Gestrandet- Fluch der Karibik Teil 11

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3 Kapitel - 2.290 Wörter - Erstellt von: Sensless - Aktualisiert am: 2015-07-20 - Entwickelt am: - 1.117 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

In diesem Teil geht es zu Ende, kurz und schmerzlos.

    1
    „Oh Gott hab ich Kopfweh!“ Jack seufzt und reibt sich die Schläfen. Leise lachend bringe ich ihm ein Glas Wasser, das er in einem Zug leert. „Du hättest gestern einfach nicht so viel trinken sollen!“ „Tu nicht so, als hättest du noch nie zu viel getrunken. Wir wissen beide, dass das eine Lüge ist.“ „Auch wieder wahr.“ Ich lasse mich neben ihm aufs Bett fallen und lehne meinen Kopf an seine Schulter. Beinahe sofort schließt er den Arm um mich und zieht mich noch ein wenig näher zu ihm heran. Ich sollte es ihm jetzt sofort sagen, bevor wieder etwas dazwischen kommt. Ich nehme all meinen Mut zusammen, atme einmal tief durch und sage: „Jack, ich…“ Doch weiter komme ich nicht. Die Tür schwingt auf und ein etwas verkatert wirkender Gibbs tritt ein. „Guten Morgen, Master Gibbs“, begrüßt ihn Jack. „Dass es ein guter Morgen ist, wage ich zu bezweifeln. Mindestens die Hälfte unserer Crew liegt noch irgendwo stockbesoffen in Tortuga verteilt.“ Jack verdreht die Augen, drückt mir einen Kuss auf die Stirn und steht auf. „Bedauerlicherweise müsst Ihr auf meine Gesellschaft verzichten, Miss Green. Aber keine Sorge: Ich werde unverzüglich wieder hier sein, um Ihnen Freude zu bereiten. Auf die ein oder andere Weise.“ Bei den letzten Worten wird seine Stimme eine Spur rauer, das verschmitzte Lächeln, das ich so liebe, erscheint auf seinen Lippen. „Ich kann mir auch ohne Euch Freude bereiten“, erwidere ich süffisant. Sein Lächeln wird noch eine Spur anzüglicher, als er sich vorbeugt und seine Lippen sanft meinen Hals berühren. Er arbeitet sich hoch bis zu meinem Ohr, bei jedem gehauchten Kuss jagt ein neuer Schauer der Erregung durch meinen Körper. „Oh, das wage ich nicht zu bezweifeln“, flüstert er, ich spüre seinen heißen Atem auf meiner überhitzten Haut. „Doch mit mir erlangt Ihr wesentlich mehr Befriedigung.“ „Ist dem so? Wenn Ihr Euch Eurem Können so sicher seid, warum beweist Ihr es dann nicht?“ Ich spüre sein Grinsen auf meiner Haut, als er mit verruchter Stimme erwidert: „Nichts lieber als das, Miss Green. Doch ich darf Euch daran erinnern, dass mein erster Maat sich ebenfalls mit uns in diesem Raum befindet. Ich bin nicht sicher, ob ich bereit bin, ihn an diesem Beweis teilhaben zu lassen.“ Augenblicklich werde ich rot und blicke beschämt zu Boden. Der arme Gibbs. Jack tritt einen Schritt zurück, haucht mir einen Kuss auf die Wange und geht mit einem grinsenden Gibbs zur Tür. „Bis nachher, Miss Green. Und mir wäre es nur recht, Ihr würdet mit dem Freude bereiten auf meine Rückkehr warten.“ Damit ist er aus dem Raum und ich bin wieder alleine. Frustriert seufzend lege ich mich auf den Rücken und starre die Holzbohlen über mir an. Anscheinend will das Schicksal nicht, dass Jack von Maja erfährt. Bei dem Gedanken zucke ich zusammen. Ich habe unserem Kind gerade ein Geschlecht und einen Namen gegeben. Ich lege meine Hände auf meinen Bauch, bilde mir ein, einen kleinen Herzschlag fühlen zu können. „Hey, meine Kleine“, flüstere ich und komme mir dabei nur ein bisschen blöd vor, weil ich mit meinem Bauch rede. „Wie gefällt dir der Name Maja?“ Wie als eine Antwort darauf, beginnt es in meinem Magen zu kribbeln. Mein Herz pocht etwas schneller. Kann sie mich schon hören? Doch es ist gar keine Reaktion Majas auf ihren Namen. Es ist einfach nur die Übelkeit, die mich immer noch heimsucht.

