Traum von Mittelerde - Hobbit Teil 1 - Kapitel 15

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1 Kapitel - 1.403 Wörter - Erstellt von: Lossiel Niquesse - Aktualisiert am: 2015-08-27 - Entwickelt am: - 1.273 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

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Langeweile...

Wir ziehen weiter. Ich sitze hinter Kíli, der mich trotz heftiger Proteste von meiner und unter heftigem Gelächter von Fílis Seite her zum Pferd getragen und draufgehoben hat. Ich bin doch kein Baby! Zur Strafe schmolle ich und sage gar nichts, was ich aber nicht lange durchhalte, denn ohne die Gespräche mit den Durinsbrüdern ist echt langweilig. Verdammt langweilig.
Furchtbar langweilig.
ENTSETZLICHSCHRECKLICHGRAUENHAFTLANGWEILIG!
Nach fünf Minuten beuge ich mich über Kílis Schulter. „Erzählst du mir was über die Ered Luin?“ Kíli fängt an zu lachen und schaut mich amüsiert an. „Ich hab mich schon gefragt, wie lange du es noch ohne unsere humorvolle Unterhaltung aushalten kannst.“ „Phhh!“ beleidigt lehne ich mich zurück und schmolle noch mal fünf Minuten, dann habe ich eine Idee, die sowohl meine Langeweile vertreiben wie auch Kíli eins auswischen wird. Ich lehne mich zu Fíli hinüber, der neben uns reitet. „Kannst du mir noch ein paar lustige Patzer von Kíli erzählen?“ jetzt prustet Fíli los. „Aber mit dem allergrößten Vergnügen“ bringt er hervor, und nachdem er sich wieder einigermaßen gefasst hat, erzählt er mir wirklich einige Erlebnisse aus seiner und Kílis Kindheit. Ich lache so heftig, dass ich fast vom Pferd falle. Kíli sagt nichts. Aha, jetzt schmollt mal wer anders! Ich gebe ihm einen Schubs. „Ich muss schon sagen, eure Unterhaltung ist wirklich SEHR humorvoll!“ Kíli schnaubt nur. Fíli grinst mir zu. Ich grinse zurück und hebe eine Hand zum Abklatschen. Fíli runzelt die Stirn und guckt auf meine Hand. „Ähm... bedeutet das irgendwas?“ fragt er irritiert. Ich starre ihn an. „Ihr... ihr kennt wirklich kein Abklatschen?“ Fíli legt den Kopf schief. „Sollten wir das denn?“ Ich schlage mir die Hand vor die Stirn und atme tief durch. „Ihr habt ja sowasvon keine Ahnung...“ murmle ich. „Hey!“ Fíli klingt entrüstet. „Wir wissen halt nicht das geringste von deiner Welt. Woher denn auch? Wir wussten nicht, dass sie existiert, Gandalf will nichts sagen und du erzählst uns ja auch nie was!“ Jetzt dreht auch Kíli den Kopf und hört zu. Ich nehme die Hand wieder herunter. „Na gut, stimmt ja. Also das, was ich gerade gemacht habe, mit der Hand vor die Stirn, das nennt man Facepalm.“ Die beiden gucken ratlos. „Man tut es, wenn man frustriert oder fassungslos ist.“ jetzt machen sie verständnisvolle Gesichter. Und das „Abklatschen“ macht man, wenn man gemeinsam erfolgreich etwas geschafft hat. Es geht so...“ ich packe Fílis Arm, hebe ihn hoch und schlage meine Handfläche gegen seine. In feierlichem Ton verkünde ich: „Fíli Durin, gemeinsam haben wir es geschafft, deinen Bruder Kíli zu ärgern. Lass uns hoffen, dass wir weiterhin ein so gutes Team bleiben und ihn in den Wahnsinn treiben.“ Fíli lacht und schlägt seinerseits die Hand gegen meine. „Aber gerne!“ Kíli knurrt. „Bloß, weil ich deinem Knöchel eine weitere Misshandlung erspart habe, brauchst du mich nicht so heftig zu bestrafen.“ Ich mache große Augen und bemühe mich um einen unschuldigen Blick. „So heftig?“ frage ich mit leiser, bekümmerter Stimme. Kíli sieht mich an - und wird weich. „Ich sag ja nicht, dass es nicht lustig war... außerdem haut Fíli mir das schon seit Jahren um die Ohren.“ Fíli lacht. „Allerdings, und jetzt habe ich gleich noch was, womit ich dich aufziehen kann...“ Kíli zieht die Augenbrauen hoch. „So? Schlimmer als das Desaster mit Idûn kann es nicht sein.“ „Wer ist Idûn?“ frage ich. Kíli wendet unbehaglich den Blick ab. „Niemand besonderes.“ „Ach nein? Damals warst du aber anderer Meinung...“ quatscht Fíli dazwischen. Kíli funkelt ihn wütend an. Ich gucke zwischen den beiden hin und her. „Wer ist Idûn?“ frage ich noch einmal. Kíli windet sich im Sattel hin und her, das Thema ist ihm offensichtlich äußerst unangenehm. „Ich hab doch gesagt, sie ist niemand besonderes.“ „Sie?“ „Tja, Kíli.“ Fíli zieht bedauernd die Augenbrauen hoch. „Jetzt bist du wirklich in keiner beneidenswerten Situation...“ „Halt's Maul!“ zischt Kíli, und ich zucke vor Schreck über seinen wütenden Ton zusammen. „Ist doch nicht so wichtig“ lenke ich ein. Kíli schließt die Augen und atmet aus. „Na gut: Idûn ist ein Zwergenmädchen, für das ich eine Weile lang gewisse Gefühle hatte. Sie erwies sich allerdings als Besen von Weltklasse, weswegen ich versuche, sie aus meinen Gedanken zu vertreiben, was allerdings nicht funktioniert, da mein lieber Herr Bruder mich ständig daran erinnert!“ ärgerlich schaut er Fíli an, der den Kopf schüttelt. „Sie ist doch längst Vergangenheit. Ich hör jetzt noch das Klirren der Vase, die du damals gegen die Wand geworfen hast.“ Kíli knurrt wieder. Ich sage gar nichts. Mir schwirren ein paar Gedanken im Kopf herum, und so sehr ich mich auch konzentriere, ich kann sie nicht unterdrücken. Gewisse Gefühle... er war in sie verliebt, so viel ist sicher. Aber WARUM, zum Teufel, beschert mir das so ein unangenehmes Gefühl? Was soll das? Ich habe die ungute Ahnung, dass dieses Gefühl und die Gedanken mit dem Kribbeln zusammenhängen, das ich manchmal bei Kílis Anblick verspüre. Verdammte Scheiße, das darf nicht war sein! Ich bin doch nicht etwa... nein, ich weigere mich, das Wort auch nur zu denken. Es ist Unsinn. Absoluter Quatsch. Ich bin ein ELBIN! Und ich muss mich ablenken. Also fange ich wieder an zu singen:

