Die Reise der Geschwister

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14 Kapitel - 4.435 Wörter - Erstellt von: Klirrmond - Aktualisiert am: 2015-09-14 - Entwickelt am: - 1.062 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Ich verrate mal noch nichts, außer das es eine Warrior Cats Geschichte ist...

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    Der Aufbruch

    Prolog

    Der runde Mond schien hell und ließ das Fell der grauen Kätzin glänzen. Sie saß still da und starrte in den wunderbaren Nachthimmel. Plötzlich erblickte sie eine Sternschnuppe und weitete die Augen, als der fallende Stern sich auf einmal in eine silberne Kätzin verwandelte. „M-mutter!", stotterte die graue Kätzin erschrocken und ging auf die Silberne zu. „Hallo, Anouk. Es ist schön, dich wiederzusehen.", schnurrte die silberne Kätzin. Anouk legte den Kopf schief. „A-aber du bist doch tot und-" Ihre Mutter fuhr ihr mit dem Schwanz über den Mund und brachte sie so zum Schweigen. „Ich bin tot, ja, aber das heißt nicht, dass ich komplett ausgelöscht wurde.", erklärte sie sanft. „Ich bin hier, um dir etwas Wichtiges mitzuteilen. Du und Ice seid dazu bestimmt, euch einem Clan anzuschließen. Nämlich dem WirbelClan." „Clan? Aber ich will mich nicht diesen arroganten Wichtigtuern, die denken, sie wären allein auf der Welt, anschließen!", protestierte Anouk entsetzt. „Sie haben uns schon mal einfach vertrieben, weil wir auf 'ihrem' Territorium gejagt haben!" Die Silberne legte beruhigend den Schwanz auf die Schulter ihrer Tochter und flüsterte: „Aber das war nicht der WirbelClan, oder?" Anouk senkte betroffen den Kopf und nickte dann langsam. „Es sind nicht alle Clans so.", fügte ihre Mutter hinzu und entfernte sich dann ein paar Schritte von ihrer Tochter. „Ich werde es Ice sagen.", miaute Anouk und schaute dann wieder zu der silbernen Kätzin, welche erstaunlicherweise gen Himmel stieg. „Ich werde immer über euch wachen.", versprach sie und verblasste dann.

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    „Ice! Ice, wach auf, du Langschläfer!", zischte Anouk ihrem Bruder ins Ohr. Dieser öffnete schläfrig die gelben Augen und blinzelte sie an. „Was ist denn? Warum weckst du mich so früh? Es ist doch noch mitten in der Nacht.", stöhnte Ice und merkte mit einem Blick nach draußen, dass er sich geirrt hatte. „Mutter... Sie ist gekommen und hat mir gesagt, dass wir beide dazu bestimmt seien, uns dem WirbelClan anzuschließen!", lüftete Anouk schließlich das Geheimnis. „Clan?", fragte ihr Bruder entsetzt und fuhr hoch. Anouk nickte eifrig. „Ja, Clan! Und jetzt los! Wir brechen sofort auf!" Ice wollte noch etwas erwidern, wurde von Anouk aber bevor er dies konnte, aus dem Bau gezogen. „Wir sollen dorthin ziehen, wo die Sonne untergeht.", erklärte seine Schwester und deutete mit den Ohren auf die Sonne, die gerade erst aufgegangen war. „Dort geht sie auf, also müssen wir..." Sie fuhr herum. „Da hin reisen!" Ice drehte sich stumm um und seufzte. „In Ordnung, los geht's!", miaute seine Schwester enthusiastisch. Ice stellte sich ihr in den Weg und schaute sie verständnislos a. „Einfach so? Ohne Vorbereitungen? Es ist eine lange Reise, da muss man Vorräte und so mitnehmen!", mahnte er. Anouk verdrehte die Augen. „Was für Vorräte? Jagen können wir unterwegs und die Standartkräuter gibt es doch eigentlich auch überall!", konterte sie. Ice gab sich schließlich geschlagen. Wenn sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat..., dachte er schmunzelnd. „Also, kommst du jetzt?", fragte Anouk, die bestimmt schon drei Fuchslängen von Ice entfernt war, entnervt. Ice nickte und trabte zu seiner Schwester.
    Seite an Seite gingen die Geschwister los.