    2
    Erst am späten Nachmittag kommt Jack wieder zurück, seine ziemlich verkaterte Crew im Schlepptau. „Auf eure Posten, ihr dreckigen Landratten, genug gefaulenzt!“, ruft er ihnen zu und missmutig und demotiviert leisten sie seinem Befehl Folge. „Hast du alle?“, frage ich und erhalte ein knappes Nicken als Antwort. Er nimmt mich bei der Hand und zieht mich ohne Umschweife in seine Kajüte, schließt die Tür hinter uns und drückt mich an die Wand. Seine Arme stützt er rechts und links von mir ab, sein Gesicht schwebt Zentimeter vor meinem. Sein ganzer Körper schmiegt sich an meinen, er ist omnipräsent. „Miss Green, es wäre mir eine Ehre, Euch nun mein Können zu beweisen und Euch Freude zu bereiten.“ Bevor ich etwas erwidern kann, liegen seine Lippen auf meinen, leidenschaftlich und intensiv küsst er mich. Ich schlinge meine Arme um seinen Nacken und schließe so den letzten Abstand zwischen uns. Seine Hände schließen sich um meine Taille, seine rauen Finger ziehen mein Hemd etwas nach oben und streichen sacht über die so entblößte Haut. Ich schauere und will mich ihm hingeben, doch dann durchzuckt ein anderer Gedanke mein vor Lust benebeltes Gehirn: Maja. Ich muss es ihm sagen. Ich löse mich von seinen Lippen und drücke ihn ein Stück weg von mir. Er sieht verwirrt aus, verwirrt und etwas desorientiert. „Jack, ich muss mit dir reden.“ Der erste Schritt ist getan, das Schicksal scheint mir diesmal keinen Knüppel zwischen die Beine zu werfen. „Kann das nicht warten?“, fragt er und beugt sich schon wieder vor, um Küsse auf meinen Hals zu hauchen, doch ich stoppe ihn und sage: „Nein, es kann nicht warten. Es ist dringend.“ Irgendetwas an meinem Tonfall scheint ihn zu alarmieren, jedenfalls sieht er ziemlich besorgt aus. „Was gibt es so Wichtiges?“ Er will gelassen klingen, doch ich höre ganz klar die Sorge hinter seinen Worten. „Jack, ich… es gibt etwas, das du wissen solltest…“ „Du liebst mich nicht mehr“, platzt er heraus. „Was? Nein! Wie kommst du den auf die Idee?“ „Ich habe dich gesehen, draußen an der Reling, als du meinen Kompass in der Hand hattest. Du hast dich danach so komisch verhalten. Die Nadel zeigte nicht mehr auf mich, oder? Du liebst mich nicht mehr, ist es das?“ Der Kummer und die Verletzlichkeit in seiner Stimme schneiden wie Scherben in mein Herz. Behutsam ergreife ich seine Hand und sage: „Jack, ich liebe dich nach wie vor, und das wird sich nicht ändern. Niemals. Ich war nur so… verwirrt und durcheinander, ich brauchte kindische Bestätigung. Und die habe ich nun. Die Nadel hat auf dich gezeigt. Wird sie immer. Was ich eigentlich sagen wollte ist…“ Ich stoppe kurz, atme tief durch und beende meinen Satz: „…ich bin schwanger.“ Eine beunruhigende Stille tritt ein, ich rechne mit dem Schlimmsten. Doch plötzlich verzieht sich Jacks Miene zu einem breiten Lächeln, er hebt mich hoch und wirbelt mich lachend im Kreis. Überrascht von seinem für ihn eher untypischen Gefühlsausbruch dominiert die Verwirrung über die Erleichterung. Als er mich wieder auf die Füße stellt, sagt er: „Du bist schwanger. Wir werden Eltern. Ich werde Vater.