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Das Biest und der Tyrann - Teil 20

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1 Kapitel - 4.683 Wörter - Erstellt von: Ronja - Aktualisiert am: 2015-07-30 - Entwickelt am: - 3.580 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Es geht schon weiter mit Grit und Kid. Wenn alles gut läuft, dann kommt bald schon Teil 21. Freut euch drauf ;)

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    Grits Sicht
    Gaaaaaanz schnell weg von hier. Am besten unter die Dusche. Da lässt Kid mich wenigstens in Ruhe. Puh! Ich halte mit der rechten Hand mir die Stirn. Das war ja irgendwie schon ziemlich peinlich. Ich reiße die Tür zur Kajüte auf und lasse sie laut hinter mir zuschlagen. Schnell ziehe ich mir ein paar Klamotten aus dem Schrank und verbarrikadiere mich im Badezimmer. Als ich den Schlüssel im Schloss umdrehe, atme ich erleichtert durch. Kid muss mich für verrückt halten. Ich meine das war nur ein Kuss auf die Wange, mehr nicht. Und ich stelle mich natürlich wieder so schrecklich an. Ich ziehe mich aus und stelle mich unter die Dusche. Das kalte Wasser kühlt meinen erhitzten Körper. Zum Glück hat er nicht gemerkt, wie bescheuert ich mich angestellt habe, als er vorhin draußen geschlafen habe. Als ich ihm den Kuss auf die Wange gegeben habe, wäre ich fast gestorben. Ich hätte mich fast nicht getraut. Was ist eigentlich mein Problem? Kid gibt mir auch Küsse auf die Wange oder die Stirn und stellt sich nicht so an. Naja… ich bin ja auch nicht seine erste Freundin. Ich stelle die Dusche aus, binde mir ein Handtuch um und betrachte mich im Spiegel. Manchmal finde ich es immer noch unglaublich, dass der Frauenheld Eustass Käpt'n Kid sein Image aufgegeben hat und eine einzige Freundin hat. Und dann bin auch noch ausgerechnet ich diese Freundin. Verdammt noch einmal! Ich habe ja nun wirklich keine Probleme mit meinem Selbstbewusstsein, aber trotzdem vergleiche ich mich ständig mit anderen Frauen. Es ist scheißegal! Punkt. Aus. Ende. Kid liebt dich so wie du bist und aussiehst. Das hat er ja schon mehrmals gesagt. Vielleicht solltest du endlich anfangen das zu akzeptieren. Okay gut. Die Zeit um in Selbstmitleid zu schwimmen ist vorbei. Ich ziehe mich an und binde meine Dreads hoch, damit sie mein T-Shirt nicht durchnässen. Das ist ja wirklich eines der nervigsten Dinge mit den Dreads. Sie brauchen lange, bis sie trocken sind. Ansonsten sind sie sehr praktisch. Auf der nächsten Insel sollte ich nach Perlen und so ein Zeug gucken, damit ich die Dreads mal ein bisschen spannender gestalten kann. Meine Güte! kommt mir das nur so vor, oder bin ich tatsächlich schon richtig braun geworden? Zum Vergleich halte ich meinen Arm an meinen Bauch. Tatsache! Das finde ich ja mal mega cool. Vorsichtig verlasse ich das Badezimmer, aber Kid ist nicht im Raum. Ich habe vorhin doch schon ziemlich überraschend das Schlachtfeld verlassen. Da will ich ihm jetzt noch nicht Rede und Antwort stehen. Ich gehe nach draußen, ohne die Abkürzung durch den Speisesaal zu nehmen. Thomas will ich jetzt auch nicht begegnen. Auf dem Deck sehe ich meine beiden besten Freunde. John schläft an die Reling gelehnt und Kalle sitzt auf der Reling mit einer Angel in der Hand. Ich lehne mich neben ihn an die Reling. „Na! Beißen die Fische?“, frage ich fröhlich. „Hin und wieder“, antwortet Kalle und grinst schräg. Ich schaue aufs Meer raus. „Und wer hat gewonnen?“, fragt er und zieht ein bisschen an der Angel. Ich gebe einen Lacher von mir. „Dieses Mal hat noch Kid gewonnen, aber das wird nicht ewig so weitergehen!“ Kalle lacht. „Weißt du eigentlich, was für eine Ausnahme es war, dass Kid dich nicht gleich über Bord geworfen hat, als du dich zum ersten Mal mit ihm geprügelt hast?“ Ich schaue ihn überrascht an. „Wie meinst du das?“ „Kid hat es noch nie geduldet, wenn sich jemand aus der Crew dermaßen mit ihm angelegt hat. Meistens wurden die Aufmüpfigen auf der nächsten Insel rausgeschmissen. Manchmal auch auf hoher See. Einen hat er eigenhändig umgebracht. Der war allerdings auch von der Marine und hat ein bisschen als Spion rumgeschnüffelt. Aber wie du siehst, ist es gefährlich sich mit ihm anzulegen“, erklärt er mir. Ich lege den Kopf schräg. Habe ich mich nicht gleich schon am ersten Tag mit ihm geprügelt? Oder war es der zweite? Egal! Auf jeden Fall lange bevor wir zusammen gekommen sind. Meine einzige Strafe war es die Küche zu putzen. „Bist du sicher?“, frage ich Kalle skeptisch. „Weil ich lebe noch.“ Kalle schaut mich an und grinst schelmisch. „Ich weiß. Du hattest Kid ja auch schon von Anfang an um den Finger gewickelt.“ Meine Wangen werden heiß. Schnell wende ich mein Gesicht ab und schaue aufs Meer. „Da habe ich ja noch einmal Glück gehabt“, antworte ich und grinse.