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    Anouk rannte schon ein ganzes Stück vor Ice. Armer Ice. Bei Wettrennen hat er einfach keine Chance gegen mich!, dachte sie frech und drehte den Kopf zu dem weißen Kater, der zwei Schwanzlängen hinter ihr war. „Na, bin ich dir zu schnell?", schrie sie gegen den Wind, der ihr ins Gesicht blies. Ihr Bruder knurrte spielerisch und versuchte, Anouk vergeblich einzuholen. Die Geschwister preschten über eine riesige, grüngelbe, nicht enden wollende Wiese. Ab und zu wich Anouk ein paar kahlen, braunen Sträuchern aus, die wohl das Einzige, außer den Katzen, auf dieser großen Wiese waren. Plötzlich blieb Anouk schlitternd stehen, ihr Bruder rannte fast in sie hinein. „W-was ist de-" Er verstummte, als er den grauen, stinkenden Streifen erblickte, der sich quer über die Landschaft zog. Weiter hinten konnte man die Umrisse von Zweibeinernestern erkennen. „Wenn wir zum WirbelClan wollen, müssen wir wohl darüber und dann durch den Zweibeinerort.", stellte Anouk fest. Ice nickte kurz und schaute dann nach links... Nach rechts... Dann wieder nach links... „Kein Monster in Sicht!", miaute Anouk fröhlich und rannte über den harten Donnerweg. Ice folgte ihr etwas zögerlicher.
    Als Anouk endlich bei der anderen Seite ankam, viel ihr ein riesiger Stein vom Herzen. Doch plötzlich hörte sie ohrenbetäubenden Lärm hinter sich. Ein riesiges Monster kam hervor geschossen, direkt auf Ice zu. Anouk schrie auf. „Nein!"

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    Ice sah sein ganzes Leben vor seinem geistigen Auge ablaufen. Alles um ihn herum bewegte sich in Zeitlupe, sogar das Monster, dass ohne zu Zögern auf ihn zu trampelte. Die Welt wurde grau, nirgendswo gab es für Ice einen Funken Licht. Doch da! Ein Geräusch! Ein vertrauter, mit Trauer gefüllter Schrei zerschnitt das monotone Knattern des Monsters. Sein Funken Licht. Ice erblickte ihn auf einmal. In letzter Sekunde und mit aller Kraft sprang Ice zurück und so schoss das Monster um eine Mauselänge an ihm vorbei. Ice blickte sofort in eisblaue, mit Tränen erfüllte Augen. Es waren die seiner Schwester. Ice schleppte sich über das letzte Stück des Donnerweges und ließ sich dann in das stoppelige Gras fallen.
    „I-ice.", schluchzte Anouk und schob ihre Nase in den dichten, weißen Pelz ihres Bruders. Er hob den Kopf und leckte der grauen Kätzin kurz über das rechte Ohr. „Mir geht es gut, aber wir sollten jetzt weiter gehen.", sagte er heiser und rappelte sich auf. Anouk blickte ihn mit sorgenvollen, sanften, prüfenden Blick an und nickte dann schließlich. Die beiden Katzen trotteten Seite an Seite auf den Zweibeinerort zu und Ice lief ein kalter Schauer über den Rücken. Er konnte zwar mit Zweibeinern leben, aber ganz geheuer waren ihm die pelzlosen, aufrechtgehenden Gestalten auch nicht. Ice atmete tief durch und ging dann mit seiner Schwester durch die Gemäuer. „Vielleicht finden wir ja eine Scheune, zum Übernachten.", dachte Anouk laut. Plötzlich hörte Ice eine tiefe Stimme hinter sich, blieb stehen und sträubte das Fell. „Wer seid ihr und was wollt ihr auf unserem Revier?"

