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Warrior Cats - Schattengeister

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4 Kapitel - 10.821 Wörter - Erstellt von: Thoreta - Aktualisiert am: 2015-07-06 - Entwickelt am: - 731 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Teil 2

    1
    7.Kapitel




    „Blitzpfote, was riechst du?“, fragte Schneekralle seine Schülerin. Blitzpfote antwortete eifrig: „Den WiesenClan. Eine Patrouille von ihnen muss kurz vor uns an der Grenze vorbeigegangen sein. Ihre Markierungen sind frisch. Außerdem Fuchsgeruch. Aber es muss schon eine Weile her sein, dass er hier entlanggelaufen ist. Und ich rieche … Kaninchen!“
    Blitzpfote war mit ihrem Mentor Schneekralle, Flammenfleck, ihrem Vater Minzschweif und Krähenpfote auf Patrouille an der WiesenClangrenze.
    „Sehr gut. Ihr beiden habt wirklich gute Nasen“, lobte Flammenfleck,
    der die Patrouille anführte, „Jetzt können wir zurück gehen. Folgt mir!“
    Die Krieger liefen voraus, Blitzpfote und Krähenpfote ließen sich zurück fallen.
    „Ich dachte, wir könnten nach der Patrouille noch ein bisschen zusammen jagen gehen“, meinte er.
    „Ja“, stimmte Blitzpfote zu, „Aber erst möchte ich zurück ins Lager. Ich will Schlangenpfote etwas Beute bringen. Sie hat so viel zu tun, und will immer erst dann zur Ruhe kommen, wenn alle Katzen versorgt sind, und manchmal vergisst sie sogar, zu essen!“
    Als sie zusammen ins Lager traten, trottete Blitzpfote sofort zum Beutehaufen, suchte eine Taube aus und lief zum Heilerbau. Auf dem Weg hörte sie die Jungen spielen.
    „Ich bin Blitzpfote!“, quiekte Flussjunges. „Und ich bin Baumstern!“, maunzte ihr Bruder Löwenjunges.
    „Ich bin Schlangenpfote!“, schrie Jaguarjunges. „NEIN! Ich will Schlangenpfote sein!“, brüllte Nesseljunges. „Wenn wir auch Schlangenpfote sein dürfen, dann bin ich Schlangenpfote!“, jaulte Flussjunges. „Aber ich hab es zuerst gesagt!“, fiepte Jaguarjunges. „UND ICH WUSSTE NICHT; DASS WIR AUCH SCHLANGENPFOTE SEIN KÖNNEN!“, schluchzte Nesseljunges.
    Blitzpfote versetzte es einen Stich im Herz. Sie wollte nicht eifersüchtig auf ihre Schwester sein, aber seit der Sache mit Indabas Welpen, war ihre Schwester die beliebteste Katze im Clan. Sogar bei den Jungen!
    Sie schob sich durch den Rankentunnel, und legte die Beute vor ihrer Schwester, die in ihrem Moosnest schlief, ab.
    Sie lief zurück zu Krähenpfote und fragte: „Können wir los?“
    „Natürlich!“, rief er, drehte sich um und preschte in den Wald. Übermütig stürmte Blitzpfote hinter ihm her. Sie liefen in Richtung KlippenClangrenze. Blitzpfote bremste ihren Lauf ab, als sie eine Maus unter einer Eiche entdeckte. Sie ließ sich in ihr Jagtkauern fallen, schlich Stück für Stück an die Beute heran, sprang ab, und packte die Maus. Schnell tötete sie ihre Beute, dann lief sie zu Krähenpfote, der ein Kaninchen erwischt hatte. „Guter Fang!“, rief er ihr zu. „Deiner ebenso“, antwortete sie. Gemeinsam liefen weiter, in die Nähe der Mäusehügel, weg von der KlippenCalangrenze. Doch plötzlich hatte sie den scharfen Gestank von KlippenClankatzen in der Nase. Sie schlich vorsichtig näher an den Rand der Lichtung, die von allen Katzen Mäusehügel genannt wurde, denn zwischen den kleinen Hügeln hausten viele Mäuse.
    Blitzpfote versteckte sich hinter einem Felsen, und spähte auf die kleinen Hügel. Krähnpfote neben sich. Seine Schnurrhaare zuckten, als er den säuerlichen Geruch des KlippenClans einatmete.
    Gemeinsam spähten sie auf die Lichtung, und tatsächlich, zwischen den Hügeln jagten Dunkelkies, Dreifuß, Adlerflug, Dunkelkies, Braunpfote und Wiesenfell, die Zweite Anführerin des KlippenClans.
    „Ich glaube es nicht!“, fauchte Blitzpfote wütend, „Die stehlen Beute von uns!“
    „Geh zurück zum Lager und hol Hilfe!“, ordnete Krähenpfote an, „Ich beobachte sie!“
    So schnell sie konnte, stürmte Blitzpfote durch den Wald, zurück zum Lager.
    Keuchend kam sie vor Baumstern zum Stehen.
    „Der KlippenClan hat Beute von uns gestohlen! Sie jagen gerade an den Mäusehügeln!“, schnaufte sie. Baumstern fauchte wütend. „Felsschatten, Gelbblatt, Schneekralle, Streifenfell, Minzschweif, und Hirschpfote und Birkenpelz! Ihr kommt mit uns! Blitzpfote, zeig uns den Weg!“
    Blitzpfote nickte, drehte sich um und preschte los. „Wieso muss eine Schülerin uns führen? DAS IST ERNIEDRIGEND!“, beschwerte sich der hochnäsige Felsschatten. Baumstern antwortete nicht, sondern warf seinem Stellvertreter einen mahnenden Blick zu.
    Als der Trupp bei Krähenpfote ankam, zischte Baumstern: „Felsschatten, du gehst mit Gelbblatt, Streifenfell und Birkenpelz auf die andere Seite. Wartet auf mein Zeichen.“
    Hirschpfote kauerte sich bei Blitzpfote und Krähenpfote nieder. „Ich kann es kaum erwarten!“, murmelte sie, „Unser erster Kampf. Ich bin so aufgeregt!“
    Die Eindringlinge sammelten sich in der Mitte der Lichtung. Links und rechts von ihnen hohe Felsen, über die keine Katze drüber kommen könnte. An den freien Seiten lauerten die WaldClankatzen. Jetzt oder nie! Dachte Blitzpfote. „ANGRIFF!“, jaulte Baumstern. Beide Katzentrupps stürmten über die grasbewachsenen Hügel auf die verdutzten Gegner zu. Baumstern stürzte sich auf Wiesenfell, Felsschatten sprang mit ausgefahrenen Krallen auf Dunkelkies und Minzschweif und Streifenfell kesselten Adlerflug ein. Dreifuß schlug die Zähne in Birkenpelz Flanke, doch der getigerte Krieger befreite sich und bearbeitete Dreifuß Ohr mit den Krallen.
    Krähenpfote, Hirschpfote und Blitzpfote trieben Braunpfote an die Felsen.
    Krähenpfote hieb mit seiner kräftigen Pranke nach ihm, doch Braunpfote wich ihm aus und packte Blitzpfotes Pfote mit den Zähnen. Er drehte sie bis es weh tat. Blitzpfote jaulte auf vor Schmerz und fiel auf die Seite. Braunpfote blickte sie höhnisch an. Doch Hirschpfote stürzte sich von hinten auf ihn und zerrte ihn von Blitzpfote runter. Fuhr ihre Krallen über den Bauch des Gegners. Krähenpfote biss ihm in den Schwanz und Blitzpfote kratzte ihm die Nase blutig.
    Braunpfote jaulte vor Schmerz und schnappte noch einmal Blitzpfotes verdrehter Pfote. Wieder drehte er sie. Diesmal jedoch so stark, das Blitzpfote aufjaulte und sich auf einen der kleinen Felsen rettete. Aber als sie aufkam, schmerzte ihre Pfote so sehr, dass sie auf die Seite fiel. Sie schrie auf, als sie in einen Spalt zwischen den Felsen rutschte. Sie versuchte verzweifelt, an den Felsen hochzuklettern, doch sie waren zu rutschig. Sie saß in der Falle.
    „HILFE!“, brüllte sie so laut sie konnte.
    Oben auf dem Felsen huschte eine graue Gestalt über den Felsen. Wer war das? Blitzpfote zitterte, als die große Katze auf einen Stein zu schlich, der so groß wie eine Katze war. Wenn diese Katze, wer auch immer das ist, diesen Stein in den Felsspalt schiebt, werde ich ZERQUETSCHT! Auf einmal starrte der Kater sie an. Einen Moment zu lang. „Felsschatten!“, reif Blitzpfote aus, „Hast du meinen Ruf gehört?“ „Ähm... Also... ja ich habe dich ähm schreien gehört. Komm du dummer Fellball, ich hol dich raus!“, stotterte Felsschatten. Er wollte nicht das ich ihn erkenne. Wollte er mich etwa mit dem Stein erschlagen? „Komm schon! Was hast du dir dabei gedacht auf die Felsen zu klettern? Du weißt doch dass sie rutschig sind! Ich werde dir wohl eine Strafe geben müssen. Komm schon hoch, ich zieh dich dann raus“, knurrte er sie wütend an. „Das brauchst du nicht!“, kam ein Ruf über die Felsen, „Wir machen das schon!“ Krähenpfote stand hinter Felsschatten und auch Hirschpfote war da. Wütend, als hätten die beiden eine Maus verjagt, an die sich Felsschatten gerade angeschlichen hatte, knurrte der zweite Anführer: „Na gut. Aber beeilt euch!“ Damit verschwand er. „Dämlicher Fellball!“, murmelte Hirschpfote, dann trat sie neben Krähenpfote an den Rand der Felsen. „Warte, ich hol dich raus!“, miaute Krähenpfote, beugte sich hinab, packte Blitzpfotes Nackenfell und hob sie auf die Felsen. „Wie siehst du denn aus?“, fragte Hirschpfote ihre Freundin erstaunt. Es stimmte.
    Blitzpfotes Pfote war angeschwollen, und von dem Sturz hatte sie unzählig viele Kratzer und Schrammen. „Nicht so schlimm“, murmelte sie benommen, „Mir geht’s gut.“
    „Nein, das tut es nicht! Los komm, wir bringen dich ins Lager“, widersprach Hirschpfote.
    „Nein, wir können nicht alle gehen. Hirschpfote, bleib du hier und kämpf weiter. Ich bringe Blitzpfote ins Lager“, meinte Krähenpfote.
    Er stützte Blitzpfote, und sie lehnte sich gegen seine Schulter.
    Vorsichtig trug er sie vom Felsen, weg von den kämpfenden Katzen, und durch den Wald in Richtung Lager.


