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Magic at the Human World

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3 Kapitel - 2.377 Wörter - Erstellt von: Flora Rose - Aktualisiert am: 2015-08-16 - Entwickelt am: - 535 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Ich habe mich nach langem Zögern und Zagen entschlossen, eine Geschichte von mir zu veröffentlichen.

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    Schreibt bitte in die Kommentare ob sie euch gefällt, dann gibt es weitere Teile.
    Gern gesehen sind aber auch Verbesserungsvorschläge.



    Weg, einfach weg.
    Ich halte es nicht mehr aus, immer dasselbe.
    Aber zuerst zu meiner Person: Ich heiße Grace. Ich weiß, es klingt wie der älteste Name der Welt, aber ich finde er passt zu mir. Angeblich hat ihn meine Mutter ausgesucht. Ich habe sie leider nie kennengelernt, bin in einem Heim aufgewachsen. Dort bin ich auch mit 17 ausgebüxt. Ein Jahr später war ich volljährig und ich konnte mich gut mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten. Mit 18 war ich denen dann egal. Heute bin ich 22, habe dunkelrote Haare die mir etwas über die Brust reichen, bin schlank, normalgroß und arbeite zurzeit in einem Supermarkt. Es ist immer relativ wenig los, ach was lüge ich hier herum, es kam fast kaum jemand. Nur Leute, die sich ab und zu hierher verirren, wissen überhaupt von diesem Laden.
    Und die sind auch meistens betrunken oder so.
    Machen dann Angebote, so was wie ''Hey Süße, komm doch mal mit''.
    Richtig armselig, wenn du mich fragst. Ich frage mich sowieso wie jemand hierher kommen würde, selbst im betrunkenen Zustand.
    Auf jeden Fall habe ich keine Lust mehr auf das alles.
    Rund um den Supermarkt stehen ein paar Container, welche schick eingerichtet waren. Also jetzt kein Luxus, aber es war gut zum Leben.
    Diese Wohnheime nehmen aber nicht die Trägheit und Langeweile von diesem Ort.
    Hier ist es so verschlafen, dass selbst der Eigentümer des Ladens fast nie hierher kommt. Nur ab und zu, wenn er mal wieder in die Nähe kommt. Wenigstens muss ich dank der wenigen Kunden keine Arbeitsuniform oder Ähnliches tragen, und so kann ich in meinen Lieblingsklamotten zur Arbeit: nämlich Jeans und T-Shirt plus eine leichte Jacke.

    Ich muss jetzt dann mal aufstehen, bald sollte ich den Laden aufschließen. Lieg schon viel zu lange rum. Ich strecke mich noch einmal und mache dann alles, was man morgens halt so macht: Morgenhygiene, Anziehen, Frühstücken. Ich öffne die Tür zu meinem Wohnsitz und stecke mir die Kopfhörer meines Ipots in die Ohren. Die Klänge lenken mich sofort von diesem trostlosen Ort ab, und ich mache mich auf den Weg zu dem Supermarkt und schaue mich um. Rund um meine vertraute Umgebung erblicke ich Hügel, die sich rechts und links erstrecken. Die Container und der Laden sehen aus wie billig eingefügt und das alles erscheint irgendwie unwirklich. Als wäre das hier ein Berg und man hätte in der Mitte die Erde ausgehoben, nur um so einen unnötigen Supermarkt zu bauen. Tja, wer versteht schon die hohen Tiere? Ich versuchte mich trotz des Musikgenusses etwas zu beeilen.

