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Dunkle Wolken mit silbernen Rand

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1 Kapitel - 4.310 Wörter - Erstellt von: Yamiyo - Aktualisiert am: 2015-09-14 - Entwickelt am: - 1.070 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Dies ist ein One Shot zum Original-Yugioh, um genau zu sein spielt diese Geschichte kurz nach dem Ende der Serie. Ich gehe hierbei allerdings aus, dass Yami Bakura nicht zerstört, sondern in die Schattenwelt verbannt wurde, wo er auf ewig schlimmste Torturen über sich ergehen lassen muss und dass sein Ring verbuddelt wurde. Kernthema ist das Thiefshipping, also das Pairing Marik x Yami Bakura. Ich würde mich sehr über Kritik positiver oder negativer Art freuen; schaut doch mal rein! Ach ja, das ist mein erster Text zu Yu-gi-oh DM, dementsprechend könnte es etwas OOC sein...*husthust*

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    Silbernes Mondlicht flutete mein Zimmer in einer Woge schimmernder Lichtpartikel. Nachdenklich starrte ich, während ich auf meinem Bett lag, zu der b
    Silbernes Mondlicht flutete mein Zimmer in einer Woge schimmernder Lichtpartikel. Nachdenklich starrte ich, während ich auf meinem Bett lag, zu der braunen Steinwand meines Raumes, die nun metallisch weißlich schillerte. Wie still es doch war... Nur ein paar Grillen hörte ich zirpen dank des halb geöffneten Fensters. Eigentlich hatte ich es vorhin schließen wollen, doch ich war zu müde gewesen. Kein Wunder, mein Tag war wirklich anstrengend gewesen. Ich besuchte nämlich momentan Yugi und meine anderen Freunde hier in Domino City–der Stadt, die so viele schlimme Erinnerungen von mir verbarg. Battle City... Es war schon eine Weile her, dass ich mich in diesem Wettkampf gezeigt hatte. Ach, war ich damals unvernünftig und verplant gewesen–von meinen miesen Absichten ganz zu Schweigen. Das Schlimmste war damals ja gewesen, dass ich beinahe mit meinem vollkommen abscheulichen Plan, selber Pharao zu werden, durchgekommen wäre. Ein Glück, dass Yugi und sein Yami mich noch rechtzeitig zur Besinnung gebracht hatten. So hatte ich, auch aufgrund der Hilfe von Odion, meinen Yami loswerden können und dafür war ich ihnen sehr dankbar. Er hatte mich schließlich immer in schreckliche Situationen gebracht–und Taten in meinem Körper vollbracht, für die ich mich am liebsten erhängt hätte. Tief seufzte ich und schloss für einen Moment die Augen. Ein Glück, dass diese dunkle Zeit meines Lebens der Vergangenheit angehörte und ich endlich ein normales Leben führen konnte. Mit Freunden, mit Spaß, mit Freiheit... Mit Lebensfreude–Ein glückliches Lächeln ging über mein gebräuntes Gesicht und ich hob langsam wieder die Lider. Und konnte meinen Augen nicht trauen, als ich sah, WER da an der Zimmerwand mit verschränkten Armen lehnte.
