbeutehaufen und nahm sich den fettesten Wühler, den er finden konnte.
    „Hey, Blitzpfote. Lang nicht mehr gesehen, alter Flopelz.", hörte er eine Stimme hinter sich und fuhr herum. Vor ihm standen Birkenpfote und Rotpfote, zwei Freunde aus der Zeit in der Kinderstube. Nun, eigentlich waren es damals seine fast einzigen Freunde. „Hallo Birkenpfote, hallo Rotpfote! Na, wie geht's euch so?", fragte er und grinste. „Ganz gut... Ein wenig hektisch hier, seit dieser Typ aufgetaucht ist. Ich habe gehört, du warst in einen Kampf mit ein paar seiner Anhänger verwickelt?"
    „Verwickelt...? Okay, ich schätze, so kann man es sagen. Ha...! Aber ihr hättet sehen müssen, wie ich denen zugesetzt hab! Als ich mit ihnen fertig war, war alles was von ihnen übrig blieb, ein paar Schnurrhaare!", meinte Blitzpfote und grinste noch breiter.
    „Überheblich und" Birkenpfote deutete auf den Wühler vor den Pfoten des gelben Katers. „gierig. Wie früher." Empört schaute Blitzpfote ihn an und meinte dann nur: „Faul und schlecht gelaunt. Wie früher. Außerdem wollte ich den Wühler gerade mit euch teilen!"
    „Na dann...", sagte Birkenpfote und schnappte sich blitzschnell die Beute. „Komm, Rotpfote. Unser netter Freund hier will sein Essen gern mit uns teilen!"
    „Hey! Gib's wieder her!", schrie Blitzpfote und versuchte Birkenpfote die Frischbeute wegzuschnappen, was ihm durch die Größe seines Freundes nicht gelang.
    „Komm schon, Birkenpfote. Es ist doch sein Essen.", mischte sich nun Rotpfote ein. Birkenpfote seufzte biss sich ein Stück von dem Wühler ab, gab ihn Rotpfote, welcher sich ein etwas größeres Stück abbiss und reichte das Tier dann Blitzpfote, welcher entsetzt auf die Beute starrte, von der nun nur noch wenig da war. „H-hey!", stotterte er und ließ es sich dann ebenfalls schmecken.
    „Stachelglut wurde doch während des Kampfes verletzt, stimmt's?", fing Birkenpfote wieder ein Gespräch an.
    „Stimmt."
    „Und du willst auf keinen Fall Training verpassen, stimmt's?"
    „Ja ja, das stimmt auch, aber komm doch mal zum Punkt!"
    „Nun, vielleicht könnte ich ja organisieren, das du, so lange Stachelglut außer Gefecht gesetzt ist, mal mit im Team Feuer trainieren kannst."
    „Echt? Das würdest du echt machen?"
    „Ich kann nichts versprechen, aber wenn Feuerwald einverstanden ist..."
    „Oh Mann! Super, Birkenpfote, du bist echt richtig toll!" Blitzpfote hatte sein Stück des Wühlers bereits aufgegessen und hüpfte nun wie wild geworden herum. „Ich verpasse kein Training! Ich verpasse kein Training!", sang er fröhlich. Na toll, warum hab ich ihm das nur gesagt? Das wird bestimmt unerträglich mit dem!, dachte Birkenpfote und verdrehte genervt die Augen.

    18
    „Geht es dir schon besser?", fragte eine Stimme in der Dunkelheit. Lupus hob leicht den Kopf. „Es geht. Die kleine Flüsterstern ist ziemlich stark.", murmelte er, dabei klang seine Stimme fast wie ein Fauchen. „Oh ja, das ist sie. Mein Kopf schmerzt immer noch.", meinte Toph und trat nun aus dem Schatten. „Verdammter Mäusedreck!", schrie Lupus wütend auf. Toph zuckte leicht zusammen. „Schon beim Clan des Sandes haben wir es nicht geschafft! Und jetzt hat uns selbst der Clan der Blätter wieder vertrieben! So kann das nicht weitergehen! Wir brauchen unbedingt ein paar fähigere Kämpfer..."
    „Von denen gibt es auf dieser Welt immer weniger. Leider."
    Lupus nickte langsam und kratze mit den Krallen über den steinigen Boden. „Trage Tora auf, welche zu finden. Und wenn sie nicht mit mindestens drei vernünftigen Kämpfern wiederkommt, wird sie getötet!" Seine Worte hallten bedrohlich nach. Toph murmelte ein 'Verstanden.', drehte sich um und verschwand in einem langen Gang. Schließlich bog er in eine kleinere Höhle ab und fragte leise: „Darf ich reinkommen?" Der silberne Kater wartete gar keine Antwort ab, sondern marschierte einfach in die dunkle, kalte Höhle. „Finde mindestens drei fähige Kämpfer, wenn nicht, bist du tot.", befahl er knapp und musterte die weiße Kätzin mit den roten Flecken kurz. „Dann hab ich wohl keine Wahl, oder fischhirniger Schuppenpelz?", entgegnete sie frech. „Vergiss nicht, seit Lupus mich zu seinem Stellvertreter gemacht hat, könnte es dein Ende sein, mich zu beleidigen.", knurrte Toph und funkelte sie mit seinen gelben Augen an. „Reg dich ab.", meinte Tora gelassen, verdrehte die Augen und flüsterte dann: „Das hat er nur gemacht, weil er nicht weiß, dass du ihn dafür töten wirst, dass er deine Schwester umgebracht hat."
    „Schweig!", schrie Toph und fuhr der Kätzin mit den Krallen übers Gesicht. „Wenn er das erfährt, dann-"
    „Tötet er dich und ich werde Stellvertreterin.", säuselte Tora und kicherte. „Ich könnte es ihm jederzeit sagen und es könnte dich was kosten, damit ich den Mund halte."
    „Oder ich bringe dich einfach um, du Miststück!", zischte Toph und fuhr die langen Krallen aus.
    „Das würde ich nicht machen, vor allem weil du genau weißt, dass Lupus das verboten hat. Damit ich leise bin, müsstest du mir, bis du Lupus getötet hast, einen Teil deines Essens abgeben, verstanden, du dreckiger Staubpelz?" Toph funkelte die Kätzin an, drehte sich um und verschwand dann. „Abgemacht."

    19
    Naaa, wollt ihr Lupus Bande unterstützen und euch voll und ganz der Zerstörung der Clans zuwenden? Dann schickt euren Steckbrief in die Kommentare und ihr seid auf der dunklen Seite der Macht. ;D Hier eine Vorlage, gebt euch bitte beim Schreiben viel Mühe:

    Name:
    Alter:
    Geschlecht:
    Aussehen:
    Charakter:
    Stärken:
    Schwächen:
    Besonderheiten:
    Wünsche:
    (Wunsch)Gefährte:
    Junge:
    Vergangenheit:
    Darf ich sterben:
    Darf aus meiner Sicht:

    Ihr könnt natürlich auch was hinzufügen. Nun noch ein paar Anmerkungen:

    •zum Aussehen gehören Statur, Fell, Augen, eventuell Narben, usw.
    •bitte keine Alleskönner! Das Gute muss ja (wie immer -.-) gegen das Böse gewinnen und da braucht man nun mal ein paar Schwächen
    •zu den Besonderheiten gehören z.B. 'Ist sehr schnell' oder 'Hat einen Sprachfehler', 'Kommt vom Mond' oder was auch immer
    •wenn ihr einen Gefährten wollt, der aber schon vergeben ist, seid bitte nicht traurig (Schattenpfote ist z.B. schon für Kirschpfote bestimmt)
    •ihr seid in einer brutalen Bande, wo Junge nichts zu suchen haben... Überlegt euch genau, ob ihr welche wollt
    •wenn ihr eine richtig traurige Vergangenheit habt, mach ich vielleicht ein Flashback draus
    •es sollen nicht zu viele überleben
    •ich kann nicht aus jeder Sicht schreiben
    •ihr könnt mir die Steckis auch per E-Mail schicken, dann bleibt die Spannung xD

    20
    „Hahaha! Das hätte ja sogar Igeljunges besser als du hingekriegt!", spottete Strahlenpfote und fing lauthals an zu lachen. „Halt den Mund...", knurrte Blitzpfote und rappelte sich auf.
    „Man macht sich nicht über andere lustig, Strahlenpfote. Für heute wird Blitzpfote ein Mitglied unseres Teams sein.", wies Feuerwald seine Schülerin zurecht, welche die Augen verdrehte und sich nun an Birkenpfote wandte. „Eigentlich bist DU ja Schuld! Hättest du niemand besseren anschleppen können!"
    Birkenpfote seufzte genervt. „Wen denn? Deinen Schattenpfote oder was?" „Äh..." Strahlenpfote schoss das Blut in die Ohren und sie ging einen Schritt zurück. „Der ist auf jeden Fall um einiges hübscher als du!", konterte sie und durchbohrte den Kater fast mit ihren eisblauen Augen.
    „Hört auf ihr beiden. Jeder ist auf seine eigene Art schön und die Liebe ist nichts, wofür man sich schämen muss.", erklärte Feuerwald und blickte die Streithähne sanft an.
    „Wer hat denn hier von Liebe gesprochen, hm!", schrie Strahlenpfote ihren Mentor an, der seufzte und seinen Kopf zur Seite drehte. „Wollt ihr hier den ganzen Tag Wortgefechte führen oder richtig kämpfen üben?", fragte Feuerwald herausfordernd.
    „Richtig kämpfen!", antworteten Strahlenpfote, Blitzpfote und Rotpfote fast gleichzeitig, nur Birkenpfote sagte einen Herzschlag später: „Wortgefechte..." Feuerwald seufzte und deutete dann auf Rotpfote. „Möchtest du anfangen?" Der, etwas breite, junge Kater nickte entschlossen und stellte sich dann seinem Mentor gegenüber. „In Ordnung... Weißt du noch, was ich dir letztes Mal gezeigt habe?", fragte Feuerwald. „Ja, das habe ich mir gemerkt."
    „Gut, dann wende das doch einfach einmal an." Rotpfote machte sich bereit, rannte dann nach vorn, deutete einen linken Haken an und schnellte nach rechts, rammte Feuerwald kräftig, sodass der das Gleichgewicht verlor und zur Seite kippte. Der hellrote Kater warf sich auf seinen Mentor und begrub ihn mit seiner großen Masse unter sich. „Gut gemacht, Rotpfote.", lobte Feuerwald nur und schnappte nach Luft, was Rotpfote dazu verleitete, von ihm herunter zu gehen. Feuerwald rappelte sich auf und schüttelte sich kurz den Staub aus dem Pelz. „Als nächstes... Strahlenpfote.", entschied er. Die Kätzin tappte nach vorn. „Also schön, Strahlenpfote, hast du ein bisschen deine Muskeln trainiert?" „Habe ich.", bestätigte die Gelbe und nickte knapp. „In Ordnung, dann greif mich mal an.", befahl Feuerwald und blickte seine Schülerin erwartungsvoll an. Doch gerade, als Strahlenpfote loslegen wollte, kam eine kleine, rot-weiß gescheckte Kätzin auf die Lichtung gestürmt und brach in sich zusammen. Ihr ganzer Körper war mit schlimmen Verletzungen übersäht. Feuerwald kam auf sie zu getrabt und schaute sie etwas perplex an. „Bitte helft uns... Wir wurden angegriffen... Von einer Gruppe... Streuner."

    21
    „Tarnfell, Blitzpfote, Kirschpfote, Schattenpfote und das Team Feuer gehen hin! Kleinflamme bleibt hier, Rosenfarn wird dich notversorgen. Feuerwald, du warst schon einmal im Lager des Clans des Nebels, du wirst die Gruppe führen! Alles klar, soweit? DANN LOS!", befahl Flüsterstern im strengen Ton. Das sah sie ihren treuen Zweiten Anführer auf sich zu stolpern. „Ich werde auch mitgehen.", meinte er und versuchte entschlossen zu klingen. „Auf keinen Fall.", stellte Flüsterstern klar und knurrte leicht. „Du bist noch viel zu schwach. Du wirst hierbleiben."
    „Aber-"
    Ein Fauchen der Anführerin unterbrach Stachelglut, welcher zurecht beschloss, nicht weiter zu betteln und gehorsam zurück in den Heilerbau trottete. Dann blickte Flüsterstern wieder zu der Gruppe, die bereits zum Lagerausgang trottete. Hoffentlich passiert ihnen nichts., dachte sie. Hoffentlich...

    Schon total überanstrengt wich Krallenregen immer wieder den Schlägen ihres Gegners, welcher so schnell war, das sie nicht mal einen Gegenangriff starten konnte. Was soll ich nur tun? Der Clan des Nebels darf einfach nicht untergehen!, dachte sie frustriert und biss die Zähne zusammen. Auf einmal schrie sie auf, denn einer der Schläge des silbernen Katers traf sie kritisch am Kopf. Sofort ging die Kätzin zu Boden, stöhnte und öffnete halb die Augen. „Sag 'Auf wiedersehen.' zu der schönen Welt.", knurrte der Kater, hob seine Pfote und ließ sie hinunter schnellen.

    Doch Krallenregen spürte keinen Schmerz. Verwirrt sah sie sich um. „Was zur...? Ah! Seesturm!" Der grau-weiße Kater kämpfte tapfer mit dem Feind, welcher die Zähne zusammen gebissen hatte. So hatte er das sich bestimmt nicht vorgestellt, denn Seesturm war sicherlich genau so schnell wie er. Krallenregen rappelte sich auf und wollte helfen, doch Seesturm meinte nur ungewöhnlich sanft: „Geh zu" Er wich einem Schlag seines Gegners aus. „Kälteteich. Du kannst unmöglich" Nun verpasste er dem Silbernen Kater einen kräftigen Schlag. „weiterkämpfen." Krallenregen nickte nur knapp und stolperte dann zu der Heilerin, welche sich verbittert umsah. „Kälteteich ich-"
    „Beim Clan der freien Seelen, Krallenregen! Du hast eine riesige Platzwunde an der Stirn!", stellte die Heilerin erschrocken fest, verschwand kurz und kam mit einer Pfote Spinnenweben wieder, welche sie auf die Verletzung presste. Die schwarze Kätzin zuckte leicht zusammen, da dies ein wenig brannte. Doch dann riss sie sich zusammen. „Geh in den Heilerbau, zu den anderen!", befahl Kältesee schroff und überprüfte kurz, ob die Kriegerin das auch wirklich tat. Doch plötzlich riss die Heilerin jemand von den Pfoten und bohrte ihr rasch die Krallen in die Kehle. Das letzte, was Kältesee hörte, war: „Süße Träume."

    22
    Blitzpfote rannte neben Strahlenpfote mit einem lauten, entschlossenen Kampfgeheul aus dem Gebüsch. Im Lager des Clans des Nebels sah es nicht gerade gut aus. Die leicht mit Nebel behangene Kuhle war blutbefleckt und es gab schon ziemlich viele Leichen. Das meiste schienen Clan Katzen zu sein. „Die Katzen des Clans des Nebels sind schwach.", knurrte Schattenpfote verächtlich. „Oder unsere Gegner einfach zu stark...", meinte Feuerwald. „Man sollte seine Gegner niemals unterschätzen."
    „Ja ja, genug geredet! Wir sollten endlich angreifen!", drängelte Blitzpfote. „Wo ist eigentlich Birkenpfo-" Weiter kam er nicht, denn ein riesiger, blutroter Kater stürzte sich auf ihn. „Na los, Blutstern! Bohre ihm die Krallen in den Hals!", schallte auf einmal eine Stimme vom Rand des Lagers. Der Kater, der anscheinend Blutstern hieß, gehorcht, wurde aber rechtzeitig von Rotpfote von Blitzpfote herunter gestoßen.

