Warrior Cats - Eine ganz andere Fanfiction...

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4 Kapitel - 3.883 Wörter - Erstellt von: Rari - Aktualisiert am: 2016-07-25 - Entwickelt am: - 1.081 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Das 14-jährige Mädchen Nele ist an sich ganz normal- bis zu diesem Tag. Sie liest eines morgens noch einmal eines der Bücher, als ihr an der Karte etwas ungewöhnliches auffällt...

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    Ich stand vor dem Spiegel, wie jeden Morgen, und versuchte meine langen, blonden Locken zu zähmen. Ein Blick auf die Uhr, die an der Wand hing, verriet mir, dass es schon viel zu spät war. Ich machte mir allerdings nicht daraus- warum auch, es war Sonntag. Dieser verdammte Tag, bevor man wieder in den Montag stolperte. Bei der Vorstellung, morgen wieder die Schulbank drücken zu müssen wurde mir ganz übel. Ich gab den Kampf mit meinem wilden Haar auf und schlüpfte in meine Sonntagskluft: Ein schwarzes Sweatshirt und eine dunkelbraune Jogginghose. Mein großer Bruder sagte mit immer, dass ich damit aussehe wie ein Strauchdieb. Aber in diesem verschlafenen Nest lief so gut wie jeder so rum. Ich drückte die Zimmertür auf, lief über den hölzernen Fußboden und schlich die knarzfreudige Treppe hinab. Als ich in dem winzigen Esszimmer ankam, wusste ich schon, dass mein Bruder bereits ausgeflogen war. Unsere Eltern haben uns vor ein paar Jahren im Stich gelassen, er hat uns dann dieses alte Häuschen gekauft. Mein Blick blieb an dem rappelvollen Bücherregal hängen, das eigentlich nur wegen meiner Sucht nach Warrior Cats so voll war. Ich schnappte mir kurzerhand "Die letzte Hoffnung" und setzte mich damit schwungvoll auf meinen Stuhl. Da mein Bruder mal wieder sein Frühstück nicht weggeräumt hatte, brauchte ich den Tisch nicht extra zu decken. Ich schlug das Buch auf. Wie immer, wenn ich das tat, lachte mir die wunderbar gezeichnete Karte der Territorien entgegen. Ich studierte diese Zeichnung einfach immer wieder, es bereitete mir Freude, zu sehen, wo all die Schlachten und großen Versammlungen stattfanden. Zigtausend mal hatte ich mir alles genau eingeprägt, und immer noch konnte ich mich daran erfreuen. Ich biss gut gelaunt von meiner Schnitte ab und strich einige Seiten glatt. Als ich die Hügel des WindClans musterte, fiel mir etwas auf. Waren das nicht die Hügel neben dem Dorfsee? Und... und... Ich erstarrte und stierte mit offenem Mund auf die Karte. Und der Mondsee? Ja! War ich nicht sogar selbst mal dort gewesen? Die Ähnlichkeit war verblüffend. Außerdem wusste ich nun, was ich an diesem Sonntag unternehmen würde. Ich schlang mein Brot hinunter, sprang von meinem Stuhl auf, schlüpfte in meine Schuhe und stürmte zur Tür hinaus. Ich rannte die Dorfstraße entlang, immer weiter auf den See zu. Ich lief an dem Pferdehof vorbei, der mir jetzt so seltsam vorkam... viel vertrauter eben! Keuchend stand ich dann endlich auf der Kuppe des ersten Hügels. Moment mal. Warrior Cats ist eine Fantasy-Buchreihe. Suchte ich gerade ernsthaft nach diesen fiktiven Katzen? Ich wollte gerade umkehren, da besann ich mich eines Besseren. Wenn ich schon einmal hier war...

