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Das Rätsel um Tarera Safedr

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1 Kapitel - 22.333 Wörter - Erstellt von: Laura Miriam Tarera Safer - Aktualisiert am: 2015-09-17 - Entwickelt am: - 1.511 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Eine der ersten Elfen jung und schön wie kein anderes Wessen! Machtvoll ihr Erscheinen. Sie ist die Hoffnung aller bekannten Welten und rettet Laura Siltaruna vor einem gossen Fehler!

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Das Geheimnis der silbernen Kämpfer



STECKBRIEFE:


Laura die Flinke(Tarera Safer): Genannt Schatten des Sturm, Königin Narnias, Herrscherin in Cair-Paravel, Kaiserin der sieben Inseln, Herzogin des Einsamen Eilands, in der echten Welt Marianne genannt und Oberhaupt der Siltaruna in Eluandor.

Charakter: Still, aber freundlich, geheimnisvoll, verschlossen, flink, schlau, geschickt, gute Bogenschützin und gute Dolchwerferin, starke Schwertkämpferin, schnell, ruhig gut im Anschleichen, wie ein Schatten, gute Schmiedin, hat ihren eigenen Kopf, freundlich zu ihren Einhörner Shira, Rih und Sanfte Winde und liebevoll. Ausserdem liebt sie es auf die altbewährte Elfenweckart zu wecken.

Aussehen: blaue Augen, braune Kleidung, hat immer einen Umhang an, wuschelige Haare, schwarze Haare, die meist nicht ordentlich sind, Vorliebe für Ringe und stets bewaffnet unterwegs.

Die silbernen Kämpfer: Das sind die geheimnisvollen 20 silbernen Kämpfer, die Frodo und die Gefährten auf ihrer Reise begleiten! Am Ende der ganzen Reise werden ihre wahren Namen offenbart! Mehr dazu erfahrt ihr in der Geschichte.

Charakter: Still, flüstern immer, da sie ihr wahres Gesicht nicht verraten wollen, ausserdem sehr geheimnisvoll, können sehr gute Befehle erteilen, sind gute Nah- und Fernkämpfer, sehr schnelle Läuferinnen, reiten sehr gut auf Einhörner, gute Spione, wie Schatten in der Nacht

Aussehen: silberne Kleidung, silberne Masken, sieht die Haare nicht, da sie unter den Kapuzen der Umhänge versteckt sind, Anführerin trägt drei verschiedene Ringe, tragen Langbögen und kämpfen immer mit zwei Schwertern, bis an die Zähne bewaffnet
Eine der 20 Kämpfer


Miriam die Flinke: auch unter dem Namen die Geschickte bekannt, Prinzessin von Narnia und Fürstin auf Elfenfort

Charakter: Sie ist genauso gleich wie ihre Mutter, mit der Ausnahme, dass sie weniger rätselhaft ist

Aussehen: Rote Haare, braune Augen und ansonsten sieht sie aus wie ihre Mutter


Laura die Schnelle: Ähnlich wie ihre Mutter Laura die Flinke, nur dass sie ihre Nachfolgerin als Oberhaupt der Siltarunas sein wird.

Charakter: Gleich wie ihre Mutter

Aussehen: grün-blaue Augen, Vorlieben für blaue Kleidung, erkennt man am grünen oder blauen Umhang. Schwarze Haare, ebenfalls stets bewaffnet unterwegs.


Laura die Schlaue: Mutter von Laura der Flinken. Ähnlich wie ihre Tochter, mit Ausnahme, dass sie eher laut ist und schlecht im Anschleichen. Lauras Vorgängerin als Oberhaupt der Siltarunas in Eluandor.

Charakter: Laut, neugierig und schlau. Will unbedingt wissen wo Laura sich aufhält und wer die 20 silbernen Kämpfer sind

Aussehen: Braune Augen, rote Kleidung, schwarze Haare, ebenfalls stets bewaffnet unterwegs.


Carina Giger: Eine Sekundarschülerin und Freundin von Marianne und Layla. Zukünftige Göttin der Pferde, weiss nichts von Mariannes wahrer Existenz, glaubt nicht an Einhörner. Hat ein eigenes Pferd namens Thunder, kann gut reiten.

Charakter: Ab und zu etwas zu vorlaut, ist eine Plaudertasche, lernt sehr viel für die Schule und liest leidenschaftlich gerne Bücher. Ist freundlich und hilfsbereit, kann aber auch äusserst stur und wütend werden.

Aussehen: Hat in der echten Welt braun-blonde Haare und trägt eine Brille. In Mittelerde und den anderen Welten als Göttin der Pferde hat sie goldene Haare und bernsteinfarbene Augen. Dort trägt sie ein weisses Kleid mit einem rosaroten Gürtel. In ihren Haaren hat sie viele rosarote Blumen und trägt noch einen goldenen Stirnreif.


Layla Husselman: Ist ein normales Mädchen und Carinas und Mariannes beste Freundin. Sie geht in die Bezirksschule.

Charakter: Ist eine Streberin, aber freundlich und hilfsbereit. Ist aber auch stur. Kann gut reiten und hat ebenfalls ein eigenes Pferd namens Speedy. Ist eine echte Sportskanone und spielt gerne Tennis.

Aussehen: Hat braune, schulterlange Haare und grüne Augen. Sie trägt jeden Tag was anderes und ist sehr modebewusst.

Alena Alix


Alix und Alena: Freundinnen von Laura der Flinken und Schwertkämpferinnen. Mutter und Tochter

Charakter: Dickköpfig, gute Schwertkämpferinnen und Schmiedinnen.

Aussehen: Rothaarig, smaragdgrüne Augen, trennen sich nie von ihren Schwertern und sind stets in schwarz gekleidet.


Manuela Meier: Ist Sekundarlehrerin und unterrichtet in Carinas Paraklasse und auch Carinas Klasse in Englisch und Geschichte.

Charakter: Ist sehr streng, gibt immer viele Hausaufgaben und hat als Lehrerin eine grosse Klappe. Glaubt nicht an Halb- und Vollblutelfen und auch nicht an Einhörner. Sie ist auch eine echte Kaffeetante, ihre Lieblingsfarbe ist Blau.

Aussehen: Kurze, schwarze Haare, blaue Augen. Trägt im Sommer oft einen Strohhut, meistens eine blaue Bluse und braune Hosen.



Entführungen

Es passierte am zweitletzten Schultag vor den Sommerferien. Marianne(Laura), Carina und Layla waren in der grossen Pause. Sie unterhielten sich gerade, als auf einmal eine riesen Herde von bewaffneten Kämpfern auf das Schulareal gestürmt kam.
Ganz erschrocken schrien die Schüler auf. Layla und Carina waren ebenso überrascht über diesen plötzlichen Angriff. „Was ist hier los?“, fragte Carina aufgeregt. Auch Layla hatte keine Ahnung und zuckte die Schultern. Nur Marianne(Laura) blieb die Ruhe selbst.
Die Kämpfer rannten den Schülern hinterher und packten so viele, wie sie nur konnten. Sie nahmen Seile hervor und banden ihnen die Hände fest. Einige Krieger stürzten sogar ins Schulhaus rein und tobten dort weiter. Nach wenigen Minuten waren sehr viele Schüler und Lehrer durch eine Art Pforte verschwunden. Schon wollten sich die Kämpfer auf Carina, Layla und Marianne(Laura) stürzen, als plötzlich eine Kämpferin rief: „Stopp, die nicht!“.
Marianne(Laura) hatte heimlich einige Schutzschilde aufgebaut, die ihre Tochter nun bemerkt hatte. Das war das Erkennungszeichen, dass sie es war und nicht irgendeine dumme Schülerin. Nach diesem Vorfall kam dieselbe Kämpferin aus den Reihen, zog ihr Schwert zum Gruss und verschwand durch die Art Pforte.
„Was war das denn?“, wunderte sich Layla.
„Keine Ahnung, die sind durch so ein komisches Tor verschwunden. Wo das wohl hinführt?“, erwiderte Carina fassungslos.
„Es ist irgendwie stiller geworden hier“, bemerkte Marianne(Laura) und blickte sich suchend um. Carina verstand nicht, wie ihre Freundin so ruhig bleiben konnte.
„Marianne, hast du überhaupt eine Ahnung, was hier gerade passiert ist?“, meinte Carina erstaunt.
„Klar, die wurden entführt“, erwiderte Marianne(Laura) leicht hin. Bevor Carina noch etwas sagen konnte, klingelte die Schulglocke.
„Was meint ihr, sollen wir rasch ins Lehrerzimmer gehen und erzählen, was passiert ist?“, schlug Layla vor.
„Als ob die das nicht selbst bemerkt hätten!“, entgegnete Marianne(Laura) gekontert, „Da sind ja eine Menge Lehrer ebenfalls verschwunden“.
„Ist doch egal, ich will wissen, ob vielleicht noch jemand übrig geblieben ist“, meinte Carina lächelnd.
Plötzlich schaute Marianne(Laura) in eine andere Richtung, da sie Stimmen gehört hatte. „Was ist?“, fragte Layla verwirrt. Sie verstand jetzt gar nichts mehr. Marianne(Laura) antwortete nicht, zeigte aber mit dem Finger in diese Richtung, in die sie schaute. Jetzt drehten sich auch Carina und Layla in diese Richtung.
Eine Gruppe von Schülern kam auf sie zu. Alle sprachen durcheinander. Frau Meier und Frau Krähenbühl waren auch unter ihnen. Sie hatten Pausenaufsicht gehabt und waren nun ebenfalls so verwirrt wegen des vorherigen Vorfalls.
„Habt ihr Genaueres gesehen?“, wollte Frau Meier wissen. Sie kratzte sich nachdenklich am Kopf und Frau Krähenbühl rieb sich das Kinn, während sie nachdachte. „Hmmm….“.
„Ja, haben wir!“, riefen die drei Freundinnen.
„Was ist denn eigentlich passiert?“, fragte Frau Meier.
„Das weiss ich auch nicht genau, aber wir haben das Geschehen beobachtet. Die anderen Schüler haben sie gefesselt und sind durch eine Art Tor gegangen, danach wollten sie sich auf uns stürzen, als eine Kämpferin rief, Halt die nicht, danach kam sie vor und zog ihr Schwert. Ausserdem konnte man keine Gesichter sehen, da sie Masken oder Kapuzen trugen.“, berichtete Layla aufgeregt.
Da schaltete sich Frau Krähenbühl ein: „Ich glaube, ihr geht besser nach Hause. Wir schauen, ob noch mehr Schüler und Lehrer übersehen wurden“.
Da mischte sich Carina ein: „Ich glaube nicht, dass noch einige zurück geblieben sind, denn die Krieger sind auch ins Schulhaus eingedrungen und kamen kurze Zeit später wieder mit einem Haufen Lehrer heraus“.
Darauf rief Frau Meier: „ Dann sind wahrscheinlich keine Lehrer mehr hier. Claudia, ich glaube wir sind die einzigen Lehrer hier!“. Der letzte Satz klang schon fast verzweifelt.
Etwas ratlos meinte Frau Krähenbühl: „Ihr kommt morgen in die Schule, in das Klassenzimmer von Frau Meier und jetzt geht nach Hause“.
Augenblicklich rannten die Schüler zu ihren Velos und verschwanden damit. Frau Meier und Frau Krähenbühl gingen ebenfalls zum Schulhaus. Einzig Laura war auf dem Schulhof zurückgeblieben. Jetzt wandte sie sich in Richtung Gebüsche und lief dorthin. Sie wurde bereits von einer ihren Töchtern erwartet.
„Und?“ wurde sie in Gedanken gefragt.“
„Sehr schön! Ich wusste dass ich mich auf euch verlassen kann. Morgen kommt Karin zum kleinen Beobachter und fängt dort Carina ab. Ich möchte, dass du in der Zwischenzeit die Truppen leitest, da ich Karin helfen werde! Carina wird ihr sonst nicht folgen, da sie ihr nicht trauen wird. Ich werde daher noch in meinen Alltagskleidern auftreten und mich danach umziehen! Wir werden zwischen dem Veloständer und dem Schulhaus auf Carina treffen. Ihr werdet in der Fünfminutenpause die restlichen holen.“ Entgegnete sie ihr im normalen Tonfall

Am nächsten Tag kam Marianne(Laura) gar nicht erst in die Schule. Frau Meier berichtete den zwei Freundinnen, dass sie krank sei, und daher nicht kommen könne. Carina hatte auch noch einen Zahnarzttermin während der letzten Stunde vor dem Schulschluss. Gerade als sie zu ihrem Velo Laufen wollte versperrten ihr plötzlich Marianne(Laura) mit einer dieser komischen Kämpferinnen den Weg.
„Marianne!“ rief sie erstaunt aus.
„Da staunst du was?“ bemerkte Laura(Marianne) schelmisch. „Komm, den Zahnarzttermin habe ich gefälscht, damit du nicht mit den anderen gedemütigt wirst!“
Darauf verschwand sie im Gebüsch, bevor Carina etwas erwidern konnte. Carina folgte ihr nur widerstrebend.
Kaum waren sie durch das Gebüsch gelangt, tauchte ein wunderschönes Pferd mit einem Horn auf der Stirn auf. „Shira!“, rief Laura erfreut.
Das Einhorn erwiderte die Begrüssung mit einem sanften Schnauben. Carina klappte die Kinnlade runter.
„Das gibt`s doch nicht!“, entfuhr es ihr, „Ist das etwa ein Einhorn?“.
Shira erwiderte empört: „Natürlich bin ich ein Einhorn, oder sehe ich aus wie ein Elch?“. Carinas Augen weiteten sich.
„ Das kann ja sprechen!“, staunte sie fasziniert. Laura hatte sich währenddessen an der Satteltasche von Shira zu schaffen gemacht. Sie holte ein paar braune Flügel hervor und legte sie sich an den Rücken. Die Flügel verschmolzen mit ihrem Rücken, als ob sie eins mit Laura wären! Dies war natürlich auch der Fall, da sie eine Elfe war.
Jetzt war Carina erst recht sprachlos. „Was ist hier eigentlich los? Träume ich?“, rief sie aus.
Laura sagte nichts und wandte sich an die Kämpferin: „Sind die Truppen bereit, Karin?“.
„Aber hallo! Natürlich sind die bereit, Mom! Laura ist sicher nicht so dumm“, erwiderte Karin aufgebracht, so hiess die Kämpferin.
„Gut!“, entgegnete Laura zufrieden. „Dann geh du schon mal zur Pforte und führe Carina hindurch“, ordnete sie an, „ich gehe dann zu unseren Truppen“.
Kaum hatte sie das gesagt, hörte Carina ein Geschrei.
Laura lachte amüsiert: „Aha, Laura hat also schon eingegriffen. Nach Ende der letzten Stunde holen wir uns die letzte Person!“. Nun war Carina erst recht verwirrt. Warum noch einmals eine Laura, da war doch schon eine mit dem Namen Laura. Mit diesen Worten bestieg sie Shira und sagte etwas in einer unverständlichen Sprache. Karin entgegnete etwas in derselben Sprache.
Schliesslich stiess Shira sich vom Erdboden ab und flog weg. Carina wollte schon fragen, was das für eine Sprache war, als Karin ihr bedeutete, ihr zu folgen.
In der Zwischenzeit war die Fünfminuten-Pause vorbei und die Schüler waren vom ganzen Areal verschwunden.
Frau Meier, die noch allein im Schulzimmer zurück geblieben war, blickte sich irritiert um. „Wo sind denn alle hin?“, wunderte sie sich.
Plötzlich sagte eine Stimme hinter ihr: „Stopp und keine Bewegung!“.
„Folgt uns!“, befahl eine andere Stimme, die für die Lehrerin verdächtig nach Marianne klang. Da Frau Meier keine andere Wahl hatte, tat sie, was ihr befohlen wurde, obwohl sie sich nicht gerne rumkommandieren liess.
Eine Kämpferin mit Kapuzenumhang ging vor ihr und der Rest umringte Frau Meier. An einem bestimmten Ort blieb die Kämpferin stehen und sprach etwas in einer Sprache, die die Lehrerin nicht verstand.
„War das Indianisch?“, dachte sich Frau Meier und runzelte die Stirn. Sie hatte keine Zeit zum Nachdenken, da die Kämpferin, die vor ihr lief durch eine Art Tor trat.