    „Sieht ziemlich unbeholfen aus.", murmelte Birkenpfote und blickte Kirschpfote an. „Der Kater da ist total abhängig von dem anderen da hinten. Der mit den roten Augen, siehst du?" Kirschpfote nickte eifrig. „Das heißt, wenn wir diesen Kater ausschalten, hat auch dieser sogenannte Blutstern keine Chance mehr.", meinte die Kätzin mit dem tiefroten Fell. „Korrekt. Das dürfte aber schwierig werden."
    „Wieso?"
    „Wir beide sind keine guten Kämpfer. Das bedeutet, das die einzige Möglichkeit ist, ihm eine Falle zu stellen, in die er aber sicher nicht rein tappen wird."
    „Was macht dich da so sicher?", hakte Kirschpfote nach und runzelte die Stirn.
    „Warum wird er wohl ganz am Rand stehen und zusehen? Er hat es nicht nötig, seine Kraft im Kampf zu verschwenden. Stattdessen ruft er seinen Untergebenen einfach Befehle zu. Woran liegt das? Natürlich daran, das er sehr listig und intelligent ist.", erklärte Birkenpfote und räusperte sich. „Dummerweise haben wir, wie schon gesagt, überhaupt keine andere Wahl. Also müssen wir es wohl oder übel versuchen." Kirschpfote nickte langsam und erhob sich. Schnell huschten die beiden Katzen von einem kahlen Busch zum anderen, um nicht entdeckt zu werden, bis sie bei dem ungewöhnlich kleinen, grauen Kater ankamen. Hinter einem dieser Büsche flüsterte Birkenpfote Kirschpfote kurz etwas ins Ohr und trat dann hervor. Langsam drehte der Graue sich zu dem Schüler um. „Sei gegrüßt. Mein Name ist Kratzer. Möchtest du etwas von mir?", fragte er mit einer Stimme, die von Boshaftigkeit und Mordlust gerade zu zu tropfen schien. „Oh, sehr freundlich. Nun, eigentlich hatte ich nur vor, dich zu besiegen und dann gemütlich weiter zu gehen.", antwortete Birkenpfote gespielt freundlich. „Ach so, kein Problem. Aber ich bin schon sooo gespannt, wie ein Nichtsnutz wie du mich besiegen soll." Birkenpfote grinste kurz siegessicher und rief dann: „Jetzt, Kirschpfote!" Plötzlich kamen Steine aus dem Gebüsch auf Kratzer zu geschossen, welchen er aber geschickt auswich und anschließend hämisch lachte. „Du hast nicht wirklich geglaubt, mich mit so einer billigen Nummer besiegen zu können, oder?", spottete er. „Weißt du, solchen Abschaum wie dich brauchen wir hier nicht." Mit diesen Worten rannte er auf Birkenpfote zu, welcher aber wie angewurzelt stehen blieb. Bitte... Es muss funktionieren!, betete er. Auf einmal fiel Kratzer zu Boden und schlug direkt mit dem Kopf auf einen der Steine auf, mit denen Kirschpfote ihn vorher beworfen hatte. „Bist du sicher, dass du da nicht etwas verwechselt hast?", fragte Birkenpfote genervt und trat auf den Kater zu, welcher aus einer bösen Wunde am Kopf blutete. Zitternd hob er den Kopf und funkelte den Schüler wütend an. „Tja, man sollte eben immer auf seine Umgebung achten, sonst kann es passieren, dass man, wie du, über einen Stein stolpert." Plötzlich haute jemand fest gegen Birkenpfotes Kopf und murmelte: „Man sollte sich auch nie mit einem Gespräch ablenken." „D-danke... Mondflügel.", stotterte Kratzer und blickte die nachtschwarze Kätzin ein wenig verbittert an. Diese seufzte nur genervt. „Aber der Plan des Kleinen war trotzdem gut. Er wäre bestimmt noch nützlich, also nehmen wir ihn am besten mit."
    „Nein!", schrie Kirschpfote und stürzte hervor. „Was ist das denn für eine?", murmelte Mondflügel und gähnte gelangweilt. „Lasst Birkenpfote in Ruhe!", fauchte die rote Kätzin und warf sich auf Mondflügel, welche sie mit Leichtigkeit abschüttelte und mit einem Schlag ins Land der Träume schickte.

    23
    Echopfote trottete an der Grenze zum Clan des Nebels entlang. Neben ihr liefen ihre beiden Brüder, Scherbenpfote und Bitterpfote und ihr Mentor Bärentatze. „Echopfote... Echopfote... Echopfote... Echopfote... Echopfote.. Echopfote... Echopfote...", ging es schon bestimmt eine dreiviertel Stunde. Die Kätzin seufzte genervt und schrie Bitterpfote dann an: „WAS IST DENN, VERDAMMT NOCHMAL!" Für ein paar Herzschläge herrschte Stille, dann grinste Bitterpfote scheinheilig und sagte: „Hallo." Echopfote blieb für eine Weile der Mund offen stehen, dann begann sie fluchend mit den Pfoten auf ihren Bruder einzuschlagen. Warum muss ich nur mit denen verwandt sein?, fragte sich Scherbenpfote im Stillen. Warum muss ich nur der Mentor von denen sein?, dachte in diesem Moment auch Bärentatze. Also dachten beide im Prinzip an das gleiche.
    „Hört sofort auf damit, oder ich werde euch eigenpfötig im Sand vergraben.", zischte der gestresste Mentor und funkelte Bitterpfote und Echopfote an, welche sofort aufhörte, ihren Bruder zu verprügeln. „Sagt mir lieber, was ihr riecht." Die drei Schüler prüften konzentriert die Luft. Nach einiger Zeit murmelte Bitterpfote: „Natürlich Clan des Nebels... Aber auch noch etwas anderes... Riecht widerlich, wie Streuner." „Und Clan der Blätter.", meinte Scherbenpfote monoton. „Man kann ganz schwach den Clan der Blätter riechen." Bärentatze nickte langsam und lauschte auf verdächtige Geräusche. Und tatsächlich: Er hörte entfernte Pfotenschritte, die immer wieder im Sand versanken. Also keine Katzen des Clan des Sandes, die sind an das Laufen im Sand viel besser trainiert. „Das sehen wir uns mal an...", beschloss Bärentatze kurz und tappte in die Richtung, aus der die Schritte kamen. Seine Schüler folgten ihm. Nach ein paar Schritten entdeckte er viele Katzen, alle waren verwundet und einer trug sogar einen anderen auf dem Rücken. Ein Knurren stieg in Bärentatzes Kehle auf, diese Katzen waren auf dem Territorium des Clans des Sandes! „Greift an!", zischte er und trabte auf die Fremden zu. Ein silberner Kater zuckte leicht zusammen, als er die vier sah und machte sich kampfbereit. „Ihr seid auf UNSEREM Territorium!", fauchte Bitterpfote die Fremden an. Ein kleiner, grauer Kater, der eine Verletzung am Kopf hatte, trat vor. „Wir machen, was wir wollen.", stellte er klar. „Ach ja? Damit werdet ihr aber leider nicht durchkommen!", fauchte Bärentatze und stürzte sich auf ihn. Doch ein blutroter Kater, ungefähr so groß wie der Krieger, stellte sich ihm in den Weg. Das machte Bärentatze nur noch wütender. Er schnellte nach vorn, packte den Kater an der Kehle und schleuderte ihn weg, um zu dem Kleineren vor zu dringen. Echopfote hatte sich eine nachtschwarze Kätzin vorgenommen, die einen weißen Kater auf dem Rücken trug. Sie wühlte den Sand mit ihren Pfoten auf und schmiss ihn der Fremden in die grünen Augen. Diese blinzelte und warf den Kater, den sie auf dem Rücken trug achtlos in den Sand. Diesen Augenblick nutzte Echopfote und warf sich mit einem lauten Jaulen auf sie. Nach einigen Versuchen gelang es der Schwarzen schließlich, Echopfote abzuschütteln. Doch plötzlich zog der Fremden jemand die Pfoten weg, sodass Echopfote sie triumphierend am Boden festnagelte. „Wenn du geglaubt hast, das wir so gnädig sind wie die Katzen aus dem Clan des Nebels und dem Clan der Blätter, hast du dich getäuscht!", zischte sie und biss ihr mit einem Mal die Kehle durch. Die anderen fremden Katzen waren ebenfalls vertrieben wurden. Echopfotes Blick fiel auf den weißen Kater, mit den schwarzen Streifen, der sich aufrappelte. „Hat dir deine Mutter nicht gesagt, das man nicht mit Fremden mitgehen soll?", fragte sie und funkelte den Kater spöttig an. „Sehr lustig.", erwiderte dieser genervt und schüttelte sich den Sand aus dem Pelz. „Ein 'Danke, das du mich gerettet hast.' wäre jetzt angebrachter gewesen.", erwiderte die Schülerin belustigt.
    „Wer bist du und was hast du hier zu suchen?", fragte Bärentatze streng und kniff die Augen zusammen.
    „Mein Name ist Birkenpfote, ich komme vom Clan der Blätter und wurde von diesen flopelzigen Streunern verschleppt." Bitterpfote fing an, leise zu lachen und Echopfote meinte nur: „Also seid ihr dort wirklich so schwach, wie ihr ausseht, hm?"
    „Ach, halt doch den Mund. Ihr seid so nervig, lasst mich doch jetzt einfach nach Hause gehen.", murmelte Birkenpfote schroff und kehrte den vieren den Rücken zu, um zu gehen. Auch Bärentatze zuckte mit den Schultern und bedeutete seinen Schülern wieder ins Lager zu gehen. Nur Echopfote blieb noch kurz stehen, trabte Birkenpfote ein Stück hinterher und flüsterte ihm ins Ohr: „Heute Nacht. An der Grenze. Ich hoffe, du kommst."

    24
    „Geht es dir gut? Du siehst so traurig aus...", stellte Hundepfote fest und setzte sich neben Strahlenpfote. „Also... Außer, dass mein Teamkamerad von einer Bande mordlustiger Streuner entführt wurde und meine ehemals beste Freundin verletzt im Heilerbau liegt, GLAUBE ich, dass es mir gut geht.", entgegnete die Schülerin scharf. „Oh...", machte Hundepfote und schaute niedergeschlagen auf die Pfoten. „Ja, oh.", murmelte Strahlenpfote, erhob sich und trottete zum Frischbeutehaufen. Doch als sie sich gerade ein dürres Eichhörnchen davon nehmen wollte, hörte sie auf einmal ein freudiges Jaulen und schaute ein wenig erschrocken zum Lagerausgang, indem verlegen grinsend ein Kater stand. „BIRKENPFOTE!", fauchte Strahlenpfote und stapfte wütend auf ihn zu.
    „Besonders freuen tust du dich ja nicht. Hätte ich noch eine Weile weg bleiben sollen?", fragte Birkenpfote und sah sie herausfordernd an. Dafür fuhr Strahlenpfote ihm mit den Krallen leicht übers Ohr und blickte ihn vorwurfsvoll an. „Weißt du eigentlich, was für Sorgen wir uns alle gemacht haben? Wo bist du gewesen?"
    „Das würde ich auch gern erfahren." Strahlenpfote erschrak, als sie plötzlich die kalte Stimme ihrer Anführerin hinter sich hörte. „Entschuldigung, Flüsternstern. Streuner entführten mich, aber als sie durch das Territorium des Clan des Sandes gingen, rettete mich eine Patrouille." Flüsterstern biss die Zähne zusammen, meinte aber dann: „Wenigstens ist dir nichts Schlimmes passiert."
    „Wie geht es Kirschpfote? Die hatten ihr ganz schön zugesetzt..."
    „Ihr Zustand ist stabil. Keine Sorge, sie wird es schon schaffen."
    „Na da bin ich beruhigt." Mit einem knappen Nicken beendete Flüsterstern das Gespräch und stolzierte davon. „Dummer Fellball.", fauchte Strahlenpfote ihren Teamkameraden und Freund an und nahm sich dann ein Eichhörnchen, mit dem sie sich neben Schattenpfote setzte. Als Birkenpfote das sah, musste er reflexartig an Echopfote denken. Ja... Die Kätzin hat schon so ein gewisses Etwas..., fand er und ein Grinsen huschte über die Lippen des Katers. „Schön, dass du wieder da bist, mein Freund." Birkenpfote fuhr herum. Rotpfote stand mit einem freundlichen Lächeln vor ihm. „Äh, ja, hab dich auch vermisst. Ein wenig.", gab Birkenpfote zu und grinste verlegen. „BIRKENPFOTEEEEE!" Ohne sich zu der nervigen, aufdringlichen Stimme zu drehen, wusste der weiße Kater, dass das Blitzpfote war. „Hey, Kumpel! Hast dir ganz schön Zeit gelassen!"
    „Ich bin nicht mal den halben Tag weg gewesen..." Blitzpfote verdrehte die Augen und flüsterte dann: „Ich wollte diesen Spruch aber schon immer mal sagen..." „Verstehe.", sagte Birkenpfote leicht irritiert und nickte langsam. Auf einmal bekam der große, weiße Kater einen kalten Schauer und spürte Blicke auf seinem Pelz brennen. Langsam drehte er den Kopf zu der Quelle der Blicke. Schattenpfote. „Was starrst du denn so?", fauchte Birkenpfote und erwiderte den Blick. Schattenpfote knurrte bedrohlich und stolzierte dann aus dem Lager. „Das war nicht nett!", mahnte Strahlenpfote und sah Schattenpfote sehnsüchtig hinterher. „Mann, ich kann diesen Typ echt nicht leiden!", sagte Birkenpfote zu Rotpfote und Blitzpfote. „Was soll ich denn erst sagen, ich bin mit ihm in einem Team!", wand der gelbe Kater ein und verdrehte die Augen.
    „Er hat bestimmt auch noch eine gute Seite.", meinte Rotpfote und lächelte sein herzliches Lächeln.
    „Pf. Wer's glaubt.", sagte Birkenpfote und reckte die Nase in die Luft. „Die Kätzinnen stehen aus irgendeinem Grund auf ihn. Was hat der, was ich nicht hab!", fragte Blitzpfote und seufzte verzweifelt. „Ach, hast wohl jemanden im Auge?", fragte Birkenpfote und hob die Augenbrauen. „Äh... Also... Kann man so nicht sagen... Kirschpfote ist ganz hübsch, aber sonst... Was ist mit euch?" „Ich habe noch niemanden.", gab Rotpfote zu und schaute verlegen auf die Pfoten. „Und Birkenpfoteeee?", fragte Blitzpfote und grinste frech. „Ich habe..." Kurz überlegte der Weiße und sagte dann letztendlich: „Niemand."

    25
    „Au!", schrie Strahlenpfote auf und funkelte den Kater an, welcher ihr auf den Schwanz getreten war. „Nicht so laut, sonst weckst du noch das ganze Lager auf!", zischte er zurück.
    „Wo willst du hin?"
    „Zum... Schmutzplatz."
    „Ah ja, ist klar. Weißt du eigentlich, wie schlecht du im Lügen bist? Naja, eigentlich ist es mir egal, was du machst. Ich brauche meinen Schönheitsschlaf." Erleichtert seufzte Birkenpfote, als seine Teamkameradin sich wieder hinlegte und einige Herzschläge wieder tief und fest schlief. Der junge Kater huschte wie ein Schatten leichtfüßig über das verlassene Lager. Kurz nickte er beim Verlassen Halmbart und Steinregen zu, welche Wache hielten. „Ha...! Wette gewonnen! Hab ich's doch gewusst, das heute Nacht mindestens einer aus dem Lager geht!", freute sich Steinregen, als Birkepfote schon ein paar Fuchslängen entfernt war. „Glückwunsch.", murmelte er kaum hörbar und musste leicht lächeln. Als er außer Sichtweite der beiden war, schlich er zur Grenze. Ihm wurde warm als er die Silhouette einer am Waldrand sitzenden Katze sah, welche den halben Mond anstarrte. „Endlich. Ich dachte schon, du kommst nicht mehr, Mäusehirn. Man lässt eine Kätzin nicht warten.", meinte Echopfote und hatte ihm immernoch den Rücken zugedreht. „Oder...", fing sie an und drehte sich nun provokant lächelnd zu ihm um. „Hast du etwa verschlafen?" Birkenpfote lachte leise auf und setzte sich neben sie. „Lenke nicht ab. Was ist der Grund, das du mich her bestellt hast?"
    „Ich habe eine Frage. An dich. Glaubst... Glaubst du an Liebe auf den ersten Blick?" Birkenpfotes Blick wurde ein wenig sanfter und auch verständnisvoller. „Was ist mit dir?"
    „Ich habe dich zuerst gefragt, Mäusehirn.", antwortete Echopfote und schaute gen Himmel, sodass die Sterne sich in ihren dunkelgrünen Augen wiederspiegelten. „Wenn ich ehrlich bin... Nein. So etwas hält nicht lang und ist oberflächlich." „Da sind wir uns wohl einig." Ein Lächeln huschte über das Gesicht der sandfarbenen Kätzin. „Aber neulich... Ist mir genau so was passiert und ich weiß nicht, was ich machen soll, gerade, weil der Kater in einem anderen Clan ist." Jetzt blickte Echopfote ihn an. In ihrem Blick lag Traurigkeit. Birkenpfote grinste leicht und sah auf den Boden. „Was für ein Zufall... Die Kätzin, in die ich mich verliebte, ist auch in einem anderen Clan." Schweigend saßen die beiden da, bis Echopfote die Stille unterbrach. „Du mäusehirniges Mäusehirn von einem Mäusehirn.... Wegen dir muss ich meinem Clan untreu sein. Ich hasse dich..." Tröstend legte Birkenpfote den Schweif um sie und rutschte näher an die Kätzin heran. „Weißt du, eigentlich ist es mehr...", begann Echopfote flüsternd aber brach dann wieder ab. „Ja?", hakte Birkenpfote nach und strich mit dem Schweif über ihr wunderbar weiches Fell. „Eigentlich ist es kein Hass. Es ist mehr eine Hassliebe. Dummerweise überwiegt letzteres." „Das du es immer so umschreiben musst. Nimm dir ein Beispiel an mir und sag es einfach: Ich liebe dich."