“ Er legt seine Hände um meine kleine Wölbung und meint mit einem spitzbübischen Zug auf den Lippen: „Ich wusste ja, dass es einen Grund geben musste, warum du so zugenommen hast.“ Ich boxe ihn sanft auf die Schulter und erwidere: „Und ich dachte für einen Moment wirklich, du hättest dich geändert. Ich hätte dir gar nicht zugetraut, dass du dich so darüber freuen würdest. Ich hatte eher Angst, dass du uns verstoßen würdest.“ Er lächelt leicht und streichelt liebevoll über meinen Bauch. „Vor ein paar Monaten hätte ich das auch noch gemacht. Aber mit dir ist alles anders. Auch, wenn ich nicht glaube, dass ich dem Kind ein guter Vater sein werde, weiß ich wenigstens, dass es die beste Mutter haben wird, die es sich wünschen könnte.“ „Maja“, verbessere ich ihn automatisch. „Wenn es ein Mädchen wird, wird es eine Maja.“ „Maja also“, flüstert er und geht in die Hocke, bis seine Lippen ganz nah an meinem Bauch sind. „Na, kleine Maja, hörst du mich? Hier spricht dein Vater, der berüchtigte und unbezwingbare Captain Jack Sparrow, der Herrscher der sieben Weltmeere,…“ „Jetzt reicht’s aber“, unterbreche ich ihn. „Fang doch nicht jetzt schon an, ihr Lügen zu erzählen.“ Er lacht und steht wieder auf, damit sein Gesicht auf einer Höhe mit meinem liegt. Er streicht mit seiner Hand über meine Wange, und plötzlich wird er ernst. „Victoria, ich… ich kann euch doch gar nichts bieten. Ich bin ein Pirat, ein Freibeuter, und wenn du hierbleibst, wird Maja auch als solches aufwachsen. Ihr solltet euch auf dem Festland irgendwo zur Ruhe setzen, ich schicke euch meinen Anteil jeder Beute, ich werde für euch rauben, morden, plündern, damit Maja und du ein gutes Leben im Überfluss haben kann. Ich werde…“ Ich lege meinen Finger auf seine Lippen und bringe ihn so zum Verstummen. „Wir brauchen keinen Luxus. Maja braucht einen Vater. Und ich brauche dich. Alleine schaffe ich das nicht. Wir bleiben hier. Klingt ja fast so, als ob du uns loswerden wolltest.“ Er lächelt und drückt mir einen kleinen Kuss auf die Lippen. „Das ist eine böse Unterstellung, Miss Green“, erwidert er, als wir uns lösen. „Und außerdem könnt Ihr das nicht beweisen.“

    3
    Epilog
    Ich stehe an der Reling, sehe hinaus auf die offene See. Ich betrachte die Sonne, die blutrot am Horizont verschwindet und sich in der gekräuselten Wasseroberfläche kräuselt. Das Meer spielt mit unserem Schiff, schaukelt es ein wenig hin und her, doch es macht mir keine Angst mehr. Es ist nun meine Heimat. Ich schließe die Augen und genieße die Gischt, die meine überhitzte Haut kühlt. Wie konnte ich nur jemals ohne das hier leben? „Mummy, Mummy!“ Ein kleiner, dünner Junge läuft auf mich zu und ich kann nicht anders als zu strahlen. Aus Maja ist dann doch eher ein Christopher geworden. Er hat schwarze, kurze Haare und strahlend blaue Augen, ein so schönes Blau, wie es nur der Ozean an besonders sonnigen Tagen zur Schau trägt. Er hält mir einen kleinen, braunen Piratenhut unter die Nase und sagt aufgeregt: „Sieh mal, den hat Daddy mir gekauft!