Traum von Mittelerde - Hobbit Teil 1 - Kapitel 13

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1 Kapitel - 1.823 Wörter - Erstellt von: Lossiel Niquesse - Aktualisiert am: 2015-08-08 - Entwickelt am: - 989 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

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Sorry, tut mir wirklich leid, aber diese verdammte Hitze setzt mir echt zu. Na, wie auch immer, ich hoffe, euch gefällt das Neue Kapitel!

Brüderliche Beobachtungen

Kílis Sicht:

Lossiels Augen schließen sich und sie atmet ruhig. Ich bleibe sitzen und schaue auf ihre zarten Gesichtszüge. Wie schön sie doch ist! Langsam strecke ich die Hand aus und berühre ihre Stirn, streiche über die weiche Haut und fahre mit dem Finger eine leicht geschwungene, dolchspitze Augenbraue nach. Ich weiß nicht, warum ich das tue, wenn sie wach wäre, hätte ich es nicht gewagt. Ich lächele verträumt und lasse die Hand an ihrer Wange liegen. Lossiel murmelt etwas und dreht leicht den Kopf, so dass sich ihr Gesicht an meine Handfläche schmiegt. Ich fahre mit dem Daumen unter ihrem Auge entlang. Die langen dunklen Wimpern liegen fest auf ihren Wangen, ihr Gesicht ist entspannt. Sie schläft tief und fest. Wieder betrachte ich sie eine Weile, und dabei spüre ich erneut dieses Gefühl in mir - Beschützerinstinkt. Das hatte ich schon, seit ich sie zum ersten mal sah, doch wenn ich sie schlafend sehe, wird es besonders stark. Lossiel sieht so feingliedrig und fragil aus wie eine Glasfigur. Jetzt, wo ich so bei ihr sitze, begreife ich nicht, wie ich sie jemals zurücklassen konnte. Ich schließe die Augen und denke daran, wie ich mich fühlte, als sie auf einmal mitten unter uns lag. Ich war (selbstverständlich) überrascht, sogar ein bisschen erschrocken. Einfach überrumpelt, überwältigt. Und erleichtert. SO erleichtert... Erleichterung, wie ich sie schon lange nicht mehr gespürt habe. Erschrocken, erleichtert und glücklich. Ja, glücklich... so glücklich, dass ich sie sogar umarmte. Im Nachhinein kommt mir das beinahe unwirklich vor. Bisher habe ich noch nie ein Mädchen umarmt, mit Ausnahme meiner Mutter vielleicht. Aber ich hatte auch nie das Bedürfnis, es zu tun. Ich hätte mich auch nie getraut. Bei Fíli ist das was anderes, er zieht die Mädchen sogar an den Haaren, selbst wenn sie ihn beschimpfen, dann lacht er nur und lässt sie in Ruhe. Ich bewundere meinen Bruder ein bisschen für seine Unverfrorenheit, auch dafür, dass er es nie zu weit treibt. Er weiß genau, wann Schluss ist. Trotzdem hatte er noch nie wirklich eine Freundin... er war noch nicht mal richtig verliebt. Genauso wenig wie ich. Noch nie habe ich für ein Mädchen mehr als freundschaftliche Zuneigung empfunden... bis jetzt. Halt, was? Ich öffne die Augen auf schaue auf Lossiel, deren Wange immer noch gegen meine Hand geschmiegt ist. Sie lächelt im Schlaf. Ich schüttele den Kopf und mache die Augen wieder zu. Quatsch, das ist unmöglich. Ich fühle nicht mehr für Lossiel. Ich kenne sie doch erst seit ein paar Tagen! Zugegeben, in diesen paar Tagen hat sie alle Aufmerksamkeit auf sie gezogen und sich dermaßen komplett anders verhalten als die Mädchen zuhause, dass sie sogar Dwalin die Sprache geraubt hat (bereits am ersten Tag), aber deshalb empfinde ich noch lange nicht mehr als Freundschaft für sie! Mal ganz davon abgesehen, dass Thorin einen Tobsuchtanfall kriegen würde, wenn er rausbekäme, dass ich in Lossiel verliebt bin. He, ich bin nicht in sie verliebt! Aber Thorin hat sie doch mit ihr versöhnt, oder? Sie sagte jedenfalls, dass er sie um Verzeihung gebeten hätte. Und er hat sie mitgenommen, hat endgültig akzeptiert, dass sie zu unserer Gruppe gehört (was für mich schon länger feststand). Er hat sie sogar getragen, als wir angehalten haben, was ich ihm nun wirklich nicht zugetraut hätte. Wahrscheinlich hat sie ihn genauso mitgerissen wie mich. He! Was soll denn das? Ich bin nicht in Lossiel verliebt. Ich mag sie - aber nur so. Warum ich ihr damals in Beutelsend über die Wange gestrichen habe, warum ich ihr am Abend danach durch die Haare wuschelte, warum ich ihr am nächsten Abend übers Haar strich, Warum ich sie heute morgen umarmt und ihr danach den Arm um die Schulter gelegt habe, warum ich mich gerade eben so dicht zu ihr hinunter gebeugt habe und warum ich jetzt hier sitze, mit einer Hand an ihrer Wange - das weiß ich selbst nicht so genau.
Ich knurre leise, öffne die Augen und schaue noch einmal auf Lossiel herab. Sie schläft friedlich, hat von meinem hitzigen (aber vollkommen stummen) inneren Monolog nichts mitbekommen. Ich seufze, streiche ihr noch einmal über die Wange und stehe langsam auf. Dann schleiche ich langsam zwischen den anderen hindurch, nehme mir meine Decke und lege mich in ihrer Nähe hin (nicht zu nahe). Ich drehe mich auf den Rücken und starre auf den endlosen Sternenhimmel, bis ich endlich einschlafe.
Ich träume von Schneeflocken.