    26
    ~Flashback~

    „Hey, Flussjunges! Hast du vielleicht Lust mit mir zu spielen?", fragte ein kleiner, gelber Kater eine gleichaltrige silbrige Kätzin, welche erschrocken einen Schritt zurück wich. „Geh weg, Blitzjunges! Ich darf nicht mit dir spielen! Du bist ein Monster, das seine eigene Mutter umgebracht hat!", erwiderte Flussjunges und blickte ihn anschließend spöttig an. „Aber eigentlich
    will ja auch gar keiner mit dir spielen." Sie streckte ihm die Zunge heraus und rief dann: „Monster! Monster! Monster! Monster!" Blitzjunges knurrte und sah sie kalt an. In Gedanken wünschte er diesem Miststück den Tod. „Monster! Monster...! Monster... Mon...ster..." Plötzlich blieb Flussjunges wie versteinert einige Herzschläge lang stehen. „Flussjunges?", fragte Blitzjunges vorsichtig und schaute die Kätzin prüfend an. „Mo...ns...te...r...", brachte sie noch einmal hervor und viel gleich danach um und blieb wie steif gefroren liegen. Entsetzt blickte Blitzjunges die Silberne an. „Hallo?", piepste er und stupste Flussjunges an. „B-blitzjunges! Was i-ist passiert?" Eibe besorgte Stimme drang an sein Ohr und er sah Blaujunges auf sich zurennen. „Sie ist einfach umgefallen...", hauchte der gelbe Kater, welcher vor Schreck noch erstarrt war. „W-wie kann das sein? Ein H-herzstillstand bei einer so jungen Katze ist doch völlig ausgesch-schlossen!" Blitzjunges bewunderte die Kätzin für ihre Klugheit, doch weiter konnte er nicht denken, da schon die anderen Katzen angerannt kamen. „Flussjunges! Flussjunges! Was hast du mit meiner Tochter gemacht, du Monster!", schrie Schimmerstein, Flussjunges Mutter und nagelte Blitzjunges rasend vor Wut am Boden fest. „Hör auf damit, Schimmerstein. Er ist nur ein Junges und bestimmt nicht für den Tod deiner Tochter verantwortlich." Blitzjunges hob erstaunt den Blick. Ein großer, goldener Kater stand mit strengen, aber verständnisvollen Ausdruck in den Augen da und betrachtete das Geschehen. „Löwenstern.", nuschelte Schimmerstein und ließ dessen Sohn schnell los, welcher zu dem Anführer huschte und sich neben ihn stellte. Doch innerlich kochte Blitzjunges vor Wut. Wie konnte die denken, dass er an dem Tod ihrer bienenhirnigen Tochter Schuld war! Auf einmal erstarrte genau wie Flussjunges Schimmerstein und starrte in die Ferne. „Schimmerstein!", rief Löwenstern erschrocken, als auch sie stocksteif umfiel. „Herzinfarkt... Beide. Bei Schimmerstein verständlich, aber bei Flussjunges ist es doch höchst ungewöhnlich.", stellte Rosenfarn fest, welche die beiden Leichen untersuchte. „Auf beide war Blitzjunges wütend, möglicherweise hat er doch etwas damit zu tun.", schloss Halmbart und flüsterte seinen Jungen Birkenjunges und Silberjunges etwas zu was in etwa wie: „Nicht mehr mit ihm spielen, in Ordnung, meine Kleinen?", klang. „Das ist doch Unsinn.", wand Löwenstern ein und stellte sich schützend vor Blitzjunges.
    „Hast du etwa den Glauben an den Clan der freien Seelen verloren? Ihm ist so etwas bestimmt möglich.", meinte Rosenfarn. „Vielleicht.", seufzte Löwenstern und leckte seinem Sohn übers Ohr.
    „Was wirst du jetzt tun, Löwenstern?", fragte die Heilerin.
    „Nichts."
    „Nichts? Das ist sehr unverantwortlich von dir! Er muss vertrieben werden oder getö-"
    „Er ist noch ein Junges!
    MeinJunges! Und ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, um ihn zu beschützen. Das ist alles.", sagte der Goldene und trottete zusammen mit Blitzjunges schweigend in den Anführerbau. Die anderen blieben einfach nur verblüfft stehen und wechselten besorgte und verbitterte Blicke.

    27
    Schweißgebadet fuhr Blitzpfote hoch. Schon wieder holte seine mäusehirnige Vergangenheit ihn ein! Auf einmal hörte er ein Grummeln in der Magengegend, sprang auf die Pfoten und schlenderte ein wenig besser gelaunt zum Frischbeutehaufen. Gerade, als er sich den leckersten, fettesten Wühler vom ganzen Haufen holen wollte, verflog seine Freude wieder, denn total frech und total knapp schnappte sich jemand den Wühler bevor Blitzpfote überhaupt daran riechen konnte. Er schnaubte empört und blickte zu dem Täter hinauf. "Was zum... Hey Steinregen, gib den sofort her!", fauchte Blitzpfote den grauen Kater an und funkelte ihn wütend an. "Nichts da, Kleiner. Ich bin totmüde UND hungrig von der Nachtwache."
    "Aber ich-"
    "Bist du denn gar nicht erzogen und weißt, dass man den Älteren immer den Vortritt lässt!", fuhr Steinregen dazwischen und biss schon in die saftige Beute. Blitzpfote stand mit offenem Mund daneben. "Ah... Das ist doch unerhört, diese Jugend von heute...", schmatzte Steinregen und warf Blitzpfote einen Seitenblick zu. "Was denn? Willst du dort ewig so rumstehen oder mal was Sinnvolles für die Gemeinschaft tun?", fragte der Graue und seufzte. Blitzpfote blieb fast die Luft weg. "ICH soll etwas für die Gemeinschaft tun! Wer sitzt denn hier und futtert einen riesigen Wühler ganz allein!"
    "Ich hab schon Nachtwache gehalten, also spiel dich hier mal nicht so auf, Kleiner.", wand Steinregen ein und schluckte sein Essen herunter. Er blieb noch eine Weile sitzen und betrachtete seine großen, unglaublich interessanten Pfoten. Plötzlich stutzte er: Neben ihm war es auf einmal ungewöhnlich ruhig geworden... Vorsichtig drehte Steinregen den Kopf zur Seite und wich gleich danach erschrocken zurück. Blitzpfote schaute ihn mit traurigen, großen Augen flehend an.
    "W-was soll ich denn machen? Den Wühler wieder ausspucken, oder was?" Blitzpfote zuckte nur mit den Schultern und drehte Steinregen den Rücken zu. "Hey, Kleiner! Ich hab ne Idee, wie ich das wieder gut machen kann! Wie wäre es, wenn du mit dem besten Krieger aller Zeiten trainierst?" Blitzpfote fuhr herum und grinste ihn breit an. "Na dann ist ja alles klar! Los geeeeeeeht´s!", jaulte der gelbe Kater, verharrte dann aber in seiner Bewegung. "Ähm, wer IST eigentlich der beste Krieger aller Zeiten?"
    "Soll das ein Witz sein?", schnaubte Steinregen empört. "Natürlich ich!" Er drehte sich einmal um die eigene Achse, fuhr die Krallen aus und streckte eine Pfote in die Luft. "Ja, ich! Steinregen, der beste Krieger aller Zeiten, außerdem ehemaliger Teamkamerad von Flüsterstern und Sohn von Regenstern werde für heute dein Mentor sein!" Blitzpfote nickte gelangweilt und trottete dann aus dem Lager. Irritiert blickte Steinregen dem Schüler hinterher und trabte dann auch aus dem Lager. "Hey, warte! Ich hätte gern ein bisschen mehr Begeisterung von dir gesehen!"

    28
    „Tooooph! Schick mir sofort Kratzer her oder ich reiße dir die Ohren aus, schlitze dich auf und entnehme dir deine Organe um sie zu Beute zu verarbeiten!", krächzte Lupus und atmete schwer. Wenige Herzschläge später stand seine rechte Pfote auch schon mit dem hellgrauen Kater im Eingang der Höhle. Die blutroten Augen des Katers funkelten gefährlich. „Jetzt verschwinde! Ich will allein mit ihm reden!", schrie Lupus, worauf Toph kommentarlos verschwand. „Bist du endlich soweit?", fragte der Anführer gereizt. „Natürlich.", meinte Kratzer leise, doch in seiner Stimme lag blanke Verachtung. „Gut.", fauchte Lupus, stapfte aus seiner Höhle und lief den darauf folgenden Gang entlang. Kratzer trabte ihm nach ein paar Herzschlägen hinterher. Nach einiger Zeit in der undurchdringlichen Dunkelheit, die nur die geschulten Augen bestimmter Katzen durchdringen konnten, kamen die Beiden in einer riesigen Höhle an, wo selbst der kleinste Laut ein Echo verursachte. In der Mitte stand ein fast kreisrunder Stein, welcher seltsam glitzerte und von irgendetwas hell beleuchtet wurde. „Toooph!", rief Lupus noch einmal. „Bring sie her!" Der Silberne kam mit einer winzigen, cremefarbenen Kätzin in die Höhle und verschwand so schnell wie er gekommen war wieder. „Seit ihr Katzen des Clan des Nebels immer solche Angsthasen?", kommentierte Lupus, da die Kleine am ganzen Leibe wie Espenlaub zitterte.
    „H-h-hilfe ist u-unterwegs! I-i-ihr werdet damit n-nicht durchk-kommen!", stotterte die Kätzin mit piepsiger Stimme. „Ach, JETZT haben wir aber Angst!", spottete der schwarze Kater und lachte hämisch, worauf Kratzer schallend einfiel.

    Währenddessen:

    „Wie bitte!", schrie Flüsterstern ihre ehemalige Schülerin Tarnfell an, welche keine Miene verzog, da sie sowas schon erwartet hatte. „Die Kleine hat besondere Fähigkeiten! Wie kann man das verstehen?"
    Tarnfell überlegte kurz, dann sah sie die Anführerin eindringlich an. „Ich sage nur Hundepfote, Blaupfote, Weißpfote und Blitzpfote." Flüsterstern atmete hörbar ein. „Du meinst-?"
    „Genau.", unterbrach Tarnfell sie. „Die vier wären eventuell auch in Gefahr, wenn Lupus' Bande etwas mit ihnen vorhat." Flüstersterns Stirn legte sich in Falten und sie bohrte die Krallen in den Boden. „Aber im Clan des Sandes müsste doch auch so einer mit besonderen Fähigkeiten sein, stimmt's? Ich glaube, Wasserstern hat sich einmal auf einer Heiligen Versammlung mit mir darüber ausgetauscht. Wir haben damals über die Ähnlichkeit zwischen Blitzpfote und diesem Kater gesprochen."
    „Korrekt.", bestätigte Tarnfell und kniff die Augen zusammen. „Sein Name war Scherbenpfote. Aber wir müssen uns nun erstmal um unseren Clan kümmern!" Flüsterstern nickte knapp. „Du hast recht. Ich werde Stachelglut sofort sagen, dass er ein paar Krieger beauftragen soll, ein Auge auf die vier zu werfen." Mit diesen Wochen tappte die Anführerin aus ihrem Bau. „Und erzähle erstmal nicht dem ganzen Clan von der Situation, das gibt nur Ärger!", konnte Tarnfell ihr nur hinterher rufen dann war Flüsterstern schon verschwunden.

    29
    „Na warte, dich mach ich fertiiiig!", jaulte Blitzpfote, sprang ab und zielte direkt auf Steinregens Schultern. Dieser verdrehte nur die Augen und wich sichtlich gelangweilt aus, sodass Blitzpfote mal wieder im Sand landete, sich aber sofort wieder aufrappelte und erneut auf den Krieger zusprang. Doch Steinregen wehrte den Angreifer erneut ab und nagelte Blitzpfote dieses Mal am Boden fest. Ein breites Grinsen schlich sich auf das Gesicht des Katers, welches Blitzpfote ihn am liebsten abgekratzt hätte. „Dein Ehrgeiz ist einer deiner wenigen guten Eigenschaften, Kleiner.", meinte Steinregen und ließ ihn los.
    „Haha. Total lustig.", knurrte der Schüler und reckte beleidigt die Nase in die Höhe. „Hey, war doch nur Spaß. Jetzt reg dich mal wieder ab. Und versuch es einfach noch einmal.", versuchte Steinregen den gelben Kater zu beruhigen, wobei er sich verkneifen musste, laut los zulachen. „Okay, ist ja gu-" „Sch!", zischte Steinregen und blickte sich misstrauig um. „Mann, was ist denn los, du-"
    „Halt doch mal die Klappe! Ich habe das Gefühl...", fing der Graue an und blickte Blitzpfote verschwörerisch an. „Ich habe das Gefühl, dass wir beobachtet werden."
    „Was! Beobachtet!", schrie der Schüler erschrocken auf. „Doch nicht so laut, dämliche Fellkugel!", mahnte Steinregen und verpasste Blitzpfote eine leichte Ohrfeige. Genau in diesem Moment sprang ein schwarzer Schatten aus dem Gebüsch und rannte auf die beiden zu. Steinregen machte sich kampfbereit, lockerte aber seine Haltung wieder, als er den jungen Krieger Krähensturm erkannte. „Flüsternstern will dich sprechen, Steinregen.", teilte er knapp mit und wandte sich dann an Blitzpfote. „Und du sollst auch ins Lager kommen." Blitzpfote peitschte wütend mit dem Schwanz und murmelte frustriert: „Nie kann ich richtig trainieren! Das nervt!"
    „Befehl ist Befehl. Nun kommt.", meinte Krähensturm und funkelte den jungen Kater kurz an. Auch Steinregen warf Blitzpfote einen strengen Blick zu und folgte Krähensturm. Ergeben trottete der gelbe Kater den beiden hinterher und fragte sich, was die Anführerin so wichtiges für Steinregen hatte.

    30
    Ein lauter, verweifelter Schrei zerschnitt die kurze, bedrohliche Stille. Ein wahnsinnig heller, weißer Lichtstrahl ging von der kleinen, cremefarbenen Kätzin aus, wurde auf den Stein gelenkt und steuerte von da aus auf Kratzer zu, welcher schmerzerfüllt grinste. Die Kätzin konnte sich nur schwer auf den Pfoten halten und sie schrie immer weiter. Nach einigen Herzschlägen verschwand der Lichtstrahl so schnell, wie er gekommen war wieder im Körper seiner Besitzerin, die taumelnd stehen blieb aber schließlich doch bewusstlos umkippte. „Nutzloses Ding.", fauchte Lupus verächtlich und wandte sich nun Kratzer zu, welcher zitternd auf den Boden starrte. „Gut so. Wenn wir alle Kräfte in dir versiegeln, wird es uns ein leichtes Spiel sein, die Clans ein für alle mal auszulöschen!"

    Inzwischen:

    Flüsterstern blickte ihren ehemaligen Teamkameraden und Freund erwartungsvoll an, nachdem sie geendet hatte.
    „Ich soll den Kleinen beschützen, hm?"
    „Ja. Kann sein, dass wir uns irren, aber ich bin mir zu 99% sicher, das Lupus nicht nur Beerenjunges aus dem Clan des Nebels wollte, da sie, nach dem Bericht eines Kriegers, nicht besonders stark war. An ihr war eigentlich nur die Kraft, dass sie einen wirklich faszinierend guten Hörsinn hatte, sehr hoch.", erklärte Flüsterstern konzentriert. Steinregen nickte und schloss die Augen. „Sie soll sogar die Emotionen aus der Stimme einer Katze heraushören können."
    „Richtig, Steinregen. Doch ich kann mir nicht vorstellen, wozu Lupus nur ein herausragendes Gehör braucht. Deswegen ist, wie schon gesagt, die Chance, das Lupus auch die anderen fünf will, sehr hoch.", endete die gefleckte Kätzin und schaute den Krieger an. „Also, machst du es?" Steinregen, welcher bis jetzt noch immer die Augen geschlossen hatte, blickte auf und schaute Flüsterstern lang an. „Ich habe es schon einmal versprochen.", meinte er und blickte der Anführerin tief in die Augen. „Kurz vor seinem Tot hat er mich darum gebeten." Erschrocken blickte Flüsterstern ihn an. „D-du meinst-!"
    „Richtig. Ich habe ihm damals geschworen, mein Leben für seinen kleinen Sohn zu riskieren. Löwenstern verlässt sich schließlich auf mich!"