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    Erschrocken fuhr Anouk herum. Vor ihr stand ein großer, langbeiniger, schwarz-weiß gefleckter Kater, der sie und ihren Bruder mit glühenden, gelben Augen anstarrte. Ice warf ihr einen warnenden Blick zu, sie sollte jetzt ja nichts Falsches sagen und trat einen Schritt nach vorn. „Mein Name ist Ice und das ist meine Schwester Anouk. Wir suchen eine Bleibe für die Nacht.", fügte er hinzu. Der Fremde musterte die zwei kurz, dann neigte er kurz den Kopf. „Ich trage den Namen Geo. Ich lebe hier mit meiner kleinen Familie. Ihr könnt gern eine Nacht in unserer Scheune schlafen.", miaute er freundlich. Ice neigte den Kopf. Immer diese Höflichkeitsflosskeln..., dachte Anouk mit einem leichten Grinsen. „Folgt mir." Geo winkte mit dem Schwanz und trottete dann in eine kleine, dunkle Gasse. Anouk schaute sich nervös um und folgte ihm dann auf leisen Pfoten. Schließlich fiel Licht in die Dunkelheit und blendete Anouk nach einiger Zeit völliger Finsternis sogar ein bisschen. Als sie nach ein paar Herzschlägen wieder richtig sehen konnte, erblickte sie ein hölzernes Zweibeinernest, auf dessen Dach ein paar Grasbüschel wuchsen. „Tretet ein.", lud Geo, der neben einem rosaroten Vorhang stand, der an der Scheune befestigt wurde und leicht im Wind wehte. Anouk ging darauf zu und stellte erstaunt fest, dass dahinter ein Eingang war. Ängstlich trat sie ein und erblickte...Einen alten, schwarzen Kater, eine alte, weiße Kätzin, eine hübsche, cremefarbene Kätzin und zwei kleine, raufende Kater. Einen braun Getigerten und einen Hellgelben. „Wen hast du denn da angeschleppt, Söhnchen?", krächzte der schwarze Kater. „Das sind Ice und Anouk, sie werden eine Nacht bei uns bleiben.", erklärte er ruhig. „Ice, Anouk, das ist mein Vater Crash, das ist meine Gefährtin Creme, ihre Mutter Lily und das da sind meine beiden Jungen Alex und Leon.", stellte er sie vor. Leon rannte aufgeregt auf die Geschwister zu und lächelte sie an. Anouk lächelte müde zurück und unterdrückte ein Gähnen. Da die ganze Scheune mit Moos ausgepolstert war, legte Anouk sich einfach in eine Ecke. Ice gesellte sich zu ihr. Erst jetzt spürte sie ihren Magen knurren und Anouk fiel ein, dass sie den ganzen Tag schon nichts gegessen hatte. Doch sie war zu müde, um noch einmal aufzustehen, weshalb sie einfach liegen blieb und ihren knurrenden Magen ignorierte. Anouk kuschelte sich an Ice und schlief schnell in einen tiefen, traumlosen Schlaf...

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    Blinzelnd wachte Ice auf. Leichtes Morgenlicht erhellte schon die Scheune, doch außer ihm war noch keiner wach. Er beschloss, ein kleines Frühstück für sich und Anouk zu fangen und schaute sich in der Scheune nach Mäusen um. Da! Eine ganz besonders fette Maus tippelte ein paar Schwanzlängen vor Ice herum. Er ging in die Jagdhaltung, verlagerte sein Gewicht auf die Oberschenkel und schlich sich an. Dann, als er nah genug dran war, sprang er. Die träge Maus wollte wegrennen, doch Ice war schneller und tötete sie. „Oh, guter Fang!", hörte er auf einmal eine Stimme hinter ihm piepsen. Ice fuhr herum und schaute in erstaunt leuchtende, grüne Augen. Es waren Leons Augen. Ice musste ein belustigtes Schnurren unterdrücken und erklärte dann: „Die Maus war ja auch fett und träge und deshalb auch nicht schwer zu fangen." Leon nickte eifrig und machte dann die Jagdstellung so gut wie möglich nach. „Wenn dein Schwanz so hin und her peitscht, hört dich sogar eine Maus mit Moos in den Ohren!", scherzte Ice. Mit viel Mühe gelang es Leon seinen Schweif einigermaßen still zu halten. Ice betrachtete ihn eine Weile lächelnd, dann zog ihm ein scharfer Geruch in die Nase. Das riecht nach... „Feuer!", schrie Ice entsetzt als er die Flammen entdeckte, die an einer Wand der Scheune züngelten.