    Kalle und ich unterhalten uns ne Zeit lang, während er hin und wieder einen Fisch aus dem Wasser zieht. John schläft die ganze Zeit. „Na wie sieht‘s aus?“, erschrickt uns jemand und haut auf meine und Kalles Schulter. Ich wäre fast von der Reling gefallen und Kalle hält sich auch hektisch fest. „Man Markus! Schleich dich nicht so an“, meckert er. „Jaja…“, sagt er beschwichtigend. „Zeig mal her! Das sind ja schon ne ganze Menge Fische, die du gefangen hast.“ „Brauchst du noch mehr?“, fragt Kalle. Ich drehe mich zu Markus um, der sich die Fische anschaut, die in dem kleinen Wassertrog schwimmen. Er zuckt mit den Schultern. „Die hier würden reichen, aber wenn du mehr fängst, haben wir länger was davon“, antwortet er. „Was willst du denn mit den Fischen machen?“, frage ich neugierig. Markus richtet sich auf und lehnt sich mit dem Rücken neben mich an die Reling. „Ich mache ne Fischcreme zum aufs Brot schmieren“, antwortet er, während er eine Zigarette rauskramt und anzündet. „Aber du darfst mir nicht dabei helfen“, setzt er noch hinterher und grinst. „Oh komm schon. Hackst du jetzt auch noch auf mir rum?“, sage ich genervt und empört. Markus nimmt einen tiefen Zug. „Ach Quatsch! Ich wollte dich nur auch einmal damit aufziehen.“ Ich beobachte Markus, während er genüsslich seine Zigarette raucht. „Seit wann rauchst du eigentlich?“, frage ich ihn schließlich. Ich habe ihn noch nie rauchen sehen. „Ach! Nur hin und wieder ein Zigarettchen. Heute ist ein schöner Tag. Dazu passt am besten ein Bier, ne Zigarette oder ne hübsche Frau. Da aber das Bier bis heute Abend weggeschlossen ist und die einzige hübsche Frau an Bord einen sehr gefährlichen Freund hat, muss ich wohl auf die Zigarette zurückgreifen“, erklärt er mir gemütlich. Ich grinse. „Aha“, sage ich kurz. „Schon wieder einen“, meldet sich Kalle auch mal wieder zu Wort und zieht einen dicken Fisch aus dem Wasser. „Warte mal! Heißt das, dass heute Abend gefeiert wird?“ Überrascht, Johns Stimme zu hören, schaue ich zu ihm runter. Was meint er eigentlich damit? „Ja genau das heißt das“, antwortet Markus und lacht. Verwirrt schaue ich von einem zum anderen. „Heute Abend wird gefeiert? Ich bin dabei“, sage ich und grinse. Markus stößt sich von der Reling ab. „So John! Da du Kalle ja nicht unterstützt hast, hilfst du mir jetzt mit der blutigen Arbeit“, ordnet er an. „Hey“, protestiert John. „Ich habe ihm doch geholfen. Ich habe aufgepasst, dass die Fische nicht abhauen.“ Ich pruste los vor Lachen. John grinst mich an. „Spinner“, murmelt Markus. „Los! Hilf mir beim reintragen!“ John rappelt sich hoch und zusammen heben sie die Wanne an. „Warte! Hier kommt noch einer“, ruft Kalle und wirft einen Fisch ins Wasser. „Ich glaube du kannst aufhören“, sagt Markus. „Das ist genug Fisch.“ Kalle zuckt mit den Schultern. John und Markus tragen die Fische davon. Ich schaue aufs Meer. Eine ganze Zeit lang sitzen Kalle und ich nebeneinander und sagen nichts. Schließlich unterbricht er das Schweigen und fragt: „Wollen wir was spielen?“ „Oh ja gerne!“, antworte ich fröhlich und drehe mich ihm zu. Kalle klettert von der Reling runter. „Bin gleich wieder da.“ Ich warte bewegungslos bis er wiederkommt. Es ist so ruhig. Der Wind und die Wellen rauschen und im Hintergrund hört man die Stimmen von anderen, welche sich unterhalten. Ich frage mich, wie lange wir wohl bis zur nächsten Insel brauchen. Hoffentlich werden die Tage nicht allzu langweilig. Ich klettere nun auch von der Reling runter und setze mich auf das Deck, da kommt Kalle schon. Ganz gemütlich schlendert er zu mir herüber. Er setzt sich mir gegenüber und legt dann das Spiel zwischen uns. Es ist ein Würfelbecher mit zwei Würfeln drin. Jeder Würfel hat viel mehr als sechs Seiten. Wahrscheinlich sind es zwanzig Seiten oder so. „Also gut! Pass auf! Das Spiel geht ganz leicht!