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    Schon von Weitem sehe ich schon einen Typen, der vor dem Supermarkt wartet. Er hat zerschlissene Kleidung an und schläft wahrscheinlich. Als ich näher komme, bemerke ich, dass er direkt vor der Eingangstür liegt und ich somit nicht aufschließen kann. Ich betrachte ihn genauer. Der Mann schnarchte. Er schien schon etwas in die Jahre gekommen zu sein, und er hat einen Stock neben ihm liegen. Er wirkt aber anders als die anderen Betrunkenen die hier manchmal vorbeikommen. Nicht zuletzt weil er ein dickes Buch in seiner Jackentasche versteckt hält, welches während des Schlafens wohl aus dieser gerutscht ist. Da ich sehr gerne lese nehme ich den Buchtitel genauer unter die Lupe. Komische Schriftzeichen. Doch bevor ich nach dem Buch greifen will, erinnere ich mich daran, dass ich ja den Laden aufschließen muss. Ich ziehe meine Kopfhörer aus meinen Ohren und verstaue meinen Ipot in der Hosentsche meiner Jeans. Sanft frage ich: "Entschuldigung, könnten sie bitte etwas zur Seite rücken?" Er schrickt auf und blickt sich um. Ich halte mir die Hand vor den Mund. "Es tut mir schreklich leid, ich wollte sie nicht erschrecken. Aber ich muss den Laden aufschließen." Aus seinem erstaunten Blick wird ein Lächeln. "Natürlich. Nicht jeder ist so freundlich wie sie, Madam." Er rückt etwas zur Seite. "Dankeschön, sowas hört man gerne.", antworte ich und mach mich an der Ladentür zu schaffen. "Sie können, wenn sie möchten, gerne mit hereinkommen. Wir haben zwar Frühling, doch in der Früh ist es noch sehr frisch." Dankend nimmt er an und folgt mir in das Gebäude. Dort legt er sich hin und erklärt, dass er eine lange Reise hinter sich habe und sich ausruhen müsse. Verständnisvoll nicke ich ihm zu und er schläft ein, natürlich mit seinem üblichen Schnarchen.

    Ich gehe wie immer meiner Arbeit nach, doch das Buch will nicht aus meinem Kopf raus. Immerzu muss ich an diese komischen Zeichen denken. Ist es eine Art Geheimschrift, oder eine andere Sprache? Ich verwerfe die Gedanken und schnappe mir den Besen. Wenn ich die Gänge kehre, werde ich mich doch wohl abregen können...

    Aber auch nachdem ich die Regale und das Lager, sowie die Kasse kontrolliert hatte, ging das Buch nicht aus meinem Kopf. Ich stellte mich nachdenklich an die Kasse und betrachtete den alten Mann. Ob er es merken würde, wenn ich mir es kurz ansehen würde? Nur ganz kurz? Ich überlegte weiter, ob es ihn vielleicht wütend machen würde, wenn ich das Buch nehmen würde.
    Plötzlich vernehme Lärm von draußen und schaue reflexartig nach draußen. Durch die Milchglasscheiben konnte ich nur wenig erkennen, doch dass ein blaues Auto vorfuhr, sah ich gerade noch.
    Und das einzige Mal, wenn ein Auto hierher kam, dann war der Fahrer.....
    "Oh hallo, schöne Grace!"
    ...mein Chef. Er war ungefähr in meinem Alter, höchstens fünf Jahre älter als ich. Ich fand ihn äußerst unsympathisch, nicht zuletzt, weil er sich so benahm wie die örtlichen Saufkumpanen, nur eben nüchtern. Na toll,.......
    "Guten Tag. Kann ich Ihnen irgendwie behelfen?"
    "Ach, ihre Anwesenheit ist schon Hilfe genug, meine Schöne." Komischerweise hat er den Mann neben dem Eingang nicht bemerkt. Er kam hinter den Tresen.
    "Weißt du Grace, du bist echt scharf...."
    Er kommt gefährlich näher und beugt sich zu mir runter. Ich drücke ihn entschieden weg. "Wenn Sie nichts wollen, dann verschwinden Sie jetzt besser!", gifte ich ihn an.
    "Ach Süße komm schon. Das alles hier gehört mir!", sagte er und drehte sich einmal um sich selbst. Der immer noch schlafende Mann wurde wieder nicht bemerkt. Doch ich konnte nicht lange darüber nachdenken, denn er startet eine neue Attacke, nur dass er jetzt meine Hände am Handgelenk mit der einen Hand festhält und mit der anderen mein Kinn hebt. Langsam beugt er sich erneut zu mir herunter...