„Lavender's blue, dilly, dilly
Lavender's green
When I am king, dilly, dilly
You shall be queen.

Who told you so, dilly, dilly
who told you so?
T'was my own heart, dilly, dilly
that told me so.

Call up your men, dilly, dilly
set them to work
some to the plough, dilly, dilly
some to the fork.

Some to make hay, dilly, dilly
some to cut corn
While you and I, dilly, dilly
keep ourselves warm.

Lavender's green, dilly, dilly
Lavender's blue
if you love me, dilly, dilly
I will love you.

Let the birds sing, dilly, dilly
and the lambs play
we shall be safe, dilly, dilly
out of harm's way.

I love to dance, dilly, dilly
I love to sing
When I am queen, dilly, dilly
You'll be my king.

Who told me so, dilly, dilly
Who told me so?
I tolt myself, dilly, dilly
I told me so.“ *

Ah, Ablenkung. Es geht doch nichts über Gesang. Fíli und Kíli gucken mich verblüfft an. Was ja auch kein Wunder ist, denn sie haben nichts von dem verstanden, was ich gesungen habe. „Bevor ihr fragt, das Lied handelt von Liebe und Lavendel!“ sage ich süffisant. Die beiden gucken noch einen Moment, dann werfen sie sich einen Blick zu und schauen wieder nach vorne. Den Rest des Tages unterhalten wir uns (nicht über Idûn) oder schweigen.

Irgendwann abends überwältigt mich die Müdigkeit, und da ich gerade kein anderes Kopfkissen habe, lehne ich mich an Kílis Rücken und lege den Kopf auf seine Schulter.
Das hat nichts zu bedeuten, sage ich mir.
Bei Fíli würdest du das auch machen.
Schon, erwidert meine andere Hälfte,
aber bei ihm würde es sich nicht so schön anfühlen, oder?
Klappe.
Das letzte, was ich sehe, bevor ich einschlafe, ist Fíli, der bedeutungsvoll grinst und mit den Augenbrauen wackelt.

*"Lavender's blue" aus Cinderella

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