    „Bakura!“ rief ich fassungslos und spürte, wie ich zu zittern begann. Nein, das konnte doch nicht möglich sein–Bakura war doch tot! Ausgelöscht durch den Pharao! „Warum bist du hier?“keuchte ich mit kratziger Stimme und stand langsam, fast schon ängstlich auf. Ein Grinsen, das mir so schmerzlich bekannt war, ging über Bakuras blasses Gesicht und mit seiner unverändert zu früher gebliebenen Stimme meinte er gelassen: „Lange nicht gesehen, Marik.“Ein verschmitztes Blitzen funkelte in seinen walnußbraunen Augen, die mich ruhig und interessiert musterten. „Du hast dich verändert.“stellte er dann stirnrunzelnd fest, wobei ich den Vorwurf an seiner Stimmfarbe schon erahnen konnte. „Seit wann bist du denn so spießig, Grabwächter? Du warst doch früher nie interessiert an diesem öden, normalen Familienleben, oder habe ich mich da in dir getäuscht?“Ich schluckte, doch brachte kein Wort heraus. Was wollte er bloß von mir? „Du enttäuschst mich, Marik. Fast hatte ich daran geglaubt, in dir Jemanden gefunden zu haben, der mich verstehen könnte. War wohl ein fataler Irrtum...“Bakura seufzte kopfschüttelnd, was mir, warum auch immer, irgendwie einen Stich im Herz versetzte. „Ich bin noch immer Marik. Bloß... Endlich zur Vernunft gekommen!“erklärte ich zögerlich lächelnd und trat einen Schritt vorsichtig näher. Da lachte Bakura bitter und bevor ich es richtig realisieren konnte, stand er plötzlich vor mir und zischte hasserfüllt. „Zur Vernunft gekommen, hm? Gehirnwäsche trifft es wohl eher! Was ist mit dem alten Marik–dem Träumer, dem Optimisten, dem Größenwahnsinnigen, der alle Regeln bricht? Wo ist der hin, Marik? Wo bist DU hin?“Wie Peitschenhiebe schnitten sich seine Worte in meine Seele, wodurch ihre Narben wieder aufgerissen wurden. Ja, ich hatte mich verändert–da hatte Bakura vollkommen Recht. Aber so wie er es beschrieben hatte, hatte ich es nie bezeichnet. Ich hatte immer gedacht, Niemand hätte mein altes Ich leiden können; besonders vom Weißhaarigen, der wegen mir in die Schattenwelt geschickt worden war, hätte ich nie erwartet, dass er mich damals gemocht hatte. Obwohl „Mögen“so ein gewichtiges Wort war– Aber es klang tatsächlich fast so, als hätte Bakura damals in mir mehr als nur ein Mittel zum Zweck gesehen... Oder bildete ich mir das nur ein, weil das eine versteckte Sehnsucht in mir war? „Wieso bist du hier?“fragte ich mit kratziger Stimme, wobei ich seinem stechenden, vorwurfsvollen Blick kaum standhalten konnte. „Braucht dich nicht zu interessieren.“knurrte Bakura bloß unwillig und wandte sich von mir ab. Dabei fiel mir auf, dass seine Kleidung einige rote Flecken trug und ein Augenblinzeln später wusste ich warum. Denn erst dann bemerkte ich die blutigen Wunden an den Armen meines früheren Teampartners, die mich erschaudern ließ. Nun fiel mir auch auf, dass seine Haltung nicht so selbstbewusst und aufrecht wie sonst war, sonst gebückt, fast schon unterwürfig. Tiefe, dunkle Augenringe zierten sein kreidebleiches Gesicht und ließen ihn so kränklich und müde erscheinen. Besorgt trat ich näher und überwand so jegliche Scheu, die mich zuvor davon abgehalten hatte, mich ihm zu nähern. „Bakura, was ist mit dir?“Da schaute mir Bakura direkt ins Gesicht und im nächsten Moment brach er vor meinen Füßen zusammen. Geschockt und zugleich total verblüfft musste ich mitansehen, wie Tränen der Verzweiflung über seine eingefallenen Wangen kullerten wie das Tauwasser, das von den Blättern der Bäume morgens hinabtropfte. „Marik, die Schattenwelt... Ich halte das nicht mehr aus!“wimmerte der Weißhaarige zitternd und umschlang, als ob er sich so vor allem übel in der Welt beschützen wolle, seine Knie mit den Armen. „Sie sperren mich ein... Ich werde in der Welt, die ich einst mein Zuhause nannte, eingesperrt und gefoltert–ICH KANN NICHT MEHR, MARIK!