    Als sie im Lager ankam, spürte Blitzpfote ihre Pfote gar nicht mehr. Es war als würde sie auf einem tauben Fuß durch dichten Nebel gehen. Sie bekam nur halb mit, das Katzen auf sie zugestürmt kamen. Viele Gerüche umwaberten sie, doch in ihrer Verfassung konnte sie nur zwei davon richtig zuordnen: Krähenpfote der schützend neben ihr stand, und ihre Schwester, die besorgt etwas anordnete.
    Ein lauter Ruf eines Katers ertönte, dann brach sie zusammen, und vor ihren Augen wurde alles Schwarz.



    8.Kapitel



    Blitzpfote erwachte, als ein Siegesjaulen über das Lager hallte:
    „WIRHABEN SIE VERTRIEBEN!“ Schlangenpfote kam in den Heilerbau, in dem Blitzpfote in einem Farnnest lag. „Baumstern hat eine Versammlung eingerufen. Komm hören wir was er sagt“, forderte die junge Heilerschülerin ihre Schwester sanft auf. Auf ihre Schwester gestützt, humpelte Blitzpfote aus dem Heilerbau.
    Als sie auf die Lichtung traten, kam ihnen sofort Krähenpfote entgegen. „Dir geht es gut!“, rief er erleichtert. An Schlangenpfote gewandt fügte er hinzu:“ Ich nehme sie. Komm Blitzpfote, wir setzen uns zu Hirschpfote.“ Zärtlich tippte er sie mit der Schwanzspitze an.
    Als sie sich bei Hirschpfote niederließen, schnurrte diese: „Dir geht es gut!“
    „Alle Katzen die älter als sechs Monate sind fordere ich auf, sich unter dem Clanstein zu versammeln!“, rief Baumstern der auf dem Clanstein hockte. Die Katzen versammelten sich. Als alle da waren, erhob Baumstern das Wort: „Wie ihr es sicher alle mitbekommen habt, haben wir die KlippenClankatzen vertrieben!“Stolzes Gejaule erhob sich über die Lichtung. „Unsere Schüler haben gut gekämpft! Krähenpfote! Trete vor!“ Angespannt und aufgeregt trat Krähenpfote vor. „Krähenpfote“, rief Baumstern, „Du hast heute gut gekämpft und bewiesen dass du bereit bist, ein vollwertiger Krieger des WaldClans zu werden! Krähenpfote, von heute an wirst du Krähenschwinge heißen! Der MondClan ehrt dich für deine Tapferkeit und dein großes Herz, dass du uns heute allen bewiesen hast! Hirschpfote, Blitzpfote! Ihr habt euch heute auch eure Kriegernamen verdient. Aber ihr seid noch etwas zu jung um Krieger zu werden.“
    „KRÄHENSCHWINGE! KRÄHENSCHWINGE!“, riefen die Clankatzen. Blitzpfote warf einen Blick zu Spitzpfote, Krähenschwinges Bruder. Stolz, aber auch ein Funke Eifersucht glänzte in seinen Augen. Für ihn würde es heute keinen Kriegernamen geben. Blitzpfote schüttelte den Kopf. Eifersucht auf die eigenen Geschwister zu haben, war das letzte, was sie Schlangenpfote gegenüber haben würde. „Komm mit!“, rief Schlangenpfote ihr zu, „Wenn du nicht murrst und dir heute und morgen Ruhe gönnst, kannst du in zwei Tagen wieder trainieren.“ Blitzpfote murrte, folgte ihrer Schwester aber.

    „SCHLANGENPFOTE!“, rief Kleinbart seine Schülerin, „Bringst du Blitzpfote bitte ein paar Wachholderbeeren bringen?“ Schlangenpfote lies den Blick über ihren Kräutervorrat schweifen. Sie seufzte: „Keine mehr da! Können wir nicht Walderdbeeren benutzen? Davon sind mehr als genug da!“ „Auf gar keinen Fall! Das würde nur dazu führen, das sich die Pfote deiner Schwester entzündet!“, rief Kleinbart entsetzt. „Ich könnte zum KlippenClan gehen. Mottenpfote würde mir sicher etwas abgeben“, schlug Schlangenpfote vor. „Und heute Abend können wir deine Überreste aus ihrem Lager holen! Ich weiß wie gerne du deine Heilerfreundin hast, aber vergiss nicht dass sie aus Dem Clan ist, gegen den wir gestern gekämpft haben“, sagte Kleinbart. „Aber der KlippenClan hatte immer am meisten Beeren. Sie werden uns doch wohl welche abgeben!“, versuchte Schlangenpfote ihren Mentor zu überreden. „NEIN!“, schnaufte Kleinbart, „Such lieber welche in unserem Territorium!“ „Aber ich habe gestern schon das ganze Territorium abgesucht! Und der WiesenClan hat kaum genug Kräuter für sich selbst. Die geben uns doch nie Was ab!“ „NEIN!“, fauchte Kleinbart und sein Ton bot keine Widerrede.
    Schlangenpfote verließ das Lager. Es gibt hier keine Wachholderbeeren mehr! Und wenn Kleinbart mir nicht erlaubt, zum KlippenClan zu gehen, bekommt Blitzpfote kein Heilmittel. Niedergeschlagen zupfte Schlangenpfote ein paar Grashalme aus der Erde. Aber er muss es ja nicht unbedingt erfahren...

    Schlangenpfote schluckte. Sie stand an der Grenze zum KlippenClan. Jetzt, so kurz vor der Grenze war sie doch ein wenig nervös. Wenn eine Patrouille sie entdeckte, war sie geliefert. Sie hatte sich vorher in Dachskot gewälzt, sodass niemand sie riechen würde. Die KlippenClankatzen waren bekannt dafür, dass sie keine Gnade kannten. Sie schluckte, schloss die Augen, und setzte die erste Pfote über sie Grenze.
    „Was machst du da?“, piepste eine leise Stimme hinter ihr. Schlangenpfote fuhr herum.
    Hinter ihr stand Nesseljunges. „Was machst du denn hier?“, Schlangenpfote starrte das Junge an.
    Sie musste ihr den ganzen Weg gefolgt sein. „Felsschatten hat gesagt, wir müssen so früh wie möglich mit dem Training anfangen, wenn wir gute Krieger werden wollen. Er hat gesagt, wenn ich ihm sage, wo du hin gehst und was du machst, dann setzt er sich dafür ein, dass er mein Mantor wird! Und wenn ich eine gute Schülerin werde, dann macht er mich eines Tages zur zweiten Anführerin!“, quiekte die kleine stolz. „Sag ihm, ich bin Wachholderbeeren suchen. Und ich suche das ganze Territorium ab, falls es ihn interessiert“, befahl sie dem Jungen, „Und füge hinzu, dass ich es sehr unhöflich finde, mich ausspionieren zu lassen. Als ob ich immer unter Beobachtung sein müsste!“
    „Okay“, damit verschwand Nesseljunges zwischen den Bäumen. „Felsschatten schon wieder!“, zischte Schlangenpfote, als Nesseljunges verschwunden war. In letzter Zeit war er Schlangenpfote und Blitzpfote sehr aufgefallen.
    Gestern hatte er sich lauthals beschwert, dass Schlangenpfote sich um die hochschwangere Dämmerschweif kümmern sollte. Dämmerschweif war seine Gefährtin und er würde der Vater der Jungen sein. Als Kleinbart ihn beruhigen wollte, war Felsschatten ausgeflippt. „Ich BESTEHE darauf, dass meine Jungen unter bester Aufsicht zur Welt kommen werden! UND NICHT VON EINEM DÄHMLICHEN HAUFEN FUCHSKOT!“, hatte er gebrüllt. Kleinbart hatte geantwortet: „Schlangenpfote ist alles andere als ein dämlicher Haufen Fuchskot! Sie ist die beste Schülerin die ich mir vorstellen kann!“ Felsschatten war daraufhin abgeschwirrt, und hatte eine am Boden zerstörte Schlangenpfote und einen Frustrierten Kleinbart zurückgelassen. Schlangenpfote hatte am Abend alles ihrer Schwester erzählt, und sie gefragt, ob sie sich wirklich als Heilerin eignete. „NA-TÜR-LICH!“, war die Antwort gekommen, „DU BIST DIE BESTE HEILERIN DIE ES IM WALD GIBT! Nimm dir nicht dass zu Herzen, was ein stinkender Schleimhaufen von zweitem Anführer sagt! Du hast es sogar geschafft, Indabas Welpen auf die Welt zu bringen!“
    Noch am selben Tag, hatte Felsschatten Baumstern dazu angestiftet, Blitzpfote zu bestrafen, weil sie beim Kampf in die Felsspalte gestürzt war. „Sie hätte es wissen müssen!“ Hatte er gefaucht.

    Alles was Felsschatten tut, richtet sich gegen uns. Was haben wir ihm getan?
    Doch es war keine Zeit über das Verhalten ihres Zweiten Anführers nachzudenken. Sie musste jetzt endlich los, und Mottenpfote finden! Schlangenpfote wandte sich zur Grenze, spannte die Muskeln an, und stürmte ins feindliche Territorium.