    31
    Blitzpfote hockte an der Stelle im Lager, wo besonders hohes Gras wuchs und mümmelte einen Buntspecht in sich hinein. Die ganze Zeit schon brannten Blicke auf seinem Pelz, die wahrscheinlich von Steinregen stammten, welcher im Schatten saß. Langsam ging es dem jungen Schüler schon auf die Nerven, bis er sich schließlich erhob und in Steinregens Richtung ging. „Und? Was ist los?", fragte Blitzpfote, als er vor dem Krieger stehen blieb und ihn vorwurfsvoll anschaute. „Nichts wichtiges.", winkte Steinregen ab und bevor Blitzpfote noch mehr fragen konnte, war der ältere Kater auch schon verschwunden. Mann... Mich wird das komische Gefühl nicht los, dass hier etwas nicht stimmt., dachte Blitzpfote verwirrt und blickte in den Himmel. Ein kühler Wind blies durch sein Fell, welches sich dagegen aufstellte. Der Kater hatte eine böse Vorahnung. Völlig in Gedanken gezogen, erschrak er ziemlich, als er auf einmal hinter den Anführerbau, einen Baumstumpf gezogen wurde. „Hey, wer zur-" „Sch. Leise.", wurde er unterbrochen und blickte in ein kritisches, hellgraues Augenpaar. „Weißpfote, du bist es. Hab ich mich erschrocken.", stellte Blitzpfote erleichtert, nun aber auch im Flüsterton fest. „Was ist?", fragte er verwirrt und war noch verwirrter, als er außer Weißpfote auch Blaupfote und Hundepfote entdeckte. „Wieder mal typisch, dass DU es noch nicht bemerkt hast.", meinte Hundepfote und seufzte.
    „Hä? Wie? Was denn bemerkt?" Blitzpfote verstand immer noch nichts.
    „Streng dein Gehirn an, Blitzpfote! Ist es dir wirklich noch nicht aufgefallen?", fragte Weißpfote und sah den Angesprochenen eindringlich an.
    „Nein, im Gegensatz zu dir hab ich nicht so super Augen, alter Besserwisser!", entgegnete der gelbe Kater schnippisch. Hundepfote und Weißpfote seufzten gleichzeitig und schüttelten die Köpfe. Blaupfote hingegen kam ein paar Schritte auf Blitzpfote zu. „Wann warst du das l-letzte Mal allein?", flüsterte sie ihm ins Ohr. „Äh, was? Tja... Das müsste... Gestern gewesen sein! Beim Jagen! Oh... Ach nein... Da war Steinregen dabei... Ähm..." Blitzpfote kratzte sich verlegen mit der Hinterpfote am Ohr. „Siehst du?", sagte Weißpfote knapp und kniff die Augen zusammen. „Gestern ging auch mein Team jagen und Nachtseele meinte, wir sollten uns aufteilen. Das taten wir auch und wir gingen alle in völlig verschiedene Richtungen. Doch mir fiel auf, dass ich verfolgt wurde. Ich hatte eine leise Vorahnung, da ich keinen fremden Geruch riechen konnte, kletterte auf einen Baum und trat absichtlich auf einen morschen Ast, sodass ich hinunter fiel. Doch auf einmal wurde ich am Nackenfell gepackt und Nachtseele zog mich wieder hoch. Sie meinte nur: 'Wie gut, dass ich zufällig in der Nähe war.'. Doch sie muss mich schon genau beobachtet haben, um so schnell reagieren zu können. Und das war nicht der einzige Vorfall: Ich fühlte mich immer wieder beobachtet und wollte herausfinden, warum man das tat und ob ich der einzige war. Durch Glück wählte ich mir zuerst Hundepfote aus, zum Beobachten. Ich fragte ihn nach einiger Zeit, ob es ihm auch aufgefallen wäre, was er bejahte. Da Blaupfote uns belauscht hatte, kam sie zu uns und meinte, sie würde sich auch niemals allein fühlen. Und da meine Schwester dich, Blitzpfote, sowieso schon seit ihr Jungen seid, beobachtet, fiel ihr auch auf, dass Steinregen stets da war.", erklärte Weißpfote, wobei Blaupfote am Schluss das Blut in die Ohren schoss und verlegen wegschaute. „Ist das so?", fragte Blitzpfote interessiert. „Was ist mit den anderen?" „Nein. Die haben wir alle überprüft.", antwortete Weißpfote knapp und schüttelte den Kopf. „Also hat es wohl was mit unseren Fähigkeiten zu tun, hm?", meinte Hundepfote ein wenig niedergeschlagen. Weißpfote machte nur einen zustimmenden Laut und schloss die Augen. „Und ich glaube, einen von uns wollen sie mehr als uns andere." Er öffnete sie wieder und blickte Blitzpfote mit gruseligen, weißen Schlitzen an. „Dich, Blitzpfote."

    32
    Der gelbe Kater schaute auf den Boden und nickte langsam. „A-aber wir werden Lupus bestimmt aufhalten!", versuchte Blaupfote ihn zu trösten. Doch Blitzpfote grinste nur und hob den Kopf. „Ich weiß. Wir werden ihn aufhalten und damit den Clan schützen, da bin ich mir sicher!"
    „Und wie sollen wir das bitte anstellen, Blitzbirne, äh Blitzpfote?", zweifelte Hundepfote und versuchte ihn zu provozieren. „Wenn man etwas so sehr liebt, wird man es mit allen Mitteln beschützen. Und ich denke, dir bedeutet dein Clan was, oder?", fragte Blitzpfote leise. „Aber natürlich! Was für eine Frage!", bestätigte der weiße Kater mit den braun getigerten Flecken. „Na dann!", rief Blitzpfote aus, streckte eine Pfote aus und erwartete, das die anderen ihre darauf legten. Doch Weißpfote war schon verschwunden und Hundepfote sah ihn mit einem Blick an, der so viel wie 'Geht es dir noch ganz gut, Mäusehirn?' hieß. Nur Blaupfote legte zögerlich ihre Pfote auf seine und wurde schon wieder total nervös. Dann ging wieder jeder in seine Richtung. Blitzpfote wollte zum Frischbeutehaufen tappen, doch plötzlich spürte er etwas Klebriges an einer seiner Ballen und ein wütender, eisiger Blick brannte auf seinem Pelz. Vorsichtig drehte er den Kopf in die Richtung und schaute direkt in funkelnde, bernsteinfarbene Augen. „Oh, hallo Käferpfote! Alles in Ordnung bei dir? Du siehst wütend aus.", stellte der gelbe Kater fest und versucht sich nichts anmerken zu lassen. „Blitzpfote... Du bist auf meinen Käfer getreten...", zischte Käferpfote bedrohlich und deutete auf Blitzpfotes klebrige Tatze, die er nun leicht hob und anschließend angewidert im Gras abwischte. „Igitt, das ist ja... Äh... Furchtbar traurig! Ich fang dir einen neuen Käfer!"
    „Dieser Käfer war einzigartig, du Trampel! Er hatte einen ausgeprägten Geruchssinn."
    „Käfer können riechen?"
    „Natürlich. Du doch auch."
    „Aber Käfer sind winzige, unbedeutende Tierchen!"
    „Ohne Käfer, beziehungsweise Insekten wäre diese Welt nichts. Potthässlich, genauso wie du."
    „Wa- Wegen so einem blöden Käfer musst du mich doch nicht beleidigen!"
    „Verschwinde einfach."
    Blitzpfote schnaubte und stolzierte an den Lagerrand, um sich zu setzen. Den Hunger hatte ihm dieses... Käferhirn gewaltig vertrieben!

    33
    Birkenpfote wartete wie jede zweite Nacht an dem vereinbarten Treffpunkt. Und das schon ziemlich lang! Wann kommt diese Fellkugel denn endlich? Diese Warterei nervt!, dachte er, gähnte und legte den Kopf auf die Pfoten.
    „Hey, schlaf mir nicht ein!", wecke ihn auf einmal eine vertraute Stimme aus seinen Tagträumen. Eine sandfarbene Kätzin, die Birkenpfote angrinste stand vor ihm und blickte ihn halb spöttig, halb liebevoll an.
    „Leg dich doch lieber mit zu mir. Es wirkt sich sehr entspannend auf die Psyche aus, die Sterne zu beobachten. Sie sind echt hübsch, hm?", fragte er dann, als Echopfote sich neben ihn gelegt hatte. „Ja, aber jetzt komm mir nicht mit '...genau so schön wie du.'! Das ist so klischeehaft!", wand sie ein und lehnte den Kopf an Birkenpfotes Schulter. „Hatte ich gar nicht vor.", grinste dieser.
    Noch eine Weile saßen die beiden so da und genossen einfach die Nähe des anderen.
    Doch plötzlich ertönte ein Rascheln.
    Ein sehr lautes Rascheln.
    Ein zu( lautes Rascheln.
    „Wer ist da?", fragte Birkenpfote und stellte sich schützend vor Echopfote. „Jetzt zieh mir bloß nicht diese 'Kater-beschützt-Kätzin-Nummer' ab!", flüsterte diese und stellte sich neben ihn. „Ach, wie süß. Das perfekte Pärchen. ", säuselte da eine Kätzinnenstimme. „Wirklich zu goldig." Ein wütendes Fauchen stieg aus Echopfotes Kehle, aber ihr Gefährte legte beruhigend den Schwanz auf ihre Schulter. „Wer bist du und was willst du?", fragte dieser noch einmal und versuchte, ruhig zu bleiben. „Was ich will? Nun, von dir unbedeutender Figur im Spiel des Lebens überhaupt nichts. Aber die Kätzin an deiner Seite ist für Lupus sehr interessant. Genauer gesagt ihr entzückender, kleiner Bruder." Echopfote zuckte merkbar zusammen und beschloss, sich erstmal dumm zu stellen. „Bitterpfote? Ich wüsste nicht, was du von ihm wölltest." „Wolkenhirn.", fauchte die Fremde verächtlich. „Ich meine deinen anderen Bruder. Scherbenpfote, das Monster."
    „Du hast kein Recht, so über ihn zu reden! Zeig dich endlich, du Feigling!", schrie Echopfote jetzt schon fast. Ein leises Seufzen ertönte, dann raschelte es erneut im Gebüsch und eine relativ kleine, weiße Kätzin mit roten Flecken trat hervor. „Gestatten, Tora. So, wo wir jetzt diese Nebensächlichkeit geklärt haben, kommen wir zum Wesentlichen." Ihr Blick verfinsterte sich und Toras Stimme wurde härter. „Gib uns Scherbenpfote oder ich werde euch töten."
    „Wie willst du das anstellen? Wir sind zu zweit und du nur eine.", entgegnete Echopfote schnippig. „Echopfote!", hauchte Birkenpfote plötzlich und fuhr herum. Hinter ihnen standen eine hellrote Kätzin mit schwarzen Tigerungen und ein deutlich größerer, blutroter Kater. Tora lachte kurz auf. „Das sind Giftsee und Blutstern. Tut mir leid, was hast du eben gesagt?", fragte sie ironisch, worauf Echopfote kurz knurrte. Mir muss etwas einfallen... Mir muss etwas einfallen... Mir fällt sonst immer etwas ein... Warum fällt mir jetzt nichts ein!, dachte Birkenpfote fieberhaft nach. „Es hilft nichts.", seufzte Tora. „Es gibt kein Entkommen. Seht es ein." Plötzlich ein Lichtblitz. Ein leichtes Funkeln in Birkenpfotes grauen Augen. Ein leichtes Grinsen huschte über sein Gesicht, als er Echopfote etwas ins Ohr flüsterte. „Hey! Was tuschelt ihr da?", fuhr Tora dazwischen. „Das geht dich nichts an.", gab Echopfote scharf zurück. „Denkt ihr eigentlich wirklich, dass ich ihn euch einfach kampflos übergebe?" Mit diesen Worten preschte die Kätzin auf die Ältere zu. „Halt, Echopfote! Nicht!", versuchte Birkenpfote sie vergebens aufzuhalten. Tora zuckte mit der Schwanzspitze, sodass Blutstern hervor schnellte. Birkenpfote aber wirbelte mit dem Schweif ein wenig Sand auf, den es an der Grenze schon vereinzelt gab. Der Riese eines Katers bekam etwas davon in die Augen und ließ sich sogleich davon ablenken. Das nutzte der weiße Kater aus, um ihm die Pfoten wegzuziehen. „Echopfote, jetzt!", schrie Birkenpfote. Die sandfarbene Kätzin befreite sich schnell aus dem Kampf mit Tora, sprang in die Bäume, welche hier immer lichter wurden und trat auf einen morschen Ast, welcher nach unten schnellte und Blutstern am Boden festnagelte. Echopfote landete daneben sicher auf den Pfoten. „Blutstern!" Ein schmerzerfüllter, lauter Schrei verursachte bei Birkenpfote ein ekelhaftes Piepen in den Ohren und Kopfschmerzen. Giftsee kam herbei gestolpert und beugte sich über Blutstern.
    „G-geht es dir gut? Sag doch was!", flehte sie. „Keine Sorge.", flüsterte Blutstern und grinste mörderisch.
    „Wir sind das Gute. Und das Gute siegt immer."

    34
    „D-das Gute... Siegt immer?", wiederholte Giftsee und blickte ihren Gefährten traurig an. „Ja. Nun hilf mir schnell, das wir die Clankatzen vernichten können!", befahl ihr Gefährte ihr sanft. „A-aber warum?", fragte Giftsee sich erneut. „Warum starben dann so viele Katzen wegen uns? Das... Ist nicht gut."
    „Weil diese Katzen böse waren.", erklärte Blutstern immer noch sanft.
    „K-kann es sein...", sagte Giftsee und holte zitternd Luft. „Das du mich immer angelogen hast?"
    Blutsterns Blick wurde ungeduldiger. „Komm nicht auf solche absurden Gedanken. Wir sind die Guten."
    „Nein!", weinte Giftsee los. „Das kann ich dir einfach nicht glauben! So viele Katzen mussten wegen uns sterben. Nennst du das gut? Wir sind in Wirklichkeit die Bösen, stimmt's?" Blutstern schaute auf den Boden. „Giftsee, ich-"
    „Das heißt, dass ich auch böse bin!", stellte sie fest. In ihren Augen lag ein merkwürdiges Glitzern. „Und das wiederum heißt" Giftsee begann laut zu atmen, was langsam in ein Kichern überging. „das ich mich auch böse verhalten sollte! Tut mir leid, Blutstern. Ich kann dir jetzt nicht helfen.", entschuldigte Giftsee sich, kicherte erneut auf und rannte dann weg.
    „Giftsee! Wo willst du hin?", brüllte Blutstern ihr hinterher, doch die Kätzin war schon verschwunden. Oder wollte nicht antworten.„Brrr.", machte Tora und schüttelte sich. „Die war mir noch nie ganz geheuer."
    „Seid ihr endlich fertig mit eurem emotionalen Mäusedreck, hm?", rief Echopfote plötzlich und stürmte auf Tora zu. Oh nein, dachte diese erschrocken. Wichtigste Regel im Kampf: Vergiss nie deinen Gegner! Doch es war zu spät. Echopfote zog ihr die Krallen über die linke Gesichtshälfte, deutete dann einen rechten Haken an, sodass Tora leicht den Kopf hob. Das genügte Echopfote vollkommen, um sie an der Kehle zu packen und wegzuschleudern. Tora fiel hart gegen einen Baum und wollte fliehen, doch wie schon bekannt, waren die Katzen des Clans des Sandes erbarmungslos. So stürzte sich Echopfote erneut auf sie und bearbeitete das Gesicht ihrer Gegnerin mit den Krallen, packte schließlich mit den Zähnen ihr Ohr und riss brutal ein Stück davon ab. Tora jaulte auf und trat der Clankatze die Beine in den Bauch. Diese flog ein Stück zurück und rappelte sich schnell wieder auf. Mit einem gewaltigen Sprung riss Tora sie von den Pfoten und wollte sich an ihrer Kehle zu schaffen machen, was Echopfote aber absolut nicht zuließ und sich herumrollte. Anschließend versuchte sie das zweite Ohr der Kätzin zu packen, doch diese wand sich schnell genug aus ihrem Griff und schrie: „Rückzug, Blutstern!" Der Kater sammelte seine ganze Energie und rollte den Ast von seinem Rücken herunter, dann verschwanden beide so schnell, wie sie gekommen waren.
    Wow., dachte Birkenpfote und musste leicht lächeln. Ihre Kampfkünste sind wirklich unglaublich. Wenn das so weiter geht, wird sie noch vor mir Kriegerin. „Na? Überrascht, was eine schwache Kätzin so draufhaben kann?", neckte Echopfote ihn und grinste überheblich. „Aber nicht im Geringsten.", winkte Birkenpfote ab. „Ich sollte jetzt mal los. Es ist schon wirklich spät." „Gut.", lächelte Echopfote. „Dann werde ich eben meinem Clan erzählen, das ich ein paar von Lupus Bande vertrieben habe, falls es jemanden auffällt, das ich lang weg war. Ist ja auch nur die Wahrheit.", fügte sie zwinkert hinzu und trabte dann über die weite Sandlandschaft zurück zu ihrem Clan.

    35
    ~Flashback~

    „Also gut, mein Kleiner.", schnurrte Löwenstern und hielt die Maus fest in den Krallen. „Jetzt versuche einmal, diese Maus zu töten. Mit Hilfe deiner Gedankenkraft." „Okay!", miaute Blitzjunges entschlossen und konzentrierte sich so gut er konnte. Doch das Tierchen blieb am Leben und starrte alle mit seinen großen, unschuldigen Knopfaugen an. „Hm.", machte Löwenstern nachdenklich. „Vielleicht funktioniert es nur, wenn du auf jemanden besonders wütend bist." Blitzjunges seufzte und zuckte mit den Schultern. „Das glaube ich nicht.", hörte Löwenstern plötzlich eine Stimme und drehte sich um. „Birkenjunges.", begrüßte er den kleinen Kater freundlich. „Ich glaube", begann er und kniff die Augen zusammen. „das Blitzjunges mindestens das Aussehen und den Namen eines Lebewesens kennen muss, um es zu töten. Und er muss natürlich einen gewissen Groll gegen das Opfer hegen."
    „Echt?", rief Blitzjunges aus. „Wie kommst du darauf?", fragte der Anführer. „Logisches Denken.", lachte Birkenjunges und hüpfte zurück in Richtung Lager. Nachdenklich betrachtete Löwenstern seinen Sohn. Dann nickte er langsam.