“, erklärt Kalle mir. Während er das Spiel erklärt, höre ich aufmerksam zu. Die Regeln sind tatsächlich ganz leicht. Wir spielen eine erste Proberunde. „Darf ich jetzt schon gucken, oder erst wenn du dran warst?“, frage ich nach, als ich nicht mehr ganz sicher bin. Kalle streckt die Hand nach dem Becher aus. „Erst wenn ich dran war.“ Ich gebe ihm den Becher. Die erste Proberunde verliere ich, aber jetzt habe ich die Regeln drauf. „Alles klar!“ Ich klatsche in die Hände. „Das war das letzte Mal, dass du gewonnen hast“, prophezeie ich ihm grinsend. „Das werden wir ja sehen“, sagt Kalle lachend. Ich gewinne tatsächlich ein paar Mal, allerdings verliere ich auch. „Och manno!“ Ich habe schon wieder verloren. Das fünfte Mal in Folge. So langsam möchte ich mal wieder gewinnen. Killer kommt und setzt sich zu uns. „Was dagegen wenn ich mitspiele?“, fragt er. „Kein Problem“, sagt Kalle und reicht ihm den Becher. „Fang du an.“ „Es ist so schrecklich langweilig heute“, seufzt Killer. „Und wir kommen erst in ein paar Tagen auf der nächsten Insel an.“ Er schüttelt den Becher und knallt ihn auf den Boden. Nach einiger Zeit setzen sich noch zwei andere Leute dazu. „Ihhh! Was riecht hier denn so schrecklich nach Fisch?“ Ich halte mir die Nase zu. Also ich bin durchaus tolerant, was Gerüche angeht und ich mag auch Fisch, aber dieser geballte Fischgeruch ist kaum zu ertragen. Ich schaue auf und sehe, wie John die Tür zum Speisesaal öffnet und offen stehen lässt. Na toll! Das Abendessen werden wir wohl auch mit Gestank einnehmen. Kalle schaut nun auch auf und entdeckt seinen Freund. „Wehe du kommst hier rüber“, ruft er ihm zu. „Wir können dich schon von hier riechen.“ John hält seine Hand hoch und zeigt den Mittelfinger. Ja, die beiden lieben sich. Ich grinse. „Hey!“, sage ich empört und haue auf Killers Hand. „Nicht schummeln!“ Schnell zieht er die Hand wieder zurück und versteckt sie. „Ich wollte gar nicht schummeln“, sagt er leise. Wir spielen weiter. Plötzlich höre ich einen ziemlichen Lärm. Ich schaue auf. Luke prügelt sich mit jemandem. Die scheinen sich gestritten zu haben. Ich seufze. Dieser Typ lernt es wohl nie. Das muss ich gerade sagen. Ich prügle ich mich ja auch hin und wieder mit Kid. Grinsend verfolge ich weiter das Geschehen. Der Rest der kleinen Würfelrunde widmet seine Aufmerksamkeit nun auch auf den Kampf. Sämtlich anderen auf dem Deck bilden sich zu einem Kreis und feuern die beiden an. „Na toll!“, seufzt Killer und ist schon dabei aufzustehen. „Kannst sitzen bleiben“, sage Kalle zu ihm. „Kid ist schon da.“ Sobald Kid kommt sucht jeder herumstehende sofort das Weite und beobachte lieber aus der Ferne, wie Kid den Kampf beendet. Er reißt die beiden Kämpfenden gewaltsam auseinander. Obwohl die beiden mächtig in einander verkeilt waren, hat er sie mit einer solchen Leichtigkeit getrennt, als wären sie leicht wie Papier. Kid schubst die beiden gegen die Reling, sodass sie auf den Boden rutschen und direkt vor ihm sitzen. Er baut sich in seiner vollen Größe auf. Natürlich hat er keinen Mantel an und man kann wunderbar seinen prachtvollen Oberkörper betrachten. Er sieht einfach schrecklich gut aus. Es ist mir jetzt auch völlig egal, dass ich Kid die ganze Zeit anstarre. Jetzt darf ich ja. Als er fertig ist mit Anschreien, dreht er sich um. Er lässt seinen genervten Blick übers Deck gleiten. Als er meinen Blick trifft, lächelt er und zwinkert mir zu. Ich lächle ebenfalls. Er ist SO SÜSS! „Wenn du jetzt fertig bist, unseren Käpt'n anzustarren, dann könnten wir vielleicht weiterspielen.“ Mit diesen Worten holt mich Killer leider wieder zurück an Ort und Stelle. Ich werde wohl später weitermachen müssen und darüber nachdenken, wie toll mein Freund ist. Leider fällt mir kein guter Spruch ein, um Killer zurückzuschlagen, also halte ich einfach den Mund und wende mich dem Spiel wieder zu.