    Vorsichtig schlich sie auf die riesigen gezackten Berge zu, zwischen denen das Lager des KlippenClan lag. Irgendwann stand sie vor einer dichten Dornenbarriere. Das musste das Lager des KlippenClans sein. Der Geruch vieler Katzen stieg ihr in die Nase, und sie versuchte, den ihrer Freundin herauszufiltern.
    Da, eine starke Spur führte zwischen den Bäumen hindurch weg vom Lager. Vorsichtig bahnte sich Schlangenpfote ihren Weg, immer so nah an der Spur wie möglich, ohne entdeckt zu werden.
    Bitte, bitte, MondClan hör mich an, mach dass keine Patrouille hier vorbei kommt!
    Als ob der MondClan sie gehört hätte, traf sie auf ihrem Weg keine Katzenseele.
    Schließlich endete der Wald, ein kleines Stück Wiese lag vor Schlangenpfote, und dann eine Felswand an der in rauen Mengen Wachholderbeeren wuchsen. Und davor saß Mottenpfote, seelenruhig, und zupfte ein paar Beeren ab. Heute ist mein Glückstag! Dachte Schlangenpfote.
    Vorsichtig trat sie aus dem Gebüsch und miaute freundlich:“ Hallo Mottenpfote! Großartiger Fund!“
    Erschrocken fuhr Mottenpfote herum und sträubte ihr Nackenfell. Doch als sie Schlangenpfote erkannte, glättete sie es sofort wieder. „Schlangenpfote! Was machst du hier!“, maunzte sie beunruhigt, „Wenn jemand dich erwischt, dann bekommen wir beide gewaltige Schwierigkeiten!“
    „Ich weiß, aber ich brauch deine Hilfe! Blitzpfote hat ausgekugelte Pfote, und wir haben keine Wachholderbeeren mehr. Ich hab das ganze Territorium zwei Mal abgesucht, und konnte nirgends welche finden. Bitte gib mir ein paar ab. Mit den Samen kann ich neue pflanzen und ein paar brauche ich für meine Schwester frisch. Ich bitte dich, Mottenpfote, bitte gib mir ein paar ab!“
    Eine Denkfalte bildete sich auf dem hübschen Gesicht der Freundin, dann nickte sie: „Hier, nimm sie dir!“ Sie schob der jüngeren Katze sechs dicke, reife Beeren hin. Dann sagte sie: „Jetzt beeil dich! Sonst entdeckt dich noch jemand!“ Die beiden verabschiedeten sich voneinander, dann machte Schlangenpfote sich mit den Beeren auf, um zurück in ihr eigenes Territorium zu kehren.

    „Wo hast du die Beeren denn gefunden?“, staunte Kleinbart, als seine Schülerin mit dem wertvollem Heilmittel zurückgekehrt war. „Och ... so hier und da zusammengekratzt“, antwortete Schlangenpfote ausweichend. „Okay. Jetzt versorg sofort deine Schwester! Sie hat sich über Krämpfe in der verdrehten Pfote beschwert“, trug er ihr auf. Schlangenpfote war froh, dass er keine weiteren Fragen stellte. Dass sie heimlich zum KlippenClan gegangen war, würde sie niemandem erzählen. Außer Blitzpfote und Hirschpfote.

    2
    9.Kapitel



    Schlangenpfote, komm! Wir sind fast da!“, ermunterte Kleinbart seine Schülerin. „Ich freue mich so sehr darauf, Indaba, Thorin und Gavain wiederzusehen! Ich frage mich, wie sie mit sechs Welpen zurecht kommen“, maunzte Schlangenpfote aufgeregt. Sie waren auf dem Weg zum Treffpunkt der Heiler. Über ihnen leuchtete der Vollmond, Sterne funkelten und ein leichter Wind zerrzauste ihnen das Fell. Kaum zu glauben, dass ich mich vor einem Monat hier gefürchtet habe!
    Sie Freute sich auch darauf, Mottenpfote wiederzusehen. Schlangenpfotes heimlicher Besuch war jetzt auch schon wieder acht Tage her. Inzwischen hatte Blitzpfote ihr Training wieder aufgenommen, und holte eifrig dass nach, was sie verpasst hatte.
    Als sie an der großen Tanne ankamen, wartete dort auch schon Wolkenfleck. „guten Abend, Wolkenfleck! Wie geht es dir und dem SumpfClan?“, begrüßte Kleinbart die SumpfClanheilerin.
    „Erst gestern sind Grünjunges und Sernjunges durch meine Kräutervoräte gewütet und haben alles zerquetscht, was sie finden konnten. Ich konnte meinen kompletten Vorrat neu sammeln“, seufzte die Heilerin. „Das tut mir leid!“, versuchte Schlangenpfote die alte Katze aufzuheitern. „Das muss es nicht. Vielleicht sollte ich mir einfach einen Schüler suchen. Echt schade dass du im WaldClan geboren bist, Schlangenpfote. Eine bessere Schülerin könnte ich mir nicht vorstellen“, krächzte sie. „Ja, Schlangenpfote ist sehr begabt“, schnurrte Kleinbart stolz. Schlangenpfote wäre am liebsten im Boden versunken. „Mottenpfote ist auch begabt“, setzte sie an. In dem Moment traten Mottenpfote, Frostfell und Habichtherz aus dem Unterholz. „Jetzt wo alle da sind, können wir ja gehen!“, miaute Wolkenfleck, und der kleine Katzentrupp setzte sich in Bewegung.

    An der Höhle der Vorzeit angekommen, hörten sie als ersten Indabas Stimme: „Also, wenn die Heiler gleich ankommen setzt ihr euch in einer Reihe hin, und sagt höflich guten Tag!“ „Machen wir!“, quiekte eine Welpenstimme. „Mutter, wird die Katze, nach der du mich benannt hast auch da sein?“, fragte eine weitere. „Ja, auch Schlangenpfote wird kommen“, antwortete Indaba. Die Katzen bogen um einen Baum, und wurden sofort von sechs aufgeregten Welpen umgerannt. „HEY!“, rief Indaba, „In einer Reihe hatten wir doch gesagt!“ Schlangenpfote befreite sich als erste aus dem Welpengewirr. „Indaba! Gavain! Und Thorin! Hallo!“, schnurrte sie erfreut. „Möge der MondClan mit dir sein und dir mehr Schlaf schenken als uns!“, begrüßte Gavain sie.
    Schlangenpfote lief zu den Hunden, kam dort aber nicht an, denn ein Fellball, der sich als Welpe entpuppte, war auf ihr gelandet und begann, sie von oben bis unten abzulecken. „Sturm!“, rief Thorin, „Lass Schlangenpfote los!“ Er packte seinen Sohn am Nackenfell und trug ihn zu Gavain.
    „Hürt jetzt auf der Stelle auf damit!“, bellte Indaba laut. Ihre Welpan zogen sich zurück, bis sie bei ihrem Bruder Sturm saßen. „Bitte beachtet dieses Durcheinander gar nicht! Wir haben noch ein paar Probleme mit der Erziehung. Nächstes Mal klappt dass bestimmt besser“, entschuldigte sich Thorin. „Das will ich hoffen!“, fauchte Wolkenfleck mürrisch. Die alte Katze hatte Mühe, wieder auf die Pfoten zu kommen. Doch die kleine schwarze Hündin Schlange kam ihr zur Hilfe. „Entschuldigung dass ich dir weh getan hab. Dass wird nicht wieder vorkommen!“
    „Seht ihr das?“, fragte Indaba ihre übrigen Welpen, „Ihr könnt euch mal ein Beispiel nehmen!“
    „Alles in Ordnung“, versicherte Wolkenfleck, „Lasst uns in die Höhle gehen!“

    Schlangenpfote fröstelte. Seit einer schier endlosen Zeit, folgten sie jetzt schon Thorin durch das endlose Labyrinth, dass sie zur Höhle der Vorzeit führte. Sturm lief an der Seite seines Vaters mit. „Er wird als Erstgeborener mein Amt eines Tages übernehmen, und soll deshalb so früh wie möglich den richtigen Weg kennenlernen!“, hatte Thorin erklärt, als Frostfell ihn gefragt hatte, warum der Welpe mitkam.
    Endlich endete die Dunkelheit und die Heiler und ihre Begleiter betraten einen riesigen Raum. Schlangenpfote stockte der Atem, so überwältigt war sie von der Schönheit der Höhle.
    Er war rund und oben in der Höhlendecke klaffte ein ebenso rundes Loch durch dass der Halbmond hineinschien. An den Wänden und der Decke waren lauter eingeritzte Bilder. Die gesamte Höhle war voll von ihnen. Schlangenpfote entdeckte ein Bild von vielen Katzen die sich um einen Fels scharrten, auf dem ein Kater saß. Es sieht aus, wie eine Clanversammlung. Kam es Schlangenpfote in den Sinn. Dann sah sie eine Zeichnung die an den Boden grenzte. Auf ihr sah man eine wunderschöne schildpattfarbene Katze, die mit geschlossenen Augen und einer blutenden Wunde an der Flanke am Boden lag. Aus dieser Leiche entsprang der Geist der toten Katze. Weiter oben saßen drei ebenso geisterhafte Katzen auf einer Wolke, und blickten zu der Toten hinab, als würden sie auf den Geist warten. Schlangenpfote schluckte. Das ist eine tote Katze, deren Geist sich dem MondClan anschließt, um über seinen Clan zu wachen. „Schlangenpote, such dir einen Ort aus, an dem du dich hinlegst, und auf deine Träume wartest“, forderte Kleinbart sie auf. Schlangenpfote ließ sich neben der Abbildung der sterbenden Katze nieder. Sie wusste nicht warum, aber dieses Bild zog sie irgendwie an, wie ein Magnet dass Eisen.
    Kaum hatte sie die Augen geschlossen, überfiel sie schon der Schlaf.