    36
    „Ach komm schon! Lass mich mit auf die Versammlung kommen!", bettelte Blitzpfote erneut. „Nein!", schrie Flüsterstern inzwischen entnervt. „Die Antwort lautet nein!"
    „Aber das Team Nacht darf auch mit!", ließ der Schüler nicht nach. „Die drei sind ja auch viel weiter mit ihrem Training und vor allem reifer."
    „Hast du mich gerade als unreif bezeichnet, du alte Schachtel?", fuhr Blitzpfote sie an und verfluchte sich danach in Gedanken selbst. „Wie hast du mich gerade genannt?", fragte die Anführerin ruhig, aber trotzdem drohend und stellte ihren eiskalten Blick ein.
    „Äh... W-wunderhübsche-"
    „Dämliches Mäusehirn!", brüllte Flüsterstern und verpasste ihm mit der Pfote eine kräftige Kopfnuss. „Pah! Du bist nicht nur alt, du bist auch noch eine Zicke!", meinte Blitzpfote mit leicht schmerz verzerrten Gesicht und machte sich dann so schnell er konnte aus dem Staub, wobei er fast in Tarnfell hinein rannte, die vor dem Bau wartete. „Ähm, Blitzpfote.. Du weißt ja, das Steinregen mit Flüsterstern und Lupus mal im Team war.", begann sie zögernd.
    „Nein, wusste ich nicht."
    „Dann weißt du es jetzt! Also... Steinregen war zwei Mal in Lebensgefahr. Einmal hatte er einen Knochenbruch und mehrere Platz- und Schürfwunden. Damals hat Flüsterstern ihn verhauen, nur weil er mal gesagt hat, dass sie dicker als ein Hauskätzchen ist.", erzählte Tarnfell und lächelte verlegen. „Tja... Also würde ich sie lieber nicht zu sehr provozieren.", meinte sie.
    Blitzpfote klappte der Unterkiefer runter.
    „Was hat die Alte eigentlich für Probleme?", regte er sich dann ein bisschen zu laut auf. „Blitzpfote...", ertönte es knurrend aus dem Anführerbau.
    „Ich muss dann mal gehen, Tarnfell. Richte Flüsterstern schöne Grüße von mir aus!" Leicht besorgt beobachtete Tarnfell schließlich, wie Flüsterstern aus ihrem Bau geschossen kam und Blitzpfote durch das Lager hetzte.

    37
    Manchmal fragte Flüsterstern sich, warum sie nur so großzügig war. Aber wenn Blitzpfote einen mit seinen großen, traurigen Augen ansah, konnte man ihn einfach nicht ohrfeigen. Nun stand sie also mit Stachelglut, Nachtseele, Tarnfell, Halmbart, Team Nacht und Team Stachel im Lagerausgang. „Los.", zischte sie, schnippte mit der Schwanzspitze und führte ihren Clan in Richtung Versammlungsplatz, dort wo leichter Nebel in der Luft hing, Sand den Boden bedeckte und drei riesige Kiefern in die Höhe schossen. Während des Weges unterhielt sich Kirschpfote angeregt mit Schattenpfote, der nur ab und zu etwas dazugab, Tarnfell wechselte immer wieder ein Wörtchen mit Halmbart, Grünpfote stiftete Blitzpfote dazu an, einen kleinen Übungskampf mit ihm zu machen, was der gelbe Kater aber ablehnte, Weißpfote lief stumm eher am Ende der Gruppe, Nachtseele und Stachelglut tauschten sich über ihre Teams aus und Silberpfote blickte sich wachsam um. „Ruhe jetzt!", beendete die Anführerin schließlich die Gespräche, als sie sich dem Ort der Versammlungen näherten. Ohne zu Zögern preschte Flüsterstern in die Kuhle und erkannte sofort den Geruch vom Clan des Nebels. „Sei gegrüßt, Algenstern.", sagte sie, nachdem sie den riesigen Felsen, welcher genau in der Mitte des Platzes stand, erklomm. „Sei gegrüßt.", erwiderte Algenstern und neigte leicht den Kopf. „Hast du etwas vom Clan des Sandes gehört?"
    „Nein.", antwortete Flüsterstern lachend. „Aber du weißt doch, wie gern Wasserstern uns warten lässt."
    „Stimmt auch wieder.", lächelte Algenstern. Wie auf Kommando ertönte ein Jaulen und Wasserstern erschien mit seinen Katzen.
    „Dann können wir ja anfangen.", begann Algenstern, kurz nachdem Wasserstern zu den beiden hinaufgeklettert war.
    „Katzen aller Clans. Die Heilige Versammlung wird nun beginnen.", jaulte der dunkelbraun getigerte Kater und ließ seinen Blick auf den Katzen ruhen.
    „Wie einigen schon bekannt hat der Clan des Nebels ein Junges mit besonderen Fähigkeiten verloren. Wir vermuten, dass Lupus und seine Bande dahinter stecken." Unruhiges Gemurmel machte sich unter den Clankatzen breit, was Flüsterstern wirklich auf die Nerven ging. „Ruhe!", rief sie und peitschte mit dem Schwanz. Ein kurzer, belustigter Blick Algensterns traf sie daraufhin. „Möchtest du fortfahren, Flüsterstern?", fragte der Anführer vom Clan des Nebels. Natürlich! Was denkst du denn!, dachte Flüsterstern, kratzte mit den Krallen über den Stein und nickte knapp. „Dem Clan der Blätter geht es gut. Obwohl es schon Ende der Blattgrüne ist, gibt es noch genug Beute. Wir vermuten ebenfalls, dass Lupus es auf vier unserer Katzen abgesehen hat, aber wir haben mit genügend Sicherheitsmaßnamen eingegriffen, sodass Lupus diese Katzen nicht bekommen wird. Wasserstern, fahre fort."
    „Also gut.", räusperte sich der Anführer. „Dem Clan des Sandes geht es ebenfalls gut, es gibt genügend Beute und genügend Wasser. Doch auch bei uns gibt es jemanden mit besonderen Kräften, den wir mit allen Mitteln versuchen zu schützen. Ach... Und was mir so nebenbei einfällt: Algenstern, findest du es nicht auch seltsam, dass der Clan der Blätter vier besondere Katzen hat und wir nur jeweils eine?"
    „Worauf willst du hinaus?", fauchte Flüsterstern. Und machte einen Schritt auf Wasserstern zu. „Auf nichts. Mir ist es nur so aufgefallen und ich finde es wirklich ungerecht."
    Ein Knurren ertönte aus Flüstersterns Kehle und sie fixierte ihn mit einem Blick, den nicht der stärkste Krieger Stand gehalten hätte. Doch da Wasserstern Anführer war, starrte er einfach zurück. „Aber, aber." Algenstern stellte sich zwischen die beiden. „Keinen Streit auf der heiligen Versammlung!"
    „Also findest du es vollkommen in Ordnung, Algenstern?", knurrte Wasserstern.
    „Es ist zwar nicht gerade fair, aber der Clan der Blätter kann doch nichts dafür!", versuchte Algenstern die beiden zu versöhnen.
    „Das hörst du's!", fauchte Flüsterstern. „Du bist weise, Algenstern." Wasserstern neigte den Kopf. „Aber glaub ja nicht, Flüsterstern, dass ich mich so einfach geschlagen gebe."

    38
    „Was denkt dieser Haufen Fuchsdung sich?", dachte Blitzpfote und peitschte mit dem Schwanz.
    „Rede nicht so über einen Anführer.", tadelte Kirschpfote ihn. „Allerdings verstehe ich auch nicht, warum er uns beschuldigt...", ihre Stimme ging in dem lauten Gemurmel unter. „Hey du!", sprach Blitzpfote einen weißen Kater an. „Du bist doch vom Clan des Sandes, oder? Kannst du mir vielleicht mal verraten, was dein Anführer hat?" Der Kater drehte den Kopf zu Blitzpfote, welcher ein wenig zusammen zuckte, als dieser ihn mit seinen ausdruckslosen Augen anstarrte. Der ist ja unheimlich. Fast wie ein Geist!, dachte er und schluckte. „Weil ihr dadurch viel stärker als wir seid vielleicht?", fuhr ihn eine sandfarbene Kätzin an.
    „Mann, seid ihr etwa alle so aggressiv?"
    „Rede nicht so viel über Dinge, über die du nichts weißt. Du hast doch keine Ahnung, wie es ist, wegen einer besonderen Kraft sein Leben lang einsam zu sein!", meinte ein schwarzer Kater.
    „Sei still, Bitterpfote.", sagte nun der weiße Kater mit einer Stimme, die so monoton und emotionslos war, dass sie Blitzpfote schon wieder einen kalten Schauer über den Rücken jagte.
    „W-was sagst du?", stotterte der schwarze Kater, der anscheinend Bitterpfote hieß.
    „Sieh dir seine Augen an. Er... hat dieselben Augen... wie ich. Auch sie mussten viel Leid mitansehen."
    „W-wenn du meinst, Scherbenpfote..."
    Verwirrt starrte Blitzpfote Scherbenpfote an. Er war wirklich seltsam, aber... Woher wusste er das mit...?
    „T-tut mir leid, dass Blitzpfote euch belästigt hat.", griff Kirschpfote nach einer Weile wieder das Wort auf und zerrte den gelben Kater weg, welcher sich kaum wehrte.
    „Was war den los?", fragte Kirschpfote Blitzpfote als sie außer Hörweite der drei Katzen waren.
    „Ähm... Nichts.", winkte er ab und grinste leicht. „Alles... In Ordnung."

    39
    „Wer stört meinen Schlaf mit seinem Gekicher!", fauchte ein wütender Lupus und stapfte aus seiner Höhle. „Oh... Tut mir leid. Ich wollte doch Kratzer bloß diese leckere Wühlmaus geben.", ertönte da die Stimme. „Dann mach nicht so einen Lärm.", ordnete Lupus knapp an und ließ sich gleich danach wieder in sein Nest fallen. „Und du solltest jetzt auch gaaanz leise machen, Kratzerlein.", flüsterte Giftsee und lachte noch einmal auf. Was ist denn mit der los? Ein bisschen komisch war sie ja schon immer, aber so komisch?, dachte Kratzer, seufzte und biss in den Wühler. „Schmeckt irgendwie seltsam... So... Bitter... Und...", dann verfiel der Hellgraue in einen Hustenanfall. „W-was zur Höhle hast du da reingetan?", röchelte er. „Nur ein paar leeeckere, rote Beeren! Wie hießen die noch einmal? To...to... Ach ja! Todesbeeren!", lachte sie fröhlicher denn je.
    „Bist du i-irre? W-warum hast du das g-gemacht?"
    „Weil ich so böse bin!", freute Giftsee sich und zwinkerte ihm zu, bevor Kratzers Augen ihren Glanz verloren und er regungslos liegen blieb.
    „Gut so! Ich hoffe nur, der liebe Onkel Lupus hat nichts davon mitgekriegt! Ach nein... Der schläft sicher noch gaaanz tief und fest! Und die anderen sind nicht da! So... Jetzt muss ich Kratzer nur noch hier weg schaffen. Ich will ja nicht, dass alle merken, dass ich das war!", führte sie Selbstgespräche, packte Kratzers Leichnam am Nackenfell und schliff ihn aus dem Tunnelsystem.

    40
    Ein paar Fakten

    Fakt 1: Anko nannte Toph nur 'Kleiner Bruder', weil sie einige Herzschläge vor ihm auf die Welt gekommen ist.

    Fakt 2: Steinregen ist in Flüsterstern verliebt, aber da diese ihn, seit sie Schüler waren, kompromisslos abweist, schaut er sich auch nach anderen hübschen Kätzinnen um.

    Fakt 3: Echopfote ist in ihrem Inneren ziemlich enttäuscht darüber, dass sie später keine Junge mit Birkenpfote haben kann, sieht es aber dennoch ein und bemüht sich, weiterhin für ihren Clan so gut wie möglich zu sorgen.

    Fakt 4: Vor seeeehr vielen Blattwechseln, als die Clans gerade erst gegründet wurden, wurden schon einmal Junge mit besonderen Fähigkeiten geboren. Damals waren es aber vier im Clan des Nebels und nur jeweils eines in den anderen beiden Clans, was den Clan des Nebels zum stärksten Clan, mit dem größten Territorium machte. Mit der Zeit glich sich dies jedoch wieder aus.

    Fakt 5: Flüsterstern, damals Flüsterpfote war einmal in Lupus, damals Wolfpfote verliebt. Dies änderte sich jedoch schlagartig, als dieser seinen Clan verriet: Heute würde Flüsterstern alles dafür geben, ihn umzubringen.

    Fakt 6: Schattenpfote ist Stachelgluts Lieblingsschüler, da er ihn an sich selbst erinnert, als er noch ein Schüler war.

    Fakt 7: Blitzpfote ist als älteres Junges einmal ausgebüchst und irgendwie auf einem Bauernhof gelandet. Dort wurde gerade ein Huhn geschlachtet, was er beobachtete. Als der Mensch dem toten Vogel kurz den Rücken zuwand, stahl Blitzpfote das Hühnchen und begann, es zu verspeisen, was ihm so gut schmeckte, dass er bis heute nach diesem Geschmack sucht.

    Fakt 8: Die Freundschaft zwischen Kirschpfote und Strahlenpfote zerbrach, als sie sich beide in Schattenpfote verliebten. Seit dem sind sie so etwas wie 'Rivalinnen'.

    Fakt 9: Rotpfote wurde als Junges wegen seines Übergewichtes oft verspottet. Deswegen hat er ein geringes Selbstbewusstsein und reagiert sehr empfindlich, wenn jemand Anspielungen darauf macht.

    Fakt 10: Weißpfote würde seine Schwester Blaupfote mit dem Leben beschützen. Früher konnte er sie allerdings überhaupt nicht leiden, da alle Königinnen in der Kinderstube sie süßer fanden und ihr mehr Aufmerksamkeit schenkten. Als Weißpfote älter wurde, wurde es ihm aber relativ egal, im Mittelpunkt zu stehen.

    41
    „Da ist er.", flüsterte eine Stimme und deutete auf einen gelben Kater. „Und was machen wir jetzt?", fragte ein anderes Flüstern.
    „Na wir verfolgen ihn weiter! Wie besprochen."

    Blitzpfote schlenderte gemütlich durch das Territorium, als er plötzlich ein Rascheln hinter sich hörte und schnell herumfuhr. Misstrauisch schaute er sich um. Ein Baumstumpf... Ein paar Steine... Ein Busch... Moment, dieser Busch bewegte sich ziemlich verdächtig. Blitzpfote kniff die Augen zusammen, drehte sich um und trottete weiter.
    „Au!"
    „Pass doch auf!"
    Jetzt hatte er aber garantiert etwas gehört. „Wer immer da ist, möge herauskommen und sich dem besten Kämpfer aller Zeiten stellen!", forderte er ins Leere. Aber derjenige, der Blitzpfote da beschattete schien in Sachen Tarnung eine absolute Niete zu sein. Denn hinter einem Gestrüpp sah der Schüler feuerrotes Fell aufblitzen. Neugierig stapfte er darauf zu.
    „Du Mäusehirn! Jetzt hat er dich bestimmt gemerkt!"
    „Tut mir leid..."
    Blitzpfote teilte die Blätter und blickte direkt in drei große, unschuldige Augenpaare, welche ihn erstaunt ansahen.
    „Was macht ihr denn hier? Und... Wer seid ihr überhaupt?", fragte Blitzpfote, welcher schon eine böse Vorahnung hatte. Das dunkelgraue Junge, welches sandgelbe Pfoten hatte und wahrscheinlich sowas wie der Anführer der drei war, trat vor und meinte keck: „Also wenn du mal Anführer werden willst, solltest du deinen Clan ein bisschen besser kennen. Ich bin Flinkjunges, der schnellste Läufer des ganzen Clans!"
    „Und ich", stellte sich eine hellbraun getigerte Kätzin mit schwarzen Streifen vor. „heiße Igeljunges! Ich kann mich am aller besten tarnen und bin lautlos wie ein... Igel!"
    „Und ich bin Eichenjunges.", schniefte ein feuerroter Kater mit etwas weniger Elan wie seine beiden Freunde. „Ich kann eigentlich nichts so richtig gut..."
    „Und wir sind deine größten Fans!", schrien dann alle zusammen im Chor.
    „Aha.", murmelte Blitzpfote, von der Situation sichtlich überwältigt. „Und wie lang schon?"
    „Seit schon immer!", brüllte Flinkjunges ihn an. „Und wir können schon ganz viele von deinen Techniken!", freute sich Igeljunges.
    Blitzpfote zog eine Augenbraue hoch. „Und wie seit ihr unbemerkt aus dem Lager gekommen?" „Na genau so wie wir dich dein ganzes Leben lang verfolgt haben!"
    Der gelbe Kater legte den Kopf schief. Plötzlich fielen ihm ziemlich viele Momente ein, in denen er sich beobachtet fühlte.
    „K-kannst du uns bitte eine von deinen berühmten Techniken zeigen? Du bist doch unser großes Vorbild!", bettelte Igeljunges.
    „In Ordnung..." Blitzpfote ging auf den Baumstumpf zu, nahm ein Stück Anlauf und rannte darauf zu. Dann sprang er ab, flog wenige Schnurrhaarlängen darüber und kratze mit seinen Klauen darüber. Anschließend landete er sicher auf den Pfoten.
    „Ja! Super! Gut gemacht!", jubelten seine begeisterten Zuschauer, worauf Blitzpfote leicht den Kopf neigte. Irgendwie gefiel es ihm langsam ganz gut, seine eigenen kleinen 'Verehrer' zu haben....
    Obwohl sie manchmal nervten.