Ankunft in Eluandor

Auf einmal war die Kriegerin nicht mehr vor der Lehrerin und die etwa zwanzig Schüler grosse Gruppe tauchte vor ihr auf.
Inzwischen war Carina hinter dieser Karin ebenfalls durch eine Pforte gelangt. Währendem Carina bei den Schülern blieb, bahnte sich Karin einen Weg durch das Gedränge, wobei sie sehr leichtfüssig ging. Alle waren versammelt auf einem Platz, auf dem unterschiedliche Geräte, wie Schwerter, Bögen, Pfeile und Dolche standen. Carina sah sich um. Sie wusste nicht, wo sie waren. Es sah hier sehr merkwürdig aus.
Layla war mit den anderen übrigen Schülern durch eine Pforte geführt und an unterschiedliche Orte geleitet worden. Sie dachte, sie wären in einer Art Innenhof. In der Mitte des Platzes stand eine Plattform, auf der mehrere Sessel standen. Auf diesen Sesseln sassen einige dieser Kämpferinnen, die Carina und Layla hierher geführt hatten und ein schwarzhaariges Mädchen im Alter von 15 Jahren. Gerade stieg Karin zur Plattform herauf und stellte sich neben das ungefähr 15 Jahre alte Mädchen. Sie flüsterte ihr etwas zu und die schwarzhaarige nickte.
Alle Schüler starrten gebannt auf die Plattform und erwarteten, dass etwas passierte. Da forderte Karins Stimme energisch: „Carina Giger, Layla Husselman und Manuela Meier bitte vortreten!“. Die erwähnten Personen traten aus der Gruppe vor und blickten sich fragend an. Das schwarzhaarige Mädchen musterte die drei Leute vor ihr und nickte dann zufrieden. Dann standen die Kämpfer von den Sesseln auf und zogen grüssend die Schwerter vor dem schwarzhaarigen Mädchen. Die sagte etwas Unverständliches zu Karin, das sich anhörte wie: „Santuare!“.
Danach stand auch sie auf und nickte Karin zu. Dann traten alle Krieger mit starrer Miene weg und bildeten einen Gang. Sobald dieses Mädchen durch diesen Gang durchgelaufen war, zogen die Wachen ihre Schwerter und versperrten den Weg. Die drei Leute, unter ihnen auch Carina, fragten sich was jetzt passiere, als eine strenge Stimme, die zu Karin gehörte, befahl: „Ihr da, mitkommen!“.
Sie folgten Karin, die mit strenger Miene zu einer Wache trat und etwas in dieser komischen Sprache sagte. Die Wache trat zur Seite und liess Karin und die Drei durch.
Layla fragte neugierig: „Wohin gehen wir?“. Karin antwortete nicht und lief einfach weiter. Sie klopfte an einer Türe, die einfach so vor ihnen auftauchte. Die Türe öffnete sich und das schwarzhaarige Mädchen stand vor Carina. Sie nahm Carina sanft am Arm und führte sie zu einem Sessel im Zimmer, das sich vor ihnen erstreckte.
Zu Karin gewandt sagte das Mädchen etwas herablassend: „Führe die beiden auf ihre zugeteilten Zimmer!“. Diese zog grüssend das Schwert und schloss die Türe.
„Diese Art Begrüssung musste wohl Pflicht sein“, dachte sich Carina.
Da sagte auf einmal eine bekannte Stimme: „Carina, es muss wohl ein bisschen erschreckend für dich gewesen sein“.
„Marianne?“, stiess Carina ungläubig hervor.
„Falsch, eigentlich heisse ich Laura die Flinke, der Schatten des Sturms. Marianne war nur mein Deckname bei euch. Ich bin eigentlich kein wirklicher Mensch, sondern eine unsterbliche Halbelfe“, erklärte Laura.
„Das kann ich aber nicht glauben! Wenn du doch schon so eine Halbelfe bist, warum bist du dann in unserer Welt und nicht in einer magischen Welt?“, konterte Carina fassungslos.
„Das ist eine lange Geschichte, die ich aber nicht heute erzählen möchte“, meinte Laura ruhig, „aber jetzt möchte ich dir noch meinen Gast vorstellen, gestatten Sara“. „Carina, das ist die Göttin der Pferde!“, verkündete Laura feierlich. Carina kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Ein bildhübsches Mädchen mit langen goldenen Haaren und bernsteinfarbenen Augen in einem weissen Kleid stand von einem, im Raum versteckten Sessel auf. „Hallo Carina! Schön dich kennenzulernen. Ich bin Sara, die Göttin der Pferde“, begann das Mädchen zu sprechen, während sie auf Carina zu ging. Carina stand ehrfürchtig auf und betrachtete das schöne Mädchen.
„Aber…. warum Göttin der Pferde?“, stammelte Carina verlegen.
„Das mag für dich vielleicht etwas merkwürdig klingen, aber es ist so. Als Göttin der Pferde ist es meine Aufgabe, Pferden zu helfen, die in Not geraten. Ich kann auch mit Pferden sprechen und sie verstehen“, erklärte Sara mit einer zarten Stimme, die wie Glockenläuten klang.
„Mit Pferden sprechen?“, wiederholte Carina ungläubig, „wie soll denn das gehen? Ich bin eine begabte Reiterin und weiss selbst, dass man mit Pferden nicht sprechen kann“.
Da mischte sich Laura ein: „Auch wenn du`s nicht glaubst: Halbelfen können es auch“.
Sara grinste: „ Ja, hier in Eluandor ist alles möglich!“.
„Eluandor, wo lieg denn das auf der Landkarte?“, fragte Carina verdutzt.
Laura erwiderte verschmitzt: „Suchs mal auf der Erdkarte, falls du es bis morgen gefunden hast, kannst du`s mir sagen“.
„Das ist nicht witzig! Ich verstehe gar nichts mehr!“, entrüstete sich Carina, verärgert darüber, dass man sie nicht ernst nahm.
„Jetzt nicht gleich verrückt werden Carina! Du wirst hier noch einiges Ungewöhnliches erleben“, versuchte Sara sie zu besänftigen. Carina dachte kurz nach. Dann wollte sie wissen: „Warum erzählst du mir das überhaupt?“. Sara warf einen kurzen Blick zu Laura. Die nickte.
Carina blickte zuerst unschlüssig zwischen den beiden hin und her. Dann sprach Sara: „Na, weil du dazu auserwählt wurdest, Göttin der Pferde zu werden!“. Carina runzelte die Stirn. Dann begann sie laut los zu lachen.
„Ha, ha, ha, wirklich sehr komisch! Ich als Göttin der Pferde? Wollt ihr mich verarschen, das kann ich auch selber“, lachte Carina höhnisch.
„Musst gar nicht so blöd lachen, wir meinen es ernst!“, fuhr Sara sie streng an.
Da fügte Laura noch ernst hinzu: „Hier sollte man nicht über Magie und Zauberei lachen, das ist hier für uns alles selbstverständlich“.
„Für mich ist es aber nicht so“, erwiderte Carina trotzig. Sie hatte aufgehört zu lachen. „Und wie soll ich Göttin der Pferde werden, wenn ich nicht mal zaubern kann?“, fragte sie dann interessiert.
Da beantwortete Sara ihre Frage: „Na ja, während die Anderen in Schwertkampf und Bogenschiessen unterrichtet werden, bekommst du bei mir Zauberunterricht. Du musst aber trotzdem noch Bogenschiessen und alles andere lernen. Das gehört schliesslich auch dazu“.
„Man kann aber doch nur zaubern, wenn man auch Magie in sich besitzt. Das habe ich nicht!“, warf Carina ein.
„Die Magie wirst du noch bekommen, wenn du sie dann benötigst und zwar von Shira“, belehrte Sara sie.
„Shira ist doch das schöne Einhorn oder?“, wollte sich Carina noch vergewissern.
Da sagte eine sanfte Stimme empört hinter ihrem Sessel: „Natürlich bin ich schön!“. Carina fuhr erschrocken auf und drehte sich um sich selbst.
„Entschuldige, ich glaube, ich sollte ins Licht treten. Damit du mich besser siehst“, entschuldigte sich Shira. Dann trat sie aus der dunklen Ecke hervor. Carina entdeckte sie und beobachtete jeden ihrer anmutigen Schritte. Sie war wie verzaubert von diesem schönen Wesen. Wenn ihre Eltern wüssten, dass es tatsächlich Einhörner gab, dann würden sie ihre Tochter nicht mehr auslachen, wenn sie von magischen Wesen redete.
Shira stand nun ganz dicht bei Laura und hatte ihren Kopf auf die Schulter ihrer Freundin gelegt. Laura streichelte über den Nasenrücken des Einhorns.
„Und wie willst du mir Magie geben?“, fragte Carina an Shira gewandt.
„Das geht ganz einfach“, antworteten Laura und Shira wie aus der Pistole geschossen.
Shira und Laura traten vor Carina, die erschrocken zurückwich. Shira schloss die Augen und murmelte etwas in einer anderen unverständlichen Sprache. Ihr Horn begann zu leuchten und ein Funke sprühte aus ihm heraus und fiel auf Carinas Kopf. Carina schüttelte sich erschrocken, sie war nicht darauf vorbereitet gewesen.
Carina spürte einen Schauer über ihren Rücken laufen und die Luft um sie herum knisterte. Da begann Carina plötzlich zu leuchten und ehe sie sich`s versah, verwandelten sie ihre Jeans und ihr T-Shirt in ein weisses, langes Kleid. Ihre Brille war plötzlich verschwunden und sie konnte trotzdem gut sehen.
Da öffnete Shira ihre Augen wieder und sie nickte zufrieden.
„Was ist mit mir passiert?“, fragte Carina verdutzt und blickte an sich herunter. „Ich sehe aus wie eine Prinzessin!“. Sara konnte sich ein Lachen nicht verkneifen und dann trat sie neben ihre nun neue Schülerin.
„So sehe ich doch auch aus oder?“, meinte sie lächelnd.
Da schwang Shira ihr Horn in der Luft und murmelte etwas in ihrer unverständlichen Sprache. Da tauchte wie aus dem Nichts ein Spiegel vor ihnen auf. Carina betrachtete sich eingehend und musste feststellen, dass sie und Sara tatsächlich fast gleich aussahen. Carinas Haare waren nun golden und schimmerten, sogar ihre Augen hatten eine andere Farbe. „Warum muss ich denn wie du aussehen?“, wollte Carina wissen.
Sara wusste prompt eine Antwort: „Na, weil alle Götter der Pferde so aussehen. Du wirst nun meine Nachfolgerin sein“.
Bevor Carina etwas erwidern konnte, kam eine Wache herein und fragte: „Soll ich sie auf ihr Zimmer führen Herrin?“.
„Ja!“, erwiderte Laura rasch, „ich muss mich jetzt umziehen“. „Mein Schwerttraining wartet“, fügte sie dann noch hinzu, als Carina ihr einen fragenden Blick zuwarf.


Unterricht für Schüler und Lehrer

Am nächsten Morgen wurde Carina unsanft von einem Horn aus dem Bett gestossen. Sie fiel auf den Boden, der zum Glück aus Teppich bestand.
„Aua!“, rief Carina empört und richtete sich auf. „Was soll das? Es ist acht Uhr!“, fuhr sie wütend fort.
„Falsch!“, sprach eine sanfte Stimme. „Es ist sieben Uhr dreissig und Zeit fürs Training“. Nach diesen Worten wandte sich Shira um und schritt aus dem Zimmer.
Carina rieb sich das Knie, mit dem sie auf dem Boden aufgeschlagen war. „Haben die immer so frühe Trainingszeiten? Das ist ja schlimmer als in der Schule“, dachte Carina. Dabei entdeckte sie, dass ein Tablett mit Leckereien zum Frühstück bereit stand. Es stand auf dem Nachttisch, beim Anblick lief ihr das Wasser im Mund zusammen. Sie machte sich heisshungrig darüber her, als hätte sie seit Tagen nichts mehr gegessen.
Inzwischen hatten sich die Schüler und Lehrer versammelt, unter ihnen auch Layla und Frau Meier. Jetzt waren sie aber bedeutend mehr als am Vortag. Die anderen Sinser Schüler und Lehrer waren nun ebenfalls anwesend. Alle hatten eine Nacht in einem Massenlager verbringen müssen, da es nicht sehr viele Einzelzimmer zur Verfügung gehabt hatte. Alle waren unsanft von einem Knall geweckt worden. Laura hatte die altbewährte Weckmethode der Elfen gewählt um die Schüler und Lehrer aufzuwecken. Das hiess: die Türe mit einem gewaltigen Stiefeltritt aufzuschletzen und dabei so viel Knall verursachen, dass alle aufwachten. Nur Layla und Frau Meier hatten in einem Zimmer übernachten dürfen. Sie waren aber auch etwas unsanft geweckt worden. Shira hatte sie mit ihrem Horn aus dem Bett geschubst. Sie hatten alle Schwerter, Bögen, Köcher mit Pfeilen und Dolche von Laura erhalten.
Layla legte sich den Köcher um, während die Anderen unschlüssig auf die Waffen starrten, die vor ihren Füssen lagen. Auf dem Sessel sass Laura, die braune Hosen, ein braunes Trägershirt und einen braunen Umhang trug. Von der Anmut, mit der sie gestern dagesessen war, war nichts mehr übrig. Sie hatte einen Fuss auf das Armpolster gestellt und drehte einen Dolch in den Fingern. Sie sprach, ohne den Blick vom Dolch zu wenden: „Zeit für euer Waffentraining!“.
Der Schuldirektor Herr Birer war damit nicht ganz einverstanden. Schliesslich waren es seine Schüler und sie mussten nicht machen, was ihnen von so einer seltsamen, fremden Kämpferin befohlen wurde.
„Warum sollten wir das tun? Wozu brauchen wir Waffentraining? Sind wir im Krieg?“, erhob er seine Stimme. Da verstummte augenblicklich das Gemurmel der anderen Schüler und Lehrer.
„Wer wagt es der Königin zu widersprechen!“, fuhr Laura wütend auf. Der Fuss war blitzschnell unten auf dem Boden und sie hatte sich leicht vorgebeugt. Karin merkte sofort, dass etwas nicht mehr gut war! Laura funkelte die Menge mit blitzenden Augen an. Es war eine Frechheit ihr zu widersprechen, schliesslich war sie die Königin Narnias. Sie hatte die Brauen ganz eng zusammengezogen, was bedeutete, dass sie extrem verärgert war.
„Ich!“, rief der Direktor. Laura erkannte ihn sofort an seiner Stimme. Dann trat er aus der Menge vor.
Laura stand nun auf und stieg die Treppe vom Podium herab. Sie sah ihn herablassend an meinte dann: „So, du wiedersprichst mir also?“ sagte sie mit gefährlich ruhiger Stimme.
Herr Birer nickte und reckte das Kinn ein wenig nach vorne.
Laura fauchte ihn an, worauf er ein wenig erschrocken zurückwich.
„Schwächling!“ zischte sie und wirbelte auf den Absatz herum.
Er sah ihr verdutzt nach und plötzlich hatte er eine Person im Kopf, die er kannte, die so herumwirbeln konnte. Nur wie war nun schon ihr Name wieder gewesen
Layla war ganz nah beim Podium gewesen und hatte alles mit eigenen Augen beobachtet. Auch sie hatte diese Art von herumwirbeln schon gesehen. Allerdings wusste sie wer so herumwirbeln konnte.
„Marianne? Was machst du hier, und wieso bist du so gemein zu uns gewesen? Fragte da plötzlich Frau Meier.
Laura hielt im Schritt inne und wirbelte noch einmals herum. Allerdings etwas schneller als vorhin. Sie zog die Augenbrauen eng zusammen und sah Frau Meier durchdringend an.
„Ich heisse nicht Marianne, sondern Laura, damit ihrs wisst! Marianne ist nur ein Tarnnamen von mir!“ zischte sie mit unterdrückter Wut in der Stimme.
„Mom!“, rief eine Stimme auf einmal, „hast du Glanzschweif gesehen?“.
„Nehein, tut mir leid!“, erwiderte Laura singend.
„Kannst du mir helfen, sie zu finden?“, bat Lauras Tochter Laura.
„Ja, ich denke schon“, lenkte Laura ein, „frag bei Shira noch nach, ob sie hilft. Ich habe im Moment gerade keine Zeit, ansonsten würde ich dir gerne helfen“.
„Wer soll bei mir nachfragen Laura?“, ertönte da eine sanfte Stimme, vom hinteren Ende des Hofes.
Alle drehten ihre Köpfe nach hinten und ihnen klappte die Kinnlade runter.
Da stiess Frau Meier hervor: „Das gibt`s doch nicht, ein Einhorn! Ich glaube ich drehe durch“.