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    Müde hob Anouk den Kopf. Was ist denn jetzt schon wieder?, dachte sie verschlafen. Da jaulte Ice noch einmal auf: „Feuer! Alle raus aus der Scheune!" In kaum einem Herzschlag war Anouk hellwach und sprang auf die Pfoten. Sie schaute zu Lily und Crash, die erschrocken die Augen aufgerissen hatten und zum Ausgang der Scheune stolperten. Anouk wendete ihren Blick erst ab, als sie sichergestellt hatte, dass beide aus dem brennenden Gefängnis entkamen. Creme hatte ihren Sohn Alex am Nackenfell gepackt, Leon trabte hinter ihnen. Geo und Ice schienen es ebenfalls heraus zuschaffen. Nun trabte auch Anouk schnell aus der Scheune. „Hey, Jungchen! Hier drüben!", krächzte Crash, der in einer sicheren Ecke, weit entfernt von der Scheune stand. Anouk rannte zu ihm und drehte sich, als sie ankam, noch einmal um. „Geht es allen gut?", fragte sie ihren Bruder besorgt. „Ja, ich glaube sch-" Seine Worte wurden durch einen angsterfüllten, furchtbaren Satz unterbrochen, welchen Creme über die Lippen brachte. „L-leon ist weg.", stotterte sie und sah alle Anwesenden mit Tränen in den Augen an. „Er muss noch da drin sein. Ich werde ihn holen.", beschloss ihr Gefährte mit zusammen gekniffenen Augen. „Nein... Das ist zu gefährlich...", miaute Creme schmerzerfüllt. Doch Geo sah sie bloß noch einmal liebevoll an, dann trat er zielsicher auf die brennende Scheune zu. Man sah nur noch, wie sein schwarz-weiß gefleckter Pelz zwischen den Flammen verschwand.

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    Kleines Spezial

    ~Aus Geos Sicht~

    Alles was ich sah, als ich unser altes Zuhause betrat, war das Feuer, das es so mitleidslos verbrannte. Eine unglaubliche Hitzewelle schlug mir entgegen und für einen Moment konnte ich nicht mehr atmen. Doch ich musste es tun. Ich musste meinen kleinen Sohn finden. Er war noch zu jung, um zu sterben. Er war immer so lebensfroh! Ich konnte nicht anders, als mein eigenes Leben für ihn zu riskieren. Doch der kleine, braun getigerte Fellball war nirgendswo zu sehen. Also ging ich immer tiefer hinein, ignorierte die Flammen, die an meinem Pelz leckten. Da! Da war er! Leon lag schlaff in der Ecke und machte keinen Mucks. Er ist bestimmt nur bewusstlos.", versuchte ich mir einzureden. Ich trat auf mein Junges zu und merkte dabei nicht, wie ich selbst immer schwächer wurde, wie der Rauch mir den Atem raubte. Als ich bei Leon ankam, legte ich die Pfote auf seine Flanke. Mir wurde schwarz vor Augen und ich fiel in die Asche. Keine Bewegung. Nicht die kleinste Bewegung konnte man spüren. Leon war tot und ich hätte es verhindern können, wenn ich ihn doch nur früher gefunden hätte. Doch das nützte jetzt nichts mehr. Mit letzter Kraft hielt ich die Augen offen und zwang mich zu einem letzten Gedanken: Leon... Es tut mir leid, dass ich dir nicht helfen konnte.
    Alex... Tut mir leid, dass ich nicht länger dein Vater sein konnte.
    Lily... Du warst immer so liebevoll und sanft... Dir konnte ich alles anvertrauen.
    Crash... Du warst ein toller Vater. Auch wenn du manchmal ein wenig... Naja bist. Aber ich weiß, dass du nur so, wegen Mutters Tod geworden bist, stimmt's?
    Und schließlich Creme... Die wundervollste Kätzin und Gefährtin, die man sich wünschen kann.
    Ich liebe euch alle und wünsche euch viel Glück für die Zukunft... Auch wenn ich diese Zukunft nicht mehr miterleben werde.