“Hilfesuchend und verängstigt schaute mit seinen dunkelbraunen Augen zu mir hoch, die früher noch vor Grausamkeit und Kampfeslust geglänzt hatte. Doch nun waren sie stumpf und matt, als hätte der Weißhaarige schon längst die Lust am Leben verloren. Ihn so zu sehen tat mir weh, obwohl ich genau wusste, dass ich mich eigentlich freuen sollte. Dieser Typ war der schlimmste Feind des Pharaos gewesen und war es immer noch. Schon in der Sekunde, als ich ihn hier im Zimmer entdeckt hatte, hätte ich ihn töten müssen–hätte. Doch ich hatte es nicht getan. Warum? Die Antwort brannte in meinem Bewusstsein wie ein loderndes, gefräßiges Schandfeuer, das mich voller Scham erfüllte. Ich konnte Bakura nicht töten–ich brachte es nicht übers Herz. Es war seltsam, aber irgendwie spürte ich dieselben Schmerzen wie Bakura, wenn ich ihn mit seinen vielen Wunden ansah und warum auch immer verspürte ich den unerbittlichen Drang, ihm zu helfen. Aber das war unmöglich. Ich war ein Grabwächter, ein treuer Untergebener des Pharaos, auf keinen Fall würde ich ihn noch einmal verraten! Aber Bakura... Bakura wollte ich auch nicht verraten. Er hatte mir damals geholfen, als ich aus meinem eigenen Körper verstoßen worden war, und dass obwohl er es nicht hätte tun brauchen. Im Gegenteil, ich war schwach gewesen, doch er hatte diese Schwäche nicht ausgenutzt. Warum? Noch immer stellte sich mir diese Frage Tag und Nacht. Wieso hatte Bakura sein Leben aufs Spiel gesetzt, um mir zu helfen? Wie sah es wirklich in dem weißhaarigen Jungen aus, dessen Seele angeblich so schwarz wie die Schattenwelt, sein Zuhause, sein sollte? War er vielleicht falsch eingeschätzt worden? Waren die Überlieferungen vielleicht gar nicht wahr? Diese Frage erinnerte mich stark an meine Kindheit. Tag um Tag hatte ich die alten Schriften studieren müssen, unerträgliche Schmerzen hatte ich wegen ihnen ertragen müssen. Darum war es nicht verwunderlich, dass ich irgendwann einen unglaublichen Hass auf die Texte und ihren Inhalt entwickelt hatte. Pharao, Pharao, immer nur Pharao. Wie oft ich mich gefragt hatte, ob er wirklich existiert hatte! Und wenn ja, wie er wohl wirklich war... Ich hatte nie richtig glauben können, dass ein Mensch so gerecht und gottähnlich sein könnte, wie es die Beschreibung des Pharaos anpries. Mitleidserfüllt schaute ich zu dem Weißhaarigen, der an der Wand zusammengesunken saß, die Knie zum Kinn gezogen, wobei aus seinen Wunden ein wenig Blut auf meinen Zimmerboden tropfte. Hoffentlich würde es Yugi morgen nicht bei seinem Besuch bei mir entdecken–er hatte nie auch nur ein schlechtes Wort über seinen Yami verloren. Ryo umso mehr über Bakura, was meine Zweifel an dem wahren Gesicht von Bakura eigentlich unterdrücken sollte. Tat es aber nicht. Denn als ich gesehen hatte, wie Bakura sich statt seinen Hikari den letzten Schlag von Ra empfangen gelassen hatte, hatte das geradezu an Selbstaufopferung gegrenzt. Der Schlag hatte damals sicherlich schrecklich weh getan. Es grenzte an ein Wunder, dass Bakura keine bleibenden Schäden davongetragen hatte. Aber er hatte dieses Risiko akzeptiert, hatte nicht mit seinem wehrlosen Hikari Platz getauscht. Hatte er ihn damals tatsächlich geschützt? Bakura? DER Bakura, der das Böse in Person sein sollte? Es klang absurd, aber ich... Ich glaubte daran. Ich glaubte–ich wusste, dass Bakura nicht nur aus reiner Dunkelheit bestand. In dieser Hinsicht war er wie eine Wolke; egal wie dunkel nämlich solch ein Himmelswesen war, fand man doch nie eine ohne silbernen Rand. So war auch Bakura: dunkel, aber nicht ohne ein Stück Helligkeit.