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    Er bricht vor mir zusammen.
    Fassungslos sehe ich meinen Chef an.
    Der alte Mann war offenbar aufgewacht und hat alles gesehen. Laut seiner Position nach zu urteilen hat er meinen Vorgesetzten mit seinem Stock niedergeschlagen.
    Mit offenem Mund blickte ich von meinem bewusstlosen Chef zu dem alten Mann.
    "Bleib hier oder komm mit.", unterbrach mein Retter die Stille.
    Verdutzt beobachtete ich ihn während er seine Sachen aufhebt und mich anschließend anlächelt.
    "Du wirst schon die richtige Entscheidung treffen."
    Und mit diesen Worten verlässt er den Laden. Kurz blicke ich von der Ladentür zu meinem am Boden liegenden Chef und weiß, was zu tun ist.

    Schnell trete ich aus dem Laden. Ich sehe mich um und erblicke den alten Mann, wie er den linken Hügel heraufsteigt. Ohne nachzudenken, folge ich ihm.

    Als ich oben ankomme, sehe ich, dass der Mann bereits auf mich gewartet hat. Völlig außer Puste gönne ich mir eine kleine Pause, doch er läuft bereits weiter. Ich atme noch einmal tief durch und lasse meinen Blick über die Container und den Laden schweifen. Mich beschleicht das leise Gefühl, dass ich dieses Bild lange Zeit nicht sehen werde. Mich ergreifen leise Zweifel, doch als ich sehe, dass mein Chef aus der Ladentür tritt, verschwinde ich schneller als er schauen kann und folge dem alten Mann, der mittlerweile am Fuß des Hügels angekommen ist.