    Sie lief in WaldClanterritorium in Richtung Hügelbach. Ihre Pfoten trugen sie unermüdlich weiter. Sie kletterte einen der Hügel hinauf, setzte sich hin und blickte auf das Wasser.
    „Schlangenpfote“, hauchte eine beruhigende Stimme ihr ins Ohr. Sie fuhr herum und riss die Augen auf.
    Vor ihr stand eine Katze die genau so aussah, wie die Tote auf der Zeichnung in der Höhle. Nur dass sie jetzt ihre blauen Augen offen hatte und Mondlicht in ihrem Fell leuchtete.
    „W … w … wer bist du?“, stotterte Schlangenpfote. „Mein Name ist Traumgeist, und auf der Zeichnung neben der du schläfst siehst du meinen Tod“, ein Schatten huschte über ihr Gesicht, dann sprach sie weiter, „Ich bin deine Vorfahrin und war die erste Heilerin des WaldClans.
    Ich habe ihn mit Waldstern, dem ersten Anführer unseres Clans gegründet.
    Und bevor das Gesetz eingeführt wurde, dass Heiler keine Gefährten oder Junge haben dürfen, habe ich mit ihm gemeinsam Junge bekommen. So ist eure Familie entstanden.“
    „Es ist mir eine Ehre, dich kennengelernt zu haben“, miaute Schlangenpfote.
    „Die Freude ist ganz meinerseits… Aber ich muss dir etwas sagen“, antwortete Traumgeist ernst. „Was ist denn?“, fragte Schlangenpfote.
    Sie erschrak, als Traumgeist sich langsam auflöste und auch der Hügelbach langsam vor ihren Augen verschwand.„Der Stern liegt im Schlamm, der Felsen wirft Schatten, Blitz und Schlange werden erstrahlen! Doch Schattengeister verdunkeln das Licht!“
    Dann verschwand alles um Schlangenpfote im Nebel.
    Schlangenpfote erwachte, und war verwundert, dass sie müde und zerschlagen war, so als wäre sie tatsächlich durch das halbe WaldClanterritorium gerannt.
    Kleinbart trat zu ihr. „Und, wie geht es dir nach deinem ersten Halbmondtraum? Ist ziemlich anstrengend nicht?“, schnurrte er genauso erschöpft. „Ja“, seufzte sie, „Es ist echt anstrengend, obwohl du schläfst. Und jetzt können wir den gesamten Weg nach Hause zurück laufen.“
    „Daran gewöhnst du dich schon noch!“, lachte Kleinbart und ging zu Thorin. „Wir sind alle fertig. Wir können los“, meinte er und Thorin führte sie hinaus.
    Als sie draußen ankamen, sahen sie die schlafenden Welpen, alle an Indaba gedrängt.
    „Indaba, kannst du sie wecken?“, fragte Thorin, und deutete mit der Nase auf Sturm's Geschwister, „Es ist Zeit.“
    Zeit wofür? Schlangenpfote schaute fragend zu Kleinbart, und auch Mottenpfote schien verdutzt.
    Wolkenfleck schnurrte: „Ihr beiden macht Gesichter wie zwei Hühner! Wisst ihr denn etwa noch nicht, was mit Wächternachwuchs beim ersten Halbmond passiert?“
    „Nein. Ich hab noch nie davon gehört“, murmelte Mottenpfote.
    „Am ersten Halbmond, den der Nachwuchs miterlebt, werden sie von einer vom MondClan auserwählten Katze, die vorher in den Träumen der anderen erschienen ist, vom MondClan und den Clans gesegnet. Diese Katzen nennt man Erea oder bei Katern Erean. Es ist eine große Ehre“, erklärte Frostfell den Schülerinnen. Wolkenfleck nickte:“ Ich selbst hatte die Ehre Indaba, Gavain und Thorin zu segnen. Die Erea singt ein uraltes Lied, dass seit der Zeit der Urkatzen verwendet wird. Es ist dasselbe Lies, mit dem Clanjunge gesegnet werden.“
    Mottenpfote zuckte zusammen. „Aber wenn die auserwählte Katze vorher in den Träumen der anderen erscheint, … dann … dann …“, sie stockte erstaunt.
    „Was ist los?“, fragte Schlangenpfote besorgt, „Stimmt etwas nicht?“
    „Nein, nein … es ist nur …“, sie schluckte, und starrte sie ungläubig an, „Ich hab von dir geträumt.“ „Ich auch“, meldete sich Habichtherz, „Auch ich habe dich gesehen.“ „Ich auch!“, maunzten Wolkenfleck und Frostfell wie aus einem Mund. „Schlangenpfote, du bist die erste Schülerin, der diese Ehre zu Teile wird. Heute gehst du in die Geschichte der vier Clans ein!“, rief Kleinbart feierlich. „Schlangenpfote, trete vor!“, forderte Gavain auf, „Gib diesen Welpen deinen Segen. Deinen, und den aller vier Clans!“
    „Du musst jedem Welpen den Segen des MondClans und deinen eigenen geben!“, erklärte Kleinbart.
    Okay, du weist was zu tun ist, auf geht's!
    Die Welpen hatten sich inzwischen in einer Reihe aufgestellt.
    Schlangenpfote trat vor, und legte ihre Nase sanft auf Ingwer's Kopf.
    „Pflanzen gedeien;
    Wunder gescheh'n;
    Die Clans werden immer hier verweilen,
    Die vier Jahreszeiten kommen und geh'n.
    Komm mit mir, mit mir in den Wald!
    Wo Wasser fließt,
    Adler schreien,
    Fische schwimmen
    Und Pflanzen gedeien!“,

    sang sie. Als nächstes war Wirbel dran.
    Wieder legte sie ihre Nase auf Wirbel's Kopf, und sang dasselbe Lied. Nacheinander traten die Welpen vor, und nacheinander bekamen sie von Schlangenpfote ihren Segen.
    Als sie fertig war, zitterte sie am ganzen Körper. Ich habe es geschafft!

    Kleinbart sprang auf den umgefallenen Baum und balancierte über den Stamm. Schlangenpfote folgte ihrem Mentor. Auf der anderen Seite wartete er, beugte sich über sie, und flüsterte: „Das hast du gut gemacht! Ich bin wirklich stolz auf dich!“

    10.Kapitel


    „Beug dich nicht so weit nach vorne!“ „Kein Krieger würde dich für eine Schülerin halten, wenn du so einen Angriff startest!“ „HALLO! Ich habe gesagt du sollst dich nicht so weit nach vorne beugen! … HÖRST DU MIR ÜBERHAUPT ZU!“
    Blitzpfote stöhnte. Vor drei Tagen war Schneekralle wegen schweren Fiebers in den Krankenbau umgezogen, und Blitzpfote wurde nun jeden Tag von jemand anderem trainiert. Heute war Felsschatten an der Reihe, und er hatte die Trainingsstunde mit den Worten: „Heute teste ich deine Fähigkeiten! Nur weil du die KlippenClankatzen entdeckt hast, heißt das nicht, das du eine gute Schülerin bist!“
    Dämliche Fellkugel! Du hast versucht, den Stein auf mich zu rollen und mich zu zerquetschen! Das Problem war nur, dass Blitzpfote, Schlangenpfote, Hirschpfote und Krähenschwinge keine Beweise zu ihrer Theorie hatten. Aber ich habe mich nicht getäuscht! Es war Felsschatten! DAS WEIS ICH!
    Sie wurde aus brutal aus ihren Gedanken gerissen, als Felsschatten sich auf sie warf und schrie: „Hast du mir nicht zugehört!“ Blitzpfote hatte keine Zeit zu antworten, denn da schlug Felsschatten ihr schon mit der Pfote über die Nase. „IN EINEM KAMPF HÄTTE ICH DIR JETZT DIE NASE ABGESCHNITTEN!“ Wenn es das Gesetz der Clans nicht gäbe, hättest du mir längst die Nase abgeschnitten!
    Noch während sie das dachte, wand Blitzpfote sich aus seinem Griff und schleuderte Felsschatten mit ihren Hinterläufen von sich.
    Er flog nach hinten, und krachte mit dem Rücken gegen einen Baumstamm.
    „In einem echten Kampf, hätte ich dir mit den Zähnen noch das Nackenfell ausgerissen!“, schleuderte Blitzpfote dem am Boden liegenden Kater entgegen.
    „Gute Schlussbemerkung, Blitzpfote!“.
    Krähenschwinge trat aus dem Dickicht, Hirschpfote folgte ihm. Sie verzog belustigt das Gesicht. „Wie ich sehe, lief das Training ja hervorragend! Ich habe von Baumstern die Erlaubnis bekommen, Blitzpfote mit zum Jagen zu nehmen. Wenn es dir nichts ausmacht, würde ich dann jetzt logehen“, maunzte Krähenschwinge.
    Felsschatten sah aus, als ob er sehr wohl etwas dagegen hatte, doch bevor er etwas erwidern konnte, sprangen die drei jungen Katzen schon in Richtung Mäusehügel.
    Sobald sie außer Hörweite waren, verlangsamten die drei ihr Tempo. Hirschpfote prustete los.
    „Der hat mal was doof geguckt!“, gluckste sie. „Danke dass ihr mich gerettet habt“, seufzte Blitzpfote, „Ich glaub, wenn ihr gekommen wärt, hätte Felsschatten mir beide Ohren ausgerissen!“
    „Und dir die Nase abgeschnitten!“, prustete Hirschpfote. „Jetzt kommt, wir haben uns während du trainiert hast, mit Schlangenpfote an den Mäusehügeln verabredet“, erzählte Krähenschwinge Blitzpfote. „Um da ein bisschen rumzuschnüffeln!“, miaute Hirschpfote triumphierend.
    „Super, na dann los!“, maunzte Blitzpfote und stürmte los.

    „Warum habt ihr so lange gebraucht?“, fragte Schlangenpfote besorgt und drückte sich an ihre Schwester, „Ich dachte schon, Felsschatten hat dir die Ohren abgerissen!“
    „Und die Nase abgeschnitten!“, gluckste Hirschpfote. Sie hatte sich immer noch nicht richtig von ihrem Lachanfall erholt. „Ich glaube eher, Felsschatten zieht heute Abend noch in den Krankenbau! Würde mich nicht wundern wenn er sich was gebrochen hat!“, schnurrte Krähenschwinge belustigt. „Ach was. Hör nicht auf sie, Schlangenpfote! So schlimm war es gar nicht!“, erwiderte Blitzpfote verlegen. „OH doch!“, kicherte Hirschpfote.
    „Ist doch egal! Lasst uns nach Spuren suchen!“, entschied Schlangenpfote.

    Sie beschnupperten jeden Felsen, und Blitzpfote erklärte noch mal genau, was passiert war:
    „Ich bin an diesen Felsen hochgesprungen, hier ausgerutscht, und in diese Spalte gefallen.
    Ich hab um Hilfe gerufen, und dann hab ich einen Schatten gesehen und Felsschatten gerochen.
    Er hat sich an diesem Felsbrocken hier zu schaffen gemacht. Er hatte es fast geschafft,
    da sind Hirschpfote und Krähenschwinge gekommen.“
    Schlangenpfote untersuchte den Brocken, dann lehnte sie sich mit ihrem ganzen Gewicht dagegen. Der Felsen stand genau auf dem Rand der Spalte und als Schlangenpfote sich drückte,
    stürzte er in die Spalte, genau an die Stelle, an der Blitzpfote noch vor neun Tagen um Hilfe geschrien hatte.
    Blitzpfote wurde schlagartig bewusst, wie knapp sie dem Tod entkommen war.
    Sie lehnte sich hilfesuchend an Krähenschwinge. „Keine Sorge“, miaute Hirschpfote, „Wir lassen nicht zu das dir etwas passiert!“
    „Wir müssen unbedingt mehr über Felsschatten herausfinden bevor Blitzpfote wieder mit ihm trainiert!“, entschied Krähenschwinge. „Ich könnte heute Abend versuchen, Kleinbart auszufragen. Er ist eine der ältesten Katzen vor den Ältesten!“, meinte Schlangenpfote.
    „Super Idee!“, stimmte Hirschpfote ihrer Freundin zu.
    „Morgen ist große Versammlung!“, rief Blitzpfote, „Was ist wenn ich nicht mitkommen darf,
    weil ich heute so … na ja … mies beim Training war?“ Krähenschwinge schüttelte den Kopf: „Dann erzählen wir, wie fies er war! Wir haben euch die ganze Zeit beobachtet.“
    „Damit er dir die Nase nicht abschneidet!“, kreischte Hirschpfote.
    „Genau,“, schnurrte Krähenschwinge, „Damit er dir die Nase nicht abschneidet!“