„Shira, meine Süsse ich komme gleich“, rief Laura erfreut. Sie überging Frau Meiers Bemerkung. Sie breitete ihre Flügel, die allerdings nicht mehr braun sondern blau waren, aus und stiess sich von der Plattform ab.
„Ich glaube, jetzt spinne ich wirklich!“, sagte Frau Meier und kippte nach hinten. Sie war bewusstlos geworden. Herr Fischer fing sie noch auf, bevor sie auf dem Boden aufschlug.
„Manuela, komm wieder zu dir! Du spinnst nicht, wir sehen das auch und es ist wirklich“, versuchte der Lehrer seine Arbeitskollegin aus ihrer Bewusstlosigkeit zurück zu holen. Da schlug Frau Meier die Augen wieder auf.
„Ich glaube, ich träume immer noch“, sagte sie dann, „kannst du mich mal kneifen?“.
Herr Fischer seufzte kurz und kniff sie dann in den Arm.
„Autsch! Ich bin wirklich wach!“, stiess Frau Meier immer noch verwirrt hervor. Dann stand sie mit Hilfe von Herr Fischer wieder auf.
Inzwischen war Laura bei Shira angekommen und landete elegant auf ihrem Rücken. Sie setzte sich rittlings auf Shira. Shira drehte ihren Kopf zu Laura um und rieb ihn am ihrem Arm. Kurz darauf kam eine Schar Mädchen zu Shira gelaufen.
„Mami!“, riefen sie alle durcheinander.
Laura stöhnte: „Oh nein! Könnt ihr bitte an einem anderen Tag kommen?“.
Die Drillinge schrien: „Nein, wir wollen jetzt!“.
„Du gehst ja bald wieder weg. So wie letztes Mal“, bemerkte ein Junge, der ebenfalls mit den Mädchen gekommen war.
„Na und? Du bist inzwischen verheiratet, Jack. Und zwar mit Rose, ausserdem bin ich gerade beschäftigt!“, meinte Laura gleichgültig, aber mit einer gewissen Strenge in der Stimme.
Da zogen sich die Drillinge und Jack murrend davon.
„Mutter, du hast uns rufen lassen, damit wir beim Training helfen“, kam ein anderes Mädchen zur Sache.
„Ja“, seufzte Laura. „Miri und Karin, ihr helft beim Schwertkampf und Anschleichen“, ordnete Laura an. Ihre Töchter nickten und gingen mit ihr zurück zur Plattform.
Bei der Plattform angekommen, wandte sich Laura den Schülern und Lehrern zu. „Jetzt zur Gruppeneinteilung!“, kündigte Karin an.
„Diejenigen Namen, die wir vorlesen, bitte vortreten“, bat Laura gebieterisch.
„Gruppe 1“, sagte Mirjam, „bitte zu Laura. Es werden gebeten: Carina Giger ist nicht anwesend, da sie bereits an einem anderen Ort Unterricht hat, sie wird später noch dazu stossen. Layla Husselman, Joy Bachmann, Corinne Rötlisberger, Jessica Spitzhacke, Vanessa Bächli, Pedro Hochnäsig, Semir Gerkan, Robin Rüttimann, Julia Strebel, Mike Lehner, Demian Stocker, Philipp Weyermann, Adriana Karz, Caroline Villiger, Fabienne Bourquin, Fabienne Girsberger, Werner Fischer, Bruno Schönenberger, Manuela Meier, Roland Birer, Mirjam Trottmann und Stefan Diethelm! Die Aufgerufenen der 1. Gruppe, bitte vortreten mit Pfeilbogen, Schwerter und Dolche. Weiter dazu kommen Shaheera Bachmann, Robertina Prenrechei, Kristina Rudin, Svenja Chüng, Adrian Marty, Svenja Müller…“. Mirjam zählte alle Namen auf und ordnete die Gruppen ein.
Als sie alle aufgezählt hatten und die Gruppeneinteilung beendet war, sagte Laura: „Gut, nun bitte die Trainer zu den Gruppen, die ihnen zugeteilt wurden“. Damit nickte sie ihren beiden Töchtern zu, erhob sich aus ihrem Sessel und ging auf die 1.Gruppe, die ihr, ihren Töchtern und Söhnen zugeteilt war zu.
„Möge der Unterricht beginnen“, verkündete Laura feierlich, jedoch bestimmt. Die Trainer befahlen ihren Gruppen, ihnen zu folgen, um zu ihrem Platz zu kommen, der ihnen zugeteilt worden war.
Inzwischen war auch Carina mit ihrem Unterricht bei Sara fertig. Sara bot an: „Nun musst du zum Schwertkampftraining, ich werde dich dorthin begleiten“. Dann schwebten sie gemeinsam, (Carina hatte gelernt, wie man fliegt), zum Kampfplatz.
Als die beiden dort auftauchten, drehten alle erstaunt ihre Köpfe in die Richtung, aus der sie geflogen kamen. Carina erkannte von weitem schon Layla, Frau Meier und Herr Fischer in der Gruppe.
Sara landete elegant auf dem Boden. Carina jedoch landete unsanft auf dem Hintern, die Landung musste sie wohl noch etwas üben. Sara lachte kurz und half ihr auf die Beine. Die Anderen, hatten aufgehört zu kämpfen und starrten Carina mit grossen Augen an.
Laura ritt auf sie zu und sagte ruhig und sichtlich amüsiert: „Die Landung musst du wohl noch lernen“. Carina klopfte ihr weisses Kleid ab, das etwas Staub vom Boden abbekommen hatte, dann blickte sie erwartungsvoll zu Laura auf.
Laura forderte sie mit einer kurzen Bewegung auf, ihr zu folgen. Zu Sara gewandt sagte sie: „Danke, dass du solange Zeit für meine Freundin hattest. Wie war es? Wie hat sie sich geschlagen? Eignet sie sich als Nachfolgerin?“.
Sara antwortete ausführlich: „Na ja, für eine Anfängerin war sie ziemlich gut. Abgesehen vom Verwandeln, da hat sie sich nämlich in einen Frosch verwandelt, anstatt in eine Katze. Und die Landung habe ich ihr nicht richtig gezeigt, das war meine Schuld!“.
„Aha, das war mir auch schon passiert. Ich musste mich in ein Einhorn verwandeln und habe mich stattdessen in einen Elefant verwandelt“, erzählte Laura kichernd.
Laura entliess Sara mit einer Handbewegung und half Carina auf Shira. Laura sprang hinten auf und trieb Shira zurück. Zuerst konnte Carina nicht glauben, dass sie auf einem Einhorn sass. Das war gerade zu magisch. Aber schon waren sie bei der Gruppe angelangt und Laura erklärte ihrer Freundin, was sie überhaupt taten und wie die Gruppeneinteilung organisiert war.
Als Carina von Shira runter gestiegen war, kam sofort Jessica Spitzhacke auf sie zu. Carina kannte sie bereits zu gut und stöhnte auf: „Oh nein, nicht diese Zicke!“.
Laura war auch schon abgesprungen und flüsterte Carina zu: „Das habe ich bereits auch schon herausgefunden“.
Jessica stützte die Hände in die Hüften und musterte Carina argwöhnisch. „Wo hast du denn das Kleid her? Bekomm ich auch so eins?“, fragte sie neugierig.
Da sprach Shira kühl: „Tut mir leid, nur für Götter!“. Bei dem Wort “Götter“, fuhren alle aus der Gruppe hoch. Auch die Lehrer kamen nun gespannt näher auf Carina zu. Frau Meier war ja Geschichtslehrerin und kannte sich mit den griechischen Göttern gut aus. „Soll das bedeuten, dass Carina jetzt eine Göttin ist?“, wunderte sich die Lehrerin. Aber Shira und Laura verrieten nichts mehr. Carina wollte schon erklären, dass sie dazu auserwählt wurde, aber ein warnender Blick von Laura genügte und sie hielt die Klappe.
„Los auf geht’s zum Training!“, forderte Laura alle aus der Gruppe auf. Dann rief sie ihre beiden Töchter zu sich und befahl ihnen, Carina mit Ausrüstung zu versehen. Die führten Carina zur Waffenabteilung. Auf magische Weise waren sie plötzlich dort. Doch Carina wunderte sich nicht mehr darüber, sie war sich langsam daran gewöhnt, dass alles so schnell ging.
Carina bekam ein Schwert von Mirjam, die sie ebenfalls mit einem Bogen und Köchern mit Pfeilen ausstattete. Karin überreichte ihr einen Gürtel voller Dolche und nannte noch eine Bemerkung zur Ausstattung: „Sobald du die Waffen nicht mehr benötigst, werden sie unsichtbar“.
„Cool, was hier nicht alles möglich ist!“, staunte Carina.
Mirjam bemerkte nebenbei noch: „Mom hat auch fünf Schwerter, fünf Köcher mit Pfeilen unterschiedlicher Art, fünf Bögen, zwei Umhängegürtel mit Wurfäxten und ein oder zwei Gürtel Dolche. Sie geht nie unbewaffnet weg, genau wie unsere Kolleginnen Alix und Alena“.
„Wer sind die beiden?“, wollte Carina wissen.
Karin erwiderte schulterzuckend: „Keine Ahnung wo Mom die aufgegabelt hat, da musst du sie selbst fragen“. Dann liefen sie etwas weiter durch die Waffenabteilung, bis sie zu einer Tür kamen, die Mirjam öffnete.
Sie erkundigte sich bei Carina: „Was ist deine Lieblingsfarbe?“.
Carina antwortete schnell: „Pink natürlich!“. Mirjam seufzte und meinte bedauernd: „Das geht leider nicht, die Farbe haben wir nicht in unserem Trainingsgewänderarsenal“.
„Habt ihr dann vielleicht Blau auf Lager?“, fragte Carina möglichst beiläufig.
„Die sind leider alle vergeben, aber wir können eines nähen lassen“, meinte Mirjam mit einem kritischen Blick auf das weisse Kleid, „aber jetzt brauchst du was zum Anziehen. Mit diesem Kleid kannst du nicht kämpfen“.
„Wie wäre es denn mit Orange?“, schlug Carina vor. Mirjam warf Karin einen fragenden Blick zu.
Karin antwortete: „Ja, da haben wir glücklicherweise noch eines auf Lager“.
Sie flüsterte Miriam zu:,, Das hatten wir alle schon mal an! Es ist Mams altes Trainingsgewand!"
„Aber dazu müssten wir in ein anderes Kleiderarsenal gehen. Das können wir trotzdem einrichten“, warf Mirjam ein.
Danach schloss sie die Tür und sie schlenderten in die gegenübergesetzte Richtung. Diesmal schloss Karin eine Tür vor ihnen auf. „Hier ist es, das Letzte, das wir noch haben“, verkündete sie und zeigte Carina ein prachtvolles, oranges Gewand mit roten Querstreifen, das anscheinend für das Training benutzt wurde. Carina fand es dafür aber noch zu schön. Mirjam bemerkte ihren Blick und sagte schmunzelnd: „Das hatte ich auch mal an und fand es zu schön, aber es ist sehr bequem und praktisch“. „Dort hinten ist eine Kabine, da kannst du dich umziehen“, wies Mirjam Carina an.
Karin meinte: „Wir gehen schon mal vor zum Trainingsplatz, du kannst dann nachkommen, wir lassen die Türe offen“. Dann fügte sie noch hinzu: „Du musst sowieso nur geradeaus gehen“. Schliesslich gingen sie davon.
Carina lief zur Kabine und schloss die Türe. Als sie schon den Reissverschluss ihres weissen Kleides öffnen wollte, begann sie zu leuchten. Das weisse Kleid verschwand und schon kam darunter das orange Trainingsgewand zum Vorschein. „Wow, das gehört wohl auch zu meinen Zauberkünsten!“, stiess Carina überrascht hervor.
Als sie fertig war, was schneller ging, als sie gedacht hatte, verliess sie die Waffenabteilung und ging durch die Türe, die Mirjam und Karin ihr offen gelassen hatte. Sie wollte Türe hinter sich schliessen, als sie an der Hand nur noch kalte Mauer spürte. Denn die Türe war schon von allein wieder verschwunden. Carina wunderte sich jetzt überhaupt nicht mehr. Sie ging zu ihrer Gruppe und die Schüler und Lehrer schnappten erstaunt nach Luft. Laura sass wie immer auf Shira und ritt ruhig auf sie zu. Sie bemerkte: „Das hatte ich auch mal an, Mirjam hatte mir schon erzählt, welches Gewand du gewählt hast!“.
„Aber jetzt ab zum Training!“, rief Lauras Tochter ihnen dazwischen.
Carina lief auf den Platz, die Anderen blickten sie bewundernd an.
„Hey, ihre Haare sind wieder braun-blond und ihre Brille ist wieder da!“, bemerkte Jessica Spitzhacke spitz. Laura schnippste kurz mit dem Finger, und schwupps, war die Brille weg. Auch ohne Brille konnte Carina erstaunlich gut sehen. Sie Das tat sie absichtlich, denn sie hasste es, wenn jemand anders mehr Beachtung bekam, als sie. Nur leider klappte es nicht so ganz, wie sie`s wollte. Die Schüler und Lehrer sahen immer noch Carina an. Die fühlte sich unter diesen Blicken nicht gerade wohl.
Da sah sie auf einmal Layla auf sich zukommen, die ebenfalls so ein prachtvolles Gewandt trug, genau wie Joy, die hinter ihr her kam.
„Joy!“, rief Carina überrascht. Sie wollten schon anfangen Neuigkeiten auszutauschen, als ein junger Trainer genervt rief: „Los, jetzt aber weiter mit den Bogen schiessen!“.
Frau Meier seufzte genervt. Sie war doch eigentlich Lehrerin nicht diese komischen Trainer. Sie hielt es nicht mehr länger aus, so rumkommandiert zu werden. „Wer ist hier eigentlich Lehrer? Ich oder diese komischen Damen und Herren?“, stiess sie schliesslich gereizt hervor.
Da fuhr Laura gekontert dazwischen: „Wer kann besser Bogenschiessen und Kämpfen? Ich oder du?“.
Das Duzen liess sich die Lehrerin natürlich nicht gefallen. „Du darfst mich nicht duzen!“, brauste sie auf.
Da erwiderte Laura kühl: „Du mich auch nicht“. „Meine Mom ist schliesslich Königin und du nur eine Lehrerin in der echten Welt. Hier nämlich bist du nur Schülerin“, stimmte Laura ihrer Mutter zu. Frau Meier zog empört die Luft ein, konnte sich aber gerade noch beherrschen.
Da fuhr Jessica dazwischen: „Wenn ihr so gut schiessen und reiten könnt, dann zeigt es uns doch!“. Adriana, Corinne und Vanessa nickten zustimmend. Sie konnten nämlich auch reiten.
„Na guuuut, wenn ihr unbedingt wollt!“, erwiderte Laura ruhig.
Laura liess Shira auf die Zielscheiben zugaloppieren und schoss sofort einen Pfeil aus dem vollen Gallopp ab. Erstaunt blickten alle, Schüler wie Lehrer, auf die Puppe, wo jetzt ein Pfeil im Apfel steckte.
Die Anderen konnten sich fast nicht mehr aus dem Staunen herausholen, als plötzlich ein Dolch den Apfel sauber in der Mitte halbierte. Erschrocken schrien Jessica, Frau Meier, Adriana, Corinne und Vanessa auf. Dann drehten alle ihre Köpfe in die Richtung, aus der der Dolch gekommen war.
Sofort sprang Laura ab zog ihre beiden Schwerter und startete einen Angriff auf Miriam. Die zog in einer fliessenden Bewegung ihre Schwerter und parierte den Angriff erfolgreich. Augenblicklich folgte eine Serie komplizierter Schläge. Es sah aus, als ob die beiden in einen tiefen Tanz versunken waren. Gerade als sie ein WoW hörte, setzte sie zu einer komplizierten Schlagfolge an und Miriam parierte sie gerade noch mit knapper Not. Nun setzte Laura zum letzten Streich an und entwaffnete ihre Tochter. Die Trainer pfiffen und klatschten, und die Wachen jubelten sofort mit.
Laura wandte sich wieder zu den Schülern und sah sie fragend an.
Bevor sie etwas erwidern konnten, kam Sara zu Laura geflogen, flüsterte etwas in einer unverständlichen Sprache mit ihr und ging dann auf Carina zu.
Sie verkündete: „Jetzt ist es Zeit für eine kurze Kampfstunde bei mir!“. Carina blickte sie fragend an. Layla, die neben Carina stand, blickte Sara bewundernd an und fragte dann neugierig: „Wieso eine Stunde bei dir? Sie kann doch auch bei uns Lernen“. Laura antwortete an Saras Stelle: „Alle, die in der 1.Gruppe aufgerufen wurden, haben jetzt eine Lektion bei Sara und mir“.
Lauras Tochter Laura meinte dann: „Sara wird die Hälfte einer Gruppe unterrichten und meine Mutter nimmt die andere Hälfte“.
Danach begann wieder eine Namensaufzählung. Bei Laura waren: Layla, Frau Meier, Herr Fischer, Frau Girsberger, Herr Birer, Herr Schönenberger, Mirjam Trottmann, Herr Diethelm, Shaheera Bachmann, Robin Rüttimann und Pedro Hochnäsig. Bei Sara waren: Carina und der Rest.



