Traum von Mittelerde - Hobbit Teil 1 - Kapitel 14

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1 Kapitel - 1.573 Wörter - Erstellt von: Lossiel Niquesse - Aktualisiert am: 2015-08-13 - Entwickelt am: - 1.169 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

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...

„Lossiel...“
Hmmm... Hm?
„Lossiel...“
Was...?
„Lossiel, wach auf...“
Neiiin...
„Lossiel...“
Geh weg...
„Lossiel, komm schon...“
Verschwinde endlich...
„Lossiel...“
„HAU AB, DU SPANNER!“ brülle ich und schieße in die Höhe. Mit einem überraschten Aufschrei fällt Kíli nach hinten. Ich gucke ihn genervt an. „Hab ich dir nicht gesagt, dass ich unausstehlich bin, wenn ich geweckt werde?“ Kíli zieht eine Augenbraue hoch. „Hast du, aber wir müssen trotzdem weiter.“ Ich verziehe das Gesicht, dann lasse ich mich wieder rücklings umkippen und schließe die Augen. Ich höre Kíli leise stöhnen, dann erhalte ich einen kräftigen Stupser in die Seite.
Ich drehe ihm den Rücken zu.
Noch ein Stupser, etwas stärker.
Ich fauche gereizt.
„Lossiel!“ Kíli klingt nun echt entnervt. „Steh jetzt auf!“ „Du hörst dich an wie Thorin!“ schnauze ich zurück. „Ja, der hat das auch schon gesagt. Komm jetzt!“ „Nicht in diesem Ton!“ Kíli knurrt. Dann, nach einer kleinen Pause, in der ich schon fast wieder ins - mehr oder weniger - selige Reich der Träume zurückgeglitten bin, sagt er in einem Tonfall, der haargenau so klingt wie der, den Thorin damals in Beutelsend verwendet hat: „Besäßest du wohl die Güte, deine erhabenen Gliedmaßen zu rühren und uns das Licht deiner strahlenden Silberaugen zu schenken?“
Stille.
Ich gebe ein langgezogenes Stöhnen von mir und richte mich demonstrativ langsam auf, dann drehe ich den Kopf zu Kíli, reiße meine strahlenden Silberaugen weit auf und glotze ihm ins Gesicht. „Bin schon da!“ sage ich einem Ton, als ob das eine Selbstverständlichkeit wäre. Kíli starrt mich an, dann verdreht er die Augen. Ich werfe noch einen sehnsüchtigen Blick auf meine Decke, dann rappele ich mich auf - nur um gleich wieder einzuknicken. Mann, tut das weh! Was ist mit meinem bescheuerten Fuß los? Kíli fängt mich auf - wieder mal - und schüttelt den Kopf. „Dein Knöchel wird wohl nicht in einer Nacht verheilen, Kleines.“ Mein Knöchel? Verheilen... ach so! Die Erinnerungen an den letzten Tag strömen in meinen Kopf zurück, der sofort zu schmerzen beginnt. Aufwachen - Kílis Umarmung - Dwalin, die Dampflok - Blickduell mit Thorin - Fíli und Kíli, unwillig, mich zurückzulassen - Kílis Arm um meine Schultern - ein Kribbeln fährt durch meinen Leib. Hä, was soll das denn? Weiter... Fílis Bemerkung vom Liebespaar (pfffffft! Spinner!) - Ritt hinter Kíli - Gelächter mit ihm und seinem Bruder - das Loch - Aua! Ein stechender Schmerz fährt in den betroffenen Knöchel. Ich verziehe das Gesicht. Thorins urplötzliche Entscheidung, mich mitzunehmen - Müdigkeit... jetzt werden die Erinnerungen verschwommener. Kílis Gesicht über mir... seine markanten schönen Züge... ähm... was? Markante schöne Züge? Kommt das etwa aus MEINEM Gehirn? Hastig schiebe ich die Erinnerung auf den Haufen, der sich schon angesammelt hat. Schade eigentlich, denn irgendwie ist sie schön... SCHLUSS! Weiter... Thorin, der mich trug... wieder Kíli, der mich auf meine Decke legte. Dann Pause... und dann... ja, noch einmal Thorin! Wie konnte ich das vergessen? Thorin, der mich um Verzeihung bat... Ich fasse die Erinnerungen zusammen, mische sie durch und betrachte die Quintessenz.
Ergebnis: gut.
Grund: ich komme offiziell mit.
Schlussfolgerung: Ich habe sie hoffentlich überzeugt.
Folgende Verhaltensweise: fröhlich.
Moral: Alles hat seinen Preis/Bloß nicht aufgeben.