    Gerade wollte ich ihm die Hand hin strecken, um ihm aufzuhelfen, als ich plötzlich hinter mir eine mir allzu bekannte Stimme vernahm. „Bakura, deine Pause ist beendet. 15 Minuten habe ich dir gegeben, jetzt musst du wieder zu mir in die Schattenwelt...“Verwundert drehte ich mich um und erblickte staunend hinter mir niemand Anderen als den Pharao höchstpersönlich. Oh nein, hatte er jetzt schon meinen Verrat bemerkt? Nein, Moment, er hatte ja gerade Bakura angesprochen. Aber warum? Verwirrt schaute ich zu Bakura, der bei den Worten des Pharaos noch einen Ton blasser geworden war, als er es sowieso schon war und presste sich plötzlich an die Wand. Fast sah es so aus, als hätte er... Angst? Vor dem Pharao! War das wirklich der Bakura, den ich kannte? Wo war sein Stolz hin, seine Lebensenergie, sein Trotz? Irgendetwas stimmte hier doch nicht... Jetzt fiel mir auch auf, dass der Pharao anders wirkte als sonst. Sein Blick trug nicht die typische Wärme, sondern war kalt und grausam. Anstatt eines freundlichen Lächelns zierte ein sadistisches Grinsen, was mich sehr an meinen Yami erinnerte, wenn er mal wieder Leute im Duell zu Tode quälte. Das Erschreckendste war seine Ausstrahlung, die spürbar böse und finster war. Was war hier nur los? Hatte ich den Verstand verloren? „Bakura, es ist Zeit. Deine Bestrafung wartet auf dich...“sprach der Pharao da weiter, wobei seine seltsam klingende Stimme mir Schauder über den Rücken jagte. Bestrafung? Nein, hatte etwa er? Alarmiert schaute ich wieder zu Bakura, dessen blutende Wunden kaum zu übersehen waren. Hatte etwa der Pharao ihm das angetan? War er der Grund für Bakuras Nervenzusammenbruch vorhin? Aber das war doch mein Pharao! Atemu! Der gute, gerechte... Nein, ich glaubte meiner Aufzählung selbst nicht mehr. Ja, der Pharao, der Typ vor mir, derjenige, dem ich blind vertrauen wollte, hatte Bakura so zugerichtet. War das Gerechtigkeit? Wenn ja, dann fand ich das abscheulich. Dann wollte ich gar nicht so gerecht sein, wie Yugi es immer anpries, dann wollte ich eben der Böse sein, denn so ein Verhalten konnte und wollte ich nicht akzeptieren. Loyalität hin oder her, aber meine Ideale würde ich für Niemanden verraten–Nicht für Yugi und auch nicht für den Pharao! Tief atmete ich ein, sammelte meinen gesamten Mut und stellte mich dann entschlossen vor den am Boden zusammengekauert Sitzenden Bakura, wobei ich schützend die Arme ausbreitete. „Hört auf, mein Pharao!“rief ich wütend und funkelte meinen Gegenüber böse an. „Lasst ihn doch in Ruhe, seht Ihr denn nicht, wie sehr er bereits leidet!“Der Pharao lachte bloß abschätzig, was mich noch mehr irritierte. Was war bloß mit dem Pharao los? Hatte ich mich so sehr in ihm getäuscht? Hatten sich alle in ihm getäuscht? Yugi, Joey, Kaiba, Ishizu, Odion? Hatte Bakura die ganze Zeit Recht gehabt? „Das reicht noch lange nicht! Er muss noch viel, viel, VIEL mehr leiden! Warum kümmert dich überhaupt sein Schicksal? Dieser Abschaum ist doch vollkommen unwichtig, er ist es nicht wert, am Leben gelassen zu werden!