    Nach dem Abendessen bricht plötzlich ein schreckliches Gerangel aus. Stühle werden nach draußen getragen, auch einige Tische. Zwei große Fässer Bier werden ebenfalls nach draußen getragen und aufgestellt. Massenweise Biergläser werden auf Tischen neben den Fässern positioniert und die ersten werden auch sofort gefüllt. Alles passiert ganz automatisch. Ich würde ja helfen, aber irgendwie bin ich total überflüssig. Das haben die bestimmt schon tausendmal aufgebaut und jeder hat so seine Aufgaben. Ich verziehe mich in die Kajüte und hole mir einen Pullover, den schwarzen mit dem Jolly Roger. Noch ist es zwar nicht kalt, aber nachher werde ich bestimmt frieren. Ich gehe wieder zurück in den Speisesaal und versuche mich unauffällig fortzubewegen. Alle sind beschäftigt und wuseln herum. Ich komme mir ein bisschen fehl am Platz vor. „Na Kleines!“ Eine tiefe Stimme kitzelt mein Ohr und ein Arm legt sich um meine Taille. Kid drückt mich an sich. Sofort fühle ich mich besser. „Hey“, sage ich verlegen und schaue zu ihm hoch. Er nimmt mir den Pulli ab und legt ihn sich über die Schulter. Kid dreht sich mir etwas weiter zu und betrachtet mein Gesicht. Mit der freien rechten Hand streichelt er sanft über meine linke Wange. „Tut das hier eigentlich noch weh?“, fragt er leise. Der Bluterguss schmerzt noch ein wenig, aber es ist auszuhalten. Zum Glück hat Kid ihn vorhin beim Kämpfen nicht getroffen. „Nein“, antworte ich. Kid hebt leicht mein Kinn an. „Gut. Hoffentlich geht der bald weg. Ohne dieses Matschgesicht bist du viel schöner“, sagt er und grinst. Ich stoße ihm mit den Ellenbogen in die Seite. „Ich sehe IMMER gut aus. Das solltest du dir merken“, sage ich und grinse. Kid lacht und wir gehen nach draußen. Es sind längst noch nicht alle da, aber die ersten prosten sich schon zu und trinken auf das Wohl unseres Kapitäns. Genau dieser Kapitän bugsiert mich zu einer Gruppe Männer. „Na Männer!“, begrüßt Kid sie. Als Antwort kommt ein Durcheinander von Begrüßungen. Kid setzt sich auf einen freien Stuhl dazu und zieht mich auf seinen Schoß. Mein Herz klopft. Das hat er noch nie gemacht. Ich fühle mich ein bisschen wie auf einem Präsentierteller, allerdings kennen mich die Jungs alle und sie wissen ja auch schon längst, dass Kid und ich zusammen sind. Diese Tatsache beruhigt mich. Ich atme tief durch und genieße es einfach. „Ey! Na endlich!“ Die Männer brechen in Freudenrufe aus, als sich zwei mit jeweils mehreren Bierkrügen in jeder Hand nähern. Kid bekommt natürlich als erster einen Krug. „Nein danke!“, sage ich kopfschüttelnd, als mir direkt danach ein Krug hingehalten wird. Ich habe mich dazu entschlossen kein Alkohol mehr zu trinken. Bisher hatte ich keine Probleme damit. Mal schauen, ob ich das durchhalte. „Trinkst du immer noch keinen Alkohol?“, fragt Kid mich, als er mitbekommt, dass ich abgelehnt habe. Ich schüttle lächelnd den Kopf. „Auch wenn es wahrscheinlich nicht wieder passieren wird, aber einmal abstürzen reicht mir.“ Kid grinst und nickt. Er hält mir seinen Bierkrug hin. „Halt mal!“ Ich nehme den Krug in die Hand. Wie aus dem Nichts hält Kid plötzlich eine Flasche Wasser in der Hand. „Wo hast du die denn her?“, frage ich überrascht und nehme sie in die Hand. „Tja“, schmunzelt Kid. „Zauberei!“ Er greift nach seinem Bier. Ich kichere. „Ein Hoch auf unseren Käpt'n!“ alle halten ihren Bierkrug hoch. Ich öffne die Flasche mit einem Ploppen und halte sie ebenfalls hoch. „Ein Hoch auf uns alle“, ruft Kid und nimmt einen Schluck Bier. Die Anderen machen es ihm gleich. Auch ich setze die Flasche an und trinke etwas.