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    „So, Kratzerlein.", lächelte Giftsee und blickte ihn eine tiefe Schlucht hinab. „Jetzt darfst du sogar fliegen!" Sie packte den schlafen Körper und zog ihn näher an den Abgrund heran. Dann hob sie den Leichnam leicht über die Tiefe. Doch plötzlich verlor sie das Gleichgewicht und ließ Kratzer schnell fallen. Sie taumelte und auf einmal lösten sich ein paar Bröckchen, nicht größer als Kieselsteine unter Giftsee. Sie versuchte sich, an den Grasbüscheln, die hier vereinzelt wuchsen festzuhalten, welche aber unter ihrem Gewicht rissen und sie so gnadenlos in die Tiefe fiel. Ein lauter Schmerzensschrei drang aus ihrem Maul, als sie auf dem harten, felsigen Boden aufkam. Giftsee fühlte sich, als wären sämtliche ihrer Knochen gebrochen und eine warme, dicke Flüssigkeit rann aus den vielen Platzwunden, die ihren schlanken Körper übersäten.
    „Warum...?", hauchte sie und spürte Blut ihren Maulwinkel hinunterlaufen. Ich war so dumm... Blutstern hat mich doch nur betrogen und benutzt. U-und ich dachte, er meinte es wirklich ernst mit mir. Warum bin ich nur so geworden? Eine Träne lief über ihre Wange und tropfte auf den Boden. Wenigstens Giftsee schloss das letzte Mal ihre giftgrünen Augen, die inzwischen vor Trauer ganz trüb waren. muss ich jetzt nicht mehr leiden.

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    „N-nein... Bitte... M-mutter... Ah!", keuchend fuhr Stripe hoch. Schon wieder hatte sie im Traum die zerfleischten Körper ihrer Familie gesehen.
    Alles in Ordnung. Es ist alles gut., sagte die goldgelbe Kätzin in Gedanken zu sich selbst und blickte sich in der kleinen Höhle um, die Lupus ihr vor einigen Monden als Unterschlupf gegeben hatte. Durch ein kleines Loch an einer Seite der Höhle fiel schon warmes, morgendliches Licht auf die kalten Steine. Stripe gähnte herzhaft und trottete dann aus ihrer Höhle, durch die Tunnel, bis sie schließlich an der Gemeinschaftshöhle ankam, in deren Mitte sich der Beutehaufen befand. Immer noch verschlafen trottete sie darauf zu und nahm sich dann eine Drossel. Gerade als sie sich mit dem Tier wahllos irgendwo hinsetzte und in das leckere Fleisch beißen wollte, hörte sie Pfotenschritte. Das man hier auch nie etwas in Ruhe machen kann!, schimpfte sie in Gedanken und schaute sich nach den Katzen um. Da betrat Tora die Höhle und lief zielstrebig auf Stripe zu. „Ist Lupus schon wach?"
    „Woher soll ich das wissen?"
    „Könnte ja sein."
    Hm? Kein einziges Schimpfwort ihrerseits in dieser Unterhaltung? Sieht er ja gar nicht ähnlich., dachte die getigerte Kätzin und legte den Kopf schief.
    „Jetzt komm schon! Wo bleibst du, Blödbacke!", schrie Tora.
    „Äh, j-ja, j-ich komme sch-schon...", stotterte die Stimme eines Katers und ein ziemlich großer, schwarzer Kater trat hervor.
    „Wer ist das?", fragte Stripe misstrauig.
    „Das ist unser neues Mitglied. Hey, du komischer Vogel, wie heißt du noch einmal?"
    „Miko, ich bin Miko!", rief der Neue fröhlich und hüpfte auf Stripe zu. „Du bist wirklich hübsch! Willst du meine Gefährtin werden?", fragte Miko und verbeugte sich leicht.
    Entgeistert sah Stripe den schwarzen Kater an. „Nein! Natürlich nicht! Bist du vollkommen übergeschnappt, du stinkender Mäusedreck!", schrie sie ihn dann an und fuhr ihre ungewöhnlich langen Krallen aus.
    „W-warum bist du so wütend? Ich habe dich doch nur etwas gefragt..." Stripe klappte der Unterkiefer herunter. Nun konnte sie sich wirklich nicht mehr beherrschen. „Wie kann so viel Dummheit nur in einen Kopf passen!", jaulte die Kätzin und zog Miko ihre langen Krallen über das Gesicht. „Au... Das tat weh...", stöhnte er und blickte auf den Boden.
    „Genug davon.", entschied die sichtlich belustigte Tora. „Komm jetzt, Lupus musst sich zuerst noch von deinen Kampfkünsten überzeugen, bevor er dich aufnimmt."
    „Ich komme!", miaute Miko und sprang, als ob nichts gewesen wäre der weißen Kätzin mit den roten Flecken hinterher. Stripe versuchte sich wieder zu beruhigen und atmete tief ein und aus, dann ließ sie sich bei ihrer Drossel nieder und begann, sie zu verzehren.

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    Wenn man in dieser wolkigen Nacht genau lauschte, konnte man ein leises Schnarchen im Wald hören. Auf einer hübschen, kleinen Lichtung schlief Blitzpfote, der mal wieder seinem täglichen Abendtraining nachgegangen war, neben einer kleinen, schon ziemlich mitgenommenen Eiche. Es war eine relativ kühle Nacht, weshalb Blitzpfote wegen der Kälte im Halbschlaf immer wieder aufwachte, dann aber sofort wieder einschlief. Plötzlich spitzte er die Ohren. In so einer Halbschlafphase hatte er gerade etwas gehört, was sich nicht wie das Säuseln des Windes anhörte.
    „Ach, wie süß das kleine Vögelchen aussieht, wenn es schläft..." Jetzt hatte er garantiert etwas gehört! Blitzpfote riss die Augen auf und sprang auf die Pfoten, bereit, jeden Feind der ihm zu nahe kam, in Stücke zu reißen.
    „Oh... Jetzt hat er mich doch tatsächlich bemerkt... Wie schön, ich dachte schon, es würde zu einfach werden."
    „Was willst du!"
    Ein fröhliches, leicht kindliches Lachen schien von allen Richtungen aus zukommen. „Du kleines Mäusehirn.", kicherte die Stimme. „Das weißt du doch: Dich, oder besser gesagt, deine tolle Fähigkeit." Blitzpfote machte sich kampfbereit: So etwas hatte er schon erwartet. „Dann komm" Ein entschlossenes Grinsen zierte sein Gesicht. „und hol mich."
    „Und du willst nicht gleich aufgeben? Das könnte dir einige Schmerzen ersparen. Aber gut." Auf einmal raschelte es über Blitzpfote und bevor er reagieren konnte, sprang ein großer, schwarzer Kater, welcher Schattenpfote seltsamerweise sehr ähnlich sah, aus den Baumkronen auf den gelben Kater und nagelte ihn fest. „Aber du kannst jederzeit aufgeben. Du musst es nur sagen.", meinte er mit dieser ungewöhnlich hohen, sanften Stimme, die so sehr an die eines Junges erinnerte. „Ich gebe niemals auf!", entgegnete Blitzpfote wütend und bäumte sich ein wenig auf, was aber schon reichte, um den Fremden abzuwerfen.
    „Na dann! Das wird lustig mit dir!", freute dieser sich, kletterte auf einen Baum und verschwand. Wa-? Wo ist er?, dachte Blitzpfote und schaute sich mit zusammen gekniffenen Augen um. „Hinter dir!", jaulte da eine triumphierende Stimme und Blitzpfote konnte gerade noch sehen, wie die Pfote seines Gegners ihn hart am Kopf traf und dadurch seine Sicht verschwamm. N-nein... Ich darf nicht in die Pfoten dieser dämlichen Fellbälle geraten..., versuchte Blitzpfote sich gedanklich wach zuhalten, was ganz gut gelang.
    „Du stehst ja immer noch auf den Pfoten? Junge, Junge, du hast aber ganz schön Durchhaltevermögen! Von mir aus, dann setze ich eben noch einen drauf.", meinte der schwarze Kater und verschwand wieder. Blitzpfote hatte sich gerade wieder etwas von dem Treffer erholt und versuchte fieberhaft die Taktik seines Gegners zu analysieren. Doch dieser schlug immer aus dem Verborgenen zu und war so flink und geschickt, dass man einfach nicht erkennen konnte, wo er gerade war. Plötzlich nahm Blitzpfote Schritte neben sich war und wich in letzter Sekunde dem Versuch seines Gegners aus, ihm die Pfoten wegzuziehen. Stattdessen fuhr Blitzpfote dem schwarzen Kater mit den Krallen über die Flanke, als dieser an ihm vorbei schlitterte. „Wahnsinn, du hast es tatsächlich geschafft, mich zu verletzen... Nun ja, aber besiegen wirst du mich mit so einem winzigen Kratzer sicher nicht!", spottete der Feind kichernd.
    „Halt den Mund und rede nicht so viel!", schrie Blitzpfote wütend und stürmte auf ihn zu, was den Kater sichtlich wenig beeindruckte, da er ganz leicht auswich. „Du scheinst nicht sehr schnell zu lernen... Sonst wüsstest du, dass das bei mir nichts bringt!" Der Kater schlug nach Blitzpfotes Kehle, allerdings mit eingefahrenen Krallen. Wahrscheinlich brauchte Lupus ihn lebend. Der Schlag traf genau, Blitzpfote röchelte und er spürte, wie ihm langsam aber sicher schwarz vor Augen wurde. „Nein...", krächzte er, fiel hin, versuchte aber krampfhaft die Augen offen zu halten.
    „Alles in Ordnung bei dir? Wir wollen wirklich nicht, dass du uns wie eine Eintagsfliege wegstirbst. Das wäre ziemlich unpraktisch für Lupus und auch für deinen Clan, schätze ich.", lachte der Fremde mit einer engelsgleichen, klaren Stimme.
    „H-halt die K-klappe... Ich gebe nicht auf... Nie...mals...", entgegnete Blitzpfote nur geschwächt und rappelte sich auf.
    „Noch weiter? Willst du dich wirklich noch unnötig quälen? Ach komm schon... Ist ja auch nicht so, dass ich viel Zeit hätte. Lupus und meine Geliebte werden immer schnell aggressiv. Und das will ich wirklich nicht, nur wegen dir.", erzählte der Schwarze und legte den Kopf schief.
    „Deine kleinen Schwätzchen zwischendurch nerven, wie gesagt, ziemlich.", erinnerte Blitzpfote den Kater und knurrte.
    „Ach was?", miaute sein Gegner lächelnd und verschwand wieder im Unterholz.
    Ich muss jedes kleinste Geräusch wahrnehmen, jeden kleinsten Geruch aufnehmen und jede kleinste Bewegung erkennen. Wenn er mich jetzt noch einmal so schwer trifft, ist es aus. Dann hat er mich. Ich muss also versuchen, jedes Detail zu analysieren, um ihn zu besiegen., dachte er konzentriert. Da! In einem Zehntel eines Herzschlages konnte man zwischen den Blättern ein bernsteinfarbenes Augenpaar aufblitzen sehen. Da ist er also..., stellte Blitzpfote in Gedanken fest und verfolgte die ungefähren Bewegungen des Angreifers mit seinen Augen. Und dort! Da war ein Rascheln! Ein ziemlich offensichtliches, aber so etwas kann ja jedem einmal passieren, selbst dem erfahrensten Kämpfer. Doch auf einmal schoss direkt hinter Blitzpfote der Kater aus dem Gestrüpp und kratzte ihm ein paarmal über das gelbe Fell, bis er ihm den endgültigen Schlag versetzte. Das letzte, was Blitzpfote zu hören bekam, war: „Tss! Wie konntest du mich nur mit einem Eichhörnchen verwechseln?"

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    „Es ist meine Schuld! Ich sollte immer ein Auge auf ihn haben! Ich habe diese Aufgabe vernachlässigt! Wenn du willst, suche ich die Landschaft bis zu den Bergen nach dem Kleinen ab!" Flüsterstern hockte in ihrem Bau und sah ihren ehemaligen Teamkameraden besorgt an. Den sonst so lockeren und fröhlichen Kater hatte sie noch nie so aufgelöst gesehen. Blitzpfote schien ihm wirklich wichtig zu sein, wobei sie sich eingestehen musste, dass auch sie den kleinen, frechen Kater schon in ihr Herz geschlossen hatte.
    „Steinregen, ich werde selbst eine Suchpatrouille anführen. Du bleibst hier." Verzweiflung spiegelte sich in den grünen Augen des Katers wieder. „Aber-"
    „Keine Wiederrede, du Dickkopf. Du weißt, dass Lupus noch eine Rechnung mit dir offen hat. Du weißt schon, damals-"
    „Fang mir nicht wieder damit an!", unterbrach Steinregen seine Anführerin.
    „Ich werde mit Nachtseele und ihrem Team umgehend aufbrechen.", erklärte Flüsterstern.
    „Nur drei Schüler und eine Kämpferin nimmst du mit? Hast du vergessen, wie gefährlich Lupus ist?"
    „Hast du vergessen, dass wir durch das Team Nacht Weißpfotes hervorragenden Sehsinn haben?", konterte Flüsterstern und schloss die Augen. „Mach dir keine Sorgen. Es wird alles gut gehen." Damit trottete sie aus ihrem Bau und Steinregen blickte ihr nur zweifelnd hinterher.
    „Nachtseele, trommele dein Team zusammen. Wir werden auf eine Suchaktion nach Blitzpfote gehen." Die Kätzin nickte nur knapp und verschwand dann im Schülerbau. Plötzlich fiel Flüstersterns Blick auf ihren Zweiten Anführer Stachelglut, welcher ein ernstes Gespräch mit Schattenpfote zu führen schien. Würde es sich lohnen...?, fing die gefleckte Kätzin einen Gedankengang an und rief dann mit schroffer Stimme: „Stachelglut, Schattenpfote, ihr kommt auch mit. Wenn ihr Kirschpfote jetzt innerhalb kürzester Zeit findet, kommt sie auch mit."
    „Ich bin hier, Flüsterstern."
    Die Anführerin fuhr herum und blickte der Schülerin in entschlossen glühende Augen. „Sehr schön.", murmelte Flüsterstern, als auch Stachelglut, Schattenpfote, Nachtseele und ihr Team endlich da waren. Dann führte sie die Gruppe aus dem Lager und versuchte, Blitzpfotes Spur aufzunehmen.

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    Grinsend schlich Steinregen durch den Wald, immer hinter Blitzpfotes Spur her. Hat Flüsterstern den wirklich geglaubt, dass ich mich es einfach geschlagen geben würde?, dachte er ein wenig misstrauig. Klar, sie war in Eile... Aber trotzdem war sie doch wenn es um so etwas ging immer ziemlich vorsichtig. Steinregen schüttelte den Kopf und konzentrierte sich auf den Geruch des Schülers. Nach einiger Zeit kam er auf einer kleinen Lichtung an, auf der es schon stark nach Blitzpfote roch. Aber da war auch noch etwas anderes... Eine andere Katze war hier. Blitzpfote wurde also tatsächlich von diesen miesen, stinkenden Fellkugeln entführt! Steinregens Anfangs bestehende Verzweiflung wandelte sich in Wut um. Denen werde ich es zeigen!, dachte Steinregen und schaute sich mit neuer Motivation in den Augen glänzend um. „Da lang!", hauchte er und trabte in Richtung Westen, bis sich der Wald lichtete und eine weite Heide begann. Plötzlich stellte sich ihm ein Kater in den Weg. Er hatte braun bis hellbraun gestreiftes Fell, auf dem ein schwarzes Tigermuster gezeichnet war.
    „Ach, du musst einer von Lupus Anhängern sein, hm? Das heißt, dass ich eurem Lager schon ziemlich nahe bin...", stellte Steinregen fest und machte sich kampfbereit.
    „Das wiederum heißt aber, dass du jetzt sterben musst.", entgegnete der Kater.
    Steinregen legte belustigt den Kopf schief.
    „Ach ja? Weißt du, mit wem du es hier zu tun hast? Ich bin Steinregen, ehemaliger Teamkamerad von der großen Anführerin Flüsterstern und eurem, nicht ganz so großen, Anführer Lupus."
    „Flüsterstern... Von ihr habe ich schon einmal gehört. Aber einen Steinregen kenne ich nicht.", meinte der Fremde.
    „Tja.", grinste der graue Kater. „Dann lernst du ihn jetzt kennen!"