    Danach schloss ich ein letztes Mal die Augen und hauchte endgültig mein Leben aus.

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    Langsam zogen dunkelgraue Wolken über den Himmel und verdeckten ihn fast vollständig. Ice schaute mit seinen gelben Augen hoch. Die kleine Katzengruppe hatte schon längst die Hoffnung verloren, dass Leon oder Geo überlebt hatten. Leise hörte man das Schluchzen von Creme, welches die Stille, die Ice beinahe zu erdrücken schien, immer wieder für einen kurzen Moment zerschnitt. Plötzlich spürte er eine kalte Nässe auf seinem Fell. Und noch eine. Und noch eine. Es wurde immer mehr, bis der Regen schließlich stark auf Ice Pelz trommelte. In kurzer Zeit war der weiße Streuner bis auf die Knochen durchnässt. „Ice, komm mit her.", drang die vertraute, aber ungewöhnlich traurige Stimme seiner Schwester an sein Ohr. Er drehte sich um, tappte zu den anderen und gesellte sich bei ihnen in dem bräunlichen, eckigen Zweibeinerding. Immernoch weinte die Mutter von Alex und Leon leise und Ice wandte sich der cremefarbenen Kätzin zu. „Hör mal,", begann er mit leiser, verständnisvoller Stimme. „Ich verstehe ja, das du wegen deinem Gefährten und deines Jungen traurig bist, aber du musst dich trotzdem noch um dein anderes Junges kümmern. Sei für Alex weiterhin eine gute Mutter!" Creme hörte auf zu schluchzen, hob den Kopf und sah Ice mit von Trauer belegten Blick an. „D-du hast recht. Gerade in dieser schwierigen Zeit, sollte ich mich zusammen reißen und mich um Alex kümmern. Er hat schließlich seinen Bruder und seinen Vater verloren!" „Das Feuer! Es ist aus!", hörte Ice Lily auf einmal mit schwacher Stimme rufen. Tatsächlich! Die Flammen, die nicht enden wollten und vor einigen Momenten tobten, waren jetzt alle erloschen! Nur manchmal sah Ice noch ein schwaches Glühen. „Gehen... Wir rein?", fragte Anouk zögerlich. Creme nickte entschlossen, erhob sich und ging sicheren Schrittes auf die Reste der Scheune zu. Ice, Crash und Lily folgten ihr und gerade als auch Anouk hinterherspringen wollte, befahl Crash ihr schroffen Tones, dass sie auf Alex aufpassen sollte. Ice musste ein Grinsen unterdrücken, als seine Schwester finsterer Miene sich dem Jungen zuwandte.
    Doch als er plötzlich Asche unter seinen Pfoten spürte, begann sein Herz schneller zu klopfen. Gleich würden sie auf zwei Leichen stoßen...