    „Ein Fischmensch!“ „Bist du bescheuert? So sieht doch kein Fischmensch aus!“ „Ein Marinesoldat mit Blähungen!“ Ich pruste los vor Lachen. Thomas steht vor uns und versucht pantomimisch etwas darzustellen. „Ein Southbird!“, rufe ich rein. Thomas dreht sich in meine Richtung und zeigt enthusiastisch auf mich. „JA!“, ruft er freudig. „Ein Southbird!“ Nun bin ich an der Reihe. Thomas kommt auf mich zu und stößt sein Glas gegen meine Flasche. Wir nehmen einen Schluck und nun bin ich an der Reihe. Jetzt muss mir ganz schnell etwas einfallen. Ich stehe auf und gehe dahin, wo Thomas eben stand. Was könnte ich nur nehmen? Ich hab's! Bevor ich anfange, atme ich einmal tief durch. Ich recke mein Kinn nach oben und ziehe Grimassen. Dazu stolziere ich ein bisschen auf und ab und hample noch ein bisschen rum, um mich etwas lächerlich zu machen. „Ein Fischmensch!“ „Ist das deine Universalantwort?“ „Großadmiral Sakazuki!“ „Law, diese Nervensäge!“ „Die Himmelsdrachen!“ Ich halte sofort an und deute in die Richtung aus der die letzte Antwort kam. „Das war aaaabsolut richtig!“, rufe ich. Mir kommt jemand entgegen, wir stoßen die Gläser aneinander und trinken einen Schluck. Ich gehe grinsend zurück zu Kid. „Du hast diese Schweine zu gut dargestellt. Du hättest sie ruhig noch ein bisschen mehr durch den Dreck ziehen können“, sagt er und grinst. Ich lache und setze mich auf seinen Schoß. Diese Feier ist mal wieder super gelungen. Die Stimmung ist klasse. Ich kuschle mich in den Pullover und schmiege mich an Kid. Die Sonne ist schon lange untergegangen und hier draußen auf dem Meer kühlt die Nacht schnell ab.