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    Der graue Kater rannte auf Scar zu und fixierte seine Schultern, zog ihm aber dann die Pfoten weg, um ihn anschließend am Boden festzunageln und ihm ein paar Mal mit den Krallen übers Gesicht zu kratzen. Verstehe., dachte Scar konzentriert. Er ist ziemlich stark, scheint aber trotzdem lieber mit den Krallen zu arbeiten. Jedoch ist er nicht besonders schnell... Wenn ich die Geschwindigkeit gegen ihn verwende, werde ich siegen. Ich bin zwar nicht so schnell, wie Toph oder Kara, aber es sollte trotzdem reichen. Scar trat Steinregen die Beine in den Bauch, wovon der graue Kater leicht zurück geschleudert wurde, aber gleich wieder zu einem Angriff überging, indem er Scars Augenlicht mit seinen Krallen zerstören wollte. Doch der Getigerte packte rammte seine Zähne in die Pfote seines Gegners und biss so fest zu, dass es knackte und Steinregen schmerzerfüllt aufschrie. Doch er hatte ja auch noch seine zweite Vorderpfote, mit der er nach Scar schlagen wollte, dieser aber rechtzeitig auswich und die graue Pfote losließ. Der braun getigerte Kater ging zu einem Gegenangriff über, indem er Steinregen die Pfoten wegzog und dieser hinfiel. Scar holte aus, um den empfindlichen Bauch seines Gegners aufzuschlitzen, wurde aber rechtzeitig von diesem weggetreten. Hey, das ist es!, dachte Scar siegessicher und kletterte auf einen Felsen, von denen es auf dieser Wiesenlandschaft ziemlich viele gab und löste ein paar kleinere Steine, welche auf Steinregen hinab fielen. Der sowieso schon geschwächte Kater versuchte den meisten auszuweichen, schaffte es jedoch nicht bei allen, denn einer traf ihn ziemlich schwer am Kopf, sodass er in die Bewusstlosigkeit überging.
    „Gut gemacht, Scar!", rief eine weiße Kätzin mit silbernen Zeichnungen und rannte aus dem Wald auf Scar zu. „Danke.", meinte der nur knapp und blickte auf den Ohnmächtigen.
    „Steinregen getötet von einem Regen aus Steinen... Welch Ironie, hm?", versuchte die Kätzin wieder ein Gespräch anzufangen. „Er ist noch nicht tot, wird es aber bald sein, Kara. Aber ich habe jetzt keine Zeit, ihn noch extra umzubringen. Los, Stripe und Miko haben sicher keine Lust, den ganzen Tag auf uns zu warten.", meinte der Kater, zuckte mit den Ohren und trabte weiter auf die Heide hinaus. Kara folgte ihm ohne Wiederrede.

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    „Hey, Meisterin! Sollten diese Clankatzen jetzt nicht schon längst da sein? Und Scar und Kara lassen sich auch ganz schön Zeit!"
    „Was soll ich denn dagegen machen, du nerviger Fellball? Und zum letzten Mal: Ich bin weder deine Meisterin noch deine Geliebte! Wann geht das eigentlich endlich in deinen erbsengroßen Kopf rein?", fuhr Stripe den schwarzen Kater an. Schon seit Sonnenaufgang nervte dieser kleine, nervige, stinkende Fellball sie damit, wie lang es denn noch dauern würde und ob sie ihn wirklich nicht zum Gefährten nehmen wöllte.
    Miko schaute kurz auf den Boden und meinte dann: „Hey, wetten, ich komme mit der Zunge an meine Schwanzspitze ran, ohne sie dabei zu bewegen! Pass mal auf, Meisterin!" Der schwarze Kater verbog sich ziemlich, aber raus kam dabei doch nichts. „Ah... Könntest du das bitte mal lassen, du Nervensäge?", schrie Stripe Miko an und fuhr ihre ungewöhnlich langen Krallen aus.
    „Oh... T-tut mir wirklich leid... Ich wollte dich nicht nerven..."
    „Das tust du aber, seid wir auf diesem verdammten Auftrag sind! Wenn du jetzt nicht sofort einfach still dasitzt, wirst du ab sofort nur noch solchen ekelichen Kräuterbrei essen können!"
    Das schien gesessen zu haben, jedenfalls war Miko die nächsten paar Herzschläge still.
    „Ähm... Meisterin?", fing er nach diesen Momenten der Stille wieder an.
    „Was?"
    „Da."
    Stripe schaute auf. In einiger Entfernung erkannte sie eine gelb-weiß gefleckte Kätzin, der viele weitere Katzen folgten. „Komm, Miko. Überraschungsangriffe sind doch immer die besten.", meinte Stripe und verschwand im Unterholz. Der schwarze Kater tat es ihr gleich. „Sie nur.", flüsterte sie. „Der schwarze Kater dort sieht dir sehr ähnlich, nicht wahr?"
    „Worauf willst du hinaus, Meisterin?"
    „Ich meine ja nur... Vielleicht kennst du ihn ja."
    Miko schien kurz zu zögern. „Das ist wahrscheinlich nur Zufall. Ich habe ihn noch nie zuvor gesehen."
    „Warum glaube ich dir das bloß nicht?", seufzte Stripe und schlich sich dann lautlos an eine junge, silbern getigerte Kätzin an.
    „Silberpfote, Achtung!", rief ein weißer Kater mit seltsamen, weißen Augen und stellte sich neben die Kätzin.
    Wie konnte er mich bemerken? Sonst bin ich doch lautlos wie ein Schatten... Na egal., dachte Stripe und richtete sich auf. Eine schwarze Kätzin trat ein paar Schritte auf die Getigerte zu. „Flüsterstern, geh schon einmal mit Kirschpfote, Schattenpfote und Stachelglut vor. Ich und mein Team kümmern uns um sie."
    Flüsterstern nickte und trabte mit den Genannten los. Doch plötzlich preschte auch der Kater mit den weißen Augen los und stürzte sich auf Miko, der gerade aus dem Gebüsch geschossen kam.
    „Zwei also. Na das kann ja lustig werden.", seufzte die schwarze Kätzin mit einem Blick auf Miko.
    „Ich würde sagen:", begann Stripe mit einen seltsamen Lächeln auf den Lippen. „Lasst den Kampf beginnen."

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    Stripe sah belustigt dabei zu, wie Grünpfote und Silberpfote sie auf eine Lichtung drängten. Miko ist zwar in der Nähe, aber trotzdem macht es mich ein bisschen nervös, allein mit Feinden zu sein... Naja, ich werde das schon schaffen.
    Ihr beiden wollt also gegen mich kämpfen? Wie süß.", spottete sie, doch anstatt etwas zu antworten, rannte Grünpfote auf sie zu und begann, sie zu umkreisen. Mann, ist der schnell!, dachte Stripe und schaute auf den Boden, da schon Schwindelgefühle in ihr aufkamen, was sich aber als Fehler herausstellte, denn Silberpfote stürzte sich von oben auf sie.
    „Geh runter, dämlicher Fellball!", fauchte die gold-braun getigerte Kätzin und machte einen Buckel, sodass Silberpfote von ihr herunter fiel. Diese rappelte sich sofort wieder auf, wurde jedoch wieder von Stripe umrahmt.
    „Silberpfote!", rief Grünpfote, warf Stripe von seiner Teamkameradin und begann, die Kätzin mit schnellen, gezielten Schlägen zurückzudrängen.
    Wenn ich gegen zwei kämpfen muss, habe ich keine Chance! Ich muss zuerst versuchen, ihn außer Gefecht zu setzen, dann ist die Kätzin dran., dachte Stripe, während sie den Angriffen ihres Gegners größtenteils auswich. Plötzlich wurde sie hart von Grünpfote getroffen und an einen Baum geschleudert, sodass sie Blut spuckte.
    Ein triumphierendes Lächeln stahl sich über das Gesicht des schwarz-weiß gefleckten Katers, was Stripe nur noch wütender machte. Schnell sprang sie auf die Pfoten und stürzte sich auf Grünpfote, um ihm die Kehle durchzubeißen. Auf einmal hörte sie ein Knacken hinter sich und konnte gerade noch Silberpfote ausweichen, welche sie aber gleich in einen neuen Kampf verwickelte.
    Dann schalte ich eben zuerst sie aus!, dachte Stripe entschlossen und schubste Silberpfote, sodass sie hinfiel, mit dem Kopf auf einen kleinen Stein aufschlug und bewusstlos wurde.
    „Silberpfote!", schrie Grünpfote entsetzt und stürmte wütend auf Stripe zu, rannte an ihr vorbei, sprang, stieß sich an einem Baum ab und landete auf ihr. In Rage trommelte er wild auf Stripe ein, bis diese in sich zusammen sackte und die Augen schloss. Grünpfote kippte schließlich auch um. „Habe... Ich es geschafft?", fragte er sich und nickte, als er sich Stripe besah, dann schloss auch er die Augen.

    50
    Theme Songs

    Oder auch Charasongs, wie manche sagen. Lasst euch nicht irritieren, dass da keiner singt, fast alle sind aus einem Spiel oder Animes und da singt halt niemand. ^^"

    Blitzpfote: https://youtu.be/LZMosoGYonc

    Schattenpfote: https://youtu.be/I_3pMKFl-Lw

    Kirschpfote: https://youtu.be/K1fY4qjACUM

    Birkenpfote: https://youtu.be/V5vux4_e2XQ

    Rotpfote: https://youtu.be/bOZgQKDZ3i0

    Strahlenpfote: https://youtu.be/Sj1Z3y9jMnU

    Käferpfote: https://youtu.be/0gGDt4MSeJg

    Blaupfote: https://youtu.be/_YF5kO5_oHw

    Weißpfote: https://youtu.be/FXigFDxNUeI

    Silberpfote: https://youtu.be/1RaG123x_wU

    Grünpfote: https://youtu.be/TDRNCwkFMlk

    Flüsterstern: https://youtu.be/Cofz_YxBXa0

    Flinkjunges, Igeljunges und Eichenjunges: https://youtu.be/bXiDz5ShZ3w
    Später: https://youtu.be/kSmpuJe6NYo

    Echopfote: https://youtu.be/zItDnqbSejY

    Weitere folgen. ^^

    51
    „Achtung, Nachtseele!", rief Weißpfote seiner Mentorin zu und zuckte zusammen, als diese nicht rechtzeitig auswich und von dem schwarzen Kater getroffen, zu Boden ging.
    „Tja, jetzt bist wohl nur noch du übrig. Aber ich habe das Gefühl, dass du mit deinen Augen ein ziemlich schwerer Gegner werden wirst.", meinte er und lächelte Weißpfote leicht an, welcher die Augen zusammen kniff.
    „Starre mich doch nicht so böse an!", meinte der Schwarze traurig und verschwand im Geäst.
    Konzentriert sah der Schüler sich um und nahm immer wieder leichte Bewegungen der Blätter wahr. Blitzschnell wich er aus, als sein Angreifer von einem Ast auf ihn springen wollte und nagelte ihn selbst dann am Boden fest, doch der Fremde machte einen Buckel und schmiss Weißpfote somit ab, doch dieser rappelte sich sofort wieder auf und fuhr seinem Gegner mit den Krallen über dessen Gesicht. Ich darf ihn nicht entkommen lassen! Wenn er wieder aus dem Hinterhalt angreift, wird das schwierig. Aber so werde ich gewinnen, vor allem da er im Gegensatz zu mir kein guter Nahkämpfer ist., dachte Weißpfote und stellte sich dem schwarzen Kater in den Weg, der gerade wieder im Gestrüpp verschwinden wollte. Der Weiße fuhr ihm mit den Krallen über das rechte Ohr. Der Streuner wich allerdings seinem nächsten Schlag aus und floh wieder ins Gebüsch. Hm, so ein Mist!, fluchte der Clankater in Gedanken und blickte sich um. Plötzlich spürte er einen Stich im Rücken und fiel zu Boden. Zu... Langsam...
    Fröhlich lächelnd ragte Miko über ihm auf und hüpfte dann los. „Mal gucken, ob meine Geliebte Hilfe braucht!", redete er mit sich selbst und kam auf dem Platz an, wo Stripe ihren Kampf geführt hatte. „Meisterin!", schrie er erschrocken und rannte zu ihrer Leiche. Fassungslos starrte er sie an, kniff dann die Augen zusammen und sank auf den Boden.
    „Macht des Feuerdrachens...", murmelte er mit einer, für ihn ungewöhnlich tiefen Stimme. Auf einmal begann ein orange-roter Schein von dem Kater auszugehen und kurz konnte man fast nichts mehr sehen. Dann wurde alles wieder normal und er öffnete zuerst das eine, dann das andere Auge. „Meisterin?", fragte er mit seiner hohen Stimme. Plötzlich begann sich die eigentlich tote Stripe zu regen und die Augen zu öffnen. „Ah!", schrie sie und wich zurück, als sie in Mikos lächelndes Gesicht blickte.
    „Schön, dass du wieder wach bist, meine Geliebte!", miaute der Kater und lächelte noch breiter.
    „Wie oft noch?", fuhr die getigerte Kätzin ihn an und kratze dem Schwarzen übers Ohr. „Ich bin nicht deine Geliebte! Und was zum Geier ist hier passiert?", fragte sie, stand auf und schaute sich um. „Na du hast die Clankatzen besiegt!", antwortete Miko und hüpfte um sie herum. „Deshalb bist du meine Meisterin! Du besiegst einfach alles und jeden!" Stripe seufzte entnervt. „Wir sollten den anderen hinterher. Ich glaube, eine Gruppe von denen ist noch unterwegs zu unserem Lager." Die Kätzin schüttelte sich kurz den Dreck aus dem Pelz und stapfte dann los.
    „Ja! Ich komme schon!", rief Miko und trabte seiner 'Meisterin' hinterher.

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    Mit immer wieder nervösen Blicken schlich Kirschpfote hinter Flüsterstern und den anderen hinterher.
    Sie hörte geradezu die Spannung in der Luft knistern und bei jedem kleinsten Geräusch schien sich ihr Fell zu sträuben. Plötzlich blieb die Anführerin wie angewurzelt stehen, sodass Kirschpfote fast in sie hinein lief. „Was ist?", fragte Stachelglut leise.
    „Mir war so, als hätte ich etwas gehört.", erklärte Flüsterstern sich in derselben Lautstärke und sah sich mit scharfen Blick um. „Seid jetzt doppelt so vorsichtig. Ich habe das Gefühl, dass wir dem Herzstück des feindlichen Gebietes immer näher kommen."
    Die kleine Gruppe nickte knapp und schlich dann weiter. Auf einmal wurde Kirschpfote von Schattenpfote zur Seite gestoßen. Gerade noch rechtzeitig, denn ein großer, nein, riesiger, roter Kater landete direkt auf der Stelle, wo Kirschpfote vor wenigen Herzschlägen noch stand.
    „Wie schön, dass wir schon Gesellschaft bekommen.", meinte Flüsterstern ironisch und musterte den Kater, welcher nicht antwortete, sondern sich gleich auf Stachelglut stürzte, der aber auswich und den Roten stattdessen mit viel Mühe am Boden festnagelte.
    „Schnell, Flüsterstern! Geh mit Schattenpfote und Kirschpfote weiter!", befahl er unter Anstrengung, den Kater festzuhalten.
    „A-aber Stachelglut! Er ist ein starker Gegner-", wand Kirschpfote ein, wurde aber von Flüsterstern unterbrochen, welche sie einfach mitzog und ihr zuraunte: „Weißt du, ich glaube, du hast überhaupt keine Ahnung, welches Ausmaß an Kraft und Intelligenz dein Mentor besitzt. Er wird gegen so einen groben Klotz leicht gewinnen."
    „Na wenn du meinst.", seufzte Kirschpfote zweifelnd und ging dann mit ihr und Schattenpfote weiter.
    Stachelglut konnte den blutroten Kater nicht länger halten und so entwich sein Gegner den Griff des Zweiten Anführers und wollte ihm über die Augen kratzen, was Stachelglut aber gekonnte abwehrte und ihm stattdessen die Pfoten wegzog. Der riesige Kater fiel zu Boden, rollte sich aber herum, als Stachelglut ihm den Bauch abschlitzen wollte, stand wieder auf und packte den Clankater am Nackenfell.
    Der ist wirklich ziemlich stark! Ich frage mich, ob Flüsterstern mit seiner Muskelkraft mithalten könnte..., dachte Stachelglut leicht belustigt und versuchte sich aus dem Griff des Gegners zu winden. Dieser begann den grauen Kater allerdings wie ein Stück Beute herumzuschleudern, bis er schließlich losließ und Stachelglut auf einen Baum zuflog. Allerdings stieß er sich, ohne Schäden zu erleiden von dem Baum ab und fiel mit ausgefahrenen Krallen auf den Feind. Dieser wirkte überrascht und wehrte sich zu spät. Stachelglut beugte sich zu ihm hinab und versenkte seine Zähne in der Kehle seines Gegners, allerdings nur leicht, da dieser ihn sofort wegstieß und auf die Pfoten sprang.
    So komme ich nicht weiter., dachte Stachelglut und kurz huschte ein Lächeln über sein Gesicht. Ich weiß! Ich kombiniere die Kampftechniken zweier Katzen zu einer. Das sollte funktionieren. Stachelglut preschte ins Unterholz und sammelte ein paar kleine Steine auf. Entschuldigung, Kirschpfote, fing er an, kletterte auf einen Ast, direkt über dem blutroten Kater und ließ die Steine auf diesen hinab regnen, sprang aber sofort auf einen anderen, niedrigeren Ast und stürmte von dort aus auf seinen Gegner zu, welcher sich überrascht umdrehte, jedoch nicht schnell genug reagieren konnte, um auszuweichen. und Entschuldigung Donnerwirbel, für das Kopieren eurer Techniken., beendete er seine Gedanken und schlitzte dem Kater die Kehle auf. Dieser fiel zu Boden. Nur ein Gurgeln kam aus seiner Kehle. „Giftsee...", röchelte er, dann wurde sein Blick glasig und leer.
    „Das war ein ganz schön starker Gegner.", seufzte Stachelglut und blickte sich um. Entweder ich gehe hinter Flüsterstern und meinen Schülern in das Lager dieser Bande oder ich sehe nach, wie es bei Nachtseele und den anderen gelaufen ist. Hm, ersteres wäre natürlich viel aufregender... Aber ich bin ja ein ganz vorbildlicher Zweiter Anführer und sollte deshalb nach Nachtseele sehen. Ach, ist das langweilig., dachte Stachelglut nicht gerade begeistert und machte sich dann auf den Weg in die Richtung, aus der er gekommen war.