“rief da der Pharao emotionskalt und machte eine abfällige Handbewegung in Richtung des zitternden Bakuras. Das machte mich wütend. Richtig wütend. Wäre mein Yami noch in mir, wäre der wohl jetzt herausgekommen und hätte meinen Gegenüber mit einem ordentlichen Tritt in den Allerwertesten in die Welt der Schatten verbannt. Wie konnte er es nur wagen, SO von Bakura zu reden? Was wusste er denn schon von dem Weißhaarigen und was dieser wegen ihm hatte durchmachen müssen! Zornig näherte ich mich ihm mit zum Schlag geballter Faust und rief stocksauer: „Oh doch, weil er mir etwas bedeutet! Er ist mein Freund! Und deshalb beschütze ich ihn jetzt auch!“Huch, hatte ich das tatsächlich jetzt gesagt? Naja, was soll's, so oder so hätte ich es früher oder später sowieso wohl ausgedrückt. Wahrscheinlich. Der Pharao schien ebenso überrascht zu sein wie Bakura, der mit sprachlos mit offenen Mund anstarrte. Doch Atemu fing sich schnell und schon meinte er amüsiert: „Ach ja?“Plötzlich wurde sein Tonfall so kalt wie Eis. „Oh, da bin ich aber sehr enttäuscht von dir, Grabwächter... Naja, ich wusste schon immer, dass du nur ein schäbiger Verräter bist! Das wirst du jetzt bitter bezahlen, Marik. Mit deinem Blut!“Mit diesen Worten schwang er seine Peitsche, die er plötzlich in seiner Hand hielt. Erschrocken hob ich abwehrend die Arme und schloss hastig die Augen, um zu verhindern, dass mich die Peitsche direkt am Augapfel traf. Das tat sie auch nicht, wie erhofft, denn der Schlag blieb seltsamerweise vollkommen aus. Verwundert öffnete ich wieder langsam die Augen und war für den ersten Moment fassungslos. Denn ich stand nicht mehr in meinem Zimmer. Verwirrt schaute ich mich um und drehte mich dabei einmal um mich herum. Kein Bakura, kein Pharao, nur ich... Moment, diesen Ort kannte ich doch! Hier war doch der Milleniumsring vergraben! Wie war ich denn hierhergekommen? Gerade eben war ich doch noch in meinem Zimmer in Domino City gewesen. Schwankend tat ich einen Schritt nach vorne und wäre beinahe gestürzt, denn unter meinem Fuß war kein Boden. Erschrocken zog ich den Fuß zurück und bemerkte schockiert, dass vor mir ein tiefes Loch gegraben worden war. Und das war der Moment, wo ich zum ersten Mal seit meinem Ankommen hier auf meine Hände blickte. Hätte ich das nur schon viel früher getan... Denn in meinen Händen lag nichts Anderes als–der Milleniumsring. „Was geht hier vor sich?“stammelte ich fassungslos und hätte beinahe dabei den Ring fallen lassen vor Schreck. Da hörte ich eine Stimme, eine Stimme, die mich zugleich erschaudern und vor Freude strahlen ließ. „Hi Marik...lange nicht gesehen.“Hatte ich das heute nicht schon einmal? Langsam wurde mir das wirklich zu viel... „Schon wieder du?“stellte ich seufzend fest und starrte dabei abwechselnd ratlos zwischen ihm und dem Ring in meiner Hand hin und her. Beleidigt zog Bakura daraufhin eine Schnute, die mich so sehr an unser früheres Duell gegen meinen Yami erinnerte. Auch dort hatte er so geschaut und schon damals hatte ich mir kaum ein Grinsen deswegen verkneifen können. „Hey, etwas mehr Freude wäre schon angebracht, finde ich! Oder tu' wenigstens so!“quengelte der Weißhaarige schmollend, woraufhin ich kurz leise lachte, dann aber ernst fragte: „Bakura, keine Ahnung, wie du damit zusammenhängst, aber unschuldig bist du sicher nicht in der Hinsicht– Warum habe ich den Milleniumsring in meiner Hand?