    Ich schaue hoch in den Nachthimmel. Die Sterne sind wunderschön. Es sind kaum noch Leute auf dem Deck. Die meisten sind schon ins Bett gegangen. Kid hat ein paar Stühle zusammengeschoben und sich daraufgelegt, meine Beine als Kissen benutzend. Ich habe mir auch ein paar Stühle geholt und meine Füße hochgelegt. Kids Mantel liegt wie eine Decke auf meinen Beinen. Gedankenverloren fahre ich mit einer Hand durch Kids Haare. „Ist die Nacht nicht einfach nur schön?“, frage ich träumerisch. „Ja“, antwortet Kid leise. „Wunderschön!“ Ich schaue zu ihm runter, aber er guckt gar nicht den Himmel an, sondern mich. Ich lächle und kneife ihm in den Arm. Nur mit Mühe hält Kid seine Augen noch offen. Er versucht es zwar zu überspielen, aber er ist todmüde. „Warum bist du eigentlich ständig so müde?“, frage ich ihn rundheraus. Er lächelt müde. „Du hältst mich wach!“ Erschrocken blicke ich ihn an. „Das tut mir Leid! Das ist bestimmt weil ich wühle, oder? Ich weiß, ich habe einen unruhigen Schlaf“, versuche ich mich zu entschuldigen. Wenn er doch früher was gesagt hätte. Dann muss ich halt etwas weiter von ihm weg liegen. „Ach Quatsch!“, beruhigt Kid mich. „Du schläfst ganz ruhig. Was ich damit eigentlich meine, ist, dass ich gar nicht schlafen will. Ich liege die Nächte wach und halte dich in meinem Arm. Das ist mir zu kostbar, als dass ich dabei schlafen könnte.“ Meine Wangen werden mal wieder heiß. Verstohlen beiße ich mir auf die Unterlippe und versinke in Kids Augen. „Außerdem höre ich dir gerne zu, wenn du Unsinn erzählst“, fügt er in sarkastischem Ton hinzu. Ich grinse. „Du beobachtest mich jetzt aber nicht die ganze Nacht, oder? Das ist ein bisschen unheimlich.“ Kid lacht in sich hinein. „Nein! Soweit geht es dann doch nicht.“ Ich kichere und schaue wieder in den Sternenhimmel. Verträumt spiele ich wieder mit Kids Haaren. Ich stimme leise ein Lied an. Als ich die richtige Melodie habe, hebe ich meine Stimme ein bisschen an. Mittlerweile sind wir die Einzigen an Deck. Ich genieße diese ruhige Nacht. Ein Blick nach unten bestätigt mir den Verdacht, dass Kid bereits eingeschlafen ist. Mit meiner freien Hand streichle ich ihn über die Wange. Er dreht seinen Kopf mir ein bisschen zu und atmet ruhig weiter. Ich könnte ewig hier draußen sitzen und singen, leider werde ich auch immer müder. Irgendwann höre ich mit dem Singen auf und lege meinen Kopf zurück. Mit schweren Augenlidern beobachte ich die Sterne.

    „Komm ruhig näher! Das ist alles essbar!“ Ich bin im reinsten Schlaraffenland. Die Bäume, die Blumen, das Gras – alles kann man essen. Ein Hund mit Hasenohren und Pferdehufen führt mich und redet ununterbrochen auf mich ein. „Das Essen ist lecker! Nimm dir ruhig etwas! Du bist bestimmt hungrig!“ Die Stimme klingt irgendwie wie Kid. „Riecht das nicht wunderbar? Greif ruhig zu!“ das kann doch nicht sein, oder doch? „Essen ist fertig!“ Oh doch! Das ist ganz eindeutig Kid! Ich schlage die Augen auf und das erste was ich sehe ist ein Teller mit Essen drauf. Verwirrt blinzle ich. Kid lacht. „Hat die Prinzessin endlich ausgeschlafen?“, fragt er belustigt und stellt den Teller auf den Tisch. „Boah ey!“, stöhne ich und richte mich müde auf. ich reibe mir den Schlaf aus den Augen und blinzle wieder um mich an die Helligkeit zu gewöhnen. Wie spät ist es bitte? „Gibt es jetzt schoaaaaaaan“, ich gähne herzhaft, „Frühstück ans Bett? Dann fühle ich mich ja wirklich wie eine Prinzessin.“ „Frühstück ist gut“, sagt Kid grinsend und setzt sich auf den Bettrand. „Ich habe dir gerade das Mittagessen gebracht.“ „Was?“, frage ich erschrocken und reiße die Augen auf. Das kann doch nicht wahr sein. Habe ich etwa so lange geschlafen? „Aber es ist eigentlich ganz gut, dass du den halben Tag verpennt hast. Wir haben heute Nacht Nachtwache“, erklärt Kid mir. Ächzend und stöhnend krabble ich zu ihm hin und umklammere ihn von hinten mit meinen Armen und Beinen. Meinen Kopf lehne ich an seinen nackten Rücken und schließe die Augen. „Wie bin ich eigentlich ins Bett gekommen?“ Ich bin gestern doch draußen auf den Stühlen eingeschlafen. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, dass ich ins Bett gegangen bin. „Ich habe dich getragen“, erklärt er kurz. „Ach so“, antworte ich und kuschle mich an Kid. „Du musst jetzt aufstehen!