    Etwas später stand ich am Mondsee. Ich konnte mir eigentlich selbst nicht glauben, aber es war so. Es war einfach der Mondsee. Ich untersuchte den Boden in der Nähe des recht niedlichen Gewässers, und tatsächlich waren schwach die Pfotenabdrücke von Katzen zu erkennen. Ich ließ mich fallen. Konnte das wirklich sein? War es das wirklich? Ich rappelte mich hoch. Mit unsicheren Schritten wankte ich auf den klaren Teich zu, hockte mich an sein Ufer und streckte eine Hand hinein. Das Wasser war eiskalt, also zog ich meine Hand zurück, stand auf und- ein nasses Moosbüschel. Ehe ich irgendetwas tun konnte, schnippte mein rechtes Bein im 90° Winkel nach oben, und ich in den Mondsee. Das Wasser schwappte mir übers Gesicht, meine Kleidung wurde schwer. Ich schlug mit dem Hinterkopf auf einem Stein oder irgend so etwas auf, alles um mich herum wurde Schwarz. Ich konnte noch denken, aber alles was ich da dachte, war, dass ich sterben würde. Die Kälte betäubte meine Arme und Beine, der Schmerz in meinem Kopf pochte unerträglich stark. Das Wasser riss mich verblüffend weit nach unten, langsam aber sicher ging mir die Luft aus. Ich fühlte mich als würde ich schrumpfen, kleiner werden, mein Gesicht wurde zusammengepresst. War das die schiere Kälte...?
    Das fand ich nicht mehr heraus, denn jetzt wurde ich vollends Ohnmächtig...

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    Japsend erreichte ich die Wasseroberfläche. Vollkommen durchnässt paddelte ich auf das Ufer zu, welches seltsam weit entfernt war. War ich im Wasser wirklich geschrumpft? Warum sah alles an Land so groß aus? Egal. Hauptsache, ich kam aus dieser eisigen Flüssigkeit hier raus. Ich setzte endlich meine Pfoten aufs Land, schüttelte mein Fell und... Halt. Fell. Pfoten. Ich stürzte zurück zum Wasser und betrachtete mein Spiegelbild auf seiner Oberfläche. Eine schwarzbraune Kätzin glotzte mich verdattert und aus giftgrünen Augen heraus an. Ein schwarzer Schweif, ein dunkler Hals und ein schwarzes Gesicht, zusammen mit einem dunkelbraunen Restpelz zierten einen schlanken Katzenkörper. Panisch ließ ich mich auf die Hinterläufe fallen, hob meine Pfoten vor mein Gesicht und wimmerte leise. Was- was war geschehen? Das war definitiv kein Traum! Es war... besser! Oh man, ich wollte schon immer eine Kriegerkatze sein! Ich prüfte die Luft. Keine anderen Katzen waren in der Nähe. Mit kräftigen Sprüngen entfernte ich mich vom Mondsee, mein Fell trocknete angenehm schnell in der Sonne. Ich drang tiefer in das WindClan Territorium ein. Da stieg mir ein penetranter Geruch in die Nase... " Wer bist du! "
    Ich fuhr herum. Eine hellbraune Kätzin stand dort, zusammen mit einer grau-weißen und einem sehr dunkelgrauem Kater, der mich mit seinen stechenden, blauen Augen durchbohrte. Er sprang vor und fuhr die Krallen aus. " Wie ist dein Name und was hast du hier zu suchen? ", fauchte er mich an. Krähenfeder? Ja, kein Zweifel. Was sollte ich nur machen? Ich wusste ja noch nicht einmal, wie man seine Krallen ausfuhr! Ich trat von einer Pfote auf die andere. " Ich bin Nele... Aber... meine Geschichte würdet ihr niemals glauben. " Die hellbraune, definitiv Heideschweif, rollte mit den Augen und schnippte ungeduldig mit dem Schwanz. " Erzähle es uns eben. Los, mach hin! " Wickenpelz, soweit ich sie erkannte, starrte mich böse an. " G- gut... Also, das war so... "
    Als ich fertig war mit erzählen, waren die Gesichter der Clankatzen noch wütender geworden. " Ach, ist das so? ", fragte Heideschweif in einem spitzen Ton. " Du lügst! Du willst einfach nur Beute stehlen! Ehemals ein Zweibeiner! Pah! " Krähenfeder stürzte sich auf mich. Ich wusste immer noch nicht, wie man seine Krallen benutzte, also wurde ich einfach umgerissen. Verzweifelt schlug ich nach ihm, traf ihn an der Seite des Halses... und er flog. Ich verstand alles auf Anhieb. Ich war zur Katze geworden, doch ich besaß immer noch die Kraft und das Wissen eines Menschen. Auch ohne Krallen könnte ich mich locker wehren. Selbstsicher geworden machte ich mich groß und zischte:" Ich habe immer noch die Zweibeinerkräfte! Glaubt ihr mir jetzt? Hm? Oder wollt ihr es allemal spüren? " Wickenpelz wich von mir zurück, Heideschweif fauchte laut und Krähenfeder war noch mehrere Meter entfernt. Als er endlich wieder bei uns ankam, stellte er sich zwischen mich und seine Gefährten und knurrte mich an, diesmal aber sichtlich vorsichtiger. Das nächste was er sagte, überraschte mich, nicht nur weil es so... feindselig rüber kam. " Du kommst mit ins Lager. Kurzstern sollte von so etwas wissen. " Er tappte davon und bedeutete Wickenpelz, Heideschweif und mir, ihm zu folgen. Bald rannten wir, und ich hatte zu tun, den dreien zu folgen. WindClan Katzen waren wirklich so schnell, wie in den Büchern beschrieben. Ich wollte allerdings verschweigen, was es mit den Büchern auf sich hatte und was ich alles wusste. Auch die Namen der Katzen wollte ich noch einmal hören, da ich nicht erklären wollte, woher ich das wusste. Bald kam das Lager in Sicht, vermutlich nicht minder windgepeitscht als die Hügel und das Hochmoor. Heideschweif starrte mich voller Verachtung an. " Wenn du dich einmal daneben benimmst, weißt du, was dir blüht. " Ich nickte, aber hatte sie meine Kraft etwa schon wieder vergessen?