Fílis Sicht:

Was bitte macht Kíli da? Ich beobachte, wie er sich tief zu Lossiel hinunterbeugt, wie er lächelt und ihr das Haar aus der Stirn streicht. Ähm, was? Kíli? Streicht einem Mädchen das Haar aus der Stirn? Mein Bruder... turtelt mit einem Mädchen? Ich blinzele. Es ist eindeutig. Kíli strahlt geradezu und in seinen dunkelbraunen Augen liegt ein Funkeln, wie ich es noch nie gesehen habe. Ich richte mich ein Stückchen auf, um Lossiels blasses Gesicht zu sehen. Ein müdes, aber glückliches Lächeln liegt darauf - zweifellos der Grund für Kílis Freude. Jetzt sehe ich, wie sich Lossiels Lippen bewegen und sie ihn noch einmal anschaut, bevor ihre Augen zuklappen und sie in Schlaf fällt. Ich lasse mich wieder auf meine Decke zurücksinken, falls Kíli gleich aufsteht, um selbst schlafen zu gehen, doch er bleibt neben ihr sitzen. Jetzt hebt er die Hand und streicht Lossiel vorsichtig über die Stirn. Meine Augen weiten sich, als ich seinen Gesichtsausdruck sehe: er lächelt selig. Seine Hand verweilt an ihrer Wange. Ich bleibe still liegen und beobachte ihn. Jetzt schließt er die Augen, ohne die Hand von ihrer Wange zu nehmen. Ich schaue weiter zu. Nach einer Weile öffnet Kíli die Augen wieder und schaut Lossiel an, dann schüttelt er den Kopf und macht sie wieder zu. Ich runzele die Stirn. Was macht er da? Es sieht aus, als würde er innerlich mit sich selbst streiten. Schließlich knurrt Kíli leise, öffnet die Augen erneut und schaut wieder Lossiel an. Sein Gesicht wird wehmütig, er seufzt, streicht ihr über die Wange und steht auf. Ich mache die Augen zu und stelle mich schlafend, als Kíli leise, wie ein Jäger es sein muss, an mir vorbei huscht, sich seine Decke nimmt und sich in Lossiels Nähe legt. Dort dreht er sich auf den Rücken und schaut nach oben. Ich öffne die Augen wieder und sehe, wie sich die Sterne in den seinen spiegeln. Nach einer Weile mache ich meine zu und denke nach. Was hat es mit diesem merkwürdigen Funkeln auf sich, das Kíli in den Augen hatte, als er Lossiel betrachtete? Jetzt erinnere ich mich, es schon früher gesehen zu heben, wenn er mit Lossiel sprach oder sie nur beobachtete. Was, wie mir jetzt auffällt, ziemlich häufig vorkam... Oh, Kíli, was hast du nur? Was empfindest du wirklich für dieses seltsame Mädchen mit den Silberaugen? Nicht, dass ich sie nicht mögen würde, ich habe sie ganz gern, bin mir aber sicher, dass ich nicht so aussehe, wenn ich mit ihr rede oder sie auch nur anschaue. So war Kíli noch nie, wenn er mit Mädchen gesprochen hat. Da war er eher