“, bestimmt er, steht auf und setzt mich auf dem Sessel ab. „Iss was und zieh dich an!“ „Ay!“, sage ich und hebe meine Hand an die Schläfe, so wie die Marinesoldaten das immer machen. Kid grinst zufrieden und geht aus dem Zimmer. Ich schaue auf den Teller mit Essen. Mein Magen dreht sich um. Es ist ein bisschen zu früh zum Essen. Ich bin gerade erst aufgestanden. Erstmal muss ich mich anziehen. Danach wird das Essen zwar kalt sein, aber das ist mir egal. Ich öffne den Schrank. Ach du meine Güte! Alles ist durcheinander. Meistens mache ich mir nicht die Mühe, meine Kleidung zusammenzufalten, wenn ich sie zurück in den Schrank lege. Dementsprechend sieht es auch aus. Kid scheint genau das gleiche Problem zu haben. Jetzt habe ich aber auch keine Lust, das alles aufzuräumen. Ich wühle in dem Chaos herum und ziehe eine lange, leichte, luftige und bunte Aladdinhose und ein Top heraus. Ich schäle mich aus der Kleidung, die ich seit gestern Morgen trage und ziehe mich um. Fühlt sich gleich viel besser an. Während ich ins Badezimmer gehe, spüre ich, wie müde ich immer noch bin. Das Gesicht, welches mich aus dem Spiegel anguckt, bestätigt mein Gefühl. Meine Augen sind kleine Schlitze und ich habe Augenringe. Der Bluterguss ist, wie erwartet, wieder dunkler und angeschwollen. Seitdem Luke da gestern gegen gekickt hat, spüre ich ein ständiges Pochen und ein leichtes Ziehen auf meiner linken Gesichtshälfte. Ich hoffe ich bin den Bluterguss bald mal los. Meine Dreads sehen auch schrecklich aus. Einige haben sich halb oder ganz aus dem geflochtenen Zopf befreit und die rechte Seite ist viel lockerer als die linke. Na toll! Bevor ich mich meiner Frisur zuwende, putze ich erst einmal die Zähne. Hab ich dringend nötig! Schlapp und müde bewege ich die Zahnbürste hin und her. Danach löse ich den Zopf auf und lasse sie offen. Ich seufze einmal laut und gehe zurück ins Zimmer. Ich lasse mich in den Sessel fallen, lege meine Beine hoch und nehme mir den Teller. Das Essen ist nur noch lauwarm, aber schmeckt noch ganz gut. Das Bett ruft wieder nach mir. Ich kann doch nicht den ganzen Tag pennen. Bin ich nicht zu irgendeiner Arbeit eingeteilt? Muss ich nachher mal auf dem Plan gucken. Als ich aufgegessen habe, stehe ich auch und gehe langsam in die Küche. Bob und einer seiner Freunde, haben Küchendienst und waschen grade das dreckige Geschirr vom Mittag ab. „Woooow“, stößt Bob aus, als er mich sieht. „Man du stehst ja früh auf, Schwester! Ich dachte schon fast, man hätte dich verschleppt, alter!“ Ich lächle müde. „Keine Sorge! Mich kann man nicht so leicht verschleppen“, antworte ich und zwinkere ihm zu. „Hier habe ich noch etwas Arbeit für euch.“ Ich lege den Teller und die Gabel in das Spülbecken. Bob nickt mir zu. „Kein Problem, Schwester!“ Ich schaue mich im Raum um. Kid sitzt mit Killer, Heat und ein paar anderen an einem Ende des Tisches und scheinen sich zu unterhalten. Ich nehme mir ein Glas, fülle es mit Saft und gehe zu ihnen rüber. „Guten Morgen“, sage ich fröhlich freundlich, als ich sie erreiche und setze mich neben Kid auf einen freien Stuhl. Killer lacht. „Guten Mittag trifft es wohl eher“, sagt er mit einem belustigten Ton in der Stimme. Ich grinse, ziehe meine Beine auf den Stuhl und lehne mich an die Stuhllehne. „Da ist aber jemand noch mächtig müde.“ Ich nicke. „Ja! Hab nicht genug geschlafen.“ Die Männer fangen an zu lachen. „Da du jetzt fast den ganzen Tag verpennt hast, wirst du heute Nacht wohl kaum Probleme haben wach zu bleiben“, kommentiert Kid grinsend und verstrubbelt mir ein bisschen die Dreads. Ich gucke ihn überrascht an. „Was meinst du? Was ist denn heute Nacht? Noch ne Feier?“, frage ich verwirrt. Kid lacht. „Das hättest du wohl gerne. Wir haben heute Nachtwache.“ „Ohhhhh!“ Jetzt geht mir ein Licht auf. Ich nippe an meinem Saft. Die Gespräche gehen weiter. Ich höre lieber zu, als mich aktiv dran zu beteiligen. Um mich bequemer hinzusetzen, rücke ich mit meinem Stuhl dichter an Kid heran, umschlinge seinen Arm mit meinen Armen und lehne meinen Kopf gegen seine Schulter. Müde schließe ich meine Augen. Die Tonlage der Männer ist angenehm tief. Ich merke, wie ich ständig einnicke.