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    Las kleine Hilfe hier die Hierarchien der Clans ^^

    WindClan

    Anführer:
    Kurzstern

    2. Anführer:
    Aschenfuß

    Heiler/in:
    Falkenflug

    Krieger:
    Windpelz
    Krähenfeder
    Schlackenfuß
    Ginsterschweif
    Rennpelz
    Hasensprung
    Heideschweif
    Blattschweif
    Nachtwolke
    Eulenbart
    Grasbart
    Schwalbenschweif
    Sonnenstrahl
    Hellschweif
    Bartnase
    Brockenpelz
    Wickenpelz

    Schüler:
    Kauerpfote
    Lerchenpfote

    Älteste:
    Spinnenfuß
    Fetzohr

    DonnerClan

    Anführer:
    Brombeerstern

    2. Anführer:
    Eichhornschweif

    Heiler/in:
    Häherfeder

    Krieger:
    Graustreif
    Millie
    Borkenpelz
    Sandsturm
    Farnpelz
    Wolkenschweif
    Dornenkralle
    Blattsee
    Spinnenbein
    Birkenfall
    Weißflug
    Beerennase
    Mohnfrost
    Haselschweif
    Mausbart
    Rußherz
    Löwenglut
    Fuchssprung
    Eiswolke
    Unkenfuß
    Rosenblatt
    Wurzellicht
    Blumenfall
    Hummelstreif
    Taubenflug
    Efeusee

    Schüler:
    Kirschpfote
    Maulwurfpfote

    Königinnen:
    Minka
    Ampferschweif
    Lichtherz

    Junge:
    Lilienjunges
    Saatjunges
    Bernsteinjunges
    Taujunges
    Schneejunges

    Älteste:
    Charly


    SchattenClan

    Anführer:
    Schwarzstern

    2. Anführer:
    Eschenkralle

    Heiler/in:
    Kleinwolke

    Krieger:
    Eichenfell
    Rauchfuß
    Pilzkralle
    Apfelfell
    Krähenfrost
    Rattennarbe
    Schneevogel
    Bernsteinpelz
    Olivennase
    Eulenkralle
    Kratzfuß
    Tigerherz
    Lichtfell
    Starenflug
    Iltiskralle
    Kiefernnase