“„Weil du ein Dieb bist. Auch wenn du ja mittlerweile ach so brav und ehrenvoll sein sollst...“Bakuras Stimme triefte nur so vor Ironie bei seinen letzten Worten. „Aber wenn du es genau wissen willst: Ja, ich bin schuld. Oder besser gesagt meine Illusion.“„Illusion?“hakte ich sofort beunruhigt nach und musterte dabei Bakura genau. Hmm, jetzt sah er auf einmal nicht mehr so geschunden und verzweifelt wie vorhin aus... War das etwa... VERDAMMTER BAKURA! Dieser ahnte offensichtlich schon, dass ich sein Vorgehen erkannt hatte, weswegen er breit zu Grinsen begann, bevor er triumphierend erklärte: „Jep, ich habe dir aus der Schattenwelt eine Illusion geschickt, die einen versteckten Befehl in sich trug. Der hat dich dazu gebracht, meinen Ring auszubuddeln.“Das war Bakura, wie ich ihn kannte–noch immer war er der ungeschlagene Dauerweltmeister im Schmieden teuflischer Pläne, die Niemand außer ihm selbst durchziehen konnte, weil kein normaler Mensch da durchblickte. Genau wie ich im Moment, wie ich durch meine nächste Frage bewies. „Aber wie bin ich hierhergekommen?“Ein stolzes Lächeln glitt da über sein blasses Gesicht und seine walnußbraunen Augen blitzten dabei selbstbewusst, wie ich es vorhin bei dem Häufchen Elend von Bakura so vermisst hatte. „Marik, du weißt doch wie mächtig meine Schattenkräfte sind.“stellte er frech fest und ließ zur Demonstration mit einem Schnipsen über seinem Kopf eine kleine, schwarze Explosion entstehen. Demonstrativ rollte ich daraufhin die Augen und seufzte kopfschüttelnd, doch innerlich musste ich mir leider eingestehen, dass ich froh war, wieder den alten Bakura vor mir zu haben und nicht diese armselige Kreatur von vorhin. Mit einem kleinen Grinsen musterte ich Bakura, der mich herausfordernd anstarrte, als warte er auf eine Erwiderung von mir und diesen Gefallen tat ich ihm auch. Tadelnd hob ich den Finger und schwenkte ihn vor ihm hin und her. „Noch immer so selbstverliebt wie früher.“stellte ich übertrieben vorwurfsvoll fest, wobei ich mir ein Lachen nur schwerlich verkneifen konnte. „Danke sehr.“Elegant verbeugte sich Bakura kurz, bevor er grinsend weiter sprach: „Du bist auch noch immer so unverständlich wie früher. Eigentlich hatte ich in der Illusion vorhin erwartet, dass du mich sofort dem Pharao übergibst, aber irgendwie scheine ich mich da in dir wohl getäuscht zu haben, Grabwächter...“Wie er dieses letzte Wort betonte... Ich hörte sofort, dass er keinesfalls glaubte, dass ich dieser Bestimmung Folge leisten könnte. Beleidigt schob ich die Unterlippe vor und wandte mich von ihm ab, wobei ich schmollend knurrte: „Mach dich nur lustig...“Doch ich merkte mit Bestürzen, dass ich ihm insgeheim leider Recht gab. Ja, ich war wirklich ein grausam schlechter Grabwächter; dieses straffe Leben wie im Gefängnis mit den schrecklich vielen Regeln war einfach nichts für mich. Da musste ich meinem Yami ausnahmsweise Recht geben. Tief seufzte ich, um meine Selbstzweifel zu vertreiben, doch richtig wollte es mir nicht gelingen. Jetzt war er wieder da: Dieser verfluchte Gewissenskonflikt zwischen meiner Berufung zum Grabwächter und meinen eigenen Wünschen nach Freiheit und Eigenbestimmung. Verdammt, das Leben war wirklich kompliziert!