Kommentare (110)

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Rosa (03587)
vor 7 Tagen
Wann schreibst du wieder weiter?
Bahar (99888)
vor 289 Tagen
Ich finde es echt klasse das du immer am
Spannendesten Platz aufhörst da bekommt Mann
ja mehr Lust zu lesen
Hikari (52165)
vor 300 Tagen
Nein würde ich nicht Ronja , aber deswegen iSt es so blöd weil es genau wirklich die spannendste stelle ist
Ronja (57034)
vor 301 Tagen
Ich weiß, ich weiß. Würdest du schlecht über mich denken, wenn ich dir sage, das war mit Absicht? Fortsetzung folgt bald...
Hikari (52165)
vor 301 Tagen
OMG! SO ETWAS DARF MAN KEINEM ANTUN😱 an der spannendsten
Stelle einfach aufhören.......Bitte schreib schnell weiter!!!!!!!
P.S.
Respekt, ich könnte Soetwas nicht . Mach weiter so😉
alegssa (22446)
vor 305 Tagen
Ich hab schon so gespannt gewartet. Bitte schreib schnell weiter 😍😍
Bahar (10063)
vor 307 Tagen
Respekt du kannst schreiben wie ne Profi.
P.S
Mich hast du schon als Bewunderer
angle of life (63895)
vor 308 Tagen
Coool der neue Teil ist echt so toll 😊
Ich finde die Story eine von den besten ! Bitte mach schnell weiter!
Ich möchte gern wissen wie es weiter geht. Mach weiter so!
loliee (10932)
vor 378 Tagen
Das ist DIE BESTE ff, die ich bis jetzt gelesen hab, um ehrlich zu sein;)
♥☺♥☺♥☺♥☺♥☺
Monkey D Woosmann (89282)
vor 387 Tagen
cool der neue Teil
SAKURA (64916)
vor 414 Tagen
Wann kommt der 36 Teil die Geschichte is voll cool
Ronja (14911)
vor 431 Tagen
Ich find es super cool, dass du dir so Gedanken machst, wie es wohl weitergeht. Ob Grit Königshaki hat weiß ich nicht so genau. Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, aber wer weiß. Sie überrascht einen immer wieder ;)
Gol D. Lea (64467)
vor 431 Tagen
Bittttee schreib weiter ich finde diese geschichte so cool ich hätte
sogar eine Idee wie es weiter gehen könnte ; nähmlich das die kid piratrn
in einen kampf mit der marine haben aber da dabei auch der admiral
kuzan oder wie der heisst dabei ist könnnen die kid piraten nicht gewinnen
Den sie sind dan alle auch schon stark mitgenommen und als dan dieser
Admiral dan kid und die anderen töten will setzt dan Grit Königshawki frei
Und besiegt sie dan weil du hast schon so mit dem Hawki angefangen das
Sie und kid es trainieren da wäre das glaube ich eine coole wenden das dan
Grit Königshawki erweckt aber es ist deine FF es wäre jetzt nur von mir
Ein Vorschlag.
Bahar (00301)
vor 457 Tagen
Ist nicht schlimm aber es würde mich freuen wenn
du bald weiter schreiben könntest den das ist
meine aler Liebste Geschichte überhaupt ❤️😍😂😜
Vicky (55748)
vor 483 Tagen
OK danke für die Info
Ronja (58949)
vor 484 Tagen
Hey Vicky. Bisher sind es nur 33 Teile. Schreibe grade den nächsten aber bin in letzter Zeit kaum zu Hause. Deshalb dauert es ein bisschen 😊
Vicky (40966)
vor 487 Tagen
Hallo Ronja wie viele Teile giebt es den insgesamt ? Die fanaction war so cool ich bin jezt bei 33 giebt es noch mehr ?
Lu (48365)
vor 501 Tagen
Ich finde die story echt cool obwohl ich mir garnicht mag😃! Bitte schreib weilet
Rika Nara/Weasley (16164)
vor 507 Tagen
Ach so, bei Kid kann man ja nie wirklich wissen
wie er gerade so drauf ist :-) Schreib bitte
schnell weiter. Bei so SCHÖNEN Geschichten
kann ich es immer NICHT ABWARTEN. :-)
Ronja (45778)
vor 509 Tagen
@Rika Nara/Weasley Kid hat nur eine Ansage gemacht. Es wurde niemand zusammengeschrien ^^