    Königinnen:
    Knotenpelz
    Efeuschweif

    Junge:
    Taujunges
    Spatzenjunges
    Nebeljunges

    Älteste:
    Mohnblüte
    Schlangenschweif
    Weißwasser
    Zedernherz


    FlussClan


    Anführer:
    Nebelstern

    2. Anführer:
    Schilfbart

    Heiler/in:
    Mottenflügel
    Maulbeerglanz

    Krieger:
    Graunebel
    Eisflügel
    Regensturm
    Fischflosse
    Kieselfuß
    Malvennase
    Blütenfell
    Wiesenfell
    Otterherz
    Drosselflug
    Lachsbach
    Algenfuß
    Höhlenflug
    Flitzschweif
    Minzfell

    Königinnen:
    Dämmerfell
    Moospelz

    Schüler:
    Schniefpfote

    Älteste:
    Bleifuß
    Tupfennase
    Springschweif



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    Ich traute mich nicht, auch nur eine Pfote zu rühren, nachdem ich Kurzstern und dem ganzen Windclan meine Geschichte erzählt hatte. Ein Blick in das Gesicht von Nachtwolke hatte sogar noch mein kürzestes Schnurrhaar gefrieren lassen. Logisch, wenn ich ihren Gefährten angriff. Kurzstern sah mich nachdenklich an. Sein Gesichtsausdruck hätte alles bedeuten können, anscheinend war er hin und her gerissen. Schließlich richtete er sich auf. »Wenn wir diese Katze vertreiben würden, wohin würde sie als nächstes gehen?«, fragte er. Schweigen. Er verzog das Gesicht, und spuckte folgende Worte förmlich aus:»Zum Donnerclan natürlich!« Aschenfuß, die 2. Anführerin, nickte. »Wir wollen doch nicht, dass sie noch eine so unglaublich starke Katze bekommen, oder?«, schnurrte sie und schaute mich überraschend warmherzig an. »Also... dann behalten wir sie hier?«, maunzte eine Katze im Hintergrund zögerlich. Die graue Kätzin schien, zu meiner Erleichterung, wirklich nichts dagegen zu haben. Ich wandte meinen Kopf nun wieder zu Kurzstern, der noch zu überlegen schien. Schließlich sprang er auf einen großen Ast, der mitten im Lager herumlag, und verkündete:»Wir werden Nele vorerst in diesem Clan behalten. Da sie anscheinend noch nicht weiß, was sie hier wirklich tun soll, wird sie Bärenpfote heißen. Heideschweif, bring ihr alles bei, was man als Clankatze können muss. Wenn sie bereit ist, gebe ich ihr ihren Kriegernamen.« Ich senkte respektvoll den Kopf, weigerte mich aber, Heideschweifs Nase zu berühren, was ihr selbst nicht sonderlich missfallen sollte. Sie dürfte sich in diesem Moment ziemlich seltsam fühlen, da sie eine über 12 Monde alte Kätzin unterrichtete. »Also...«, begann sie kühl. »Weißt du alles, was eine Katze über ihren Körper wissen muss?« Ich zuckte beleidigt mit einem Ohr, und versuchte, den ironischen Unterton zu überhören. »Nein.