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    Wie ungerecht!, dachte Anouk trotzig und blickte den kleinen Alex enttäuscht an. Dieser schaute sie verständnisvoll an. „Ich kann schon auf mich selbst auf passen. Geh nur.", meinte er. Überrascht blinzelte Anouk. So viel Verständnis und Ernsthaftigkeit in so jungen Jahren. „D-danke.", stotterte sie und wandte sich schließlich mit einem letzten Blick auf das Junge der zerstörten Scheune zu. Zielstrebig trat sie ein und lief dann auf ihren Bruder und die anderen zu, die im Halbkreis um etwas standen, was Anouk nicht erkennen konnte, aber vermutete, dass es Geo und Leon waren. Sie drängelte sich vor, Crash zischte ein 'Hey, Jungchen, was soll das!', was Anouk aber gekonnt ignorierte. Dann sah sie es: Die Pelze vom Körper gebrannt und vollkommen regungslos und schlaff lagen Vater und Sohn nebeneinander. Anouk lief ein kalter Schauer über den Rücken und sie schluckte hart. „Wir sollten sie begraben gehen.", meinte Creme tonlos. Ice nickte und bot seine und Anouks Hilfe an. „Danke, aber wenn ihr eine wichtige Reise bestehen müsst, solltet ihr wieder aufbrechen.", antwortete die cremefarbene Kätzin. „Hey, ihr Jungspunde.", sagte Crash heiter. „Wenn ihr wollt, kann ich euch durch den Zweibeinerort begleiten. Hier kann man sich schnell verlaufen." Ice stimmte zu und so gingen die drei Katzen aus der Ruine, verabschiedeten sich von Lily, Creme und Alex und verließen den helleren Platz, um wieder durch die Gassen zu wandeln. Nur schwer konnte Anouk den schwarzen Kater in der Dunkelheit erkennen, der sich wie ein Schatten anpasste. Trotz seines Alters schien er noch sehr ausdauernd zu sein und Anouk fragte sich, was er wohl jeden Tag machte, um noch so fit zu sein. „Gibt es hier eigentlich Ratten oder... Hunde?", fragte sie und schaute sich nervös um. „Ach, die Jugend von heute. Macht sich immer viel zu viel Sorgen.", seufzte Crash und drehte den Kopf leicht zu ihr. „Hunde schon, aber die werden meistens von ihren Zweibeinern unter Kontrolle gehalten und Ratten... Sagen wir mal, die gibt es hier kaum." Anouk nickte langsam und schlich Seite an Seite mit ihrem Bruder weiter. Plötzlich wurde es heller und Anouk staunte: Ein riesiger Platz lag vor den dreien und das einzige, was es auf diesem Platz gab, war Zweibeinermüll und... Monster? „Ist das dein Ernst!", fuhr sie den Alten an. „Wir sollen wirklich darüber? Da sind doch Massen an Monstern!" Crash verdrehte die Augen und seufzte genervt. „Die sind alle schon tot.", erklärte er. „Ihr müsst jetzt einfach darüber und schon habt ihr den Zweibeinerort hinter euch." „Heißt das, du kommst nicht mit?", hakte Ice nach. Crash schüttelte den Kopf, murmelte eine halbherzige Verabschiedung und ließ die Geschwister dann allein.

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    Zusammen mit Anouk stolperte Ice über die Reste der Zweibeiner. Es herrschte ein düstere Stimmung und Ice hatte das Gefühl, das jeden Moment ein Monster zum Leben erwecken könnte. In Gedanken versunken achtete er nicht auf seine kindische Schwester, die in der Zwischenzeit in eines der Monster geklettert war. „Sieh nur, ich bin ein Zweibeiner und spiele mit meinem treuen Monster!", blödelte sie herum. „Komm lieber raus da, sonst passiert dir noch was.", mahnte ihr Bruder sie genervt. „Aber-" „Anouk!", fauchte Ice wütend, was Anouk dazu verleitete, lieber wieder hinaus zu springen. Gut so., dachte der Weiße zufrieden und schnippte, als sie wieder neben ihm stand, seiner Schwester freundschaftlich übers Ohr. Zusammen gingen die beiden weiter, bis ein drahtiger Zaun die zwei am weitergehen hinderte. „Und jetzt?", fragte Anouk und warf Ice einen Seitenblick zu, welcher nachdenklich am Zaun entlang ging. „Wir könnten drüber klettern... Nein, das würde nicht funktionieren. Dann gäbe es noch die Möglichkeit, unten durch, aber-" „Na dann los!", unterbrach Anouk ihn und zwängte sich unter den Drähten hindurch. Danach Ice, welcher betete, dass er mit seinem etwas längeren Fell nicht hängen blieb. Als auch er durch war, blickte er sich um. Vor ihnen lag Wald, der links und rechts nicht enden wollte. „Ab in den Wald!", jauchzte Anouk und sprang fröhlich hinein.