    Plötzlich spürte ich, wie Bakura von hinten an mich herantrat und schon im nächsten Augenblick vernahm ich seine raue Stimme in der Nähe meines Ohres. „Keine Sorge, das werde ich... Du kennst mich doch, Marik...“Eigentlich wollte ich auf seine provozierende Anspielung etwas erwidern, aber meine Worte blieben mir im Hals stecken, als ich plötzlich Bakuras Arme auf meinen Schultern spürte; im nächsten Moment merkte ich schon, wie sich seine Hände auf meine Brust legten, was mir seltsamerweise Gänsehaut verursachte. Was war bloß mit mir los? Wieso reagierte ich so in Bakuras Nähe? Wie zur Salzsäure erstarrt ließ ich Bakura gewähren, der sich nun nach vorne lehnte, sodass ich als Nächstes seinen warmen Atem an meinem Ohr spürte. Hatte er etwa gerade eben noch nicht ausgeredet? Anscheinend. Leise hörte ich seine Stimme, spürte dabei seine Wärme an meiner Wange, wobei ich mir ein Zittern nur schwer verkneifen konnte. „Allerdings...finde ich zum ersten Mal meinen Irrtum nicht schlimm. So gefällst du mir nämlich besser, Grabwächter...“Bevor ich seinen Satz richtig verarbeiten gekonnt hatte, hatte mich Bakura mich schon gepackt und entschlossen zu sich herumgedreht. Was... Was zur Hölle hatte er vor? Die Antwort auf meine Frage erhielt ich sofort, denn schon spürte ich warme, raue Lippen, die sich auf meine eigenen legten. Träumte ich oder wurde ich da gerade von Bakura geküsst? War das auch eine Illusion wie vorhin? Unsicher lehnte ich mich ein wenig gegen ihn und begann den Kuss zu erwidern, was Bakura sichtlich freute, denn nun spürte ich überrascht, wie seine Zunge an meine Lippen stupste und um Einlass bat, den ich ihr nach kurzer Überlegung auch gewährte. So entwickelte sich unser Kuss zu einem leidenschaftlichen Zungenkuss, bei dem wir beiderseits um die Oberhand kämpften. Leider konnten wir unseren Kampf nicht zu einem Ende bringen, ganz einfach aus dem Grund, dass uns irgendwann die Luft ausging. Zögerlich öffnete ich nun wieder die Augen und sofort fing mich Bakura mit seinen walnußbraunen Augen ein, als wäre ich eine Fliege und er die Venusfliegenfalle. Hoffentlich würde ich nicht so enden wie die Fliege...