« Heideschweif stöhnte, und ich sah ihr an, wie sie sich gerade vorkommen musste. Sie holte tief, tief Luft, und fing an zu erklären. Wie man ordentlich sein Fell pflegte, eine Maus fraß (mein Lieblingsunterricht), seine Krallen ausfuhr, mit dem Schwanz umging, wie man die Ohren bewegte- nichts ließ sie aus. Da ich die vierte Staffel von WaCa mehrmals gierig verschlungen hatte, mit all den Tipps der dunklen Krieger, kamen meine Jagd- und Kampfstunden auch immer zu guten Ergebnissen. Eines Tages schlenderte ich dann neben meiner Mentorin her, die ich um mindestens einen halben Kopf überragte, und unterhielt mich lachend mit ihr über Brockenpelz, der letztens in den Grenzbach gefallen war. Mittlerweile konnte ich schon Mäuse und Kaninchen fangen, dazu noch ein paar Kampftricks. Auf einmal standen Windpelz und Eulenbart vor uns. »Was ist denn, ihr zwei?«, fragte Heideschweif, mit der ich mich nun doch etwas angefreundet hatte. »Aschenfuß schickt uns. Ihr sollt mit zur Patrouille am Bach beim Donnerclan kommen.«, schnarrte Windpelz, der sichtlich wegen irgendetwas verärgert war. Ich sah die beiden durchdringend an, mit meinen giftgrün-gelben Augen. »Glotz' nicht so, Kätzchen!«, keifte der schwarze Kater mich nun direkt an. Eulenbart sprang vor. »Jetzt ist keine Zeit für sowas. Kommt einfach mit, ja?« Ich nickte. »Um was geht es denn nun eigentlich?«, hakte ich ein, als ich neben den anderen über die weiten Hügel raste. Ich war während meiner Zeit beim WindClan beträchtlich schneller und wendiger geworden, und so flog das Gras nur so unter meinen Pfoten hinweg. »Löwenglut.«, kam Windpelz dem anderen Kater mürrisch zuvor. »Was? Den mach' ich fertig!«, jaulte Heideschweif, und jäh blitzte Zorn in ihren Augen auf. »Was hat er denn wieder verbrochen?«, meinte ich etwas ruhiger, und trotzdem aufgebracht. Eulenbart setzte über einen dicken Ast hinweg, und schien erst mal Atem für eine Antwort zu sammeln. »Was wohl? Er war auf unserem Gebiet, und das ist er jetzt vermutlich immer noch!« »Deswegen haben wir ja auch dich geholt, Bärenpfote.«, kommentierte Windpelz. Meine Mentorin hingegen wurde nur noch wütender, als sie das hörte. Sie überholte glatt den schwarzen Kater an der Spitze, und schrie:»Wenn ich diesen Sack Flöhe nur in die Pfoten kriege, dann kann der was erleben!« Da sie so ein sehr strammes Tempo vergab, mussten ich und die zwei Kater natürlich auch einen Zahn zulegen. Das von der Sonne gebleichte, gelbliche Gras knisterte unter meinen Tritten, Wind peitschte mir ins Gesicht und ließ meine Augen feucht werden. Und da sah ich es: Goldenes Fell, das sich über starke Muskeln spannte- starke Muskeln auf dem falschen Territorium! Fauchend blieb Heideschweif stehen, ihr gesträubtes Fell ließ sie doppelt so groß erscheinen. »Ganz ruhig.« Aschenfuß stellte sich zwischen die beiden, dann wandte sich ihr wütender Blick zu Löwenglut. »Und jetzt verschwinde von unserem Territorium, oder müssen wir erst nachhelfen?« Hinter Löwenglut standen Efeusee, Beerennase und Kirschpfote. Die Augen der jungen DonnerClan-Kätzin waren geweitet. Löwenglut rührte sich nicht. »Ich werde hier nicht weggehen.«, miaute er einfach und zuckte ungerührt mit einem Ohr. Heideschweif und Windpelz fauchten, während Aschenfuß sich aufgebracht zu mir umdrehte. »Los, Bärenpfote. Schmeiß ihn hier raus.« »HA! Bärenpfote?«, höhnte Löwenglut plötzlich. »Wie das? War sie zu schlecht, um Krieger zu werden, oder was? Warum lasst ihr sowas gegen mich antreten?