Training bei Laura

Die Leute aus der ersten Gruppe entfernten sich von den restlichen Schülern und Lehrern. Sie wurden durch Gänge und Türen geführt, bis sie auf einer schönen Wiese standen. Das Gras war saftig grün und in einiger Entfernung grasten viele schöne Pferde. Man sah nicht auf den ersten Blick, dass das Einhörner waren. Die Wiese war aber nicht eingezäunt, so dass die Einhörner frei herumlaufen konnten.
Laura stiess einen kurzen, lauten Pfiff aus und schon setzten sich alle diese Einhörner in Bewegung. Als sie näher kamen, bemerkten die Schüler und Lehrer, dass es Einhörner waren. Laura lief auf die Herde zu und rief: „Sier Wiera!“ Die Schüler und Lehrer verstanden zwar nichts, glaubten aber, dass das zweite Wort ein Name war.
Eine bildhübsche Einhornstute löste sich von der Spitze der Herde und kam auf Laura zu mit hoher Geschwindigkeit. Laura lächelte nur und dachte sich dabei: „Sie wird immer schöner und schneller“. Diese Einhornstute legte vor Laura einen Vollstopp hin und wieherte erfreut: „Laura!“. Laura sagte nichts, streichelte aber über ihre Nüstern. Inzwischen war auch der Rest der Herde bei Laura angekommen.
Ein schwarzer Hengst meinte enttäuscht: „Sind das schon alle?“.
Laura gab ihm lachend zur Antwort: „Na Rih, hast du denn mehr erwartet, die du abwerfen kannst?“.
„Na ja, ein bisschen mehr hätten es schon sein können“, antwortete er bissig.
Da schaltete sich die Einhornstute ein: „Teilst du uns jetzt zu, welcher Schüler wen bekommt?“.
Rih erkundigte sich übereifrig: „Welches Produkt hast du denn mir zu bieten?“.
Laura lachte kurz und erklärte dann: „Na, ein Produkt, dass ein sehr guter Reiter in der echten Welt ist“.
„Hier wird es bestimmt nicht mehr so gut reiten!“, erwiderte Rih hochnässig. Adriana hatte bereits begehrliche Blicke auf Rih geworfen, die Laura nicht entgangen waren. Sie tat der Schülerin den Gefallen und antwortete Rih: „Adriana soll dich reiten“.
Adriana hatte das schon mitbekommen und ging auf die Herde zu. Dabei betrachtete sie aber nur Rih, die anderen waren ihr herzlich egal.
Rih sah sie enttäuscht an und warf Laura einen fassungslosen Blick zu: „Was? Eine Blondine, die kann sowieso nicht reiten und ausserdem bin ich schwarz, das passt nicht zusammen!“.
Adriana hatte das schon verstanden und zog empört die Luft ein. „Also, so ein freches Pferd!“. Auf einmal stand Sara wie aus dem nichts neben ihr.
„Wow!“, entfuhr es Adriana, „wie machst du das immer?“.
„Das nennt man Teleportation! Und ja, Rih ist ein freches Einhorn und ausserdem der Vater von Sanfte Winde“, erklärte Sara schmunzelnd.
Rih meinte empört: „Ich bin nicht frech! Das sind Manieren“. Sanfte Winde begann lauthals loszulachen und kurz darauf stimmte Laura, die neben ihr stand ebenfalls mit ein.
„Jetzt aber endlich zur Einteilung mit den Einhörnern!“, drängte Sara ihre Freundin Laura. Laura hatte sich ein bisschen beruhigt und begann mit der Einteilung: „Pedro Hochnäsig bekommt Rah, Jessica Spitzhacke bekommt Perle, Frau Meier bekommt Reh, Herr Fischer wird Roh reiten, Herr Birer kann Ruh reiten, Frau Girsberger soll Diamant reiten, Frau Trottmann bekommt Kristall, Herr Schönenberger reitet Rubin, Herr Diethelm wird mit Smaragd zurechtkommen müssen, Corinne Rötlisberger reitet Saphir, Vanessa Bächli bekommt Silberstern, Semir Gerkan wird mit Regenbogen auskommen müssen, Layla soll Speedy reiten, Joy bekommt Svala. Carina, du wirst Bella reiten. Ach ja! Es hat darunter auch ein paar Frechdachse darunter. Bei denen ist wohl oder übel Rih der Vater! Die haben bloss seine Frechheiten vererbt!“.
Laylas Augen weiteten sich, als plötzlich Speedy zu ihr geführt wurde. „Hey, wie kommst du denn hier her, mein Liebling!“, entfuhr es ihr. Der braune Isländer begrüsste sie ebenso freudig und meinte frech: „Na und? Hast du was dagegen, dass ich hier bin?“.
Layla klappte die Kinnlade runter. „Du kannst ja sprechen“, entfuhr es ihr.
„Na ja, nur mit Lauras Hilfe“, gab Speedy kleinlaut zu.
Bevor sie weiter reden konnten, rief Laura: „Los, alle aufsitzen und wer`s nicht kann, der lernt es halt!“. Sara holte ihre Gruppe näher zu sich und gab Laura zu verstehen, dass sie jetzt mit ihrer Gruppe zum anderen Trainingsbereich ginge. Dann ritten die Schüler auf ihren Einhörnern hinter Sara her. Alle ausser Carina. Sie sollte doch Bella reiten, aber dieses Pferd hatte sie nirgends gesehen. Also eilte sie zu Sara und fragte: „Wo ist Bella denn?“.
Sara antwortete, wie immer geheimnisvoll: „Das wirst du gleich sehen“.
Kurz darauf kamen sie auf dem anderen Trainingsbereich an. Carina erkannte von weitem, dass da noch ein Pferd stand. Es schien schon auf sie gewartet zu haben. Denn es trabte gleich auf sie zu. Es war eine wunderschöne weisse Stute, mit Blumen in der Mähne und ihre saphirblauen Augen funkelten erfreut.
„Sara, endlich! Ich dachte schon, du kommst gar nicht mehr“, sprach das Pferd, als es bei Sara stand. Carina betrachtete es fasziniert.
Sara sah Carina lächelnd an. „ Carina, darf ich euch bekannt machen? Das ist Bella, sie ist eigentlich mein Pferd, aber da du bald in meine Fussstapfen trittst, sollst du sie bekommen“, stellte Sara das Pferd vor.
„Schön dich kennenzulernen“, meinte Bella und verneigte den Kopf vor Carina.
„Die Ehre ist ganz meinerseits“, erwiderte Carina verträumt. Sie hatte noch nie ein so schönes Pferd gesehen, ausser den Einhörnern von Laura natürlich. In der Zwischenzeit hatte Laura zwei weitere Einhörner hergeholt. Sie meinte zu den Schülern:,, Ihr werdet lernen müssen, die Einhörner ohne Sattel zu reiten.“ Sie machte eine Pause und fuhr dann fort:,, Die Zügel werden euch nicht viel nützen, da alle Einhörner auf eure Stimmkomandos hören werden. Die Zügel sind nur zum Festhalten, wenn eines der Einhörner erschrickt und losgallopiert oder bei sonstigem Galopp, ausserdem zeigt ihr den Einhörnern damit, wenn ihr abfliegen möchtet!“
Rih regte sich dabei auf und rief:,, Also bitte, ich brauche keine Stimmkomandos! Wenn mich jemand reitet, muss er nur sagen wohin er will und ich bringe ihn sofort hin.“
Sofort lachten alle Einhörner los. Das war wieder einmal typisch Rih, immer regte er sich über etwas auf, wenn er ausrief. Diesmal war es nur, weil Laura ihm ein blondes Mädchen zugeteilt hatte. „Da hast du ursprünglich schon Recht, Rih! Aber du musst dich deswegen nicht aufregen. Ausserdem wirst du dich in einigen Monaten nach Mittelerde begeben müssen. Ich habe einen Auftrag für dich!“
„Olé, olé, olé, olé, olé, Optimismus, Realismus, das ist für mich Okee!“ rief Rih begeistert aus.
„Ich bin noch nicht fertig, Rih!“ mahnte Laura das Einhorn. Rih war sofort mucksmäuschenstill. „Du wirst bis dahin immer für den Unterricht zur Verfügung stehen! Verstanden?“
„Ja, Laura!“ gab er kleinlaut bei.
„Gut, dann wäre das ja geklärt! Aber zurück zum Reiten oder auch teils fliegen. Als erstes, müsst ihr aufsteigen oder euch aufschwingen. Wer es nicht kann, der ruft bitte“, sagte Laura zufrieden.
Sofort probierten sie es alle. Der grösste Teil schaffte es wie zu erwarten nicht. Es hatten sich gerade mal vier heraufschwingen können. Es waren Laura die Flinke und Laura die Schlaue, die es schon ohnehin konnten. Die zwei anderen waren Layla und Joy. Mirjam war nicht mit von der Partie, da sie sich auf ihre Abschlussprüfung im Diamantenschmieden vorbereiten musste. Sie hatte nämlich heute die Prüfung. Laura und ihre Tochter sprangen seufzend wieder ab. Sie gingen als erste zu den Anfängern und halfen ihnen mit der Räuberleiter hinauf. Danach gingen sie zu den etwas erfahrenen Reitern. Laura fragte:,, Hattet ihr Voltigieren?“ Als alle verneinten, seufzte sie noch einmals und half auch ihnen herauf. Nur Rih machte wieder mal Kapriolen. Ständig legte er sich hin und weigerte sich aufzustehen.
Laura schüttelte einfach den Kopf und murmelte:,, Ich hab’s geahnt!“
Als er es 50 Mal getan hatte, riss ihr Geduldsfaden endgültig:,, Rih, wenn du nicht sofort aufstehst, kannst du Mittelerde vorerst einmal vergessen.“ Sofort stand Rih auf und blieb dort bockstill stehen. –„ Na bitte, geht doch!“ meinte Laura zufrieden.
„Jetzt darfst du sie von mir aus abwerfen, aber erst wenn ich mit dem Unterricht fertig bin.“
Rih schmollte deswegen sofort weiter.
Laura lachte los, als sie seine beleidigte Miene sah.
„Was ist denn wieder sooo lustig?“ fragte er sehr sauer auf Laura.
„Das war doch nur ein Scherz Rih! Du darfst jeden abwerfen, der dir nicht gefällt.“ Erklärte Laura immer noch lachend. „Warte aber trotzdem noch damit, bis wir mit dem Trab beginnen.“
„Jou, “ rief Rih erfreut aus, „du bist die Beste!“
Damit war das Gespräch zwischen den beiden beendet. Nun erklärte Laura jedem die richtige Haltung auf einem Einhorn. Als sie alles gesagt hatte, rief sie: „Und jetzt dürft ihr zeigen, wie gut ihr schon reiten könnt! Es ist ein sehr wichtiger Punkt im Kampf gegen eine andere Person!“
Sofort sprang ihre Tochter Laura ab und führte die zwei Einhörner weg, die für ihre Mutter und sich gedacht waren. Auch Laura, die Mutter von Laura war abgesprungen. Die zwei Einhörner, die ihre Tochter weggeführt hatte, fingen in einiger Entfernung zu grasen an.
„Als erstes bitte Mirjam Trottmann, danach kommt jeder in zufälliger Reihenfolge dran. Aber die die es schon können, sollen sich nicht aufspielen, die Einhörner zu reiten, ist nicht einfach!“ mahnte Laura die Schüler und Lehrer. Sofort probierte es die erste im Schritt.
„Aufrecht sitzen! Ich habe es schon am Anfang gesagt, dass man aufrecht hinsitzen sollte!“ riet Laura gleich bei den ersten Schritten des Einhorns. Sofort probierte sie es.
Nun waren schon alle bis auf Rih fertig. Jetzt kam er dran. „Zuerst im Schritt, danach im Trab und als letztes im Galopp!“ gab Laura als Anweisung.
Im Schritt blieb Rih ruhig. Als Laura damit zufrieden war, liess sie Adriana antraben. Sofort bockte er und gleich war sie auf dem Boden gelandet.
Laura grinste und fing Rih lachend ein.
„Du Lausebengel! Jetzt lässt du sie traben, und im Galopp darfst du sie wieder abwerfen“ flüsterte sie ihm zu. Rih nickte zur Bestätigung. Sie liess Rih wieder zu Adriana gehen. Sie half ihr wieder beim Aufsitzen und danach liess sie sie sofort antraben. Laura und Rih hatten das mit Absicht getan, da Rih von Adriana gehört hatte und ihr unbedingt eine Lektion erteilen wollte. Ausserdem hasste er Blondinen über alles.
„Da reitet ja ein Kartoffelsack besser auf einem Einhorn als du!“, war Lauras erste Bemerkung. Rih’s Trab war sehr holprig, was er aber mit Absicht tat. Er wollte lieber Elysion haben, er war Lauras Bruder. Oh, entschuldige! Es war ja sogar ihr Drillingsbruder. Aber jetzt Ende der Diskussion!
„Rih, ich weiss, dass dein Trab sonst nicht so holprig ist, also benimm dich anständig!“, rief Laura aus. Sofort ging er nicht so schlimm, wie er es vorhin gemacht hatte.
„So ist es gut, jetzt ist es viel besser als vorhin!“, lobte sie Adriana. Sie nickte Adriana zu und Rih begann anzugaloppieren. Er machte fünfzehn Schritte, danach warf er sie wieder ab.
„Ich glaube du brauchst ein anderes Einhorn, Rih mag dich nicht!“, bemerkte Laura grinsend.
Rih meinte frech: „Ja, das glaube ich auch! Sie fällt viel zu schnell runter! Ausserdem bekomme ich fast keine Luft beim Traben, sie drückt mir viel zu stark die Lungen zu!“. Mit dieser Bemerkung stiess er sich mit hochgehaltenen Nüstern ab und flog davon.
„Typisch Rih, “ meinte Laura seufzend „Er duldet nur diejenigen, die ihm passen! Ansonsten wirft er jeden ab, der ihn reiten will!“
„Wen soll ich denn dann jetzt reiten?“, fragte Adriana verzweifelt.
„Wir finden schon ein anderes Einhorn! Ich habe schliesslich genug Einhörner als Freunde!“, tröstete Laura sie.
An ihre Tochter Laura gewandt meinte sie: „Bring Tauperle her, sie ist sanft und gutmütig zu ihren Reitern.“
Ihre Tochter nickte, stiess sich ab und flog zu den zwei Einhörnern, die am Anfang des Trainings weg geschickt worden waren. Sie brachte eines der Einhörner zurück und übergab es Adriana.
„Hat Rih wieder rumgetobt?“ fragte das Einhorn seufzend. Sie war noch schöner als Shira.
„Oh ja, Aber du kennst ihn ja! Er kann blonde Haare nicht ausstehen!“, erwiderte Laura seufzend.
Tauperle ging hin, legte sich hin und meinte:,, Steig ruhig auf! Ich werde mit dir aufstehen.“ Adriana tat es und Tauperle stand vorsichtig auf, damit sie nicht herunter fiel. Sie galoppierte an und es sah wunderschön aus. Laura nickte und Tauperle verfiel wieder in Schritt.
„Das sollte fürs Erste genügen!“ sagte Laura zufrieden. „Ihr dürft wieder zurück! Bald gibt es etwas zu essen!“
Im gleichen Augenblick kamen auch schon Sara und ihre Gruppe.
„Wie ist es gelaufen?“ fragte Laura grinsend.
„Einige sind heruntergefallen, aber sonst ist es katastrophal gelaufen und wie lief es bei dir?“, fragte Sara neugierig zurück.
„Nicht besser als bei dir, und heruntergefallen ist nur Adriana! Das aber nur weil Rih wieder herumgezickt hat!“, gab Laura augenrollend zurück. Sara lachte lauthals los: „Das ist doch wieder typisch Rih! Nur Unsinn im Kopf!“.
Auch Laura nickte leicht mit dem Kopf. Als sie fertig gelacht hatten, gab Laura den Einhörnern mit einem Wink zu verstehen, dass sie gehen konnten. Sofort verschwand die gesamte Herde im Gallop und begann dann in einer gewissen Entfernung zu grasen.
Den Schülern gab sie ebenfalls mit einer Geste zu verstehen, dass sie ihr folgen sollten. Wieder gingen sie durch Gänge und Türme, bis sie schliesslich auf dem Trainingsplatz kamen. Dort waren alle Geräte weggeräumt und stattdessen standen Reihen von Tischen, die gedeckt waren dort. Einige Elfen deckten gerade den letzten Tisch, der auf der Plattform stand. Am Kopfende stand ein Sessel, der anders als die anderen aussah. Er hatte Polster und eine Elfe stand mit geschlossenen Augen dort.
„Ihr dürft euch unterhalb der Plattform einen Platz aussuchen! Aber zuerst werdet ihr euch fürs Essen umziehen! Carina, du wirst auf dem Podium der Estrade neben Sara essen, aber zuerst wirst du dich ebenfalls umziehen!“. Befahl Laura gebieterisch. Sie wandte sich ab und ging wieder weg. Ihre Tochter folgte ihr.
Sofort kamen einige Elfen und sagten: „Folgt uns bitte!“



Essen am Hof der Königin Narnias

Sara hielt Joy, Carina und Layla zurück und sagte:,, Für euch liegen andere Gewänder bereit, da ihr alle bei mir essen werdet. Ich sitze gewöhnlich neben Laura, aber in den nächsten Tagen werde ich neben euch sitzen. Jetzt könnt ihr mir bitte ebenfalls folgen!“. Nach diesen Worten ging sie auf die Mauer zu und öffnete eine in der Mauer verborgene Tür. Als Joy drinnen war liess Sara sie offen stehen und führte sie in ein Zimmer. Sie nahm ein Gewand und sah es sich an. Eine Weile starrte sie es prüfend an und nickte zufrieden. Sie gab es Layla und nahm ein Armband vom Tisch. Sie reichte es zusammen mit einer Kette ebenfalls Layla. Sie ging zum nächsten Tisch und nahm auch ein Gewand weg und übergab es Joy. Diesmal suchte sie etwas länger nach einer Kette und einem Armband.
Sie wandte sich zu Carina und sagte: „Du wirst wieder das weisse Kleid anziehen. Es sollte ursprünglich hier sein. Ah da ist es ja“. Sie zeigte auf ein weisses Kleid, dass auf dem Tisch lag. „Dort hinten sind Umkleidekabinen“, fügte sie noch hinzu.
Sie zeigte auf eine Tür und setzte sich auf einen Stuhl. Sofort eilten die drei darauf zu und machten die Kabinen auf. Sie gingen hinein und schlossen die Türen hinter sich. Gerade als die Türen hinter den drei zu waren, kam Laura hinein und fragte Sara: „Haben sie alles?“
Laura hatte ein dunkelblaues Kleid an, das auf der Seite mit Silberfäden ein Muster aufgestickt hatte. Weiter trug sie ein Diadem der silberfunkelnde Sterne hatte. Dies war natürlich der Diadem des Oberhauptes der Siltarunas. Dazu trug sie ein Diamantenkollier und Armbänder aus Elfenseide. Selbst die Flügel waren nicht mehr die gleichen. Sie hatten die Farbe von einem grünblauen Türkis. Der Umhang war blau und hatte hinten drei Sterne aufgenäht. Einer war Silber, der zweite Gold und der letzte war aus blauen und schwarzen Fäden gestickt.

„Ja, sie haben alles“, antwortete Sara ruhig.
Laura nickte zufrieden. Die Umkleidekabinen schlossen sich auf. Die drei Mädchen traten heraus. Carina hatte wieder das Aussehen der Göttin der Pferde. Joy hatte ein rotes Kleid, das mit einer Schleppe versehen war. Sie trug einen Armreif der nur aus blauen Saphiren bestand. Die Kette war aus einem schlichten Band, das ein roter Saphir als Anhänger hatte. Layla hatte ein violettes Gewand, das mit einem Umhang ausgestattet war. Es waren vierzig Saphire eingenäht. Die Kette bestand ebenfalls aus einem schlichten Band und einem blauen Saphir. Nur das Armband war anders. Es bestand aus einem Stoffstreifen und einem eingenähten Diamant.
Alle Kleider, die Edelsteine eingenäht hatten, waren von Miriam gemacht worden, da das auch zum Beruf Diamantenschleifen dazugehörte. So brachte sie immer wieder alle Leute ins Staunen, denn sie war darin sehr geschickt.
Laura sah sie mit einem prüfenden Blick an und nickte zufrieden. Sie machte mit einer Handbewegung klar, dass sie ihr folgen sollten. Sie traten auf den Platz. Dort waren alle Krieger, Kämpfer, Schüler, Lehrer und Einhörner versammelt. Wieder erkannten die Schüler und Lehrer Laura nicht. Alle dachten, dass sie eine hohe Persönlichkeit wäre, die Laura besuchte. Laura sah hoheitsvoll in die Runde und ging auf die Plattform zu. Sara folgte ihr mit den drei Mädchen. Dabei achtete sie darauf, dass sie nicht auf die Schleppe von Lauras Kleid trat. Am Kopfende des Tisches waren noch fünf Plätze frei. Der eine war der bequeme Sessel. Die Elfe stand immer noch mit geschlossenen Augen da. Als die Schritte auf sie zukamen, zog sie den Stuhl vom Tisch weg. Sofort wurden alle anderen Stühle ebenfalls nach hinten gezogen. Laura nickte und setzte sich hin. Die Elfe schob den Stuhl wieder an den Tisch. Sofort setzten sich alle ebenfalls hin. Sara sass direkt links von Laura. Neben sie kam Carina. Layla sass zwischen Carina und Joy.
Da sagte Laura etwas, was Carina und die Schüler und Lehrer nicht verstanden: „Es alfir nor delkeranor isela!“.
Im gleichen Augenblick strömten mehrere Elfen mit Platten Essen aus einem Tor. Die Elfin hinter Lauras Stuhl stand immer noch dort, wo sie schon vorhin gestanden hatte, diesmal hatte sie aber ihre Augen offen. Laura befahl ihr: „Ich kann mir selber nehmen, was ich brauche Seriala! Schick mir aber noch meine Leibwache her, bevor du dich zurückziehst. Du darfst dich jetzt zurückziehen und auch essen gehen.“
„Wie Ihr wünscht Laura!“, sagte sie mit leicht geneigtem Kopf. Sie zog ihre Hand zu ihrer Schulter und führte sie weg und wieder zu ihrer Schulter zurück. Dabei sagte sie: „Ataee Laura!“. Laura machte dieselbe Geste und sagte ebenfalls: „Ataee Seriala!“. Die Elfe wandte sich ab und flog weg. Als sie den fragenden Blick von Carina, Joy und Layla sah, sagte sie einfach: „Verabschiedung und Begrüssung unter den Elfen.“ Bevor Carina weiterfragen konnte, standen vier Elfen neben ihr. Sie sagten und taten dasselbe wie die Elfe vorhin und Laura erwiderte den Gruss ebenfalls.
„Ihr habt uns rufen lassen, Laura?“, fragte die vorderste Kämpferin.
„Ja, hab ich, es ist aber nicht wegen mir oder meiner Familie, ich brauche euch wegen einer neuen Idee. Ihr sollt meine Doppelgängerin in Wildhaus benachrichtigen! Es ist wieder Zeit, dass wir frische Kräfte haben“, gab sie als Antwort.
Die Kämpfer nickten und fragten: „Wo werden wir sie treffen?“
„Ihr werdet sie morgen unterstützen und sofort zu den anderen Neulingen zuteilen!“, antwortete Laura ruhig.
„Wie viele gebt ihr uns mit?“, fragte deren Anführerin.
„Nennt mir eine Zahl und ich werde sie euch geben“, gab Laura wieder zur Antwort. Sie überlegte: „Hm, ich denke 500'000 sollten genügen!“
„In Ordnung, ihr werdet in der Pause angreifen und sie herbringen. Geht noch zu Mirjam, wenn sie zurück ist, und lasst euch die Truppen geben. Ach ja, bevor ich’s vergesse! Ihr werdet erst morgen angreifen. Das ungefähr so in der zehn Uhr Pause!“.
Die Anführerin der Wache nickte und grüsste noch einmals. Auch Laura grüsste und die Elfen gingen zu einer Elfin nahe am Fussende des Tisches. Laura atmete auf und sagte: „Jetzt wird erst mal gegessen, bevor es am Nachmittag weitergeht“. Sofort kam eine Elfe mit einer Platte an den Tisch geeilt und fragte, was sie essen wolle.
„Nur etwas Kleines, nichts Grossartiges, am besten Bohnen mit Speck und Vildenbeerensaft zum Trinken!“, meinte Laura ungerührt. Zu den vier gewandt sagte sie: „Ihr dürft etwas auswählen, was ihr wollt.“
Sara sagte: „Mir bitte Bananen, Vildenbeeren, Sildarkräuter und ebenfalls Vildenbeerensaft.“
„Was gibt es denn so für Sachen?“, fragte Layla neugierig.
„Was du am liebsten hast“, erwiderte Laura schulterzuckend.
„Gut, dann nehme ich ein wenig Schinken, Reis, Ananas und wie nennst du diesen Saft?“, fragte Layla.
„Gut, und ihr nehmt was?“, fragte die Elfe Carina und Joy.
„Wenn es geht bitte Spinat, Wurst und auch diesen Saft, den die anderen nehmen.“ sagte Joy zielbewusst.
Bei der Erwähnung von Spinat verzog Laura ihr Gesicht. Igitt, sie hasste Spinat über alles.
Carina überlegte einen Moment, dann meinte sie: „Für mich bitte Früchte und auch Vildenbeerensaft.“
Die Elfe nickte, winkte einige andere Elfen mit Platten her und sie nahm etwas von ihrer Platte und stellte es vor Laura hin. Diese nickte und sagte: „Serel iren!“. Die Elfe nickte und ging weiter. Die anderen Elfen kamen auch zum Tisch und stellten jedem das gewünschte vor die Nase hin. „Wo bleibt der Vildenbeerensaft?“, fragte Laura ungeduldig.
Die letzte Elfe kam und stellte allen einen Becher auf den Tisch. Sie seufzte zufrieden und begann zu essen.