    „Katzen des WaldClans!“, rief Baumstern, „Ich verkünde nun, wer mich auf die große Versammlung begleiten darf!“
    Angespannt saßen Schlangenpfote, Blitzpfote, Hirschpfote und Krähenschwinge neben dem Beutehaufen und lauschten ihrem Anführer.
    „Schneekralle, Dämmerschweif, Minzschweif, Mausesprung, Krähenschwinge, Mohnfell, Kurzschweif und Graspelz! Außerdem Spitzpfote, Blitzpfote, und unsere Heilerkatzen!“
    Ein empörtes Fauchen kam von Hirschpfote: „Warum beim heiligen MondClan darf ich nicht mit?“
    Obwohl sie leise sprach, hörten Spitzpfote und Heupfote, die auf der anderen Seite des Beutehaufens saßen es auch. Über Spitzpfotes Gesicht breitete sich ein schadenfreudiger und fieser Ausdruck aus. Sein Freund Heupfote jedoch, lief zu ihr hinüber und fuhr mit seinem Schwanz mitfühlend über ihre bebende Flanke. „Ich darf doch auch nicht mit.“, murmelte er leise, „Komm, wir teilen uns eine Maus. Hat dein Fell im letzten Monat eine Wäsche abbekommen?“
    „Nein“, knurrte sie. Heupfote ließ sich von ihrer schlechten Laune nicht abschrecken.
    „Komm ich helfe dir bei deinem Fell“, bot er ihr seine Hilfe an. „Hey ihr drei! Kommt ihr?“, rief Minzschweif seine Töchter und Krähenschwinge.
    Hirschpfote ging immer noch murrend mit Heupfote zum Clanstein,
    wo sie sich niederließen und Heupfote begann, Hirschpfote das struppige und mit Kletten übersähte Fell zu reinigen.
    „Der steht auf sie!“, schnurrte Krähenschwinge, während sie sich auf den Weg zu den wartenden Katzen machten. „Wenn Heupfote nur wüsste, dass Hirschpfote sich mit Absicht in Kletten gewälzt hat, um bei den anderen Clans als furchteinflößende Kriegerin durchzugehen!“, schnurrte Schlangenpfote. Hirschpfote versucht immer, bei den anderen Clans als wild und verwegen zu gelten. Aber muss man sich dafür einen Monat lang nicht waschen? Schlangenpfote schüttelte den Kopf.
    „Hast du schon was herausgefunden?“, fragte Blitzpfote ihre Schwester.
    „Nein, in letzter Zeit dreht sich alles im Heilerbau um Dämmerschweifs Junge. Sie können jeden Tag kommen. Wundert mich, dass sie mit zur großen Versammlung darf!“, erzählte Schlangenpfote. „Baumstern wird sich schon was dabei gedacht haben!“, verteidigte Krähenschwinge seinen Anführer. Als sie am Versammlungsplatz ankamen, wartete dort bereits der KlippenClan. Blitzpfote sah, dass Baumstern zögerte. Man kann es ihm nicht verübeln. Schließlich ist Schlammstern sehr nachtragend … „Schaut mal, da ist Schlammstern! Du liebe Güte! Er sieht aus, als würde er sich nicht gerade freuen, uns zu sehen!“, knurrte Krähenschwinge.
    „Da ist er nicht der einzige!“, fauchte Blitzpfote, „Wenn er noch einmal behauptet, WIR würden IHM Beute stehlen, reiß ich ihm die Ohren ab!“ „Und du schneidest ihm die Nase ab!“, imitierte Schlangenpfote Hirschpfote.
    „Okay, wir gehen da jetzt runter und tun so, als wäre nichts passiert!“, ordnete Baumstern an.
    Dann sprangen die WaldClankatzen auf die Lichtung. Schlangnepfote schaute sich nach Mottenpfote um, und entdeckte ihre Heilerfreundin bei Kleinbart und Habichtherz.
    Sie gesellte sich zu ihnen, und rief: „Hallo Mottenpfote und Habichtherz! Möge der MondClan
    eure Wege erleuchten!“ „Mottenfell!“, verbesserte die graue Katze, „Ich bin jetzt vollkommen ausgebildet!“ „Glückwunsch!“, schnurrte Schlangenpfote.
    Plötzlich spürte sie einen stechenden Schmerz. Als ob eine ausgewachsene Katze ihr die Zähne in den Nacken schlug. Unter Schmerzen drehte sie sich um, und sah die gelben hasserfüllten Augen von Schlammstern, der sie vom Klippenfels direkt anstarrte.
    „Früher oder später erwischen wir dich! Dich und deine Schwester! Die Schattengeister lassen niemanden entkommen!“
    Schlammsterns Stimme hallten in Schlangenpfotes Kopf nach, und sie entfernte sich taumelnd von ihren Heilerkollegen um Blitzpfote zu suchen.
    Sie fand ihre Schwester und Krähenschwinge bei einer WiesenClanschülergruppe, die inzwischen angekommen waren.
    Erleichtert, dass ihr anscheinend nichts passiert war, stellte sie sich neben sie.
    „Hallo“, begrüßte eine WiesenClanschülerin sie, „Ich bin Sanftpfote!“ „Hallo“, begrüßte auch Schlangenpfote, „Ich bin …“ Weiter kam sie nicht, denn Sanftpfote plapperte gleich los:
    „Du bist Schlangenpfote, die erste Heilerschülerin die Wächternachwuchs segnen durfte! Der ganze WiesenClan weiß das! Du und Blitzpfote, die auch viele kennen, sind in der Nacht der Schlangen geboren, und Frostfell sagt, die Schattengeister sind aufmerksam geworden, ich weiß aber nicht, was sie damit meint. Aber du musst es ja wissen, du bist die berühmteste Heilerin die ich in meinem ganzen Leben kenne. Was genau genommen sechs Monate ist. Trotzdem seid ihr zwei total berühmt und ich finde es total aufregend, euch endlich kennengelernt zu haben!“
    Schlangenpfote wollte ihrer Schwester einen belustigten Blick zu werfen, aber das ging nicht,
    weil Blitzpfote zum Klippenfels hochschaute.
    Ihr Blick wanderte weiter durch die Katzenmenge, denn gerade kamen auch die SumpfClankatzen.
    „Komm mit!“, zischte Blitzpfote und verschwand zwischen den Katzen. Schlangenpfote folgte ihr.
    Ihre Schwester verließ die Lichtung und tauchte in ein Gebüsch ein. Schlangenpfote folgte.
    „Was um alles in der Welt ist in dich gefahren?“, flüsterte sie. „Sei still und guck nach vorne!
    Aber pass auf, dass dich niemand sieht!“, zischte Blitzpfote ungehalten.
    Schlangenpfote blickte nach vorne auf eine kleine Lichtung im KlippenClanterritorium.
    Ihr stockte der Atem.
    Vorne auf der Lichtung saßen unverkennbar Schlammstern und Felsschatten!
    Schlangenpfote hatte eine böse Vorahnung.
    „Sie ist mir genau ins Netz gelaufen! Dein Schüler hat alles richtig gemacht! Aber dann mussten ja dieser verdammte Krähenschwinge und das kleine rot-weiße Biest kommen!“, knurrte Felsschatten, „Wir müssen eine bessere Strategie finden!“ „Oder die beiden allein antreffen!“, fauchte Schlammstern. Felsschatten zog unter dem gebieterischen Ton des Anführers den Kopf ein.
    „Ich glaube ich weiß wie ich das machen kann!“, schnurrte der Zweite Anführer nach einiger Zeit,
    „Schließlich sind die Schattengeister ja schon uralt! Ich muss nur unseren Laufburschen schicken, sobald die Sache laufen kann.“ „Gut, klären wir den Rest später!“, antwortete Schlammstern, „Schließlich warten meine Pflichten auf mich.“
    „Komm“, flüsterte Blitzpfote, „Wir müssen wieder gehen!“ Die Schwestern huschten geduckt zurück auf die Lichtung, Krähenschwinge wartete dort auf sie. „Wo wart ihr?“, fragte er besorgt.
    „Wir haben etwas Wichtiges gehört. Erzählen wir dir zu Hause!“, erklärte Blitzpfote.
    Da sprangen die Anführer auf ihre Clanfelsen, und die Katzenmenge wurde still.
    „Katzen aller Clans!“, rief Federstern vom Wiesenfels herunter, „Die große Versammlung ist hiermit eröffnet! Sandstern, du hast das Wort!“
    Sandstern begann ihren Bericht: „Dem SumpfClan geht es hervorragend! Silberstreif und Steinkralle sind zu Kriegern ernannt worden!“
    Die Katzenmenge rief laut: „Silberstreif! Steinkralle! Silberstreif! Steinkralle!“
    Schlangenpfote blickte zu den neuen Kriegern, die zwischen ihren Clangefährten hockten und schüchtern zu Boden schauten. Sie waren ihr sofort sympathisch. „Waldfell hat ihre Jungen zur Welt gebracht! Wir freuen uns alle über die Geburt von Schattenjunges und Rehjunges!“
    Als sie geendet hatte, nickte sie Baumstern zu.
    „Wie sicher schon einige von euch wissen, ist Schlangenpfote eine große Ehre zu Teil geworden. Sie durfte die Welpen von unserem geschätzten Wächter der Höhle der Vorzeit Thorin segnen!“
    Weiter kam er nicht, denn der WaldClan brach in Jubel aus. Auch Krähenschwinge und Blitzpfote jaulten laut: „SCHLANENPFOTE! SCHLANENPFOTE!“ Schüchtern betrachtete Schlangenpfote ihre Pfoten. „Außerdem!“, hob Baumstern scharf und gar nicht mehr freundlich an, „Hat der KlippenClan versucht bei uns Beute zu stehlen!“ Seine Worte hallten auf der Lichtung nach, niemand wiedersprach dem großen braunen Kater.
    Schließlich fauchte Schlammstern: „WIR HABEN UNS NUR ZURÜCKGEHOLT, WAS RECHTMÄßIG UNS GEHÖRT!“
    „Nach deinem verhalten auf der letzten großen Versammlung, kann ich dir nicht zustimmen“, miaute Sandstern nach mehreren Sekunden des Schweigens.
    „Dem kann ich nur zustimmen“, maunzte Federstern. Schlammstern sah aus, als würde er gleich platzen, doch er sprang einfach vom Felsen,
    rief seinen Clan,
    und marschierte mit hocherhobenem Kopf zurück in sein Territorium.