« Ich konnte mir nicht erklären, wie mir der goldene Kater in den Büchern sympathisch erscheinen konnte. Nein, ich konnte nicht nur, ich wollte ihn von „meinem“ Land schmeißen! Jaulend stürzte ich mich auf ihn. Ich hörte sein verdutztes Keuchen, dann spürte ich Krallen an meinen Schultergelenken. Ich krampfte meine Klauen ebenfalls in seine Schultern. »Wollen wir doch mal sehen, wie unbesiegbar du bist!«, rief ich aus, und zerrte ihn kraftvoll über den Boden. »Löwenglut! Lass den Quatsch!«, kreischte Efeusee aufgeregt, doch Beerennase war bereits über die Grenze gesetzt und sprang mich ebenfalls an. »Bleib weg, Fellball!« Heideschweif stürzte sich auf ihn, bevor er mich erreichen konnte. Derweil dachte ich nach, was ich mit meinem Widersacher anstellen konnte. Er leistete guten Widerstand, aber letztenendes war ich doch noch stärker. Und genau so groß wie er, obwohl ich ja eine Kätzin war. Ich hatte ihn inzwischen irgendwie in den Schwitzkasten genommen und schnappte nach seinem Nackenfell, um ihn vielleicht sogar schleudern zu können. »Geh runter von mir!«, presste er hervor, dann stieß er mich mit aller Kraft weg. Ich torkelte zurück, dann kam mir eine Idee. Keine sonderlich geniale, aber so würde ich jede aufdringliche DonnerClan-Katze aus dem Territorium fegen können. Ich stürmte auf Löwenglut zu, und rammte ihn mit voller Breitseite. Ich spürte, wie ich durch den Aufprall die Luft aus seinen Lungen presste, und wie er förmlich über den Grenzbach flog. Triumphierend jaulte ich auf, dann wirbelte ich herum, packte Beerennase, der wild Schläge mit Heideschweif austauschte, am Nackenfell wie ein Junges und zerrte ihn weg. Er japste. »Lass mich los!« Im selben Moment stolperte ich über eine seiner zappelnden Pfoten und fiel, wobei ich ihn tatsächlich loslassen musste. »Ha!« Er sprang auf und nagelte mich am Boden fest. Er hatte wie es aussah aber trotzdem vergessen, dass ich Hinterbeine besaß. »Ups.« War das einzige, was ich sagte, als er auf demselben Weg wie sein Clangefährte zurück auf seine Seite der Grenze segelte. Ich rappelte mich auf, sträubte das Fell und entblößte die Zähne. »Legt euch ja nicht mit uns an!«, rief ich den fliehenden Flohpelzen hinterher. Meine gesamte Zuneigung für den DonnerClan war wie weggepustet. Ich schnaubte verächtlich und schnippte mit dem Schwanz. »Feiglinge!«, knurrte Windpelz und wandte sich dann um. »Jetzt haben sie begriffen, dass WIR die stärkeren sind!« »Nicht so voreilig.« Aschenfuß legte dem Krieger den Schwanz auf die Schulter. »Aber du hast Recht. Sie dürfen sich nicht für die Herrscher aller Katzen halten, nur weil sie jede einzelne Prophezeiung für sich beanspruchen.« Ich begann langsam, wirklich ein inneres Feuer für den WindClan zu entwickeln, und verstand auch, warum sie den DonnerClan hassten. Anscheinend das Wunschkind unserer Ahnen... »Heideschweif, Eulenbart, Bärenpfote, würdet ihr dann bitte noch jagen gehen?«, bat Aschenfuß nach einiger Zeit. Ich nickte, und verschwand mit den zwei Kriegern im Heidegras.