schüchtern, hat zwar gelacht und geredet, aber nicht mehr. Bei mir ist das schon was anderes... aber egal. Ich denke an gestern morgen, als wir sie zurückließen. Ich fühlte mich total mies, aber das war nichts im Vergleich zu Kíli. Er sah einfach schrecklich aus, den ganzen Tag redete er kein Wort, nicht mal mit mir. Erst am Abend, als er das aussprach, was bestimmt nicht nur uns durch den Kopf ging. „Wir hätten sie nicht einfach zurücklassen sollen.“ Ja, verdammt, das hätten wir nicht tun sollen, aber Thorin ließ uns keine Wahl. Und sie ist ja wiedergekommen. Nachgekommen. Ich muss unwillkürlich grinsen, als ich an Thorins und Dwalins entsetztes und Lossiels spöttisches Gesicht denke, als sie urplötzlich mitten unter uns stand. Und wie glücklich Kíli aussah! So glücklich, dass er sie sogar umarmte - etwas, was ich ihm nie zugetraut hätte. Und nachher, als er den Arm um ihre Schultern legte... ja, da war das Funkeln in seinen Augen gewesen, schwach, aber deutlich. Ich lache noch ein bisschen, während ich mich an Die Szene mit Dwalin erinnere. Wie sie ihn zum Narren gehalten hat! Und ihre Aussage, sie versuche sich zu merken, welche Rottöne sein Kopf schon angenommen hätte... ich muss wieder lachen. Sie zieht das echt durch! Dann denke ich an das Blickduell mit Thorin. Es ist unglaublich - einige Zwerge wagen es kaum, ihm in die Augen zu sehen, aus Furcht, er möge sie mit seinem gefürchteten Blick durchbohren. Und Lossiel schafft es nicht nur, ihn anzusehen, nein sie hält ihm auch noch eine Weile stand! Mir ist klar, dass sie, wäre Kíli nicht eingeschritten, trotzdem verloren hätte, denn Thorin hat seit über sechzig Jahren Übung, doch es ist beeindruckend, und ich weiß eines: ich will ihrem eisigen Blick genauso wenig ausgeliefert sein wie Thorins. Von dem ich heute morgen ja schon eine Portion abbekommen habe, ebenso wie Kíli. Ja, wir zwei haben etwas mehr Übung darin, Thorin standzuhalten - das ist eben so, wenn man mit ihm unter einem Dach lebt. Meine Gedanken wandern wieder zu Kíli zurück. Sein besorgter Blick, als Lossiel vor Schmerz aufschrie. Seine Fürsorge, als er sie hochhob und zu seinem Pony trug. Die Vorsicht, mit der er sie in meine Arme legte, um auf zu steigen. Die Sanftheit in seinen Augen, als er sie dann auf die Decke legte. Und nicht zuletzt das verträumte Lächeln gerade eben, als er Lossiel im Schlaf betrachtete.
Ich halte diese Erinnerung fest und schaue sie ganz genau an.
Was ist das?
Was fühlt mein Bruder für Lossiel?

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