Nachmittagsunterricht und Lauras turbulente Audienzen

Nun waren alle fertig. Laura erhob sich und ihre Wache trat neben sie. „Begleitet mich zu meinen Audienzen!“, befahl sie den Wachen. Sie stiess sich ab und flog durch eines der zahlreichen Toren weg.
Die vier Wachen folgten ihr in hoher Geschwindigkeit hinterher. Sofort rief eine der Krieger: „Ihr dürft euch alle noch einmals umziehen! Ihre Hoheit Laura die Flinke ist im Moment abwesend, aber das macht nichts aus“.
Sofort erhoben sich alle und folgten einer Elfe, die Laura verflixt ähnlich sah, nur mit dem Unterschied, dass sie haselnussbraune Haare hatte.
„Ihr drei dürft wieder mit mir kommen!“, sagte Sara.
Sie ging wieder zu derselben Pforte. Drinnen angekommen, ging Sara zu einem anderen Tisch und nahm Felllederhosen und ein Oberteil für Layla weg. Sie übergab die Kleider und ging zu einem anderen Tisch. Dort nahm sie zwei Felllederhosen weg und überreichte sie Carina und Joy. Sie holte noch zusätzlich zwei Oberteile und drei Umhänge hervor, die sie an Carina, Layla und Joy weiterreichte.
Während die drei sich umzogen, sass Laura auf einem Thron, der aus Nerbenholz war. Er war mit sehr kunstvollen Mustern verziert, die nur wenige Elfen deuten konnten. Laura trug ein feuerrotes Gewand, das mit einem einzigen roten Diamanten verziert war. Neben ihr hing eine Flagge, mit dem gleichen Muster aus Lauras Umhang versehen war. Der Unterschied zwischen den beiden Wappen bestand darin, dass der Hintergrund auf der Flagge nicht blau, sondern violett war. Vor ihr stand eine Elfe, die den Kopf tief geneigt hielt.
„Erhebt euch Selana! Tragt mir euer Anliegen vor“, forderte Laura mit sanfter Stimme die Elfe auf. Die Elfe stand auf und sagte zu Laura: „Vor einigen Monaten wurde die Fort bei Schloss Seldor angegriffen! Wir wollten Euch schon vor einem Monat um Hilfe bitten, aber bis ich an die Reihe kam, war eben dieser Monat verstrichen. Freunde aus dem Fort haben mich mit Neuigkeiten versorgt und wir haben nur noch wenige Kämpfer! Helft uns! Wir sind beinahe am Ende, ansonsten fällt die Fort in die Hände des Bösen!“.
Laura überlegte eine Weile und schnippte dann mit dem Finger. Sofort kam eine Elfe herbeigeeilt.
„Ja euer Hoheit? Muss ich Euch eine der Anführerinnen der Kämpfer bringen? Soll sie sofort eine Armee bereitstellen?“, erkundigte die Elfe sofort.
Laura nickte und die Elfe flog schnell weg. Zu Selana gewandt erklärte sie: „Ich werde eine Armee von 100'000 Schützen und Schwertkämpfer zur Verfügung stellen! Reicht das nicht, komme ich selber und bringe die gesamte Armee mit!“.
„Ich danke Euch!“, rief Selana erfreut aus, verneigte sich und eilte fort.
„Wer ist die oder der Nächste?“, fragte Laura streng.
„Lelana aus Eluandrien bittet um Hilfe, für ihre Kinder, weil sie Halbelfen sind und von der Armee nicht aufgenommen werden!“, kündigte Lauras Herold an.
Laura nickte und die Genannte wurde nach vorne gebeten.
Lelana sagte: „Ich bitte nicht für mich, sondern für meine Kinder! Sie wollen als Leibwache der Königin Eluandors dienen und werden nicht angenommen! Das aber nur, weil sie Halbelfen sind und es der Tochter der Königin nicht gefällt. Sie bestimmt nämlich, wer ihre Mutter bewachen darf und wer nicht! Dabei ist sie doch auch eine Halbelfe!“.
Laura nickte verständnisvoll und antwortete: „Ich weiss von der Abneigung meiner Grossneffin gegenüber den Halbelfen! Daran kann ich leider nichts ändern, aber ich kann euren Kindern ein Angebot machen! Wenn sie wollen, dürfen sie in meiner Armee mitkämpfen und gleichzeitig als Leibwache von Karin, meiner Tochter tätig sein! Wenn ihnen das gefällt, sollen sie sich morgen bei Aldenana melden! Sie ist die Anführerin der Leibwachen meiner Tochter. Ansonsten kann ich leider auch nicht helfen!“.
Lelana kniete sich dankbar nieder und verabschiedete sich von Laura.
„Dies war die letzte Bittstellerin, es gibt keine mehr! Ihr dürft euch zurückziehen!“, erklärte Lauras Herold, eine blonde Elfe, die sonst immer ruhig war.
Laura nickte, stand auf, murmelte einige Worte und schon war sie verschwunden.
In der Zwischenzeit waren die Schüler und Lehrer in ein Zimmer geführt worden. Dort wurden die Knaben von den Mädchen getrennt und in unterschiedliche Richtungen geführt.
Sie wurden dieses Mal von Sara durch unzählige Gänge und Zimmer geführt, bis sie schliesslich in eine riesen Halle kamen, in der viele Elfen beschäftigt waren. Sara wollte schon erklären wo sie waren als ein erfreuter Ruf ertönte und eine Elfe in einem blauen Gewand herbeigeeilt kam. „Seid gegrüsst Sara! Ich sehe, ihr bringt die ganze Schar der Schülerinnen und Lehrerinnen mit!“, stellte die Elfe freundlich fest.
„Da habt Ihr Recht, Karin Siltaruna! Aber im Auftrag Lauras, Eurer Mutter, muss ich sie Euch übergeben, damit Ihr sie unterrichtet! Nur die drei, werden vom Unterricht abgesondert!“, erklärte Sara der Elfe und zeigte auf Carina, Joy und Layla.
Nun erkannte Carina sie wieder! Es war dieselbe Elfe, die sie zusammen mit Laura vom Schulareal weggeholt hatte! Bevor Carina aber weiter nachdenken konnte, nahm Sara sie beim Arm und führte sie wieder aus der grossen Halle.



Unterricht bei Laura

Sie kamen wieder in das Zimmer, wo Carina am Morgen Unterricht gehabt hatte.
„Muss ich wieder zaubern?“, fragte Carina missmutig. Sie wollte sich nur nicht vor ihren Freundinnen blamieren.
„Nee, das haben wir nicht mit euch vor!“, sagte Laura und trat aus einer dunklen Ecke hervor.
„Wo kommst du auf einmal wieder her?“, fragten die drei verblüfft.
„Also ich kann doch wohl durch gewöhnliche Türen gehen! Ausserdem kann ich mich fast ganz unsichtbar machen, wenn ich im Schatten stehe!“, gab Laura augenrollend zur Antwort. Die drei nickten nur, denn im gleichen Augenblick öffnete sich die Tür noch einmals und Mirjam kam herein.
„Ah da steckst du Mirjam! Ich habe schon nach dir rufen wollen, aber das ist ja nun nicht mehr nötig!“, sagte Laura. Mirjam sah sie lächelnd an und nickte.
„Warum hast du uns von den anderen getrennt?“, fragte Layla, die sehr neugierig war.
„Ihr habt einen besonderen Auftrag! Bald und das wirklich sehr bald! Wird es Schlachten geben, in denen ihr Befehle erteilen können müsst. Meist erhaltet ihr sie direkt von der Heeresführerin, aber zwischendurch werdet ihr auch einige Befehle von mir erhalten! Ihr drei werdet zu Offizierinnen ausgebildet werden!“, erklärte Laura ihnen ausführlich.
„Wir zwei werden sehr bald nicht mehr hier sein und bis dahin müssen wir euch alles beibringen, was ihr Wissen müsst. Das heisst, ihr werdet Schlachtformen kennen lernen und noch vieles mehr! Ihr werdet es aber nicht mit den Schülern und Lehrern üben müssen, das ist noch ein wenig zu früh. Daher musstet ihr bei meiner Mutter am Tisch auf der Plattform essen! Das Kämpfen werdet ihr natürlich noch lernen, aber ihr werdet es schneller hinbekommen als die anderen!“, fügte Mirjam lächelnd hinzu und fuhr fort. „Euer Unterricht ist natürlich etwas strenger als der der anderen! Daher haben wir das angeordnet, dass ihr bei einer erfahrenen Offizierin Unterricht erhaltet!
„Moment mal, darüber hast du mich nicht informiert!“, mischte sich Sara ein.
„Ich wollte nicht, dass du es zu früh erfährst und alles ausplauderst!“, erklärte Laura verlegen.
„Das aber nur, weil du zu viel redest!“, fügte Mirjam hinzu, „Du bist ja als Plaudertasche bekannt.“
„Oh ich verstehe! Nur deswegen hast du es mir nicht erzählt!“, rief Sara nun bewusst über das Gesagte.
„Gut, da das nun geregelt ist, könnt ihr bitte mitkommen! Die Elfenarmee ist teils schon versammelt! Es ist nur ein Teil der Armee, aber das sollte genügend sein, damit wir mit euch üben können!“, erklärte Laura noch kurz. Sie wandte sich zu der Tür, von der sie gekommen war und führte sie durch einige Innenhöfe. Schliesslich kamen sie zu einem grossen Tor. Das Tor war geschlossen. Die Wächterin sass da und sah Laura fragend an. Sie nickte und die Elfe rief einen kurzen Befehl und schon war das Tor offen. Laura setzte sich wieder in Bewegung und passierte das Tor. Carina, Layla, Joy und Sara folgten ihr. Draussen standen ungefähr 300 Elfen still. Laura rief einen kurzen Befehl und die Elfe an der Seite der Kämpfer löste sich und ging zu Laura. Sie fragte Laura etwas in der Sprache, die Carina und die zwei Freundinnen nicht verstanden. Die Elfe nickte und flog fort.
„So ihr drei, “ meinte Laura zu den drei Freundinnen gewandt. „Ihr werdet mit 100 Kämpferinnen jeweils üben. Ihr erhaltet alle einen Coach, der euch hilft mit dem Befehle austeilen. Mirjam, du kannst Joy helfen, du Sara darfst nun gehen und schick mir bitte noch meine Halbschwester Seoras! Sie wird Layla helfen, während dem ich Carina einiges darüber erkläre und mit ihr einige Manöver ausführe. Ach ja, schick mir bitte sechs Einhörner, die gerade Zeit haben, nimm aber bloss nicht Rih! Der hat schon genug Unsinn angestellt!“, sagte sie diesmal zu Sara.
Sara nickte, stiess sich ab und flog über die Mauer weg. Laura wandte sich wieder zu den drei und zeigte ihnen, was zu tun war. Dann schickte sie Joy zu Mirjam und kümmerte sich nun um Layla und Carina. Nach einer Weile öffnete sich das Tor noch einmals und heraus kam eine andere Elfe mit sechs Einhörnern.
„Atae Seoras!“, rief Laura und führte drei Finger zu der Schulter, dann weg und wieder zurück zur Schulter. Die Elfe erwiderte den Gruss und kam auf die drei zu.
„Hallo Schwesterherz! Du hast mich rufen lassen, also bin ich gekommen! Wer hast du mir von den beiden zugeteilt?“, fragte die Elfe lächelnd
„Du wirst Layla unter dir haben und ich habe Carina unter mich gestellt! Später, wenn sie es ein bisschen besser können, werden sie eine eigene Abteilung befehligen! Es werden sehr viele Elfen drin sein und die andere Hälfte die nicht Elfen sind, werden die Schüler oder Lehrer sein!“, erklärte Laura ihrer Halbschwester.
Seoras nickte und nahm Layla, zwei Einhörner und 100 Kämpfer mit. Laura holte Mirjam mit Gedankenkontakt her, damit auch sie noch zwei Einhörner zu Joy mitnehmen konnte. Die zwei letzten Einhörner trabten auf Laura zu und blinzelten ihr zu. Laura lächelte, bedeutete Carina aufzusteigen, stiess sich ab und schwang sich auf das Einhorn. Sie rief einen kurzen Befehl und schon sprengten die Kämpferinnen Laura und Carina nach.
Carina hing bedenklich schief auf dem Einhorn. Sie war es sich noch nicht gewohnt auf einem Einhorn zu reiten. Laura sass leicht vorgebeugt auf ihrem Einhorn und hatte keine Mühe sich oben zu halten. Sie hatten eine kurze Strecke zurückgelegt und schliesslich verfielen alle in einen scharfen Trab. Da parierte Laura zum Schritt durch und bog ab. Sie hatte aufpassen müssen, dass sie den verschlungenen Weg nicht verpasste. Sie folgten dem Pfad und achteten dabei, dass Carina immer hinter Laura blieb. Ein Stück weiter vorne kam ein Licht in Blick. Laura ritt zielsicher darauf zu und die anderen folgten ihr, immer darauf bedacht, Carina hinter Laura zu behalten. Schliesslich kamen sie unter den Bäumen hervor und eine weite Ebene erstreckte sich vor ihnen. Laura bedeutete Carina zu sich zu kommen.
„Geht es dir?“, fragte sie besorgt.
„Es sollte schon gehen, ich bin mich einfach noch nicht so gewöhnt, auf einem Einhorn zu reiten!“, erwiderte Carina etwas leiser.
„Senan ild!“, sagte Laura zufrieden.
„Häääää?“, fragte Carina verwirrt.
„Ich habe Altelfisch gesprochen, was du noch nicht so gut kennst! Tut mir leid, aber darin wirst du später Unterricht erhalten!“, erklärte Laura lachend.
Sie wurde wieder still und erklärte Carina einige Manöver. Als es langsam dunkel wurde und Carina schon viele Manöver hinter sich hatte, schwangen sich alle auf ihre Einhörner und ritten zurück zum Schloss. Sie standen wieder vor dem Tor. Es war geschlossen und Carina fragte sich schon, wie sie wieder hereinkamen, als Laura die Zügel ihres Einhorns nach vorne schob und ihr Einhorn, dass Sternschimmer hiess, abhob. Carina machte es ihr nach und Tauperle, so hiess das Einhorn auf dem sie ritt, stiess sich vom Boden ab und flog ebenfalls über die Mauer. Die anderen Elfen taten es ihr nach und alle achteten, dass Carina hinter Laura flog.


Neuankömmlinge

Sie waren gerade wieder im Hof gelandet, als eine Elfe auf Laura zugeeilt kam und ihr etwas zuflüsterte. Laura nickte und ging weg. Carina blieb dort stehen und fragte sich gerade, wie es jetzt weitergehen würde, als eine Elfe auf sie zu gerannt kam und ihr anbot: „Ihr dürft mit mir kommen, Carina!“
Carina nickte erleichtert, denn sie konnte sich hier nicht orientieren.
Sie wurde wieder auf den Platz geführt auf dem das Mittagessen stattgefunden hatte. Dort wurde sie von Laura wieder in Empfang genommen und zu der Plattform geführt. Erst dort blickte sie sich um und bemerkte erst jetzt die Menge von Menschen, die sie noch nie gesehen hatte. Wieder rief Karins Stimme vier Namen auf. Es waren: „Andrea Krainer, Gian-Rico Böhi, Andrea Marin und Kurt Grünenfelder bitte vortreten!“.
„Ich habe darauf geachtet, dass diesmal kein Schüler oder Lehrer zurückgeblieben ist!“, erklärte Laura leise zu Carina, als sie deren erstaunten Blick sah. „Sie kommen alle aus Wildhaus, Unterwasser, Alt St. Johann, Stein, Nesslau, Neu St. Johann, Krummenau und ein anderes Dorf noch, wo ich den Namen leider nicht weiss!“.
Carina nickte, sie war froh, dass Laura ihr alles erklärt hatte. Nun musterte Laura die vier Personen, die vorgetreten waren und nickte. Diesmal waren keine anderen Elfen auf der Plattform, aber überall standen Wachen. Da kam plötzlich Mirjam angeflogen. Hinter ihr flog Joy auf einem der Einhörner. Laura lächelte und winkte ihr zu. Mirjam landete elegant auf der Plattform. Das Einhorn landete ebenfalls auf der Plattform und Joy sprang ab.
Laura sagte mit strenger Stimme: „Ich möchte, dass Marianne Marty zu mir auf die Plattform heraufkommt!“
„Seid gegrüsst, eure Hoheit Königin Laura!“, sagte ein Mädchen das aus der Menge hervortrat. Sie sah so aus, als ob es Marianne war
Laura neigte den Kopf und sagte: „Atae Lariana! Lange ist es her, dass ich mit dir gesprochen habe und doch hast du dich nicht verändert! Aber Schwamm drüber! Du wirst dich jetzt umziehen gehen und deinen verdienten Lohn erhalten!“.
Das Mädchen, das allem Anschein nach Lariana hiess, nickte und grüsste sie mit dem gleichen Gruss wie Laura ihn immer benutzte, stiess sich ab und flog zum Erstaunen der anderen weg. Die Schüler und Lehrer der Oberstufe Nesslau starrten sie verblüfft an. Sie hatten die Stimme doch schon gehört, aber warum kannte Marianne dieses Mädchen? Da sagte Andrea überrascht: „Bist du etwa Marianne? Aber das kann nicht sein! Sie wurde ja auch hierher gebracht!“.
Laura runzelte kurz die Stirn und wiegte den Kopf leicht hin und her. Typisch, dass sie nichts verstanden hatten! Wenn sie richtig zugehört hätten, dann wäre es für alle verständlich gewesen!
Laura rief mit schneidender Stimme: „Ich bin Laura, die Königin von Narnia und das Oberhaupt der Siltaruna! Hättet ihr besser zugehört vorhin, wüsstet ihr jetzt, dass es keine Marianne gibt! Das ist bloss ein Deckname, weiter nichts! Ich bin ein Speer der die Nacht durchdringt und das Schwert, das den Tod herbringt! Wer mich noch einmal mit du anspricht, wird mit einem Duell herausgefordert!“. Die Drohung lag in ihrem Gesicht geschrieben. „Wehe ihr macht auch nur einen dummen Witz, dann seid ihr arm dran!“.
„Hey Mam, du hast uns rufen lassen?“, fragten drei Mädchen, die aus dem grossen Tor traten, an dem am meisten Wachen standen.
„Ja ihr drei, ich habe Aufträge für euch!“, seufzte Laura sichtlich erleichtert.
Mit diesen Worten flog sie von der Plattform weg und mit ihr ging auch Mirjam. Da kam Sara auf die drei zu. Layla war auch bei ihr, da sie früher als Carina und Joy fertig gewesen waren.
„Ihr werdet jetzt im Altelfischen unterrichtet!“, verkündete sie zu den dreien. „Allerdings muss ich euren Freunden den Schülern und Lehrern auch Unterricht darin geben!“. Sie bedeutete den drei ihr zu folgen. Wieder wurden sie durch einen Gang geführt.
„Ist heute etwas Spezielles passiert?“, fragte Layla, die immer sehr neugierig war.
„Kann man wohl sagen! Mirjam Trottmann und Fabienne Girsberger und eure Kampfgruppe wurde zur Küchenarbeit verdonnert, weil sie den Befehlen nicht gefolgt haben!“, erklärte Sara schmunzelnd. Die drei lachten lauthals los. Das hatte es noch nie gegeben! Lehrer als Küchenmädchen und Küchenjungen! Das war ja das allerbeste von allem!
Der Rest des Tages war mit Wörtern in der altelfischen Sprache ausgefüllt. Das Abendessen erhielten sie währen dem Unterricht. Nach dem Unterricht wurden Carina und die anderen Schüler und Lehrer in ihre Zimmer geführt.