“ Ich nehme ihm den Hut aus der Hand und setze ihn auf seinen Kopf. Prompt rutscht er ihm ins Gesicht und ich sage: „Der ist dir doch viel zu groß!“ „Da wächst er schon noch rein“, erwidert eine raue Stimme hinter meinem Sohn und ich hebe den Blick zu seinem Vater. „Schau mich nicht so strafend an! Der Kleine wollte ihn unbedingt, und du weißt doch, dass ich seinem Hundeblick nicht widerstehen kann“, verteidigt sich Jack und hebt abwehrend die Arme. „Irgendwann wird es dir noch leidtun, dass du ihn so verwöhnt hast. Dann frisst er dir die Haare vom Kopf mit seinen Wünschen.“ Christopher verzieht angeekelt sein kindliches Gesicht und protestiert lautstark: „Das stimmt nicht, Mummy! Ich werde sicher nicht Daddys Haare essen, das wäre total eklig!“ Ich muss lachen und Jack stimmt mit ein. Christopher ist so niedlich. Sein Vater hebt ihn hoch und er quietscht vergnügt auf. „So, nun sag gute Nacht zu Mummy, der kleine Seeräuber geht jetzt ins Bett!“ „Aber ich bin noch gar nicht müde!“, mault er und verschränkt trotzig die Arme vor der Brust. „Dann lässt du mir leider keine andere Wahl“, erwidert Jack gespielt dramatisch. „Über die Planke mit dir!“ Christopher lacht vergnügt, als sein Vater mit ihm zur Reling läuft und dort so tut, als würde er ihn ins Wasser schmeißen. Mit einem Lächeln auf den Lippen sehe ich den beiden zu und eine Welle der Zuneigung überschwemmt mich. Diese zwei Kindsköpfe sind meine Familie. Jack bringt ihn in die Kapitänskajüte und ich wende mich wieder dem Sonnenuntergang zu. Als schließlich schon die ersten Sterne am Firmament auftauchen, spüre ich Jacks Hände an meiner Hüfte, die mich an seine starke Brust ziehen. „Du bist ein toller Daddy“, flüstere ich ihm zu und spüre sein Lächeln an meinem Hals, als er beginnt, sanfte Küsse auf meiner Haut zu verteilen. „Und du die beste Mummy, die Christopher sich nur wünschen kann.“ Eine Weile schweigen wir beide, genießen die Ruhe um uns herum und die bloße Anwesenheit des anderen. „Jack?“ „Ja?“ „Glaubst du, es gibt wieder Probleme?“ Er dreht mich zu sich herum und sieht mir tief in die Augen. „Die gibt es doch immer. Aber weißt du, wie wir sie lösen werden? Zusammen.“ Ich lächle leicht und murmle: „Ich denke, ich liebe Euch, Captain Jack Sparrow.“ „Meine Gefühle für Euch, Miss Green, sind über Liebe weit hinaus. Ihr und unser Sohn seid mein Leben. Selbst die See vermag es nicht, mir so viele Abenteuer zu bieten, wie Ihr es täglich tut.“ „Wie kommt es, dass du immer die besseren Liebeserklärungen hast?“ Er lacht leise und kommt mit seinem Gesicht nahe an meines heran. „Ich bin Captain Jack Sparrow“, flüstert er, sein heißer Atem vermischt sich mit meinem, sein Blick scheint sich in meinen zu verhaken. „Alles klar soweit?“ Und dann, endlich, legt er seine Lippen auf meine. Und das sicher nicht zum letzten Mal.

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