    3
    11.Kapitel


    „WAS!“, entsetzt riss Hirschpfote die Augen auf. Blitzpfote nickte: „Die Frage ist nur wer sind die Schattengeister? In deinem Traum hast du von ihnen gehört, Schlangenpfote aber nicht erfahren wer sie sind, oder?“ „Nein … Der Stern liegt im Schlamm, der Felsen wirft Schatten, Blitz und Schlange werden erstrahlen. Doch Schattengeister verdunkeln das Licht … Das hat Traumgeist gesagt“, antwortete Schlangenpfote.
    Blitzpfote schüttelte den Kopf. Was hat das zu bedeuten?
    „Gibt es denn keine Möglichkeit, mehr herauszufinden?“, fragte Krähenschwinge. Er klang verzweifelt und besorgt. Er hat Angst um uns. Dachte Blitzpfote und ihr wurde ganz warm ums Herz.
    Eine Weile herrschte Stille, schreckliche Stille.
    Dann meinte Schlangenpfote: „Es gibt schon eine Möglichkeit. Aber … ich weiß nicht, ob sie funktioniert.“ „Sag schon, sag schon!“, drängte Hirschpfote ihre Freundin.
    „Ich könnte Baumstern fragen, ob ich zur Höhle der Vorzeit gehen darf. Mit etwas Glück, merkt Traumgeist dass ich sie brauche“, erklärte die junge Heilerschülerin.
    „Ja komm lass uns sofort fragen!“, rief Blitzpfote aufgeregt.
    „Das wird nicht nötig sein“, maunzte eine Stimme hinter Blitzpfote.
    Die jungen Katzen fuhren herum. Hinter ihnen hatte sich unbemerkt Felsschatten angeschlichen. „Ich werde Baumstern sagen, dass ich es dir erlaubt habe. Du kannst morgen bei Sonnenaufgang los“, schnurrte er.
    „A … aa … aber du darfst doch gar … nicht … ich mei … ne du“, stotterte Hirschpfote.
    „Ich nehme wenn nötig die Folgen in Kauf“, schnurrte der zweite Anführer. Er klang so freundlich und warmherzig, dass Blitzpfote für einen Moment vergaß, dass dieser Kater versucht hatte,
    sie umzubringen. Warum auch immer er und Schlammstern mich und Schlangenpfote töten wollen. Wehmütig dachte sie an die Zeit zurück, in der sie und Schlangenpfote noch in der Kinderstube getobt hatten, ohne Angst haben zu müssen dass sie von ihrem eigenen zweiten Anführer ermordet werden könnten.

    „Du willst wirklich ALLEIN zur Höhle?“, fragte Kleinbart seine Schülerin.
    „Ja, die Wächter sind doch da“, meinte Schlangenpfote. „Trotzdem ist e eine sehr gefährlicher Weg dorthin! Du könntest von den Hunden vom Zeibeinerort erwischt werden!“, widersprach Kleinbart. „Aber es ist wichtig!“, rief Schlangenpfote verzweifelt. Auf einmal wurde Kleinbart sehr ernst und seine Miene verfinsterte sich. „Ist es wegen eurer Herkunft?“, knurrte er finster.
    Schlangenpfote erschrak. So hatte sie ihren sonst so freundlichen Mentor noch nie erlebt.
    „Würdest du mich denn gehen lassen, wenn es so wäre?“, fragte sie.
    Dann beschloss sie, alles auf eine Karte zu setzten: „Was sind Schattengeister?“
    Kleinbarts Miene wurde, wenn überhaupt möglich, noch finsterer, und er antwortete: „Du kannst heute Abend aufbrechen. Frag nicht wieso, sondern sammle Reisekräuter und verabschiede dich. Du hast jetzt meine offizielle Erlaubnis, die Höhle der Vorzeit aufzusuchen.“ „Danke, Kleinbart! Das werde ich dir nie vergessen!“, dankte Schlangenpfote ihrem immer noch grimmigen Mentor.
    Den Rest des Tages verbrachte Schlangenpfote mit Reisekräutern und der schwangeren Dämmerschweif. „Jetzt kann es jeden Tag so weit sein“, schnurrte die Heilerschülerin.
    „Ich hoffe, Schneekralle ist bis dahin wieder gesund“, maunzte die goldene Katze und ihr Blick schweifte zum Krankenbau, wo ihr Gefährte und bald Vater der gemeinsamen Jungen sich gerade eine Maus mit seinem Bruder Flammenfleck teilte. „Sein Fieber ist fast weg. Morgen darf er zurück in den Kriegerbau“, gab Schlangenpfote Auskunft. „Was glaubst du, wie viele werden es sein?“, fragte Dämmerschweif aufgeregt. Es ist ihr erster Wurf. Sicher ist sie angespannt.
    „Ich schätze zwei bis drei“, antwortete Schlangenpfote.
    „Und werden sie ihrem Vater oder eher mir ähnlich sehen?“, bohrte Dämmerschweif weiter nach.
    „Das weiß man vorher nie“, erklärte die Heilerin. „Und“, begann Dämmerschweif. Doch weiter kam sie nicht, denn Schlangenpfote fiel ihr ins Wort: „Hör mal Dämmerschweif. Es war schön mit dir zu quatschen, aber ich will doch heute zur Höhle der Vorzeit. Und ich muss mich noch von meinen Eltern und Blitzpfote verabschieden. Also Tschüss und bis morgen!“ Damit ging sie aus dem Bau. „Viel Glück!“, rief Dämmerschweif ihr hinterher, „Ich hoffe du findest die Antworten die du suchst!“ Dabei huschte ein Schatten über ihr Gesicht. Warum werden alle traurig, wenn sie hören, dass Blitzpfote und ich nach Antworten suchen? Was wissen sie über uns, was wir nicht wissen? Kaum hatte sie ihren Gedanken zu Ende gedacht, da war auch schon ihre Mutter angelaufen und hatte ihr über den Kopf geleckt und sich herzlich, und ein bisschen übertrieben wie Schlangenpfote fand, von ihr verabschiedet. „Ich hoffe dass du heil und so schnell wie möglich wiederkommst!“, hatte sie ihr eingeschärft. Auf Minzschweif hatte sie an sich gedrückt und ihr ins Ohr geflüstert: „Wenn ein Hund dich angreift, machst du einen Buckel, fauchst und ziehst ihm deine Krallen über die Nase!“ Belustigt schnurrte Schlangenpfote.
    Blitzpfote zischte ihr beim Abschied ins Ohr: „Du erzählst uns jedes noch so kleine Detail wenn du zurückkommst, klar!“
    „Natürlich!“, antwortete Schlangenpfote. Danach drehte sie sich um, und rannte aus dem Lager in den Wald. Wie gut das tat, nachdem sie den ganzen Tag in der Kinderstube gehockt und unnötige Fragen beantwortet hatte. Sie balancierte über den umgestürzten Baum, preschte zur Brücke, rannte am Zweibeinerort vorbei und trabte schließlich langsam durch den Tannenwald.
    Auf einmal raschelte es im Unterholz, eine dunkle Gestalt tauchte auf und baute sich auf.
    Schlangenpfote fuhr herum, und rannte los. Doch vor ihr kam eine zweite Gestalt, und baute sich auf. Die erste Gestalt trat aus dem Gebüsch. Schlangenpfote erstarrte. Es war Felsschatten!
    Sie wollte um Hilfe rufen, doch bevor sie den Mund aufmachen konnte, bekam sie von der zweiten Gestalt einen Schlag auf den Kopf. Schlangenpfote merkte nur noch, dass sie zu Boden stürzte, dann wurde alles schwarz.















    12.Kapitel


    „NEIN!“, jaulte die schildpattfarbene Katze und schüttelte den Kopf, „Das darf nicht sein! Die Schattengeister dürfen, nein, KÖNNEN einfach nicht gewinnen!“
    „Beruhig dich, Traumgeist! Sie lebt doch noch!“, versuchte der große getigerte Kater die Katze zu beruhigen. „Wer weis, wie lange noch!“, widersprach sie. Erschöpft und niedergeschlagen lehnte sie sich an seine breite Schulter.
    „Ich habe geschworen, sie zu beschützen wenn es so weit ist! Und jetzt ist es passiert, und ich war nicht bei ihr! Sie wird meinetwegen sterben!“, schluchzte sie.
    „Noch ist es nicht zu spät! Noch können wir sie retten!“, miaute er.
    „Wie willst du das anstellen?“, fragte sie.
    „Du weist doch, Schattengeister lassen ihre Opfer nie allein sterben! Sie werden die andere weglocken, und die beiden gemeinsam sterben lassen“, erklärte er.
    „Du meinst ERMORDEN! Schließlich werden sie ja nicht einfach tot umfallen!“, verbesserte sie.
    „Ja oder das“, sagte er, „Jedenfalls können wir sie warnen!“ „Und wie stellst du dir das vor?“, fragte sie. „Wir könnten ihr heute Nacht einen Traum schicken!“, überlegte er, „Wir zeigen ihr eine Szene ihrer Schwester, da wo sie jetzt ist. Und dann warnen wir sie.“
    2Aber das geht doch nicht!“, widersprach sie, „Krieger und Schüler verstehen die Nachichten nicht so wie Heiler!“ „Wenn wir der Heilerin einen Traum schicken, hilft uns das auch nicht weiter!“, meinte er. „Ja, aber ihr Mentor …“ „TRAUMGEIST! Er gehört nicht in diese Geschichte! Du kannst ihm kein Zeichen schicken, von dem er nichts wissen darf!“, fauchte er.
    „Aber Waldstern!“, schrie sie wütend.
    Normalerweise zuckte sie immer zurück, wenn er laut wurde, doch heute war es anders.
    „ICH BIN SCHULD DARAN, DASS SIE JETZT IN LEBENSGEFAHR SCHWEBT, OBWOHL ICH GESCHWOREN HABE, SIE BEIDE ZU BESCHÜTZEN, WENN ES SOWEIT IST! UND DANN IST ES PASSIERT, UND ICH HABE ES NICHT VERHINDERT!“ „Du konntest es nicht verhindern! Du bist nicht Schuld an dem, was passiert ist. Wads geschehen ist, ist geschehen und wir können es nicht ändern! Wir können jetzt nur versuchen, die andere zu warnen und hoffen, sie versteht uns!“, maunzte er. Längeres Schweigen, dann stöhnte sie.: „Du hast recht, schicken wir ihr ein Zeichen! Heute Nacht. Sie wird es schon verstehen, und ihre Schwester retten!“
    Sie schmiegte sich an ihn, und für einen Moment vergaß sie ihre Trauer.