Lauras Abschied von Eluandor

Diesmal wurde Carina mit einem lauten Knall der Zimmertür geweckt. Erschrocken fuhr sie hoch und langte nach ihrem Dolch, den sie auf das Tischchen neben ihrem Bett gelegt hatte.
Da sagte Lauras Stimme: „Nicht nötig, dass du mich bedrohst, obwohl ich es auch oft mache! Aber nun ist es Zeit für dein Training und am Mittag will ich dich und alle Schüler, Lehrer, Wachen und Offiziere vor dem Tor sehen, da ich mich verabschieden muss, weil ich weggehen muss! Dein Frühstück steht auf dem Tisch!“.
Mit diesen Worten ging sie wieder hinaus und lief zu ihren Kindern. Die erwarteten sie bereits. Leandra, eines der Drillinge fragte sofort neugierig: „Wen nimmst du mit nach Mittelerde?“.
„Vorerst nur jemand von euch! Ich will euch dann erst nach Bree antreffen! Es tut mir Leid Rose, aber du wirst nicht zu den silbernen Kämpfer gehören, aber du darfst auch nichts ausplaudern! Hast du mich verstanden?“, sie machte eine kurze Pause und sah Jacks Gefährtin scharf an. Diese gab mit einem Nicken zu verstehen, dass sie es verstanden hatte.
„Gut, dann zum Aufbruch heute Nachmittag! Mit mir sollst du Laura mitgehen. Wenn es länger dauert als geplant, schick ich dich wieder zurück! Ich werde dir eine Nachricht für euch mitgeben!“.
In der Zwischenzeit hatte Carina ihr Frühstück verputzt und war zu Sara gegangen. Sie konnte sich inzwischen schon besser im Schloss von Laura orientieren. Trotzdem wusste sie nicht, wo sie hin musste, um zum Tor zu gelangen. Währendem sie lief, dachte sie über die respektlosen Schüler und Lehrer vom Vortag nach. Sie wusste nicht, wer diese waren. Sie war bei Sara vor dem Unterrichtszimmer angelangt. Carina klopfte an und Sara öffnete ihr die Tür.
„Weißt du wo das Tor ist, von dem Laura gesagt hat, dass ich am Mittag mit allen dort sein muss?“, fragte Carina Sara sofort.
„Warum musst du das gerade heute wissen?“, fragte Sara erstaunt zurück.
„Weil Laura das angeordnet hat, dass alle Schüler, Lehrer, Wachen, Offiziere und Einhörner dort sein müssen“, gab Carina als Antwort.
Sara seufzte und meinte: „Dann ist es also soweit! Sie wird schon wieder nach Mittelerde verreisen! Ich werde dich dorthin begleiten! Sie wird sich von den hochrangigen Beamtinnen und Beamten verabschieden und mit einer Begleiterin oder einem Begleiter aufbrechen“. Sie machte eine kurze Pause und fuhr dann fort:
„Sie bleibt immer nur kurz hier auf Elfenfort und verschwindet fast einen Tag später wieder!“.
Carina nickte und teilte das Leid mit Sara. Für sie war Laura eine sehr gute Freundin, die ihr sehr viel bedeutete.
Nun begann Sara mit dem Unterricht. Als erstes gingen sie sofort aus dem Zimmer auf eine kleine Wiese. Dort erklärte ihr Sara, wie sie eine gute Landung hinbekam. „Laura kann das natürlich am besten, aber sie fliegt auch seit sie laufen und reiten kann“, fügte Sara nach der Erklärung hinzu und meinte noch: „Am besten können es natürlich die Einhörner, aber sie fliegen schon nachdem sie ihre ersten Schritte gemacht haben! Da sind sie natürlich im Vorteil, uns allen gegenüber“.
Carina lachte über die Bemerkung und probierte es selber mit dem Landen. Es klappte nicht auf Anhieb, aber es war eine bessere Landung als die von gestern. Sie übten es solange, bis es Carina gelang, so elegant zu landen, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Danach gingen sie wieder in das Unterrichtszimmer.
Die anderen hatten sich inzwischen auf einem der Übungsplätze versammelt. Laura war nirgends zu sehen, ebenso ihre Töchter und Söhne. Stattdessen war eine andere Elfe mit einem silbernen Stern auf ihrer Stirn auf den Platz gekommen. Die anderen Elfentrainer waren immer noch die gleichen. Nur die Gruppe bei Laura hatte andere Elfentrainer erhalten. Die Elfe mit dem silbernen Stern auf der Stirn, hatte die Trainingsleitung. Laylas Pfeile trafen schon viel besser als gestern und auch sie konnte schon besser mit dem Schwert kämpfen, als sie es gestern getan hatte. Im Moment wurden sie wieder vom Rest der Gruppe abgesondert und sie erhielten wieder Reitunterricht. Carina war aber nicht anwesend, wie Layla schnell bemerkte. Aber die Elfen verloren kein Wort über Lauras und Carinas Verbleib.
Laura hatte in der Zwischenzeit einige Audienzen. Sie sass auf ihrem Thron und lauschte aufmerksam den Bittstellerinnen und Bittsteller. Darunter waren wieder einige Anfragen, die sie als Gefährtin haben wollten. Diese schlug sie natürlich sofort aus und gab immer als Antwort: „Ich nehme mir den Gefährten, den ich selber will! Schliesslich bin ich bereits eigenständig!“. Diese zogen dann murrend wieder ab. Zu den weiblichen Elfen war sie weniger hart als zu den männlichen. Gerade war eine Elfe fertig und Laura hatte deren Bitte erfüllt, als die Nächste aufgerufen wurde.
„Seid gegrüsst Laura Siltaruna! Ich bin die zweite Tochter der Königin von Eluandor und möchte am liebsten meine Cousinen und Cousins kennenlernen, am liebsten aber auch meinen Urgrossvater! Ich weiss nur nicht wo ich suchen soll! Könnt Ihr mir helfen?“, erklärte sie eingeschüchtert von Lauras freundlichem Lächeln. Laura stand auf, ging zu ihr und umarmte sie. Sie flüsterte:,, Du hast sie hier bei uns Siltarunas gefunden! Ich bin deine Grosstante und mein Drillingsbruder ist dein Grossvater!“. Tränen flossen der Prinzessin über die Wangen. Fast tonlos flüsterte sie:,, Danke! Ich bin unheimlich froh über diese Hilfe von euch! Aber meine Mutter hat gesagt, ich soll niemandem trauen, den ich nicht so gut kenne! Aber Ihr habt mir eine Andeutung gemacht, die ich aber nicht ganz verstanden habe.“
Sie wurden unterbrochen, da die Heroldin die Königin von Eluandor ankündigte:
„Ihre königliche Hoheit von Eluandor ist im Hof angekommen und wünscht ihre Tante Laura Siltaruna zu sehen“.
Laura löste sich von der Prinzessin, nickte und setzte sich wieder auf ihren Thron. Dann sagte sie:,, Bringt bitte noch zwei Throne her!“. Zu der Prinzessin gewandt meinte sie:,, Du darfst dich gleich setzen! Mich besucht mal deine Mutter wieder!“. Gerade wurden die Throne hergebracht und die Königin Eluandors trat durch den Torbogen. Überrascht rief sie:,, Arelana! Was machst du hier? Ich habe doch niemandem gesagt wo ich hingehe!“.
Arelana erwiderte:,, Hast du mir auch nicht, aber ich wollte unbedingt einen Rat wegen meiner Verwandtschaft einholen! Ich kenne sie nicht und will endlich mehr von ihnen kennenlernen!“.
Ihre Mutter nickte verständnisvoll. Danach stieg sie die Plattform zu Laura herauf und fragte:,, Seid gegrüsst Tante! Warum bist du nur so berühmt, dass sogar meine Töchter dich um Rat fragen?“.
„Hat nichts mit meinen Ratschlägen zu tun! Das ist der Familiennamen! Wir Siltarunas haben einen grossen Ruf! Daher kommt die Berühmtheit, Neraalia!“ erwiderte sie grinsend.
„In dem Punkt muss ich dir leider Recht geben! Aber ich will endlich meinen Vater grüssen! Wo ist er nur schon wieder?“, meinte Neraalia seufzend.
Ein Ruf ertönte und ein Elf eilte auf die Plattform zu. Neraalia strahlte und rief erfreut:,, Vater! Endlich, wo bist du nur geblieben?“.
Nun war es Arelana die verblüfft war.
„Es stimmt also, was Laura die Flinke gesagt hat? Ich bin tatsächlich mit euch verwandt?“, rief sie erstaunt aus.
„Ja, Laura hat es richtig gesagt! Sie ist deine Grosstante und ihr Drillingsbruder ist dein Grossvater!“, erwiderte ihre Mutter im sanften Ton. „Ich weiss, ich hätte es viel früher sagen sollen, aber mir blieb dazu keine Zeit und ich hatte Angst, dass deine Schwester wegen eures Halbblutes verachtet werden würde!“, meinte sie etwas niedergeschlagener. Ihre Tochter beschwichtigte:,, Schon gut Mam! Ich bin dir deswegen nicht böse! Aber, du hättest ruhig Andeutungen machen können!“.
Somit war das Gespräch zwischen den beiden beendet und sie sprachen noch über die vergangenen Tage, an denen Neraalia nicht zu einem Besuch kommen konnte. Ihre Tochter wollte dabei unbedingt wissen, warum Elysion nicht bei ihnen wohnte, sondern hier bei Laura. Elysion antwortete, dass er ein Nachkomme der Siltarunas sei und Laura die höchste Position einnähme, da sie die erstgeborenen der Drillinge war und unter anderem auch die älteste Tochter von Laura der Schlauen. Dabei verging die Zeit so schnell, dass sie erst mit Sprechen aufhörten, als sie Hunger bekamen. Laura stand auf und verkündete:,, Ich sollte mich jetzt umziehen gehen! Demnächst muss ich nach Mittelerde verschwinden! Ihr werdet wahrscheinlich eine Weile nichts mehr von mir hören! Hat es noch Bittsteller?“. Diese Frage hatte sie an ihre Heroldin gerichtet. Sie schüttelte den Kopf und sagte, dass Laura sich nun zurückziehen könne.

Laura verschwindet nach Mittelerde

Zur gleichen Zeit endete Carinas Unterricht bei Sara. Ebenso wurde Layla wieder auf den Hof geführt und gebeten einer Elfe zu folgen. Darauf brach so ein riesen Gedränge aus, dass Layla Mühe hatte, der Elfe zu folgen. Auch Joy hatte eine Elfe geholt und in einen Bereich geführt, wo es hektisch zu und her ging. Sara führte Carina zu einer der ihr noch unbekannten Orte. Dort standen bereits einige Elfen in einem Halbkreis versammelt. Es war eine schillernde Pforte, ähnlich der mit der Laura hergekommen war.

Gerade gingen einige wieder weg und eilten davon. In der Mitte des Halbkreises stand Laura und ihre Tochter Laura. Im Moment erteilte sie guten Freunden und Bekannten Aufträge während ihrer Abwesenheit. Sie wollte erst aufbrechen, wenn Shira und Sanfte Winde wieder von ihrem Flug zurückkamen. Sie hatten den Auftrag erhalten, 20 Einhörner für einige Monate herzubringen. Gerade waren sie über dem Drachenfällen am Fliegen.

Mirjam musste alle ihre Brüdern und Schwestern zusammentrommeln um ihnen den Auftrag zu erteilen, wohin sie kommen mussten. Ebenso durfte ihre Halbschwester Seoras alle anderen, die für etwas bestimmt waren, dass nur diese Personen wussten, herholen. In ihrer Abwesenheit würde ihre Vorfahrin Silena Siltaruna, die auch der Anfang aller Siltarunas war, die Audienzen für Laura halten. Es war alles perfekt durchorganisiert, bis ins kleinste Detail. Die Elfen vom äussersten Ring des Halbkreises sahen Sara und Carina kommen. Sofort traten sie zur Seite, aber nicht ohne ihre Vorderfrau anzustupsen. Alle anderen taten das Gleiche und so entstand ein Gang, wo die beiden hindurch gehen konnten. Laura hatte nicht mehr ihr Staatsgewand an. Stattdessen trug sie einen braunen Umhang und braune Kleidung. Sie trug zwei schöne Flügel, die im Licht schimmerten. Dabei sah man die Köcher mit Bogen und Pfeilen sichtbar umgehängt. Ihren Kopf undden Oberkörper konnte man nicht sehen, da sie eine Kapuze übergestreift hatte.

Im Ungefähren so, nur im Stehen, mit Flügeln und bei der Pforte.
Unter dem Schatten der Kapuze, sah man ihr Lächeln nicht. Sie nickte und man sah ihr nur das Kinn.,
„Seid gegrüsst Laura!“, sprach eine Stimme nur für Laura hörbar. Sie nickte leicht zum Gruss, da sie wusste, dass Sara ihr in Gedanken einen Gruss zugesandt hatte. Alle Elfen machten den beiden nun Platz und sie schritten durch.
Als sie bei Laura waren, meinte Laura zu Sara gewandt:,, Ihr hättet nicht herkommen müssen, die Pforte hätte ich auch nur schon auf den Platz gerufen! Ausserdem breche ich erst kurz vor dem Mittagessen auf!“.
Sara nickte, stiess sich ab und bedeutete Carina dasselbe zu tun.
Sie flogen wieder zurück zum Hof. Dort landeten sie und fragten sich noch gegenseitig ab. Nach einer Weile strömten alle Schüler und Lehrer, die Carina kannte auf den Platz. Aus einer anderen Richtung kamen noch andere Mädchen, Jungs und andere Erwachsenen, die Carina nicht ganz unbekannt waren. Das waren doch die Menschen von gestern! Warum kamen die plötzlich hierher? Fragte sie sich, als Sara antwortete:,, Das sind auch Schüler und Lehrer! Nur sind sie aus Wildhaus und Umgebung.“,, Kannst du Gedanken lesen?“ fragte Carina neugierig.
„Nein, das können nur Elfen und ich bin nur für die Pferde zuständig!“, sagte sie lächelnd.
Sie wollte gerade fragen, ob Laura das auch könne, als eine Fanfare ertönte und ein Gang zur Plattform geöffnet wurde. Dadurch ritt Laura auf Shira her und hinter ihr noch einige andere Elfen. Bei der Plattform angekommen sprangen alle Elfen ab und stiegen auf die Plattform. Es waren mehr als 50 Elfen. Alle hatten dieselbe Kleidung wie Laura. Nur hatten sie weniger Waffen, bis auf eine andere Elfe, bei der Carina hätte schwören können, dass es Laura, die Tochter von Laura war.
Sara stand auf und nickte Carina zu. Laura sah kurz herauf und plötzlich landeten 20 Einhörner und weiss nicht wie viele Elfen unterhalb der Plattform.
In Gedanken rief Laura:,, Pforte du darfst dich jetzt vor der Plattform zeigen!“
Kaum hatte Laura das gesagt, erschien ein bläulich schimmerndes Tor, dass Carina schon vorhin gesehen hatte. An die auf dem Platz versammelten gewandt sagte sie:
„Die Zeit ist für mich gekommen! Ich werde heute nach Mittelerde aufbrechen und die Verwaltung von Schloss Elfenfort, das Anwesen der Siltarunas in die Hände meiner Vorfahrin Silena Siltaruna geben. In meiner Zeit der Abwesenheit, werden sie und meine andere Vorfahrin Siluna Siltaruna die mir zugeteilte Gruppe an meiner statt unterrichten! Ihr werdet, wenn ihr ihrem Befehl nicht gehorcht, dass gleiche erhalten, wenn ihr etwas nicht macht, dass sie gesagt hat.
Den meisten Elfen habe ich die Befehle schon erteilt, die sie in meiner Abwesenheit übernehmen! Ihr werdet dabei mit den gestern angekommenen unterrichtet werden.
Layla, Joy und Carina werden zu dritt von Mirjam unterrichtet, da sie selbst wenn sie ein wenig Erfahrung haben, ein eigenes Kommando, gemischt aus Schülern, Lehrern und Elfen, erhalten. Wenn Mirjam auch weggerufen wird, erhaltet ihr von einem der anderen Offiziere Unterricht! Ihr werdet die anderen nur am Mittag auf dem Platz sehen! Der Rest wird gewöhnlichen Unterricht erhalten! Ach ja, heute werden noch einmals neue Anwärterinnen und Anwärter hergebracht! Nun bin ich fertig! Mirjam, du bist für die drei zuständig! Ich werde nun gehen!“.
Nach dieser Rede zu den Schülern, ging Laura auf zwei rothaarige Frauen zu.
Leise fragte sie die beiden:,, Könnt ihr uns mit dem spionieren helfen?“.
Die beiden nickten und lächelten grimmig. „Wenn du willst, können wir auch noch Rena herholen!“ bot die ältere an.
„Du und Alena sollten genügen!“, erwiderte Laura ruhig.
Beide neigten den Kopf und traten zurück. Sie wandte sich zu den Einhörnern unter der Plattform:,, Ihr kommt erst zum Einsatz, wenn ich euch rufe! Seid aber trotzdem bereit!“. „Wie ihr es wünscht, Laura Steral die aner Eliens de Siltarunas“, erwiderte das vorderste Einhorn in der unbekannten Sprache, die kein Schüler oder Lehrer verstand.
„Nor er diar elande!“, erwiderte Laura in derselben Sprache zurück.
„Tieperla!“, rief Laura unvermittelt. Ein junges Einhorn trat aus der Reihe der 20 heraus und blickte sie fragend an. „Du wirst heute schon mitkommen! Ich werde mich als erstes mit Gandalf etwas nach Bree treffen! Auch du Shira, ich will, das du Laura die Schnelle trägst. Wenn ich euch zurückschicke, wird Shira zurückgehen und Tauperle bei mir bleiben!“, sagte Laura auf den Blick vom Einhorn namens Tauperle.
Nun kam sie zu ihren Verwandten und Freunden. Als erste nahm sie Abschied von ihren Freunden. Danach kam sie zu ihren Verwandten. Als letztes nahm sie von ihrer Neffin, der Königin Eluandors und deren Tochter, Abschied. Als sie sich von allen verabschiedet hatte, legte sie ihr Umhang schwungvoll auf Tauperle schwang sich hinauf und sah eine Elfe die ruhig da stand scharf an. Laura trug oben nur ein rotes Top. Jedoch waren ihre Söhne und Töchter unbeeindruckt, da sie diese Ausstatung kannte. Immer wenn sie in eine Schlacht zog, hatte sie bloss ein rotes Top als Oberbekleidung an. Diese eilte sofort weg und holte vier Satteltaschen her, die sie Laura überreichte. Laura dankte mit einem knappen Nicken und befestigte sie an Tauperle. Sie gab ihrer Tochter auch zwei der Satteltasche. Sofort befestigten diese alles oberhalb des Widerristes. Eine andere Elfe kam und reichte ihr noch ein anderes Bündel. Auf einen Gedankenbefehl hin öffnete sich die Pforte. Die beiden traten hindurch und sofort waren sie in Mittelerde. Hinter ihnen schloss sich die Pforte und verschwand.


Was? noch einmals neue?
Kaum war Tor geschlossen und verschwunden, entstand an einem der Tore Unruhe.
,, Was ist denn da los?" rief eine der Wachen genervt.
,, Nichts, nur das noch einmals eine Gruppe aus der Erde her verschleppt wurde!" Entgegnete eine der anderen Wachen, worauf die Leibwache von Laura erschien. Sie hatten eine Gruppe erwachsener und älteren Menschen mit ein paar wenigen Kindern umzingelt.
Silena rief eine Person aus der Gruppe an:,, Salera, du darfst dich jetzt zeigen und sofort gehst du dich umziehen!" rief sie.
Sofort trat liessen die Leibwachen eine Person aus der Gruppe hervortreten. Sie sah Marianne wieder verflixt ähnlich.
,, Danke Silena, ich habe diese Maskerade satt gehabt, wie nichts anderes je zuvor!" bedankte sich Salera. Sofort murmelte sie etwas in einer fremden Sprache und sie sah wie eine andere Elfe aus.
,, Bua, ich hasse es, auf anderen Pferden ausser den Einhörner zu reiten, das beherrsche ich überhaupt nicht!" regte sie sich regelrecht auf.
„Jetzt hör schon auf! Ich bin auch schon normale Pferde geritten!" fuhr Miriam genervt dazwischen.
Sie erwiderte nichts und zog sich zurück zu den Einhörnern.
„Was? Nochmals neue? Darüber hat mich Laura gar nicht unterrichtet!" Entfuhr es Sara.
Silena überging die Bemerkung und liess das Mittagessen auftragen. Wie schon am Vortag sassen die drei Mädchen beim Stuhl von Laura, der nun aber nicht besetzt wurde, da Silena den Stuhl gar nicht beachtete.