Ich hebe den Kopf und grinse Kíli an. „Alles Ugo. Soll ich wieder hinter dich?“ Kíli grinst zurück. „Das will ich doch hoffen -“ „...und es ist auch nötig!“ ertönt Thorins Stimme hinter uns. Ich richte mich, das linke, unverletzte Bein belastend, auf und schaue den Zwergenkönig herausfordernd an. „Wieso? Meinst du, ich würde sonst zurückbleiben?“ Thorin runzelt die Stirn, schmunzelt aber belustigt. „Das will ich sehen, wie du mit diesem Fuß läufst!“ „Thorin! Bring sie nicht auf dumme Ideen!“ meckert Oin, der in diesem Moment hinzukommt. Doch es ist zu spät. „Wer sagt denn was von laufen?“ gebe ich schelmisch zurück, und schon hüpfe ich auf einem Bein los - „Lossiel! Bleib hier, ich muss deinen Fuß versorgen!“ - aber ich springe erst noch eine Runde ums Lager. Als ich wieder vor Thorin lande, grinse ich triumphierend. „Nun, mein König, ist es nötig?“ Thorin antwortet sofort. „Ja, erstens, weil du das nicht lange durchhältst, und zweitens, weil Oin dann auch noch deinen anderen Fuß versorgen muss.“ Grrrr. Mit genervt-enttäuschtem Gesicht lasse ich die Schultern herabfallen. „Ja, ja, ja, schon kapiert!“ knurre ich, packe Kíli an der Schulter und hebe den Fuß bis auf Hüfthöhe. „Da, bitte schön, aber schnell, ja?“ Jetzt fängt auch noch Oin an zu grinsen. „Aber klar doch!“ sagt er und wickelt den Verband, den er gestern Abend drum gemacht hat, ab. Als der Stoff weg ist, stößt er überrascht die Luft aus. Ich schaue ihn an. Seine Augen sind ganz groß. „Was?“ frage ich ihn. „Sind meinem Fuß jetzt Flügel gewachsen? Wenn ja, gut, dann kann ich vielleicht doch selber laufen.“ Kíli schnaubt gespielt verärgert. „Heißt das, du hast was dagegen, mit mir zu reiten?“ Ich drehe den Kopf zu ihm um zu antworten, da tritt Fíli neben seinen Bruder. „Quatsch!“ sagt er und feixt in meine Richtung. „Sie ziert sich doch bloß!“ Als ich das höre, bleibt mir vor Empörung die Luft weg. Was furchtbar ist, denn mir schießen urplötzlich hunderte von sehr kreativen Ausdrücken durchs Hirn, die ich in diesem Moment allesamt Fíli an den Kopf knallen möchte. „***********************************************!“ ist alles, was ich herausbringe. Fíli, der Fiesling (XD), weidet sich unterdessen an meinem anscheinend sehr unterhaltsamen Gesichtsausdruck. Und weil ich dummerweise immer noch nach Luft ringe, setzt er noch eins drauf. „Ich persönlich glaube, sie würde lieber mit dir reiten als mit irgendjemandem sonst hier...“ und dabei wackelt er schon wieder so gemein mit den Augenbrauen! So langsam bekomme ich wieder Luft, aber all die tollen Degradierungen, die ich gerade hatte, sind bereits davon geflogen. Also Notbehelf. „Ich würde auf jeden Fall lieber mit IHM als mit DIR reiten...“ brumme ich und wende mich ab. Fíli wiehert vor Lachen los, ebenso wie Thorin und Oin. Als ich durch meine Haare schiele, um zu gucken, wie Kíli das aufnimmt, schneidet Fíli mir eine Fratze. Das und Kílis ungläubiges Gesicht sind zu viel. Ich breche in so heftiges, halb unterdrücktes Gelächter aus, dass ich schon wieder keine Luft bekomme. Ich fange an zu husten und kippe beinahe um (Oin hält immer noch meinen Fuß fest), und Kíli fängt mich zum zweiten Mal an diesem Morgen auf. Ich japse wie eine Ertrinkende und schaue zu ihm hoch, doch er sieht (glücklicherweise) nicht wütend oder verlegen aus. „Danke für das Kompliment, meine Dame“ sagt er und verneigt sich galant. „Wenn euer verletzter Knöchel versorgt ist, erlaubt ihr mir dann, euch auf mein treues Ross zu helfen?“ Ich gebe nur ein Fiepsen von mir, doch Kíli wertet es anscheinend als Ja. Oin atmet ein paar Mal tief durch, dann zeigt er auf meinen Fuß. „Weißt du, warum ich so überrascht war?“ „Wohl nicht, weil mein Fuß Flügel bekommen hat, oder?“ Oin schüttelt lächelnd den Kopf. „Nein, aber es ist trotzdem eine gute Nachricht.“ Ich senke den Blick auf meinen Knöchel. „Hä? Sieht doch ganz normal aus.“ Oin nickt. „Ja eben! Die Schwellung ist schon fast vollständig zurückgegangen. Das ging dreimal so schnell wie sonst!“ „Was?“ begeistert will ich den Fuß zurückziehen, doch Oin hält ihn fest. „Halt, halt, halt, GANZ gesund ist er noch nicht! Ich schätze aber, dass es, wenn die Heilung in diesem Tempo voranschreitet, in zwei Wochen so weit sein sollte.“ Entsetzt reiße ich die Augen auf. „ZWEI WOCHEN? Ich bin für ZWEI WOCHEN lahmgelegt?“ Oin lässt entnervt die Arme herabfallen. „Im Normalfall dauert die Heilung eines so schwer verstauchten Knöchels SECHS Wochen.“

*Zirp, zirp, zirp...*

„Na dann.“ piepse ich ganz leise.
Oin lacht zufrieden und beginnt, den stützenden Verband wieder um meinen Fuß zu wickeln. Bis er fertig ist, sage ich gar nichts mehr. Auch danach bleibe ich stumm, bis Kíli sich leicht räuspert. Als ich mich zu ihm wende, lächelt er leicht und reicht mir eine Hand. „Darf ich euch zu meinem Reittier geleiten, Herrin?“ Ich starre erst auf seine Hand, dann in sein Gesicht. Schließlich bringe ich doch noch ein paar Worte heraus.
„Ich fand es schöner, als du mich Kleines genannt hast.“

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