    53
    Blitzpfote stand mit gesträubten Pelz und aufgerissenen Augen dem schwarzen Kater gegenüber. Sein Herz pochte laut und schnell. Alles gut, Blitzpfote... Er ist bestimmt gar nicht so grausam, mordlustig und schrecklich, wie er aussieht., redete der junge Kater sich in Gedanken ein.
    „Hast du... Angst?", flüsterte Lupus mit einer seltsam sanften Stimme, wobei allerdings ein bedrohlicher Unterton mitschwang.
    Blitzpfote lief ein kalter Schauer über den Rücken und schluckte hart. „Warum sollte ich vor dir Angst haben?", fragte er trotzig und zwang seine Stimme, nicht zu zittern. Lupus machte eine lange Pause, bis er schließlich mit knappen, aber wirksamen Worten antwortete:
    „Weil du hier nicht lebend rauskommst."
    Blitzpfote stolperte einen Schritt zurück und schloss für einen Moment die Augen. Ganz ruhig... Ganz ruhig... Ganz ru- Plötzlich wurde er von hinten von einem schwarz-weißen Kater auf einen glänzenden Felsen zugestoßen, welcher hell in der Dunkelheit aufstrahlte. „Was macht ihr jetzt mit mir?", fauchte Blitzpfote und sträubte sich.
    „Wir werden dir deine Kraft entziehen und sie auf jemanden übertragen.", erklärte Lupus ruhig.
    „Wa- Niemals!", jaulte Blitzpfote und versuchte aus der Höhle zu fliehen. Gerade, als er im nächsten Tunnel verschwinden wollte, stellten sich ihm ein braun getigerter Kater und eine silberweiße Kätzin in den Weg. Ein Knurren stieg aus Blitzpfotes Kehle, dann stürmte er einfach auf die beiden zu und versuchte, über sie hinüber zuspringen. Die Kätzin war jedoch ziemlich schnell und nagelte ihn am Boden fest. „Es scheinen alle Clankatzen so erbärmlich zu sein.", kommentierte der braune Kater und spuckte das Wort 'Clan' verächtlich aus. „Dich hat niemand gefragt!", schrie Blitzpfote wütend und versuchte, sich loszureißen, doch die Kätzin hielt ihn fest im Griff. „Scar hat wirklich Recht. Hast du Distelwolle im Hirn oder was?", fragte sie spöttisch und warf dem Kater einen kurzen, liebevollen Seitenblick zu, welchen dieser aber nicht beachtete.
    „Genug jetzt! Miko!", zischte Lupus, als Blitzpfote gerade den Mund aufmachen wollte, um etwas zu sagen. Auf einmal erschien ein schwarzer Kater langsam und mit geschlossenen Augen in der Höhle. „Ist es soweit?", fragte er mit tiefer Stimme. Lupus bestätigte dies mit einem knappen Nicken und bedeutete der weißen Kätzin, Blitzpfote frei zu lassen. Der schwarz-weiße Kater von vorhin, trieb ihn wieder auf den Stein zu.
    „Danke, Kado.", meinte Lupus knapp, worauf der Kater, welcher anscheinend Kado hieß, tief den Kopf neigte. „Es ist mir eine Ehre."
    Miko stand auch schon bei dem Felsen, die Augen hatte er noch immer geschlossen. Plötzlich ging eine Art heller Strahl von Blitzpfote und wanderte langsam auf den Felsen zu. „N-nein.", hauchte der Schüler und kämpfte dagegen an. Ich darf nicht aufgeben... Blitzpfote strengte sich an, den Lichtstrahl von dem Stein zurückzuhalten und es funktionierte wirklich. Der Strahl wurde immer langsamer, bis er schließlich komplett stoppte. „Was zum-? Warum geht es nicht weiter?", rief Lupus entsetzt aus. Blitzpfote verzog das Gesicht zu einem triumphierenden Grinsen und versuchte weiter, den Strahl zurück zu seinen Körper zu bekommen. Schließlich riss er ihn endgültig zurück in sich hinein und preschte so schnell er konnte zu dem Ausgang. Scar und Kara waren kurz abgelenkt und ließen ihn somit entkommen. Ein wenig verwirrt sprintete Blitzpfote durch die Tunnel, die so verworren wie die Zweige des Kriegerbaues schienen. Irgendwo muss es einen Ausgang geben: Ich muss ihn nur finden.

    54
    „Wann werden wir da sein? Ich habe schon längst Blitzpfotes Spur verloren.", miaute Kirschpfote kleinlaut und blinzelte Schattenpfote und Flüsterstern an. „Ich auch. Aber mein Gefühl sagt mir, das wir bald da sind.", versicherte die Anführerin ihr und beschleunigte ihr Tempo. „Ich gehe schon einmal voraus. Folgt mir einfach auf einem gewissen Abstand." Zweifelnd blickte die rote Kätzin ihr hinterher und schaute dann Schattenpfote zögerlich an. „Meinst du, das Blitzpfote... A-also, dass er... Dass er überhaupt noch lebt?", sprach Kirschpfote dann die Frage aus, die ihr schon die ganze Zeit im Kopf kreiste. Schattenpfote zuckte mit den Ohren und seufzte leise. „Und ich dachte, du würdest ihn so gut kennen, um zu wissen, dass er so etwas nie tun würde. Er hat schon immer seine Ziele nie aus den Augen verloren und noch nie aufgegeben."
    „I-ich-"
    „Aber mir ist schon klar, dass du so etwas nicht bemerkst. Du bist oberflächlich, beurteilst Katzen nur nach ihrem Äußerlichen und nicht nach ihren inneren Werten. Du weißt nicht mal, was es heißt, eigene Entscheidungen zu treffen. Denkst du, ich merke nicht, wie du mir immer hinterherrennst und das tust, was du für nötig hältst, um mich zu beeindrucken? Weißt du, ich hasse Katzen, mit so einem Charakter, wie du ihn hast." Schattenpfote überholte Kirschpfote und verschwand im Unterholz, an der Stelle, wo auch Flüsterstern hingegangen war. Er hatte anscheinend nicht gemerkt, dass sich bei seinen Worten Kirschpfotes Augen mit Tränen gefüllt hatten. „E-er hasst Katzen wie mich...?", schluchzte sie und blieb stehen. „Aber wieso? Bin ich wirklich... Oberflächlich?" Die Kätzin brach in Tränen aus und schloss die Augen. „Aber ich liebe ihn doch..."

    55
    Endlich hatte er es gefunden: Das Licht. Endlich war Blitzpfote dem undurchdringlichen Höhlensystem entkommen und die frische Luft nach langer Zeit in seine Lungen ziehen können. Noch einmal schaute er sich unsicher um und für einen Moment blieb sein Herz stehen, als es vor ihm im Gebüsch raschelte. Doch auf einmal sah er ein Stück weißes Fell aufblitzen und im nächsten Moment traten Flüsterstern, Schattenpfote und Kirschpfote hervor. Blitzpfote konnte es gar nicht fassen, seine Clangefährten wiederzusehen. Zögerlich trat er auf sie zu. „Blitzpfote...", hauchte Kirschpfote und sah den Kater sanft an. Aber bevor er bei den dreien ankam, stürzte sich jemand von hinten auf ihn und nagelte ihn am Boden fest. „Lupus!", zischte Flüsterstern erschrocken und blickte den schwarzen Kater voller Hass an. „Lass ihn sofort los." Lupus lachte leise. „Warum sollte ich?"
    „Weil wir dich sonst umbringen werden!", schrie die Anführerin und fuhr die Krallen aus.
    „Das", begann Lupus und legte seine Klauen an Blitzpfotes Kehle. „würde ich nicht tun." Flüsterstern verstand und schloss die Augen. „Was ist nur aus dir geworden? Du... Du Monster."
    Lupus lachte auf und legte den Kopf schief. „Meinst du mich? Oder meinst du ihn? Denn eigentlich ist er hier doch das wirkliche Monster, oder etwa nicht?"
    Blitzpfote zuckte zusammen.
    Monster... So hatte man ihn schon lang nicht mehr genannt. Doch dieser Kater hatte die alten Wunden in seiner Seele wieder aufgerissen.
    „Lenke nicht vom Thema ab!", fauchte die Kätzin. „Was ist aus dem freundlichen, verträumten Wolfspfote geworden, der einmal mein Teamkamerad und Freund war?"
    Lupus schüttelte grinsend den Kopf. „Weißt du, wenn sein Talent so lang ignoriert wird, hat man irgendwann das Verlangen nach Macht. Viel Macht."
    „Lüge doch nicht...", murmelte Flüsterstern und schaute Lupus mit einem klaren Blick an. „Hat dir der Tod deiner Schwester nichts bedeutet?" Lupus kniff die Augen zusammen. „Nein.", antwortete er kalt. „Und jetzt verschwindet. Ihr könnt ihn nicht retten, ohne sein Leben zu riskieren. Außerdem hat es dieser Versager doch sowieso nicht verdient. Außer seiner Fähigkeit hat er doch nichts."
    Blitzpfote schloss vor Schmerz die Augen. Es zerriss ihn, denn der Kater hatte recht: Blitzpfote hatte in seinem ganzen Leben alles in den Sand gesetzt. Niemals hatte er etwas richtig gemacht. Er war ein Versager. Also Zeit, dachte er und hob den Kopf. etwas daran zu ändern. Plötzlich hatte er sein altes Funkeln in den Augen und trat Lupus fest in den Bauch, welcher überrascht zurück taumelte. Blitzpfote sprang auf die Pfoten, sträubte das Fell, um größer zu wirken und knurrte.
    „Renn, Blitzpfote! Du weißt nicht, mit wem du es zu tun hast!", rief Flüsterstern ihm besorgt zu. Doch der Kater ignorierte sie und griff Lupus mit einem Frontalangriff an, dem er aber mit Leichtigkeit auswich. Auf einmal flog ein Kieselstein auf Lupus zu, durch den er abgelenkt wurde und direkt auf Blitzpfote zutaumelte. Danke, Kirschpfote., dachte Blitzpfote und zog dem schwarzen Kater kräftig die Pfote über den Kopf. Lupus fiel in den Dreck, rappelte sich jedoch sofort wieder auf und täuschte Blitzpfote vor, ihm die Pfoten wegzuziehen, kratzte ihm dann aber übers Gesicht. Der Schüler jaulte auf und blickte auf den Boden, sodass Blut auf die Erde tropfte und sie rot färbte. Unbändigende Wut und Energie sammelte sich in ihm und sein Pelz begann zu kribbeln. Brüllend, wie seine Vorfahren die Löwen stürzte er sich auf Lupus und zerkratze ihm die Schnauze, die Ohren, alles. Der Schwarze versuchte, ihn seine Beine in den Bauch zu rammen, was ihm jedoch nicht gelang. „Ich hasse dich! Ich hasse dich und deine komische Gruppe!", schrie Blitzpfote wild. Lupus grinste, aber es war ein schmerzvolles Grinsen. Schließlich schaffte er es, sich irgendwie aus Blitzpfotes Griff zu winden und trat ein paar Schritte zurück.
    „Was für ein hirnloser Fellball.", spottete Lupus, doch den Schmerz in seiner Stimme konnte man nicht überhören. Dann drehte er sich langsam um und trabte langsam davon.
    „Bleib sofort stehen!", rief Blitzpfote und wollte ihm hinterher rennen, doch Flüsterstern stellte sich ihm rechtzeitig in den Weg. „Wir sollten gehen. Nach Hause.", raunte sie.
    Nach Hause... Nach Hause..., hallte es in Blitzpfotes Kopf wieder und brachte ihn wieder zur Besinnung. „Gut." Er nickte. „Gehen wir."

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1442505256
Blitzpfotes Abenteuer
Blitzpfotes Abenteuer
Blitzpfote ist ein junger Schüler des Clans der Blätter und sein Ziel hat er schon genau vor Augen: Der, etwas durchgeknallte, Kater möchte der beste Krieger der Welt und dann ein edeler Anführer werden, der seinem Clan Stärke verleiht! Doch ob das...
http://www.testedich.de/quiz37/quiz/1442505256/Blitzpfotes-Abenteuer
http://www.testedich.de/quiz37/picture/pic_1442505256_1.jpg
2015-09-17
406A
Warrior Cats

Kommentare Seite 4 von 4
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Schneesturm ( 37503 )
Abgeschickt vor 428 Tagen
Ja, bitte, bitte, bitte schreibe weiter.
Kiefernbruch ( 21595 )
Abgeschickt vor 433 Tagen
Schreib um dein Leben! Bitte ich will weiter lesen!
Luna2003 ( 51933 )
Abgeschickt vor 446 Tagen
Schreib weiter !!!!!!!!!
Gigi ( 38849 )
Abgeschickt vor 475 Tagen
Kein Richtiges Kapitel, aber eine Liste der Charasongs auf Kapitel 50. ^^
Kiefernbruch ( 11780 )
Abgeschickt vor 476 Tagen
Meine rede! Wann kommt das nächste? :3
Gigi ( 42240 )
Abgeschickt vor 477 Tagen
Tss... Kater... -.-
Kiefernbruch ( 11780 )
Abgeschickt vor 479 Tagen
Also Schattenpfote! -.-' wie kannst du nur!
Gigi ( 98398 )
Abgeschickt vor 480 Tagen
Hab ich heute auch gemacht. ^^
Kiefernbruch ( 11780 )
Abgeschickt vor 480 Tagen
Kado ^^ uhhg. War gerade Plätzchen ausstechen
Gigi ( 98398 )
Abgeschickt vor 480 Tagen
Ich kann ihn auch auf Dego umbennen, wenn dir das lieber ist. xD
Kiefernbruch ( 11780 )
Abgeschickt vor 480 Tagen
*nicht Dego sondern Kado ^^ ich verwechsel das immer! Ich liebe die neue Kapitel
Gigi ( 98398 )
Abgeschickt vor 480 Tagen
ENDLICH, ENDLICH habe ich meine Faulheit überwunden und weitergeschrieben. xD
Kiefernbruch ( 43854 )
Abgeschickt vor 483 Tagen
Kommt Dego jetzt etwa um die Ecke Gekeucht? XD
Kiefernbruch ( 43854 )
Abgeschickt vor 485 Tagen
Dun Dun duuumnnn ^^ wann kommt das nächste
Gigi ( 60338 )
Abgeschickt vor 485 Tagen
Wenigstens kann er ihnen helfen... ^^ Wenn es nicht zu spät ist.
Kiefernbruch ( 43854 )
Abgeschickt vor 485 Tagen
Stachelglut das gibt ne böse Überaschung ^^
Kiefernbruch ( 23515 )
Abgeschickt vor 490 Tagen
Wow! Du solltest öfter lang aufbleiben ^^ Hammer Kapitel
Gigi ( 98221 )
Abgeschickt vor 491 Tagen
Wow, ich bekomme es jetzt, fast 11 Uhr Nachts noch hin, Kapitel zu schreiben. xD (Ich bin müde und fast am einschlafen, also von daher...)
Gigi ( 98221 )
Abgeschickt vor 491 Tagen
Ja, ziemlich. ^^ Doch irgendwann wird sein Geheimnis gelüftet! °^°
Kiefernbruch ( 23515 )
Abgeschickt vor 491 Tagen
^^ freu mich drauf. Miko hats ja drauf ^^