Nach dem Mittagessen, ging es sofort mit Miriam weiter. Sie gab den dreien Unterricht in der altelfischen Sprache, die im Schloss Elfenfort sehr oft gesprochen wurde. Das Neuelfisch wurde so selten benutzt, das es nur jetzt gebräuchlich war. Nach ein paar Stunden Altelfisch wurden sie wieder zum getrennten Üben ausserhalb des Schlosses gebracht. Diesmal erteilte Miriam Carina den Unterricht, währendem Joy von Silena und Seoras gab Layla, wie am Vortag schon, Unterricht. Carina fragte Miriam:,, Warum hatte deine Mutter nur ein rotes Top bei ihrer Abreise an? Ich meine als Oberbekleidung!"
,, Ach, so ist sie mehrheitlich in Kämpfen unterwegs, und sie rechnet bei dieser Reise mit einem Kampf." erwiderte Miriam bloss und schwieg den Rest des Unterrichtes.
Nachher als sie wieder fertig waren, erhielten sogleich draussen Unterricht im Altelfischen. Danach wurden sie zum Abendessen gerufen.
Gleich nach dem Abendessen brachte man die drei in ihre Zimmer.
So ging es die ganze Zeit weiter. Jeden Morgen Schwertkampf und Bogenschiessentraining. Zwischendurch musste Carina noch zu Sara, um mit ihr zu üben im Zaubern. Immer am Nachmittag gingen sie mit dem Lernen der Offiziere nach draussen und lernten sogleich auch noch Altelfisch mit den Elfen der Armee, da diese es auch noch nicht perfekt beherrschten.

Der Ausflug

An einem Tag aber, wurden sie alle zu den anderen Schülern gebracht. Es war ein Ausflug geplant worden, der zu den westlichen Wasserblumenfällen führte. Dort würden sie eine Überraschung erleben. Was das für eine Überraschung war, wurde allerdings nicht verraten! Gerade waren sie angekommen, als eine Herde Einhörner auf sie zu galoppiert kam. Es hatte einige Fohlen darunter. Ganz am Schluss der Herde galoppierte aber ein kleines Shetlandpony, das Carina und Layla nur allzu bekannt vorkam.
„White-Star!“ riefen sie überrascht.
Das Shety löste sich von der Herde und trabte auf die beiden zu und sagte ruhig: „Hallo ihr beiden! Na, auch hier? Im Übrigen heisse ich nicht White-Star sondern Weissherz!“ mampfte er, zwischen zwei Bissen Gras.
Beide nickten und kraulten ihn beim Wiederrist.
„Im Übrigen bin ich ein Beobachter von Laura gewesen, um das ganze Schulareal zu überwachen.“ Fügte er schelmisch hinzu. Als sie fertig mit Weissherz gesprochen hatten, bemerkten die beiden, dass die anderen am Kämpfen waren. Siluna sah ihnen mit verschränkten Armen und einem Lächeln um die Lippen zu. Carina und Layla gingen jetzt zu ihr und fragten, was sie tun könnten.
„Schaut dass ihr den anderen zuschauen könnt! Ausserdem möchte ich, dass ihr sie beaufsichtigt und mich ruft, wenn sie aufhören, ohne dass ich den Befehl gegeben habe!“ gab sie den beiden als Antwort.
Sie schritt ein wenig weiter weg und trat einer anderen Kämpferin gegenüber. Sie zog ihr Schwert Saron, der Sturm der Elfen.
Die andere zog auch ihr Schwert und sah sie durchdringend an. So sahen sich beide eine Minute lang an, ohne sich zu bewegen. Dann griff mit einem Schrei auf den Lippen die andere Elfe an und Siluna parierte. Darauf folgte eine Serie verwirrende Schlagfolgen, die Siluna jedoch mühelos abblockte. Als sie eine Weile geblockt hatte, ging sie nun selbst zum Angriff über und setzte gleich zu einer sehr komplizierten Schlagfolge an. Ihr gegenüber konnte alle abblocken und selbst einige Angriffe ausführen. Nun aber setzte Siluna zur Drehung an und da wusste ihr Gegenüber, dass sie jetzt keine Chance auf einen Sieg haben würde, da nicht nur Siluna diese Drehung meisterhaft beherrschte, sondern auch Laura. Und Laura, dass wusste sie, war ebenso wie Siluna sehr gut darin. Sie konnte selbst diesen kräftigen Schlag abblocken. Aber Silunas Kampffreundin duckte sich unter der Klinge hindurch und setzte das Schwert an Silunas Hals. Siluna nickte anerkennend und schob Saron wieder zurück in die Scheide und rief die Übenden zu sich. Zögerlich kamen sie hergelaufen und sahen Siluna fragend an.
Sie sagte mit verstärkter Stimmlautstärke: „Ihr werdet heute geprüft, wie weit ihr jetzt seid. Je nach euren Fähigkeiten werdet ihr entweder in die nächste Stufe eurer Ausbildung hinaufgesetzt oder auf die niedrigste Stufe herabgeholt! Also gebt ihr heute euer bestes!“
Die Kämpferin, die vorhin gegen sie gekämpft hatte, war natürlich die Prüferin. Sie war die beste ihres Fachs und war nach Laura die beste Schwertkämpferin Eluandors. Das musste sie natürlich auch sein! Schliesslich hatte sie Laura im Schwertkampf ausgebildet. Und Laura hatte sie wiederrum so gut übertroffen, dass sie hinter Laura zurückgeblieben war. Sie hatte mandelgrüne Augen und braune Locken. Genau wie bei den anderen waren ihre Ohren auch spitz. Sie hatte ein braunes Lederband in den Haaren, das ihre Locken bändigte. Sie trug wie recht viele Elfen ein Trägeroberteil, das grau war. Ihr Umhang selbst war aber braun. Die Felllederhosen schimmerten hingegen grasgrün, aber ihre Stiefel sah man gar nicht, da sie mit dem Boden verschmolzen. In Wirklichkeit aber hatte sie Stiefel an, die genauso mit der Natur verschwammen, da sie die Farben des Hintergrundes hatte. Sobald aber eine andere Hintergrundfarbe dort war, änderte sie sich sofort und verschmolz wieder mit dem Hintergrund.
Sofort fixierte sie die Gruppe. Sie zeigte auf Herrn Birer. Siluna pfiff eines der Einhörner her. Ein nachtschwarzes Einhorn kam angelaufen. Dies war Nachtstern. Sie hatte diesen Namen erhalten, weil sie einen kleinen Stern auf der Stirn hatte, der in allen Farben schimmerte.
Herr Birer musste seine Reitkünste vorführen. Als erstes musste er gleich aufsteigen! Es gelang ihm nicht sehr elegant, aber die Prüferin achtete nicht sehr fest auf die Eleganz. Als er oben sass, musste er im Schritt reiten. Danach ging sie sofort in den Trab! Hier hatte er ein paar Haltungsfehler, aber sonst ging alles bestens! Als Abschluss im Reiten liess sie ihn galoppieren! Er blieb genau vier Schritte oben und schon flog er herunter. Gelächter ertönte von der Herde der Einhörner. Die prüfende Person verwarf sich die Hände über dem Kopf. „So gut im Schritt und Trab! Und jetzt im Galopp nur vier Schritte oben! So kann er nie und nimmer im Reiten in die nächste Stufe einsteigen!“ rief sie schliesslich aus. Die Einhörner blieben darauf sehr still. Sie wussten, wenn jemand nicht bestand, war das sehr schlecht. Nachtstern sah ihren geprüften Reiter enttäuscht an und fixierte nun mit einem Kopfschütteln die Gruppe. Sie sah sich alle genau an und stupste diejenige an, die sie für eine gute Reiterin hielt.
Sie hatte sich ausgerechnet Layla gewählt.
Ohne auf etwas zu warten sprang Layla leichtfüssig wie eine Elfe auf und setzte sich kerzengerade auf.
Die Prüferin rief lobend: „Ja, so ist es sehr schön! Leichtfüssig aufzuspringen ist euer Ziel!“
Sofort ging Nachtstern in den Schritt über und Layla sass immer noch sehr aufrecht. Sofort nickte die prüfende und Nachtstern trabte an. Auch hier sass Layla aufrecht und wieder nickte diese zufrieden. Fast gleichzeitig wie das Nicken, galoppierte Nachtstern an. Layla blieb zwar oben, aber sie sass bedenklich schief auf ihr. Die Prüfende meinte: „Du bist reif für die nächste Stufe im Reiten! Ich vermute mal, dass du Layla eine der auszubildenden Offizierinnen bist. Aber am Galopp werden wir noch etwas mehr üben, da du noch nicht so aufrecht sitzt, aber wir kriegen das schon hin.“
Danach durfte Layla absteigen und Nachtstern suchte sich eine andere Reiterin aus. Diesmal hatte sie Corinne ausgewählt. Sie sass nicht so elegant wie Layla auf, aber im Trab sass sie bedenklich schief oben. Im Galopp konnte sie sich noch oben halten, aber sie flog beim Übergang in den Schritt ab.
Da grinste Siluna und meinte zu der Prüferin: „Eins musst du wissen Atariena! Wir haben eigentlich mit den meisten nur im Schritt und Trab geübt, da viele noch nie geritten sind! Mit dreien sind wir aber schon viel weiter! Ich finde es am besten, wenn du sie als erste prüfst!“
Atariena lachte schallend und meinte zu Siluna: „Ich habe die Vermutung, dass Laura das so angeordnet hat! Du wärst nie so gemein zu den angehenden Kämpferinnen und Kämpfern gewesen!“
Siluna zuckte nur die Schultern.
„Da musst du Silena fragen! Sie hat die ganze Verantwortung der Armee übernommen.“
Atariena lachte schallend und rief: „Carina und Joy möchte ich sicher noch prüfen, aber die anderen… Ich soll bloss beurteilen, wer schon reif für die nächste Stufe ist! Aber so kann ich nicht beurteilen! Bring sie mir wieder, wenn sie gut im Galopp sind, aber nicht vorher!“
Damit nickte Siluna und rief Carina und Joy zu sich! Sie wurden an einen anderen Ort geführt währendem die anderen wieder zum Kampf aufgefordert wurden. Layla durfte die beiden begleiten, da sie auch noch zwei Prüfungen vor sich hatte.
Bei den dreien lief fast alles gut! Nur Carina patzte im Schwertkampf, da sie ihn nicht sonderlich gut beherrschte.
Atariena aber, hatte Verständnis für die Prüfung im Schwertkampf, da sie darüber unterrichtet worden war, dass Carina sich mehrheitlich auf die magischen Kräfte konzentrierte. Dennoch durfte sie in die nächste Stufe der Ausbildung. Dort durften die drei eine Elbe kennenlernen. Sie hiess Tauriel. Tauriel hatte zwei Töchtern und zwei Söhne. Alle waren halb Elbe und halb Zwerg, den ihr Vater hiess Kili und er war ein Zwerg. Die beiden Mädchen hiessen Nauriel und Lauriel. Ihre Brüder hatten eher elfische Namen. Der ältere wurde auf den Namen Eralon gerufen und der jüngere hörte auf den Namen Seralon. Nauriel war die älteste von den vieren. Nach ihr kamen Lauriel, Eralon und Seralon genau in dieser Reihenfolge. Lauriel hatte zudem einen Drachen. Es war ein Männchen und hiess Taron. Er schlich sich ständig um die beiden Jungdrachen von Laura herum. Diese beiden waren Weibchen und wurden Silandrira und Sildraniia genannt. Tauriel war eine der hochrangigsten Anführerinnen und führte dass Herr der Bogenschützen an. Sie selber hatte meist grüne Kleidung an. Zudem war sie eine der wenigen, die rote Haare hatte. Daher erhielt sie auch den Auftrag, die drei, so gut es ging, im Bogen schiessen zu unterrichten.
Nach diesem Tag der Prüfung ging alles wieder im gewohnten Gang nach, die Ausnahme war, dass sie die anderen nun nie sahen! Selbst beim Essen waren sie an einem anderen Ort. Dazu war auch das Training viel strenger als in der ersten Stufe.
Dass Heer geht nach Mittelerde
Als ungefähr drei Jahre vergangen waren, erhielt Miriam den Befehl, zu verschwinden. Mit ihr gingen noch 18 andere. Lauras Tochter und Namensvetterin war nach vier Wochen wieder zurückgekehrt und dann ebenfalls mit den anderen gegangen.
Sobald Miriam nicht mehr da war, kamen andere Offiziere und gaben ihnen Unterricht im Befehle auszuführen. Meist war dies Siluna. Mit ihr verstanden sie sich genauso gut wie mit Laura.
Wieder war ein Jahr vergangen, als sie plötzlich den Befehl zum Ausrücken erhielten, damit sie nach Mittelerde gehen konnten. Als dieser Befehl eingegangen war, stellte man sofort die komplette Armee bereit, sodass das ganze Heer sofort aufbrechen konnte. Es war überwältigend, wenn man das ganze Heer sah über die ganze Ebene waren sie in Reih und Glied aufgestellt. Auch in der Luft waren Millionen von Kämpfer auf Adler oder Einhörner. Einige flogen aber auch ohne Begleiter.
Auch die Schüler, Lehrer und anderen Reitschüler wurden in verschiedene Einheiten gewiesen. Inzwischen hatte Sara ihr Amt an Carina abgegeben, da Carina ihre Kräfte nun vollständig beherrschte. Layla und Joy waren im Bogen schiessen und fechten fast so gut, wie eine ausgelernte Offizierin. Daher wurden sie auch zu den Anführerinnen hergerufen. Sie erhielten ein Regiment aus Schülern, Lehrern, Elfen und sonstigen Personen, die kurz nach Lauras Abreise eingetroffen waren, zugeteilt. Auch Carina bekam ein Heerteil zugeteilt. Zudem wurde Frau Meier zu Carinas persönliche Leibwache ernannt. Das hatte natürlich alles Laura eingerichtet. Siluna ihre Stellvertreterin, nach all den anderen 19 Speziallkämpfer, hatte den gesamten Armeenbefehl übertragen bekommen, als die 19 abgereist waren, die zu Laura gestossen waren. Als alle bereit waren, erschien die grosse Pforte und brachte sie nach Mittelerde. Aber anstatt auf Laura zu stossen, traf man dort nur 20 silberne Kämpfer, die den Armeenbefehl übernahmen. Von Laura erwähnten sie allerdings kein Sterbenswort.
Ende der Vorgeschichte



Vorwort:
Nun seid ihr sicher neugierig geworden, was aus Laura geworden ist, und wo sie steckt. Das alles wird am Ende der ganzen Geschichte herauskommen. Aber ihr werdet sehr bald merken, um wen es sich hier handelt, da die Handlung in einer speziellen Form erzählt wird. Natürlich ist das nie geschehen, aber es hat mir Spass gemacht, die Geschichte so zu erzählen, dass es klar wird, wer die silbernen Kämpfer sind. Mehr werdet ihr in der Geschichte erfahren.

Das Geheimnis der silbernen Kämpfer und das Rätsel der weissen Kämpferin

Erstes Buch: Lauras Weggang und ein lang erwartetes Fest
(Natürlich Fantasy, nicht echt, Laura Siltaruna gibt’s nicht!)
Eine Geschichte von Laura Siltaruna, die es selbst erlebt hat

Als Herr Bilbo Beutlin von Beutelsend ankündigte, dass er seinen Bevorstehenden einundelfzigsten Geburtstag mit einem rauschenden Fest zu feiern gedenke, begann in Hobbingen ein erregtes Getuschel.
Bilbo war sehr reich und sehr eigensinnig und seit seinem auffälligen Verschwinden und seiner unerwarteten Rückkehr vor sechzig Jahren hatte man im Auenland nicht aufgehört, sich über ihn zu wundern. Um die Reichtümer, die er von seinen Reisen mitgebracht hatte, war längst eine Ortslegende entstanden. Was auch die älteren Leute dazu sagen mochten, die Jüngeren glaubten zu wissen, dass der Bühl von Beutelsend voller Stollen war, in denen Schätze gespeichert lagen. Und als ob die Gerüchte nicht genug wären, gab auch seine Jugendfrische einigen Grund zur Verwunderung. Die Jahre vergingen, aber Herrn Beutlin schienen sie nichts anhaben zu können. Als er neunundneunzig war, fing man an, davon zu reden, dass er sich,, gut gehalten“ habe, doch wäre die Feststellung, dass er sich überhaupt nicht verändert habe, der Wahrheit näher gekommen. Manche meinten kopfschüttelnd, dies alles sei wohl ein bisschen zu viel des Guten war es ungerecht, dass jemand, der sich schon einer (dem Augenschein nach) ewigen Jugend erfreute, auch noch ein (dem Vernehmen nach) unerschöpfliches Vermögen besass.
„Irgendwann wird er dafür bezahlen müssen“, sagten sie,,, Das ist nicht natürlich und wird noch übel ausgehen!“.

Aber einstweilen ging es nicht übel aus und weil Herr Beutlin nicht knauserte, waren die meisten Leute geneigt, ihm seine Eigenheiten und sein unverdientes Glück nachzusehen. Der Verkehr mit seinen Verwandten (Die Sackheim-Beutlins natürlich ausgenommen) riss nicht ganz ab, und unter den Hobbits aus den ärmeren und nicht so angesehenen Familien hatte er viele treue Bewunderer. Aber echte Freunde gewann er erst wieder, als manche von seinen jüngeren Vettern erwachsen wurden.
Von diesen der Älteste und Bilbo der liebste, war der junge Frodo Beutlin. Als Bilbo neunundneunzig war, adoptierte er Frodo, setzte ihn zum Erben ein und holte ihn zu sich nach Beutelsend, alle Hoffnungen der Sackheim-Beutlins wurden damit endgültig zunichte. Zufällig hatten Bilbo und Frodo beide am 22. September Geburtstag.
„Frodo, mein Junge“, sagte Bilbo eines Tages,, komm doch lieber und wohne bei mir, dann können wir unseren Geburtstag immer schön zusammen feiern“. Damals war Frodo noch in den “Twiens“ wie die Hobbits das unreife Alter zwischen der Kindheit und dem Mündigwerden mit dreiunddreissig nannten

Zwölf weitere Jahre waren vergangen. Jedes Mal hatten die beiden Beutlins am 22. September einen sehr munteren Doppelgeburtstag gefeiert aber für diesen Herbst nun, so hörte man, bereiteten sie etwas ganz Ausserordentliches vor.