    4
    13.Kapitel




    Schlangenpfote wurde von lautem Geschrei geweckt. Um sie herum war alles dunkel, nur in der gewölbten Decke klaffte ein kleines Loch, Gerade großgenug, dass eine ausgewachsene Katze hindurchschlipfen konnte. Sie lag genau darrunter, weshalb sie vermutete, dass sie durch dieses Loch gefallen war. Wieder jaulte dort oben jemand, doch diesmal verstand Schlangenpfote, was die jaulende Katze sagte: „Hätte ich gewusst, was ihr vorhabt, hätte ich das NIEMALS getan!“
    Schlangenpfote schluckte. Das war Nesseljunges. „Ich wäre Schlangenpfote niemals gefolgt und hätte niemals diese Nachrichten überbracht!“, rief die Kleine.
    „Hör auf zu jammern!“, fauchte eine andere Katze, Felsschatten.
    „Sie muss zurück! Sonst wird der Clan unruhig!“, knurrte er.
    „NEIN! Sie weiß zu viel! Schlimm genug, dass Frostfell einen Traum der alten Schattengeister hatte, und so gewarnt wurde! Wenn wir diese hier ziehen lassen, rennt sie doch auf der Stelle zu Mami und Baumstern!“, das war eine andere Katze. Ich bin mir sicher, dass es Schlammstern ist!
    „Du hast Recht, Schlammstern, sie weiß zu viel! Sie kommt zu der anderen!“
    Wusste ich es doch! Wir hatten von Anfang an Recht!
    In dem Moment erschienen Schlammstern und Felsschatten oben am Loch.
    „Auch schon wach?“, rief Schlammstern. Zu seinen Pfoten lag ein kleines Fellbündel, das beim Anblick von Schlangenpfote aufschrie: „Was haben sie mit dir gemacht?“
    Nesseljunges! Bevor Schlangenpfote antworten konnte, gab Schlammstern dem Jungen einen Stoß mit der Pfote, und sie stürzte in das Loch, genau auf Schlangenpfotes Rippen. Beim Aufprall gab es ein hässliches Knacken, dann setzte ein schrecklicher Schmerz ein, und Schlangenpfote schrie auf.
    Felsschatten und Schlammstern, die zusammen die Schattengeister waren, wie Schlangenpfote klar wurde, entfernten sich vom Loch, bis sie nicht mehr zu hören waren.
    „Es tut mir so leid! Das ist alles meine Schuld! Weißt du, Felsschatten sagte, wenn ich der großen braunen Katze diese unverständlichen Nachrichten an die KlippenCalangrenze bringe, macht er mich zu seiner Schülerin! ICH WOLLTE DAS NICHT, WIRKLICH!“, jammerte Nesseljunges und schluchzte. Sie kletterte von Schlangenpfote herunter, und setzte sich neben sie. „Es ist nicht deine Schuld, du wolltest nur eine gute Ausbildung, um dem Clan später hervorragend zu dienen!“, beruhigte Schlangenpfote die Kleine.
    „Ja“, schluchzte diese, „Geht es dir nicht gut? Deine Flanke sieht echt übel aus!“
    Erst jetzt bemerkte Schlangenpfote das ihre Flanke eine schauriger Anblick waren. Eigentlich zu grausam für eine Junges. Einige Knochen stachen unter dem Fell heraus, lauter Kratzer überzogen ihren ganzen Körper und Ihr Schwanz blutete stark, sie spürte ihn kaum noch.
    „Die Rippen sind gebrochen, aber mehr nicht!“, Schlangenpfote wusste, das Nesseljunges ihr nicht glaubte, aber sie wollte ihr die blutigen Details ersparen. Stattdessen fragte sie: „Wie lange war ich bewusstlos?“ „Einen Tag“, antwortete Nesseljunges.
    „Was für Nachrichten musstest du Schlammstern überbringen?“
    „Die erste war: Zieh die Beuteshow weiter durch! Die Antwort darauf: Schick sie zum verabredeten Platz! Den Rest mach ich! Danach: Sie ist uns entwischt! Kläre alles mit dir auf der großen Versammlung! Von Schlammstern kam als Antwort: Versager! Aber na gut. Schattengeister lassen sich nicht runterkriegen! Das waren alle“, erklärte Nesseljunges.
    „Und warum bist du hier?“, fragte Schlangenpfote.
    „Na ja … ich wollte meinem zukünftigen Mentor zeigen, wie gut ich Spuren lesen kann und bin ihm gefolgt! Dann hab ich gesehen, was sie mit dir gemacht haben, und wollte fliehen. Aber da haben die beiden mich schon entdeckt, und mitgenommen. Schlammstern hat dich am Schwanz gepackt und mitgeschleift.“
    Daher also die Verletzung!
    „Und er hat dich in dieses Loch geworfen, Danach haben sie mich ausgefragt“, die Katze brach in Tränen aus. „Es ist alles gut!“, versicherte Schlangenpfote, obwohl sie beide wussten, dass es nicht so war. Die Heilerin wollte aufstehen, zu Nesseljunges laufen und ihr tröstend über ihr Ohr lecken, doch als sie sich bewegte, schrie sie vor Schmerz auf. Ihre Flanke und die zertrümmerten Rippen brannten und ihr Schwanz noch mehr, wenn das überhaupt möglich war!
    „Siehst du!“, rief Nesseljunges, „Es ist nichts gut! Bleib liegen, bevor du dir noch mehr wehtust!“
    rief sie. Dann fragte sie: „Was sollen wir jetzt machen?“
    „Nichts, wir können nur warten bis uns jemand findet, oder die Schattengeister uns töten“
    Nesseljunges wimmerte. Schlangenpfote blickte zu dem Loch in der Decke auf, durch das sie den silbernen Mond schien.
    MondClan rette uns! Traumgeist, wo bist du?


    14.Kapitel




    Der Wald lag in völliger Dunkelheit, große fremde bedrohliche Bäume, die den Himmel verdeckten.
    Zu Blitzpfotes rechten lag eine hohe Felswand, zu ihrer linken ragten die hohen Birken auf. Diese Stelle kam ihr irgendwie bekannt vor, wenn sie nur wüsste wie sie hier her gekommen war.
    Auf einmal riss die Wolkendecke über ihr auf, helles silbernes Licht strahlte auf sie hinab.
    Aus dem Licht formten sich zwei Gestalten. Waren das Sterne? Sie schwebten in Richtung Erde,
    und steuerten genau auf die Lichtung zu, auf der Blitzpfote stand. Als sie näher kamen,
    erkannte Blitzpfote dass es zwei Katzen waren. Sie landeten anmutig vor Blitzpfote,
    ohne auch nur ein Geräusch oder gar einen Lufthauch zu bewegen.
    Heller Glanz strahlte von ihrem Fell.
    Und ihre Augen leuchteten wie Sterne.
    „Wer seid ihr? Und was macht ihr hier?“, fragte Blitzpfote. Ihr war das Ganze nicht geheuer.
    „Blitzpfote, beruhige dich“, schnurrte eine der Katzen. Es war ein Kater. Er hatte ein braunes Fell, und warme orangene Augen. Er war einen Kopf größer als seine Gefährtin, und hatte die breitesten und muskulösesten Schultern, die Blitzpfote je gesehen hatte. „Wir müssen dir etwas wichtiges sagen“, erklärte er und seine Miene verfinsterte sich. „Es geht um deine Schwester!“, ergänzte die kleinere Katze. Sie hatte ein schildpattfarbenes Fell und grüne Augen.
    „Was ist mit Schlangenpfote passiert? Sie ist gestern Abend nicht zurückgekommen und der ganze Clan sorgt sich um sie! Kleinbart murmelt etwas über Verschwörungen aus uralten Zeiten und Schande auf die Schattengeister! Stecken die Schattengeister wirklich dahinter? Und geht es meiner Schwester gut? Lebt sie noch? WEHE DEM DER IHR WAS ANGETAN HAT!“
    „Beruhig dich! Sie lebt noch! Aber wenn du nichts unternimmst, dann werdet ihr beide sterben! Die Schattengeister wollen euch töten! GEMEINSAM! Und du darfst ihnen nicht in die Falle tappen! Vertraue ab jetzt niemandem, bis deine Schwester in Sicherheit ist!“, rief die schildpattfarbene.
    „Und warum sollte ich euch trauen? IHR könntet genauso gut Verräter sein!“, erwiderte Blitzpfote. „Du MUSST uns glauben!“, rief die schildpattfarbene, „Wir sind deine Urahnen! Traumgeist und Waldstern! Blitzpfote, bitte! Du wirst den Weg wissen, sobald du aufwachen wirst!“
    Blitzpfote nickte. „Der MondClan ist bei dir! Wir wachen über dich! Und über Schlangenpfote. Ihr habt eine großartige und grausame Zukunft zugleich vor euch! Vertraue auf deine Fähigkeiten! Sie werden dich leiten!“ Langsam verblasste alles um Blitzpfote, und sie fand sich neben Hirschpfote im Schülerbau wieder.