    „Nana, Grabwächter, wenn das der Pharao sieht...“spöttelte Bakura grinsend, woraufhin ich ihn verärgert knuffte. „Sieht er nicht!“wehrte ich wenig einfallsreich ab, woraufhin Bakura lachte und dann um mich herumtigerte wie ein Löwe, der seine Beute umkreiste. „Ach ja? Woher weißt du das so genau, hm? Vielleicht taucht er ja gleich hier auf...“Beim „hier“strich er mir mit seinen dünnen Fingern so leicht wie ein Windhauch über die Schulter, was ich sofort wahrnahm und herumfuhr. Doch da war Bakura schon längst weitergetänzelt. „Oder hier...“Er strich mir frech über die Wange. „Oder...hier...“Plötzlich stand er wieder direkt vor mir und legte mir seine kalten Finger auf die Lippen. „Wobei du dir sicher sein kannst...“Seine Finger rutschten von meiner Lippe hinunter zu meinem Kinn, wobei eisige Schauder durch meinen Körper pulsierten. „Dass ich das nicht zulassen werde, denn du bist jetzt mein Hikari.“Mit diesen Worten ließ er seine Hand hinab auf meine Brust sinken, wo tatsächlich der Milleniumsring ruhte, den er nun ein klein wenig anhob, sodass er metallisch klimperte. Doch dieses Klimpern war keinesfalls störend, im Gegenteil, es klang eher wie eine leise Stimme, die mich rief und zu sich lockte. Unheimlich... Und irgendwie faszinierend... Genau wie Bakura. „Wann hast du mir denn den Ring übergestreift?“wollte ich mit hochgezogenen Augenbrauen von ihm wissen, woraufhin Bakura lachte und wieder um mich herumtigerte. War das irgendwie seine Angewohnheit? Hoffentlich nicht, denn sein lautloses Rumgeschleiche um mich herum, bei dem er mich immer fest mit seinen so schrecklich intensiven Augen fixierte, raubte mir fast den Verstand. „Marik, du weißt doch-Ich bin ein Dieb...“Plötzlich stand er wieder vor mir, wobei sich unsere Nasenspitzen fast berührten. „Genau wie du.“vollendete er flüsternd seinen Satz und überbrückte die letzte Entfernung zwischen uns. Doch dieses Mal ließ er schneller von mir ab, als er es das letzte Mal gekonnt hatte, denn bevor ich wusste, wie mir eigentlich geschah, war Bakura plötzlich verschwunden, dafür leuchtete der Milleniumsring aber leicht und vibrierte beruhigend. Ein amüsiertes Grinsen schlich sich auf mein Gesicht, während ich das goldene Metall betrachte. Bakura wollte also mit mir spielen. Na gut, wie er wollte, als Dieb hatte ich auch so meine Wege und Mittel, um zu bekommen, was ich wollte. Vorsichtig ließ ich wieder den Ring los und begann langsam zu laufen. Ein letztes Mal huschte jedoch mein Blick zum Milleniumsgegenstand, der leise zu summen schien, als würde er eine Melodie singen. „Tss, verrückter Kerl!“meinte ich daraufhin kopfschüttelnd und ging grinsend weiter. Tja, dann war ich wohl ab heute der neue Träger des Milleniumringes. Doch das machte mir keine Angst, im Gegenteil, irgendwie war ich richtig froh, wieder anders zu sein. Nicht mehr der gute, brave, gehorsame Grabwächter Marik, nein, jetzt war ich wieder der wahre Marik–ein Dieb, genau wie Bakura es treffend ausgedrückt hatte. Ein Dieb, der nun endlich sein wahres Zuhause gefunden hatte. Und zwar bei einem anderen Dieb. Bei Bakura. Der dunklen Wolke mit silbernen Rand.

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1440831917
Dunkle Wolken mit silbernen Rand
Dunkle Wolken mit silbernen Rand
Dies ist ein One Shot zum Original-Yugioh, um genau zu sein spielt diese Geschichte kurz nach dem Ende der Serie. Ich gehe hierbei allerdings aus, dass Yami Bakura nicht zerstört, sondern in die Schattenwelt verbannt wurde, wo er auf ewig schlimmste Tor...
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2015-08-29
407E
Yu-Gi-Oh!

Kommentare (1)

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Yamiyo (06644)
vor 733 Tagen
*genervt stöhn* Na toll, in dieser FF also auch.... Schon wieder das Bindestrichproblem...*seufz* Wie auch in meiner anderen Yugioh-FF sind hier leider einige Bindestriche dank Testedich abhanden gekommen. Sie wurden anscheinend nicht akzeptiert und Tja, jetzt fehlen sie halt vollkommen und somit auch die Trennung zwischen den Wörtern. Hoffentlich stört es euch nicht zu sehr beim Lesen.