Zur selben Zeit, kam ich in der Nähe von Bree zusammen mit meiner Tochter an. Wir galoppierten auf Bree zu, da wir uns dort mit Gandalf treffen wollten.
Am Haupttor wurden wir sofort durchgelassen. Im Gasthaus trafen wir uns schliesslich mit Gandalf, der schon ungeduldig auf uns gewartet hatte. Als er uns sah, sprang er auf, packte seine Sachen und eilte mit uns nach draussen. Dort liess er die Stallknechte seinen Wagen einspannen und wir konnten losgehen. Ich und meine Tochter Laura sprangen auf, währendem Gandalf auf den Wagen stieg. Einige Tage kurz vor dem Geburtstag von Bilbo und Frodo kamen wir in Beutelsend an. Wir halfen ihm bei den Festvorbereitungen und nahmen selbst auch am Fest teil. Während dem Fest, verschwand er mit der Hilfe des Ringes.
Nach dem Fest halfen wir Frodo mit dem aufräumen und blieben bei ihm da Gandalf von Beutelsend weggegangen war und er uns gebeten hatte, auf Frodo und den einen Ring aufzupassen. Er kam immer im Abstand von ein paar Jahren nach Beutelsend, sah sich Frodo genau an und bat uns weiterhin auf ihn aufzupassen. Nach zwei Jahren aber schickte ich meine Tochter Laura wieder zurück nach Eluandor und gab ihr eine Nachricht für die anderen mit. Nachdem Gandalf zehn Jahre lang nicht mehr in Beutelsend aufgetaucht war und ich langsam nervös und beunruhigt war, tauchte er plötzlich an einem späten Juniabend auf.
Er blieb die Nacht über in Beutelsend und sprach eine gewisse Zeit mit mir. Ich wollte gerade schlafen gehen, als ich plötzlich ein Klirren hörte. Schnell wie der Wind, sprang ich auf und sah nach wer das gewesen war. Da stand ich ihnen nun gegenüber. Es waren die Ringgeister. Ich rief schnell die Flammen und liess sie unter den neun toben. Sie stiessen einen kalten Schrei aus und wollten mich mit ihren Klingen angreifen! Blitzschnell sprang ich zur Seite und parierte mit meinem Schwert Tarduril die nächsten Schläge, da ich, währendem ich zur Seite gesprungen war, das Schwert gezogen hatte. Genauso schnell wie die Ringgeister schlug ich zu, parierte, wich aus und hielt gleichzeitig auch noch die Flammen unter Kontrolle. Selbst eine Elfe war den Ringgeister in Schnelligkeit überlegen, wenn nicht gleich stark.
Nach ungefähr zehn Minuten war auch Gandalf wach und sah mich im Kampf gegen die Ringgeister verwickelt. Frodo war glücklicherweise gerade im Wirtshaus und musste sich all das nicht ansehen und er wurde auch nicht angegriffen. Nach einer Weile sahen die Ringgeister ein, dass sie nicht an mir und Gandalf vorbei konnten und jagten auf ihren Pferden davon. Schwer atmend steckte ich Tarduril zurück in die Scheide.
„Denen hab ichs gezeigt!“ meinte ich immer noch schweratmend.
„Ja, du hast ihnen einiges zugesteckt! So gut sie auch kämpfen, dir wären sie nie gewachsen gewesen, hättest du ihnen deine wahre Stärke gezeigt!“ sagte Gandalf nachdenklich und ein wenig betrübt. „War es denn klug, ihnen schon gegenüberzutreten?“ fragte er nach einer kurzen Pause.
„Schlau war es sicher nicht, aber ich konnte nicht untätig herumsitzen und zusehen, wie sie Beutelsend durchwühlt hätten!“ entgegnete ich aufgebracht und nach Atem ringend.
Das sah Gandalf nun auch ein und sagte nichts mehr, bis Frodo kam.
Ich wartete mit Gandalf auf ihn. Als er kam sah er sich entsetzt um und fragte mich: „Was ist denn hier passiert?“
„Das werde ich dir morgen erklären! Heute sollte ich nicht mehr darüber sprechen!“ erwiderte ich knapp. „Jetzt gehst du mir aber lieber ins Bett!“
Die schwarzen Reiter kamen nicht mehr zurück, in der Nacht! Am Tag hatte man weniger davor zu befürchten, da sie das Tageslicht scheuten. Daher konnten wir ungestört mit Frodo sprechen.
„Du musst sofort von hier verschwinden!“ begann ich. „Hier bist du in Gefahr, wenn du weiterhin hierbleibst! Da Bilbo dir der Ring übergeben hat ist das gefährlich, um hier zu bleiben! Am besten ist es, wenn du nach Bruchtal gehst. Aber sei auf der Hut! Die Ringgeister sind dir schon auf den Fersen! Daher werde ich dich immerhin bis Bree begleiten. Danach muss ich dich leider auch verlassen, da es zu gefährlich für mich wäre, wenn ich noch länger hierbliebe.“
„Du musst weg?“ rief Gandalf überrascht aus. „Davon hast du mir gar nichts erzählt!“
„Ich weiss, aber seit gestern sollte ich nicht mehr so öffentlich auftreten! Es ist gefährlich für mich, weiter hier zu bleiben! Ansonsten kann ich euch nicht mehr helfen, da ich eine Gefahr für alle wäre! Ihr müsst jetzt schauen, wie ihr Sauron und die Ringgeister bezwingen könnt. Er hat mich seit der letzten Begegnung verflucht! Sähe er mich noch einmal in Mittelerde als Laura, so wäre meine Familie die nächste Versklavung nach Mittelerde!
Daher muss ich schleunigst von hier weg! Ich weiss, du willst das nicht, aber ich habe leider keine Wahl! Ich darf erst wieder herkommen, wenn Sauron besiegt ist und Saruman tot oder unschädlich ist, da er mich auch mit einem Fluch belegt hat!“ erklärte ich verzweifelt.
Gandalf murmelte nur ein nicht sehr lautes Verstehe und war dann still. Frodo schickte ich seine Sachen zu packen. Als er mit seinem Bündel wiederkam, wollte ich gerade aufstehen, rausgehen und Tauperle bereit machen, als ich plötzlich ein Geräusch beim Fenster hörte. Leise ging Gandalf auf ein Nicken von mir hin, streckte blitzschnell den Arm herunter und zum Vorschein kam der Krausekopf von Sam Gamdschie
„Wenn haben wir denn da?“ sagte ich freundlich. „Einen Hobbit, der zu lange Ohren hat! Ich werde nicht sehr gerne belauscht und schon gar nicht erst über meine Pläne!“
„Lass ihn mit nach Bree gehen!“ kontaktierte mich Tauperle per Gedanken! „So kann er nichts ausplaudern!“ fügte sie noch hinzu.
„Gute Idee meine schöne! Aber ich will es erst kurz vor dem Abflug erzählen! Er soll ruhig etwas Angst haben!“ Gab ich ihr in den Gedankengang zurück.
„Ich finde du sollst mit nach Bree mitkomme, damit du nichts ausplaudern kannst! Ich finde das ist Strafe genug!“ sagte ich nun laut zu Sam.
Er rief erfreut aus: „Ich Frau Laura? Ich darf mit in die weite Welt hinaus um Elben, Berge und was nicht noch alles zu sehen? Hurra!“
„Freu dich bitte nur nicht zu früh!“ entgegnete ich ihm dazwischen. „Diese Reise wird keine Vergnügungsfahrt werden, sondern wir werden vielen Gefahren begegnen!“ Ich machte eine kurze Pause und fuhr dann fort: „Jetzt gehst du aber zu dir nachhause und packst deine Sachen zusammen, damit wir so bald wie möglich aufbrechen können! Heute wird es nämlich schon losgehen!“
Ich nickte Gandalf zu und er setzte Sam ab. Sam klopfte seine Kleider ab und sprang so schnell wie möglich davon. Ich liess Frodo alles Nötige an Proviant einpacken währendem Tauperle zu Sanfte Winde und Sternschimmer Kontakt aufnahm. Schnell rannte ich nach draussen legte Tauperle das Zaumzeug an und machte sie startklar. Gandalf kam mir nach und ich überreichte ihm die Satteltaschen die ich für das Gepäck benötigte. Er ging wieder nach drinnen und schaute, dass Frodo alles was er brauchte darin verstaute. Gerade als ich fertig war, kam Sam mit seinen Sachen angerannt und sah mich erwartungsvoll an. Ich nahm ihm den Beutel ab und brachte ihn zu Gandalf. Der verstaute auch Sams Sachen und sofort gingen wir alle nach draussen. Es war nun schon fast wieder Abend. Darum rief ich: „Schnell beeilt euch, hier sind wir in der Dunkelheit nicht sicher! Sie könnten wieder zurückkommen und dich suchen Frodo!“ Sofort kamen die beiden Hobbits angerannt und ich half ihnen auf Tauperle hinauf. An Tauperle gewandt sagte ich: „Bring sie so schnell wie möglich nach Bree! Ich werde gleich nachkommen! Gandalf schlägt nämlich eine andere Richtung ein und wird uns nicht begleiten, da er etwas Dringendes zu erledigen hat!“ Tauperle nickte und galoppierte wie ein Sturmwind davon. Gandalf wusste, dass ich es geahnt hatte, dass er vorhatte wegzugehen, daher sagte ich ihm: „Egal was es ist! Komm so schnell wie möglich zurück nach Bree!“ Er entgegnete mir: „Nichts wünsche ich mir mehr als das! Aber mich rufen auch noch Pflichten!“
Ich nickte, stiess mich ab und flog pfeilschnell Tauperle nach. Den Bogen hielt ich dabei immer schussbereit. Nach ein paar Minuten hatte ich Tauperle eingeholt. Sie verlangsamte ihr Tempo damit ich nicht so fest hetzen musste.
Unermüdlich jagten wir dahin. Nach einer Weile, schoss Sternschimmer auf mich, die Hobbits und Tauperle zu. Ich hatte ihr den Befehl gegeben, herzukommen. Dankbar lächelte ich ihr zu und erklärte den Hobbits, das sie jetzt auf Tauperle bleiben mussten. Als beide nickten, setzte ich mich auf Sternschimmer und gab in Gedanken an die beiden weiter: „Schlagt eure schnellsten Gangarten ein! Ich möchte heute noch in Bree sein!“
„Das ist fast nicht möglich! Die Sonne geht ja auch schon unter! Wir schaffen es höchstens bis Stock! Danach müssen wir einen geeigneten Lagerplatz finden.“ Entgegneten mir die beiden.
Leise fluchte ich vor mich hin. Aber allerdings hatten die beiden auch Recht!
„Ist gut, ich habe euch ja verstanden! Am besten landet ihr auf einer Lichtung!“
Ich hielt nach einem geeigneten Rastplatz Ausschau. Sternschimmer und Tauperle achteten darauf, dass sie mich immer erreichten.
Plötzlich sah ich etwas aufblitzen.
„Ringgeister! Flieht so schnell ihr könnt! Versuch du Tauperle dich nicht zu zeigen! Ich versuche mit Sternschimmer ein Ablenkungsmanöver!“ funkte ich den beiden zu.
Sofort nickten die beiden. Und da spürte ich es! Ich merkte wie Sternschimmer Angst bekam. Mir schoss sofort einen Gedanken in den Kopf: Seelenschwestern!
Auch Sternschimmer hatte es bemerkt! Sie sah mich fragend an. Mit einem leichten Nicken gab ich ihr zu verstehen, dass ich es auch bemerkt hatte. Sofort aber wandten wir uns wichtigerem zu.
Blitzschnell machte sich Tauperle zusammen mit Frodo und Sam unsichtbar. Ich liess zwei Täuschungen vor mir erscheinen und flog der Täuschung hinterher. Ich liess die Täuschung landen und Sternschimmer tat es sofort ebenfalls. Ich sah mich um. Nirgends war ein schwarzes Pferd zu sehen! Ich sah mich irritiert um. Auch Sternschimmer sah mich an und wäre sie ein Mensch, Zwerg, Elb oder Elf gewesen, sie hätte mit den Schultern gezuckt. Ich sah zurück und zuckte nur hilflos mit den Schultern. Da bemerkte ich auf einmal zwei Hobbits schweratmend auf die Täuschung zu rennen. „Frodo!“ riefen die beiden. „Macht das nicht noch einmal Herr Frodo! Wir sind fast nicht nachgekommen!"
Ich grinste und rief ihnen heiter zu: „Frodo müsst ihr nicht hier suchen! Das ist nur eine Täuschung! Frodo ist mit Tauperle in der Luft!“
„Was?“ riefen die beiden erstaunt.
Ich lachte lauthals los.
Nach einer Weile konnte sich auch Sternschimmer nicht mehr halten und lachte mit. Die beiden Hobbits sahen verblüfft zwischen mir und der Täuschung von Tauperle hin und her. Nach einer Weile hatte ich mich wieder beruhigt und rief Tauperle zu mir. Ich erklärte ihr was das sei und warum ich so gut drauf war.
Sie sah alles auch mit Humor und landete kurz darauf auf der Strasse. Gerade als ich fertig war ihnen alles zu erklären, spürte ich plötzlich einen Eiskalten Hauch. Ich sah alarmiert in beide Strassenrichtungen. Pferdehufe näherten sich langsam.
„Schnell! Weg von der Strasse! Alle zusammen!“ rief ich gehetzt.
Ich hob Frodo und Sam gleichzeitig von Tauperle und flog so schnell wie möglich hinter einen Baum. Ich setzte die beiden ab und gab Sternschimmer und Tauperle mit einem Klapps zu verstehen, dass sie mit der Natur verschmelzen sollten. Augenblicklich waren die beiden verschwunden. Ich eilte mit den beiden anderen Hobbits, die im Übrigen Meriadoc und Peregrin hiessen, zu Sam und Frodo. Ich legte mich neben Frodo so flach wie möglich hin. Ich legte eine Hand zur Sicherheit noch auf seinen Rücken. So warteten wir zwei Minuten. Ich wollte gerade erleichtert aufatmen, da sah ich ein schwarzer Schatten genau bei der Stelle, wo ich gestanden hatte, rumschnüffeln. Gerade als er in unsere Richtung zu kriechen begann, hörte ich auf einmal Stimmen. Der schwarze Schatte hielt auch inne und horchte. Er huschte blitzschnell weg, da er die Elben ebenfalls gehört hatte. Ich atmete erleichtert auf und richtete mich halb auf. Den vier Hobbits gab ich mit einem Kopfnicken zu verstehn, dass sie auch aufstehen durften.
"Es kommen Elben hier entlang!" Erklärte ich den vier. "Ich vermute, dass dieser schwarze Schatten, ein schwarzer Reiter war." Ich stand auf und half den vieren wieder auf die Beine. Danach gab ich Tauperle und Sternschimmer zu verstehen, das sie sich wieder sichtbar machen konnten.
,, Wir werden vermutlich ein Stückchen mit ihnen gehen! Ausserdem ist es dann sicherer!" erklärte ich den vieren.
Ich tratt auf die Strasse.Der vorderste Elb sah mich sofort und rief mir den elbischen Begrüssungsruf zu. Ich nickte mit undurchdringlicher Miene zurück. In diesem Augenblick drängte sich ein Elb, der zuvor ganz hinten gewessen war nach vorn.
,, Seid gegrüsst Laura!" rief er erfreut.,, Was macht die junge Siltaruna zu so später Stunde im Auenland? Müsstest du nicht auf Schloss Elfenfort sein?"
,, Mae go vanen Gildor!" erwiderte ich,, nein, ich kann tun und lassen was ich will, da ich ja das Oberhaupt der Familie bin! Ausserdem sollte man meine Prophezeihung nie ausser acht lassen!"
,, Ich verstehe!" entgegnete mir Gildor.,, Aber was machen vier Hobbits bei dir und das zu so später Stunde?"
,, Vorher waren es noch zwei, kurz bevor der Schwarze hier aufgetaucht ist!" antwortete ich scherzend.
Jetzt sah mich Gildor ernst an.,, Du schützt den einen Ring?" fragte er mich.
,, Auf Geheiss Gandalfs! Jedoch kann ich sie nur bis Bree begleiten, da die Weiterreise sonst zu gefährlich für mich wäre" erwiderte ich ernst.
,, Verstehe!, aber wer wird sie nach Bree schützen?"
,, Ich vermute mal Aragorn oder Gandalf! Jedoch habe ich eine andere Gruppe von Kämpfern angefordert! Jedoch treffen sie wahrscheinlich erst ein paar Stunden zu spät dort ein!" vermutete ich.Er murmelte ein leises okay und gab den Befehl zum weiterlaufen.
Ich gab den vier Hobbits mit einem Kopfnicken zu verstehen, dass sie mitkommen sollten.
Wir liefen bis zu einer Lichtung in der Nähe von Waldhof. Dort gab Gildor das Zeichern zur Rast. die vier Hobbits waren viel zu müde und schliefen an Ort und Stelle ein. Die Elben nahmen sie in die Arme und legten sie an einem sicheren Platz hin. Ich verspürte weder Müdigkeit noch Schmerz, daher setzte ich mich neben Gildor und erklärte ihm die Umstände:,, Als ich das letzte mal auf Sauron traff, belegte er mich mit einem Fluch! Wenn die Ringgeister mich noch einmal hier in Mittelerde zu sehen bekommen, wird der Fluch seine Wirkung entfalten. Daher kann ich die vier nur bis Bree begleiten!"
,, Verstehe! Du darfst nicht länger hier bleiben! Es würde eine zu grosse Wirkung auf das Schicksal von ganz Mittelerde haben, richtig?" erwiderte er mit einer Gegenfrage.
,, Ja, es ist einfach zu riskant! Jedoch mache ich mir Sorgen! Was wenn Gandalf nicht in Bree ist? Was, wenn ihm etwas zugestossen ist? Ich wage es gar nicht an sowas zu denken!" meinte ich.
article
1442272901
Das Rätsel um Tarera Safedr
Das Rätsel um Tarera Safedr
Eine der ersten Elfen jung und schön wie kein anderes Wessen! Machtvoll ihr Erscheinen. Sie ist die Hoffnung aller bekannten Welten und rettet Laura Siltaruna vor einem gossen Fehler!
http://www.testedich.de/quiz37/quiz/1442272901/Das-Raetsel-um-Tarera-Safedr
http://www.testedich.de/quiz37/picture/pic_1442272901_1.jpg
2015-09-15
402C
Herr der Ringe

Kommentare (3)

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Tinúviël Ithildraug (88774)
vor 635 Tagen
Das werde ich dann mal tun. Wozu habe ich schließlich Ferien;)
Tarera Safer (66312)
vor 635 Tagen
Ich schreibs einfach kurz, da ich immer nicht sehr viel Zeit habe! Meist ist es in der Mittagspause! Aber wenn du Geduld und Zeit für den ersten Teil hast! Rate ich dir zuerst Das Rötsel um Tarera Safeder zu lesen! Es ollte eigentlich die gleiche Überschrift haben, wie dieser Teil, aber es haben sich ein paar Rechtschreibfehler reingeschlichen!
Tinúviël Ithildraug (88774)
vor 636 Tagen
Mir gefällt deine Geschichte gut. Wahlweise könntest du auch ein längeres Kapitel reinstellen. Aber die kurzen sind auch vollkommen in Ordnung. Kleiner Tipp: Bei der Überschrift wäre es schön, wenn du Teil 1; Teil 2 ... mit reinschreiben könntest. Sonst kommt man irgendwann total durcheinander.
Weiter so!