    Der Mann steht vor einem kleinen Altar aus Steinen, welcher aussieht als hätten ihn Kinder gebaut. Ich komme etwas erschöpft unten an und werde lächelnd von dem Mann begrüßt. Ich betrachte den Altar genauer.
    An der Oberfläche befinden sich vier Vertiefungen, die wie Hände aussehen, immer zwei gegenüber. Das eine Paar ist um einiges größer als das andere Paar. Sie sind in einem Kreis angeordnet und in der Mitte befindet sich ein schwarzer Diamant.
    Warum ich weiß, dass es ein schwarzer Diamant ist und kein gewöhnlicher Stein? Ich trage einen schwarzen Diamanten als Halskette. Die Kette hat mir meine Mutter hinterlassen und ich habe sie später im Heim bekommen. Daneben lag ein Zettel mit der Aufschrift: "Du hast diese Steine schon immer geliebt. Hüte diesen hier wie deinen Schatz." Zuerst dachte ich es wäre von meinem Chef, als Anmache oder so, aber der Text hatte mich doch etwas verwirrt, weswegen ich meinen Chef nie darauf angesprochen hatte. Naja, auf jeden Fall habe ich die Kette erstmal aufgehoben.
    Nachdem ich den Altar genug betrachtet habe, blicke ich das erste mal nach oben auf die Landschaft. Mittlerweile ist die Abenddämmerung eingebrochen und die orange-roten Sonnenstrahlen tauchen alles in ein warmes und angenehmes Licht.
    Während ich das Lichtspiel betrachte, kramt der alte Mann in seinen Taschen, und zieht schließlich das Buch mit den kryptischen Zeichen heraus. Er räuspert sich kurz und ich drehe mich wieder zu ihm um.
    "Grace, da du dich entschieden hast mitzukommen, weißt du überhaupt warum ich dich gebeten habe mitzukommen?"
    Ich schüttle den Kopf und wundere mich gleichzeitig über etwas. Woher kannte der Alte meinen Namen?
    "Nun ja, ich habe gesehen, mit welchem Blick du dieses Buch angeschaut hast. Es ist sehr wertvoll, nicht hier aber dort wo wir jetzt hingehen werden. Bist du immer noch entschlossen, mit mir zu gehen? Überlege gut."
    Ich überdenke diese ganze Sache noch einmal. Hält mich irgendwas hier? Alles was mir etwas bedeutet, habe ich dabei. Meine Eltern haben mir nichts wie ein Fotoalbum hinterlassen, außer die Kette, die ich sowieso immer trage.
    Andererseits ist das alles hier schon verrückt. Soll ich dem Alten vertrauen?
    "Dürfte ich noch etwas wissen? Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, aber ich habe sie erst heute Morgen getroffen und Sie wissen bestimmt welche Gestalten heutzutage auf den Straßen herumlungern. Wie kann ich also sicher sein, dass Sie mich nicht entführen oder sowas?"
    Ihm entfährt ein belustigtes Schnauben. "Tja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm...", murmelt er leise, bevor er sich wieder an mich wendet.
    "Sicher sein kannst du nicht. Du musst auf dein Gefühl hören. Wenn du es für Richtig hältst, komm mit. Aber wenn du noch nicht bereit bist, bleib hier. Es ist ganz allein deine Entscheidung."
    Plötzlich.... Flashback.
    >Eine junge Mutter ist mit ihrer Tochter in einem wundervollen Garten voller beweglichen Blumen. Die beiden stehen vor einer gefährlich aussehenden Fleischfresserpflanze mit Löwenmähne.
    "Aber Mama, ich hab Angst...", wimmert das kleine Mädchen, und versteckt sich hinter ihrer Mutter.
    "Ach Schatz,....", will die Mutter anfangen, doch wird von der brüllenden Pflanze unterbrochen.
    Das Mädchen schrickt auf. Daraufhin geht die Mutter in die Knie und nimmt das verängstigte Mädchen bestimmt an den Schultern.
    "Mäuschen, hör mir jetzt genau zu. Hol es, oder nicht. Ich weiß, wie schwer das ist, selbst mir ist mein Talisman einmal in sein Maul gefallen. Und siehe da,", die Mutter zeigt ihren Ring mit einem schwarzen Diamanten in der Mitte, "hier ist er wieder. Aber du kannst ihn natürlich auch dort lassen, wenn du dich noch nicht bereit fühlst. Es ist ganz allein deine Entscheidung." <

    Ich schrecke aus dem Deja-vu hoch und blicke den Alten an. Er scheint nichts von meinem Flashback mitbekommen zu haben. Das war ja mal komisch, so etwas ist mir noch nie passiert. Es war, als hätte ich einen Teil meiner Vergangenheit gesehen....
    Deshalb, und weil ich wissen will, was es mit dem Buch und dem Alten auf sich hat, entschließe ich mich, mit dem Mann mitzugehen. Ich nicke ihm entschlossen zu, und er versteht.
    Er nahm meine Hände und drückt sie sanft, aber bestimmend ist die Vertiefungen im Stein.
    Zuerst sind sie zu groß, aber dann passen sie sich ein Blinzeln später langsam an. Wie merkwürdig...
    Inzwischen hat der Alte es mir gleichgetan, und seine Hände in den noch übrigen zwei Vertiefungen platziert. Er spricht leise irgendwelche Worte, und meine Sicht verschwimmt zu einem angenehmen dunklen Blau, welches mich an einen ruhigen See erinnert. Eine sanfte Melodie erklingt, welche mich langsam in einen kuscheligen und süßen Schlaf einlullt.....

Kommentare (1)

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Dark Dragon (60014)
vor 754 Tagen
Das ist echt cool! Bitte mach weiter so, ich würde mich freuen!