Leben und Liebe in Mittelerde - Teil 30

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2 Kapitel - 1.398 Wörter - Erstellt von: Tariel - Aktualisiert am: 2015-08-28 - Entwickelt am: - 983 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

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“Warum hast du das gemacht?” Zwar konnte ich Eldarion wegen der vorherrschenden Dunkelheit nicht sehen, doch an seinem Tonfall war zu erkennen, wie verletzt er war. Nicht der Faustschlag hatte ihn verletzt, sondern einzig und allein meine Worte, dass ich zugelassen hatte, dass sie ihm etwas antaten.
Ich holte zitternd Luft und schloss meine Augen.
“Es tut mir leid, Eldarion, wirklich”, antwortete ich ihm und vergrub anschließend mein Gesicht in den Händen. “Du musst mir glauben. Ich musste einfach wissen, wie weit sie tatsächlich gehen würden.” Schweigen trat ein, unangenehmen Schweigen.
“Eldarion?”
“Hm?”, machte er nur. Ich zögerte einen Moment lang.
“Du musst dich gegen die nächsten Schläge wappnen, denn es werden nicht die letzten gewesen sein”, warnte ich und vernahm nur ein ungläubiges Schnauben aus des Prinzen Richtung.
“Hast du vor dich weiterhin zu wehren?”, fragte er. “Denkst du nicht, sie lassen uns in Ruhe, sobald wir ihre Forderungen erfüllt haben?” Ich schüttelte nur stumm meinen Kopf, bevor ich überhaupt realisierte, dass er meine Gesten nicht sehen konnte, deshalb antwortete ich: “Erinnerst du dich noch an den Tag, an dem sie dich geholt haben? Als wir beide in der Stadt waren, auf dem Marktplatz?”
“Lenk nicht vom Thema ab”, meinte er forsch.
“Tue ich nicht”, gab ich ein wenig genervt zurück. “Ich nehme an, du erinnerst dich daran. Ich bin dir damals nachgelaufen, doch ich war zu langsam, bin zu spät losgelaufen und habe dich schließlich aus den Augen verloren. Gelandet bin ich in einer Sackgasse, aber ich war nicht allein. Meine Angreifer habe ich nicht gesehen. Irgendetwas ist damals passiert, etwas, das ich nicht mehr weiß. Seit diesem Tag sind meine Gedanken nutzlos für mich. Meine Gabe ist von einem auf den anderen Moment verschwunden, so, als hätte es sie nie gegeben.” Als ich geendet hatte, spürte ich Eldarions Blick auf mir ruhen. Stille trat ein. Ich wusste, dass Eldarion erst einmal darüber nachdenken musste, was er nun antworten konnte. Was hätte ich wohl an seiner Stelle geantwortet?
Eldarions Antwort fiel jedenfalls ziemlich knapp aus: “Hm.” Ein Lächeln bildete sich auf meinen Lippen, als ich seine nachdenkliche Stimme vernahm. Warum hatte ich genau diese Antwort von ihm erwartet? Erst nach einer ganzen Weile, in der wir stillschweigend dagesessen hatten, fügte er hinzu: “Und du denkst, dass sie mich nun verletzen werden, nur weil du deine Gabe verloren hast? Das war doch nicht Absicht, oder?”
“Nein, war es nicht. Ich hätte sie niemals freiwillig aufgegeben, aber zurzeit habe ich andere Sorgen als meine verlorene Gabe”, meinte ich. “Erstens: Ich will nicht, dass dir Tiron etwas antut, nur weil ich die gewollten Gedanken nicht schicken kann und ich bezweifle ernsthaft, ob er mir die Wahrheit glaubt. Zweitens: Morgen wollen sie das Lager der Elben angreifen und vermutlich haben Legolas und Vater nicht die leiseste Ahnung davon und werden nicht zum Kämpfen gerüstet sein, zumindest nicht gegen einen Angriff aus dem Hinterhalt, was Tiron ziemlich sicher vorhat. Ich kann Legolas nicht einmal warnen.” Verzweifelt vergrub ich mein Gesicht abermals in den Händen. Ich spürte ein leichtes Brennen in meinen Augen und bereits wenige Sekunden später begannen die Tränen zu fließen. Warum war ich nur so dumm? Warum war ich nicht den Anweisungen meines Vaters gefolgt und war brav wie andere Mädchen zu Hause geblieben? Anfangs hatte ich nur die Welt kennenlernen wollen, eine angeblich wunderschöne, aufregende Welt voller Abenteuer, die bestritten werden wollten. Die Welt, die ich nun tatsächlich kennengelernt hatte, war zwar wunderschön und aufregend und auch Abenteuer gab es genügend, doch sie war auch wesentlich gefährlicher und vor allem tödlicher, als ich es mir jemals vorgestellt hatte.
Doch eines war mir klar, wäre ich damals zu Hause geblieben und hätte, wie beinahe immer, auf Vater gehorcht, wäre ich Eldarion niemals begegnet. Ich hatte den tatsächlichen Prinz meiner Träume gefunden. Ich hatte gefunden, wovon ich niemals zu träumen gewagt hatte.

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