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    Das sanfte Licht, welches durch das Blätterdach fiel, tauchte den Wald in eine Wärme, die Anouk fast schon zu spüren glaubte, obwohl es schon Ende der Blattgrüne, Anfang des Blattfalls war. Fröhlich schlenderte sie über den mit Blättern bedeckten Boden. „Glaubst du, es ist noch weit bis zum WirbelClan?", fragte sie Ice, der neben ihr her tappte. „Ich habe keine Ahnung.", musste er sich eingestehen. Anouk nickte langsam und lief mit geschlossenen Augen weiter. Ein Blatt segelte hinab und landete direkt auf der Nase der Kätzin, welche laut niesen musste. „Gesundheit.", miaute Ice und schnurrte belustigt. Als Anouk bevor dem Niesen eingeatmet hatte, hatte sie viele Gerüche vernommen. Einen schalen Dachsgeruch, viele Beutetiere und eine Vielzahl verschiedener Blumen und Kräuter. Die idyllische Stille wurde leicht von dem Gesang der Vögel aufgeheitert. So könnte es immer sein., dachte Anouk während sie glücklich seufzte. Da kam ihr noch ein weiterer Gedanke, den sie laut aussprach: „Wäre es nicht gut, hier zu übernachten?" Kurz schien ihr Bruder zu überlegen. „Gute Idee. Aber wir sollten uns erst etwas suchen, wenn es dämmert, sonst verschwenden wir die ganze Zeit, in der wir eine weite Strecke zurück gelegt haben könnten.", meinte Ice. Anouk bejahte dies und setzte dann zu einem kurzen Sprint an.

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    Die Nacht war bereits eingetreten, doch die beiden Katzen streiften noch immer wie verirrte Geister durch die undurchdringliche Dunkelheit des Waldes, der bei Tageslicht noch so friedlich wirkte. Ice überkam ein mulmiges Gefühl und erkundigte sich immer wieder bei seiner Schwester, ob sie noch da wäre. „Vielleicht sollten-" „Nein! Bitte nicht im Freien schlafen!", flehte Anouk. „Wir finden hier aber keine Baumhöhle oder was du dir so vorstellst.", stellte Ice gereizt klar. Das Gefühl, dass irgendetwas im Schatten lauern und sich jederzeit auf sich und seine Schwester stürzen könnte, ließ den jungen Kater einfach nicht los. „Dann schlafen wir eben in einem Busch oder so! Ich hab keine Lust mehr, hier herum zu irren!", schrie Anouk schon fast. Mit gesträubten Nackenfell und angelegten Ohren versuchte Ice sich wieder zu beruhigen und stellte erleichtert fest, dass sich seine Haare zu glätten schienen. „In Ordnung.", stimmte er zu und wählte das nächst beste Gestrüpp aus, um sich darunter zu legen. Anouk folgte. Die halbe Nacht blieb Ice noch auf, wollte wachsam bleiben, damit ihm und Anouk nichts passierte. Doch irgendwann konnte er es nicht mehr verhindern und ihm fielen die Augenlieder zu. Als er am nächsten Morgen schweißgebadet wegen einem sich ziemlich echt anfühlenden Albtraumes wach wurde, wurde ihm schlagartig klar, dass dieser Traum Wirklichkeit geworden war. Anouk lag nicht mehr neben ihm.

    14
    Anouk befand sich in einer tiefen Dunkelheit. Kein bisschen Licht schien auf das graue, feuchte Fell der Kätzin. Feucht?, fragte sich Anouk erschrocken im Stillen. W-was ist das? Es ist so warm... Was ist es? Langsam überkam Anouk Panik und als ihr klar wurde, warum ihr Pelz so feucht war, fing sie an zu wimmern und schrie dann aus vollem Halse: „Blut! Es ist mein Blut!" Ihre Stimme halte noch kurz nach, verstummte dann aber wieder. Plötzlich zerschnitt erneut etwas die Stille. Es klang wie Pfotenschritte von Katzen! Vielen Katzen! „Wer ist da?", fragte Anouk ängstlich. „Es freut mich, das du aufgewacht bist.", sprach eine sanfte, honigsüße Stimme, die der Kätzin einen kalten Schauer bereitete. „Wer ich bin? Nun, vielleicht solltest du das wirklich erfahren. Mein Name ist Eiserne Kralle und ich bin der Anführer einer, sagen wir, kleinen Organisation." WirbelClan?, schoss es Anouk sofort durch den Kopf. „Und du wirst von nun an auch dieser Organisation angehören." „Aber... Aber was macht den eure Organisation?", fragte Anouk und musste sich anstrengen, das ihre Stimme nicht noch mehr zitterte. „Ach ja... Das sollte ich dir wohl auch noch erklären. Wir, die Schattenkrieger, haben es uns zum Ziel gemacht, diese Welt zu beherrschen." Anouk blieb die Luft weg, da Eiserne Kralle dies mit so einer wahnsinnigen Gelassenheit in der Stimme sagte. „Und wenn ich mich euch nicht anschließe?", miaute Anouk herausfordernd. „Dann stirbst du." Die Graue schluckte hart und keuchte. „Hey, Wildes Gewitter! Mach doch mal ein bisschen Licht!", rief Eiserne Kralle. Auf einmal fiel helles Licht in die Schwärze und blendete Anouk. Als sie sich daran gewöhnte, betrachtete sie Eiserne Kralle. Er war ein großer, muskulöser, weißer Kater. Dahinter standen mindestens zehn weitere Kater und gerade kam ein hellgelber Kater herbei getrottet. Eiserne Kralle nickte ihm kurz zu und wandte sich dann an Anouk. „Deine Entscheidung?"