    Gut, teilweise stellte ich mich bei der Jagd laut Aussagen meiner Clangefährten noch „tapsig“, „ungeschickt“ oder „wie eine kletternde FlussClan-Katze“ an, aber ich fand, dass ich mich recht gut schlug. Meistens. Ich prüfte die Luft. Es war schlichtweg überwältigend, die Sinne und Eindrücke einer Katze zu haben. Bald registrierte ich ein leises Knistern in der Heide, und ein unverkennbarer Geruch strich über meine Zunge. Maus! Ich duckte mich ins Gras und schaute mich vorsichtig um. Da noch nichts in Sichtweite war, öffnete ich wieder das Maul und inhalierte die feuchte Luft und spitzte die Ohren. Ich folgte dem süßlichen Moschusgeruch der Maus und entdeckte das kleine Tier bald in einem Teppich aus grünem Klee. Ahnungslos knabberte es an einer Art Korn, aber das interessierte mich jetzt nicht. Ich konzentrierte mich und pirschte mich näher heran. Gerade, als ich abspringen wollte, wischte mein Schwanz über den Boden und verursachte ein deutlich hörbares Geräusch. Dummes Ding! War nur zum Wedeln was nütze! Die Maus schreckte hoch und war binnen Sekunden in dem dichten Halmgewirr des Hochmoores verschwunden. Verdammt. Ich rümpfte die Nase und hielt sie daraufhin wieder frustriert in die Luft. Zum Glück war es gerade Sommer... Halt... Blattgrüne, und Beute gab es reichlich. Ein Hauch Kiebitz lag in der Brise. Also doch noch eine kleine Chance für mich? Ich seppelte los, dachte nicht lange nach, rauschte in einem Spitzentempo heran, machte einen beherzten Sprung und landete auf dem erschrocken flatternden und kreischenden Vogel. Knack - das war sein Genick. Volltreffer! Stolz hob ich den erschlafften Körper meines Opfers vom Boden auf und trug ihn zurück zum Lager. Das Blut in meinem Maul schmeckte immer noch gewöhnungsbedürftig, die Verlängerung meines Rückgrades peitschte manchmal einfach unkontrolliert umher, und dieses eigentümliche Gefühl in meinen Zehen war auch verwirrend. A apropos Blut... Diese Flüssigkeit lief gerade zur Genüge an meinen Schultern hinab, und die Wunden, die Löwengluts lange Krallen verursacht hatten, brannten wie verrückt. »Guter Fang, Bärenpfote!«, rief da jemand hinter mir. Eulenbart sprang an meine Seite, ein Kaninchen baumelte von seinen breiten Schultern. Ich schielte erst skeptisch auf meinen Kiebitz, und stellte dann fest, dass der Vogel tatsächlich nicht gerade klein war. »Fanke«, nuschelte ich verlegen, und musterte derweil seine Beute. »Dein Kaninfen ift aber au' nif' flecht!« Eulenbart zuckte nur die Achseln. »Durchschnittlich, finde ich.« Kurz darauf hatten wir den von Ginstergestrüpp gesäumten Lagereingang durchquert, unseren Fang auf dem Frischbeutehaufen abgelegt, und sind anschließend beide zum Heilerbau gegangen, da wir beide ein paar Blessuren von dem Kampf abbekommen hatten. »DonnerClan?«, riet Falkenflug mit abschätzigem Tonfall, als wir sein Heim betraten. »DonnerClan.«, knurrte Eulenbart mit einem ebenso genervten Ohrenzucken zurück, setzte sich, und ließ den Heiler seine Wunden untersuchen. Derweil setzte ich mich auf eines der weichen Moosbetten und wartete, bis ich an der Reihe war. Eulenbart fuhr seine Krallen ein und aus, und war kaum noch als der charmante Kater zu erkennen, der mir ein Kompliment über meine Beute gemacht hatte. Mir fiel in dem Moment wahrscheinlich nicht auf, dass ich gerade ganz genau in sein Verhaltensmuster passte. Verdrießliche Miene, zuckende Pfoten, peitschender Schwanz. »Halt still!«, schalt mich da Falkenflug, woraufhin ich meine Unmutsbekundigungen einstellte. Eulenbart schmunzelte amüsiert. Er selbst zappelte immer noch herum. Ich warf ihm einen gespielt finsteren Blick zu, während Falkenflug irgendwas auf meinen Kratzern verrieb, und mit Spinnweben festpappte. »So.«, sagte der Heiler, »Ihr solltet euch in nächster Zeit nicht unbedingt im Dreck wälzen oder schwimmen gehen. Verstanden?« »Yup.« »Hmh.« Wir verließen den Bau wieder. Ich schreckte auf, als etwas laut und bedrohlich knurrte...

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