    „Hast du Hummeln im Hintern? So unruhig hast du noch nie geschlafen!“, knurrte Hirschpfote ihre Freundin an, „Ich weiß ja das das schwierig für dich ist, mit Schlangenpfote. Aber darum musst du doch dein Nest nicht zerfetzen!“ „Tut mir leid“, murmelte Blitzpfote. „Tja, wir können jetzt so oder so den ganzen Tag damit verbringen, unsere Nester wieder aufzubauen!“, knurrte Hirschpfote mürrisch. „WAS? NEIN! Wir müssen doch Schlangenpfote finden!“, rief Blitzpfote. „Nur leider weiß keiner wo sie ist, du Fischkopf!“, widersprach Hirschpfote. Blitzpfote sträubte sich das Fell. „Aber wir müssen sie finden! Die Schattengeister stecken dahinter! Ich weiß es!“, fauchte sie. „Leider ist Felsschatten noch HIER! Und Schlammstern würde deine Schwester niemals alleine fangen!“, zischte Hirschpfote, „Ich will doch auch das sie wiederkommt! Aber wir können uns nicht auf so eine Vermutung stützen, die wahrscheinlich nicht stimmt!“ Blitzpfote erklärte: „Aber ich WEISS das wir sie finden!“ „DAS kann ja jeder sagen!“, fauchte Hirschpfote. „Ich hasse dich, Hirschpfote! Ich dachte wir wären Freunde! ICH DACHTE, ICH BEDEUTE DIR WAS!“, sie schluchzte, und stürmte aus dem Bau. Ach Schlangenpfote, ich werde dich retten! Verspr …
    Sie wurde von Baumstern's Ruf unterbrochen: „Ich fordere alle Katzen des WaldClans auf sich unter dem Clanstein zu einer Clanversammlung einzufinden!“ Sie eilte zu Baumstern, der auf dem Clanstein hockte. Er sah müde aus. Wahrscheinlich ist er die ganze Nacht auf geblieben und hat auf Schlangenpfotes Rückkehr gewartet. Blitzpfote entdeckte ihre Eltern unter dem Clanstein. Sie sahen ähnlich aus wie Baumstern. Streifenfell stützte sich schluchzend auf Minzschweifs kräftiger Schulter; ihr sonst so glänzendes gestreiftes Fell sah nun stumpf und staubig aus. Eisige Krallen die die ganze Nacht gelauert hatten packten bei dem jämmerlichen Anblick ihrer Eltern ihr Herz, als wollten sie es nie wieder los lassen. Was, wenn es schon zu spät ist?
    Eine Schwanzspitze tippte ihr auf den Rücken und riss sie aus ihren Gedanken. „Guten Morgen!“, maunzte Krähenschwinge und nahm seine Schwanzspitze wieder von ihrem Rücken herunter. Seine Begrüßung klang nicht gerade aufmunternd. „Guten?“, fragte Blitzpfote und ließ den Kopf hängen. Krähenschwinge setzte sich neben sie, neben ihm sein Bruder Spitzpfote.
    „Katzen des WaldClans, es gibt schlechte Neuigkeiten!“, eröffnete Baumstern die Versammlung,
    „Schlangenpfote ist immer noch nicht wieder gekommen, Nesseljunges wird seit heute Nacht vermisst und wie ihr wisst, ist Felsschatten gestern am frühen Abend auf Patroullie gegangen. Er ist immer noch nicht zurückgekehrt!“
    „Vielleicht ist er Schlangenpfote suchen gegangen!“, schlug Heupfote vor.
    Baumstern sprach weiter: „Sollten sie nicht bis Mittag wieder hier sein, werde ich einen Suchtrupp raus stellen. Dieser wird das ganze Territorium absuchen, auch über die Grenzen hinausgehen, bei allen Clans nachfragen, und zum Zweibeinerort gehen.“ „Und wenn sie dort auch nicht sind?“, schluchzte Streifenfell, „Was wenn ich meine Tochter nie wieder sehe?“ Ihre Stimme brach, und sie vergrub das Gesicht in Minzschweifs Fell. „Sie werden wiederkommen!“, rief Baumstern, „Die Versammlung ist beendet!“ Die Katzen zerstreuten sich wieder. Blitzpfote zischte Krähenschwinge zu: „Komm mit! Ich habe einen Plan!“ Sie fuhr herum, und stürmte aus dem Lager. Der Wald schoss an ihr vorbei, und im Laufen dachte sie auf einmal an Thorin und die Wächter. Wie es ihnen wohl geht? … Sie schüttelte den Kopf. Bin ich bescheuert? Meine Schwester wurde von Katzen entführt, die sie töten wollen, und ich denke an eine friedliche Hundefamilie!

    Al den Felsen zwischen den Mäusehügeln blieb sie stehen und setzte sich. Krähenschwinge setzte sich neben sie. „Warum ist Hirschpfote nicht mitgekommen?“, fragte er. „Ich habe mich heute Morgen mit ihr gestritten und wir konnten uns immer noch nicht richtig verzeihen“, antwortete Blitzpfote. „Du denkst also was ich denke?“, fragte er weiter. Blitzpfote nickte: „Ja. Felsschatten ist Schlangenpfote gefolgt und Schlammstern ist auch irgendwie von einem Clan losgekommen. Dann haben sie Schlangenpfote entführt und wollen mich jetzt auch. Traumgeist ist mir heute Nacht erschienen und hat mich gewarnt. Schlangenpfote ist in großer Gefahr. Und sie sagte, wenn ich aufwachen würde, dann wüsste ich den weg!“
    „Und an was denkst du?“, fragte Krähenschwinge. „An keinen Ort … Ich habe nur seid heute Morgen ein Bild von Thorin im Kopf, aber das hilft uns auch nicht weiter. … Was könnte es nur sein?“ „Aber das ist es doch! Die Höhle der Vorzeit! Schlammstern muss nur ebenfalls behaupten, er wolle zur Höhle ziehen. Das erklärt auch das sofortige Einverständnis von Felsschatten!“
    „Du hast Recht! Ich muss los! JETZT SOFORT! Bevor es zu spät ist!“, damit fuhr sie herum. Doch Krähenschwinge hielt sie zurück. „Blitzpfote, … Egal wo hin du gehst, ich werde dich begleiten!“, murmelte er. „Oh … oh Krähenschwinge!“, sie brach in Tränen aus. Mit einem Sprung war der junge Krieger bei ihr und berührte tröstend seine Nase mit ihrer.
    „Komm,“, flüsterte er nach einer langen Zeit des Schweigens, „Wir müssen los!“ Blitzpfote nickte, und Seite an Seite wanderten sie durch den Wald.
    Als sie an der Grenze ankamen, hörten sie plötzlich Stimmen. „Wer ist da?“, flüsterte Blitzpfote krähenschwinge ins Ohr. „Mist! Das ist die Grenzpatrouille! Ich war auch eingeteilt! Wenn sie uns auf dem direkten Weg zur Höhle finden, an der Grenze noch dazu, lassen sie uns nicht mehr aus dem Lager, bis die vermissten Katzen wieder da sind! Komm!“, er zerrte sie unter ein Brombeerdickicht. Keine Sekunde zu früh. Gerade als Blitzpfotes Schwanz unter den Büschen verschwand, bogen Schneekralle, Flammenfleck, Hirschpfote und Grauschweif um eine Eiche. Sie marschierten ohne die im Dickicht liegenden Katzen zu bemerken an ihnen vorbei. Erleichtert schnaubte Krähenschwinge auf: „Das war knapp! Jetzt schnell, bevor sie wiederkommen!“
    Sie huschten weiter, suchten Deckung im Unterholz und kletterten über Bäume.
    Langsam näherten sie sich dem Zweibeinerort. Sie versteckten sich hinter einer Mauer. Vorsichtig warf Blitzpfote einen Blick darüber. Laut schrie sie auf: „EIN HUND!“ Das große braune Tier stürmte direkt auf sie zu. „Er muss uns gerochen haben! Schnell, komm mit!“, rief Krähenschwinge, dann drehte er sich um,, und sprintete los. Er preschte in Richtung Kornfeld.
    „NICHT KRÄHENSCHWINGE! Auf dem Feld haben wir keine Chance! Komm! Auf die Bäume!“, schrie Blitzpfote panisch. Krähenschwinge machte einen Bogen, stieß sich mit den Hinterläufen ab, und sprang. Er landete direkt auf einem niedrigen Ast einer Eiche. Schnell arbeitete er sich weiter nach oben. Blitzpfote schlug ihre Krallen in die Rinde einer Fichte. Sie zog sich hoch auf den ersten Ast, machte einen Satz und landete auf einem höheren Ast, außer Reichweite des Hundes. Das Tier keifte wütend. Es sprach keine Katzensprache. Aus seinem Maul tropfte der Geifer und er sprang an der Fichte hoch. Seine Kiefer schnappten jedoch zwei Katzenlängen entfernt von Blitzpfote zu. Man kann es ihm nicht verübeln. Er jagt uns wie wir Mäuse.
    Aber wir müssen weiter! Da hallte die Stimme eines Zweibeiners zu ihnen. Der Hund lies von ihnen ab und preschte in die Richtung, aus der der Ruf kam. „Endlich sind wir den los!“, stöhnte Krähenschwinge, während er vom Baum hüpfte.
    Blitzpfote schluckte: „Was wenn wir schon zu spät sind?“ Ihr wurde schwindelig bei dem Gedanken. „Nein, Blitzpfote! So was darfst du nicht denken! Wir werden sie retten!“, rief Krähenschwinge. Blitzpfote schloss für einen Moment die Augen. Und wenn wir es nicht schaffen, ist das letzte was ich Hirschpfote gesagt habe, wie sehr ich sie hasse!

Kommentare (11)

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Fatie &Co (74206)
vor 52 Tagen
Dem kann ich mich nur anschließen, deine Geschichten so d Super Theoreta, mach auf jeden Fall weiter so
Grünauge (87378)
vor 531 Tagen
Tolle Geschichte! Bitte schreib weitere Warrior Cats Geschichten!
Thoreta (73794)
vor 732 Tagen
Ich werde so bald wie möglich weiterschreiben Sonnenstrahl 003
Sonnenstrahl 003 (49367)
vor 732 Tagen
WOW!
Tolle Geschichte!
Wann geht's eigentlich mit der Geschichte Die Füchsin und das Wunderkind weiter?
Liebe Grüße Sonnenstrahl 003
Thoreta (73794)
vor 748 Tagen
Danke sehr Dünenstern! Aber ich finde deine Tigerrufe auch echt gut!!
Duenenstern u. Junge (91421)
vor 748 Tagen
Ich finde gar keine Worte für diese tolle Geschichte!!
Thoreta (73794)
vor 750 Tagen
Und bitte seid von dem Ritual der Erea verwirrt. Die Clans in dieser ff haben nun mal andere Sitten als unsere Warrior Cats Clans!
Thoreta (68775)
vor 755 Tagen
Ok... Ich werde so bald wie möglich weiter schreiben..
Lavendelduft (79726)
vor 755 Tagen
Auf jeden Fall! Deine Geschichte ist der Hammer! Schreib unbedingt weiter!
Thoreta (75038)
vor 756 Tagen
Danke sehr Mohnblitz! Würdet ihr euch über einen zweiten Tril freuen?
Mohnblitz (91920)
vor 756 Tagen
Hi Thoreta, tolle Geschichte, total spannend! Ich mag deinen Schreibstil.