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1438267881
Die Reise der Geschwister
Die Reise der Geschwister
Ich verrate mal noch nichts, außer das es eine Warrior Cats Geschichte ist...
http://www.testedich.de/quiz37/quiz/1438267881/Die-Reise-der-Geschwister
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2015-07-30
406A
Warrior Cats

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Seelenträne ( 01610 )
Abgeschickt vor 530 Tagen
Bitte schreib weiter!!!! Richtig Super tolle spannende Geschichte!!! Als ob sie von den Erins geschrieben worden wurde
Wolfstern ( 30156 )
Abgeschickt vor 563 Tagen
Der Wolfclan lebt!! Klirrmond: Gute ff! Ich warte auf die FortsetzungXD
Leuchtende Feder ( 54417 )
Abgeschickt vor 565 Tagen
Tolle Fortsetzung! :) Ich finde es super, dass Anouk und Ice nicht sofort zu den Clans kommen, sondern dass es erst mal eine `Vorgeschichte´ gibt. Mach weiter so! ;)
Klirrmond ( 75812 )
Abgeschickt vor 575 Tagen
Vielen, vielen Dank, ihr alle! :)
Morgentau ( 86580 )
Abgeschickt vor 575 Tagen
Die ist echt super!!! Ich kann zwar auch einigermaßen gute Geschichten schreiben, aber deine ist wirklich UNSCHLAGBAR! Allererste Sahne mit Sternchen! Wow wow wow!!!
Peacepfote ( 30156 )
Abgeschickt vor 591 Tagen
Wow, Respekt, das ist mal eine gute Fanfiktion. Mach weiter so;)
Klirrmond ( 72529 )
Abgeschickt vor 593 Tagen
Das macht mich richtig verlegen, Leuchtende Feder. :)
Leuchtende Feder ( 73420 )
Abgeschickt vor 593 Tagen
Du schreibst toll! Du hast einfach ein Gespür dafür!
Klirrmond ( 95589 )
Abgeschickt vor 597 Tagen
Danke, Federrose. ^^ Hm... Ich glaube, ich werde in den nächsten Tagen (oder jetzt) weiterschreiben.
Amselstern ( 84713 )
Abgeschickt vor 602 Tagen
Hallo! Ich komme vom Amselclan ( Amselclanclan.de.tl ) Dort könnt ihr Junges, Krieger oder Schüler sein und dort leben.
Federrose ( 99096 )
Abgeschickt vor 604 Tagen
Echt coole Geschichte!!! Mach bitte weitet😃
Klirrmond ( 45913 )
Abgeschickt vor 604 Tagen
Klar, auf jeden Fall. :)
Tauschatten ( 95317 )
Abgeschickt vor 605 Tagen
schreib bitte weiter ja ?
Klirrmond ( 61850 )
Abgeschickt vor 607 Tagen
Das Bild wäre übrigens das Cover des Buches. (Ps: So stelle ich mir Anouk vor.)